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Die Falknerei im Mittelalter - Blog von Museum Aargau

Zurück zum Blog 12. Mai 2022 Kategorien Schlossgeschichten Mittelalter Die Falknerei war ein beliebtes Hobby adeliger Männer im Mittelalter. Ihre europäische Blütezeit erlebte sie im Hochmittelalter. Aber war die Falknerei lediglich eine adelige Spielerei – oder doch eine durchdachte Wissenschaft? Die mittelalterliche Jagd war keineswegs nur reiner Zeitvertreib, sondern Symbol für Status, Macht und Männlichkeit. Stets den adeligen Männern vorbehalten, verkörperte das Jagen eine Tugend, welche die Beherrschung der Natur und die männliche Stärke in den Fokus stellte. Der Adelige Heinrich Hetzbold von Weißensee bei der Wildschweinjagd im Codex Manesse, erste Hälfte des 14. Jahrhunderts. (Wikimedia Commons) Eine äusserst prestigeträchtige Ergänzung zur gängigen Jagdmethode mit Hunden stellte die Falknerei dar. Dabei handelt es sich sowohl um das Abrichten von Greifvögeln sowie auch die Jagd mit ihnen. Bei der sogenannten Beizjagd wurden nicht nur Tiere an Land, sondern auch Vögel in der Luft gejagt. Für mittelalterliche Verhältnisse eine Sensation! Bereits die Abrichtung der wilden Greifvögel stellte eine grosse Errungenschaft dar. Dass die Vögel anschliessend im Auftrag der Menschen andere Tiere jagten, war ein Inbegriff menschlicher Zähmung der Natur. Die Beizjadg wurde in die Reihe der höchsten Jagdkünste eingegliedert. Konradin, der Enkel Friedrichs II., bei der Beizjagd im Codex Manesse, erste Hälfte des 14. Jahrhunderts. (Wikimedia Commons) Friedrich II.: Kaiser, Wissenschaftler und Falkner Der wohl berühmteste Falkner des Hochmittelalters war der Staufer Friedrich II., ein Enkel des famosen Kaisers Friedrich "Barbarossa". Friedrich II. war ebenfalls römisch-deutscher Kaiser und stand seinem Grossvater in nichts nach. Im Gegenteil! Er soll seine Zeitgenossen in grosses Stauen versetzt haben – sowohl im positiven als auch in negativen Sinne. Friedrich II. lebte den Grossteil seiner Zeit im heutigen Italien, damals Teil des römisch-deutschen Reiches. Er legte sich in seinem Leben gleich mit mehreren Päpsten an – was zweimal in einer Exkommunikation endete. Ein Skandal für einen Kaiser, dem die Kaiserwürde vom Papst verliehen wurde! Die Augustalis ("Die Kaiserliche") Friedrichs II. zeigt auf der Vorderseite den Kaiser selbst und auf der Hinterseite das staufische Wappentier: einen Adler. (Wikimedia commons) Nebst einem aufsehenerregenden Kaiser war Friedrich II. auch ein aktiver Förderer der Wissenschaft. Beispielsweise liess er viele arabische Gelehrte an seinem Hof in Palermo forschen und begünstigte so den wissenschaftlichen Austausch. Weiter gründete er die Universität Neapel. Nebst einem machtvollen Herrscher und Förderer der Wissenschaft war Friedrich II. auch ein äusserst passionierter Falkner. Diese Kombination aus Reichtum, wissenschaftlicher Begeisterung und Faszination für Vögel war wegweisend dafür, dass er zum berühmtesten Falkner des Hochmittelalters werden sollte. Friedrich II. mit seinem Falken im Falkenbuch, Manfred-Handschrift (Biblioteca Vaticana, Pal. lat 1071 zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts). (Wikimedia Commons) Wissenschaft im Mittelalter? Fragt man nach der Wissenschaft im Mittelalter, sollte man zwei Dinge bedenken: Die wissenschaftliche Ausbildung orientierte sich am antiken Vorbild der artes ("Künste"). Dabei bildete ein Kanon aus sieben freien Künsten (Grammatik, Rhetorik, Dialektik bzw. Logik sowie Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie) das Grundgerüst der höheren Bildung, welche grösstenteils adeligen Männern und Klerikern vorbehalten war. Die wissenschaftliche Diskussion veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Im früheren Mittelalter stand die Wissenschaft fast ausschliesslich im Dienste eines besseren Verständnisses der Bibel. Im 12. Jahrhundert war ein Wandel spürbar: Wissenschaften differenzierten sich aus. Im Zuge dessen wurden vom 11. bis 13. Jahrhundert die ersten Universitäten in Europa gegründet. Von links nach rechts die sieben freien Künste: Geometrie, Logik, Arithmetik, Grammatik, Musik, Physik und Rhetorik. (Tübinger Hausbuch, Universitätsbibliothek Tübingen, ca. Mitte des 15. Jahrhunderts) (Wikimedia Commons) Friedrich II. und die Falknerei: Wissenschaft und Faszination Zu Lebzeiten Friedrichs II. befand sich die Wissenschaft also in einer Umbruchsphase. Daran knüpfte der Kaiser nicht nur an, sondern förderte den Umbruch auch aktiv: Er begann selbst eine intensive Studie der Falknerei und wurde zu einem Wissenschaftler. Vogelstudie im Falkenbuch: accipiter (Sperber). (Wikimedia Commons) Friedrich II. nahm sich vor, die Falknerei zu einer Kunst zu machen. So verfasste er zwischen 1241 und 1248 eine ausführliche vogelkundliche Schrift. Im Fokus der Schrift standen das Abrichten und die Jagd mit Greifvögeln: De arte venandi cum avibus ("Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen") – das Falkenbuch. Das Falkenbuch wurde bis weit in die Neuzeit zum Standardwerk für die Beizjagd. Dies liegt nicht zuletzt an der systematischen Vorgehensweise und der naturwissenschaftlichen Genauigkeit: Er arbeitete bereits mit empirischen Methoden und war vielen seiner Zeitgenossen weit voraus. Im Falkenbuch finden sich nebst Greifvögeln auch andere vogelkundliche Studien, hier: zu den Zugvögeln. (Wikimedia Commons) Die Handschrift des Falkenbuchs, welche uns heute überliefert ist, ist eine Kopie des Originals und wird Manfred-Handschrift genannt. Sie stammt von Manfred, einem illegitim-geborenen Sohn Friedrichs II., der mit seinem Vater die Leidenschaft für die Falknerei teilte. Das Manuskript enthält prachtvolle Bilder und weist diverse Anmerkungen von Manfred selbst auf. Abbildung Manfreds in der Manfred-Handschrift. (Wikimedia Commons) In Prolog seines Falkenbuches bezeichnet sich Friedrich II. als "Verfasser, Forscher und Liebhaber der Weisheit" ("Auctor est vir inquisitor et sapientie amator") . Sein Wissensgegenstand war die Vogelkunde – im Speziellen die Falknerei. Seine Forschungsabsicht umschreibt Friedrich II. wie folgt: "Wir beabsichtigen in diesem Werke über die Beize die Dinge, die so sind, wie sie sind, darzustellen und dem Range einer Kunst zu sichern, wovon keiner bisher Wissen besass und was noch keiner als Kunst angesehen hat." ( Quelle aus dem Lateinischen übersetzt ). Schlussendlich gelang es Friedrich II. seine Faszination für die Falknerei mit seiner Leidenschaft für die Wissenschaft zu vereinen: Er hob die Falknerei in den Rang einer Wissenschaft und verfasste ein fundiertes Werk, dessen Glanz noch heute spürbar ist. Die Abrichtung eines Greifvogels braucht Zeit und Geduld: Will der Vogel nicht zum Falkner, so muss der Falkner halt zum Vogel. Abbildung einer Übungseinheit im Falkenbuch. (Wikimedia Commons) Schon Gewusst? Der Gründungslegende der Habsburg zu Folge soll gar ein Greifvogel, genauer ein Habicht, die entscheidende Rolle gespielt haben. Was ein Greifvogel mit den Habsburgern verbindet In der ersten Hälft des 11. Jahrhunderts soll der Habicht des Grafen Radbot entflogen sein, woraufhin ihn sein Besitzer verzweifelt gesucht habe. Schliesslich war der Vogel nicht nur irgendein Vogel, sondern eine jahrelang abgerichtete Wertanlage! Der Habicht hingegen schien wenig beeindruckt und soll sich in aller Ruhe auf einem Hügel mit herrlicher Sicht niedergelassen haben. Ebenda, auf dem Wülpelsberg, soll ihn sein Besitzer schliesslich überglücklich wiedergefunden haben. Die Freude über den wiedergefundenen Vogel und die weitreichende Sicht von besagtem Hügel aus sollen Radbot dazu veranlasst haben, an dieser Stelle eine Burg zu bauen. Zu Ehren des Entdeckers, seinem Habicht, soll er sie "Habichtsburg" getauft haben – was im Verlaufe der Zeit zur "Habsburg" wurde". Weitere Blogbeiträge 21. Mai 2023 Das Einhorn als christliches Symboltier im Mittelalter Bis heute steht die Taube symbolisch für den heiligen Geist und das Lamm für Christus. Im Mittelalter gehörte aber auch das Einhorn zu den… 23. August 2023 Spielleute im Mittelalter Spielleute waren die Unterhaltungskünstlerinnen und -künstler des Mittelalters schlechthin. Kein Fest oder Jahrmarkt fand ohne sie statt.… 30. Juni 2023 Quiz: Welcher Mittelalterberuf passt zu Ihnen? Wären Sie Bauer, Bäuerin oder Ritter? Oder würden Sie eher ins Kloster gehen? Von Valerie Lüthi Von Valerie Lüthi Valerie Lüthi ist Historikerin und Praktikantin im Team Ausstellungen von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schlossgeschichten Mittelalter Kommentare

