Museum Aargau

Die Weihnachtsgeschichte im Kloster Königsfelden

Zurück zum Blog 22. Dezember 2023 Kategorie Klosterleben Die Glasmalereien erzählen die wichtigsten Geschichten der Bibel: Die Geburt von Jesus und die Geschichte der heiligen drei Könige dürfen dabei nicht fehlen. Im Dezember feiern die Christen die Geburt ihres Messias, des Erlösers der Menschen. Seine Geburt wurde später auch zum Start der neuen Zeitrechnung "xx Jahre nach Christi Geburt". Zusammen mit Ostern ist Weihnachten das wichtigste Fest der Christen. Die Geschichte der Geburt kennen wir aus der Bibel. Obwohl der Evangelist Matthäus auch darüber berichtet, wird in den Weihnachtsmessen meistens die Geschichte aus dem Evangelium des Lukas vorgelesen. Geschrieben wurde sie ca. 80 Jahre nach Christus, so genau weiss man das nicht. Was aber schnell klar wird beim Lesen: der Lukas ist ein super Erzähler! Wahrscheinlich hat sich der Glasmaler 1310 für die Gestaltung des Weihnachts-Chorfensters der Klosterkirche Königsfelden auch an Lukas Geschichte gehalten. Um was geht es in der Geschichte in den Glasfenstern ? Die Verkündigung Die junge Maria erhält eines Tages Besuch von einem Engel. Er komme von Gott, erzählt er ihr, und sie sei auserwählt, den Sohn Gottes zu gebären. Im Fenster sehen wir den Engel mit den goldenen Flügeln, der zu Maria spricht. Über Maria schwebt eine Taube, die den Heiligen Geist symbolisiert (und als Gottes Atem quasi zuständig ist, dass sie schwanger wird). In mittelalterlicher Manier hat Maria die Bibel in der Hand und neben sich eine Lilie im Topf, welche für ihre Jungfräulichkeit steht. Leider ist die dritte Fensterbahn verloren gegangen. Ob da zu sehen war, wie Joseph von der Schwangerschaft erfuhr? Ihm war Maria als Ehefrau versprochen und laut Geschichte erschien ihm Gott im Traum, um ihn davon abzuhalten, sie zu verstossen. Wer kann Gott schon widerspreichen? Also heiratete er die schon schwangere Maria, obwohl er nicht der Vater des Kindes war. Verkündigung Christi an Maria. Glasfenster in der Klosterkirche Königsfelden. Die Geburt Lukas erzählt, dass Maria und Joseph wegen der Volkszählung noch kurz vor der Geburt an seinen Heimatort reisten mussten. So wanderten sie rund 160 Kilometer von Nazareth in Galiläa nach Bethlehem in Judäa. Da sie nicht die einzigen waren, fanden sie keine Unterkunft in einer Herberge. So brachte Maria ihren Sohn in einem Stall zur Welt. Der mittelalterliche Künstler zeigt Maria und Joseph nach der Geburt. Den Stall erkennt man allerdings nur wegen des Esels und des Ochsen. Die Möblierung passt eher in einen Palast. Oder sitzt Joseph nicht auf einem Thron? Währenddessen lagern draussen rund um Bethlehem die Hirten mit ihren Tieren. Ein laut singender Engel berichtet den Hirten über die Geburt des Messias. Der Engel im Glasfenster ist so aufgeregt, dass er fast senkrecht aus dem Himmel stürzt. Hoffentlich hatte er einen Fallschirm zur Rettung dabei! Weihnachts-Chorfenster in der Klosterkirche Königsfelden. Die heiligen drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland Die Weisen aus dem Morgenland sind eine Geschichte, die Lukas nicht erwähnt. Diese wird von Matthäus erzählt. Der Künstler der Glasfenster hat diese Geschichte perfekt in seinen Bildern eingefangen. Matthäus beschreibt, wie die Weisen nach Jerusalem kamen und