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Alice Mattenberger, legendäre letzte Wirtin von Schloss Habsburg

Zurück zum Blog 03. August 2023 Kategorien Schlossgeschichten 20./21. Jh. 45 Jahre lang wirtete Alice Mattenberger (1901–1988) auf Schloss Habsburg. Die legendäre letzte Schlosswirtin verköstigte ihre Gäste mit Suppe, Schinken und Anekdoten aus der Schlossgeschichte. Bei Alice Mattenberger kehrte die halbe Schweiz ein. Die letzte Schlosswirtin prägte die "Wirtschaft auf Schloss Habsburg " von 1930 bis 1974. Das ganze Jahr herrschte viel Betrieb auf der Burg: Mattenberger wirtet im Schlosshof, unter den Linden, im Schankraum, in der Gaststube und im Rittersaal auf der dritten Etage. Alice Mattenberger fand dabei immer Zeit für einen Schwatz mit Gästen aus nah und fern, die sich für das Schloss und dessen Geschichte interessierten. Eine kleine Schar von Frauen aus dem Dorf unterstützte die Wirtin im täglichen Gastbetrieb und aushilfsweise auch an den Wochenenden und bei Veranstaltungen. Wirtin mit grossem Herz für Tiere Zeitzeugen beschreiben Alice Mattenberger als grossgewachsene und in ihrer Erscheinung gepflegte Frau. Im Dorf war sie respektiert. Alice Mattenberger hatte auch ein Herz für Tiere: Hunde und Katzen fühlten sich auf der Habsburg wohl. Und ab und zu auch eine Dohle, die aus dem Nest gefallen war und von den Mattenbergers grossgezogen wurde. Die Dogge der Wirtsfamilie war auch treue Helferin für Warentransporte vom und zum Bahnhof Schinznach-Bad. Alice Mattenberger war bekannt für ihre Tierliebe. © Privatarchiv Mattenberger Vater übergab die kleine Alice der Gemeinde Aussergewöhnlich ist die Geschichte, wie Alice Mattenberger auf Schloss Habsburg kam. Geboren wurde sie 1901 als Alice Riniker, vermutlich in Carouge (GE). Ihr Vater brachte Alice und ihren Bruder im Alter von drei und vier Jahren auf die Gemeindekanzlei von Habsburg – und kam nie mehr zurück. Riniker ist ein Ortsbürgergeschlecht, und so musste sich die Gemeinde um die Kinder kümmern. Alice wurde von Rudolf und Elisabeth Hummel adoptiert, dem kinderlosen Pächterpaar der Gastwirtschaft auf Schloss Habsburg. Ihr Bruder Hans kam zu einem Bauern auf den Bözberg. Alice mit ihren Adoptiveltern Elisabeth und Rudolf Hummel um 1920. © Privatarchiv Mattenberger Heirat, Geburt und Rückkehr auf die Habsburg 1926 heiratete Alice Hans Mattenberger aus Birr und zog mit ihm nach Zug. 1930 kehrte sie mit ihrem neugeborenen Sohn Heinz auf Schloss Habsburg zurück. Ihr Adoptivvater brauchte nach dem Tod seiner Frau Elisabeth Hilfe mit der Gastwirtschaft Alice Mattenberger mit Sohn Heinz 1932 nach ihrer Rückkehr auf Schloss Habsburg. © Privatarchiv Mattenberger Alice Mattenberger entpuppte sich als talentierte Wirtin. Als 1942 auch ihr Adoptivvater starb, übernahm Alice Mattenberger die alleinige Verantwortung über die Gastwirtschaft. Während 45 Jahren begeisterte sie ihre Gäste mit bürgerlicher Küche. Arbeit gab es das ganze Jahr über, denn die Wirtschaft war auch im Winter geöffnet. Alice Mattenberger 1940 mit Sohn Heinz. © Privatarchiv Mattenberger Alice Mattenberger war als Schlosswirtin äusserst beliebt, auch weil sie kundig Gäste aus nah und fern in die Geschichte der Habsburger einführte. Nach ihrer Pension lebte sie bis 1986 an der Schlossgasse 21 in Habsburg, zwei Jahre später starb Alice Mattenberger 87-jährig im Altersheim in Windisch. Quellen und Recherche Recherche Esther Duran, Kunsthistorikerin M.A., Museumsführerin Museum Aargau Literarische Quellen "Habsburger Dorfgeschichten, Zeitzeugen erinnern sich, Erzählungen aus dem Leben, wie es damals war", Herausgeberin Marianne Spiess, Druck xline ag, Brugg, 2008 "Habsburger Dorfgeschichten, Zeitzeugen erinnern sich, Erzählungen aus dem Leben, wie es damals war, Heinz Mattenberger: Das Schloss war mein Zuhause", S. 20-34, Herausgeberin Marianne Spiess, Druck xline ag, Brugg, 2008 Erzählungen von Hedy Schenkel, Zeitzeugin aus Habsburg, während einem gemeinsamen Schlossrundgang mit Marianne Spiess und Esther Duran am 8. Juni 2021 Verschiedene Dokumente über Schloss Habsburg aus dem Staatsarchiv des Kantons Aargau, Aarau Zeitungsartikel "Generalanzeiger", Eigenamt, "Habsburg, ein junges Kapitel Schlossgeschichte, Die letzten Bewohner der Habsburg", 15. Oktober 1999 Bildquellen Familienalbum, Privatbesitz Mattenberger Von Pascal Meier Von Pascal Meier Pascal Meier ist Mitglied im Team Marketing & Kommunikation von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schlossgeschichten 20./21. Jh. Kommentare

 
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Kochvideo: Hühnerleber-Raviol – Rezept aus dem 17. Jahrhundert