 
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Quiz: Was wissen Sie über den Alltag der Legionäre?

Zurück zum Blog 04. Oktober 2022 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Quiz & Spiele Römerzeit Waren Sie vielleicht im früheren Leben Legionär? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über den Alltag der Legionäre im alten Rom. Wie gut kennen Sie die Geschichte der römischen Legionäre? Wissen Sie zum Beispiel, was Legionäre am Abend assen? Wie viel Gepäck trugen sie auf einem Marsch? Was ist clavarium ? Quiz: Was wissen über den Alltag der Legionäre? Testen Sie Ihr Wissen über den Alltag der Legionäre im alten Rom. :crossed_swords: Welche Voraussetzungen musste man erfüllen, um Legionär zu werden? Wie viel Gepäck trug ein Legionär auf einem Marsch? Was beinhaltete ein herkömmliches Abendessen eines Legionärs? Was war keine Sonderzahlung, die die Legionäre neben ihrem Sold erhalten konnten? Mit welchen Angriffswaffen musste ein Legionär umgehen können? Was passierte, wenn ein Legionär krank wurde? Wie hiess das Grundgewand des Legionärs und aus welchem Material bestand es? Welche Instrumente gab es im Legionslager? Ihr braucht eine Ausbildung zum Legionär! Wir empfehlen Ihnen unbedingt einen Besuch im Legionärspfad Vindonissa, damit ihr euer Wissen über die Legionäre festigt! :classical_building: :point_right: Mehr Infos zum Besuch des Römerlagers Vindonissa Unser Tipp: Die Ausbildung zum Legionär ist perfekt für Sie! Lassen Sie sich von einem Legionär in die Kampftechniken der römischen Armee einweisen, marschieren Sie im Kettenhemd und mit den Waffen der Legionäre durch einen authentischen Parcours. :point_right: Ausbildung zum Legionär Lust auf monatliche News und Verlosungen? Wow! Sind Sie Archäologin bzw. Archäologe? Sie wissen (fast) alles über den Alltag der Legionäre! :raised_hands: Sie sind entweder Archäologin bzw. Archäologe oder die Reinkarnation eines römischen Legionärs! Unser Ausflugstipp für alle Römer-Fans: Verbringen Sie eine Nacht in der originalgetreu nachgebauten Legionärsunterkunft Contubernia. Sie marschieren, kochen und übernachten wie die Legionäre im antikes Vindonissa. :point_right: Römisch Übernachten Lust auf monatliche News und Verlosungen? Weitere Quiz 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! 30. Juni 2023 Quiz: Welcher Mittelalterberuf passt zu Ihnen? Wären Sie Bauer, Bäuerin oder Ritter? Oder würden Sie eher ins Kloster gehen? 19. Mai 2026 Quiz: Wie gut kennen Sie Gladiatoren? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über die Gladiatoren im alten Rom. Von Tabea Edelmann und Roger Pfyl Von Tabea Edelmann und Roger Pfyl Tabea Edelmann ist Praktikantin und Roger Pfyl ist Geschichtsvermittler in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Quiz & Spiele Römerzeit Kommentare

