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Uniformierter Frisch-Service von Zweifel Pomy-Chips AG

Zurück zum Blog 19. Dezember 2023 Kategorien 20./21. Jh. Historische Kleidung Schätze aus der Sammlung Museum Aargau hat ein Buch zur Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG veröffentlicht. Anlässlich dieser Publikation schenkte Zweifel der Sammlung Museum Aargau eine Frisch-Service-Uniform. Wer gerne frische und knusprige Zweifel-Chips geniesst, hat es unter anderem dem sogenannten Frisch-Service von Zweifel Pomy-Chips AG zu verdanken. Diese sorgen dafür, dass in den Läden keine abgelaufenen Pommes-Chips vorhanden sind. Bereits 1962 führte Hans-Heinrich Zweifel den Frisch-Service ein. Damals war es eine Flotte von zehn VW-Bussen, welche die ganze Schweiz mit Chips belieferten und die jeweils abgelaufenen Chips aus den Regalen wieder zurücknahmen. Die VW-Busse waren auffällig beschriftet und fuhren während der Arbeitswoche ihre normalen Strecken ab, wobei sie samstags jeweils als "Karawane" durch das Land fuhren und für ihre Produkte warben. Der Frisch-Service hatte in den Jahren nach seiner Gründung eine für die damalige Schweiz eher ungewöhnliche Uniform. Sie bestand aus einer weissen Jacke, Hose und Mütze. Die Jacke hatte einen roten Kragen und rot-gelbe Akzente bei den Brusttaschen. Stilistisch war sie den Uniformen von amerikanischen Milchmännern der 1950er-Jahre sehr ähnlich. Dies deutet auch auf die Amerikanisierung der Essgewohnheiten der Schweizer Bevölkerung in den 1960er-Jahren hin. Heutzutage ist der Frisch-Service immer noch unterwegs. Täglich sind rund 140 Personen des Frisch-Services, ausgehend von zwölf Depots in der Schweiz, unterwegs. Neben dem Beliefern von rund 16'000 Verkaufsstellen mit Chips und Snacks beraten sie auch die Kundinnen und Kunden von Zweifel Pomy-Chips AG persönlich und prüfen deren Angebot. Dabei sind die orangen Lieferwagen, jetzt meist der Automarke Iveco, schon fast ikonisch. VW-Busse des Frisch-Services von Zweifel Pomy-Chips AG vor der damaligen Fabrik in Höngg. Quelle: Firmenarchiv von Zweifel Pomy-Chips AG. Die Frisch-Service-Uniform Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des Frisch-Services im Jahr 2012 hat Zweifel Pomy-Chips AG der Firma Burk Ari den Auftrag gegeben, eine Nachbildung der ursprünglichen Uniform des Frisch-Services aus den 1960er-Jahren herzustellen. Unter anderem befindet sich in der Genusswerkstatt von Zweifel Pomy-Chips eine weitere solche Frisch-Service-Uniform, die die Gäste bewundern können. Zweifel Pomy-Chips AG schenkte im Sommer 2023 diese nachgemachte Uniform der Sammlung Museum Aargau anlässlich des neu erschienenen Buches zur Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG, welches von Museum Aargau publiziert wurde. Neben der Frisch-Service-Uniform erhielt die Sammlung noch viele andere Objekte wie beispielsweise Werbegeschenke und Spielzeuge, die Zweifel anfertigen liess. Die Jacke hat 52.8 cm lange Ärmel und ist 59.5 cm hoch. Die Hose hat eine Länge von 109.5 cm. Die Kopie der Uniform besteht aus Kunstfasern und darf nur trocken gereinigt werden. Das Foto wurde für das Buch über die Firma Zweifel Pomy-Chips AG im Sammlungszentrum Egliswil geschossen. Quelle: Museum Aargau, Inv.-Nr. K-23158. Ein Buch zur Geschichte der Zweifel Pomy-AG Zweifel Pomy-Chips AG ist der zweite Band der Reihe "Aargauer Industriegeschichten", die sowohl bekannte als auch weniger bekannte Aargauer Firmen vorstellt. In dieser Publikation thematisiert Historikerin Ruth Wiederkehr die Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Der Fokus des Buches liegt dabei auf der Aargauer Geschichte des Familienunternehmens. Dazu gehören mitunter die Entwicklung der Chips, der Umzug nach Spreitenbach im Aargau, die innovative Werbe- und Wirtschaftstätigkeit der Firma sowie die Frage der gesunden Ernährung. Es werden in dieser Publikation auch teilweise noch nie veröffentlichte Bilder gezeigt. Das Buch ist im Onlineshop von Museum Aargau sowie nach der Eröffnung der Standorte im April 2024 in den Museumsshops vor Ort erhältlich. Umschlag von Band 2 der Aargauer Industriegeschichten. Quelle: Firmenarchiv von Zweifel Pomy-Chips AG, Gestaltung: BarbieriBucher. Die Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG in Kürze Die Zweifel Pomy-Chips AG begann 1958 mit der Produktion von Chips. Zu dieser Zeit war das Hauptgeschäft aber immer noch der Apfelmost. Erst als Hans-Heinrich Zweifel das Chips-Geschäft übernahm, entwickelte es sich dank des rasanten Wachstums zum Hauptgeschäft der Familie. Bereits 1960 konnte die erste grössere Frittier-Maschine – der sogenannte "freundliche Drachen" ( Ferry 3 ) aus den USA bestellt werden. Pommes-Chips waren in den 1960er-Jahren in der Schweiz noch nicht gross bekannt. Die Zweifel Pomy-Chips AG wollte daher das neue Nahrungsmittel mit Werbung auf verschiedenen Kanälen bekannt machen. Dazu gehörten die Geschichte über die Erfindung der Chips und schmackhafte Menuvorschläge. Diese Herangehensweise war so erfolgreich, dass 1970 die Produktionsmöglichkeiten in Höngg nicht mehr ausreichten und es zum Umzug nach Spreitenbach kam. Seither wurde die Fabrik in Spreitenbach immer wieder erweitert. Zuletzt die Eröffnung der neuen Gebäude im Jahr 2019, worin sich auch die Genusswerkstatt befindet. Die Öffentlichkeit konnte aufgrund der Pandemie aber erst im Jahr 2021 die Genusswerkstatt besuchen. Heutzutage gilt Zweifel Pomy-Chips als einer der besten Arbeitgeber der Schweiz und wurde diesbezüglich von Statista und der „Handelszeitung“ ausgezeichnet. Blick auf die Passerelle und den Neubau von 2019 (hinten links) in Spreitenbach. Im Neubau befinden sich Einrichtungen für Forschung und Entwicklung, Büroräumlichkeiten, ein Personalrestaurant sowie die neue Genusswerkstatt für die Besucherinnen und Besucher. Quelle: Zweifel Pomy-Chips AG, Fotograf: Philipp Funke. Weitere Beiträge 17. Oktober 2023 Alternative Haushaltsgeräte ohne Strom Heutzutage sind strom- und batteriebetriebene Geräte aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Angesichts steigender Stromkosten und… 07. April 2020 Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem raffinierten Rezept aus dem Mittelalter. 04. Oktober 2023 Frisches Bier im passenden Bierhumpen Mit den ersten frischeren Tagen im Herbst beginnen zahlreiche Volksfeste. Seien dies Erntedankfeste, Winzerfeste oder andere Anlässe wie das… Von Cedric Zbinden Von Cedric Zbinden Cedric Zbinden ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien 20./21. Jh. Historische Kleidung Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Kochvideo: Hühnersalat "Sala cattabia" – Rezept aus der römischen Antike

