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"Damals im Aargau": Jürg Haller über 65 bewegte Jahre im Hotel Lenzburg

Zurück zum Blog 10. Juni 2021 Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Was bedeutete der Bau der Migros Lenzburg in den 1970er-Jahren für das lokale Bäckergewerbe? Und was verbindet eine Kampfuniform mit dem Bäckergewand? Hören Sie in der zweiten Folge der Podcast-Reihe "Damals im Aargau", wie die Lenzburger Bäcker- und Hotelierfamilie Haller ihr Gast- und Bäckereigewerbe führte. Jürg Haller blickt im Gespräch mit Museum Aargau zurück auf 65 bewegte Jahre im eigenen Hotelbetrieb mit Gastwirtschaft, Bäckerei und Catering. Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Kommentare

 
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"Made in Aargau" – die coolen Heizungslüfter der REXTHERM AG

Zurück zum Blog 27. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Die Heizlüfter des Aarauer Kleinbetriebs REXTHERM AG (ehemals Schiesser und Lüthy), der elektrothermische Apparate wie Reisebügeleisen herstellte, bestechen durch Farbe und Form: Sie versprühen durch ihre Farbigkeit Optimismus und Aufbruchstimmung und ihre kurvige Form entspricht unserer Vorstellung der 50er- und frühen 60er-Jahre. © Museum Aargau Als ich die Heizlüfter im Sammlungszentrum Egliswil entdeckte, fragte ich mich kurz, ob es schon damals eine Globalisierung der Formen gab und wer sich damals diese Heizlüfter kaufte, die das Ende der dunkelbraunen, noch ofenartig aussehenden Heizlüfter einläutete. Es mag erstaunen, aber es sind zuweilen Objekte wie ein banaler Heizlüfter, die uns eine längst vergangene Welt zurückbringen. Wer kann heute nicht Optimismus und Aufbruchstimmung gebrauchen? Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Kommentare

 
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Insekten und andere Krabbeltiere: die kleinen Nützlinge im Garten

Zurück zum Blog 23. Juli 2021 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Krabbeltiere wie Käfer, Spinnen und Insekten im Allgemeinen werden oft mit gemischten Gefühlen betrachtet. Jedoch sind viele von ihnen als Nützlinge unersetzbar im Garten: Sie sind natürliche Schädlingsbekämpfer und sorgen für ein natürliches Gleichgewicht. Die unterschiedlichen Nützlinge im Garten Marienkäfer zum Beispiel verspeisen eine Riesenmenge an Läusen. Auch die Larven der Florfliege lieben Blattläuse, Thripse und Spinnmilben. Die nachtaktiven Laufkäfer ernähren sich von Schneckeneiern, Drahtwürmern, Läusen und Milben. Die kleinen Raubmilben fressen Thripse, Spinnmilben und Trauermücken. Spinnen und Vögeln lieben die fliegenden Schadinsekten. Alle diese Nützlinge im Garten sind auch wichtig für die Bestäubung, die wiederum gut ist für eine reiche Ernte. Wie man die Nützlinge anlockt Ein paar einfach Dinge tragen dazu bei, dass sich Nützlinge im Garten wohl fühlen. Sei das ein Insektenhotel, ein Vogelhaus oder ein Tontopf mit Stroh. Ebenso kann ein Laub- oder Asthaufen als Versteck für Igel, Blindschleichen oder Kröten dienen. Achten Sie am besten bei der Bepflanzung darauf, dass vor allem einheimische Stauden und Gehölze verwendet werden – und dass von März bis Oktober ein reiches Blütenmeer angeboten wird. Es gibt auch viele Kräuter und einjährige insektenfreundliche Pflanzen. Weniger Chemie im Garten Um möglichst auf chemische Pflanzenschutzmittel zu verzichten, hilft es Raupen oder Schnecken von Hand abzulesen. Läuse können mit Wasser abgespült werden. Je nach Pflanze kann man die befallenen Stellen abschneiden. Sind trotzdem Pflanzenschutzmittel nötig, gibt es biologische, die Nützlinge schonen. Ich wünsche Ihnen eine gute Gartensaison! Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Einblick ins Familienarchiv Hallwyl: Ein Pachtvertrag und haufenweise Mist