 
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Heilkunde im Kloster

Zurück zum Blog 23. August 2022 Kategorie Klosterleben Seit jeher befassen sich Klöster mit Heilkunde, da die Fürsorge für die Armen und Kranken tief in ihrer Tradition verankert ist. Auch beim Kloster in Wettingen gibt es einen Medizinalgarten. Schon in der Regel des Heiligen Benedikt aus dem 6. Jahrhundert heisst es im Kapitel 36: «Die Sorge für die Kranken muss vor und über allem stehen». Die Krankenpflege sollte für Mönche und Nonnen eine wichtige Aufgabe sein. So entwickelte sich eine lange Weitergabe der Heilkräuter und Pflanzen. Hildegard von Bingen Als eine bekannte Pionierin auf diesem Gebiet ist die Benediktinerin Hildegard von Bingen (1098-1179). Ihre Leistung lag darin, dass sie das damalige Wissen über das Behandeln von Krankheiten mit Pflanzenauszügen (Tees und Extrakten) aus der griechisch-lateinischen Tradition mit der Volksmedizin zusammenbrachte. Von Bedeutung waren für sie die vier Elemente (Wasser, Feuer, Luft und Erde) und mit ihnen dem Leben aus einer ganzheitlichen Sicht zu begegnen. Auch von Wichtigkeit war die griechische Viersäfte-Lehre aus vorchristlicher Zeit, die besagt, dass die menschliche Gesundheit vom ausgewogenen Verhältnis seiner vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle) abhängt. Dazu hat sie eine umfassende Lehre mit spezifischen Heilmitteln entwickelt, die heutzutage noch grosse Anerkennung findet. Ob Schlafprobleme, Rückenschmerzen, Magen- und Darmprobleme oder Kreislaufstörungen. Für alles gibt es laut Hildegard die passende Heilpflanze oder - Kraut. Die bekannte Pionierin Hildegard von Bingen (1098-1179). ©Wikimedia Medizinalgarten im Kloster Eine der Quellen zum Gartenbau im Mittelalter ist das Buch «Liber de cultura hortorum», das der Abt Walahfrid Strabo um das Jahr 840 geschrieben hat. Der Abt des Klosters Reichenau zählt darin in Versform 23 Heilpflanzen auf, die seiner Meinung nach in jeden Klostergarten, oder in den dafür vorgesehenen Kräutergarten gehören. Etwas später erweiterte Karl der Grosse die Liste und beschrieb diese in seiner Landgüterverordnung «capitulare de villis». Darin sind 90 Pflanzen genannt, die in einem Kräutergarten nicht fehlen dürfen. Das sind zum Beispiel Beifuss, Hanf, Ringelblume, Salbei, Heilzeist, Lavendel, Gänseblümchen, Minze, Brennnessel, Eibisch, Akelei, Kamille, Koriander, Knoblauch, Schwertlilie, Andorn, Rose, um nur einige zu nennen. Medizingarten, medizinisch-naturwissenschaftliche Sammelhandschrift M II 180, Elsass, 1438/1440, Universitätsbibliothek Salzburg Die Funktion des Gartens war Arzneipflanzen anzubauen, um so die klostereigene Drogerie zu füllen. Sie waren die Bestandteile für Salben, Tinkturen und Tees der sogenannten Phytotherapie. Obwohl aus heutiger Sicht die medizinische Erfahrung und Kenntnis über die Vorgänge im menschlichen Körper gering waren, haben die Mönche und Nonnen ein bedeutungsvolles Wissen über die Wirksamkeit von Heilpflanzen angeeignet und dieses über Jahrhunderte weitergegeben. Der Medizinalgarten im Kloster Wettingen Auch beim Kloster in Wettingen gibt es einen Medizinalgarten. In der langen Geschichte des Klosters wechselte dieser Garten mehrmals seine Lage. Auch die genaue Ausgestaltung des Gartens ist nicht bekannt. Die mittelalterlichen klösterlichen Kräutergärten befanden sich jedoch in der Regel in unmittelbarer Nähe zum Infirmarium, dem Krankentrakt. Dieser fand sich in Wettingen im östlichen an die Marienkapelle anschliessenden Gebäude. An diesem Standort wurde der heutige Garten, nach dem Vorbild des Kräutergartens im St. Galler Klosterplan sowie dem Hortulus von Walahfried Strabo und der Pflanzenliste von Karl dem Grossen, angelegt. Der Medizinalgarten vom Kloster Wettingen. Foto: Pascal Meier Die Heilpflanze Lavendel Die von Hildegard von Bingen beschriebenen pflanzlichen Heilkräuter und Heilpflanzen zeigen bis heute ihre Wirkung. Heutzutage reden wir von Alternativmedizin oder Komplementärmedizin. Beide beruhen auf Beobachtung, Erfahrung und dem Verwenden von natürlichen Heilmitteln, gewonnen aus sogenannten Heilkräutern. Dabei ist die Aromatherapie mit der Basis pflanzlicher Wirkstoffe sehr beliebt. Der Duft des Lavendels ist wohl einer der bekanntesten. Von Juni bis August verströmen seine Blüten ihren wohlriechenden Duft. Er riecht aromatisch und die Blütezeit ist von Juni bis August. Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) Lavendel hat auf unseren Körper und Geist eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung. Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Lavendelblüten. Daher werden diese nach der Blüte gewonnen und getrocknet. Praktisch und schnell gemacht sind die kleinen Lavendelkissen. Lavendelkissen selber herstellen Für das Lavendelkissen benötigt man zwei gleichgrosse Stücke Stoff. Es sollte ein Stoff sein, der luftdurchlässig ist, damit der Duft ausströmen kann und die Blüten atmen können. In diesem Beispiel ist das Lavendelkissen rechteckig. Man legt jeweils zwei Stücken Stoff aufeinander und näht die Ränder per Hand zusammen. Vergessen Sie dabei nicht eine Öffnung frei zu lassen, um das Kissen mit den Lavendelblüten zu füllen. Nach der Befüllung vernäht man die Öffnung und fertig ist das Lavendelkissen für die Aromatherapie. Selbstgemachtes Lavendelkissen. Foto: Emanuela Ring Literaturverzeichnis Allwang, Martin und Martina Melzer. Heilpflanzen: Wie sie wirken und uns helfen, gesund zu bleiben. Baierbrunn: Wort & Bild Verlag, 2020. Benedikt, Gernot Krapinger und P. Ulrich Faust. Die Benediktsregel: Lateinisch / Deutsch. Ditzingen: Reclam Verlag, 2018. Dettling, Angela. Der Klostergarten. S. 16-19. Hrsg.: Museum Aargau. In: Reiches Kloster. Reine Seelen. Museum Aargau, Kloster Königsfelden, 2012. Jahn, Ruth. Schweizer Naturapotheke: Sanft heilen mit bewährten Hausmitteln. Zürich: Ringier Axel Springer, 2007. Hauschild, Stephanie. Das Paradies auf Erden: die Gärten der Zisterzienser. Ostfildern: Thorbecke, 2007. Seite der Klostergärtnerei beim Kloster Wettingen über den Medizinalgarten. GEOlino, Mensch, Hildegard von Bingen: Geschäftsfrau im Mittelalter. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Mittelalterliche Handschriften in Österreich. Klostermedizin und deren Heilkräuter. Von Emanuela Ring Von Emanuela Ring Emanuela Ring ist Praktikantin in der Vermittlung beim Standort Klosterhalbinsel Wettingen. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Klosterleben Kommentare