Zurück zum Blog 03. Dezember 2020 Kategorien Kochvideos & historische Rezepte Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Lust auf "Sala cattabia", einen Hühnersalat aus der antiken römischen Küche? Unser Kochvideo zeigt, wie's geht! Das Rezept stammt aus dem Kochbuch des bekannten römischen Kochs Apicius. Fast alle Rezepte, die man im Internet oder in Büchern findet, stammen aus seiner Rezeptsammlung. Rezept für: 4 Personen Dauer: 20 Minuten Nicht immer ist eine Umsetzung ins Heute einfach: Einige Zutaten wie die Laserwurzel sind uns völlig unbekannt oder gar ausgestorben. Andere Zutaten fordern unseren Gaumen heraus. So etwa das überall verwendete Liquamen, die römische fermentierte Fischsauce. Beim erstmaligen Lesen der Sauce hier zum Hühnerlebersalat mag man sich den Geschmack nicht vorstellen. Honig und Fischsauce und Eier? Es ist himmlisch und rundet diesen ganzen Salat ab. Zutaten für "Sala cattabia" Pfeffer 2 Stängel Minze 2 Stängel Selleriekraut 200g Parmesan oder Pecorino 100g Pinienkerne, leicht geröstet 2 EL Essig 2 Weggli 2 grosse Salatgurke, in Scheiben geschnitten Kapern 600 g Hühnerleber Sauce: 1-2 EL Honig Liquamen oder asiatische Fischsauce 2 Eigelb Zubereitung von "Sala cattabia" Brate die Hühnerlebern an und schneide sie in Streifen. Lege die Weggli in Essig ein. Nimm einen Topf und schichte hinein: das ausgepresste Brot, den dünn geschnittenen Käse und die Gurken. Darüber streue die Pinienkerne. Verteile wann immer Du willst den Pfeffer, Minze, Sellerie geschnitten, in den Topf. Schichte die Hühnerleber dazu, mit Kapern garniert. Honig, Liquamen und die beiden Eigelbe zusammenmischen und über alles giessen. Im Kühlschrank kühlen und kalt servieren. Zusatzinformationen Römisches Kochbuch: Marcus Gavius Apicius, De re coquinaria, Buch 4,1,1 Weitere Kochvideos 18. Februar 2021 Kochvideo: Linsen mit Kastanien – Rezept aus der römischen Antike Kochen Sie Linsen mit Kastanien nach römischem Rezept – unser Kochvideo zeigt, wie's geht! 10. Juni 2020 Kochvideo: Puls – Rezept für den Getreidebrei der Römer Puls ist ein Römischer Getreidebrei, der Legionären als Kraftnahrung diente und zugleich römisches Nationalgericht war. Im Kochvideo zeigen… 07. April 2020 Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem raffinierten Rezept aus dem Mittelalter. Von Angela Dettling Von Angela Dettling Angela Dettling ist Leiterin Vermittlung von Museum Aargau. Die Historikerin kocht für ihr Leben gern Gerichte aus 2000 Jahren. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Kochvideos & historische Rezepte Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare

 
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Wie ein Maultier Rom zum Weltreich machte