Zurück zum Blog 13. März 2023 Kategorie Kochvideos & historische Rezepte Kochen Sie Hühnerleber-Raviol nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert. Unsere Schlossköchin zeigt Ihnen im Video, wie es geht. Die Pasta wurde keinesfalls nur in China erfunden. Quellen zeugen davon, dass schon im 3. und 4. Jahrhundert "Teigwaren" nicht nur gebacken, sondern auch im Wasser gekocht wurden. Eindeutig als Pasta zu bezeichnen sind die in Sizilien 1154 bezeugten Tria oder Itriya, dünne lange Nudeln, im Dorf Trabia hergestellt. Heute gibt es nur mehr eine Handvoll Frauen, die diese Nudeln nach altem Rezept herstellen. Das Ravioli ("sambusaj") wird erstmals bei Giambonio da Cremona erwähnt, welcher in seiner Rezeptsammlung aus dem 13. Jahrhundert 80 arabische Rezepte abdruckt. Unser Rezept von Hühnerleber-Raviol stammt aus dem Kochbuch von Eleonora Maria Rosalia (1647-1704), Herzogin von Troppau und Jägerndorf, "Freywillig aufgesprungener Granat-Apffel des Christlichen Samariters". Für 4 Personen Dauer: Vorbereitung 30 Minuten, Fertigstellen 5 Minuten Zutaten Teig: 250 g Dinkelmehl 1.5 dl Wasser 3 frische Eier 25 g Butter Füllung: 250 g Hühnerleber 1 Bund Petersilie 2 Stängel Mangold Grob geriebenes Brot Holländischen Hartkäse, gerieben 2 Eier Gewürzmischung: Pfeffer, Ingwer, Muskatnuss 1 Eiweiss 2 Liter Fleischbouillon Sauce: 50 g Butter Holländischen Hartkäse, gerieben Muskatblüten Pfeffer Zubereitung Alle Zutaten für den Teig mischen. Für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Die Hühnerleber klein hacken, mit der Petersilie und dem kleingehackten Mangold im Butter anbraten. Das geriebene Brot zugeben. Alles in eine Schüssel geben. Den Käse, die zwei Eier und die Gewürze beimischen. Den Teig sehr dünn ausrollen und in Rauten schneiden. Jeweils ein Stück mit der Füllung belegen. Die überstehenden Teigränder mit Eiweiss bestreichen und mit einem zweiten Stück belegen und festdrücken. Alle Ravioli nochmals für 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Die Bouillon aufkochen und die Ravioli für ca. 3 Minuten garen. In einer Bratpfanne die Butter schmelzen, Käse, Muskatblüten und Pfeffer beigeben und die Ravioli darin schwenken. Heiss servieren. Quelle Eleonora Maria Rosalia, Freywillig aufgesprungener Granat-Apffel des Christlichen Samariters, 1. Auflage 1674. Wer gerne weitere Rezepte selbst ausprobieren möchte: Das Digitalisat des "Granat-Apffel" ist über das Münchner Digitalisierungszentrum aufrufbar . Weitere Kochvideos 04. Mai 2020 Kochvideo: Huhn an Zitrone – Rezept aus dem Mittelalter Huhn an Zitrone: ein raffiniertes Rezept aus dem Mittelalter. Im Kochvideo zeigen wir, wie's geht! 26. Januar 2022 Kochvideo: Spanische Äpfel – Rezept aus dem 17. Jahrhundert Kochen Sie spanische Äpfel nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert. Unser Kochvideo zeigt, wie es geht. Ein einfaches und leckeres Rezept! 26. Mai 2022 Kochvideo: Eine Rindszunge zuzubereiten - Rezept aus dem 18. Jahrhundert Die Köchin des Landvogtes zeigt euch, wie man eine Rindszunge zubereitet. Ein einfaches Rezept aus dem 18. Jahrhundert! Von Angela Dettling Von Angela Dettling Angela Dettling ist Leiterin Vermittlung von Museum Aargau. Die Historikerin kocht für ihr Leben gern Gerichte aus 2000 Jahren. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Kochvideos & historische Rezepte Kommentare

 
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Sanfte Pflege von Sträuchern

Zurück zum Blog 22. Februar 2023 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Im Garten geht die Arbeit bekanntlich nie aus. Gartenfreunde neigen jedoch manchmal dazu, zu stark in die Natur einzugreifen. Oft ist weniger mehr. Ein gutes Beispiel dafür sind Sträucher: Diese müssen nicht jedes Jahr geschnitten werden. Bei den Sträuchern genügt in der Regel ein Schnitt im Abstand von zwei bis drei Jahren. Schneiden Sie zudem nie mehr als ein Drittel des Strauchs heraus – auch aus Rücksicht auf Vögel, die im Frühjahr zu brüten beginnen. Auf grössere Eingriffe mit Säge und Schere sollten Sie ab Ende Februar generell verzichten. Sträucher, die langsam wachsen, müssen nie oder nur selten geschnitten werden. Sie behalten auch ohne Pflege weitgehend ihre Form. Zu den langsam wachsenden Sträuchern zählen Zaubernuss, Felsenbirne und Magnolien, oder auch schöne einheimische Sträucher wie Pfaffenhütchen, Berberitze und Eibe. Diese Arten sollten weitgehend sich selbst überlassen werden. Entfernen Sie – wenn nötig – nur abgebrochene und faule Teile. Grösser Eingriffe stören den natürlichen Wuchs und richten oft mehr Schaden an als sie der Pflanze nützen. Sträucher, die bereits Anfang Frühling blühen, sollten zudem nicht in der Winterzeit geschnitten werden. Denn mit den Ästen werden in diesem Fall auch die wertvollen Knospen weggeschnitten – die Blütenpracht im Frühling bleibt damit aus. Zu früh blühenden Sträuchern gehören Salweide, Winterschneeball, Kornelkirsche und Hasel – oder auch der gelbe Winterjasmin, der manchmal bereits im November wunderschön über Mauern und Treppen erblüht. Über solche früh blühende freuen sich nach dem Winter übrigens auch die Frühaufsteher im Tierreich. Bieren und Hummeln lieben die nahrhaften Pollen. Tipp: Informieren Sie sich bereits vor dem Kauf von Sträuchern, wie gross diese werden, und wählen Sie eine geeignete Art. Für kleinere Gärten empfehle ich grundsätzlich kleinere Sträucher. So müssen Sie die Pflanzen nicht unnötig schneiden – und die Sträucher können sich möglichst natürlich entwickeln. Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Der Spielzeugkasten von Carl Zweifel