 
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Historische Pläne der Schlossdomäne Wildegg - Blog Museum Aargau

Zurück zum Blog 03. Oktober 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Schlossgeschichten Anhand historischer Pläne der Schlossdomäne Wildegg reisen wir zurück in der Zeit und erfahren mehr über die eindrückliche Geschichte des Schlosses. Auch die bedeutende Burgchronik von Sophie von Erlach-Effinger (1766-1840) gibt einige spannende Einblicke in vergangene Zeiten. Der erste Plan der Schlossdomäne lässt sich nicht genau eruieren. Das Gut wurde nach der Besitznahme durch die Effinger als ein " mittelgrosse[n] Bauernbetrieb[s] " eingeordnet. Auch in den beiden folgenden Jahrhunderten war eine Einschätzung wegen fehlender Quellen schwierig. Erst Anfangs des 18. Jh. existieren Quellenbelege in denen die Effinger das Gut abrunden konnten. Trotz innerfamiliären Teilungen. Die Schlossdomäne in der Chronik Die grösste Ausdehnung hatte das Gut um 1770 mit 120 Hektaren. Darin eigeschlossen waren Äcker, Wiesland, Rebstöcke sowie die Domänenbetriebe mit Gewerbe. Sophie von Erlach, die Verfasserin der Burgchronik von Schloss Wildegg, widmet den umliegenden Gütern und Gebäuden nur einen kleinen Abschnitt. Dennoch lassen sich daran bildhaft die Umrisse der damaligen Gestaltung herauslesen. So schreibt sie etwas abfällig über die Scheune: Die Scheune, ein Werk von Hans Thüring Effinger (Sophies Ur-Ur-Grossvater väterlicherseits, Anm. d. Verf.) und die Jahreszahl 1661 tragend, ist jetzt alt und baufällig, und da mein Bruder keine Pferdte (sic!) hält, so wird Sie sehr wenig benutzt; Aber nicht nur zum Zustand der Gebäude berichtet die einzige überlebende Tochter von Niklaus Albrecht (1735-1803) in ihrem scharfsinnigen und detailreichen Text. Auch der Gutshof und die Bewirtschaftung der Felder werden kurz angeschnitten. Zur heutigen Lindenterrasse schrieb Sophie: Hier übersieht mein Bruder (Ihr Halbruder Albrecht Ludwig Effinger, genannt Albert, 1773-1853, Anm. d. Verf.) den grössten Theil seiner Güter und beobachtet seine Arbeiter - Sein Auge richtet sich fürnemmlich gerne nach dem Haard, so heisst nämlich eine grosse, etwas entlegene Scheune mit umliegenden Gütern, welche er sehr verbessert hat un im Sommer und Winter einen senn mit 16 Kühen hält. Von Parzellen und Gütern Bei einer so grossen Fläche und Umschwung ist es manchmal schwierig den Überblick zu behalten. Dabei können Pläne helfen. Im Gegensatz zu heute, wo die Pläne Satelliten gestützt und GPS gesteuert erstellt werden, war dies früher noch reine Handarbeit. Zudem waren die Masseinheiten von Ort zu Ort verschieden und das Auge oftmals das beste Vermessungsinstrument. Ein erster Plan der Güter um Schloss Wildegg, mit Bezeichnung der einzelnen Parzellen und Angaben zu deren Flächen, ist uns aus dem Jahre 1790 erhalten. Der oder die Verfassenden dieses künstlerisch wertvoll gestalteten Planes, sind leider nicht bekannt. Bemerkenswert ist aber bereits die Vogelperspektive der Zeichnung. In einer Legende sind die einzelnen Matten und Felder mit Grössenangaben geordnet. Womöglich diente diese Auflistung auch als Berechnungshilfe der Abgaben. Künstlerisch gestalteter Plan der Schlossdomäne aus dem Jahre 1790. Die Schlossgüter mit Bezeichnung der einzelnen Parzellen und Angaben zu deren Flächen. © Museum Aargau Ein weiterer Plan von Johannes Stähli um etwa 1820, zeigt auch die Besitzungen der Effinger im Hardgut und im Schachen, in der Nähe wo heute die Zementfabrik steht. Dieser Plan besitz einen Massstab, dem sogenannten Berner Fuss. Dieser Massstab wurde auch Berner Schuh genannt: 1 Berner Schuh = 130 Pariser Linien = 0,293254 Meter. Detaillierte Tuschfederzeichnung auf Papier, aquarelliert. Zeichner: Johannes Stähli. Datiert 1820. © Museum Aargau Aus der Chronik der Sophie erfahren wir, dass die heutige Gemeinde Wildegg damals nur "Hellmühly" genannt wurde und im 17. Jh. praktisch nur aus einer Mühle bestand. Später kam dann das Wirtshaus hinzu und gegen Ende des 18. Jh. wurden mehrere Wohnhäuser für eine entstandene Druckerei errichtet. Zu guter Letzt existiert noch ein Plan aus dem Jahre 2003 von Betriebsleiter Erland Eichmann. Mit Hilfe des GIS Verfahrens wurde die Landschaft gescannt und in Raster unterteilt, worin mit verschiedenen Farben die Umrandung der Domäne eingezeichnet wurde. Auf diesem Plan kann der Waldbestand der Domäne sehr gut verdeutlicht werden. Die Schlossdomäne blüht wie eh und je Nicht alle Gebäude und Gewerbe haben auf der Schlossdomäne Wildegg überlebt. Der 1500 erbaute Bauernhof wird seit 1999 von Silvia und Alois Huber geführt. Der Familienbetrieb bewirtschaftet den Gutshof nach den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft und im Sinn eines Schaubetriebs. Angegliedert ist ein kleiner Hofladen mit Produkten aus dem Gutsbetrieb. Der Gutshof selbst besteht aus einem Wohn- und Wirtschaftshaus, Tierställen, einer Zehntenscheune, Pferdestallungen sowie mehreren Kleinbauten und Unterständen. Luftaufnahme Schloss Wildegg. © Museum Aargau Im historischen Rebberg von Schloss Wildegg wachsen Trauben nach biologischen Grundsätzen heran. Seit mehr als 400 Jahren werden unterhalb des Schlosses Reben bewirtschaftet und daraus Schlosswein gekeltert. Der Weinbau und -verkauf waren für die Familie von Effinger lange Zeit wichtige Einkünfte. Der Wein wurde im von Bernhard Effinger (1658-1725) eigens dafür gebauten Gasthof Bären am Fuss des Schlossbergs ausgeschenkt und verkauft. Die von Effinger hatten in der Region das alleinige Weinausschanks- und Handelsrecht. Seit 2019 ist der historische Rebberg an den diplomierten Önologen Matthias Brunner verpachtet. Die Weinmanufaktur setzt auf eine artenreiche biologische Weingarten-Bewirtschaftung. Literatur Furger, Andres: "Schloss Wildegg. Aussenstelle des Schweizerischen Landesmuseums", Schweizerisches Landesmuseum, Zürich, 1994. Meier, Bruno: "Gott regier mein Leben". Die Effinger von Wildegg. Landadel und ländliche Gesellschaft zwischen Spätmittelalter und Aufklärung. Baden 2000, S. 129. Müller, Felix: [von] Effinger. In HLS. Onlineversion. ( Stand: 12.08.2022, 15.34 Uhr) von Erlach, Sophie: "Kleine Burgchronik des Schlosses Wildegg der Sophie von Erlach-Effinger, in der Abschrift ihres Bruders Ludwig Albrecht", Museum Aargau, 2012. Wagner, Gustav und Strackerjan, Friedrich Anton: Kompendium der Münz-, Mass-, Gewichts- und Wechselkurs-Verhältnisse. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig Von Romeo Arquint Von Romeo Arquint Romeo Arquint ist Historiker und war 2022 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Schlossgeschichten Kommentare