Zurück zum Blog 02. September 2021 Kategorie Schlossgeschichten In den Dokumenten aus dem Familienarchiv Hallwyl stösst unser freiwilliges Transkriptions-Team immer wieder auf kleine Trouvaillen, die vergangene Zeiten aufleben lassen.* Ein Pachtvertrag führt uns ausführlich in die Landwirtschaft des Schlosshofs am Ende des 18. Jahrhunderts ein. Abb. 1: Der «Lehenbrief» befindet sich im Familienarchiv Hallwyl im Staatsarchiv Bern. Die Geschichte des Pachtvertrages von Hallwyl Der Schlossverwalter Johann Kaspar Fischer setzte den Vertrag am 21. September 1797 im Namen der Freiherrin Franziska Romana von Hallwyl auf. Der Lehenbauer, Jakob Hauri «Lienis» aus Seengen, trat die Pacht am 2. Februar 1798 an. Die Herrschaft erwartete vom Pächter, dass er «in guten Treuen» alles leistet, «was ein rechtschaffener Lehenmann gegen seine Lehenherrschaft zu thun schuldig ist». Mit Hauris Vorgänger hatte sich die Freiherrin hoffnungslos zerstritten. Gegenüber ihrem Verwalter beschimpfte sie ihn als Schurken. Sie warf dem Bauern Diebstahl vor und war froh, ihn loszuwerden. Umso präziser wollte sie jetzt das Verhältnis zum neuen Pächter geregelt haben. Tatsächlich war Franziska Romana von Hallwyl mit dem neuen Lehenbauern so zufrieden, dass sie den Pachtvertrag nach Ablauf der sechs Jahre verlängerte und dazu einen neuen Hof bauen liess. Der Bündner Landammann Johannes Salzgeber hielt das neue Bauernhaus auf seiner Durchreise im Bild fest. ( Siehe dazu auch Blog vom 23. Mai 2021 ) Das Gebäude sei recht schön und bequem, bemerkt er. Stall, Scheune und Wohnhaus lagen unter einem Dach. Eine Rampe führte in den Heustock hinauf, so dass der Bauer mit dem Wagen hineinfahren konnte. Der Stall war gross, denn der Bauer hielt das Vieh auch im Sommer drinnen. Abb. 2: Skizze aus dem Reisejournal von Johannes Salzgeber von Seewis im Prättigau, 1804 (Staatsarchiv Graubünden). Der Schlosshof um 1800 Der Schlosshof lag zwischen dem Schloss Hallwyl und dem Dorf Seengen. Dazu gehörten gut vierzig Hektaren Land. Damit war der Hof selbst für heutige Verhältnisse gross: Ein durchschnittlicher Schweizer Betrieb bewirtschaftet heute etwa eine halb so grosse Fläche. Um 1800 waren die meisten Höfe keine fünf Hektaren gross. Abb. 3: Johann Martin Usteri zeichnete um 1800 die Herrschaft Hallwyl und bezeichnete den Schlosshof als «Peyerhof» (Zentralbibliothek Zürich). Der Lehenbauer bewirtschaftete das Land mit sechs bis acht Arbeitern und bezahlte jährlich 900 Gulden Pachtzins. Er hielt Kühe und 12 Schweine, die er im nahen Schlattwald weiden lassen durfte. Der Betrieb arbeitete in Kreisläufen, wie es die Landwirtschaft seit jeher tat – eine Wirtschaftsweise, die heute angesichts übernutzter Ressourcen neue Wertschätzung erfährt. So war es dem Pächter verboten, auf dem Hof produziertes Futter, Stroh oder gar Mist abzuführen, «unter Bedrohung des plötzlichen Verlusts des Lehens und gebührender Schadensersetzung nebst 20 Pfund Buss». Mist war kostbarer Dünger. Bevor die Landwirtschaft im 20. Jahrhundert begann, Kunstdünger einzusetzen, hätte sich niemand träumen lassen, dass der Hallwilersee dereinst künstlich belüftet werden muss, weil der Düngereintrag zu hoch ist. Eine neue Landwirtschaft Fortschrittliche Landwirte experimentierten im 18. Jahrhundert mit Gründungung. Auch Bauer Hauri «blümte» seine Äcker künstlich an: Er pflanzte Klee auf die Brache, um den Boden mit Stickstoff anzureichern. Die Kühe hielt er im Stall und sammelte ihren Mist in drei hölzernen, «vortrefflich erbauten Güllenkästen». Diesen Dünger konnte er anders als bei der Weidehaltung gezielt ausbringen. Er beschüttete Kartoffeln, Kürbisse und «alle Arten von Gartenfrüchten», was ihr Wachstum befördere. Abb. 4: Aargauer Bauernhaus mit Strohdach, Fotographie von Jean Gabarell, um 1930 (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv) Deine Freunde sind meine Freunde Johannes Salzgeber besichtigte den Schlosshof auf seiner Reise nach Bern, wo er den einstigen Hauslehrer von Hallwyl besuchen wollte. Jeremias L’Orsa stammte ebenfalls aus dem Bündnerland; beide waren mit dem Pädagogen Heinrich Pestalozzi befreundet. Die gebildete Elite pflegte um 1800 ihre Beziehungen schweizweit. Salzgeber stattete auch dem Musterhof von Philipp Emanuel von Fellenberg in Münchenbuchsee Visite ab. Besonders beeindruckt war er von den Abtritten, die Fellenberg auf den Feldern aufgestellt hatte: So hätten es die Taglöhner nicht weit und verteuerten die Arbeit nicht durchs Weglaufen, zudem könne man den Dung gleich auf dem Feld ausbringen. Fellenberg habe ihm «vortreffliche Aufschlüsse» über den Dung gegeben. Salzgeber konstatierte, dass die Landwirtschaft in den bereisten eidgenössischen Orten gegenüber Graubünden voraus sei, obwohl «der gemeine Mann in der Schweiz» punkto Aufklärung noch weit zurückstehe. Einzig in der Bienenzucht seien die Bündner fortschrittlicher. Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde der Schlosshof von Hallwyl abgerissen; wohl um den Bau der neuen Kantonsstrasse vorzubereiten. Abb. 5: Bei der archäologischen Untersuchung von Schloss Hallwyl liess der Archäologe Nils Lithberg 1916 auch die Profilsteine zeichnen, die beim Abbruch des Bauernhofes gefunden wurden. (Familienarchiv Hallwyl) *Herzlichen Dank an die Museumsfreiwilligen für die Transkription der Handschriften: Irene Kirchmeier für den Pachtvertrag A 733c aus dem Familienarchiv Hallwyl, Rahel Büchli für den Brief von Franziska Romana von Hallwyl an Johann Kaspar Fischer vom 18. Januar 1798 A 311 und Jürg Müller für den Reisebericht von Johannes Salzgeber B 349 aus dem Staatsarchiv Graubünden. Von Sarah Caspers Von Sarah Caspers Sarah Caspers ist Geschichtsvermittlerin im Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schlossgeschichten Kommentare

