Sammlungszentrum Egliswil

Leihgesuche

Fristen und Richtlinien Fristen für Leihgesuche Leihgesuche können grundsätzlich jederzeit eingereicht werden, spätestens jedoch sechs Monate vor dem gewünschten Ausleihdatum. Über Ihr Leihgesuch wird innerhalb von drei Monaten nach Eingang ein begründeter Entscheid mitgeteilt. Im Falle einer positiven Entscheidung ist für die Bereitstellung des Leihgutes eine Bearbeitungszeit von mindestens drei Monaten einzuplanen. Gesuche, die die sechsmonatige Frist nicht einhalten, können unter Umständen abgelehnt werden. Der Prozess kann sich verlängern, wenn das Gesuch eine grössere Anzahl von Objekten umfasst, da zusätzliche Abklärungen notwendig sind. In solchen Fällen werden Sie bereits bei der Einreichung Ihres Leihgesuches informiert. Mit der Einreichung Ihres Leihgesuches erklären Sie sich ausserdem damit einverstanden, dass unser Konservator-Restaurator die geplanten Ausstellungsräume gegebenenfalls vorgängig besichtigen darf, um die ausstellungstechnischen, konservatorischen und klimatischen Bedingungen vor Ort zu prüfen. Zudem muss gewährleistet sein, dass die Objekte keinen Schaden nehmen. Transport und Versicherung der Leihgaben erfolgen durch die Leihnehmer. Leihgesuch einreichen Für die Prüfung Ihres Leihgesuches benötigen wir folgende Angaben: Name und Adresse der leihnehmenden Institution inkl. verantwortlicher Kontaktperson (Name, Telefon, E-Mail) Konzept der Ausstellung mit genauer Angabe des Ausstellungsortes und der gewünschten Leihdauer Facility Report (Klima-, Licht- und Sicherheitsangaben am Ausstellungsort) Auflistung der gewünschten Leihobjekte mit Inventarnummern Leihgesuch einreichen Bitte senden Sie Ihr Gesuch per Kontaktformular an die Sammlung Museum Aargau: Leihgesuch einreichen Bei Fragen wenden Sie sich direkt an das Sammlungsteam: Kontakt Sammlung Für sämtliche Leistungen gilt schweizerisches Recht. Gerichtsstand ist Aarau. Abweichende Vereinbarungen bedürfen der schriftlichen Form. Im Übrigen gilt die Benutzungsordnung für die Sammlungsbestände des Museum Aargau. Download Benutzungsordnung Sammlungsbestände Museum Aargau

 
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Fachauskunft und Beratung

Museum Aargau stellt Ihnen gerne Objekte der Sammlung für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung. Bitte nehmen Sie vorgängig Kontakt mit uns auf. Beachten Sie, dass wir über keinen Lesesaal verfügen und die Objekte aus dem Depot bereitstellen müssen. Je nach Aufwand kann die Bereitstellung bis zu zwei Monate in Anspruch nehmen. Die Nutzung unserer Sammlungsgegenstände und Dienstleistungen unterliegt der Benutzungsordnung sowie den festgehaltenen Nutzungs- und Reproduktionsbedingungen. Gewisse Dienstleistungen sind kostenpflichtig. Tarife Fachauskunft und Recherchehilfe Preis Erstanfrage ggf. mit Recherche bis 30 Min. kostenlos Fachauskünfte mit Recherche (Bereitstellung Unterlagen, Objekte oder Material) CHF 80.– / Stunde Fachliche Betreuung oder Beratung vor Ort CHF 80.– / Stunde Anfrage senden Institution Funktion/Position Vorname * Nachname * Adresse * PLZ * Ort * E-Mail Adresse * Telefon Ich benötige Unterstützung bei Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Absenden Für sämtliche Leistungen gilt schweizerisches Recht. Gerichtsstand ist Aarau. Abweichende Vereinbarungen bedürfen der schriftlichen Form. Im Übrigen gilt die Benutzungsordnung für die Sammlungsbestände des Museum Aargau. Download Benutzungsordnung Sammlungsbestände Museum Aargau