Zurück zum Blog 25. März 2024 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Den meisten zwar bekannt, führt das Maultier eher ein Schattendasein: Es ist weder Pferd noch Esel und begegnet uns im heutigen Alltag nur selten. Ganz anders sahen es die römischen Legionäre, die ohne diese unscheinbaren aber kräftigen Tiere vielleicht nie bis nach Vindonissa gekommen wären. "Und wie mühsam es ist, die endlosen Züge der Maultiere, die du Massen an Marmor ziehen siehst, zu passieren." So echauffiert sich der römische Dichter Martial in einem seiner Gedichte – und beweist damit, dass es in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. gang und gäbe war, Maultiere als Zugtiere zu verwenden. Dies belegen auch Funde von römischen Grabsteinen und Bronzemünzen. So auf einem Sesterz des Kaisers Tiberius, den er zu Ehren seiner Mutter Livia herausgeben liess: Sesterz des Tiberius, 22-23 n. Chr.; heute im British Museum. © Trustees of the British Museum Das Maultier – Lastwagen, Hybrid oder Edellimousine? Maultiere sind keine eigene Art, da es sich um eine Kreuzung von Pferd und Esel handelt und sie sich nicht untereinander fortpflanzen können. Im Vergleich zu ihren Elternteilen sind sie sehr robust und genügsam, weswegen sie sich einer grossen Beliebtheit erfreuten und schnell zum Zug- und Lasttier par excellence wurden. Zahlreiche römische Grabsteine zeigen eine von Maultieren gezogene Kutsche. Das Reisen in einer Kutsche war weitaus angenehmer als zu Pferde und bot ausserdem die Möglichkeit der Zurschaustellung des eigenen Reichtums, wozu entsprechend erstklassige und schön geschmückte Maultierstuten zählten. Die literarischen Quellen machen deutlich, dass die weiblichen Tiere (lat. mula ) aufgrund ihrer grösseren Vitalität vornehmlich als Zugtiere genutzt wurden. Die kastrierten männlichen Exemplare (lat. mulus ) wurden hingegen als Lasttiere genutzt, da sie einen kräftigeren Körperbau besitzen. Ein Maultier kann bei ebenem Terrain bis zu 150 kg tragen und dabei bis zu 40 km am Tag zurücklegen – und kommt dabei mit weit weniger Futter aus als ein Pferd. Das Maultier in der römischen Legion Als Lastenträger fand das Maultier schnell seinen Weg in die Legion. Da eine Legion möglichst mobil und autonom sein musste, wurde auf den Transport in Wagen möglichst verzichtet. Stattdessen bepackte man Hunderte von Maultieren, die von Maultier-Treibern (lat. mulio bzw. mularii ) versorgt und geführt wurden. Der freundliche und intelligente Charakter der Tiere erleichterte das ganze Unterfangen. Einen Eindruck des Geschehens vermittelt die in Rom stehende Trajanssäule, auf der die Feldzüge Kaiser Trajans gegen die Daker gezeigt werden. Legionäre beim Bepacken der Maultiere mit dem von den Dakern erbeuteten Schatz. Ausschnitt der Trajanssäule, Rom; heute im National History Museum of Romania. © Kenneth Garrett. Der Grossteil der in einer Legion eingesetzten Maultiere war jedoch zuständig für das Tragen von: Zelten Mühlsteinen und Bottichen Grösseren Kochutensilien Nahrungsmitteln Schanzwerkzeugen Auf jede Zeltgemeinschaft (lat. contubernium ), bestehend aus 8 Legionären, kamen zwei Maultiere, da eines allein nicht das ganze Material tragen konnte. Dazu kamen weitere Exemplare für den Transport von leichten Geschützen, Ersatzmaterial sowie der Ausrüstung höherer Offiziere und anderen Begleitpersonals. Schliesslich darf auch der Futterbedarf der Maultiere selbst nicht vergessen werden, wodurch auf eine Legion von 6000 Legionären gut und gerne 1200-1500 Tiere kamen. Wer sich nun denkt, dass die Legionäre ohne Gepäck marschierten, täuscht sich gewaltig. Nicht umsonst erhielt der Fusssoldat den charmanten Titel mulus marianus , also marianisches Maultier, benannt nach einem berühmten römischen Feldherren. Die bis zu 45 kg beladenen Legionäre hatten damit mitunter mehr als die Hälfte des eigenen Körpergewichtes zu tragen. Mit dem Maultier nach Vindonissa Die wissenschaftliche Forschung zur Logistik einer römischen Legion kämpft bis heute mit offenen Fragen. So fanden sich immer wieder Forscher, die ihre Thesen anhand von Experimenten überprüfen wollten. 1985 begab sich der deutsche Archäologe Marcus Junkelmann zusammen mit Freunden und Maultieren auf einen Probemarsch von Italien über die Alpen bis nach Deutschland – auf einer Route, die auch für römische Legionäre belegt ist. Marschkolonne von Legionären mit Maultieren; Alpenüberquerung unter der Führung von M. Junkelmann, 1985. © Dieter Storz Nicht wegzudenken Damit dürfte klar sein, wie essenziell das Maultier für die römischen Legionen und den römischen Alltag überhaupt war. Es erlaubte es den Legionen, ihr Gepäck durch unwegsame Gegenden sicher zu transportieren und die Zulieferungen von Material und Nahrung über das gesamte römische Reich sicherzustellen. Ohne das Maultier hätte die Infrastruktur des römischen Reiches ganz anders ausgesehen und es wäre fraglich, ob es je zum Bau des Legionslagers Vindonissa hätte kommen können. So könnte ein Maultier in einer römischen Legion bepackt worden sein; Kooperationsprojekt zw. D. Schweizer und der Legio XI. © Daniel Schweizer Weitere Beiträge 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! 11. Oktober 2023 Die Waffen der römischen Legionäre Was ist ein "pugio"? Was machten die Legionäre mit einem "pilum"? Über wie viele Geschütze verfügte eine Legion? In diesem Blogbeitrag… 02. Oktober 2023 Das römische Bad: Wellness-Oase und Freizeitzentrum der Antike Das römische Bad war eine Wellness-Oase für Geist und Körper. Viele Römerinnen und Römer verbrachten ihre Freizeit mit Vorliebe in den… Von Luca Grünig Von Luca Grünig Luca Grünig ist Praktikant in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
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Der Fusswärmer: Ideal für kalte Wintertage