 
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Mulsum – so haben sich die Römer den Wein versüsst

Zurück zum Blog 08. Oktober 2021 Kategorien Kochvideos & historische Rezepte Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Schon zur Zeit der Römer wurde Wein als Genussmittel geschätzt. Eine besondere Zubereitungsart war der mulsum , eine Art Honigwein. Erfahren Sie im Folgenden, wie dieser zubereitet wurde! Wein wurde von den Römern in verschiedenen Varianten getrunken. Man trank ihn pur oder auch mit Wasser verdünnt. Ausserdem wurden Weine mit den unterschiedlichsten Gewürzen aromatisiert, beispielsweise gab es Pfeffer- oder sogar auch Rosenweine. Vor allem aber erfreuten sich süssliche Weine hoher Beliebtheit, wie passum oder mulsum . Passum war ein Wein mit natürlicher Süsse, der aus Rosinen gekeltert war. Mulsum hingegen wurde durch die Beigabe von Honig gesüsst und war wohl der beliebteste Wein unter den Römern. Zwei Flaschen Mulsum im Lazarett vom Legionärspfad Vindonissa © Museum Aargau Mulsum-Rezepte aus der Antike Heute sind uns verschiedene antike Rezepte zur Mulsumherstellung überliefert. Die Grundzutaten sind jedoch immer dieselben, nämlich einfach Wein und Honig. Meistens dürfte für den mulsum Weisswein verwendet worden sein, möglich ist das Getränk aber auch mit Rot- oder Roséweinen. Das Getränk stellt wohl eine Variante des conditum paradoxum dar, also des paradoxen Gewürzweines. Woher dieser Name stammt ist unklar. Es ist jedoch anzunehmen, dass er sich auf den unerwartet würzigen Geschmack des Weines bezieht. Andere Varianten dieser Weinzubereitung kennen zusätzliche Zutaten wie Datteln, Safran oder Nelken. Mulsum ist ein conditum paradoxum, ein sogenannter paradoxer Gewürzwein © Museum Aargau Mulsum: Genuss- als auch Gesundheitsmittel Nicht nur wegen des Geschmacks wurde dieser Wein geschätzt, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen. Man sagte dem mulsum nach, dass er lebensverlängernd, verdauungsfördernd und appetitanregend wirke. Getrunken wurde er deswegen vor dem Essen oder zur Vorspeise. Der Vorspeisengang hiess aus diesem Grund bei den Römern auch promulsis . Mulsum mit Zutatem im römischen Garten beim Vindonissa Museum © Museum Aargau Mulsum-Rezept aus dem Legionärspfad Vindonissa Auch im Legionärspfad Vindonissa wird heute noch von Zeit zu Zeit mulsum zubereitet, und zwar nach folgendem Rezept: Zutaten 3 Liter trockener Weisswein 500g Honig Ca. 7 Lorbeerblätter 7-10 grob gemahlene schwarze Pfefferkörner 15-20 geschrotete Koriander- & Fenchelsamen Zubereitung 1 Liter Wein mit dem Honig aufkochen, bis sich der Honig komplett aufgelöst hat. Anschliessend werden die Lorbeerblätter und die Gewürze beigegeben und eingekocht. Die Mischung soll anschliessend mindestens eine Woche an einem kühlen Ort stehen gelassen werden. Je länger die Mischung steht, desto intensiver wird der Geschmack des mulsum . Vor dem Servieren werden die restlichen zwei Liter Wein beigefügt und das Getränk gewendet, um die Durchmischung zu fördern. Die Zubereitung des süssen römischen Weines ist also auch heute noch eine simple Alternative, Wein zu geniessen. Unterschiedliche Zutaten für die Zubereitung von Mulsum © Museum Aargau Von Samia Abdelgadir Von Samia Abdelgadir Samia Abdelgadir war 2021 Praktikantin in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Kochvideos & historische Rezepte Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare

 
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"Damals im Aargau": Aus dem Leben einer 100-Jährigen

Zurück zum Blog 06. August 2021 Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Marie Ammann aus Staufen kam 1911 als "Frühchen" auf die Welt. Die ersten Wochen wurde sie vom Doktor im Kachelofen warmgehalten – ein turbulenter Start in ein erfülltes, über 100 Jahre langes Leben. 2012, kurz vor ihrem Tod, blickte Marie Ammann im Gespräch mit Museum Aargau auf ihr Leben zurück. Hören Sie in der dritten Folge des Podcasts "Damals im Aargau – Zeitzeugen erzählen", wie sich Ernährung, Mobilität, Erziehung und Konsum in diesen hundert Jahren verändert haben. Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Kommentare

 
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Der römische Weinbau in der Schweiz – die Vindonissa-Winzer

Zurück zum Blog 16. August 2021 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Mit der römischen Bevölkerung kamen die Kenntnisse über den Weinbau auch in das Gebiet der heutigen Schweiz. Die Vindonissa-Winzer betreiben noch heute die antike Winzerarbeit und ermöglichen damit einen Einblick in die römische Weinkultur. Schon in keltischer Zeit wurde im Gebiet der heutigen Schweiz Wein getrunken. Er musste jedoch aus dem Mittelmeerraum importiert werden. Der Weinbau wurde hierzulande erst durch die Römer eingeführt. Bei den Vindonissa-Winzern – einem Zusammenschluss von vier Römerrebbergen in Oberflachs, Schinznach-Dorf, Remigen und Villigen – kann man vor Ort mehr über das Wissen der antiken Winzerarbeit erfahren und die römische Weinkultur erleben. In jedem der Rebberge werden unterschiedliche römische Anbaumethoden präsentiert. Römerrebberg Remigen Im Römerrebberg Remigen wird die Laubenerziehung gezeigt: Die Reben wachsen hier in einer Laube bzw. an einer Pergola, wie es in der Römerzeit häufig war. Diese Lauben sind in Remigen natürlich nach römischen Vorbildern rekonstruiert. Zudem geh es in Remigen ums Verdünnen des Weines mit Wasser. Wein wurde in römischer Zeit in der Regel verdünnt und mit Gewürzen oder Honig gemischt getrunken. Römerrebberg Remigen Weinanbau in Villigen In Villigen wird die urwüchsige Anbaumethode der Stützenloseerziehung praktiziert. Man nennt diese Methode auch Bockschnitt. Grund: Die Reben waren so geschnitten, dass die Triebe am Boden entlang kriechen, was übrigens auch dem natürlichen Wachstum der Reben entspricht. Überliefert ist diese Anbaumethode aus warmen Ländern wie Spanien und Türkei. Von den Römern wurde der Bockschnitt auch für stürmische Regionen empfohlen. Gemäss römischer Autoren war der Ertrag aus solchen Rebbergen eher klein. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass die reifen Trauben ein leichtes Opfer für Füchse und Mäuse waren. Dies konnte den Ertrag stark dezimieren. Damit die reifen Trauben nicht auf dem Boden verfaulten, wurden die Ranken mit kleinen Stöckchen unterstützt. Die Reben wurden auch einfach zu Büschen oder Bäumchen geschnitten. Diese selbsttragenden Reben stehen dann also ohne Stützen aufrecht. Besonders in den westlichen Provinzen schien diese Anbauweise sehr beliebt gewesen zu sein. In Villigen wird auch das Panschen des Weines mit Beerensaft thematisiert, was dem Wein eine schöne Farbe und zusätzliches Aroma verleiht. Römerrebberg Villigen Joch- und Kreiserziehung in Schinznach-Dorf In Schinznach-Dorf wird die Joch- und die Kreiserziehung gezeigt. Bei der Jocherziehung wurden zwei Pfähle, bzw. zwei Joche mit Stricken, Schilfrohr oder Querlatten verbunden. Diese stützten die Reben. Die Jocherziehung findet in den modernen Drahtanlagen, die heute weit verbreitet sind, ihren Nachfolger. Die Jocherziehung scheint in römischer Zeit am weitesten verbreitet gewesen zu sein. Gemäss römischen Winzern reiften die Beeren am Joch besonders gut und die Pflanzung in Reihen erleichterte dem Winzer die Arbeit im Weinberg. Je nach Klima wurde die Höhe des Joches angepasst. Offenbar war die Erziehung am Joch so vielseitig und praktisch, dass sie für regnerische und kalte Gegenden mit Raureif empfohlen wurde. Die bei der Kreiserziehung angewandte Pfahlgitterform wurde nur von Columella beschrieben und kann wohl als Sonderform der Pfahlerziehung angesehen werden. Der Weinstock wurde dabei von mehreren Pfählen umstellt. Um diese Pfähle wurden seine Ranken geschlungen und daran festgebunden. Ansonsten scheint diese Erziehungsform unbekannt gewesen zu sein. Allerdings fand man auf einem römischen Mosaik aus Nordafrika die Darstellung der Kreiserziehung, sie war folglich zumindest in manchen Gebieten des Römischen Reiches bekannt. Die Kreiserziehung ist übrigens jene Anbauform, die im römischen Garten im Vindonissa Museum gezeigt wird. Römerrebberg Schinznach-Dorf Oberflachs In Oberflachs werden die Reben ähnlich wie bei der Lauben-, Joch- und Kreiserziehung von Pfählen und Bäumen gestützt. Zudem werden in diesem Rebberg auch die unterschiedlichen Zutaten, die zum Würzen des Weines verwendet wurden, gezeigt. Römerrebberg Oberflachs Wo vor 2000 Jahren Rebberge in der Umgebung von Vindonissa kultiviert wurden, ist heute nicht bekannt. Da aber 6000 Legionäre und nochmals so viele Bewohner und Bewohnerinnen im und ums Legionslager herum gewohnt haben, die tagtäglich Wein getrunken haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass in der Region Weinbau betrieben wurde. Die Weinrebe Die Weinrebe (oder vitis vinifera) ist eigentlich ein kletternder Strauch, der eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen kann. Sie wächst mit Blattranken. Man erkennt sie an ihren rundlich-herzförmigen Blättern und natürlich an den Weintrauben. Allerdings ist eine Weintraube nicht, wie viele Leute meinen, die einzelne Beere, sondern eine Weintraube sind die gebündelten Weinbeeren zusammen. Es gibt heute ungefähr 16'000 verschiedene Rebsorten, deren Weinbeeren entweder violett, blau, grün oder gelblich sein können. Weinrebe Von Lena Schenker Von Lena Schenker Lena Schenker ist Studentin der Archäologie und Naturwissenschaften an der Universität Basel. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare

 
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Bijou aus Aarau II: Pendule aus dem Regierungsgebäude

Zurück zum Blog 27. August 2021 Kategorie Schätze aus der Sammlung Historische Uhren geben Einblick in die Technik- und Kunstgeschichte ihrer Zeit. Eine Rokoko-Pendule aus dem Regierungsgebäude in Aarau fand ihren Weg in die Sammlung Museum Aargau. Diese Pendeluhr, auch Pendule genannt, stammt aus dem Regierungsgebäude in Aarau und so verwundert auch nicht ihre reichhaltige Dekoration. In einer sorgfältigen Holzkonstruktion stechen einige Golddekorelemente heraus und sowohl die Stunden- als auch die Minutenanzeige sind ausgiebig dekoriert. Das Pendel ist hier im Inneren versteckt und wird über einen Federzug betrieben, der die Uhr 8 Tage lang in Betrieb hält. Bis zum Aufkommen von elektrischen Uhren im 20. Jahrhundert waren solche Konstruktionen äusserst beliebt, da die gleichmässigen Schwingungen eines Pendels eine überaus präzise Zeitmessung ermöglichten. Herkunft der Uhr Dieses Exemplar kann der Stilrichtung des Rokokos des 18. Jahrhunderts zugeordnet werden. Zu dieser Zeit waren zwar französische Hersteller, was Technik und Form von solchen Uhren angelangte, noch vorgebend, doch auch in der Schweiz hatte sich bei La-Chaux-de-Fonds und Le Locle eine eigene Uhrenindustrie etabliert. Es ist also durchaus möglich, dass es sich beim vorliegenden Objekt um ein Schweizer Fabrikat handelt. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Wildegger Jodwasser – das Gesundheitswasser der Schlossdomäne

