Museum Aargau

Das (Fladen-)Brot des römischen Legionärs – Rezept

Zurück zum Blog 23. März 2022 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Panis militaris gehörte zur alltäglichen Kost des miles gregarius , des einfachen römischen Soldaten. Der Legionär und passionierte Bäcker Marius Norbanius Cunniculus aus Vindonissa verrät uns sein Rezept für das perfekte Fladenbrot. Wie jeder Legionär in Vindonissa erhält auch Marius pro Tag eine Ration von ca. 1kg Getreide – Dinkel, Gerste oder Hirse sind möglich. Dieses Korn muss er zunächst in seiner Handmühle, mola manuaria , verschroten. Mit dem entstandenen Schrot oder Mehl kann er anschliessend die beiden Grundspeisen der Legionäre kochen: Eine Art Getreidebrei, puls genannt, oder das militärische Fladenbrot, das panis militaris . Letzteres ist nahrhaft, schmackhaft und kann um einiges länger aufbewahrt werden als Brei. Marius zeigt uns, wie es geht. Zutaten (für ca. 10 Fladenbrote) 1kg Vollkornmehl Ca. 5 dl Wasser Etwas Salz; die Legionäre benutzten auch Fischsauce, garum , als Salzersatz – alternativ kann heute Fischsauce aus dem Asia-Laden verwendet werden Zubereitung 1. Mehl, Wasser und Salz / Fischsauce zu einem Teig vermischen. 2. Teig zu handtellergrossen Fladen formen, ca. 1 cm dick. 3. Fladen in einer Tonform aufs Feuer stellen und pro Seite ca. 6 Minuten backen, bis sie "hohl" tönen und auf beiden Seiten knusprig braun gebacken sind. 4. Geniessen – Bene sapiat (Guten Appetit)! Ein abschliessender Tipp: Das panis militaris kann ein zweites Mal gebacken werden und wird so zum langhaltbaren Marschproviant. Es handelt sich folglich um die römische Variante des uns heute bekannten "Zwiebacks". Von Tabea Edelmann Von Tabea Edelmann Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Führungen und Workshop für Gruppen

Museum Aargau bietet für Gruppen buchbare Führungen, einen Heilkräuter-Workshop sowie eine knifflige Rätseltour durch die Klosterhalbinsel Wettingen an. Schwerpunkte sind das Klosterleben von damals sowie die Themen Glaube, Macht und Wissen. Tauchen Sie auf einer Gruppenführung oder im Workshop in das Leben des (spätmittelalterlichen) Zisterzienserordens ein – und erleben Sie auf der idyllischen Klosterhalbinsel die Geschichte des Klosters und seiner Gärten bis in die Gegenwart. Die Führungen sind teilweise auch in anderen Sprachen buchbar (auf Anfrage). Vergünstigungen für Gruppen Gedruckte Broschüren für Gruppen bestellen Kontakt Beratung & Verkauf +41 (0)848 871 200 E-Mail senden Telefonische Erreichbarkeit Dienstag bis Freitag 9-12 Uhr / 13-16:30 Uhr November bis März nur vormittags WEITERE ANGEBOTE UND TIPPS Foxtrail "Stella" Fuchsjagd über die Klosterhalbinsel Restaurants Essen und Trinken Räume mieten Feiern und tagen Download Broschüre "Angebote für Gruppen" Impressionen

 
Museum Aargau

Memory-Spiel: Die Aargauer Möbelindustrie

Zurück zum Blog 09. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Quiz & Spiele Die Aargauer Möbelindustrie hat eine spannende und stille Erfolgsstory. In unserem Memory-Spiel treffen Sie auf Möbelklassiker aus dem Aargau. Finden Sie alle Paare? NEUERSCHEINUNG Neue Publikation: Möbelindustrie und -handel seit 1870 Online bestellen Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien 20./21. Jh. Quiz & Spiele Kommentare