Zurück zum Blog 12. Februar 2023 Kategorie Schätze aus der Sammlung Wer kennt sie nicht? Mit Spielzeugklötzen hat so manches Kind einen wesentlichen Teil seiner Freizeit verbracht. Neben der bekannten Firma "Wisa-Gloria" spielte Carl Zweifel (1884-1963) im Bereich der Lenzburger Spielzeugproduktion eine bedeutende Rolle. Die in den 1930-Jahren hergestellte Holzkiste (49 cm x 23 cm x 56 cm) enthält diverse farbig bemalte Spielklötze. Mit den Säulen, Brücken, Häuserteilen und Quadern konnten die Kinder eine ganze Palette von Gebäudetypen konstruieren. Auf dem aufschiebbaren Deckel ist eine aus Klötzen hergestellte Ortschaft, darunter Schweizer- und Kantonswappen sowie Beschriftungen zu sehen. Es handelt sich um den Prototyp eines von Carl Zweifel entworfenen "Schweizerbaukasten". Zweifels Schweizerbaukasten aus Holz. © Museum Aargau Ein Lenzburger mit Herz und Blut Der am 7. Februar 1884 geborene Carl Zweifel wuchs in der Lenzburger "Villa Malaga" am Fusse des Schlosshügels auf. Nach dem Besuch der Kantonsschule in Aarau entschied er sich dazu, in München und Karlsruhe Architektur zu studieren. Neben seinen architektonischen Hauptarbeiten sorgte er mit aufwändig gestalteten Karten- und Plakatserien über Städte- und Kirchenbauten im Kanton Aargau für Aufmerksamkeit. Als seine beruflichen Tätigkeiten wegen des Aktivdienstes nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ruhten, wandte er sich einer neuen Beschäftigung zu. Angeregt durch einen Wettbewerb fing er nunmehr mit der Produktion von Holzbaukästen an und gewann 1915 dafür den höchsten Preis des Schweizerischen Werkbundes. Seine jahrelang an der Basler Mustermesse ausgestellten Fabrikate brachten ihm viel Anerkennung von Fachleuten und Pädagogen ein. In den folgenden Jahren baute er die Herstellung der "Schweizerbaukästen" und von weiteren Holzartikeln zu seinem Hauptberuf aus. Von Carl Zweifel entworfenes Plakat anlässlich des kantonalen Schützenfests in Lenzburg 1911. (Quelle: kunstbreite.ch) Ein Ankauf von einem Aargauer Sammler Die Historische Sammlung konnte das Objekt zu Beginn des Jahres 2018 von einem Aargauer Sammler käuflich erwerben. Es ist für sie von grosser Bedeutung, weil der Name Carl Zweifel eng mit dem wichtigsten Standort von Museum Aargau verbunden ist. Nach seiner Heirat mit Barbara Hermle zog Carl Zweifel 1921 ins "Tannengut" und somit erneut in unmittelbare Nähe des Schlosshügels. Als Mitglied der Ortsbürgerkommission und Vorstandsmitglied der Vereinigung für Natur- und Heimat sowie als Obermann des Heimatschutzes war für ihn die Erhaltung von schutzwürdigen Baudenkmälern ein Herzensanliegen. Als Sujets für seine Holzschnitt-Karten wählte er oft Gebäude und Orte in Lenzburg aus. In den 1920er-Jahren produzierte er seine Holzprodukte in Zusammenarbeit mit der Firma A. Bucherer & Co. in Amriswil und Diepoldsau. Diese beschäftigte um 1947 über 200 Mitarbeiter und ist Teil der Aargauer Industriekultur. Das Objekt ergänzt den Schwerpunkt – die Aargauer Industriegeschichte – der Historischen Sammlung somit auf ideale Weise. Carl Zweifel (1884-1963) (Quelle: kunstbreite.ch) Dieser Beitrag wurde im Januar 2019 von Jean-Luc Rickenbacher, ehemaliger Praktikant der Sammlung von Museum Aargau, verfasst. Von Jean-Luc Rickenbacher Von Jean-Luc Rickenbacher Jean-Luc Rickenbacher war 2018 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Rasenpflege im März

Zurück zum Blog 16. März 2023 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Sobald es wieder wärmer wird und die Natur langsam aus ihrem Winterschlaf erwacht, fallen die ersten Gartenarbeiten an. Jetzt ist unter anderem der ideale Zeitpunkt für die Rasenpflege. Durch den trockenen Sommer hat so mancher Rasen stark gelitten. Stechen Sie dazu an einem trockenen und schneefreien Tag das Unkraut im Rasen aus. Danach wird der Rasen ein erstes Mal geschnitten – dies ausnahmsweise auf eine Tiefe von zwei bis drei Zentimeter, da anschliessend vertikutiert wird (mehr dazu nachfolgend). Die normale Schnitthöhe beträgt vier bis fünf Zentimeter, sonst droht dem Rasen Sonnenbrand. Ein erster tieferer Schnitt im Frühjahr empfiehlt sich auch, wenn später ein Rasenroboter zum Einsatz kommt. So sind alle Halme auf gleicher Höhe und der Roboter übernimmt nicht das Mähen. Nach dem ersten Schnitt kommt der Vertikutierer zum Einsatz. Mit dessen Hilfe wird Moos und Rasenfilz entfernt. Der Rasen kann so wieder besser wachsen. Achten Sie darauf, dass die Messer nur zwei bis drei Millimeter tief in die Grasnarbe schneiden (zu tief eingestellte Messer pflügen den Rasen um). Der Rasen wird längs und quer vertikutiert, so erfasst der Vertikutierer am meisten Moos und Filz. Rechen Sie danach das ganze Grünmaterial sauber zusammen. Auf die kahlen und kaputten Stellen kommen jetzt Rasensamen, am besten verwendet man dafür einen Nachsaatrasen. Für ein gutes Wachstum des Rasens wird noch mit einem stickstoffreichen Langzeitdünger gedüngt. Für die nächsten zwei bis drei Wochen ist es nun wichtig, dass der Rasen schön feucht ist, damit die Samen auch gut wachsen. Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Podcast mit Rolf Schmid, ehemaliger CEO der Mammut Sports Group AG in Seon

Zurück zum Blog 21. März 2023 Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Rolf Schmid, ehemaliger CEO der Mammut Sports Group AG erzählt, wie er das Unternehmen innert weniger Jahre zu einem der komplettesten Anbieter im mittlerweile 40 Länder umfassenden Outdoor-Markt geführt hat. Von 1996 bis 2016 führt der ehemalige CEO der Mammut Sports Group die ehemaligen Nischenunternehmen zum Big Player im Bergsport-Bereich. Im Podcast erzählt er von wagemutigen Marketing-Aktionen, starken Wachstumsphasen und notwendigen Neuausrichtungen der «Mammut», die 1862 als einfache Seilerei in Dintikon ihren Anfang nahm. Mit einer noch immer anhaltenden, spürbaren Verbundenheit zur Firma teilt Rolf Schmid aus der Management-Perspektive mit, wie sich die Firma verschiedensten Problemen stellte und mit kreativen Lösungen darauf zu reagieren wusste. Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Kommentare

 
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Frauen im Legionslager?