Zurück zum Blog 02. November 2021 Kategorie Schätze aus der Sammlung Schon gewusst? Das Gebiet von Schloss Wildegg produzierte sein eigenes und lange bekanntes "Wildegger Jodwasser". Wasser ist nicht gleich Wasser, dies wird gerade in den heutigen Zeiten wieder bestätigt. Auf den Flaschen erfolgreicher Mineralwasserunternehmen wird mit der speziellen Qualität und dem unschlagbaren Mineralgehalt der jeweiligen Quelle geworben und Marken wie Evian sind auf der ganzen Welt erwerblich. Doch auch schon in früheren Jahrhunderten wurde Mineralwasser produziert und überregional vertrieben, wie ein Garagenfund aus Wildegg belegt. Das Gebiet von Schloss Wildegg produzierte sein eigenes und lange bekanntes "Wildegger Jodwasser", das mit Vorzug von den amerikanischen Besitzern der Lenzburg, der Familie Ellsworth konsumiert wurde. Eau Iodurée Das Objekt in Frage kommt in der altbekannten Form einer klassischen grünen Glasflasche daher und kann auf das späte 19. Jahrhundert datiert werden. Das Etikett weist Alters- und Gebrauchsspuren auf, doch ist weiterhin noch gut lesbar. Darauf zu sehen ist eine Abbildung des Schlosses Wildegg - damals noch im Besitz der Familie Effinger. Mineralwasser Wildegg, Inv. Nr. K-19686 Die Beschreibung des Wassers ist dabei sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch aufgetragen, was bereits ein Hinweis auf die weitere Verbreitung des Wassers ist. Das Etikett ist interessanterweise vor Allem als medizinische Anweisung gestaltet und gibt eine eher spärliche Anwendung des Wassers vor, die nur als Teil einer längeren Kur mit einer Dauer von 6-8 Wochen durchgeführt werden soll. Der Grund dafür ist, dass es sich um Wasser mit einer stark erhöhten Jod Konzentration handelt. Obwohl dies heutzutage wohl eher Assoziationen mit einem Thermalbad hervorruft, war die Aufnahme von Jod auf diese Art im frühen 20. Jahrhundert und zuvor noch einigermassen geläufig. Iodierte Speisen Jod ist ein essentielles Spurenelement für die Funktion des menschlichen Organismus und ist vor allem in der Funktion der Schilddrüse entscheidend. Je nach Region sind dabei die Vorkommnisse im Boden und in den Nahrungsmitteln sehr unterschiedlich und so wurde Jod auch schon bald in unterschiedlichen Formen zusätzlich aufgenommen. Auch die Schweiz ist noch heutzutage davon betroffen und so wurde zum Beispiel 2014 per Bundesentscheid die Konzentration von Iod im Speisesalz erhöht. Nebst dieser Verwendung ist Jod auch weithin geläufig als ein Desinfektionsmittel und wird auch oft im Bereich von Thermalbädern eingesetzt. Historisch entstanden solche Bäder bei einer natürlichen Jodquelle, wo das Wasser je nach der Konzentration des Elements eine typische braune Farbe annahm. Der direkte Geschmack von Jod ist nicht unbedingt angenehm und so überrascht es auch nicht, dass die früher noch geläufigere direkte Aufnahme von Jodwasser nicht mehr weit verbreitet ist. Doch während langer Zeit lieferten Quellen wie diejenige in Wildegg Wasser für eine grössere Anzahl von Haushalten. Mineralwasser Wildegg, Etikette, Inv. Nr. K-19228 Schätze der Wildegg Die Jodquelle in Wildegg war relativ lange in Betrieb und lieferte von der Zeit ihrer Entdeckung 1830 bis zu ihrer Schliessung im Jahr 1964 konstante Wassermengen von etwa 40 bis 60 Litern pro Jahr. Kurze Zeit nach der Schliessung der Quelle wurde auch das Brunnenhaus versehentlich abgerissen, dann aber 1976 von dem Schweizer Nationalmuseum, dem damaligen Besitzer des Schlosses Wildegg, wiederaufgebaut und ist heute erneut begehbar. Wasser wird ihr heute jedoch nicht mehr entnommen und auch die Hersteller der grünen Wasserflasche, die Glashütte Bülach AG, schloss im Jahr 2002 nach 111 Jahren Betrieb ihre Tore. Nichtsdestotrotz erinnert diese Mineralwasserflasche noch an die Geschichte der alten Quelle, die darauf wartet, wieder entdeckt zu werden. Passend dazu wurde auch diese Flasche auf dem Schloss Wildegg in einer Garage gefunden und konnte dann in die Historische Sammlung überführt werden. Von Lukas Becker Von Lukas Becker Lukas Becker ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Messen ohne Meter: die vormetrische Geschichte der Schweiz