 
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Objektangebote

Senden Sie Ihr Angebot über untenstehendes Formular an das Team der Sammlung Museum Aargau. Wir prüfen Ihre Anfrage sorgfältig und geben Ihnen innerhalb von drei Monaten eine begründete Rückmeldung. Angebot einsenden Kontaktangaben Institution Funktion/Position Vorname * Nachname * Adresse * PLZ * Ort * E-Mail Adresse * Telefon Zum Objekt Art des Angebots * Schenkung Verkauf Beschreibung des angebotenen Objektes Fotos und Dokumente Bildupload * (*.jpg, *.png) Bildupload (*.jpg, *.png) Bildupload (*.jpg, *.png) Bildupload (*.jpg, *.png) Andere Dokumente (*.doc, *.docx, *.pdf, *.xls*, *.xlsx) (*.doc, *.docx, *.pdf, *.xls*, *.xlsx) (*.doc, *.docx, *.pdf, *.xls*, *.xlsx) Bemerkungen Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Absenden

 
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DIENSTLEISTUNGEN Objekte für Ausstellungen ausleihen Gesuch einreichen Reproduktionen und Bildnutzungsrechte Anfrage einreichen Fachliche Betreuung und Beratung Anfrage einreichen Objekte der Sammlung schenken Wir freuen uns über Ihr Angebot

 
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Feste und Feiern im Römischen Reich

