Museum Aargau

Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte

Zurück zum Blog 16. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Schätze aus der Sammlung Mit dem dritten Band seiner Reihe "Aargauer Industriegeschichten" rückt Museum Aargau ein bislang wenig beachtetes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Entdecken Sie in diesem Blogbeitrag fünf ausgewählte Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte. Der Kanton Aargau gehört unbestritten zu den bedeutendsten Industriekantonen der Schweiz. Neben Maschinen‑, Metall‑, Elektro‑, Textil‑ und Schuhindustrie zählen auch Nahrungs‑, Getränke‑ und Tabakproduktion zu seinen wichtigen Wirtschaftszweigen

 
Schloss Wildegg

Vortrag: Reisen in der Belle Époque

Preis Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung Nicht erforderlich 0 Spannende Reise durch eine Zeit des Aufbruchs Schloss Wildegg bietet im Rahmen des Schweizer Schlössertages 2026 mit dem Vortrag "Reisen in der Belle Époque" spannende Einblicke in eine Zeit des Aufbruchs, als Dampfschiffe, Eisenbahnen, Kutschen, frühe Automobile und auch das Fahrrad neue Freiheiten eröffneten. Der Vortrag von Gabriela Gehrig, Historikerin und Geschichtsvermittlerin Museum Aargau, wird begleitet mit zeitgenössischen Fotografien und Reiseberichten aus den Jahren zwischen 1880 und 1914. Um 13 und 15 Uhr finden

 
Museum Aargau

Angebote Klosterjahr 2027

Erleben Sie im Museum Aargau vielfältige Angebote zum kantonalen Klosterjahr 2027. Museum Aargau entführt gleich an mehreren Museumsstandorten in die faszinierende Welt der Klöster. Thematische Angebote finden auf der Klosterhalbinsel Wettingen, im Kloster Königsfelden sowie auf Schloss Lenzburg statt. Auf dem Programm stehen neue Ausstellungen, Vortragsreihen, Konzerte und Talks mit spannenden Persönlichkeiten. Klosterjahr 2027 Der Kanton Aargau feiert 2027 zwei Jubiläen: 1000 Jahre Kloster Muri, 800 Jahre Kloster Wettingen. Das Klosterjahr 2027 lädt dazu ein, in die klösterliche Welt im

 
Museum Aargau

Feste im Mittelalter: Höfische Festkultur und Tafelfreuden

Zurück zum Blog 29. Mai 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Vor allem die höfische Festkultur bot Raum für prunkvolle Inszenierungen und soziale Begegnungen. Zu feierlichen Hoftagen am königlichen Hof wurden ausschliesslich geladene Gäste empfangen, die wichtige Ämter innehatten. Schon die Einladungen konnten die königliche Repräsentation sichtbar machen: So thront König Rudolf I. von Habsburg mit Zepter und Reichsapfel auf seinem Königssiegel, wie ein Siegelabguss aus dem 13. Jh. belegt. Obwohl Siegel erst

 
Museum Aargau

Das (Fladen-)Brot des römischen Legionärs – Rezept

Zurück zum Blog 23. März 2022 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Panis militaris gehörte zur alltäglichen Kost des miles gregarius , des einfachen römischen Soldaten. Der Legionär und passionierte Bäcker Marius Norbanius Cunniculus aus Vindonissa verrät uns sein Rezept für das perfekte Fladenbrot. Wie jeder Legionär in Vindonissa erhält auch Marius pro Tag eine Ration von ca. 1kg Getreide – Dinkel, Gerste oder Hirse sind möglich. Dieses Korn muss er zunächst in seiner Handmühle, mola manuaria , verschroten. Mit dem entstandenen Schrot oder Mehl kann er anschliessend die

 
Museum Aargau

Quiz: Wären Sie ein Showtalent des Mittelalters?

Zurück zum Blog 09. Oktober 2026 Kategorien Mittelalter Quiz & Spiele Das Leben der Spielleute im Mittelalter war frei, unstet, laut, klangvoll und voller Begegnungen. Doch hätten Sie sich in dieser Welt wohlgefühlt? Machen Sie den Test und finden Sie heraus, ob das Leben der Spielleute zu Ihnen gepasst hätte. Am Ende des Quiz haben Sie die Möglichkeit, an unserer Verlosung teilzunehmen. Zu gewinnen gibt es 1 × 2 Tickets für die Veranstaltung " Trümpi-Festival: Mautrommel-Konzert " am 24. Oktober 2026 auf Schloss Hallwyl. Personalities Ja, ziemlich sicher Vielleicht Eher nicht Trümpi-Festival

 
Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der

 
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5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

 
Museum Aargau

Kleine Kugel, grosse Welt: Der Globus von Schloss Wildegg

Zurück zum Blog 23. September 2026 Kategorie Neuzeit Hinter den kleinformatigen Welt- und Himmelskugeln stecken sowohl astronomische Vorstellungen wie auch historische Entdeckungen und handwerkliches Knowhow. Aber seit wann gibt es eigentlich Globen? Wie wurden diese hergestellt und was war ihr Verwendungszweck? Der Globus von Schloss Wildegg gibt Anlass, diesen und mehr Fragen auf den Grund zu gehen. Auffällig ist er nicht, der kleine Globus von Schloss Wildegg. Mit einem Durchmesser von lediglich 12,5 cm ist er sogar kleiner als die meisten anderen Globen. Wer das Schloss bereits einmal

 
Museum Aargau

Gemeinschaft und Identität – Feste in bürgerlichen Kreisen

Zurück zum Blog 03. September 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Auch abseits der Höfe spielten Feste eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben. In Dörfern und Städten förderten sie das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch und gemeinsame Traditionen. Während sich Obrigkeiten aufgrund ihrer Adelstitel bei Festen zusammenfanden, lag bürgerlichen Festen meist ein gemeinsamer Beruf oder ein geteiltes Interesse zugrunde. Im Spätmittelalter schlossen sich städtische Handwerker vermehrt zu Zünften zusammen, um

Gradian

Museumsblog

Wie ein Maultier Rom zum Weltreich machte

Den meisten zwar bekannt, führt das Maultier eher ein Schattendasein: Es ist weder Pferd noch Esel und begegnet uns im heutigen Alltag nur selten. Ganz anders sahen es die römischen Legionäre, die ohne diese unscheinbaren aber kräftigen Tiere vielleicht nie bis nach Vindonissa gekommen wären.