Zurück zum Blog 03. März 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Die Standardisierung von Masseinheiten ist ein fundamentaler Prozess im Aufbau einer Gesellschaft, der auch im Kanton Aargau einige Spuren und interessante Objekte hinterlassen hat. Zehn Hohlmasse aus der Sammlung von Museum Aargau zeugen von der vormetrischen Geschichte der Schweiz. Die Objekte an sich wirken bescheiden. Es handelt sich um zehn verschiedene, gegossene zylindrische Hohlmasse aus Messing, die in einer Holzkiste aufbewahrt werden. Sie wirken massiv und reichen von der Grösse einer kleinen Tasse bis hin zu einer stattlichen Höhe von etwa 60 Zentimetern. Alle Masse wurden offiziell mit dem Schweizerkreuz und dem Namen des Kantons Aargau geprägt. Zu finden sind folgende, heutzutage weitgehend unbekannte Masse: das Schweizer Viertel, das Immi, der Saum und das Mass, wobei zusätzlich noch Fraktionen all dieser Einheiten zu finden sind. Diese Einheiten beruhen auf dem Masskonkordat von 1838 und waren das Ergebnis eines ersten landesweiten Standardisierungsprozesses und ein Zeugnis des anstehenden Prozesses der Staatsbildung und der Internationalisierung. Aargauer Masse. Inv. Nr. K-8740. Der Sack der einen ist das Viertel der anderen Masse in ihrem ursprünglichen Sinne waren seit ihrer ersten Benutzung vor allem auf den menschlichen Körper bezogen und somit an sehr konkrete Alltagserfahrungen angepasst. Sie orientierten sich an Körperlängen wie der Elle oder dem Fuss und sehr oft auch an Traglasten von Mensch und Tier. In der Schweiz ergab sich so aus der Traglast eines Tieres der Saum. Er entsprach einem Holzfass mit einem Fassungsvermögen von etwa 130-180 Liter. Das Viertel mit etwa 30 Litern bezog sich auf den Sack, der als Manneslast bestimmt war. Das Immi war als eine weitere Untereinheit auf das Viertel bezogen und entsprach etwa 1/10 davon. Das Mass fasste eine kleinere Menge von etwa 1-2 Litern und wurde oft für den Verkauf von Wein oder Milch benutzt. Die grösseren Masse dienten vor Allem dem Messen von Getreide, dass noch lange Zeit per Volumen berechnet wurde. Ein halbes Schweizer Immi. Inv. Nr. K-8740. Diese Masse waren jedoch keineswegs einheitlich und unterschieden sich stark je nach Region oder Dorf. Dazu war in der Schweiz vor allem auch das grössere Einzugsgebiet entscheidend. In den Regionen der Westschweiz waren durch den Handel mit Frankreich nebst den lokalen Einheiten auch französische Handelsmasse geläufig. Die Nordostschweiz war diesbezüglich an Süddeutschland und die Südschweiz an Italien gebunden. Da die Vielfalt an Einheiten den Handel nicht gerade vereinfachte, wurden bald Anstrengungen zur Standardisierung der Masseinheiten unternommen. Der revolutionäre Beginn der Standardisierung In der Geschichte der Standardisierung ist die Französische Revolution von besonderer Bedeutung. Die Umstürze wurden hier genutzt, um endlich etwas Einheit in den enormen Flickenteppich verschiedener Masseinheiten des Landes zu bringen. Mehrere wissenschaftliche Konferenzen, auch unter internationaler Beteiligung, wurden zu diesem Zweck abgehalten. Diese legten bald den sogenannten "Urmeter" fest. Er beruhte auf einer relativ genauen Berechnung des Erdumfangs und sollte in etwa einem Zehnmillionstel der Distanz vom Nordpol zum Äquator entsprechen. Auf der Basis dieses Meters wurde der Liter als ein Volumen von 1 Kubikdezimeter festgelegt und daraus folgend das Urkilogramm als dem Gewicht von einem Liter Wasser definiert. Die entscheidende Neuerung dieses metrischen Systems war die Dezimalrechnung. Beruhten alte Masseinheiten noch auf einer komplexen Bruchrechnung, konnte bei diesem System alles in 10er Schritten gerechnet werden. Die schrittweise Übernahme dieser neuen Einheiten erfolgte dann durch direkte und indirekte Druckausübung Frankreichs. Zum einen war hier der wachsende wissenschaftliche und wirtschaftliche Austausch ein wichtiger Faktor, für den eine Harmonisierung der Masseinheiten von grosser Bedeutung war. Zum anderen ist aber auch die französische Hegemonie über Kontinentaleuropa unter der Herrschaft Napoleons nicht zu unterschätzen – unter anderem wohl auch ein Grund, wieso sich auf den Britischen Inseln das metrische System noch bis heute nicht vollständig durchgesetzt hat. Der erste provisorische Meter, der noch heute in Paris an der Rue de Vaugirard anzutreffen ist. Quelle: Wikimedia. In der Schweiz war die durch den französischen Einmarsch gegründete Helvetische Republik wichtig für die Aufgleisung der Standardisierung. Die ersten Bemühungen mündeten dann in dem Konkordat von 1838. Dieses war eine Kompromisslösung, in der die alten Masseinheiten zwar behalten, jedoch in Referenz an den Meter landesweit standardisiert wurden. Damit wurde auch die wichtige Position der Eichmeister erschaffen. Sie verwalteten und kontrollierten die genauen Masse. Zu diesem Zwecke wurden auch die hier zu sehenden Hohlmasse anfertigt. Die Gründung des Schweizer Bundesstaates sollte diese Entwicklung dann vorantreiben. 1875 trat die Schweiz der Pariser Meterkonvention bei, was einen endgültigen Wechsel zum metrischen System bedeutete. Widerstand, Gewohnheit und Wandel So selbstverständlich uns die metrischen Einheiten mittlerweile auch sind, ihre Einführung war mit grossem Widerstand und Verzögerungen verbunden. Zum Teil ist dies einfach auf schlichte Gewohnheit und Tradition zurückzuführen. Gerade abstrakte Einheiten wie Temperatur oder grössere Distanzen werden nur durch den alltäglichen Gebrauch zu etwas Selbstverständlichem und ein Wandel von Einheiten erfordert einen enormen Aufwand in jeglichen Gesellschaften. Andererseits waren oft auch steuerliche Gründe entscheidend. Noch lange wurden Abgaben der ländlichen Bevölkerung in der Form von Naturalien einkassiert. Ein Wandel einer Masseinheit wurde von dieser Bevölkerung oft auch als Versuch wahrgenommen, die Abgaben auf diese Weise schleichend zu erhöhen. Ebenso ist ein Standardisierungsprozess zumeist auch mit Staatsbildung und zunehmender zentralistischer Kontrolle verbunden. Es ist kein Zufall, dass die Vereinheitlichung des metrischen Systems sich gerade in der Zeit durchsetzen konnte, in welcher der westliche Kapitalismus und Imperialismus zu ihrer grossen Expansion ansetzten. Wie diese Objekte zeigen, kann so eine Entwicklung aber auch durchaus auf Kompromissen und einem graduellen Übergang beruhen, der lokale Praktiken respektiert. Denn schliesslich bedeuten vereinheitliche Standards auch eine notwendige Vereinfachung. Heutzutage sind die metrischen Einheiten auf der Basis neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse äusserst präzise festgehalten und in Folge ist nur schon das Getreidekaufen gewiss einfacher geworden. Von Lukas Becker Von Lukas Becker Lukas Becker ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Kommentare