Zurück zum Blog 13. Mai 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Die Römer liebten es zu feiern – das zeigt sich besonders an der grossen Zahl an Festtagen. Einen Einblick in die Freizeit der römischen Bevölkerung bietet die folgende Übersicht an öffentlichen und militärischen Festen und Feiern. Bei den Römern wurden Feste ( fasti ) in öffentliche, vom Staat festgelegte, und private, von Einzelpersonen oder Familien veranstaltete Feiern unterschieden. Einige Festtage waren ausschliesslich dem römischen Militär vorbehalten, während andere nur im privaten Rahmen stattfanden. Private Feste ähnelten zum Teil heutigen Feierlichkeiten: So wurde etwa der Geburtstag ( dies natalis ) gefeiert oder das erste Bartscheren eines jungen Mannes mit einem besonderen Fest zelebriert. Die Vorliebe der Römer für Feste zeigt sich auch an deren grosser Zahl. So gab es am Ende der augusteischen Zeit ca. 130 und im Jahr 354 n. Chr. ca. 176 offizielle Festtage. An diesen war nicht automatisch schul- und arbeitsfrei, sondern die meisten Geschäfte waren offen. Dennoch hatten die Feiertage einen besonderen Charakter, da es aus religiösen Gründen an diesen Tagen nicht erlaubt war, "irgendjemandem Gewalt zu tun". Deshalb fanden an diesen Tagen auch keine Gerichtsverhandlungen statt. Fragmentierter Festtagskalender aus Dura Europos, 225–235 n. Chr. © Yale University Library Januar ( januaris ) 1. kalendae lanuariae (Neujahrsfest): Seit 153 v. Chr. wurde an diesem Tag der Beginn des bürgerlichen Jahres gefeiert. Man tauschte ursprünglich Geschenke ( strenae ) wie Palmzweige, Datteln, Feigen und Honig aus. In der Kaiserzeit kamen dann zunehmend kostbarere Sachen wie Geldstücke, Lampen und Spardosen dazu. Bereits am Abend zuvor herrschte buntes Treiben und auch am Neujahrstag selbst wurde mit Würfelspielen, Essen und Wein ausgiebig gefeiert. Februar ( februarius ) 13. – 21. parentalia (Fest zu Ehren der verstorbenen Vorfahren): Während des neuntägigen Festes blieben alle Tempel geschlossen und es durften keine Feiern mit glückbringendem Vorzeichen wie zum Beispiel Hochzeiten abgehalten werden. Die Gräber der Angehörigen wurden geschmückt und die Geister der Verstorbenen mit Opfern geehrt. Man speiste auch auf den Gräbern, um das Essen mit den Ahnen zu teilen. Ein Römer opfert für seine Ahnen. © Museum Aargau März ( martius ) 1. feriae marti / dies natalis mars pater victor (Tag der Geburt des Mars): Mars war neben Jupiter der wichtigste römische Gott und spielte als Vater der Zwillinge Romulus und Remus (den Gründern Roms) eine wichtige Rolle. Für den Geburtstag des Mars wurde an öffentlichen Gebäuden Lorbeer angebracht. Aber nicht nur an diesem Tag wurde Mars gefeiert, sondern auch jeden Dienstag. Dies spiegelt sich noch heute in der Sprache wider, so zum Beispiel im französischen "mardi" oder im italienischen "martedì" abgeleitet von dies martis (Tag des Mars). Marsstatue gefunden in Vindonissa. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau. © Kanton Aargau April ( aprilis ) 21. natalis urbis (Geburtstag der Stadt Rom): Zum Geburtstagsfest der Stadt Rom gab es ein grosses öffentliches Ritual und es wurden Spiele im Amphitheater abgehalten. Mai (maius) 9., 11. und 13. lemuria (Fest der Lemuria): Dabei vollzog der Hausvater um Mitternacht ein unheilabwehrendes Ritual, um die lemures (potenziell bösartige, spukende Totenseelen) aus dem Haus zu vertreiben. 9. – 11. (genauer Tag nicht bekannt) und 31. rosalia signorum (Fest der Rosen und Standarten): Frühlingsfest zu Ehren der Feldzeichen, bei dem die Standarten der Legionen mit Rosenkränzen geschmückt wurden. Dieses Fest wurde als rosalia auch von der nichtmilitärischen Bevölkerung gefeiert, wobei es dort eher um das Gedenken an die Verstorbenen ging und Gräber mit Rosen geschmückt wurden. Römische Opferszene mit den militärischen Feldzeichen. © Museum Aargau Juni ( iunius ) 9. vestalia (Fest zu Ehren der Vesta): Die Vestalinnen bewachten das ewige Feuer und ihnen waren eigene Tempel geweiht. Am Haupttag der vestalia waren ihre Heiligtümer auch für weibliche Gläubige