Zurück zum Blog 07. Juni 2023 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Wer das Wort "Legionslager" hört, denkt als erstes unweigerlich an eine von Männern geprägte Domäne. Aber auch Frauen haben ihre Spuren in Vindonissa hinterlassen. Was für Frauen waren das und wie sah ihr Leben in und um das Legionslager Vindonissa aus? Die Anwesenheit von Frauen in Legionslagern war lange Zeit umstritten. Grund dafür war, dass es nach römischem Gesetz den Legionären nicht gestattet war, während ihrer Amtszeit eine Ehe einzugehen. Tatsächlich war das von Kaiser Augustus verfasste Gesetz mitunter so streng, dass es selbst höheren Offizieren wie den Lagerkommandanten verboten war, ihre Frauen ins Legionslager mit zu bringen. Das Gesetz wurde von den meisten Legionären umgangen. Fast alle lebten in einer eheähnlichen Verbindung, dem Konkubinat, mit einer Frau. Eine Vielzahl an archäologischen Funden, ebenso wie schriftliche Quellen berichten von zahlreichen Frauen, die sich in und um das Legionslager aufgehalten haben. Die Schreibtäfelchen von Vindonissa erzählen beispielsweise von einer „Wirtin in Hausnummer 12“, einer „Belica gegenüber dem Bade“, einer „Vindoinsa“ oder einer „Secundina“. Ein ähnliches Bild vermittelt auch ein Schreibtäfelchen aus Vindolanda, einem Hilfstruppenkastell am Hadrianswall in England. Die Korrespondenz zweier Ehefrauen von höheren Offizieren die sich offensichtlich in den Kastellen aufgehalten haben ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Anwesenheit von Frauen in römischen Militärstrukturen nichts Ungewöhnliches war. Centurionengattin Helvia mit Krug Schreibtäfelchen, Frauenkleidung und andere archäologische Funde Des Weiteren sprechen auch zahlreiche Fundstücke aus dem Schutthügel von Vindonissa – wo auch die Schreibtäfelchen gefunden wurden – ein deutliches Bild. Es handelt sich dabei um Objekte, die Frauen zwar nicht direkt benennen, aber eindeutig mit ihnen in Verbindung gebracht werden können: Lederschuhe, Spindeln, Haarnadeln und Haarnetze. Bei den Lederschuhen legen besonders die Form (Zehensandalen) und die Grösse nahe, dass es sich dabei um Frauen- und Kinderschuhe handelt. Sie sind ein deutlicher Hinweis auf die Anwesenheit von Frauen und auch Kindern im Legionslager. Ebenfalls mit Frauen in Verbindung gebracht werden Funde, die zu einem typischen Frauenhandwerk gehören, dem Textilhandwerk: Spindeln, Rocken, Woll- oder Webkämme sowie Nähnadeln aus Holz oder Knochen. Zu beachten ist dabei besonders, dass der Abfall aus dem Schutthügel nicht etwa von der Zivilsiedlung ausserhalb des Lagers stammte, sondern von den Bewohnern des Lagers selbst. Fibeln, die paarweise getragen wurden und sicher zur Frauenkleidung gehörten, sowie Haarnadeln, welche nur von Frauen getragen wurden, stammen aber nicht ausschliesslich vom Schutthügel, sondern wurden auch innerhalb des Lagers gefunden. Ein weiterer Hinweis auf die Anwesenheit von Frauen im Legionslager liefert ein Fund, der in seiner Art einzigartig ist. Im Haus eines Centurio, entlang der Aussenmauer, fand man Überreste von Neugeborenen, die dort bestattet worden war. Ausgräber gehen davon aus, dass es sich bei den Bestattungen um früh verstorbene oder totgeborene Kinder eines Centurio handelt, der zusammen mit seiner Frau im Legionslager gelebt hat. Centurionengattin Valeria mit Kochlöffel Was uns die Quellen über das Leben der Frauen im Legionslager berichten Doch wie sah das Leben der Frauen in und um ein Legionslager aus? Die Schreibtäfelchen erzählen von der Keltin Belica, die vermutlich als Schankwirtin in einer Taverne gearbeitet hat. Es ist sogar möglich, dass ihr das Gasthaus selber gehört hat. Belica ist nicht die einzige Wirtin, die in den Schreibtäfelchen von Vindonissa Erwähnung findet. Dass Römerinnen Gaststätten besassen ist nicht ungewöhnlich, diverse Quellen aus dem Römischen Reich sprechen dafür, dass die Frauen sowohl mit Ehemann als auch alleine einen Betrieb führen konnten. Oftmals herrschte in einer solchen Gaststätte auch Bordellbetrieb. Legionslager zogen natürlicherweise Prostituierte in grosser Zahl an. Die meisten Prostituierten waren Sklavinnen, die von ihren Besitzern zur Prostitution genötigt wurden und Freigelassene, die so ihren Lebensunterhalt verdienten. Freigeborene Römerinnen, die der Prostitution nachgingen, gab es aber auch: Materielle Not war in der Regel der Hauptgrund, als Prostituierte zu arbeiten. Obwohl die Prostitution in der römischen Kaiserzeit allgegenwärtig war, waren Prostituierte gesellschaftlich geächtet. Frauen aus niedrigeren Schichten lernten oft einen Beruf, arbeiteten als Hebamme, in Gastwirtschaften oder in Handwerksbetrieben und Textilmanufakturen. Es gibt sogar Hinweise dafür, dass eine Medizinerin mit griechischen Wurzeln in Vindonissa lebte. Ärztin Cornelia mit Schröpfkopf Die Rechte der Frauen in der Römerzeit Für Frauen aus höheren Schichten sah das Leben ganz anders aus. Sie lebten gemeinsam mit ihren Ehemännern oder Vätern innerhalb der Lagermauern und nahmen auch an den gesellschaftlichen Anlässen wie beispielsweise Gastmählern teil. Allerdings legten sie sich nicht zu den Männern dazu, sondern sassen auf einem Stuhl und zogen sich zu angemessener Zeit zurück. Beim an das Gastmahl anschliessenden Trinkgelage waren sie nicht dabei. Auch vom politischen Leben waren Frauen ausgeschlossen. Sie konnten weder wählen noch für ein politisches Amt gewählt werden. Das gebären und erziehen von Kindern war die Hauptaufgabe und der grösste Wert einer Frau in der römischen Gesellschaft. Zudem waren ausgewählte priesterliche Funktionen auch möglich. Politisch Einfluss nehmen konnten die Frauen nur indirekt über ihre Männer. Mädchen wurden häufig schon mit 12 Jahren verheiratet und waren dabei oftmals Spielball der politischen Interessen der Familie. Die Meinung der Frau zur Hochzeit war dabei nicht gefragt. Dennoch hatten Römerinnen, im Vergleich zu Frauen aus anderen antiken Kulturen, relativ viele Rechte. Sie durften, wie bereits erwähnt, an Gastmählern teilnehmen und auch selber als Gastgeberin auftreten, das Theater oder Amphitheater besuchen und sich sogar jederzeit scheiden lassen. Dazu mussten sie lediglich eine Scheidungsformel aufsagen, um dann mit ihren Habseligkeiten das Haus des Mannes verlassen zu können. Gemeinsame Kinder blieben allerdings in der Obhut des Vaters. Anhand der diversen archäologischen Funde lässt sich das Leben der Frauen in und um das Legionslager von Vindonissa erahnen. Frauen aus verschiedensten Gesellschafts- und Kulturschichten haben ihre Spuren hinterlassen. Aus diesen lässt sich ein buntes und vielseitiges Bild ableiten, das einmal mehr zeigt, wie divers und vielschichtig die römische Gesellschaft auch in einem Legionslager war. Weitere Blogbeiträge 04. Oktober 2022 Quiz: Was wissen Sie über den Alltag der Legionäre? Waren Sie vielleicht im früheren Leben Legionär? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über den Alltag der Legionäre im alten Rom. 16. September 2020 Unsittlich? Das Fahrrad als Symbol für die Emanzipation der Frau Woher kommt die Unterscheidung zwischen Frauen- und Männerräder und wieso war das frühe Fahrrad äusserst politisch? Antworten auf diese… 23. März 2022 Das (Fladen-)Brot des römischen Legionärs – Rezept für panis militaris Panis militaris gehörte zur alltäglichen Kost des miles gregarius, des einfachen römischen Soldaten. Der Legionär und passionierte Bäcker… Von Alisha Keller Von Alisha Keller Alisha Keller war 2023 Praktikantin in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare

 
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Eine Handcreme von 1805 – mit Tutorial

Zurück zum Blog 26. Mai 2023 Kategorien Schlossgeschichten Neuzeit Salben, Pomaden und Cremen sind schon seit Jahrtausenden bekannt – und zwar sowohl für medizinische Zwecke als auch als Kosmetik. Bereits aus dem alten Ägypten kennt man Salben und Cremes. Unter anderem dienten diese mit Ölen in Gefässen als Grabbeigaben. Eines der frühesten bekannten Rezepte einer Creme stammt vom griechischstämmigen Arzt und Anatom Galen. Galen praktizierte von 158 bis 161 in Pergamon als Gladiatorenarzt, später dann in Rom als Leibarzt von Marcus Aurelius. Cremen bestehen fast immer aus Fett, Wasser und einem Emulgator, der die beiden anderen Komponenten bindet. In römischen Cremes war das oft ein tierisches Fett. Der Unterschied zwischen Salben und Cremen ist übrigens derjenige, dass eine Salbe zur Creme wird, wenn man noch zusätzlich Wasser einrührt – mit Hilfe des Emulgators. Eine Creme ist eigentlich nichts anderes als eine wasserhaltige Salbe. Eine Pommade wiederum ist eine Creme, die einen relativ hohen Öl- und Wachsanteil hat und somit eine etwas festere Konsistenz aufweist. Galens "Kalte Creme" und ein Sensationsfund aus London In seinem umfangreichen Werk beschreibt der vorwiegend in Rom tätige griechische Arzt und Anatom Galen unter anderem auch ein Rezept für eine Creme. Das Rezept beinhaltet Öl, Bienenwachs und Rosenwasser. Die Creme kommt mit recht wenig Wachs aus, dafür mehr Rosenwasser, da sie auch zur Kühlung von Muskelkater und Zerrungen gedacht war. Galen war einige Zeit als Gladiatorenarzt tätig – darüber, ob er Muskelzerrungen bei Gladiatoren mit Hilfe dieser Creme gekühlt hat, kann an dieser Stelle nur spekuliert werden, aber denkbar wäre es. Beim Auftragen verdunstet das in der Creme enthaltene Rosenwasser auf der Haut und führt dadurch zu einem kühlenden Effekt. Dieser Effekt war es auch, der der Creme ihren Namen gab. Noch heute wird im angelsächsischen Raum von "Cold Cream" gesprochen. Auch die Grundrezeptur einer Creme aus Ölen, Wachs und Rosenwasser wird auch noch heute angewendet. Im Jahr 2003 wurde bei einer baubegleitenden archäologischen Ausgrabung in Southwark, London ein kleiner Sensationsfund gemacht: ein verschlossenes rundes Zinntöpfchen mit 6 cm Durchmesser und 5.2 cm Höhe mit einer Creme darin. Die Creme wird um die Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. datiert und gilt als bisher älteste aus Europa erhaltene kosmetische Creme. Römischer Cremetopf aus Southwark, London, datiert Mitte 2. Jh. n.Chr. Die biochemischen Analysen von Richard Evershed und seinem Team ergaben, dass die Creme zu rund 40% aus tierischem Fett (vermutlich vom Rind oder Schaf), zu rund 15% aus Zinnoxid (Kassiterit) sowie aus Stärke bestand. Römische Gesichtscremen enthielten zum Abdecken und Aufhellen oft giftiges Bleiacetat (cerussa), in der gefundenen Salbe wurde dies offenbar mit Zinnoxid ersetzt, was angesichts der Verfügbarkeit in Grossbritannien ein naheliegender Ersatz war. Das Team um Evershed hat basierend auf der Analyse versucht, die Creme zu reproduzieren. Das Resultat war eine weissliche, deckende Creme. Gleich nach dem Auftragen sei sie eher fettig, durch die enthaltene Stärke und das Zinnoxid jedoch blieb ein pudriges Finish, nachdem das Fett eingezogen war. Körperpflege und Kosmetik im 18. und 19. Jahrhundert Im 18. und 19. Jahrhundert gab es eine Vielzahl von Schriften zu Gesundheit und Kosmetik, die Rezepte zur Herstellung von Cremes, Salben, Pomaden, Schminke, Parfums, Wässerchen und so weiter beinhalteten. Die Traktate deckten alles möglich ab: von der Salbe gegen Warzen übers Zahnpulver, duftenden Waschbällen und Haarpuder bis hin zu "roter Schminke" für Lippen und Wangen. An dieser Stelle entkräften wir gerne noch einmal das gängige Klischee, dass sich die Menschen im 17. und 18. Jahrhundert nicht wuschen und die Körperpflege einzig darin bestanden haben soll, sich einzuparfümieren. Man hat sich durchaus gepflegt und ebenso Wert auf eine gepflegte Erscheinung gelegt – einzig sah diese Pflege in manchen Aspekten etwas anders aus, als heute. Statt der täglichen Dusche oder dem Vollbad wusch man sich mit Hilfe von Waschschüssel und Schwamm und hielt sich überdies mit dem regelmässigen Wechseln der leinenen Unterwäsche sauber. Und: Viele der historischen Rezepte ergeben auch heute noch wunderbare Körperpflegemittel oder Duftwässerchen! Mit Hilfe des Bidets wie auf dem Bild oder mit Waschschüssel und Schwamm: Körperpflege wurde auch im 18. Jahrhundert betrieben. La Toilette intime ou la Rose effeuillée von Louis-Léopold Boilly, Ende 18. Jh. Handcreme-Rezept von 1805 