Gradian
Luftaufnahme Schloss Lenzburg

Schloss Lenzburg

Ritter- und
Drachenschloss

Schloss Lenzburg ist eine der bedeutendsten Höhenburgen der Schweiz. Erleben Sie Ritter, Adlige und Gauner!

VERANSTALTUNG AM SONNTAG

Am Sonntag, 30. August 2026 findet auf Schloss Lenzburg das Fauchifest für Familien statt. Es ist mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern zu rechnen. Weitere Infos

AKTUELL

 

Sonntag, 30. August 2026

Fauchifest: Spielen wie zu alten Zeiten

Schlossfest für die ganze Familie

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Schlossdrache Fauchi in der Drachenhöhle von Schloss Lenzburg

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Ein Gaukler mit brennenden Fackeln vor einer Menschenmenge

Veranstaltungen
und Führungen

Veranstaltungskalender Museum Aargau  

 
Ausstellung Ritter Schloss Lenzburg

Ausstellungen
und Rundgänge

Ritter, Gauner und Schlossdrache Fauchi  

 
Zwei historisch gekleidete Freuen stehen vor dem Tor von Schloss Lenzburg und bitten Besucher mit einer einladenden Geste herein.

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Geöffnet von April bis Oktober  

 
Luftaufnahme Schloss Lenzburg

Anreise: So
finden Sie uns

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Wohnmuseum und Gefängnis

Entdecken Sie im Wohnmuseum und im Gefängnis zwei Lebenswelten.

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Ausstellung Ritter Schloss Lenzburg
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Rittertum und Adel

Die Ausstellung für alle Mittelalterfans!

Ausstellung
Schlossdrache Fauchi in der Drachenhöhle von Schloss Lenzburg
10:00 – 17:00 Uhr

Fauchi und Drachenforschung

Besucht Schlossdrache Fauchi in seiner Höhle!

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Schulen, Familien und Gruppen

 
Workshop mit Schulklasse auf Schloss Lenzburg

Für
Schulen

Buchbare Führungen und Workshops  

 
Kinder in Verkleidung (Ritter und Prinzessin) im Kindermuseum von Schloss Lenzburg

Für
Familien

Schlossdrache Fauchi und Kindermuseum  

 
Lady Mildred im Museum auf Schloss Lenzburg (Führung).

Für
Gruppen

Buchbare Führungen  

Schloss Lenzburg in 48 Sekunden

FEIERN UND GENIESSEN

 
Sonneneinfall im Bistro auf Schloss Lenzburg

Essen und
Trinken

Angebote im Schlossbistro  

 
Hochzeit auf Schloss Lenzburg: Eine Braut steht an einem festlich gedeckten Tisch mit Gästen im Rittersaal von Schloss Lenzburg.

Räume
mieten

Feiern und tagen auf dem Schloss  

GESCHICHTE UND SAMMLUNG

 
Historische Zeichnung/Illustration von Schloss Lenzburg

Geschichte

1000 Jahre Schlossgeschichte  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

Sammlung

Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

Sammlung online

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