 
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Bier im römischen Reich

Zurück zum Blog 10. Oktober 2022 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Die Römer, auch jene in den Provinzen, bevorzugten Wein statt Bier. Dies ist durch den massiven Import von Wein im ganzen Römischen Reich belegt. Es gibt aber archäologische Quellen für die Herstellung von Bier in den nördlichen Provinzen. Wieweit die römischen Bewohner dieser Gegend selbst zum Bierkrug statt zum Weinpokal griffen, bleibt allerdings Spekulation. Auch darüber, ob Bier in den nördlichen Provinzen Teil der Militärrationen war (wie etwa in Ägypten), kann nur spekuliert werden, weil kaum schriftliche Quellen darüber bekannt sind – eine Ausnahme ist ein Schreibtäfelchen aus Vindolanda, das eine Nachschublieferung an Bier fordert. Bier, der Wein der Armen Überliefert ist auch, dass der Preis von Bier in unterschiedlichen Provinzen und zu unterschiedlichen Zeiten stark variierte. So konnte man im 1. Jh. n. Chr. in Vindolanda für einen Sesterz 27.5 Liter, in Hermopolites 72 Liter, in Tebtynis aber nur 8.7 Liter Bier kaufen. Dennoch war der Preis von Bier generell eher niedrig – nämlich zwei- bis viermal niedriger als jener von Wein der schlechtesten Qualität. Deshalb wird Bier oft auch als Wein der Armen bezeichnet. In flavischer Zeit kam der Import von Weinamphoren ins Rheinland fast zum Erliegen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Militäreinheiten am Rhein sukzessive aus nichtrömischen Mannschaften bestanden und so der Markt für Wein infolge einer rückläufigen Nachfrage schrumpfte. Wurde der Wein etwa durch das lokale Bier ersetzt? Der Archäologe Clive Bridger meint dazu, es sei auch wahrscheinlich, dass nicht die einheimische Bevölkerung ein beliebtes Nahrungsmittel der Besatzungsmacht angenommen hat (Wein), sondern dass die Besatzungsmacht ein lokales Getränk übernahm (Bier). Die Römer kannten verschiedene Arten von Bier: ägyptisches (zythum) Gerstenbier spanisches (caelia, cerea) Weizenbier dalmatisches (camum), Gerstenbier sabaia, Gersten- oder Weizenbier gallisches (cervesa) Bridger nennt für das römische Germanien folgende relevanten Begriffe: cerves(i)a / cervis(i)a, camum. Gerste In Spanien, Gallien und Norditalien (keltisch) wurde Bier in verschiedenen Sorten gebraut und nahm vermutlich die Stelle des Weins ein. Das Bier wurde ohne Hopfen gebraut. Vor der Entdeckung der Eigenschaften von Hopfen als Konservierungsmittel und als Geschmackszutat für Bier, war es schwierig, Bier lange frisch zu halten, da es normalerweise einen weit niedrigeren Alkoholgehalt als Wein hatte. Plinius der Ältere berichtet, dass die Spanier eine Methode gehabt hätten, Bier länger haltbar zu machen, er erwähnt aber nicht welche. Kräuter-Zusätze Ohne Hopfen hatte das Bier einen muffigen, säuerlichen oder schlicht uninteressanten Geschmack, weshalb verschiedene Zusätze verwendet wurden. Botanische Nachweise solcher Kräuter gibt es von der niederländischen Küste aus der frühen römischen Periode: Gagel (Myrica gale) ist auf einigen römerzeitlichen Plätzen nachgewiesen worden, sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Limes. Aber auch durch Gagel konnte nicht auf lange Zeit konserviert werden. Man muss also davon ausgehen, dass Bier vor Ort hergestellt und getrunken wurde. Gagelstrauch (Myrica gale). (CC Public Domain) Andere Zusätze sind Eichenrinde, Myrte, Mädesüss und Johanniskraut. Es ist davon auszugehen, dass Bier häufig in Eigenproduktion hergestellt wurde. Das am meisten verwendete Getreide war zuerst Gerste, aber man brauchte auch die Nacktweizenart triticum , Hirse, Vogelhirse, Hafer und das Einkorn ( olyra ). Für die Provinzen wird zudem ein Bier erwähnt, das aus Brot hergestellt wurde, also aus Gersten- oder Weizenfladen. Dieser Befund entspricht etwa den Gegebenheiten des alten Ägyptens. Man darf davon ausgehen, dass in den weinarmen Provinzen bedeutend mehr Bier getrunken wurde, als die wenigen archäologischen Nachweise glauben lassen. Echtes Mädesüss. (CC Public Domain) Johanniskraut. (CC Public Domain) Herstellung des Biers in der Römerzeit Man lässt das Getreide (u.a. Weizen, Gerste, Hirse, Hafer oder Einkorn) keimen. Durch die Umwandlung der Stärke des ausgekeimten Getreides in Dextrin, danach in Zucker, entsteht eine Gärung. Die Vergärung des Zuckers unter der Beteiligung von Hefen erzeugt das alkoholische Gebräu. Da bisher Hopfen im Bier der Antike nicht nachgewiesen werden konnte, geht man von obergäriger Brautechnik aus. Die Biere blieben dadurch ohne bitteren Geschmack, jedoch auch wenig stabil. Darren : Der Keimvorgang wird durch schonendes Erhitzen in einer Darre (Vorrichtung zum Dörren) unterbrochen; geht dabei etwas schief, erhält man anstatt des erwünschten Malzes nur verkohlte Getreidekörner. Mehrere Autoren erwähnen, dass das Bierbrauen wie auch das Brotbacken in den ersten Jahrhunderten n. Chr. zu den Aufgaben der Frau gehörte. Weitere Blogbeiträge 10. Mai 2021 Schweizer Biergeschichte: Druckplatte von Feldschlösschen Der Aargau ist ein Schlösserland. Welches Schloss das schönste ist, war wohl schon der Anstoss für so manche Diskussion. Das Prädikat des… 04. Oktober 2023 Frisches Bier im passenden Bierhumpen Mit den ersten frischeren Tagen im Herbst beginnen zahlreiche Volksfeste. Seien dies Erntedankfeste, Winzerfeste oder andere Anlässe wie das… 08. Oktober 2021 Mulsum – so haben sich die Römer den Wein versüsst Schon zur Zeit der Römer wurde der Wein als Genussmittel geschätzt. Eine besondere Zubereitungsart war der mulsum , eine Art Honigwein. Im… Von Claudia Löckher und Roger Pfyl Von Claudia Löckher und Roger Pfyl Claudia Löckher und Roger Pfyl sind Geschichtsvermittler/innen in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare 15.11.2024 Matthijs van der Veer Dear Museum Aargau, I'm writing this commentary in English as my Germany proficiency does not go far beyond simply reading. I am currently writing my MA thesis on the consumption of beer vs. that of wine in the Northwestern Roman Empire and came across your article which I found very helpful. Especially the part were you describe the differing herbal additives to beer has been very useful, however I am left wondering what this information is based on. Do you maybe have an indication of how and were you obtained this information? Through literature, pollen research or some other source? If you would have this information and be willing to share this I would be very grateful. Sincerely, Matthijs van der Veer MA student, Leiden University