Ein Beispiel für eine solche Schrift für die Herstellung von kosmetischen Mittelchen ist das Büchlein "Kallopistria oder die Kunst der Toilette für die elegante Welt" von 1805. Verfasst wurde es vom deutschen Apotheker und Chemiker Johann Bartholomäus Trommsdorff. Auf Seite 169 von Trommsdorffs Büchlein finden wir eine "Pommade, welche den Teint erhält" und mit der man "des Nachts das Gesicht und die Hände" überstreichen soll. Titelblatt des Büchleins von Johann Bartholomäus Trommsdorf, Wien, 1805. Das Grundprinzip einer Creme oder Pommade ist seit Galen gleichgeblieben: Auch die besagte Pommade bei Trommsdorff besteht aus einem Fett- oder Öl-Anteil, Wasser sowie einem Emulgator, der die beiden Komponenten miteinander verbindet. Das Originalrezept lautet folgendermassen: "Man lasse in einer zinnernen Pfanne eine Drachme weises Wachs, 2 ½ Drachme Wallrath und zwei Unzen frisches Mandelöl bei gelinden Feuer schmelzen, entferne das Gefäss von dem Feuer und rühre es stark durcheinander, bis es zu erkalten anfängt, dann setze man tropfenweise eine Unze Rosenwasser hinzu, welches man durch ein starkes Durcheinander-Reiben damit zu vereinigen sucht. Mit dieser Pommade überstreicht man des Nachts das Gesicht und die Hände. So dienet es auch zur Auftragung der Schminke." Die Gewichtseinheiten lassen den modernen Lesenden stutzen: Drachmen und Unzen sind heute nicht mehr geläufig. Bis zur Einführung des metrischen Systems waren solche Apothekergewichte in Deutschland als obrigkeitlich festgelegte Masseinheiten bis ins 19. Jahrhundert hinein gang und gäbe. Umgerechnet entspricht eine Drachme einem metrischen Wert von ungefähr 3.5 bis 4 Gramm. Wir rechnen hier mit 3.5 Gramm weiter. Eine Unze wiederum entspricht knapp 30 Gramm. Auch die Ingredienz "Walrath" sorgt für Stirnrunzeln. Es handelt sich hierbei um eine fett- und wachshaltige Substanz aus dem Kopf des Pottwals. Dieses Öl wurde für alles Mögliche verwendet: als Lampenöl, Schmiermittel, Imprägniermittel und eben auch in Cremen und Salben. Heutzutage findet man glücklicherweise in der Drogerie synthetisch hergestellten Walrat-Ersatz oder man kann Jojobaöl als Substitut verwenden. Es müssen also keine Pottwale für unsere Pommade respektive Creme dran glauben. Das Rezept für den modernen Lesenden Die Zutatenliste lautet also: 3.5 Gramm Bienenwachs 8.5 Gramm Walrat-Ersatz 30 Gramm Mandelöl 30 Gramm Rosenwasser Anstelle der zinnernen Pfanne kann man das Wachs, den Walrat-Ersatz und das Mandelöl in einem Glas im Wasserbad langsam erwärmen und zum Schmelzen bringen. Ist alles geschmolzen und hat sich zu einer homogenen Flüssigkeit vermengt, kann man die Mischung kurz ein wenig abkühlen lassen. Danach tröpfelt man das Rosenwasser unter ständigem Rühren in die Mischung, bis sie sich langsam verdickt. Wenn die Mischung ungefähr die Konsistenz von Mayonnaise erreicht hat, füllt man sie in ein entsprechendes Behältnis. Die Pommade respektive Creme wird beim Abkühlen noch etwas fester. Und fertig ist die "Pommade, welche den Teint erhält"! Für Personen mit empfindlicher Haut empfiehlt es sich, die Creme ausschliesslich als Handcreme zu benutzen. Da sie keine künstlichen Konservierungsstoffe enthält, bewahrt man sie am besten im Kühlschrank auf und verwendet sie möglichst bald nach der Herstellung. Gutes Gelingen! Literatur Sherrow, Victoria: For Appearance' Sake. The Historical Encyclopedia of Good Looks, Beauty and Grooming, Westport, 2001. Evershed, R. P., et al.: "Archaeology: Formulation of a Roman cosmetic." Nature, vol. 432, 2004. Mansell, Katherine: Recreating a 2000-year-old-cosmetic, in: Nature. International weekly journal of science, 2004, https://www.nature.com/news/2004/041101/full/news041101-8.html Weitere Blogbeiträge 11. Juli 2023 Sommer-Accessoires im 19. Jahrhundert Museum Aargau präsentiert eine Auswahl von Accessoires, welche die Damen und Herren des 19. Jahrhunderts im Sommer trugen. Diese Objekte… 23. August 2022 Heilkunde im Kloster Seit jeher befassen sich Klöster mit Heilkunde, da die Fürsorge für die Armen und Kranken tief in ihrer Tradition verankert ist. Auch beim… 17. Dezember 2020 Schnürleib, Strümpfe, Strohhut – die Damenmode um 1780 Margaretha Mutach weilte um 1780 als Frau des Landvogts auf Schloss Lenzburg. Was trugen die Damen zu jener Zeit? Eine Reise in die… Von Gabriela Gehrig Von Gabriela Gehrig Gabriela Gehrig leitet das Freiwilligenprogramm von Museum Aargau und ist als Geschichtsvermittlerin tätig. Als Historikerin interessiert sie sich besonders für Sozial- und Kostümgeschichte und schneidert wann immer möglich auch selber. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schlossgeschichten Neuzeit Kommentare