bei König Herodes Antipas nachfragten, wo denn nun der neue König der Juden sei? Sie hätten von dessen Geburt gehört. Herodes war verwirrt, seine Frau hatte keinen Sohn geboren. Aber er war empört! Einen Konkurrenten konnte er definitiv nicht gebrauchen. So tat er ehrlich interessiert und schickte die drei Könige quasi als Spione nach Bethlehem. Sie sollten ihn umgehen mitteilen, wo dieser neue König zu Hause war. Dank eines hellen Sterns fanden die drei Weisen den Stall mit Maria, Joseph und Jesus. Sie brachten ihre Geschenke von Gold, Weihrauch und Myrrhe und beteten und dankten Gott für die Geburt des Erlösers der Welt. Und die drei Könige waren so so weise, Herodes nichts zu erzählen. Sie traten wohl nach dem Besuch die Heimreise an. Anbetung der heiligen drei Könige. Glasfenster in der Klosterkirche Königsfelden. Wie geht die Geschichte von Jesus weiter? Die Heilige Familie konnte vor dem Zorn des Herodes nach Ägypten fliehen. Nach einiger Zeit kamen sie zurück nach Nazareth, wo Joseph eine Werkstatt als Schreiner hatte. Daher wird er noch heute mit einem Zollstock abgebildet, sei es auf Bildern oder Statuen in Kirchen. Oder wie im Glasfenster, wo er mit Zollstock auf dem Thron im Stall sitzt. Jesus Cousin war Johannes der Täufer, der als Prophet dessen Ankunft vorhergesehen hatte. Er taufte Jesus im Fluss Jordan, bevor dieser durch Galiläa, Samaria und Judäa wanderte und zu den Menschen predigte. Als er ca. 33 Jahre alt war, wurde er gefangen genommen, gefoltert, verurteilt und gekreuzigt. Nach 3 Tagen im Grab erwachte er wieder und erschien seinen Jüngerinnen im Garten. Nach einiger Zeit wurde er von seinem Vater gerufen und stieg in den Himmel auf. Jesus Geschichte und seine Erzählungen, Gleichnisse und Lehren wurde von mehreren Menschen aufgeschrieben und Teile davon kamen ins Neue Testament. Sie bilden die Grundlage des christlichen Glaubens auf der ganzen Welt. Glasmalereien im Kloster Königsfelden Die mittelalterlichen Fenster in der Klosterkirche Königsfelden wurden zwischen 1320 und 1350 hergestellt. Leider sind die Künstler dieser Fenster namentlich nicht bekannt. Sie konnten auf bestehende Motive der christlichen Geschichten zurückgreifen. Auf Altartafel, Fenstern, gestickten Kirchentüchern finden sich immer die gleichen Bildgestaltungen für die gleichen Geschichten. Die Gestaltung der Fenster mit Ranken, Farben und Mustern ist auch in der Klosterkirche typisch für die Zeit. Die Menschen tragen Kleider wie zur Zeit der Herstellung der Fenster. Sie sind ein wunderbares "Fenster" in die Vergangenheit! Weitere Blogbeiträge 06. April 2023 Christliche Geschichten als Comic verpackt: Glasmalereien in der Kirche Königsfelden Die prächtigen Glasfenster der Klosterkirche Königsfelden beeindrucken seit dem 14. Jahrhundert. Die Glasmalereien erzählen die wichtigsten… 20. September 2023 So wird ein Marienkleid aus dem 18. Jh. konserviert Leider nagt der Zahn der Zeit an allen historischen Objekten unserer Sammlung. Wie ein wertvolles Marienkleid aus dem 18. Jh. konserviert… 14. Oktober 2020 Die Äbtissin führt zum Klarafenster im Kloster Königsfelden Die berühmten Glasfenster der Klosterkirche Königsfelden sind Symbole der herausragenden Stellung der Habsburger im 14. Jahrhundert.… Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Klosterleben Kommentare