geöffnet, nicht nur für Vestalinnen und Priester. Juli ( iulius ) 23. neptunalia (Fest zu Ehren des Neptuns): Neptun war der Gott des Meeres. Bei diesem Fest ging es vermutlich darum, Neptun zu ehren und ihn um einen genügend grossen Wasservorrat in dieser eher trockenen Jahreszeit zu bitten. August ( agustus ) 23. volcanalia (Fest zu Ehren des Vulcanus): Vulcanus war der Gott des Feuers. Da ihm zerstörerische Kräfte nachgesagt wurden, musste sein Tempel immer ausserhalb der Städte liegen. Der Mythologie nach wurden ihm sehr gerne Fische geopfert, da er als Feuergott, solange die Fische im Wasser schwammen, keinen Zugriff auf sie hatte. Statuette des Vulcanus mit Hammer und nicht mehr erhaltener Zange (2. Jh. n. Chr.). © Augusta Raurica September ( september ) 5. – 19. ludi romani (Römische Spiele): Waren ein Festival zu Ehren des obersten römischen Gottes Jupiter Optimus Maximus. Das Festival in Rom beinhaltete eine Vielzahl von Aktivitäten, beginnend mit einem grossen Umzug zur grossen Pferderennbahn ( circus maximus ) . Weiter gab es Pferderennen, Schaukämpfe, Gladiatorenkämpfe, Theaterstücke und vieles mehr. October ( october ) 18. armilustrium (Fest zu Ehren des Mars): War ein dem Kriegsgott Mars gewidmetes Fest der jährlichen Waffenschau. Es war der Tag, an dem die römischen Armeen von ihren jährlichen Militärkampagnen heimkehrten. Die Waffen der Soldaten wurden an diesem Tag rituell gereinigt, um sie von ihren Sünden reinzuwaschen. Bild von einem Legionär, Fotografie: Römertag Vindonissa. © Kanton Aargau November ( november ) 24. brumalien (Fest zu Ehren des Bacchus): Diese Festlichkeiten gingen 30 Tage und wurden ursprünglich von Romulus eingesetzt. Es war ein Fest zu Ehren des Bacchus, des Gottes des Weines, weshalb es nicht verwunderlich war, dass Trinken ein Teil der Festlichkeiten war. Dezember ( december ) 17. – 23. satunalien (Fest zu Ehren des Saturn): Saturn war der Gott der Landwirtschaft. Nicht nur Saturn, sondern auch der Abschluss der Winteraussaat wurde bei den Saturnalien gefeiert. Das Fest dauerte in augusteischer Zeit drei Tage und Ende des 1. Jh. n. Chr. sogar sieben Tage. Es war eines der wenigen schulfreien Feste. Das Fest begann vermutlich mit einem Opfer und einem grossen Gelage. Speziell an den saturnalien war die Möglichkeit zum Ausbrechen aus der Normalität. Denn die Sklaven hatten an den saturnalien Redefreiheit und durften ihrem Herrn einmal unbestraft die Meinung sagen. Manchmal bedienten die Herren sogar ihre Sklaven. Weiter durfte Glücksspiel betrieben werden, was sonst verboten war. Diese vorübergehende Freiheit diente wohl als Ventil für Unmut und Frustration. Ein weiteres Highlight des Festes war das sich gegenseitige Beschenken, welches ins heutige Weihnachtsfest übergegangen ist. Bildnis Saturns, mit Sichel und über den Kopf gezogener Toga, aus dem Haus der Dioskuren in Pompeji, 1. Jh. n. Chr. © Carole Raddato Fazit Die Liste der römischen Feste ist noch viel länger. Dennoch gibt bereits diese Übersicht einen eindrücklichen Einblick in die Vielfalt der römischen Feste. Ob im kleinen Rahmen oder im ganzen Römischen Reich: Feste waren für alle da und schafften es manchmal sogar, bestehende gesellschaftliche Strukturen für einen Moment aufzulösen. Weitere Blogbeiträge 09. Dezember 2024 Saturnalia: das wichtigste römische Fest am Jahresende Im alten Rom feierte man gegen Jahresende im Zeichen Saturns und anderer Agrar-Gottheiten. Doch was genau hat es mit dem Fest der… 31. März 2026 Rosalia signorum: Frühlingsfest in den römischen Legionen Der Alltag der römischen Soldaten war geprägt von extremer Disziplin, harter körperliche Arbeit, Training und Routine. Hin und wieder wurde… 19. Mai 2026 Quiz: Wie gut kennen Sie Gladiatoren? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über die Gladiatoren im alten Rom. Von Chiara Huwiler Von Chiara Huwiler Chiara Huwiler ist Praktikantin Museumsarbeit in Vindonissa Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
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Feste im Mittelalter: Höfische Festkultur und Tafelfreuden