 
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Kochvideo: Eine Rindszunge zuzubereiten - Rezept aus dem 18. Jahrhundert

Zurück zum Blog 26. Mai 2022 Kategorie Kochvideos & historische Rezepte Die Köchin des Landvogtes zeigt euch, wie man eine Rindszunge zubereitet. Ein einfaches Rezept aus dem 18. Jahrhundert! Heute muss man in unseren Breitengraden eine Rinder- oder Kalbszunge beim Metzger rechtzeitig bestellen. Früher – noch vor zwei Generationen – war Zunge ein beliebtes Nahrungsmittel, auch auf kalten Platten, und in jeder Metzgerei in der Auslage zu finden. Freunde von Innereien und anderen aussergewöhnlichen Fleischstücken achten sich daher genau, welches Restaurant noch "Metzgete" macht, und reservieren sich ihre Plätze frühzeitig. Es lohnt sich, diesem Rezept eine Chance zu geben. Wer nie Zunge probiert hat, weiss gar nicht, wie fein die schmeckt! Für 4 Personen Dauer: Vorbereitung 25 Minuten, Kochzeit 3 Stunden Zutaten 1 Rinder- oder Kalbszunge 200 g Rindsgulasch 8 Scheiben weisser Speck Pfeffer Ingwer Nelken Salz 1 grob gehackte Zwiebel 2 Lorbeerblätter 4 Knoblauchzehen 3 dl Weisswein Zubereitung Die Zunge mit dem weissen Speck umwickeln. Den Wein mit Pfeffer, Ingwer, Nelken, Zwiebeln, Lorbeerblätter, zerdrückten Knoblauchzehen und dem Weisswein in eine Pfanne geben. Zunge und Gulaschstücke beigeben. Alles bei mittlerer Hitze ca. 3 Stunden köcheln lassen. Wenn nötig etwas Weisswein nachschütten. Aus dem Sud nach Wunsch eine Sauce machen. Quelle Kochbuch Oder kurze und nützliche Anweisung allerley Speise und Gebackenes Zu machen, vor die ehr- und Tugensame Jungfer Juliana Elisabetha Versivoin, Zweybrücken den 6ten Decembris 1769. Weitere Kochvideos 07. April 2020 Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem raffinierten Rezept aus dem Mittelalter. 13. März 2023 Kochvideo: Hühnerleber-Raviol – Rezept aus dem 17. Jahrhundert Kochen Sie Hühnerleber-Raviol nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert. Unsere Schlossköchin zeigt Ihnen im Video, wie es geht. 26. Januar 2022 Kochvideo: Spanische Äpfel – Rezept aus dem 17. Jahrhundert Kochen Sie spanische Äpfel nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert. Unser Kochvideo zeigt, wie es geht. Ein einfaches und leckeres Rezept! Von Angela Dettling Von Angela Dettling Angela Dettling ist Leiterin Vermittlung von Museum Aargau. Die Historikerin kocht für ihr Leben gern Gerichte aus 2000 Jahren. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Kochvideos & historische Rezepte Kommentare

 
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Im Herbst pflanzen, was im Frühling farbenfroh blüht