 
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Das Einhorn als christliches Symboltier im Mittelalter

Zurück zum Blog 21. Mai 2023 Kategorie Mittelalter Hat das Einhorn heute unterschiedlichste Bedeutungen, so war es im Mittelalter unter anderem ein christliches Symboltier. Wie das Lamm verkörperte es Jesus Christus und trat oftmals in religiösen Kontexten auf. Ein fester Bestandteil der frühchristlichen Literatur waren sogenannte Bestiarien . Dabei handelt es sich um Nachschlagewerke, die verschiedene Tiere auflisteten und beschrieben. Diese Beschreibungen beschränkten sich aber nicht auf nüchterne Fakten. Vielmehr wurden allen Tieren mittels Bibelzitaten symbolische Bedeutungen zugeschrieben. Die Eule galt zum Beispiel als ein Sinnbild für Menschen, die das Christentum ablehnten, da sie es vorzog im Dunkeln zu leben. Ein Gemälde mit einem Einhorn und der Jungfrau Maria in der Sonderausstellung «Einhorn – eine fabelhafte Geschichte» auf Schloss Lenzburg. ©Museum Aargau Diese – heute seltsam wirkende – Verbindung von Naturkunde und religiöser Symbolik war für antike und mittelalterliche Christen gang und gäbe. Sie kam aus dem Glauben zustande, dass alle Aspekte der Natur Ausdruck von Gottes Willen waren. Dabei wurde die Natur oft als das zweite Buch Gottes bezeichnet, das man ebenso lesen und interpretieren konnte wie die Bibel. Das Einhorn im Bestiarium Physiologus Schon Aristoteles hatte von einer pferdeartigen Kreatur mit einem einzelnen Horn berichtet, welches angeblich in Indien leben sollte. Dank solchen Erzählungen fand das Einhorn auch seinen Weg in den Physiologus , dem wohl bekanntesten Bestiarium der Spätantike und des Mittelalters. Nur die Bibel überflügelte den Physiologus an Popularität. Im Physiologus wird das Einhorn als kleines, dafür umso stärkeres Tier beschrieben. Tatsächlich soll es so wehrhaft gewesen sein, dass ihm kein Jäger Herr werden konnte. In Gegenwart einer Jungfrau sei es dagegen ganz zutraulich und zahm, weshalb es nur diese einfangen könnten. Illustrationen einer Einhorn-Jagd begleiten oft die Einträge zum Einhorn in den Bestiarien. Dabei wird meistens gezeigt, wie das von der Jungfrau bezauberte Einhorn von einem Jäger erlegt wird. Erlegung eines Einhorns aus dem Harley Bestiarium aus dem 13. Jahrhundert. (Wikimedia Commons) Christliche Symbolsprache: Einhorn, Jesus und Maria In seiner biblischen Auslegung steht das Einhorn als Sinnbild für Jesus. Seine kleine Gestalt sei Ausdruck für die Demut Christi. Seine Stärke solle die Stärke von Christus darstellen, der den Tod selbst besiegte. Aber am wichtigsten, das Einfangen des Einhorns durch eine Jungfrau wurde mit der Menschwerdung Christi gleichgesetzt. Dabei steht die Jungfrau für Maria, die nur wegen ihrer Jungfräulichkeit zur Mutter Gottes werden konnte. Das Einhorn fand, wie viele andere Tiere aus dem Physiologus, Eingang in die allgemeinbekannte Symbolsprache des Christentums. Es kam in christlicher Kunst und Literatur immer wieder als Platzhalter für Christus vor. Dabei erscheint es jedoch fast ausschliesslich zusammen mit Maria und nur selten allein. In Lobpreisungen Marias wird sie immer wieder als Zuflucht oder Fängerin des himmlischen Einhorns gepriesen. Dabei wird sie sogar als Einhornjägerin stilisiert, die mit ihrer Keuschheit das himmlische Einhorn einzufangen vermag. Erfurter Einhornaltar aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Während sich das Einhorn in den Schoss Marias schmiegt, sendet Gottvater von oben links das Jesuskind zu ihr herunter (hier mit rot hervorgehoben). ©Wikimedia Commons Die christlichen Bedeutungen der Tötung des Einhorns In den Bestiarien endete die Einhornjagd stets mit der Erlegung des Einhornes im Schoss der Jungfrau. Auch dieser Punkt wurde in christlichen Darstellungen immer wieder aufgegriffen. Die Tötung des Einhorns steht dabei für den Opfertod Christi. Wandteppich eines «Hortus conclusus» (Geschlossener Garten) von 1554 aus Basel. (Wikimedia Commons) In der obigen Darstellung erlegen Adam und Eva das Einhorn (hier mit gelb hervorgehoben). Da Jesus starb, um die von ihnen verursachte Erbsünde zu sühnen, treten sie hier als Töter des Einhornes auf. In anderen Bildern und Texten fiel die Rolle der Einhorntöter oft Juden zu. Viele Christen warfen ihnen in der Spätantike und dem Mittelalter die Schuld an Jesus Tod vor. Eine Haltung, die viel zur Judenfeindlichkeit des Mittelalters beitrug. Wieso das Einhorn aus dem Christentum verschwand Das Einhorn verschwand erst im Laufe der Gegenreformation im 16. Jh. aus dem christlichen Repertoire. Reformatoren wie Martin Luther und Huldrich Zwingli kritisierten den Gebrauch von Bildern in der katholischen Kirche. Um besser vor dieser Kritik gewappnet zu sein, arbeiteten die Katholiken klare Regeln aus, wie religiöse Bilder verwendet werden sollten und was sie darstellen durften. Im Zuge dieser Neuausrichtung verbot die Katholische Kirche unter anderem Bilder mit anzüglichen Darstellungen. Das Einhorn überstand diese Bereinigung nicht. Sein Horn wurde immer wieder als Symbol für ein männliches Glied gedeutet, was seiner Vorliebe für Jungrauen einen anzüglichen Unterton verlieh. So verschwand das Einhorn zunehmend aus der katholischen Symbolsprache. Seine anrüchigen Untertöne hätten der reformierten Kritik schlicht zu viel Angriffsfläche geboten. Weitere Blogbeiträge 26. September 2023 Das Einhorn – ein Wesen mit vielen Bedeutungen Das Einhorn trug im Lauf der Geschichte viele Bedeutungen. Heute ist es ein Symbol für Verschiedenes, darunter Weiblichkeit, Kindheit und… 26. April 2023 Quiz: Welches Fabelwesen sind Sie? Drache, Einhorn oder etwas anderes? Erfahren Sie, welches Fabelwesen am besten zu Ihnen passt! 12. Mai 2022 Die Falknerei im Mittelalter Die Falknerei war im Mittelalter ein beliebtes Hobby adeliger Männer. Aber war die Falknerei lediglich eine adelige Spielerei – oder eben… Von Andreas Mäder-Esteves Von Andreas Mäder-Esteves Andreas Mäder-Esteves ist Historiker und Praktikant im Team Ausstellungen von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Mittelalter Kommentare