Zurück zum Blog 27. November 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Dieser Fusswärmer stammt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei der Hersteller leider unbekannt ist. Dennoch ist das Gerät ein eindrückliches Zeugnis der rasch vorangeschrittenen Elektrifizierung der Schweiz. © Museum Aargau Besass 1879 erst ein einziges Hotel in St. Moritz eine elektrische Beleuchtungsanalage, war Strom, vor allem dank der in grossen Mengen verfügbaren Wasserkraft, bald weitgehend verfügbar. Auch infolge der Kohleknappheit während des Ersten Weltkriegs breitete sich die Benutzung von Elektrizität in Form von Wärmeapparaten rasch aus. So waren bald schon Kochherde, Boiler, Heizungen, oder eben auch Fusswärmer mit Strom betrieben. Was vorher ein Zeichen des Luxus war, wurde bald zum Alltagsgegenstand. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Quiz zur römischen Mythologie

Zurück zum Blog 20. Februar 2024 Kategorien Römerzeit Quiz & Spiele Römische Geschichten aus Vindonissa Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz. Wie hiess die römische Gottheit der Jagd? Welche Frucht ass Proserpina in der Unterwelt? Testen Sie Ihr Wissen über die römische Mythologie. Wie hiess die römische Gottheit der Jagd? Ceres Diana Juno Remus Wogegen schützten sich die Römer mit Amuletten? Gegen Krankheiten und Unfälle Gegen Diebstahl und Geldverlust Gegen Mückenstiche Gegen Dämonen und andere negative Kräfte wie dem bösen Blick Welches wilde Tier zog laut Entstehungsmythos die Brüder Romulus und Remus auf? Eine Wölfin Eine Löwin Ein Erdmännchen und ein Warzenschwein Eine Bärin Was sind Attribute des Göttervaters Jupiter? Heroldsstab und Geldbeutel Dreizack Zepter und Blitzbündel Grillzange und Schürze Welche Frucht ass die Frühlingsgöttin Proserpina (griechisch Persephone) in der Unterwelt? Einen Granatapfel Eine Birne Einen Pfirsich Einen faulen Apfel Welche Aufgaben hatten die sogenannten Laren? Sie sorgten für eine gute Ernte. Sie waren die Bademeister im Palast von Neptun. Sie schützten das Haus und seine Bewohner und Bewohnerinnen. Sie brachten Reichtum und Glück. Welche Tat wurde Asklepius - dem späteren römischen Gott der Heilkunst - zum Verhängnis? Er lehnte es ab, Jupiter ein Rezept gegen Magenschmerzen zu verschreiben. Er brachte einen Toten zurück ins Leben. Er begab sich in einen musikalischen Wettstreit mit Apollo. Er sah die liebliche Göttin Venus unbekleidet. Auf Geheiss von Jupiter floh Aeneas aus der brennenden Stadt Troja, um eine neue grosse Stadt (Rom) zu gründen. Wen oder was konnte Aeneas bei seiner Flucht ausserdem noch retten? Seine Lieblingskuh Ida Den Schatz von König Priamus Seinen Sohn und seinen alten Vater Seine Frau Weitere Quiz 04. Oktober 2022 Quiz: Was wissen Sie über den Alltag der Legionäre? Waren Sie vielleicht im früheren Leben Legionär? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über den Alltag der Legionäre im alten Rom. 19. Mai 2026 Quiz: Wie gut kennen Sie Gladiatoren? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über die Gladiatoren im alten Rom. 30. Juni 2023 Quiz: Welcher Mittelalterberuf passt zu Ihnen? Wären Sie Bauer, Bäuerin oder Ritter? Oder würden Sie eher ins Kloster gehen? Von Alisha Keller Von Alisha Keller Alisha Keller war 2023 Praktikantin in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Quiz & Spiele Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
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Zimmerpflanzen im Winter

Zurück zum Blog 22. Januar 2024 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Zimmerpflanzen sind beliebt und erleben seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Im Winter entpuppt sich eine Zimmerpflanze jedoch oft als Sorgenkind mit besonderen Bedürfnissen. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. Die kürzeren Tage im Winter haben Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen. Sie wachsen weniger schnell, da weniger Licht vorhanden ist. Zimmerpflanzen sollten deshalb an einem möglichst hellen Standort platziert werden Der richtige Standort An sehr dunklen Standorten hilft künstliches Licht. Modernes Pflanzenlicht mit LED-Technologie ist heute im Handel viel günstiger als früher – und versorgt die Pflanze mit nährendem Licht. Empfindlich reagieren Zimmerpflanzen zudem auf Durchzug. Beim Lüften sollten Pflanzen weggestellt und möglichst vor eisigkalter Luft geschützt werden. Wasser Weil Zimmerpflanzen bei spärlichem Licht weniger schnell wachsen, benötigen sie auch weniger Wasser. Zimmerpflanzen sollten deshalb im Winter nicht zu stark gegossen werden. Auch hier gilt der Grundsatz: Zu viel Wasser ist schädlicher als zu wenig Wasser. Das Wasser sollte zudem zimmerwarm sein. Gesammeltes Regenwasser direkt von draussen zum Beispiel ist zu kalt. Erde Auch kalte Erde mögen Zimmerpflanzen nicht. Beim Umtopfen sollte deshalb keine Erde verwendet werden, die vorher auf dem Balkon oder kalten Räumen gelagert wurde. Gedüngt werden kann auch im Winter, jedoch nur zurückhaltend. Luft Die Luft in geheizten Innenräumen ist im Winter trocken – zu trocken für Zimmerpflanzen. Folgende Tipps schaffen hier Abhilfe: Am einfachsten ist es, die Pflanze ab und zu mit möglichst kalkarmem Wasser anzusprühen oder sie auf einen mit feuchtem Tongranulat befüllten Untersetzer zu stellen. Ein Luftbefeuchtungsgerät ist auch eine effektive Variante. Ich wünsche Ihnen und ihre grünen Freunde eine gemütliche Winterzeit. Weitere Blogbeiträge 18. November 2021 Dahlien überwintern: So geht’s! Dahlien blühen unermüdlich bis in den Spätherbst und sollten vor den ersten frostigen Nächten aus der Erde geholt werden. Unsere Gärtnerin… 16. September 2022 Im Herbst säen, um im Winter zu ernten Im Herbst ist Erntezeit. Zudem stehen Aufräumarbeiten an. Was dabei oft vergessen geht: Auch im Herbst kann noch ausgesät werden, um auch im… 09. Oktober 2020 Unordnung im Garten: ein Paradies für Nützlinge Im Herbst wird der Garten auf den Winter vorbereitet. Jedoch sind viele Lebewesen auf eine gewisse Unordnung im Garten angewiesen. Der… Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Gladiatoren im Ruhestand