Zurück zum Blog 01. November 2022 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Sobald die Bäume im goldenen Herbst ihr Blätterkleid verlieren, ist Gartenputz angesagt: Rasen, Hecken und Bodendeckerbeete müssen vom Laub befreit werden. Ansonsten werden diese Flächen modrig und beginnen zu faulen. Das eingesammelte Laub kann gut als Mulch unter Sträuchern und in Staudenbeeten verstreut werden. Eine Schicht Mulch schützt den Boden vor dem Austrocknen und hemmt das Unkrautwachstum. Für Igel schichte ich gerne Laub in einer ruhigen Ecke des Gartens zu einem Haufen auf. Dieser bietet als Winterquartier einen natürlichen Schutz vor eisiger Kälte. Im Herbst für den Frühling pflanzen Im Herbst wird es auch Zeit, die Sommerbepflanzung abzuräumen und – je nach Pflanze – zu überwintern. Stattdessen schlägt jetzt die Stunde der zweijährigen Pflanzen, zum Beispiel von Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht oder Bellis. Diese lassen sich wunderbar mit schönen Herbstpflanzen wie Erika, Calluna, Chrysanthemen, Purpurglöcken oder Gräser kombiniert. Mein Tipp: Pflanzen Sie dazwischen auch verschiedene Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und andere Zwiebelpflanzen. Im Frühjahr erwartet Sie dann eine wahre Farbenpracht im Garten! Auch Stauden und Gehölz werden idealerweise im Oktober gepflanzt. Der Boden ist noch warm und benötigt nicht mehr so viel Wasser wie im Sommer. So haben die Pflanzen bereits kräftig Wurzeln geschlagen, wenn der kalte Winter einbricht – und haben so im Frühjahr gegenüber anderen Pflanzen einen Vorsprung im Wachstum. Ebenso lohnt es sich, im Herbst den ganzen Garten nochmals gründlich zu jäten. Denn: Je sauberer der Garten in den Winter geht, desto weniger Unkraut spriesst direkt im Frühling. Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Starthilfe für Stauden

Zurück zum Blog 24. Februar 2022 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Der Frühling kommt und die neue Gartensaison steht in den Startlöchern. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten erklärt, wie Sie Ihren Stauden Starthilfe geben können. Gartenstauden wie Eisenhut und Lilien machen mehrere Jahre lang Freude und treiben jeweils im Frühjahr neu aus. Sie sind verhältnismässig anspruchslos und fester Bestandteil vieler Gärten. Was dabei oft vergessen geht: Stauden benötigen als Starthilfe in die neue Saison viel Dünger. Der richtige Zeitpunkt dafür ist der Frühling – konkret ab etwa Ende Februar bis Anfang März, wenn die Temperaturen langsam steigen und die Stauden neu austreiben. Der Dünger liefert in dieser Phase die nötige Energie. So wird Ihr Boden staudengerecht Lockern Sie in einem ersten Schritt vorsichtig den Boden rund um die Stauden; dies mit einer Grabgabel oder einem Kräuel. Verteilen Sie dann zwei bis drei Liter reifen Kompost mit einer Handvoll Hornspänen pro Quadratmeter. Wenn Sie dann den Dünger abschliessend mit Mulch bedecken, hält dieser den Boden feucht, verbessert die Bodenqualität, ernährt das Bodenleben und schützt vor Unkrautbewuchs. Stauden, die im Kies oder zwischen Gartenplatten wachsen, sind schwieriger zu düngen. Mein Tipp: Graben Sie nahe der Pflanze ein Loch in die Erde und füllen Sie dieses mit Hornspänen oder einem Volldünger aus dem Fachhandel. Für im Halbschatten oder im Schatten stehende Stauden wie Hosta, Eisenhut, Heuchera oder Herbstanemonen genügt diese einmalige Düngung. Sonnenhungrige Stauden (zum Beispiel Rittersporn, Sonnenhut, Glockenblumen oder Schafgarbe) vertragen im Juni eine weitere Gabe Dünger; dies nach dem Rückschnitt. Die Stauden danken es Ihnen mit einer weiteren Blütenpracht. Grundsätzlich gilt: Düngen Sie immer in einen feuchten Grund und giessen Sie anschliessen gründlich nach. Ansonsten können die Inhaltstoffe Verbrennungen an der Pflanze und ihren Wurzeln verursachen. Dies gilt in allen Bereichen: ob im Freiland, in Kübeln oder bei Zimmerpflanzen. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Gartensaison 2022. Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Kleine Rosenkunde II: Richtig Rosen schneiden

Zurück zum Blog 16. März 2022 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten "Schneiden oder nicht schneiden" - Das ist die Frage, die sich so mancher Hobbygärtner und Rosenfan jeden Frühling aufs Neue stellt. Doch dieses Jahr brauchen Sie und Ihre Rosen nicht zu verzagen: Die Gärtnerinnen von Schloss Wildegg wissen Rat. Rosen sollten im Frühjahr geschnitten werden. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Ein zu früher Schnitt kann dazu führen, dass die geschnittenen Triebe bei noch zu tiefen Temperaturen wieder zurückfrieren. Der richtige Zeitpunkt Faustregel: Der richtige Zeitpunkt für den Rosenschnitt ist ungefähr dann, wenn die Forsythien (Goldglöckchen) blühen. In der Regel ist das jeweils Anfang März. In dieser Zeit beginnen bei den Rosen im unteren Bereich die Knospen zu schwellen. Wildtriebe (die Austriebe aus dem Wurzelstock) sollten dann nach unten abgerissen werden. Das ist eine Arbeit, die das ganze Jahr gemacht wird. Impression vom Rosengarten von Schloss Wildegg Die Rosen schneiden Sie am besten mit einem scharfen und sauberen Schnittwerkzeug. In einem ersten Schnitt werden bei allen Rosenklassen überalterte, schwache und kranke Triebe herausgeschnitten, genauso dürres Holz. Es sollten keine Stummel zurückbleiben. Der richtige Schnitt Bei Edelrosen, Beetrosen und Miniaturrosen werden die vier bis fünf kräftigsten Triebe stehengelassen und auf drei bis fünf Augen zurückgeschnitten. Unter "Augen" versteht man jene Stellen, an denen neue Triebe entstehen. Stark vergabelte Triebe werden entfernt. Einmalblühende Strauchrosen werden nur ausgelichtet. Diese Gruppe blüht nur am mehrjährigen Holz. Die Triebe werden direkt an der Basis entfernt. Wird stattdessen im oberen Teil der Pflanze geschnitten, fördert das die Verkahlung. Bei mehrmals blühenden Strauchrosen werden die starken Triebe auf bis zu einen Drittel der Länge zurückgeschnitten. Die schwächeren Triebe schneiden Sie auf vier bis fünf Augen zurück. Damit die Rose in die Höhe wächst, werden die vier bis fünf stärksten Triebe gar nicht geschnitten. Jedoch sollten Sie bei dieser Methode ein bis zwei der ältesten Triebe direkt an der Basis wegschneiden, damit die Pflanze nicht veraltet. Kletter- und Bodendeckerrosen Die einmalblühenden Kletterrosen werden als einzige Sorte im Sommer geschnitten. Kürzen Sie die Seitentriebe, welche geblüht haben, auf ca. 20 Zentimeter. Die kräftigen Hauptriebe werden stehengelassen sowie ein bis zwei überalterte Triebe an der Basis weggeschnitten. Bei den mehrmals blühenden Kletterrosen dagegen werden pro Jahr nur ein bis zwei Haupttriebe entfernt und die Seitentriebe auf vier bis fünf Augen geschnitten. Bodendeckerrosen können alle drei Jahre verjüngt werden, indem auf drei bis fünf Knospen geschnitten wird. Die Kronen der Stammrosen werden auf vier bis fünf Augen geschnitten. Mit diesen Tipps sollte Ihrer Rosenpracht nichts mehr im Wege stehen für einen guten Start in die Gartensaison! Weitere Ratschläge für Rosen im heimischen Garten finden Sie in unserem Blogartikel Kleine Rosenkunde . Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Historische Gartengeräte - Blog von Museum Aargau