 
Sammlungszentrum Egliswil

Formular Leihgesuch einreichen

Kontakt Gesuchstellende Institution Funktion/Position Vorname * Nachname * Adresse * PLZ * Ort * E-Mail Adresse * Telefon Verwendungszweck und Leihobjekte Titel der geplanten Ausstellung * Ausstellungsort * Ausleihe ab * Ausleihe bis * Gewünschte Leihobjekte (wenn möglich mit Inventarnummer) Benötige Dokumente Facility Report (Klima-, Licht- und Sicherheitsangaben am Ausstellungsort) (*.doc, *.docx, *.pdf, *.xls*, *.xlsx) Weitere Dokumente (*.doc, *.docx, *.pdf, *.xls*, *.xlsx) (*.doc, *.docx, *.pdf, *.xls*, *.xlsx) (*.doc, *.docx, *.pdf, *.xls*, *.xlsx) Bemerkungen Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Absenden

 
Schloss Habsburg

Schloss Habsburg virtuell

Virtueller Rundflug mit VR-Brille Preis Kostenlos Dauer ca. 20 Minuten Reservation erforderlich Buchen Sie Ihr Zeitfenster bequem online (pro Brille sind zwei Personen möglich). Hinweis Die VR-Brillen stehen zwischen April und Oktober im Gästezentrum zur Verfügung. Fliegen Sie über die Habsburg von anno 1200! Starten Sie mit einer VR-Brille einen abenteuerlichen 360-Grad-Rundflug über Schloss Habsburg um das Jahr 1200. Blicken Sie aus der Vogelperspektive auf die Burg und seien Sie mittendrin in der Welt der Habsburger des 13. Jahrhunderts! Schloss Habsburg virtuell: Fliegen Sie mit der VR-Brille über die Habsburg von anno 1200!

 
Sammlungszentrum Egliswil

Formular Reproduktionsanfrage einreichen

Kontakt Anfragestellende Institution Funktion/Position Vorname * Nachname * Adresse * PLZ * Ort * E-Mail Adresse * Telefon Gewünschte Objekte * Nutzungszweck * Bemerkungen Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Absenden