Zurück zum Blog 29. Mai 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Vor allem die höfische Festkultur bot Raum für prunkvolle Inszenierungen und soziale Begegnungen. Zu feierlichen Hoftagen am königlichen Hof wurden ausschliesslich geladene Gäste empfangen, die wichtige Ämter innehatten. Schon die Einladungen konnten die königliche Repräsentation sichtbar machen: So thront König Rudolf I. von Habsburg mit Zepter und Reichsapfel auf seinem Königssiegel, wie ein Siegelabguss aus dem 13. Jh. belegt. Obwohl Siegel erst gegen Ende des Spätmittelalters und in der frühen Neuzeit als Briefverschluss dienten, verdeutlicht der Abguss, wie königliche Macht durch bildliche Inszenierungen nach aussen getragen werden konnte. Siegelabguss König Rudolf I., Original 2. H. 13. Jh., Abguss 19. Jh., Durchmesser: 9,8 cm, Gips, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr. K-1949. © Museum Aargau Die herrschaftlichen Feste ermöglichten es den Königsfamilien, ihre Macht zu legitimieren und sich selbst in Szene zu setzen. Das galt auch für die Gäste, die den politischen Charakter der Veranstaltung nutzten, um ihren Einfluss zu erweitern. Mit diesem Ziel erschienen Fürsten, Grafen und Herzöge prächtig gekleidet und verhielten sich am königlichen Hof besonders vornehm. Ebenso präsentierte sich der König von seiner besten Seite: An einer prunkvollen Tafel wurde ein üppiges Festmahl serviert, wobei die Sitzordnung der Gäste vielfach die herrschenden Machtverhältnisse widerspiegelte. Nicht selten folgte auf die ausgiebige Tafelrunde eine Ritterweihe, bei welcher ein Gefolgsmann des Königs mit dem Rittertitel ausgezeichnet wurde. Das berühmte Ritual des Ritterschlags – sprich: der Schlag mit der flachen Schwertklinge auf den Nacken oder die linke Schulter – diente dem Herrscher als Mittel zur Beförderung seiner Untertanen und zugleich als eindrucksvolle Machtdemonstration. Mindestens ebenso wichtig wie die direkte Demonstration von Macht war die Sichtbarkeit des herrschaftlichen Reichtums, denn dieser war ein zentrales Mittel, um Macht auf subtilere Weise zu unterstreichen. Der Reichtum zeigte sich einerseits am Überfluss an Speisen und Getränken, andererseits wurden die Gäste mit Luxusgütern beschenkt – etwa mit Pferden, kostbaren Gewändern, Gold und Silber. Tafelfreuden – Essen und Trinken als höfische Zeremonie Essen und Trinken gehören bis heute zum Kern vieler europäischen Feste. Die hohe Kunst der höfischen Tafel, die sich seit dem Mittelalter ausprägte, entwickelte sich aufgrund ihrer präzisen Organisation und der genauen Abläufe zu einer regelrechten Zeremonie. Das Festmahl begann mit der Handwaschung, die mit Kannen und Becken oder nassen Servietten vollzogen wurde. Danach war es die Aufgabe des Mundschenks die vorbereiteten Speisen vorzukosten, um eine Vergiftung auszuschliessen. Beim darauffolgenden Vorschneiden wurde das Essen in mundgerechte Stücke zerteilt und den Herrschaften vorgelegt. Damit stand dem Genuss nichts mehr im Wege. Bis ins Spätmittelalter ass man auch am Hof noch mit den Fingern und verwendete kaum Besteck. Auch Teller wurden am mittelalterlichen Hof kaum verwendet. Stattdessen kamen Ablagebrettchen aus Holz oder Zinn zum Einsatz. Ebenso konnten Brotscheiben als Unterlage für bestimmte Speisen dienen. Trotzdem liessen es sich die Obrigkeiten nicht nehmen, ihre teuren Gerätschaften zu präsentieren. Hierzu gehörten Silber- und Goldbesteck, insbesondere aufwendig verzierte Löffel und Messer, sowie silberne Trinkbecher, prunkvolle Tafelaufsätze und filigrane Glaskelche . Wie letztere ausgesehen haben, zeigt ein