Sammlungszentrum Egliswil

Reproduktionsanfragen

Tarife Bildanfragen und Reproduktion Preis Grundgebühr für alle Fotobestellungen CHF 25.– Digitale Reproduktion aus dem Fotoarchiv s/w oder farbig CHF 30.– / Bild Reproduktion als Scan s/w oder farbig

 
Sammlungszentrum Egliswil

Objekteangebote

Senden Sie Ihr Angebot über untenstehendes Formular an unseren Leiter Sammlung & Konservierung. Wir prüfen Ihre Anfrage sorgfältig und geben Ihnen innerhalb von drei Monaten eine begründete Rückmeldun

 
Sammlungszentrum Egliswil

Formular Reproduktionsanfrage einreichen

Kontakt Gesuchstellende Institution Funktion/Position Vorname * Nachname * Adresse * PLZ * Ort * E-Mail Adresse * Telefon Verwendungszweck und Leihobjekte Titel der geplanten Ausstellung * Ausstellung

 
Museum Aargau

Ein Hexenprozess auf Schloss Lenzburg

Zurück zum Blog 28. August 2024 Categories Mittelalter Neuzeit Schlossgeschichten Adelheid, Agnes, Anna, Barbara, Bryda, Jakob, Magdalena, Regula, Verena: Sie alle waren im Turm der Lenzburg gefangen,

 
Schloss Habsburg

Schloss Habsburg virtuell

Virtueller Rundflug mit VR-Brille Preis Kostenlos Dauer ca. 20 Minuten Reservation erforderlich Buchen Sie Ihr Zeitfenster bequem online (pro Brille sind zwei Personen möglich). Hinweis Die VR-Brillen

 
Museum Aargau

Feste im Mittelalter: Höfische Festkultur und Tafelfreuden

Zurück zum Blog 29. Mai 2026 Categories Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Vor allem die höfische Festkultur bot Raum für prunkvolle

 
Legionärspfad Vindonissa

Der Legionär – Im Kampf und Dienst für Rom

Themen-Tour für Erwachsene Preis Im Museumseintritt inbegriffen 60 Alltag, Macht und Kampfeskraft in der Legion Zur Zeit von Vindonissa stand das römische Reich auf dem Gipfel seiner Macht. Niemals wa

 
Schloss Lenzburg

Kindermuseum

Kindermuseum und PLIRRK Preis Museumseintritt Öffnungszeiten Bastelbereich Dienstag bis Sonntag: 10.00 Uhr bis 16.30 Uhr Hinweis Kinder müssen beaufsichtigt werden. Geheime Ecken entdecken! Kindermuse

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Führungen und Workshop für Gruppen

Museum Aargau bietet für Gruppen buchbare Führungen, einen Heilkräuter-Workshop sowie eine knifflige Rätseltour durch die Klosterhalbinsel Wettingen an. Schwerpunkte sind das Klosterleben von damals s

 
Sammlungszentrum Egliswil

Fachauskunft und Beratung

Museum Aargau stellt Ihnen gerne Objekte der Sammlung für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung. Bitte nehmen Sie vorgängig Kontakt mit uns auf. Beachten Sie, dass wir über keinen Lesesaal verfügen

Gradian

Museumsblog

Bluffen für Vornehme – Ein Poch-Spielbrett von 1760

Spielen ist eine der universalen menschlichen Aktivitäten. Schon vor einem Vierteljahrtausend waren die Menschen für Spiele zu begeistern. Genau dies zeigt ein spezielles Objekt aus der Sammlung des Museum Aargau: ein Spielbrett aus dem 18. Jahrhundert.

Mit seinen 32 Zentimeter Durchmesser hat das achteckige Spielbrett ähnliche Dimensionen wie heutige Brettspiele, die in der Regel an einem Tisch gespielt werden. Das reich verzierte Brett steht auf zwei (ursprünglich vier) gedrechselten Füssen und ist aus Eichenholz gefertigt. In acht eiförmigen Vertiefungen sind Kartenfiguren und –kombinationen gemalt, auf welche die Spieler im Spielverlauf Einsätze setzen können.