Zurück zum Blog 27. Mai 2024 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Viele Gladiatoren starben in der Arena, was geschah aber mit den anderen? Und was verraten die Grabstelen der Gladiatoren über ihren gesellschaftlichen Status? Duell bei einem Leichenbegängnis, Nekropole von Gaudo, Paestum, Kampanien; 1. Hälfte 4. Jh. v. Chr.; heute im Museo Archaeologico, Paestum. © Pontrandolfo/Rouveret 1998. Die meisten Gladiatoren waren Sklaven Gladiatorenkämpfe gab es im Römischen Reich von 264 v. Chr. bis Anfang des 5. Jahrhunderts n. Chr. Aus verständlichen Gründen waren die meisten Gladiatoren keine Freiwilligen, sondern Sklaven, hatten also von Grund auf kaum eigene Rechte. Sie wurden vom lanista , einem Gladiatorenmeister, ausgewählt und gekauft. Daraufhin wurden sie in seine Gladiatorenschule gebracht, wo sie einen Eid auf ihren dominus und ihre Zukunft als Gladiator leisten mussten. Entfremdet von der eigenen Familie und ihrer Heimat, bekamen sie hier einen neuen Namen und wurden Teil einer neuen Familie. Miteinander teilten sie dieselbe Ausbildung, dasselbe Essen und dieselbe medizinische Versorgung. Nun begann der Drill: Hieb um Hieb und Stich um Stich mussten sie sich ihren Weg nach oben erkämpfen – oder sterben. Waren sie erfolgreich, winkte ihnen bald die Anerkennung des Publikums und die Hoffnung, sich freikaufen zu können. Doch der Gladiator wusste um die Zerbrechlichkeit dieser Hoffnung – schmerzlich wurde sie ihm bewusst, wenn er einmal mehr im blutgetränkten Sand der Arena vor seinem Gegner auf die Knie musste und das Urteil des Publikums erwartete. Wenn es denn so weit kam: Nicht selten fand er bereits während des Kampfes den Tod. Ein knieender retiarius erwartet den Todesstreich des über ihm stehenden murmillo. Spätes 2. Jh. n. Chr.; Insula 30, Augusta Raurica. © Heinz Grauwiler. Kampfmaschinen im Ruhestand Doch wie gestaltete ein libertus , ein Freigelassener, sein weiteres Leben? Die angesparten Sesterzen dürften kaum dafür gereicht haben, sich in den Ruhestand zu begeben, zumal es das Konzept des Ruhestandes im heutigen Sinne noch nicht gab. Lediglich die Legionäre, nachdem sie 25 Jahre gedient hatten, konnten sich auf eine Pension in Form von Land oder Geld freuen. Doch während jene das römische Bürgerrecht genossen, waren die Rechte und Perspektiven der Gladiatoren eingeschränkt. Dank ihres Ruhmes als erfolgreiche Kämpfer war es ihm möglich, sich entweder als Ausbildner anderer Gladiatoren oder als Bodyguard reicher Bürgerinnen und Bürger seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Nicht zuletzt mag ein Gladiator den Ruhm der Arena vermisst haben und freiwillig seine Karriere in der Arena fortgesetzt haben. Was die Gräber der Gladiatoren über sie verraten Vergeblich sucht man ihre Gräber in den Nekropolen der römischen Bürgerschaft. Frei oder unfrei – sosehr der entpersonalisierte Gladiator in der Arena verehrt wurde, sosehr wurde die Person hinter dem Helm verachtet. Mit der infamia belegt, zählte er – wie auch Schauspieler und Prostituierte – zu den Geächteten der Gesellschaft. Man musste sie daher auf separaten Friedhöfen begraben, wollte man nicht das Risiko eingehen, die Totenruhe edler Bürgerinnen und Bürger zu stören. Und dies wollte man auf gar keinen Fall. Um ganz sicher zu sein, dass ein rastloser Gladiator nicht etwa als Totengeist zurückkehrte, enthauptete man post mortem auch gerne den einen oder anderen von ihnen. Auf den Grabstelen präsentieren sich die meisten Gladiatoren als mehrfacher und triumphierender Sieger, während andere den Moment des Kampfes abbilden. Und nicht wenige freuen sich darüber, "viele Leben gerettet" zu haben: Denn wen mag es erstaunen, wenn Gladiatoren unter sich Abmachungen getroffen haben, wie ein Kampf verlaufen sollte und dass man sich gegenseitig schonen wolle. Steckte vielleicht sogar der lanista hinter der Abmachung, weil er nicht wollte, dass sich seine besten Kämpfer gegenseitig töteten. Oder wollte der Gladiator bloss bluffen, indem er impliziert, dass er die Leben ebenso gut hätte nehmen können? Und schliesslich finden sich Grabstelen wie jene des als Thraker kämpfenden Danaos aus Cyzikus: Sein Wunsch war es, sich zusammen mit seiner Familie verewigen lassen. Die Inschrift lautet: "Heorte, seine Frau, und Asklepiados, sein Sohn, haben dem Danaos, secundus palus der thraces , dies zu seinem Gedächtnis errichtet. Siegreich ging der Gladiator in den Hades ein." Grabstele des Thrakers Danaos aus Cyzikus (Kleinasien); 2. Jh. n. Chr.; © Kunsthistorischen Museum Wien. Bei der Betrachtung der Grabstelen wird schnell vergessen, dass die Mehrheit der Gladiatoren nicht das Glück hatte, ihren ersten Kampf zu überleben. Sie fanden ihre Ruhe weder in der Ehrung durch das Publikum noch in einer – für die Römer und Römerinnen so wichtigen – anständigen Bestattung. Weitere Blogbeiträge 19. Mai 2026 Quiz: Wie gut kennen Sie Gladiatoren? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über die Gladiatoren im alten Rom. 25. März 2024 Wie ein Maultier Rom zum Weltreich machte Den meisten zwar bekannt, führt das Maultier eher ein Schattendasein: Es ist weder Pferd noch Esel und begegnet uns im heutigen Alltag nur… 10. Oktober 2025 Der römische Legionär und seine Ausrüstung Was gehört zur Kleidung und Ausrüstung eines römischen Legionärs? Marius aus dem Legionslager Vindonissa zeigt Ihnen, wie sich ein römischer… Von Luca Grünig Von Luca Grünig Luca Grünig ist Praktikant in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
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Reisekultur und Reiseliteratur im 18. und 19. Jahrhundert

