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Der Küchenabfall der Habsburg: Was Tierknochen verraten

Zurück zum Blog 03. November 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Die Tierknochenfunde von Schloss Habsburg verraten überraschend viel über das Leben der frühen Habsburgerinnen und Habsburger: Was kam auf den Tisch, wie reich waren sie wirklich und wie wurde gejagt? 120 Kilogramm Tierknochen Bei archäologischen Ausgrabungen auf der Habsburg wurden rund 120 Kilogramm Tierknochen gefunden. Ein Teil wurde analysiert und ausgewertet. Aus dem 11. bis 13. Jahrhundert sind dies die Knochenfunde aus den ungestörten Grabungsschichten im Ostturm der Vorderen Burg. Sie stellen den alltäglichen

 
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Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe!

Spiel-Tour für Kinder Geeignet für Ab 8 Jahre Preis Im Museumseintritt inbegriffen Dauer 90 Minuten Anmeldung Nicht erforderlich Ab 8 Jahre – Löst Rätsel und entdeckt einen römischen Schatz Rätsel lösen und einen echten Schatz aus Vindonissa entdecken: Beim Rundgang "Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe" schlüpfen Besucherinnen und Besucher in verschiedene Rollen: Archäologe, Ausgräberin, Grabungstechniker, Restauratorin, Wissenschaftler oder Museumsdirektorin. An authentisch nachgebauten Schauplätzen wie dem Grabungszelt, im Grabungscontainer, im Labor oder im Archiv warten knifflige

 
Vindonissa Museum

Vitrine AKTUELL

Preis: Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung: Nicht erforderlich 30 Grabsteine aus Vindonissa: Sprechende Steine und ihre Schicksale Die Kantonsarchäologie Aargau gestaltet die "Vitrine AKTUELL" im Vindonissa Museum jedes Jahr neu. Thema sind aktuelle Grabungen, aussergewöhnliche Funde oder Forschungsergebnisse. Entdeckung einer mittelalterlichen Siedlung Die "Vitrine AKTUELL" 2025/2026 präsentiert erste Erkenntnisse aus der Steimet in der Gemeinde Wölflinswil. Dort kam 2023 ein bisher unbekannter und schon vor 900 Jahren aufgegebener Ortsteil ans Licht. Überraschend fanden sich im ländlichen

 
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Schloss-Foxtrail Lenzburg

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Bluffen für Vornehme – Ein Poch-Spielbrett von 1760

Spielen ist eine der universalen menschlichen Aktivitäten. Schon vor einem Vierteljahrtausend waren die Menschen für Spiele zu begeistern. Genau dies zeigt ein spezielles Objekt aus der Sammlung des Museum Aargau: ein Spielbrett aus dem 18. Jahrhundert.

Mit seinen 32 Zentimeter Durchmesser hat das achteckige Spielbrett ähnliche Dimensionen wie heutige Brettspiele, die in der Regel an einem Tisch gespielt werden. Das reich verzierte Brett steht auf zwei (ursprünglich vier) gedrechselten Füssen und ist aus Eichenholz gefertigt. In acht eiförmigen Vertiefungen sind Kartenfiguren und –kombinationen gemalt, auf welche die Spieler im Spielverlauf Einsätze setzen können.

Die Inschrift im Zentrum des Holzgeräts macht deutlich, für welches Spiel das Brett gedacht war: Für das "bock spill" (Poch-Spiel). Die Vertiefungen mit den Kartenmotiven sind jeweils mit Umschriften versehen, die sich auf die Funktion der Figuren beziehen und spielerisch wie keck den Spieler ansprechen. So meint der Zweizeiler zu Figur der "Sau": "Hast du die trump Sau in der Hand, so Zieh das Ihre, ist kein Schand".

Das "bock spill" und seine Verwandten

Pochen war und ist ein weitgehend auf Glück basierendes Kartenspiel, das sich aus drei voneinander getrennten Spielphasen zusammensetzt. Das Spielbrett wird in den ersten beiden Phasen verwendet. Bevor sie ihre Karten erhalten, legen die Spieler in die Pochfächer ihre Einsätze und hoffen darauf, mit den ihnen ausgespielten Händen die den Fächern zugeteilten Figuren und Kombinationen zu treffen.

In der zweiten Phase folgt dann das eigentliche "Pochen", bei dem die Spieler weitere Einsätze setzen, ihre Gegenspieler überbieten und letztlich auch "bluffen" können.

Das Pochen dürfte um 1500 aus einer Verbindung von verschiedenen älteren Spielen entstanden sein, bis in die Moderne blieben seine Regeln aber flexibel und regional vielfältig. Verwandt ist es mit dem englischen Kartenspiel Pope Joan oder dem französischen Nain jaune, die beide ebenfalls mit einem Spielbrett mit Fächern für Einsätze gespielt wurden.

Es wird zudem vermutet, dass das Pochen einer der Vorläufer des Poker-Spiels war. Neben dem Spielelement des Spekulierens und dem Bieten von Einsätzen verweist die etymologischen Verwandtschaft der Spielenamen (dt. "pochen", frz. "poque", engl. "poker") darauf hin.

Der Ausdruck 'Pochen' trug neben seiner heutigen Bedeutung ursprünglich übrigens auch – ganz im Sinne der erwähnten Spiele – den Sinn von "Prahlen" und "Herausfordern".

Ausgespielt: Vom Spiel- zum Museumsgegenstand

Das Objekt gehörte zur Ausstattung von Schloss Lenzburg. Diese wird heute von der Sammlung des Museum Aargau verwaltet, nachdem der Kanton Aargau 1956 das Schloss erwarb und es später zum Kern des Museums machte. Die Inschrift auf dem Poch-Brett legt nahe, dass das Spielutensil 1760 hergestellt wurde. Das Spielbrett wurde wohl in einer süddeutschen Werkstatt hergestellt. Nahezu identische Exemplare mit jedoch anderer Jahreszahl sind bspw. in Museumsammlungen in München oder Nürnberg zu finden.

Bis 1798 residierten die Berner Landvögte auf Schloss Lenzburg, zwischen 1757 und 1765 war dies Bernhard von Diesbach, welcher wie seine Vorgänger und Nachfolger ein Mitglied der Stadtberner Obrigkeit war. Gut möglich, dass der Landvogt selbst dem Glückspiel frönte: Wie das aufwändige, kunstvoll bemalte Spielbrett vermuten lässt, war dies eine durchaus teure Anschaffung und das "Pochen" zugleich auch mehr Erwachsenenunterhaltung denn Kinderspiel.

Dieser Beitrag wurde im Juli 2019 von Michael Brunner, ehemaliger Praktikant der Sammlung von Museum Aargau, verfasst.

Von Michael Brunner

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