Beispiel aus der Sammlung von Museum Aargau. Kelchglas aus dem Jahr 1550, Höhe 17 cm, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr. K-16958. © Museum Aargau Das Festmahl am mittelalterlichen Hof bestand aus einer Vielfalt an Speisen und Getränken. Nebst dem Brot als Basis wurden verschiedene Sorten Fleisch (Geflügel, Schwein, Lamm, Fisch und Wild), Getreidebrei, Gemüsesuppen und Früchte serviert. Während Importgewürze wie Zimt und Muskatnuss den Speisen Würze verliehen, wurde Honig als Süssungsmittel für Nachspeisen verwendet. Wein und Bier rundeten das Festmahl schliesslich ab. Die Getränke wurden gerne in sogenannten Schnabelstitzen aus Zinn kühl gehalten. Ein solches Exemplar aus dem 15. Jh. ist derzeit in der Essstube auf Schloss Lenzburg ausgestellt. Schnabelstitze aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, Höhe 25,5 cm, Messing, Schloss Lenzburg, Inv.-Nr. K-12602. © Museum Aargau Unterhaltung und Etikette Die zeremoniellen Mahlzeiten wurden durch musikalische Darbietungen auf Harfen, Lauten oder Flöten begleitet. Zur Unterhaltung konnten auch Geschichtenerzähler oder Gaukler dienen. Trotz Vergnügen gab es eine klare Verhaltensetikette und strenge Tischsitten. Auch die Konversationen während des Essens unterlagen Regeln: Nur Themen, die als angemessen erachtet wurden, durften diskutiert werden. Zum kultivierten Auftreten gehörte auch der Tanz: Wer sich elegant zur Musik bewegen konnte, galt als anmutig und gebildet. Im Spätmittelalter war es nicht mehr nur wichtig, wie getanzt wurde, sondern auch, wer mit wem und in welcher Reihenfolge tanzte. An den verschiedenen Tanzpaaren konnten sowohl Bündnisse als auch Rangordnungen und Machtansprüche ersichtlich werden. Nebst Musik und Tanz standen vor allem die Jagd und die ritterlichen Turniere im Mittelpunkt der höfischen Festfreuden. Für die teilnehmenden Ritter waren die gefährlichen Zweikämpfe zu Pferd eine willkommene Möglichkeit zur Selbstinszenierung. Wer siegreich aus dem Duell hervorging, durfte mit Ruhm, Ehre und einem ordentlichen Gewinn in Form von Rüstungen, Waffen, Pferden und Geld rechnen. Aufmerksame Besucherinnen und Besucher von Schloss Wildegg können eine solche Turnierszene in einem Glasgemälde im ersten Obergeschoss entdecken. Glasgemälde mit Turnierszene von 1626, Durchmesser 25 cm, Schloss Wildegg, Inv.-Nr. SW-880. © Museum Aargau Fazit Die höfische Festkultur des Mittelalters war weit mehr als blosses Feiern: Feste dienten der Legitimation von Herrschaft, der Inszenierung von Macht und der Demonstration von Reichtum. Durch prunkvolle Tafeln, zeremonielle Abläufe, musikalische Darbietungen und Tänze wurden soziale Hierarchien sichtbar gemacht und politische Beziehungen gepflegt. Heute feiern wir freier und ungezwungener, aber das Grundprinzip bleibt gleich: Feste verbinden Menschen und schaffen besondere Momente. Weitere Blogbeiträge 21. April 2026 Festessen im Spätmittelalter Das Spätmittelalter kannte eine ausgeprägte Fest- und Tischkultur. Von rauschenden Festen, luxuriöser Tafeln, guten Manieren… und… 13. Mai 2026 Feste und Feiern im Römischen Reich Die Römer liebten es zu feiern – das zeigt sich besonders an der grossen Zahl an Festtagen. Einen Einblick in die Freizeit der römischen… 14. Januar 2026 Winter auf Kufen: Historische Schlitten aus der Sammlung Museum Aargau Schlitten waren im 18. und 19. Jahrhundert weit mehr als einfache Fahrzeuge. Kinder nutzten sie zum Spass, Familien für den winterlichen… Von Seraina Zorli Von Seraina Zorli Seraina Zorli ist Praktikantin der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Kommentare