Zurück zum Blog 08. Mai 2024 Kategorien Neuzeit Schlossgeschichten Die Wildegger Schlossbibliothek birgt zahlreiche Reisebücher aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Anhand dieser Schriften lässt sich wunderbar verfolgen, wie sich die Reisekultur und die Reiseliteratur über die Zeit verändert haben. 2024 stand auf Schloss Wildegg Reiseliteratur im Fokus. Eine kleine Sonderausstellung in der Bibliothek beleuchtete Italienreisen im Rahmen der sogenannten Grand Tour oder Kavalierstour und den frühen Schweizer Tourismus; dies anhand ausgewählter Werke aus der Bibliothek der Familie von Effinger. Die adligen Effinger waren über Jahrhunderte die Besitzer des Schlosses Wildegg. In ihrer Schlossbibliothek sammelten sich vom 17. bis zum 19. Jahrhundert über 5'300 Bücher an. Neben belletristischen und historischen Werken bilden Schriften zu geografischen Themen wie Reiseführer, Reiseberichte und Karten die drittgrösste Gruppe unter den Büchern auf Schloss Wildegg. Älteste Aufnahme der Schlossbibliothek Wildegg von 1913 (Schweizerisches Nationalmuseum). Reisende Bücher und Reisebücher Verschiedene männliche Mitglieder der Effinger-Familie unternahmen im 18. Jahrhundert sogenannte Kavalierstouren. Für junge männliche Adelige bildete eine Kavalierstour oft den Abschluss ihrer Ausbildung. Sie reisten während Monaten, wenn nicht sogar Jahren, durch Europa. Auf diesen Bildungsreisen sollten die adligen Knaben das kulturelle Wissen, den gängigen Gesprächsstoff und das soziale Verhalten der Oberschicht erlernen. Johann Bernhard Effingers Kavalierstour von 1717 bis 1719 führte ihn nach Deutschland, Frankreich, in die Niederlande und nach England. Mit Büchern im Gepäck kehrte er wieder nach Hause zurück: Verschiedene Wörterbücher, eine englische Bibel oder eine Abhandlung zu Versailles fanden so Eingang in die Wildegger Schlossbibliothek. Mehrere in der Bibliothek auffindbare Ausgaben des Buches "Nouveau voyage d'Italie" von Maximilien Misson zeigen, wie die Effinger ihre Kavalierstouren planten. Missons Bericht über seine eigene Reise nach Italien als Lehrer junger Adeliger wurde zur beispielhaften Anleitung für Touren durch das beliebte mediterrane Reiseland. Zwei Enkel des Johann Bernhard Effinger, Sigmund und Rudolf Emanuel Effinger, bereisten schliesslich im Winter 1794/95 Italien. Die Schweiz als Reiseziel Nach dem Abflauen der klassischen adeligen Kavalierstour zum Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich ein breiterer Tourismus. Dabei wurde die Schweiz mit ihren Alpen von einem beschwerlichen Durchreiseland zu einem touristischen Ziel. Der vom preussischen Arzt Johann Gottfried Ebel verfasste erste grosse Reiseführer für die Schweiz beschleunigte diesen Wandel. Von dieser 1793 publizierten "Anleitung auf die nützlichste und genussvollste Art die Schweiz zu bereisen" findet man ebenfalls ein Exemplar in der Wildegger Schlossbibliothek. Auch ein Jahrhundert nach ihrer Erscheinung galt Ebels "Anleitung" noch als wichtiger Grund für den touristischen Erfolg der Schweiz. Titelseite mit Bild des Rhonegletschers des zweiten Bandes der französischen Übersetzung des Reiseführers von J. G. Ebel, 1805 (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern). Moderne Folklore Zur wachsenden Bedeutung der Schweiz als Tourismusdestination hat auch die aufkommende moderne Naturwissenschaft beigetragen. Sie wollte beweisen, dass Gott die Welt sinnvoll