Legionärspfad Vindonissa

Geschichte

Während des Alpenfeldzugs von Kaiser Augustus im Jahr 15 v. Chr. errichteten römische Soldaten hier einen Militärposten, der später unter Kaiser Tiberius (14–37 n. Chr.) zu einem Legionslager ausgebaut wurde. Das etwa 20 Hektaren grosse Lager wurde von der 13. Legion zunächst in Holz und Lehm erbaut. Die nachfolgende 21. Legion baute Vindonissa schrittweise in Stein um und aus. Als letzte Truppeneinheit ist die 11. Legion bezeugt, die im Jahr 101 n. Chr. von Kaiser Trajan in den Donauraum abgezogen wurde. Ausserhalb des Legionslagers entwickelte sich im Lauf der Zeit eine Zivilsiedlung, die nach Abzug der Truppen weiterbestand. Die Legionäre Vindonissas spielten nicht nur bei der Eroberung des rechtsrheinischen Gebiets durch die Römer eine grosse Rolle, sondern auch beim Aufbau der provinzialen Strukturen in der südlichen Germania Superior. An keinem anderen Ort zwischen Alpen und Rhein war Rom machtpolitisch so präsent. Die bis zu 6000 Legionäre und Offiziere brachten auch die mediterrane Lebensweise und ihre zivilisatorischen Errungenschaften mit und fungierten als eine Art "Motor der Romanisierung". 6 Fragen zur Geschichte von Vindonissa Was war Vindonissa? Vindonissa war ein befestigtes Truppenlager der römischen Armee, ein sogenanntes Legionslager (lat. castra legionis ). Es wurde von den römischen Soldaten am strategisch bedeutsamen Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat errichtet und hatte während rund 100 Jahren Bestand. In Vindonissa waren nacheinander drei Legionen mit jeweils rund 5000 bis 6000 Soldaten stationiert. Vindonissa ist das einzige römische Legionslager auf dem Gebiet der heutigen Schweiz und liegt in Windisch im Kanton Aargau. Was war die Bedeutung von Vindonissa für das Römische Reich? Legionslager wie Vindonissa dienten dazu, sich auf Feldzüge und Eroberungen in neuen Gebieten vorzubereiten und um die bereits eroberten Gebiete militärisch zu sichern und zu kontrollieren. Entsprechend lagen die meisten Legionslager an den Grenzen des Römischen Reiches (lat. imperium romanum ). Im 1. Jh. n. Chr. gab es rund 25 Legionslager. Als grosses Truppenlager war Vindonissa ein Zentrum der Militärmacht Roms. Zudem spielte es für den Aufbau der Infrastruktur in der römischen Provinz sowie für die Romanisierung der keltischen Helvetier eine wichtige Rolle. Wie verlief der Ausbau von Vindonissa? In den Regierungsjahren von Kaiser Augustus, also um Christi Geburt, errichteten die römischen Soldaten einen ersten militärischen Stützpunkt auf dem Windischer Plateau. Dieser lag an derselben Stelle, an dem sich zuvor bereits eine befestigte keltische Siedlung befand. In der Regierungszeit von Kaiser Tiberius, um ca. 17. n. Chr., bauten die Soldaten den Stützpunkt zu einem Legionslager aus. In diesem Zusammenhang wurde die keltische Befestigungsanlage abgerissen. Zuerst aus Holz und Fachwerk gebaut, wurden Teile des Lagers nach und nach aus Stein errichtet und ausserhalb des Legionslagers entstand eine Siedlung für die zivile Bevölkerung (lat. canabae legionis ). Welche Fundstätten und Objekte zeugen heute noch von der römischen Präsenz in Vindonissa? Auf dem Areal des ehemaligen Legionslagers Vindonissa sind heute diverse archäologische Fundstätten sichtbar. Dabei handelt es sich um rund 2000-jährige Bauten des römischen Vindonissa wie z. B. das Amphitheater , Torbauten und Strassen, Wasserleitung und Bad sowie die Küche eines ranghohen Offiziers . Hinzu kommen originalgetreue Rekonstruktionen von Bauten, wie sie in Vindonissa und anderen Militärlagern gestanden haben, wie z. B. die Legionärsunterkünfte (lat. contubernia ). Alle diese Fundstätten sind innerhalb des Legionärspfad Vindonissa in Windisch zu besichtigen. Die Fundobjekte aus Vindonissa sind im Vindonissa Museum in Brugg ausgestellt. Dieses beherbergt die grösste Sammlung an römischen Schreibtafeln, zahlreiche seltene Holz- und Lederfunde, Ausrüstungsgegenstände der Legionäre sowie weitere Alltagsgegenstände aus dem Leben der Soldaten und der Zivilbevölkerung in Vindonissa. Wer lebte in Vindonissa? Die rund 5000 bis 6000 Soldaten gehörten der 11., 21. und 13. Legion an, die zeitlich nacheinander in Vindonissa stationiert waren. Anhand von Schreibtafeln und Inschriften wie z. B. Grabsteinen sind Personen von unterschiedlicher Herkunft, Rang und Funktion belegt. So kamen etwa die meisten der genannten Soldaten aus Norditalien, Südfrankreich und Spanien. Bekannt sind sowohl Namen und Legionszugehörigkeiten von einfachen Legionären wie auch von Offizieren, von Veteranen sowie von Angehörigen der Hilfstruppen. Für die Soldaten sind u. a. Funktionen belegt wie der Waffenwart, der Schildmacher oder der Schwertschmied Tiberius Iulius Agilis. Für Vindonissa sind aber auch Zivilisten belegt. So z. B. ein Weinhändler oder Maxsimila Cassia aus Bologna (lat. Bononia ), die in Vindonissa bestattet wurden. Sie lebten vermutlich in der Zivilsiedlung ausserhalb des Lagers, in der nebst Händlern, Handwerkern und Familienangehörigen der Truppen auch eine einheimisch keltische Bevölkerung lebte. Wird in Vindonissa archäologische Forschung betrieben? In Vindonissa wird seit über 125 Jahren gegraben und geforscht. Bis heute werden praktisch täglich neue archäologische Entdeckungen gemacht, wodurch sich das Wissen über Vindonissa laufend erweitert. Zuständig für die Erforschung sowie für den Schutz und den Erhalt des kulturellen Erbes von Vindonissa ist die Kantonsarchäologie Aargau . Auch die Vindonissa-Professur der Universität Basel leistet einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Vindonissa. Der Legionärspfad Vindonissa in Windisch und das Vindonissa Museum in Brugg haben die Aufgabe, die Geschichte und die überaus reichen Hinterlassenschaften der Römer in Vindonissa einem breiten Publikum zu vermitteln.