 
Museum Aargau

Das römische Bad: Wellness- und Freizeitzentrum der Antike

Zurück zum Blog 02. Oktober 2023 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Das römische Bad war eine Wellness-Oase für Geist und Körper. Viele Römerinnen und Römer verbrachten ihre Freizeit mit Vorliebe in den öffentlichen Bädern, wo es weit mehr zu erleben und geniessen gab, als nur das Baden selbst. Die meisten Römerinnen und Römer besuchten täglich eines der nahegelegenen Bäder. Baden und Körperpflege waren im Allgemeinen bei den Römern sehr beliebt. Hinzu kam, dass die Bäder und Thermen für alle Gäste erschwinglich waren, meistens waren sie sogar kostenlos. So konnte sich jeder für ein paar Stunden das Gefühl von Luxus leisten, egal aus welcher gesellschaftlichen Schicht er oder sie kam. Die meisten Bäder waren üppig mit Statuen, Mosaiken, Deckenschmuck und Säulen ausgestattet und bildeten allein dadurch eine Oase für Körper und Geist. Aufbau und Nutzung der römischen Bäder Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen thermae , den grossen imperialen Badeanstalten und balneae den kleineren privaten oder öffentlichen Bädern, die man überall im Römischen Reich in grosser Zahl vorfand. Der Aufbau der Bäder und Thermen war aber immer mehr oder weniger gleich. Heiss, warm, kalt, so lautete die medizinische Formel, die beim Baden eingehalten werden sollte. Man geht davon aus, dass daher die meisten Gäste nach den Garderoben direkt im caldarium (Wärmebad) starteten, von da aus ins tepidarium (eine lauwarme Zone) und schliesslich ins frigidarium (Kältebad) gingen. Einige Bäder besassen zudem noch ein laconicum oder sudatorium , ein Schwitzbad mit trockener Hitze ohne Becken, das durch einen Holzkohleofen beheizt wurde und deshalb noch einmal um einiges heißer wurde als das caldarium. Öffentliches Bad der Zivilsiedlung von Vindonissa, Fotografie: Römische Schauplätze "Bad-Balneum" im Legionärspfad Vindonissa, © Museum Aargau Hitze im caldarium Direkt am Boden war die Temperatur im caldarium am höchsten, nämlich ungefähr 50 – 60 Grad Celsius. Daher trugen die Besuchenden dort Holzpantoffeln oder Sandalen. Das caldarium war mit Heisswasserwannen ausgestattet, in denen man badete. Alternativ konnte man sich auch auf Stufen sitzend mit heissem Wasser übergiessen lassen. Gegenüber den Heisswasserwannen gab es Waschbecken mit kaltem Wasser, an denen sich die Badenden abkühlen konnten. Erholung im frigidarium Das frigidarium war der grösste Raum der Bäder und Thermen. Daher wird es als Hauptaufenthaltsraum interpretiert. Es war mit Kaltwasserbädern ausgestattet und diente vor allem der Revitalisierung nach einem längeren Aufenthalt im caldarium. Schönheitspflege im tepidarium Gab es in einem Bad keinen gesonderten Salbenraum – ein sogenanntes unctuarium – diente das tepidarium als solcher. Dort liess man sich mit allerlei wohlriechenden Salben und Ölen einreiben und massieren. Das Salben und Ölen diente dazu, die Haut nach dem Baden wieder geschmeidig zu machen. Mit Hilfe eines strigilis , einem Schabeisen, wurde das Öl, Schmutz und Schweiss – beispielsweise nach dem Sport – wieder von der Haut abgeschabt. Der Besuch in den Bädern und Thermen wurde ausserdem zur Entfernung sämtlicher Körperhaare genutzt. Dies geschah zum Beispiel mit einer Pinzette und war entsprechend schmerzhaft. Das Enthaaren entsprach aber dem aktuellen Schönheitsideal, sowohl für Frauen als auch für Männer, der Schmerz wurde deshalb gern in Kauf genommen. In sogenannten Balsamarien wurden unter anderem Öle zur Hautpflege aufbewahrt, Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau, © Kanton Aargau