gestaltet hatte. Die Alpen erschienen nun nicht mehr furchterregend, sondern als erhabenes Naturschauspiel und galten als Wasser-, Wolken-, und Windversorger für das gesamte Europa. Aber auch die Lobeshymnen, die von der Aufklärung inspirierte Autoren wie Ebel oder auch Rousseau über die Schweiz schrieben, trugen zum neuen touristischen Erfolg bei. Die Schweiz wurde zum Symbol einer genügsamen, freiheitlichen und demokratischen Insel inmitten einer dekadenten Welt. Und in der Schweiz verstand man, dass sich lohnte zu inszenieren, wonach die Fremden so eifrig suchten. Da die fremden Reisenden auf ihrer Suche nach der ländlichen Idylle aber nicht auf ihren bürgerlichen Wohlstand verzichten wollten, entstand neben der folkloristischen Inszenierung eine auf den Tourismus abgestimmte Infrastruktur. Es wurden Wegschneisen geschlagen, moderne Transportmittel wie Dampfschifflinien und Eisenbahnverbindungen bereitgestellt, Aussichtsplattformen und Hotels errichtet. Aussichtsterrasse "Rigi Känzli", Luzern, ca. 1879 (Schweizerisches Nationalmuseum). Brünigstrasse bei der "gesprengten Fluh" mit Touristen, Bern, ca. 1860-1885 (Schweizerisches Nationalmuseum). Die Industrie der Idylle Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Reisen von einem Privileg des Adels zu einem Massenphänomen. Dieser Wandel schlug sich auch in der Reiseliteratur nieder. Persönliche Berichte wurden von allgemeineren Kulturreiseführern verdrängt. Ein gutes Beispiel hierfür sind die auch heute noch existierenden Baedeker-Reiseführer. Auch veränderte sich das Interesse an den Reisen. Die Kavalierstouren der Effinger dienten zur Bildung und zur Pflege der Familienpolitik mit der gezielten Platzierung des Nachwuchses in der höfischen Gesellschaft. Die Reisen in die Schweiz ab Ende des 18. Jahrhunderts hingegen wurden von der bürgerlichen Wunschfantasie nach einer Flucht in die Idylle motiviert. Nachwirkungen hat dies bis heute. Das schweizerische Selbstverständnis ist eng mit der touristischen Werbesprache über die Schweiz verbunden. Aber auch die Suche nach der Idylle bleibt bestimmend für unsere heutige Art des Reisens. Dass sich die Erfahrung der Idylle in der Schweiz als wichtiger Wirtschaftszweig etabliert hat, macht den Tourismus bis heute zu einer widersprüchlichen Angelegenheit. Im Jahr 2022 generierte der Tourismus in der Schweiz 43 Milliarden Franken Umsatz. In einer industriellen Welt hat sich die Befreiung von dieser industriellen Welt selbst zur Industrie entwickelt. Folkloristische Darstellung einer Schweizerin aus Rudolf Gerber: Interlaken. Mit 14 Illustrationen und einer Karte. Zürich, 1878. Weitere Beiträge 11. Juli 2023 Sommer-Accessoires im 19. Jahrhundert Museum Aargau präsentiert eine Auswahl von Accessoires, welche die Damen und Herren des 19. Jahrhunderts im Sommer trugen. Diese Objekte… 29. Oktober 2021 Die Geschichte des Rauchens – Tabakkonsum im Wandel der Zeit Die Tabakkultur hat heutzutage unterschiedliche Formen und Farben. Doch wann und wie wurde das Rauchen überhaupt "in"? Die Antworten im Blog… 26. Juli 2023 Fotoalbum der ersten Bundesfeier 1891 in Lenzburg 1891 feierte die Schweiz erstmals am 1. August ihren Nationalfeiertag. Ein Fotoalbum aus der Sammlung Museum Aargau gibt Einblick in die… Von Mara Jenni Von Mara Jenni Mara Jenni ist Praktikantin im Team Ausstellungen von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Neuzeit Schlossgeschichten Kommentare