 
Legionärspfad Vindonissa

Lazarett (Valetudinarium)

In den 60 Krankenzimmern konnten damals in Vindonissa bis zu 300 Legionäre medizinisch versorgt werden. Im Lagerspital (valetudinarium) behandelten die Militärärzte und Sanitäter Kampfverletzungen, Alltagskrankheiten und Arbeitsunfälle. Nebst dem Spital haben die Römer auch den ersten Sanitätsdienst der Weltgeschichte erfunden. Das rund 4500 m2 grosse Lagerspital wurde im Jahr 1936 entdeckt. Zuerst in Holz und dann in Stein errichtet, lag es im Zentrum des Lagers direkt an einer der Lagerhauptstrassen (via decumana). Die Krankenzimmer waren beidseitig entlang eines Korridors um einen grossen Innenhof angeordnet. Das archäologisch untersuchte Areal des Lagerspitals ist heute vollständig überbaut. Kräuter, Salben und Schriftrollen entdeckt In den mobilen Marschlagern und vermutlich auch in der Frühzeit von Vindonissa waren die Soldaten in Zelten versorgt worden. Ein solches Feldlazarett ist aus Ziegenleder authentisch rekonstruiert und komplett ausgestattet worden. Chirurgische Instrumente, wie man sie in Vindonissa in grosser Zahl gefunden hat, sowie Kräuter, Salben oder Schriftrollen mit überlieferten Rezepten vermitteln im Behandlungszelt auf eindrückliche Weise, wie die römischen Ärzte operierten, schröpften und heilten. Im zweiten Zelt stehen drei Liegen. Hier erzählen drei Legionäre den Besuchern ihre ganz persönliche Krankheitsgeschichte. Das Niveau der Heilkunst war gemessen an heutigen Massstäben hoch. Die Medizin verfolgte einen ganzheitlichen Ansatz und umfasste die Sparten Ernährungslehre, Pharmazie und Chirurgie. In Gesundheitsfragen spielten aber auch die Götter eine wichtige solle, so der Heilgott Aesculapius oder seine Tochter Hygieia: Auf beide schworen römische Ärzte (medici) den berühmten Eid des Hippokrates. Das Lazarett ist mit Museumseintritt zugänglich.