 
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Gartentipp: Mit Dahlien in den Frühling

Zurück zum Blog 14. April 2023 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Dahlien sind eine Augenweide. Sie blühen immer wieder und verzaubern mit ihren Formen und Farben auch die Gärten von Schloss Wildegg – bis im Herbst Frostnächte der Blütenpracht ein Ende setzen. Im Frühling werden dann die Dahlienknollen nach dem Überwintern wieder in den Boden gepflanzt. Es ist möglich, die überwinterte Knolle vor dem Einpflanzen einige Wochen in einem Topf vorzutreiben. Voraussetzung dafür ist eine helle, rund 10 Grad kühle Umgebung. Nehmen Sie dazu die Dahlienknolle im März aus ihrem Winterquartier und prüfen Sie diese auf Schäden. Trockene Knollen eine Stunde in Wasser einlegen Trockene Knollen sollten eine Stunde in Wasser eingelegt werden, faule Stellen werden herausgeschnitten. Sind die Knollen sehr gross, können Sie diese vorsichtig von Hand oder mit einer Säge teilen. Schneiden Sie anschliessend verletzte Stellen heraus und lassen Sie Schnittflächen zwei Tage antrocknen. Die Schlossgärtnerin Tanya van der Laan mit Dahlienknollen. Die Knollen werden dann fünf Zentimeter tief in einen mit Universalerde gefüllten Topf gesetzt, angegossen und dann eher trocken gehalten. Pflanzen Sie die vorgetriebenen Dahlien dann ab Mitte Mai im Abstand von 50 Zentimetern in ihren Garten. Dahlien mögen sonnige Plätze in gut gelockerter, mit organischem Dünger angereicherter Erde. Tipp: Stecken Sie beim Einpflanzen gleich eine Stützhilfe ins Pflanzloch, um die Dahlie später hochbinden zu können. Knollen ab Mitte April auspflanzen Treibt die Dahlie dann kräftig aus, können Triebspitzen oberhalb des vierten Blattpaares geschnitten werden. Sie wird dadurch buschiger und wächst stabiler. Achtung bei spätem Frost: Bedecken Sie die Pflanze mit Erde, einem Fliess oder Blumentopf. Verfügen Sie nicht über einen kühlen, hellen Raum, können Sie die Knollen auch ab Mitte April direkt auspflanzen. Ohne Vortreiben sind Dahlien jedoch anfälliger für Schnecken, welche die zarten Austriebe lieben. Weitere Blogbeiträge 11. September 2020 Dahlien: Die Königin unter den Knollen Dahlien haben im 18. Jahrhundert über die Seefahrer ihren Weg aus der "neuen Welt" nach Europa gefunden. Die exotische Pflanze blüht in ganz… 18. November 2021 Dahlien überwintern: So geht’s! Dahlien blühen unermüdlich bis in den Spätherbst und sollten vor den ersten frostigen Nächten aus der Erde geholt werden. Unsere Gärtnerin… 13. April 2021 Kleine Rosenkunde – Übersicht der Sorten Rosen sind mit ihrer Blütenpracht nicht zu übertrumpfen. Für jeden Geschmack findet sich die passende Sorte. Eine kleine Rosenkunde mit der… Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

Gradian
Aussenansicht Kloster Königsfelden

Kloster Königsfelden

Erinnerungsort der Habsburger

Das Kloster Königsfelden ist international bekannt für seine Glasfenster aus dem Mittelalter. Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen erwecken die über 700-jährige Klosterkirche zu neuem Leben.

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Produktion "Tor zum Paradies" Kloster Königsfelden: Mehrere Kinder liegen in Farben getaucht auf dem Boden der Klosterkirche.

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Innenaufnahme Kloster Königsfelden; Blick in den Chor mit den berühmten Glasfenstern aus dem Mittelalter.

Berühmte
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Glasmalerei aus dem Mittelalter  

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Die berühmten Glasfenster vom Kloster Königsfelden werden mit Licht durchflutet
10:00 – 17:00 Uhr

Glasfenster-Tour

Wissenswertes zu den Glasfenstern mit Königin Agnes und Baumeister Odo

Selbständiger Rundgang
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SCHULEN, FAMILIEN UND GRUPPEN

 
Besucher und Besucherinnen betrachten die berühmten Glasfenstern auf Kloster Königsfelden

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Audioguide-Gerät mit Kopfhörer, im Hintergrund in Unschärfe Schülerinnen und Schüler.

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Staunt über imposante Glasfenster  

 
Eine Gruppenführung im Kloster Königsfelden. Im Hintergrund die berühmten Glasfenster.

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FEIERN UND GENIESSEN

 
Eine Mutter mit fünf Kindern an einem Tisch im römischen Bistro Popina im Legionärspfad Vindonissa.

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Bistro Legionärspfad Vindonissa  

 
Innenraum Kloster Königsfeld mit vielen Gästen, die sitzen. Vorne spricht ein Mann an einem Podium.

Klosterkirche
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Kulturelle Anlässe und Diplomfeiern  

GESCHICHTE UND SAMMLUNG

 
Aussenaufnahme vom Kloster Königsfelden

Geschichte

Königsmord und Klostergründung  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

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Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

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