Wassertherapie und medizinische Versorgung in Heilbädern Wer sich noch intensiver behandeln lassen wollte, fand in den Heilbädern sogenannte "Balneologen" vor. Diese hatten sich auf die Behandlung und Vorbeugung diverser Leiden durch Wasseranwendungen, also mit heissem respektive kaltem Wasser, spezialisiert. Es gibt allerdings auch Hinweise dafür, dass diese Ärzte in den Bädern zudem auch für allgemeine medizinische Betreuung sorgten. In einem Nebenraum der Xantener Therme wurde beispielsweise ein Chirurgen-Besteck gefunden. Dieser Fund könnte auf einen Operationsraum in den Thermen hinweisen. Tatsächlich gehen Wissenschaftler davon aus, dass Bäder und Thermen besonders geeignete Stätten für Ärzte aller Fachrichtungen gewesen sein mussten. Chirurgen-Besteck wie dieses wurde in den Xantener Thermen gefunden, Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau, © Kanton Aargau Freizeitangebote in den Römischen Bädern Neben dem eigentlichen Baden und der Körperpflege gab es in den Bädern und Thermen des römischen Reichs ebenfalls ein vielseitiges Freizeitangebot. Dass einige sich aber auch an dem fröhlichen Treiben in den Bädern störten, ist aus der Beschwerde des Philosophen Seneca bekannt. Er klagt beispielsweise über das laute Stöhnen der "Kraftprotze" während sie ihre "mit Blei beschwerten Hände" schwingen. Auch das Ballspiel anderer Badbesucher stösst ihm unangenehm auf. Fitness in der palaestrae Sport wurde in vielen Bädern und Thermen grossgeschrieben. Sportplätze, sogenannte palaestrae , und Gymnastikhallen standen für alle Fitnessbegeisterten bereit. Neben dem sehr populären Ballspiel konnte man auch Weit- und Hochsprung, Diskuswerfen und Fünfkampf trainieren. Mosaik der Mädchen im Bikini in der Villa del Casale (Sizilien). © Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.5), User: Waterborough. Parks und Bibliotheken Weniger Sportbegeisterte konnten in den dazugehörigen Parks spazieren gehen und sich mit alten oder neuen Bekannten unterhalten. In manchen Bädern und Thermen konnten sogar Bibliotheken nachgewiesen werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass diese keine Ausnahme darstellten. In diesen Bibliotheken konnte man sich etwas vorlesen lassen, philosophische Diskussionen führen oder sogar Musik geniessen. Kulinarik Auch für Verpflegung war gesorgt. Speise- und Getränkeverkäuferinnen und Verkäufer bevölkerten die Baderäume und priesen lautstark Würstchen, Gebäck und Wein an. Etwas gehobenere Restaurants gab es oftmals ebenfalls innerhalb der Bade- und Thermenanlagen, oder ansonsten ganz in der Nähe. Römische Bäder und Thermen waren kurz gesagt Wellness- und Kosmetiksalons, Kommunikations- und Freizeitzentren mit vielseitigem Angebot und Orte sozialer Kontakte. Man kam ungezwungen mit anderen Besuchenden ins Gespräch, liess sowohl Körper als auch Geist verwöhnen und verbrachte unbeschwert ein paar Stunden in purem Luxus und Genuss. Das "Baden" war so zusagen für die Römer der Inbegriff von Lebensqualität. Weitere Blogbeiträge 04. Oktober 2022 Quiz: Was wissen Sie über den Alltag der Legionäre? Waren Sie vielleicht im früheren Leben Legionär? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über den Alltag der Legionäre im alten Rom. 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! 08. Oktober 2021 Mulsum – so haben sich die Römer den Wein versüsst Schon zur Zeit der Römer wurde der Wein als Genussmittel geschätzt. Eine besondere Zubereitungsart war der mulsum , eine Art Honigwein. Im… Von Alisha Keller Von Alisha Keller Alisha Keller war 2023 Praktikantin in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare

 
Museum Aargau

Festessen im Spätmittelalter

Zurück zum Blog 21. April 2026 Kategorie Mittelalter Das Spätmittelalter kannte eine ausgeprägte Fest- und Tischkultur. Von rauschenden Festen, luxuriöser Tafeln, guten Manieren… und Fehlschlägen. In der höfischen Kultur des Spätmittelalters waren Festessen die Gelegenheit sich gut in Szene zu setzen. Man zeigte seinen Stand in der Gesellschaft durch Kleidung, Benehmen, Grosszügigkeit und Unterhaltung. Man konnte sich aber auch blamieren. Der Herzog von Lancaster speist mit dem König von Portugal, Johann I. - Bankett am Hofe Karl V. Chronique d'Angleterre um 1470. BL Royal MS 14 E IV, fol 244 Gutes Benehmen ist Pflicht! Der Anlass von Festessen konnte unterschiedlicher Natur sein. Sie alle waren aber eine anspruchsvolle Angelegenheit, da sie sowohl der Repräsentation des Gastgebers als auch politischen Zielen dienen mussten. Generell galt, sich von der besten Seite zu zeigen. Dazu gehörte es, in Tanz, Gesang, Tischsitten und Konversation ausgebildet zu sein. Aspekte, die bei der Erziehung des Adels sehr genau behandelt wurden. Tanz und Musik waren ein wichtiges Element bei grossen Anlässen. - Chronique d'Angleterre, um 1470. ÖNB Cod.2534. fol 17r Benimmregeln wurden verschriftlicht und hiessen Tischzuchten. In deutscher Sprache gab es sie seit dem 13. Jahrhundert und sie setzen die Standards für den Umgang am Tisch: Übermass im Essen und Trinken sollten vermieden werden. Übergriffiges Auftreten gegenüber seinem männlichen oder weiblichen Sitznachbarn waren absolut unerwünscht, sowie jegliche unkontrollierten Köpergeräusche. Massvolles Verhalten in Tat und Wort war das Ideal. Vorbildliches Verhalten am oberen Tisch, No-Gos am unteren Tisch. Aus: Facta et dicta memorabilia des Valerius Maximus, einer 1470/1480 angefertigten Handschrift aus Flandern. Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms. Rep. I.11b, Bd. 1, fol. 137v 'Legendäre' Festessen Die vornehme Zurückhaltung hatte bisweilen wenig Bedeutung, was die Ausstattung eines Festes angeht. Ein berühmtes Beispiel ist das 'Fasanenfest' des burgundischen Herzogs Philipps des Guten 1454 in Lille. Ziel war es, die Gäste auf einen neuerlichen Kreuzzug einzuschwören und Konstantinopel (heute Istanbul) zurückzuerobern. Mittelpunkt des Festes war ein lebender Fasan, der eine schwere Kette aus Gold und Edelsteinen um den Hals trug, sowie ein allegorisches Schauspiel, in dem die Figur der Kirche über den Fall Konstantinopels klagte. Auf den Tischen standen Bratenbehälter aus Gold. Feinstes Kristallgefässe, Gold- und Silbergeschirr waren zur Schau gestellt. Auf einem anderen Tisch war eine riesige Pastete, die Platz für 20 Musiker bot, die während des Essens aufspielten. Darf es noch etwas mehr sein? Hier ein Beispiel ca. 130 Jahre später von einer reinen Schautafel: Wälder, Berge, Meere mit Tieren und einem Schloss sind hier kunstvoll in Zucker auf der Tafel aufgebaut. Hochzeit Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg 1585 © Bayerische Staatsbibliothek München Weiterhin gab es als Tafelaufsatz ein kleines Schloss, aus dessen Türmen Orangenwasser in einen künstlichen Graben floss. Allein ein Gang enthielt 48 verschiedene Speisen. Eine besondere Form der Unterhaltung war es, Elstern (vermutlich künstliche) mit kleinen Armbrüsten von Tafelaufsätzen zu schiessen. Die Gäste waren entzückt, das Fest ein voller Erfolg. Am Ende schworen alle Anwesenden einen feierlichen Eid, an dem neuen Kreuzzug teilzunehmen. Das Fest galt als gelungen, wenngleich der Kreuzzug nie stattfinden sollte… Zu dick aufgetragen? Die zur Schaustellung von Reichtum musste aber wohlbedacht sein, besonders im Hinblick auf den Gastgeber und sein Gefolge. Das schien bei einem politischen Treffen in Trier 1473 nicht der Fall gewesen zu sein. Es war eine Zusammenkunft von Kaiser Friedrich III und dem burgundischen Herzog Karl dem Kühnen. Hauptziele waren, die Kinder der beiden Potentaten zu vermählen und den Herzog durch den Kaiser zum König zu krönen. Beide Seiten kamen in grossem und politisch wichtigem Gefolge. Es fiel dabei auf, dass sich die Burgundische Seite weitaus grandioser zeigte, als es den Kurfürsten und womöglich dem Kaiser selbst lieb war. Die Kurfürsten verweigerten die Einwilligung zur Krönung. Der Kaiser cancelte kurzerhand Krönung und Hochzeit und reiste unerwartet ab. Hatte es Karl mit seinem Auftritt übertrieben? Der Kaiser sitzt mit einigen Kurfürsten am Tisch rechts oben und erhebt sein Glas. Ein Page eilt herbei. Gegenüber in Schwarz sitzt Karl der Kühne. An den Wänden sind kostbare Wandbehänge zu sehen. Aus: 'Zürcher Schilling', zwischen 1480 und 1484, Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A5, S. 121 Fazit Eigentlich hat sich am Prinzip des Festessens bis heute wenig geändert: es gilt noch immer, sich möglichst gut zu präsentieren und nicht ins Fettnäpfchen zu treten. Falls es doch mal passiert: ärgern Sie sich nicht, schon Grössere sind daran gescheitert. Von Lea Schieback Von Lea Schieback Lea Schieback ist Kuratorin im Team Ausstellungen von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Mittelalter Kommentare

