Museum Aargau

Feste im Mittelalter: Höfische Festkultur und Tafelfreuden

Zurück zum Blog 29. Mai 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Vor allem die höfische Festkultur bot Raum für prunkvolle Inszenierungen und soziale Begegnungen. Zu feierlichen Hoftagen am königlichen Hof wurden ausschliesslich geladene Gäste empfangen, die wichtige Ämter innehatten. Schon die Einladungen konnten die königliche Repräsentation sichtbar machen: So thront König Rudolf I. von Habsburg mit Zepter und Reichsapfel auf seinem Königssiegel, wie ein Siegelabguss aus dem 13. Jh. belegt. Obwohl Siegel erst

 
Museum Aargau

Quiz: Wären Sie ein Showtalent des Mittelalters?

Zurück zum Blog 09. Oktober 2026 Kategorien Mittelalter Quiz & Spiele Das Leben der Spielleute im Mittelalter war frei, unstet, laut, klangvoll und voller Begegnungen. Doch hätten Sie sich in dieser Welt wohlgefühlt? Machen Sie den Test und finden Sie heraus, ob das Leben der Spielleute zu Ihnen gepasst hätte. Am Ende des Quiz haben Sie die Möglichkeit, an unserer Verlosung teilzunehmen. Zu gewinnen gibt es 1 × 2 Tickets für die Veranstaltung " Trümpi-Festival: Mautrommel-Konzert " am 24. Oktober 2026 auf Schloss Hallwyl. Personalities Ja, ziemlich sicher Vielleicht Eher nicht Trümpi-Festival

 
Museum Aargau

Das (Fladen-)Brot des römischen Legionärs – Rezept

Zurück zum Blog 23. März 2022 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Panis militaris gehörte zur alltäglichen Kost des miles gregarius , des einfachen römischen Soldaten. Der Legionär und passionierte Bäcker Marius Norbanius Cunniculus aus Vindonissa verrät uns sein Rezept für das perfekte Fladenbrot. Wie jeder Legionär in Vindonissa erhält auch Marius pro Tag eine Ration von ca. 1kg Getreide – Dinkel, Gerste oder Hirse sind möglich. Dieses Korn muss er zunächst in seiner Handmühle, mola manuaria , verschroten. Mit dem entstandenen Schrot oder Mehl kann er anschliessend die

 
Museum Aargau

Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte

Zurück zum Blog 16. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Schätze aus der Sammlung Mit dem dritten Band seiner Reihe "Aargauer Industriegeschichten" rückt Museum Aargau ein bislang wenig beachtetes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Entdecken Sie in diesem Blogbeitrag fünf ausgewählte Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte. Der Kanton Aargau gehört unbestritten zu den bedeutendsten Industriekantonen der Schweiz. Neben Maschinen‑, Metall‑, Elektro‑, Textil‑ und Schuhindustrie zählen auch Nahrungs‑, Getränke‑ und Tabakproduktion zu seinen wichtigen Wirtschaftszweigen

 
Schloss Wildegg

Vortrag: Reisen in der Belle Époque

Preis Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung Nicht erforderlich 0 Spannende Reise durch eine Zeit des Aufbruchs Schloss Wildegg bietet im Rahmen des Schweizer Schlössertages 2026 mit dem Vortrag "Reisen in der Belle Époque" spannende Einblicke in eine Zeit des Aufbruchs, als Dampfschiffe, Eisenbahnen, Kutschen, frühe Automobile und auch das Fahrrad neue Freiheiten eröffneten. Der Vortrag von Gabriela Gehrig, Historikerin und Geschichtsvermittlerin Museum Aargau, wird begleitet mit zeitgenössischen Fotografien und Reiseberichten aus den Jahren zwischen 1880 und 1914. Um 13 und 15 Uhr finden

 
Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der

 
Museum Aargau

Kleine Kugel, grosse Welt: Der Globus von Schloss Wildegg

Zurück zum Blog 23. September 2026 Kategorie Neuzeit Hinter den kleinformatigen Welt- und Himmelskugeln stecken sowohl astronomische Vorstellungen wie auch historische Entdeckungen und handwerkliches Knowhow. Aber seit wann gibt es eigentlich Globen? Wie wurden diese hergestellt und was war ihr Verwendungszweck? Der Globus von Schloss Wildegg gibt Anlass, diesen und mehr Fragen auf den Grund zu gehen. Auffällig ist er nicht, der kleine Globus von Schloss Wildegg. Mit einem Durchmesser von lediglich 12,5 cm ist er sogar kleiner als die meisten anderen Globen. Wer das Schloss bereits einmal

 
Museum Aargau

Schreibmaschine "Swissa Junior" von August Birchmeier's Söhne

Zurück zum Blog 30. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten Schreibmaschinen als Instrument für die Textverarbeitung eine immer wichtigere Rolle. In der Schweiz und im Kanton Aargau wurde diese Entwicklung von der Schreibmaschinenfabrik August Birchmeier's Söhne entscheidend mitgeprägt. © Museum Aargau Schreibmaschine mit Schutzkoffer Das Metallgehäuse der in der Mitte der 1950er-Jahre hergestellten Schreibmaschine (9 cm x 31 cm x 27 cm) mit gerundeten Ecken ist hellblau lackiert. Die abgeschrägte Abdeckung wird oberhalb der Tasten von