 
Museum Aargau

Eine feurige Geschichte – Kachelöfen auf Schloss Hallwyl

Zurück zum Blog 02. Juni 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Auf Schloss Hallwyl stehen heute acht verschiedene Kachelöfen, die uns alle eine Geschichte erzählen. Was hat der Ofen im Salon mit Fabelgeschichten zu tun und was verrät uns der Bauschutt aus dem Schlossgraben über frühere Öfen? Wenn man alle Kachelöfen auf Schloss Hallwyl sehen möchte, hat man einiges vor sich: Allein im vorderen Schloss sind heutzutage vier Öfen ausgestellt, im hinteren Schloss befinden sich nochmals vier. Damit ist die Tour aber noch nicht abgeschlossen, denn auch einzelne Kachelfunde verstecken sich in der Ausstellung. Ofenkacheln im Bauschutt Wir beginnen unseren Rundgang noch etwas abstrakt. Denn der älteste Ofen, der vermutlich im ursprünglichen Wohnturm stand, ist schon lange nicht mehr in seiner eigentlichen Form erhalten. Erst bei archäologischen Grabungen zwischen 1995 und 2003 hat man Bauschutt gefunden, in dem sich Kacheln befanden. Diese Kacheln sehen aber ganz anders aus, als wir es uns gewohnt sind. Es handelt sich nämlich um einfache Tonbecher. Die Becher wurden in die Ofenkuppel eingesetzt, um das Gewicht der Konstruktion zu verringern und die Wärme besser zu speichern. Eine solche mittelalterliche Konstruktion bezeichnet man als Gupfofen. Rekonstruktion eines Gupfofens auf Schloss Lenzburg. © Museum Aargau Schon ab dem 13. Jahrhundert liessen die Schlossherren verschiedene Kachelöfen einbauen und vermutlich auch immer wieder umbauen und ersetzen. Davon erzählen unzählige Kacheln, die man bei Ausgrabungen gefunden hat. Die meisten Kacheln sind grün glasiert und teilweise in ausgefallenen Formen gestaltet. Einen solchen Fund kann man beispielsweise in einer Truhe im hinteren Schloss besichtigen. Diese Kachel zeigt eine Frau in höfischer Tracht über einem Jäger mit Lanze. Reliefierte Kranzkachel, Schloss Hallwyl. © Museum Aargau Regionale Handwerkskunst auf Schloss Hallwyl Für die nächste Station bleiben wir gleich im hinteren Schloss. Hier steht nämlich auch die älteste erhaltene Komplettkomposition eines Ofens. Dieser grüne Turmofen stammt aus dem Jahr 1612 und wurde von Hans Jörg Sinlinger aus Aarau gebaut. Um den Ofen abzustufen und ein Türmchen aufzusetzen, musste Sinlinger verschieden Kachelformen kunstvoll zusammensetzen und aneinander anpassen. Auch die Verzierungen, welche mit einer Schablone übertragen wurden, musste er genau an die benachbarten Kacheln anpassen. Auf der Frontseite des Ofens prangen die Wappen der Auftragsgeber: Hartmann von Hallwyl und Anna von Ulm. Turmofen auf Schloss Hallwyl. © Museum Aargau Unser Rundgang führt uns weiter ins vordere Schloss. Hier stechen sofort die zwei grösseren Kachelöfen ins Auge und man merkt, dass sie ganz anders gestaltet sind: Blaue Malereien verzieren die weiss grundierten Kacheln. Im Unterschied zum hinteren Schloss erwärmten hier die Öfen einst nicht nur die Zimmer, sie schmückten auch die Innenräume. Das ist insbesondere beim Fayence-Ofen im Salon spürbar. Statt Ornamente und Wappen der Familienmitglieder zeigen uns die einzelnen Kacheln verschiedene Szenen aus Fabeln: In einer romantischen Landschaft sehen wir Hund und Katze, Fuchs und Löwe, Schwan und Reiher, Hase und Pferd und vieles mehr. Beide Steckborner Fayence-Öfen wurden 1865 von Hans von Hallwyl als Antiquität in Baden gekauft. Zu dieser Zeit galt Steckborn als absolute Metropole der Kachelofenproduktion. Hans von Hallwyl erwarb also ein der Zeit entsprechendes Luxusgut. Dass der Ofen im Salon mit Fabelmotiven verziert sind, dürfte ebenfalls kein Zufall sein. Hans' Vater Theodor von Hallwyl beschäftigte sich nämlich ausführlich mit Fabeln. In seinem Werk La morale chrétienne sammelte er circa 400 Fabeln und verfasste einen eigenständigen Kommentar dazu. Eigentlich wollte er diese Fabelsammlung für die Erziehung seiner Söhne Hans und Walther verwenden, allerdings veröffentlichte er das Buch erst 1865. Beide Söhne waren zu diesem Zeitpunkt bereits im Studium, dennoch dürfte es kein Zufall sein, dass Hans die beiden Öfen im gleichen Jahr kaufte, wie das Buch seines Vaters gedruckt wurde. Es ist sehr gut möglich, dass Theodor seinen Söhnen bereits vor dem Druck Fabeln erzählte und Hans somit mit den auf dem Ofen abgebildeten Geschichten aufgewachsen ist. Salon im vorderen Schloss, Schloss Hallwyl. © Museum Aargau Fazit Die Ausstellung im Schloss Hallwyl hat uns anhand einzelner Kachelfunde und ganzer Kachelöfen fast durch die ganze Geschichte des Schlosses geführt. Wer sich jetzt noch weiter für das Feuer im Schloss interessiert, hat aber noch einiges zu erforschen. Wer entdeckt, wo die Öfen befeuert wurden? Wie sehen die restlichen fünf Öfen aus? Und welche Ofenbank ist wohl die bequemste? NÄCHSTE VERANSTALTUNG Saison 2026 Ateliernachmittag: Kacheln bemalen Kunstvolle Kacheln gestalten und Kachelöfen im Schloss entdecken Weitere Blogbeiträge 03. März 2025 Vom Adelssitz zum Museum: Schloss Hallwyl und Wilhelminas Vermächtnis Dass Schloss Hallwyl archäologisch erforscht und für die Öffentlichkeit zugänglich ist, verdanken wir Wilhelmina. Doch wer war diese Frau?… 10. September 2022 So bauen Sie einen mittelalterlichen Backofen Auf Schloss Lenzburg wurde einen mittelalterlichen Backofen rekonstruiert. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie auch in Ihrem Garten… 21. August 2020 Der Lastkahn aus dem Wassergraben von Schloss Hallwyl Der Weidling aus dem 16. Jahrhundert ist vor langer Zeit im Schlossgraben gesunken. Heute ist das Schiff in einem Nebengebäude des Schlosses… Von Simon Frederik Piringer Von Simon Frederik Piringer Simon Frederik Piringer ist Praktikant Geschichtsvermittlung & Freiwilligenprogramm. 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Gradian
Kinder schreiten wie kleine Römer über das Areal vom Legionärspfad Vindonissa

