Museum Aargau

"Damals im Aargau": Alexander Barth, Verwaltungsratspräsident der Rivella AG in Rothrist

Zurück zum Blog 28. Juni 2023 Category Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Bei steigenden Temperaturen erfrischt Sie Museum Aargau mit einem Podcast-Beitrag zur Firmengeschichte der Rivella AG Al

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Historia

Audio-Tour Preis Museumseintritt Dauer der ganzen Tour ca. 75 Minuten 0 Eine Reise durch das Kloster mit 21 Stationen Entdecken Sie das Kloster Wettingen auf der Audiotour “Historia”. 21 Stationen füh

 
Museum Aargau

Rosalia signorum: Frühlingsfest in den römischen Legionen

Zurück zum Blog 31. März 2026 Categories Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Am 12. April 2026 feiert der Legionärspfad Vindonissa sein Eröffnungsfest . Im Fokus steht die rosalia signorum ,

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Ausstellungen und Rundgänge

Erleben Sie auf der Klosterhalbinsel Wettingen interaktive Ausstellungen und Touren. Die Angebote eignen sich für Erwachsene, Familien und Schulen. Ob mit Kopfhörer, auf einer Rätseltour oder mit der

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Parlatorium

Diskussionslabor Preis Museumseintritt Anmeldung Nicht erforderlich (für Schulen empfohlen) Hunderte Fragen in einem Raum Das um 1600 erbaute Parlatorium war einer der wenigen Klosterräume, in denen f

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Kreuzgang

Dauerausstellung Preis Museumseintritt 0 Ort der Meditation mit bedeutendem Glasscheibenzyklus Der gut erhaltene Kreuzgang mit seinen romanischen und gotischen Masswerken vermittelt einen Eindruck von

 
Kloster Königsfelden

Glasfenster-Tour

30 Wissenswertes zu den Glasfenstern mit Königin Agnes und Baumeister Odo Begleiten Sie Baumeister Odo und Königin Agnes zu den berühmten Glasfenstern im Kloster Königsfelden. Auf dieser Audio-Tour er

 
Kloster Königsfelden

Baugeschichts-Tour

35 Wissenswertes zur Baugeschichte mit Königin Agnes und Baumeister Odo Erfahren Sie auf dieser Audio-Tour Wissenswertes über die Entstehung der Klosterkirche Königsfelden und des ehemaligen Doppelklo

 
Vindonissa Museum

Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe!

Spiel-Tour für Kinder Geeignet für Ab 8 Jahre Preis Im Museumseintritt inbegriffen Dauer 90 Minuten Anmeldung Nicht erforderlich Ab 8 Jahre – Löst Rätsel und entdeckt einen römischen Schatz Rätsel lös

 
Vindonissa Museum

Vitrine AKTUELL

Preis: Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung: Nicht erforderlich 30 Grabsteine aus Vindonissa: Sprechende Steine und ihre Schicksale Die Kantonsarchäologie Aargau gestaltet die "Vitrine AKTUELL" im

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Museumsblog

Vom Puppenhaus zur Puppenstube: Miniaturwelten voller Geschichte

Puppenhäuser und Puppenstuben sind mehr als nur Kinderspielzeuge: Sie spiegeln Kultur, Handwerk und Gesellschaft vergangener Jahrhunderte wider. Mit Exemplaren der Sammlung Museum Aargau geben wir Einblicke in die faszinierende Geschichte der Miniaturwelten.

16. bis 18. Jahrhundert: Puppenhäuser als Schaustücke 

Die Geschichte der Puppenhäuser reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Das älteste bekannte Puppenhaus stammt von Herzog Albrecht V. von Bayern. Er liess 1557 eine verkleinerte Nachbildung seines Fürstenhauses bei seinem Hofschreiner anfertigen. Im 17. und 18. Jahrhundert erfreuten sich Miniaturwelten besonders in Patrizierfamilien grosser Beliebtheit, die ihre Häuser detailgetreu nachbilden liessen.

Puppenhäuser waren handgefertigt, aus hochwertigen Materialien und zeugten von grossem Kunsthandwerk. Stolz demonstrierten die wohlhabenden Besitzenden mit den Puppenhäusern ihre kultivierte Lebensweise und ihren sozialen Rang. Dies macht sie zu wertvollen Objekten, die uns einzigartige Einblicke in die Wohnkultur und Alltagswelt vergangener Jahrhunderte bieten.

Vom Puppenhaus zur Puppenstube: Wandel zum Spielzeug im 19. Jahrhundert

Mit der Industrialisierung veränderte sich die Funktion von Puppenhäusern. Puppenstuben – die kleineren und preiswerteren Puppenhäuser – wurden zunehmend populär und fanden ab dem 19. Jahrhundert ihren Weg in Kinderzimmer. Die Puppenstube unterscheidet sich in ihrer Bauweise vom Puppenhaus: Sie besteht meist aus einem oder zwei gegenüberliegenden Zimmer in einem offenen Raum ohne Dach (z.B. Schlafzimmer und Wohnzimmer oder Küche) und diente primär zum Spielen.

Pädagogen wie Friedrich Fröbel erkannten den pädagogischen Wert solcher Miniaturen: Puppenstuben vermittelten spielerisch die Organisation eines Haushalts, förderten soziale Lernprozesse und machten Kinder mit alltäglichen Situationen vertraut. Gleich wie die früheren Puppenhäuser spiegeln auch Puppenstuben die Wohnkultur ihrer Epoche wider.

Puppenstuben im 20. Jahrhundert: Beispiele aus der Sammlung Museum Aargau

Auch in der Schweiz spielten Puppenstuben eine besondere Bedeutung. Sie waren oft aus lokalem Holz gefertigt und wurden über Generationen weitergegeben. Diese Miniaturhäuser erzählen so nicht nur Familiengeschichten, sondern zeugen auch von der engen Verbindung zwischen Handwerk und bürgerlicher Wohnkultur.