Die Inschrift im Zentrum des Holzgeräts macht deutlich, für welches Spiel das Brett gedacht war: Für das "bock spill" (Poch-Spiel). Die Vertiefungen mit den Kartenmotiven sind jeweils mit Umschriften versehen, die sich auf die Funktion der Figuren beziehen und spielerisch wie keck den Spieler ansprechen. So meint der Zweizeiler zu Figur der "Sau": "Hast du die trump Sau in der Hand, so Zieh das Ihre, ist kein Schand".

Das "bock spill" und seine Verwandten

Pochen war und ist ein weitgehend auf Glück basierendes Kartenspiel, das sich aus drei voneinander getrennten Spielphasen zusammensetzt. Das Spielbrett wird in den ersten beiden Phasen verwendet. Bevor sie ihre Karten erhalten, legen die Spieler in die Pochfächer ihre Einsätze und hoffen darauf, mit den ihnen ausgespielten Händen die den Fächern zugeteilten Figuren und Kombinationen zu treffen.

In der zweiten Phase folgt dann das eigentliche "Pochen", bei dem die Spieler weitere Einsätze setzen, ihre Gegenspieler überbieten und letztlich auch "bluffen" können.

Das Pochen dürfte um 1500 aus einer Verbindung von verschiedenen älteren Spielen entstanden sein, bis in die Moderne blieben seine Regeln aber flexibel und regional vielfältig. Verwandt ist es mit dem englischen Kartenspiel Pope Joan oder dem französischen Nain jaune, die beide ebenfalls mit einem Spielbrett mit Fächern für Einsätze gespielt wurden.

Es wird zudem vermutet, dass das Pochen einer der Vorläufer des Poker-Spiels war. Neben dem Spielelement des Spekulierens und dem Bieten von Einsätzen verweist die etymologischen Verwandtschaft der Spielenamen (dt. "pochen", frz. "poque", engl. "poker") darauf hin.

Der Ausdruck 'Pochen' trug neben seiner heutigen Bedeutung ursprünglich übrigens auch – ganz im Sinne der erwähnten Spiele – den Sinn von "Prahlen" und "Herausfordern".

Ausgespielt: Vom Spiel- zum Museumsgegenstand

Das Objekt gehörte zur Ausstattung von Schloss Lenzburg. Diese wird heute von der Sammlung des Museum Aargau verwaltet, nachdem der Kanton Aargau 1956 das Schloss erwarb und es später zum Kern des Museums machte. Die Inschrift auf dem Poch-Brett legt nahe, dass das Spielutensil 1760 hergestellt wurde. Das Spielbrett wurde wohl in einer süddeutschen Werkstatt hergestellt. Nahezu identische Exemplare mit jedoch anderer Jahreszahl sind bspw. in Museumsammlungen in München oder Nürnberg zu finden.

Bis 1798 residierten die Berner Landvögte auf Schloss Lenzburg, zwischen 1757 und 1765 war dies Bernhard von Diesbach, welcher wie seine Vorgänger und Nachfolger ein Mitglied der Stadtberner Obrigkeit war. Gut möglich, dass der Landvogt selbst dem Glückspiel frönte: Wie das aufwändige, kunstvoll bemalte Spielbrett vermuten lässt, war dies eine durchaus teure Anschaffung und das "Pochen" zugleich auch mehr Erwachsenenunterhaltung denn Kinderspiel.

Dieser Beitrag wurde im Juli 2019 von Michael Brunner, ehemaliger Praktikant der Sammlung von Museum Aargau, verfasst.

Von Michael Brunner

Ähnliche Artikel finden Sie hier:

Kommentare

Kommentar schreiben

* Diese Felder sind erforderlich

Newsletter

Newsletter abonnieren und tolle Preise gewinnen!

Jetzt anmelden