 
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Quiz: Welche Epoche passt zu Ihnen?

Zurück zum Blog 19. April 2024 Kategorie Quiz & Spiele Antike, Mittelalter oder doch lieber Barock? Lösen Sie unser Quiz und finden Sie heraus, welche Epoche am besten zu Ihnen passt! Personalities Römerzeit Mittelalter Barock Belle-Époque Weitere Quiz 30. Juni 2023 Quiz: Welcher Mittelalterberuf passt zu Ihnen? Wären Sie Bauer, Bäuerin oder Ritter? Oder würden Sie eher ins Kloster gehen? 26. April 2023 Quiz: Welches Fabelwesen sind Sie? Drache, Einhorn oder etwas anderes? Erfahren Sie, welches Fabelwesen am besten zu Ihnen passt! 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! Von Grégoire Luisier Von Grégoire Luisier Grégoire Luisier ist Digital Media Manager im Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Quiz & Spiele Kommentare

 
Museum Aargau

Prominenz auf Schloss Lenzburg: Geschichten aus dem Gästebuch

Zurück zum Blog 19. Oktober 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Auf Schloss Lenzburg war früher Prominenz aus aller Welt zu Gast. Nachzulesen ist dies im Gästebuch der Familie Ellsworth, den letzten privaten Besitzern der Lenzburg. Der amerikanische Grossindustrielle James Ellsworth gab das Gästebuch 1911 im Zuge des Erwerbs von Schloss Lenzburg bei der Firma "Michallet" in Frankreich in Auftrag. Sein Sohn Lincoln sorgte mit pionierhaften Polarexpeditionen für grosses Aufsehen. © Museum Aargau Das in der Sammlung Museum Aargau aufbewahrte Gästebuch ist in Ziegenleder eingefasst und weist auf dem Deckel die Einprägung "SCHLOSS LENZBURG" auf. Der Buchdeckel ist mit blindgeprägten Stempeln und Streicheisenverzierungen versehen. Die im Gästebuch enthaltenen unbeschnittenen Büttenpapierblätter entsprechen mit einem 37 cm hohen Buchrücken dem Format "Gross-Quart". Bundesräte auf Schloss Lenzburg Die Familie Ellsworth erhielt Besuch aus aller Welt: Ins Gästebuch eingetragen haben sich etwa George Ellery Hale, amerikanischer Astronom, und die deutsche Opernsängerin Erika Wedekind, die selbst auf Schloss Lenzburg aufgewachsen ist. Nachgewiesen ist ebenfalls ein Eintrag eines Besuches von fünf Bundesräten (Edmund Schulthess, Robert Haab, Heinrich Häberlin, Giuseppe Motta, Karl Scheurer), wichtigen eidgenössischen Diplomaten und hohen Bundesbeamten im Rahmen eines "Bundesratsreisli" am 1. September 1928. Vermögende Schlossbewohner-Familie Das Gästebuch ist für die Sammlung Museum Aargau von grösster Bedeutung, weil es vom Leben der letzten privaten Besitzer der Lenzburg zeugt. Denn Schlossgeschichte ist immer auch Familiengeschichte: James Ellsworth, der mit Kohleminen und im Bankgeschäft reich geworden war, kaufte Schloss Lenzburg 1911 für 550'000 Schweizer Franken, was heute rund fünf Millionen Franken entspricht. Er erwarb in ganz Europa Antiquitäten und stellte sie in den Räumlichkeiten aus, so etwa im "Amundsen-Zimmer" im Südturm. Sein Sohn Lincoln, der das Schloss 1925 geerbt hatte, plante dort zusammen mit dem Norweger Roald Amundsen zahlreiche Polarexpeditionen. Im gleichen Jahr hatten sie in zwei Dornier-Wal-Flugbooten einige Kilometer vor Erreichen des Nordpols im Eis notlanden müssen. Sein zweiter Versuch 1926 von Spitzbergen her kommend mit der Landung in Teller (Alaska) gilt als erstes zweifelsfreies Überfliegen des Nordpols. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

Gradian
Luftaufnahme Klosterhalbinsel Wettingen im Gegenlicht mit dramatischen Wolken über dem Kloster.

Klosterhalbinsel Wettingen

Glaube, Macht,
Wissen

Die Klosterhalbinsel Wettingen ist ein Kulturgut von internationalem Rang. Am Kraftort an der Limmat verschmelzen Kultur, Bildung, Geschichte und Gastfreundschaft zu einem Erlebnis!

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Blick in den Ausstellungsraum "Parlatorium" auf der Klosterhalbinsel Wettingen. Im Vordergrund ein Schild mit dem Text "Archiv der Fragen", im Hintergrund sitzen Schülerinnen und Schüler diskutierend beeinander.

Sechs
Highlights

Das dürfen Sie nicht verpassen  

 
Eine Gästegruppe mit einer Museumsführerin steht vor der Kirche der Klosterhalbinsel Wettingen.

Veranstaltungen
und Führungen

Veranstaltungskalender Museum Aargau  

 
Ausstellung in der Mönchskirche Kloster Wettingen: Verschiedene Objekte in einer Vitrine, u.a. ein grosses Altarkreuz

Ausstellungen
und Rundgänge

Museum der Klosterhalbinsel  

 
Aussenaufnahme Gästezentrum Klosterhalbinsel Wettingen mit Informationsbildschrim links

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Geöffnet von April bis Oktober  

 
Luftaufnahme Kloster Wettingen mit Klosterpark im Vordergrund

Anreise: So
finden Sie uns

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Schulen, Familien und Gruppen

 
Eine Schulklasse beim Schreiben mit Tinte und Federkiel.

Für
Schulen

Buchbare Führungen und Workshops  

 
Zwei Mädchen und ein Bub stehen gemeinsam vor dem Kloster Wettingen und blicken direkt in die Kamera. Sie halten eine Landkarte, Broschüre sowie eine Pyramide in den Händen.

Für
Familien

Rätseltour durch die Klosterhalbinsel  

 
Eine Frau und ein Mann schreiten in Freizeitbekleidung durch den Garten der Klosterhalbinsel Wettingen (Foxtrail).

Für
Gruppen

Buchbare Führungen und Workshops  

Die Klosterhalbinsel in 54 Sekunden

DIE KLOSTERHALBINSEL WETTINGEN

 
Luftaufnahme Klosterhalbinsel Wettingen mit dramatischen Wolken über dem Kloster

Klosterhalbinsel
und Geschichte

800 Jahre Klostergeschichte  

 
Luftaufnahme Konventgarten und Abtgarten auf der Klosterhalbinsel Wettingen mit Limmat

Klosterpark
und Gärten

Entdecken Sie historische Gartenanlagen  

FEIERN UND GENIESSEN

 
Weiss gedeckte Stehtische mit Häppchen: Apéro auf der Klosterhalbinsel Wettingen

Essen und
Trinken

Restaurants auf der Klosterhalbinsel  

 
Lindenterrasse Schloss Wildegg: Ein schön gedeckter Tisch mit Apéro

Räume
mieten

Feiern und tagen  

SAMMLUNG

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

Sammlung

Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

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