 
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Fahnenheiligtum (Aedes)

Direkt an der Kreuzung der beiden Hauptstrassen (via principalis und via praetoria) lag das Stabsgebäude (principia), der grösste Bau innerhalb des Lagers. Ein zentraler Raum in diesem Gebäude war das Fahnenheiligtum. Vor diesem befand sich eine Säulenhalle, die zu einem grossen Innenhof führte. In diesem Innenhof standen ein Altar und ein Wasserbecken, welches vermutlich zur Waschung bei Opferritualen genutzt wurde. Glänzende Abzeichen Im Fahnenheiligtum waren die Feldzeichen untergebracht. Dazu gehörten die Standarten der Einheiten, bestückt mit glänzenden Auszeichnungen, und die Fahnen (vexilla) für kleinere Abordnungen und die Reiterei. Von besonderer Bedeutung war das Abbild des Kaisers (imago), dem obersten Heerführer, dessen Präsenz durch seine Standarte symbolisiert wurde. Am wichtigsten war den Legionären aber der Goldene Adler, ein Zeichen des obersten Gottes Jupiter. Der Goldene Adler wurde nur aus dem Fahnenheiligtum entnommen, wenn sich die gesamte Legion in Bewegung setzte und dann dieser vorangetragen. Es sind mindestens zwei Festtage überliefert, bei denen die Standarten im Mittelpunkt standen, verehrt und geschmückt wurden. Dabei wurden festgelegte Opferrituale für die höchsten Gottheiten vollzogen und an einem dieser Festtage der Eid auf die Legion und den Kaiser geleistet. Beim Fahnenheiligtum flossen somit Kaiserverehrung, Götterglaube und Heereskult zusammen. Für die Bewachung dieses heiligen Raumes wurden sogar Offiziere eingesetzt, was ihn zum bestbewachten Ort im Legionslager machte. Vielleicht verstaute die Legion auch deshalb hier ihre Kasse. Das Fahnenheiligtum ist mit Museumseintritt zugänglich.

 
Legionärspfad Vindonissa

Hauptstrasse und Südtor (Via et Porta Praetoria)

Das wichtigste Tor eines Militärlagers war die Porta Praetoria. Die beim Tor beginnende Hauptstrasse (via praetoria) führte geradeaus zum Stabsgebäude der Legion (principia), dem verwaltungsmässigen und religiösen Zentrum des Lagers. An derselben Strasse lag auch der Palast (praetorium) des Legionskommandanten. Mussten die Soldaten in den Krieg ziehen, verliessen sie das Lager in geordneter Formation durch die Porta Praetoria. In Stein errichtet Die Porta Praetoria in Vindonissa war rund 13 bis 15 Meter hoch und wurde von der 11. Legion in Stein errichtet. Die beiden seitlichen Tortürme hatten wie das Nordtor einen rechteckigen Grundriss und trugen einen hölzernen Aufbau. Die Tordurchfahrt war in der Höhe des Wehrgangs überbrückt, um dort Wachen aufstellen zu können. Seitlich an das Tor schloss die Lagermauer (vallum) an, die das gesamte Legionslager umfasste. Die Lagermauer war genau 12 römische Fuss (ca. 3,6 Meter) breit und in regelmässigen Abständen mit Wehrtürmen verstärkt. Vor ihr lag ein V-förmiger Spitzgraben (fossa) als Annäherungshindernis. Die Via Praetoria führte vom Südtor geradewegs zum Nordtor des Lagers und bestand aus einem dicken, kompakten Kieskoffer, der sich über 2000 Jahre hinweg hervorragend erhalten hat. In den gemauerten Traufwasserkanälen entlang der Strasse wurde das Regenwasser, das von den Dächern der Häuser hinunterfloss, gesammelt und abgeleitet. Noch heute können die Besucher des Legionärspfads die behauenen, steinernen Säulenbasen der Laubengänge entlang der römischen Strasse sehen. Hauptstrasse und Südtor sind frei zugänglich.