 
Museum Aargau

Gemeinschaft und Identität – Feste in bürgerlichen Kreisen

Zurück zum Blog 03. September 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Auch abseits der Höfe spielten Feste eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben. In Dörfern und Städten förderten sie das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch und gemeinsame Traditionen. Während sich Obrigkeiten aufgrund ihrer Adelstitel bei Festen zusammenfanden, lag bürgerlichen Festen meist ein gemeinsamer Beruf oder ein geteiltes Interesse zugrunde. Im Spätmittelalter schlossen sich städtische Handwerker vermehrt zu Zünften zusammen, um

 
Museum Aargau

"Walther Bürsten bürsten gut" – Zahnpflege mit dem Chefkurator

Zurück zum Blog 25. Juni 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Den Werbeslogan "Walther Bürsten bürsten gut, Walther Bürsten bürsten besser" kannte wohl jedes Kind. Chefkurator Rudolf Velhagen präsentiert in der Sammlung von Museum Aargau ein Bürsten-Set der ehemaligen Bürstenfabrik Walther in Oberentfelden AG Dieser Bekanntheitsgrad ist kein Wunder: Beim Besuch des Walther-Museums in der "Alten Bürsti" in Oberentfelden wurde mir bewusst, dass es für fast jede Lebenssituation irgendeine Bürste gibt. Dabei bilden Zahnbürsten (gewöhnliche und elektrische), WC-Bürsten, Schuhbürsten,

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Museumsblog

Vom Puppenhaus zur Puppenstube: Miniaturwelten voller Geschichte

Puppenhäuser und Puppenstuben sind mehr als nur Kinderspielzeuge: Sie spiegeln Kultur, Handwerk und Gesellschaft vergangener Jahrhunderte wider. Mit Exemplaren der Sammlung Museum Aargau geben wir Einblicke in die faszinierende Geschichte der Miniaturwelten.

16. bis 18. Jahrhundert: Puppenhäuser als Schaustücke 

Die Geschichte der Puppenhäuser reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das älteste bekannte Puppenhaus stammt von Herzog Albrecht V. von Bayern. Er liess 1557 eine verkleinerte Nachbildung seines Fürstenhauses bei seinem Hofschreiner anfertigen. Im 17. und 18. Jahrhundert erfreuten sich Miniaturwelten besonders in Patrizierfamilien grosser Beliebtheit, die ihre Häuser detailgetreu nachbilden liessen.

Puppenhäuser waren handgefertigt, aus hochwertigen Materialien und zeugten von grossem Kunsthandwerk. Stolz demonstrierten die wohlhabenden Besitzenden mit den Puppenhäusern ihre kultivierte Lebensweise und ihren sozialen Rang. Dies macht sie zu wertvollen Objekten, die uns einzigartige Einblicke in die Wohnkultur und Alltagswelt vergangener Jahrhunderte bieten.

Vom Puppenhaus zur Puppenstube: Wandel zum Spielzeug im 19. Jahrhundert

Mit der Industrialisierung veränderte sich die Funktion von Puppenhäusern. Puppenstuben – die kleineren und preiswerteren Puppenhäuser – wurden zunehmend populär und fanden ab dem 19. Jahrhundert ihren Weg in Kinderzimmer. Die Puppenstube unterscheidet sich in ihrer Bauweise vom Puppenhaus: Sie besteht meist aus einem oder zwei gegenüberliegenden Zimmer in einem offenen Raum ohne Dach (z.B. Schlafzimmer und Wohnzimmer oder Küche) und diente primär zum Spielen.

Pädagogen wie Friedrich Fröbel erkannten den pädagogischen Wert solcher Miniaturen: Puppenstuben vermittelten spielerisch die Organisation eines Haushalts, förderten soziale Lernprozesse und machten Kinder mit alltäglichen Situationen vertraut. Gleich wie die früheren Puppenhäuser spiegeln auch Puppenstuben die Wohnkultur ihrer Epoche wider.

Puppenstuben im 20. Jahrhundert: Beispiele aus der Sammlung Museum Aargau

Auch in der Schweiz spielten Puppenstuben eine besondere Bedeutung. Sie waren oft aus lokalem Holz gefertigt und wurden über Generationen weitergegeben. Diese Miniaturhäuser erzählen so nicht nur Familiengeschichten, sondern zeugen auch von der engen Verbindung zwischen Handwerk und bürgerlicher Wohnkultur.

Nur wenige Puppenstuben aus dem 20. Jahrhundert blieben erhalten, da sie nicht mehr ausschliesslich als Schauobjekte dienten, sondern aktiv zum Spielen genutzt wurden. Die folgenden liebevoll und detailreich gestalteten Puppenstuben und Puppenensembles stammen aus der Sammlung Museum Aargau und veranschaulichen die Wohnkultur sowie die Funktion der Puppenstube im 20. und 21. Jahrhundert. 