 
Schloss Wildegg

Alte Pflanzen neu entdeckt

0 Spezialführung im Rahmen des Europäischen Tages der historischen Gärten Der barocke Schlossgarten lädt zum Flanieren ein: Schlossherr Bernhard Effinger legte ihn um 1700 als "Lust- und Nutzgarten" an, ganz nach dem Vorbild der Gärten von Versailles. Hier wachsen Gemüse, Blumen, Kräuter, Getreide, Öl-und Färberpflanzen. Die Stiftung Pro Specie Rara sorgt dafür, dass die alten Sorten überleben. Lassen Sie sich von der Vielfalt an Farben, Düften und Verwendungsmöglichkeiten überraschen.

 
Museum Aargau

Rosalia signorum: Frühlingsfest in den römischen Legionen

Zurück zum Blog 31. März 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Am 12. April 2026 feiert der Legionärspfad Vindonissa sein Eröffnungsfest . Im Fokus steht die rosalia signorum , ein Frühlingsfest, das die römischen Soldaten im Mai jeweils zweimal begingen. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, was dahintersteckt. Der Alltag der römischen Soldaten war geprägt von extremer Disziplin, harter körperliche Arbeit, Training und Routine. Hin und wieder wurde jedoch auch gefeiert. Zeremonien mit weltlichem Charakter oder religiöse Rituale stärkten den Korpsgeist. Römischer Festtagskalender Einige für das römische Militär geltende Festtage sind dank eines unvollständig erhaltenen Festtagskalenders überliefert. Dieses sogenannte feriale duranum wurde auf einer Papyrusrolle in Dura Europos (heutiges Syrien) entdeckt und stammt aus der Zeit des Kaisers Severus Alexander (222 bis 235 n. Chr). Aus diesem Kalender erfahren wir beispielsweise, dass das römische Militär jeweils am 3. Januar ein Opfer darbrachte, um den Eid auf das Wohl des Kaisers und des Römischen Reiches zu erneuern. Ebenfalls belegt ist, dass die rosalia signorum im Mai zweimal stattfand. Fragmentierter Festtagskalender aus Dura Europos, 225–235 n. Chr. © Yale University Library Frühlingsfest rosalia signorum Ausserhalb des Militärs war die rosalia ein Fest im Mai zum Gedenken an die Verstorbenen – eine Deutung, die auch für den militärischen Kontext naheliegt. Dabei schmückte man die Gräber mit Rosen und anderen Blumen. Gemäss einer weiteren Interpretation handelte es sich jedoch um ein Frühlingsfest, mit dem die Freude über die Rückkehr der warmen Jahreszeit ausgedrückt wurde. Auch die römischen Legionen feierten die rosalia signorum , die oft als römisches Frühlingsfest verstanden wird. Rosalia verweist auf Rosen, während signorum die signa militaria , also die militärischen Standarten, bezeichnet. Rosen galten als Sinnbild des Frühlings und wurden auch sonst als kultische Gaben verwendet. Archäologinnen und Archäologen gehen darum davon aus, dass es bei der rosalia signorum unter anderem um die Verehrung der Standarten ging. Man schmückte sie mit Rosenkränzen. Weiter ist es denkbar, dass die Standarten an diesem Fest auch gesalbt und gepflegt wurden. Ein Fahnenträger (signifer) mit einer geschmückten Standarte. © Museum Aargau Standarten im römischen Militär Die Standarten – wie das signorum – spielten eine wichtige Rolle im militärischen Leben. Sie waren ein Symbol für die kollektive Identität und die Gemeinschaft und standen im Mittelpunkt zahlreicher Feste und Opferrituale. Es gab verschiedene Standarten, alle mit anderen Bedeutungen und Zugehörigkeiten. Für alle gültig war aber, dass der Verlust einer oder mehrerer Standarten ein grosser materieller