Nur wenige Puppenstuben aus dem 20. Jahrhundert blieben erhalten, da sie nicht mehr ausschliesslich als Schauobjekte dienten, sondern aktiv zum Spielen genutzt wurden. Die folgenden liebevoll und detailreich gestalteten Puppenstuben und Puppenensembles stammen aus der Sammlung Museum Aargau und veranschaulichen die Wohnkultur sowie die Funktion der Puppenstube im 20. und 21. Jahrhundert. 

Zweiteilige Puppenstube aus dem frühen 20. Jahrhundert

Diese Puppenstube stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und gehört zu den ältesten und am besten erhaltenen Puppenstuben der historischen Sammlung. Sie besteht aus zwei Zimmern mit Glasfenstern, die von roten und weissen Vorhängen geschmückt sind. Die Wände und Böden sind mit bunt gemusterten Papiertapeten versehen. Die Einrichtung spiegelt den Stil des frühen 20. Jahrhunderts wider. An der Abnutzung zeigt sich der Übergang vom repräsentativen Schaustück hin zum pädagogischen Spielzeug.

Puppenwaschküche aus Holz (ca. 1910-1920)

Diese aus Holz gefertigte Puppenwaschküche datiert auf die Zeit um 1910-1920, bildet eine typische Waschküche aus bescheidenen Verhältnissen detailgetreu nach. Das robuste Holzgehäuse ist stabil konstruiert und enthält einen kleinen Ofen mit zwei Kesseln, die den Waschprozess veranschaulichen. Ein integrierter Kamin sorgt für den notwendigen Rauchabzug.

Zu ihrer Ausstattung gehören ein Bügelbrett mit Bügeleisen, ein Lavabo mit Abflussbecken und Spiegel sowie zahlreiche Zubehörteile, die den Alltag in einer Waschküche nachstellen: Miniaturkleidung hängt an der Wäscheleine, während Waschmittelpackungen und ein Teppichklopfer die Szenerie abrunden. Diese liebevoll gestaltete Puppenwaschküche vermittelt einen lebendigen Eindruck des damaligen häuslichen Lebens.

Puppenensembles ohne Gehäuse (ca. 1982)

Folgende Puppenensembles sind ohne Gehäuse geschaffen worden und, wurden ca. 1982 von der Donatorin Marlies Wiedenmeier hergestellt und Museum Aargau geschenkt. Die Puppen wurden einzeln angefertigt und von Hand modelliert. Die Herstellungszeit pro Puppe betrug zirka 40 Stunden.

Zwei Puppen mit Waschutensilien

Das Ensemble besteht aus zwei Puppen und verschiedenen Waschutensilien, darunter ein Waschbrett, ein Waschtrog, ein Holzstuhl mit geflochtener Sitzfläche, eine Wäscheleine sowie drei kleine Holztröge. Ergänzt wird die Ausstattung durch Accessoires wie Seifenstücke, zwei geflochtene Körbe, vier gehäkelte und gestrickte Kleidungsstücke und sogar ein kleines Holzschaf. Dieses liebevoll und detailreich gefertigte Ensemble zeigt die vielfältige Auswahl an Miniatur-Waschutensilien, die für die Darstellung des häuslichen Alltags zur Verfügung standen.

Puppe und Miniaturküche mit Kochbuch

Dieses Ensemble präsentiert eine funktionierende Miniaturküche mit Backofen, Vorratsdosen und verschiedenen Küchengeräten. Bemerkenswert ist das "Settiner Puppenkochbuch" - ein kleinformatiges historisches Miniaturkochbuch, herausgegeben von Richard Braun. Dieses 62-seitige, speziell auf Kochrezepte für Puppenküchen abgestimmte Buch wurde als Beigabe zu Puppenküchen angeboten. Es enthält Anleitungen für Rezepte wie Anis-Kräpflein und Zwiebel-Sauce. Einige Rezepte, wie der "Mäusebraten" oder das "junge Gänschen aus Walnüssen", sind humorvoll gestaltet und unterstreichen die spielerische Natur des Puppenspiels. Eine Puppe in einer Dienstmagd-Uniform vervollständigt die Szenerie und vermittelt einen authentischen Einblick in die bürgerliche Küchenwelt jener Zeit.

Puppenensemble mit Stube

Dieses Puppenensemble zeigt eine detailreiche Stube mit einer weiblichen Puppe und Miniaturmöbeln. Im Mittelpunkt steht eine weibliche Puppe mit braunen Haaren, die ein dunkelblaues Baumwollkleid mit weissem Rüschenunterkleid und schwarze Lackschuhe trägt. Umgeben ist sie von Miniaturmöbeln wie einem Schreibtisch, einem geflochtenen Stuhl und einem Kinderwagen. Ein Teppich rundet die Szene ab. Kleine Details – Tassen, Teekanne, Kerze, Zeitung, Teller, gehäkelte Tasche, Blumenstrauss, Spiegel und Hut – verleihen der Stube Authentizität und lassen sie lebendig wirken.

Fazit: Puppenstuben als Spiegel der Gesellschaft

Die Puppenstuben aus der Sammlung Museum Aargau sind nicht nur nostalgische Erinnerungsstücke, sondern wertvolle Zeitzeugen. Sie dokumentieren die Verbindung von Handwerk, Pädagogik und gesellschaftlichem Wandel und sind damit ein unverzichtbares Kulturgut, das Tradition und Geschichte in greifbarer Form verkörpert.

Literatur

Weitere Blogbeiträge

Von Patricia Striebel

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