"Und wie mühsam es ist, die endlosen Züge der Maultiere, die du Massen an Marmor ziehen siehst, zu passieren." So echauffiert sich der römische Dichter Martial in einem seiner Gedichte – und beweist damit, dass es in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. gang und gäbe war, Maultiere als Zugtiere zu verwenden. Dies belegen auch Funde von römischen Grabsteinen und Bronzemünzen. So auf einem Sesterz des Kaisers Tiberius, den er zu Ehren seiner Mutter Livia herausgeben liess:

Das Maultier – Lastwagen, Hybrid oder Edellimousine?

Maultiere sind keine eigene Art, da es sich um eine Kreuzung von Pferd und Esel handelt und sie sich nicht untereinander fortpflanzen können. Im Vergleich zu ihren Elternteilen sind sie sehr robust und genügsam, weswegen sie sich einer grossen Beliebtheit erfreuten und schnell zum Zug- und Lasttier par excellence wurden. Zahlreiche römische Grabsteine zeigen eine von Maultieren gezogene Kutsche. Das Reisen in einer Kutsche war weitaus angenehmer als zu Pferde und bot ausserdem die Möglichkeit der Zurschaustellung des eigenen Reichtums, wozu entsprechend erstklassige und schön geschmückte Maultierstuten zählten. 

Die literarischen Quellen machen deutlich, dass die weiblichen Tiere (lat. mula) aufgrund ihrer grösseren Vitalität vornehmlich als Zugtiere genutzt wurden. Die kastrierten männlichen Exemplare (lat. mulus) wurden hingegen als Lasttiere genutzt, da sie einen kräftigeren Körperbau besitzen. Ein Maultier kann bei ebenem Terrain bis zu 150 kg tragen und dabei bis zu 40 km am Tag zurücklegen – und kommt dabei mit weit weniger Futter aus als ein Pferd. 

Das Maultier in der römischen Legion

Als Lastenträger fand das Maultier schnell seinen Weg in die Legion. Da eine Legion möglichst mobil und autonom sein musste, wurde auf den Transport in Wagen möglichst verzichtet. Stattdessen bepackte man Hunderte von Maultieren, die von Maultier-Treibern (lat. mulio bzw. mularii) versorgt und geführt wurden. Der freundliche und intelligente Charakter der Tiere erleichterte das ganze Unterfangen. Einen Eindruck des Geschehens vermittelt die in Rom stehende Trajanssäule, auf der die Feldzüge Kaiser Trajans gegen die Daker gezeigt werden.

Der Grossteil der in einer Legion eingesetzten Maultiere war jedoch zuständig für das Tragen von:

  • Zelten  
  • Mühlsteinen und Bottichen
  • Grösseren Kochutensilien
  • Nahrungsmitteln
  • Schanzwerkzeugen

Auf jede Zeltgemeinschaft (lat. contubernium), bestehend aus 8 Legionären, kamen zwei Maultiere, da eines allein nicht das ganze Material tragen konnte. Dazu kamen weitere Exemplare für den Transport von leichten Geschützen, Ersatzmaterial sowie der Ausrüstung höherer Offiziere und anderen Begleitpersonals. Schliesslich darf auch der Futterbedarf der Maultiere selbst nicht vergessen werden, wodurch auf eine Legion von 6000 Legionären gut und gerne 1200-1500 Tiere kamen.

Wer sich nun denkt, dass die Legionäre ohne Gepäck marschierten, täuscht sich gewaltig. Nicht umsonst erhielt der Fusssoldat den charmanten Titel mulus marianus, also marianisches Maultier, benannt nach einem berühmten römischen Feldherren. Die bis zu 45 kg beladenen Legionäre hatten damit mitunter mehr als die Hälfte des eigenen Körpergewichtes zu tragen.

Mit dem Maultier nach Vindonissa

Die wissenschaftliche Forschung zur Logistik einer römischen Legion kämpft bis heute mit offenen Fragen. So fanden sich immer wieder Forscher, die ihre Thesen anhand von Experimenten überprüfen wollten. 1985 begab sich der deutsche Archäologe Marcus Junkelmann zusammen mit Freunden und Maultieren auf einen Probemarsch von Italien über die Alpen bis nach Deutschland – auf einer Route, die auch für römische Legionäre belegt ist. 

Nicht wegzudenken

Damit dürfte klar sein, wie essenziell das Maultier für die römischen Legionen und den römischen Alltag überhaupt war. Es erlaubte es den Legionen, ihr Gepäck durch unwegsame Gegenden sicher zu transportieren und die Zulieferungen von Material und Nahrung über das gesamte römische Reich sicherzustellen. Ohne das Maultier hätte die Infrastruktur des römischen Reiches ganz anders ausgesehen und es wäre fraglich, ob es je zum Bau des Legionslagers Vindonissa hätte kommen können.

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Von Luca Grünig

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