 
Legionärspfad Vindonissa

Touren zu den römischen Schauplätzen

Der Legionärspfad Vindonissa bietet von April bis Oktober spannende Touren zu originalen römischen Schauplätzen. Ihr Besuch im Legionärspfad Vindonissa startet im Gästezentrum. Dieses befindet sich in der Klosterscheune neben der Klosterkirche Königsfelden in Windisch (Areal Psychiatrische Dienste Aargau). Weitere Informationen unter Anreise . Selbständige Audio-Touren für Kinder und Erwachsene führen vom Gästezentrum zu den römischen Schauplätzen von Vindonissa: von der versunkenen Offiziersküche über die ausgegrabene Therme bis zu den eindrücklichen Überresten des Amphitheaters. Für Kinder: Knifflige Spiel-Touren (ohne Buchung) Für Erwachsene: Spannende Themen-Touren (ohne Buchung) Beachten Sie auch unsere buchbaren Angebote für Familien , Gruppen und Schulen . Unser Tipp: Eine unvergessliche Übernachtung in der original nachgebauten Mannschaftsunterkunft. Öffnungszeiten 1. April bis 1. November 2026 Dienstag bis Freitag: 9 – 17 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage: 10 – 18 Uhr Montag: geschlossen Impressionen

 
Legionärspfad Vindonissa

Grosser Abwasserkanal (Cloaca Maxima)

Der grosse Abwasserkanal verlief entlang der Westfront des Legionslagers, unmittelbar neben der Lagermauer. Er lag unter der Strasse parallel zur Lagermauer (via sagularis) und gehörte zu einem langen, unterirdischen Abwassersystem. Dieses war schätzungsweise über fünf Kilometer lang und durchzog das gesamte Legionslager. Die aus Stein gebauten Kanäle entwässerten die Latrinen, Thermen und Brunnenüberläufe und sorgten bei Regenfällen für einen schnellen Abfluss des Dach- und Strassenwassers. Der grosse Abwasserkanal sammelte das Schmutzwasser aus den kleineren Seitenkanälen und liess es direkt aus dem Lager gegen Norden zur Aare hinabfliessen. Schutz vor Seuchen Ein funktionstüchtiges Kanalisationssystem war nötig, um eine mögliche Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen im Legionslager zu verhindern. Zusammen mit den Mannschaftstoiletten, den Lagerthermen und dem Lagerspital gehörte das Abwassersystem zu den wichtigsten hygienischen Einrichtungen, um die rund 6000 Legionäre gesund und somit einsatzbereit zu halten. Der grosse Abwasserkanal war bereits 1899 entdeckt worden. Im Jahr 1907 wurde der Kanal erneut untersucht, und der damalige Ausgräber nannte ihn – in Anlehnung an die monumentale Abwasserleitung in Rom – die "Cloaca Maxima von Vindonissa". Um den Abwasserkanal für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, konservierte man damals ein gut 20 Meter langes Teilstück. Danach geriet die "Cloaca Maxima" in Vergessenheit. Erst nach rund 100 Jahren wurde der Kanal für die Besucher des Legionärspfads wieder zugänglich gemacht: Mit zwei Metern Höhe und einem Meter Breite ist er bequem begehbar. Der grosse Abwasserkanal ist während der Öffnungszeiten des Legionärspfads frei zugänglich.

 
Legionärspfad Vindonissa

Offiziersküche (Culina Centurionis)

Direkt an der Ost–West verlaufenden Lagerhauptstrasse (via principalis) lag das rund 1100 Quadratmeter grosse Wohnhaus eines ranghohen Offiziers. In vorrömischer Zeit hatte sich an dieser Stelle der gewaltige Graben einer keltischen Befestigungsanlage befunden. Die Römer beseitigten die Befestigungsmauer und füllten den Graben auf, um darauf ihr Lager errichten zu können. Über die Jahrhunderte senkten sich die aufgefüllten Schichten im Keltengraben und liessen die darüber liegenden römischen Fundschichten ebenfalls absinken. Die Besucher des Legionärspfads steigen in den Untergrund und stossen dort auf die aussergewöhnlich gut erhaltenen Reste des Wohnhauses. Spektakulär ist die "versunkene“ Küche des Hauses, die im mediterranen Stil gehalten und mit einem grossen Kochherd ausgestattet war. Spanferkel, Singvögel und Wild Wie delikat die Speisen waren, die hier die Köche für den Offizier und seine Gäste zubereiteten, zeigen die gut erhaltenen und archäobiologisch untersuchten Koch- und Speiseabfälle: Spanferkel, Singvögel, Wild, Mittelmeermakrelen und Austern waren besonders beliebt und zeugen von einer exquisiten mediterranen Küche mitten in der helvetischen Provinz. Gastmähler und daran anschliessende Trinkgelage waren bei den Römern sehr beliebt. Sie fanden im privaten Rahmen statt und dienten nicht zuletzt dazu, sich mit aufwändig zubereiteten und teuren Speisen gegenseitig zu beeindrucken. Aber nicht nur die hohen Offiziere, sondern auch die einfachen Soldaten wollten bei Laune gehalten werden. Dazu gab es Vergnügungslokale wie die Tavernen. Ein solches Wirtshaus (taberna) befand sich direkt neben dem Offiziershaus. Es lädt bei einer Übernachtung im Legionslager zum nächtlichen Schlummertrunk ein. Die Offiziersküche ist mit Museumseintritt zugänglich.