Legionärspfad Vindonissa

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Tauchen Sie im Legionärspfad Vindonissa in die Welt des einzigen römischen Legionslagers der Schweiz ein! Der Römer-Erlebnispark bietet Touren, römische Übernachtungen, Führungen, Events und vieles mehr.

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Das Amphitheater Legionärspfad im Sonnenlicht mit viel Grün

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Legionäre in Rüstungen, im Hintergrund das Kloster Königsfelden

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Eine Schulklasse unterwegs auf einem Kiesweg; im Hintergrund die rekonstruierte Unterkunft von Legionären.

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Rundgänge zu römischen Schauplätzen  

 
Ein mystischer dunkler Raum mit grossen Pfeilen; im Hintergrund Kinder.

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Die Klosterscheune der Klosterkirche beim Legionärspfad

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Eine Schulklasse in römischer Formation Schildkröte, rechts davon gibt ein Legionär Anweisungen.

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Eine Familie in einem dunklen Raum; die Displays der Audiogeräte um den Hals leuchten mystisch im Dunkeln. An der Rückwand Silhouetten von Legionären.

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Römische Übernachtung, Spiel-Touren und Familiensonntag  

 
Römisch gekleidete Männer und Frauen nachts an einem Lagerfeuer in historischer Kulisse

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Römische Übernachtung, Themen-Touren, Führungen und Workshops  

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RÖMISCHE SCHAUPLÄTZE UND GESCHICHTE

 
Das Amphitheater Legionärspfad im Sonnenlicht mit viel Grün

Römische Schauplätze

Die 11 Stationen im Legionärspfad  

 
Visualisierung/Animation Antikes Vindonissa

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Das Legionslager Vindonissa in Kürze  

 
Erhaltene Wasserleitungen im Legionärspfad Vindonissa

Archäologische Forschung

Immer wieder spektakuläre Funde