Zurück zum Blog 13. August 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Wie wurden die historischen Gärten des Museum Aargau in früherer Zeit gepflegt und gehegt? Eine kleine Auswahl an historischen Gartengeräten aus unserer Sammlung geht dieser Frage auf den Grund. “In einem Garten ging das Paradies verloren, in einem Garten wird es wiedergefunden.” Blaise Pascal (1623-1662) Das Schloss Lenzburg ist bunt. An allen Ecken und Enden stehen Pflanzenkübel. An den Fenstern hängen Erdwannen mit leuchtenden Geranien. Auf Schloss Wildegg stehen auf der Lindenterrasse die imposanten und altehrwürdigen Linden und spenden in heissen Tagen Schatten. Wie alle schönen Dinge im Leben, brauchen sie Pflege und Zeit. Daher war das Anlegen eines Gartens eine sorgfältig überlegte und geplante Angelegenheit. Je nach Epoche, dienten sie verschiedener Bedürfnisse. Waren die ersten Gärten vor allem Krautgärten, in denen Heilpflanzen und je nach Lage gewissen Nutzpflanzen angepflanzt wurden, änderten sich die Gärten zunehmend zu Zier und Prestige-Gärten. Von Spaten und Rechen Um die Gärten auch richtig pflegen zu können, war und ist robustes sowie handliches Werkzeug unumgänglich. Die klassischen Gartenwerkzeuge sind bis heute praktisch unverändert geblieben. Nicht selten kamen die Geräte in zweckentfremdeter Form, zum Beispiel auch bei bäuerlichen Erhebungen, zum Einsatz. Nicht alle Werkzeuge der Sammlung stammen von den Schlössern selbst. Viele kommen von Privatpersonen aus dem ganzen Kanton Aargau, sei es aus Sammlungen von landwirtschaftlichen Geräten, oder aus privaten Haushalten wo sie in regen Gebrauch waren. Der vorliegende Spaten beispielsweise kam 1987 aus einer privaten Sammlung ins Museum. Die Schaufel dagegen wurde bei der Übernahme von Schloss Lenzburg inventarisiert. Spaten aus privater Sammlung (1987) K-10684, Spaten, Sammlung Museum Aargau, © Museum Aargau. Die Kunst den Garten zu pflegen Gärten wurden womöglich bereits seit den ersten sesshaften Menschen angelegt. Aus der Antike stammen die bekannten hängenden Gärten von Babylon. Die Idee an sich war nichts Neues, jedoch gab es bei der Anlegung eines Gartens zwei grundlegende Ausrichtungen: Zier oder Nutzgarten. Beide Formen benötigen intensive Pflege der Pflanzen und des Bodens. Es ist anzunehmen, dass der grösste Teil der vorhandenen Gärten für das Anpflanzen von Kräutern und Obst/Gemüse verwendet wurde. Erst mit dem Aufkommen des Flanierens Ende des 16. Jh. rückten die Ziergärten wieder in den Fokus. Dies äusserte sich auch im Gebrauch und der Herstellung der Gartenwerkzeuge. Rechen, Spaten, Schaufeln oder Mistgabeln - alles wurde nochmals technisch verfeinert und in kleineren Grössen hergestellt, um die empfindlichen, meist exotischen, Pflanzen nicht zu beschädigen. Ein Beispiel ist der Heidelbeerrechen. Heidelbeerrechen aus Weissblechteilchen K-18171.1, Heidelbeerrechen, Sammlung Museum Aargau, © Museum Aargau. Dieses spezielle Werkzeug wurde aus Weissblechteilen zusammengelötet und hat abgerundete Enden. Wie mit einem Kamm kann so durch den Busch gefahren werden und die empfindlichen Beeren fallen sanft in die Hohlöffnung. Insgesamt wurde die Arbeit in einem Barockgarten eher als künstlerisches Handwerk angesehen. Kunstvolle Rankenbögen und geometrische Anordnungen von Blumenbeeten wurden in den adligen Residenzen wie Versailles auf die Spitze getrieben. Im Wandel der Zeit Anhand der Gartengeräte kann aufgezeigt werden, wie sich technische Innovation an geänderte Lebensweisen anpassen kann. Aber dennoch blieben viele der Werkzeuge seit Urzeiten unverändert, so beispielsweise die Form und Nutzung des Spatens. Die historische Form und Verwendung des Spatens blieb bis heute unverändert. Quelle: Deutsche Fotothek Diese diachrone Entwicklung ist bemerkenswert und zeigt, dass auch in einem digitalen Zeitalter auf bewährte Handarbeit nicht verzichtet werden kann (und sollte). So erblühen die Gärten des Museum Aargaus weiterhin in ihrem Glanz. Auch dank einfachster Hilfsmittel. Das Paradies lässt sich so durchaus in jedem Garten wiederfinden. Literatur Brüsch, Björn: Entwürfe zur Errichtung einer großen Gärtner-Schule: Die Gründung der Königlichen Gärtner-Lehranstalt in Preußen 1818–1823. In: Die Gartenkunst 20 (1/2008), S. 83–104. Leps, Günther und Rose: Der Gärtner zwischen Schönheit und Nutzen. Ed. Leipzig, Leipzig 1994. van der Groen, Jan: Den Nederlandtsen Hovenier, Amsterdam 1670. Internetquellen Historische Gartengeräte, Ursprung und Anwendung heute Aspekte deutscher Gartenkunst der Frühen Neuzeit (ca. 1550 bis 1640). Von Romeo Arquint Von Romeo Arquint Romeo Arquint ist Historiker und war 2022 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Kommentare

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Kinder schreiten wie kleine Römer über das Areal vom Legionärspfad Vindonissa

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