 
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Wasserleitung (Aquaeductus)

Die Wasserleitung von Vindonissa ist das älteste Bauwerk der Schweiz, das noch heute seine ursprüngliche Funktion erfüllt und mit seinem Wasser einen Springbrunnen speist. Durch innovative Vermessungstechnik gelang es den Legionären, die Leitung auf einer Länge von 2,4 Kilometern mit einem Gefälle von nur 4‰ zu errichten. Die Frischwasserleitung lieferte das Trink-, Koch- und Brauchwasser für rund 6000 Legionäre, Hilfstruppen, Pferde und Maultiere. Ohne die Zufuhr dieses Frischwassers wäre das Leben im Legionslager nicht möglich gewesen. Ausgeklügelte Bautechnik Die Wasserleitung ist ein technisches Meisterwerk: In einem aufwändig gemauerten, unterirdisch verlaufenden Kanal wurde das in Hausen gefasste Grundwasser bis nach Windisch transportiert. Damit das Wasser unterwegs nicht verloren ging, verwendeten die Legionäre einen speziellen, wasserdichten Mörtel. Einmal im Lager angekommen, wurde das Frischwasser in Tonröhren, Bleileitungen und Holzteucheln weiter verteilt. Nur eine äusserst exakte Vermessung und eine ausgeklügelte Bautechnik erlaubten es den römischen Ingenieuren, solche Bauten zu schaffen. In unserem Gebiet in vorrömischer Zeit unbekannt, gilt die Wasserleitung als wichtigste zivilisatorische Errungenschaft der Römer – zusammen mit den Bädern und den Spitälern. Im Mittelalter nutzte das Kloster Königsfelden die Wasserleitung. Einem Mönch soll beim Bau des Klosters "von Gott die Statt da man Wasser sollte finden" gezeigt worden sein. Eine Urkunde von 1363 belegt die Schenkung der Wasserleitung durch Herzog Rudolf IV. von Österreich an das Kloster. Bis 1897 war sie die einzige Trinkwasserversorgung der Bewohner von Windisch, und noch heute speist sie den Brunnen vor dem Hauptgebäude der Psychiatrischen Klinik Königsfelden. Die Wasserleitung ist mit Museumseintritt zugänglich.

 
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Amphitheater (Amphitheatrum)

Das Amphitheater von Vindonissa ist das älteste Amphitheater der Schweiz. Es wurde durch die 13. Legion zuerst in Holz errichtet. Nach einem Brand ersetzte es die 21. Legion durch den heute erhaltenen Steinbau. Der Sitzplatzbereich (cavea) fasste rund 11'000 Zuschauer, und sein ovaler Schauplatz im Zentrum (arena) war mit 64x52 Metern der grösste unter den sieben bekannten Amphitheatern auf Schweizer Boden. Als römische Erfindung ist das Amphitheater auch in den Provinzen weit verbreitet und gilt als Kennzeichen römischer Kultur schlechthin. Beliebte Gladiatorenkämpfe In der Arena wurden dem Publikum Tierhetzen (venationes) und Gladiatorenkämpfe (munera) gezeigt. Besonders die Gladiatoren waren äusserst beliebt, und unter den Zuschauern bildeten sich richtige Fangemeinschaften. Für die Veranstalter waren die Spiele wegen ihrer grossen Beliebtheit im Volk auch von politischem Interesse: Wer sich die Spiele etwas kosten liess und bei den Gladiatorenpaarungen keinen Aufwand scheute, konnte mit dem Wohlwollen der Zuschauer rechnen. Gern wurden dem Publikum auch exotische Tiere vorgeführt: In Vindonissa könnte der Fund eines Kamel-Fussknochens in diese Richtung weisen. Da sich auch die Legionäre in ihrer Freizeit gern unterhalten liessen, gehörte das Amphitheater fast als Standard zu einem Legionslager. Es lag jeweils ausserhalb des Lagers, genauso wie der Exerzierplatz der Truppen (campus). Die ersten Ausgrabungen im Amphitheater fanden bereits 1897 statt. Seit 1898 ist das Bauwerk im Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Noch heute glaubt man, die Anspannung und den Lärm zu spüren, wenn man im Innern der Arena steht und in die Zuschauerränge blickt. Das Amphitheater ist frei zugänglich.