und immaterieller Schaden bedeutete, da man glaubte, den Segen der Götter verloren zu haben. Entsprechend war die Rückgewinnung äusserst wichtig und bei Gelingen eine grosse Genugtuung. Damit die Standarten nicht gestohlen wurden, wurden diese im Fahnenheiligtum ( aedes ) aufbewahrt und bewacht. Dies war der am besten bewachte Ort in einem Legionslager und war daher wohl auch der Aufbewahrungsort der Legionskasse. Standartenrepliken im Fahnenheiligtum (aedes) des Legionärspfad Vindonissa. Von links nach rechts: Wappentierstandarte der 21. Legion, signum, aquila, imago, signum und vexillum mit Victoria. © Museum Aargau Aus dem 1. Jh. n. Chr., also der Zeit des Legionslagers Vindonissa, sind unter anderem die nachfolgenden Standarten aus dem Römischen Reich bekannt: aquila : Ist die Darstellung eines Adlers, der häufig ein Blitzbündel in den Fängen hält. Die aquila war die wichtigste Standarte der Legionäre, denn der Legionsadler galt als Symbol des obersten Staatgottes Iupiter und war ein Symbol für Rom und die ganze römische Armee, weshalb alle Legionen eine aquila mit sich führten. imago: Zeigt das Abbild des aktuellen Kaisers, wodurch dieser symbolisch immer anwesend war. Wappentierstandarte: Zeigt ein für eine Einheit spezifisches Tier. Für die legio XXI rapax , welche auch in Vindonissa stationiert war, war dies der Steinbock. vexillum : Hatten verschiedene Bedeutungen. Beispielsweise waren sie Standarten für Hilfs- oder Reitereinheiten, für Veteranen oder Marineeinheiten. signum (Stangenfeldzeichen): War üblicherweise eine Lanze oder eine lange Stange mit aufgesetzter Schwurhand, an der eine Tafel mit dem Namen der zugehörigen Einheit befestigt war. Manchmal ist um die Hand ein Siegeskranz angebracht. Im Vergleich zu den vorher genannten Standarten sind diese nicht hauptsächlich identitätsstiftend, sondern auch taktische Feldzeichen. Das heisst, sie wurden auf dem Schlachtfeld zur Zeichengabe oder als Orientierungshilfe genutzt. Weitere Feste im römischen Heer Standarten waren auch zentral für weitere Feste. Der sogenannte "Jahrestag der Feldzeichen" wurde beispielsweise genutzt, um der Gründung der jeweiligen Einheit zu gedenken. Dies geschah auch für die aquila, wo dann der Gründung der gesamten Legion gedacht wurde. Andere vereinzelte Ereignisse, wie die Gründung eines Lagers, der Aufbruch in den Krieg oder die Heimkehr von einem siegreichen Feldzug wurden ebenfalls durch rituelle Feiern geehrt. Rituale beinhalteten Tieropfer und die Gaben von Wein und Weihrauch. Opferhandlung an einem Fest des römischen Militärs mit Standarten und deren Trägern. © Museum Aargau Weitere Blogbeiträge 23. März 2022 Das (Fladen-)Brot des römischen Legionärs – Rezept für panis militaris Panis militaris gehörte zur alltäglichen Kost des miles gregarius, des einfachen römischen Soldaten. Der Legionär und passionierte Bäcker… 10. Oktober 2025 Der römische Legionär und seine Ausrüstung Was gehört zur Kleidung und Ausrüstung eines römischen Legionärs? Marius aus dem Legionslager Vindonissa zeigt Ihnen, wie sich ein römischer… 11. Oktober 2023 Die Waffen der römischen Legionäre Was ist ein "pugio"? Was machten die Legionäre mit einem "pilum"? Über wie viele Geschütze verfügte eine Legion? In diesem Blogbeitrag… Von Chiara Huwiler Von Chiara Huwiler Chiara Huwiler ist Praktikantin Museumsarbeit in Vindonissa Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