Zweiteilige Puppenstube aus dem frühen 20. Jahrhundert

Diese Puppenstube stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und gehört zu den ältesten und am besten erhaltenen Puppenstuben der historischen Sammlung. Sie besteht aus zwei Zimmern mit Glasfenstern, die von roten und weissen Vorhängen geschmückt sind. Die Wände und Böden sind mit bunt gemusterten Papiertapeten versehen. Die Einrichtung spiegelt den Stil des frühen 20. Jahrhunderts wider. An der Abnutzung zeigt sich der Übergang vom repräsentativen Schaustück hin zum pädagogischen Spielzeug.

Puppenwaschküche aus Holz (ca. 1910-1920)

Diese aus Holz gefertigte Puppenwaschküche datiert auf die Zeit um 1910-1920, bildet eine typische Waschküche aus bescheidenen Verhältnissen detailgetreu nach. Das robuste Holzgehäuse ist stabil konstruiert und enthält einen kleinen Ofen mit zwei Kesseln, die den Waschprozess veranschaulichen. Ein integrierter Kamin sorgt für den notwendigen Rauchabzug.

Zu ihrer Ausstattung gehören ein Bügelbrett mit Bügeleisen, ein Lavabo mit Abflussbecken und Spiegel sowie zahlreiche Zubehörteile, die den Alltag in einer Waschküche nachstellen: Miniaturkleidung hängt an der Wäscheleine, während Waschmittelpackungen und ein Teppichklopfer die Szenerie abrunden. Diese liebevoll gestaltete Puppenwaschküche vermittelt einen lebendigen Eindruck des damaligen häuslichen Lebens.

Puppenensembles ohne Gehäuse (ca. 1982)

Folgende Puppenensembles sind ohne Gehäuse geschaffen worden und, wurden ca. 1982 von der Donatorin Marlies Wiedenmeier hergestellt und Museum Aargau geschenkt. Die Puppen wurden einzeln angefertigt und von Hand modelliert. Die Herstellungszeit pro Puppe betrug zirka 40 Stunden.

Zwei Puppen mit Waschutensilien

Das Ensemble besteht aus zwei Puppen und verschiedenen Waschutensilien, darunter ein Waschbrett, ein Waschtrog, ein Holzstuhl mit geflochtener Sitzfläche, eine Wäscheleine sowie drei kleine Holztröge. Ergänzt wird die Ausstattung durch Accessoires wie Seifenstücke, zwei geflochtene Körbe, vier gehäkelte und gestrickte Kleidungsstücke und sogar ein kleines Holzschaf. Dieses liebevoll und detailreich gefertigte Ensemble zeigt die vielfältige Auswahl an Miniatur-Waschutensilien, die für die Darstellung des häuslichen Alltags zur Verfügung standen.

Puppe und Miniaturküche mit Kochbuch

Dieses Ensemble präsentiert eine funktionierende Miniaturküche mit Backofen, Vorratsdosen und verschiedenen Küchengeräten. Bemerkenswert ist das "Settiner Puppenkochbuch" - ein kleinformatiges historisches Miniaturkochbuch, herausgegeben von Richard Braun. Dieses 62-seitige, speziell auf Kochrezepte für Puppenküchen abgestimmte Buch wurde als Beigabe zu Puppenküchen angeboten. Es enthält Anleitungen für Rezepte wie Anis-Kräpflein und Zwiebel-Sauce. Einige Rezepte, wie der "Mäusebraten" oder das "junge Gänschen aus Walnüssen", sind humorvoll gestaltet und unterstreichen die spielerische Natur des Puppenspiels. Eine Puppe in einer Dienstmagd-Uniform vervollständigt die Szenerie und vermittelt einen authentischen Einblick in die bürgerliche Küchenwelt jener Zeit.

Puppenensemble mit Stube

Dieses Puppenensemble zeigt eine detailreiche Stube mit einer weiblichen Puppe und Miniaturmöbeln. Im Mittelpunkt steht eine weibliche Puppe mit braunen Haaren, die ein dunkelblaues Baumwollkleid mit weissem Rüschenunterkleid und schwarze Lackschuhe trägt. Umgeben ist sie von Miniaturmöbeln wie einem Schreibtisch, einem geflochtenen Stuhl und einem Kinderwagen. Ein Teppich rundet die Szene ab. Kleine Details – Tassen, Teekanne, Kerze, Zeitung, Teller, gehäkelte Tasche, Blumenstrauss, Spiegel und Hut – verleihen der Stube Authentizität und lassen sie lebendig wirken.

Fazit: Puppenstuben als Spiegel der Gesellschaft

Die Puppenstuben aus der Sammlung Museum Aargau sind nicht nur nostalgische Erinnerungsstücke, sondern wertvolle Zeitzeugen. Sie dokumentieren die Verbindung von Handwerk, Pädagogik und gesellschaftlichem Wandel und sind damit ein unverzichtbares Kulturgut, das Tradition und Geschichte in greifbarer Form verkörpert.

Literatur

Weitere Blogbeiträge

Von Patricia Striebel

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