 
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Mannschaftsunterkünfte (Contubernia)

Wie damals von den Legionären, wurden auch die nachgebildeten Contubernia im Legionärspfad Vindonissa ganz von Hand gebaut. Die dafür verwendeten Materialien, die Bautechniken und Masse sind bis ins Detail so originalgetreu wie möglich. Die wissenschaftliche Grundlage bildeten archäologische Grabungen in Vindonissa und anderen römischen Militärlagern. Aufbau der Contubernia Ein Contubernium (Stuben- oder Zeltgemeinschaft) bestand aus zwei Räumen. Den vorderen Raum nutzten die Legionäre zum Aufbewahren ihrer Waffen und Ausrüstung, der hintere diente ihnen als Wohn- und Schlafraum. Im Contubernium wurde auch gekocht, wie Feuerstellen belegen. Jeweils acht Legionäre wohnten zusammen in einem Contubernium – die Platzverhältnisse waren sehr eng. In der Regel fügten sich zehn Contubernia zu einer Mannschaftsbaracke (centuria) zusammen. Befehligt wurde diese insgesamt 80 Mann starke Einheit vom Centurio, einem Offizier. Seine Unterkunft lag am Kopfende einer Mannschaftsbaracke und war wesentlich grösser und komfortabler als die Unterkunft der Legionäre. Angebaute Werkstätten Arbeiten, die Platz brauchten (unter anderem das Reinigen und Reparieren der Waffen) erledigten die Legionäre vermutlich unter dem gedeckten Laubengang (porticus). In einem Legionslager gab es auch grosse Werkstattgebäude (fabricae), in denen gut ausgebildete Handwerker als Gefreite (immunes) verschiedenen Arbeiten z. B. in der Holz-, Metall- oder Lederverarbeitung nachgingen. Daneben gab es kleinere Werkstätten (fabriculae), welche direkt an die Contubernia angeschlossen. Die Contubernia können mit Museumseintritt besichtigt werden.

Gradian
Aussenansicht Kloster Königsfelden

Kloster Königsfelden

Erinnerungsort der Habsburger

Das Kloster Königsfelden ist international bekannt für seine Glasfenster aus dem Mittelalter. Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen erwecken die über 700-jährige Klosterkirche zu neuem Leben.

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Produktion "Tor zum Paradies" Kloster Königsfelden: Mehrere Kinder liegen in Farben getaucht auf dem Boden der Klosterkirche.

Veranstaltungen
und Führungen

Veranstaltungskalender  

 
Innenaufnahme vom Kloster Königsfelden

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Geöffnet von April bis Oktober  

 
Luftaufnahme Kloster Königsfelden mit Windisch

Anreise: So
finden Sie uns

Anfahrt mit Auto und öV  

 
Innenaufnahme Kloster Königsfelden; Blick in den Chor mit den berühmten Glasfenstern aus dem Mittelalter.

Berühmte
Glasfenster

Glasmalerei aus dem Mittelalter  

Tagesprogramm

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SCHULEN, FAMILIEN UND GRUPPEN

 
Besucher und Besucherinnen betrachten die berühmten Glasfenstern auf Kloster Königsfelden

Für
Schulen

Führung und selbständiger Workshop  

 
Audioguide-Gerät mit Kopfhörer, im Hintergrund in Unschärfe Schülerinnen und Schüler.

Für
Familien

Staunt über imposante Glasfenster  

 
Eine Gruppenführung im Kloster Königsfelden. Im Hintergrund die berühmten Glasfenster.

Für
Gruppen

Führung und selbständiger Rundgang  

FEIERN UND GENIESSEN

 
Eine Mutter mit fünf Kindern an einem Tisch im römischen Bistro Popina im Legionärspfad Vindonissa.

Essen und
Trinken

Bistro Legionärspfad Vindonissa  

 
Innenraum Kloster Königsfeld mit vielen Gästen, die sitzen. Vorne spricht ein Mann an einem Podium.

Klosterkirche
mieten

Kulturelle Anlässe und Diplomfeiern  

GESCHICHTE UND SAMMLUNG

 
Aussenaufnahme vom Kloster Königsfelden

Geschichte

Königsmord und Klostergründung  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

Sammlung

Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

Sammlung online

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