Gradian
Aussenaufnahme Schloss Hallwyl

Schloss Hallwyl

Kultur- und
Naturerlebnis

Schloss Hallwyl ist eines der schönsten Wasserschlösser der Schweiz. Die Schlossanlage liegt idyllisch im Naturschutzgebiet des Hallwilersees.

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Eine Besuchergruppe mit Foxtrail-Anhängern, im Hintergrund Schloss Hallwyl

Drei
Highlights

Das dürfen Sie nicht verpassen  

 
Eine mittelalterlich gekleidete Magd steht in einem eingerichteten Wohnzimmer im Museum von Schloss Hallwyl

Ausstellungen
und Rundgänge

Bau- und Familiengeschichte  

 
Brücke zum wunderschön Schlosshof Schloss Hallwyl

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Geöffnet von April bis Oktober  

 
Luftaufnahme von Schloss Hallwyl mit Hallwilersee im Abendlicht

Anreise: So
finden Sie uns

Anfahrt mit Auto und öV  

Tagesprogramm

  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Dies läuft am Tag Ihres Besuches

Nachtaufnahme von Schloss Hallwyl mit Aabach, rechts eine grosse Leinwand mit einer Filmszene (ein küssendes Paar).
18:30 – 23:30 Uhr

Coop Open Air Cinema

Kinogenuss in einzigartiger Schlossatmosphäre

Veranstaltung
Eine Frau steht in einem Ausstellungraum mit bunten Wänden.
10:00 – 17:00 Uhr

Dauerausstellung

Bau- und Familiengeschichte des Adelsgeschlechts von Hallwyl

Ausstellung
Drei unterschiedliche Figuren aus dem Kornhaus Schloss Hallwyl
10:00 – 17:00 Uhr

Kornhaus

Erleben Sie Brauchtum und Gewerbe aus dem Seetal.

Ausstellung
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Schulen, Familien und Gruppen

 
Workshop "Feste Burg Schloss Hallwyl" Kinder haben zusammen spass im Schwertkampf mit Zinnen im Hintergrund

Für
Schulen

Buchbare Führungen und Workshops  

 
Ein Bub und ein Mädchen sitzen mit Kopfhörern in einem kleinen Schiff in der Ausstellung von Schloss Hallwyl. Der Bub blickt direkt in die Kamera.

Für
Familien

Geheime Ecken und Kindergeburtstag  

 
Führung auf Schloss Hallwyl: Eine Besuchergruppe steht auf einer Brücke zwischen Hof und dem Eingang zu Schloss Hallwyl, unter der Brücke Wasser des Schlossgrabens und ein Boot.

Für
Gruppen

Buchbare Führungen und Workshops  

Schloss Hallwyl in 49 Sekunden

FEIERN UND GENIESSEN

 
Blick von oben auf den Aussenbereich des Cafés von Schloss Hallwyl. An den Tischen im Schlosshof sitzen Besucherinnen und Besucher. Das Wetter ist sommerlich.

Essen und
Trinken

Angebote im Schlossbistro  

 
Ein Hochzeitspaar schreitet durch eine Festgesellschaft, die vor Schloss Hallwyl Spalier steht.

Räume
mieten

Feiern auf dem Schloss  

GESCHICHTE UND SAMMLUNG

 
Historische Aufnahme vom Schloss Hallyl

Geschichte

800 Jahre Schlossgeschichte  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

Sammlung

Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

Sammlung online

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