 
Museum Aargau

Uniformierter Frisch-Service von Zweifel Pomy-Chips AG

Zurück zum Blog 19. Dezember 2023 Kategorien 20./21. Jh. Historische Kleidung Schätze aus der Sammlung Museum Aargau hat ein Buch zur Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG veröffentlicht. Anlässlich dieser Publikation schenkte Zweifel der Sammlung Museum Aargau eine Frisch-Service-Uniform. Wer gerne frische und knusprige Zweifel-Chips geniesst, hat es unter anderem dem sogenannten Frisch-Service von Zweifel Pomy-Chips AG zu verdanken. Diese sorgen dafür, dass in den Läden keine abgelaufenen Pommes-Chips vorhanden sind. Bereits 1962 führte Hans-Heinrich Zweifel den Frisch-Service ein. Damals war es eine Flotte von zehn VW-Bussen, welche die ganze Schweiz mit Chips belieferten und die jeweils abgelaufenen Chips aus den Regalen wieder zurücknahmen. Die VW-Busse waren auffällig beschriftet und fuhren während der Arbeitswoche ihre normalen Strecken ab, wobei sie samstags jeweils als "Karawane" durch das Land fuhren und für ihre Produkte warben. Der Frisch-Service hatte in den Jahren nach seiner Gründung eine für die damalige Schweiz eher ungewöhnliche Uniform. Sie bestand aus einer weissen Jacke, Hose und Mütze. Die Jacke hatte einen roten Kragen und rot-gelbe Akzente bei den Brusttaschen. Stilistisch war sie den Uniformen von amerikanischen Milchmännern der 1950er-Jahre sehr ähnlich. Dies deutet auch auf die Amerikanisierung der Essgewohnheiten der Schweizer Bevölkerung in den 1960er-Jahren hin. Heutzutage ist der Frisch-Service immer noch unterwegs. Täglich sind rund 140 Personen des Frisch-Services, ausgehend von zwölf Depots in der Schweiz, unterwegs. Neben dem Beliefern von rund 16'000 Verkaufsstellen mit Chips und Snacks beraten sie auch die Kundinnen und Kunden von Zweifel Pomy-Chips AG persönlich und prüfen deren Angebot. Dabei sind die orangen Lieferwagen, jetzt meist der Automarke Iveco, schon fast ikonisch. VW-Busse des Frisch-Services von Zweifel Pomy-Chips AG vor der damaligen Fabrik in Höngg. Quelle: Firmenarchiv von Zweifel Pomy-Chips AG. Die Frisch-Service-Uniform Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des Frisch-Services im Jahr 2012 hat Zweifel Pomy-Chips AG der Firma Burk Ari den Auftrag gegeben, eine Nachbildung der ursprünglichen Uniform des Frisch-Services aus den 1960er-Jahren herzustellen. Unter anderem befindet sich in der Genusswerkstatt von Zweifel Pomy-Chips eine weitere solche Frisch-Service-Uniform, die die Gäste bewundern können. Zweifel Pomy-Chips AG schenkte im Sommer 2023 diese nachgemachte Uniform der Sammlung Museum Aargau anlässlich des neu erschienenen Buches zur Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG, welches von Museum Aargau publiziert wurde. Neben der Frisch-Service-Uniform erhielt die Sammlung noch viele andere Objekte wie beispielsweise Werbegeschenke und Spielzeuge, die Zweifel anfertigen liess. Die Jacke hat 52.8 cm lange Ärmel und ist 59.5 cm hoch. Die Hose hat eine Länge von 109.5 cm. Die Kopie der Uniform besteht aus Kunstfasern und darf nur trocken gereinigt werden. Das Foto wurde für das Buch über die Firma Zweifel Pomy-Chips AG im Sammlungszentrum Egliswil geschossen. Quelle: Museum Aargau, Inv.-Nr. K-23158. Ein Buch zur Geschichte der Zweifel Pomy-AG Zweifel Pomy-Chips AG ist der zweite Band der Reihe "Aargauer Industriegeschichten", die sowohl bekannte als auch weniger bekannte Aargauer Firmen vorstellt. In dieser Publikation thematisiert Historikerin Ruth Wiederkehr die Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG von ihren Anfängen bis in die Gegenwart. Der Fokus des Buches liegt dabei auf der Aargauer Geschichte des Familienunternehmens. Dazu gehören mitunter die Entwicklung der Chips, der Umzug nach Spreitenbach im Aargau, die innovative Werbe- und Wirtschaftstätigkeit der Firma sowie die Frage der gesunden Ernährung. Es werden in dieser Publikation auch teilweise noch nie veröffentlichte Bilder gezeigt. Das Buch ist im Onlineshop von Museum Aargau sowie nach der Eröffnung der Standorte im April 2024 in den Museumsshops vor Ort erhältlich. Umschlag von Band 2 der Aargauer Industriegeschichten. Quelle: Firmenarchiv von Zweifel Pomy-Chips AG, Gestaltung: BarbieriBucher. Die Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG in Kürze Die Zweifel Pomy-Chips AG begann 1958 mit der Produktion von Chips. Zu dieser Zeit war das Hauptgeschäft aber immer noch der Apfelmost. Erst als Hans-Heinrich Zweifel das Chips-Geschäft übernahm, entwickelte es sich dank des rasanten Wachstums zum Hauptgeschäft der Familie. Bereits 1960 konnte die erste grössere Frittier-Maschine – der sogenannte "freundliche Drachen" ( Ferry 3 ) aus den USA bestellt werden. Pommes-Chips waren in den 1960er-Jahren in der Schweiz noch nicht gross bekannt. Die Zweifel Pomy-Chips AG wollte daher das neue Nahrungsmittel mit Werbung auf verschiedenen Kanälen bekannt machen. Dazu gehörten die Geschichte über die Erfindung der Chips und schmackhafte Menuvorschläge. Diese Herangehensweise war so erfolgreich, dass 1970 die Produktionsmöglichkeiten in Höngg nicht mehr ausreichten und es zum Umzug nach Spreitenbach kam. Seither wurde die Fabrik in Spreitenbach immer wieder erweitert. Zuletzt die Eröffnung der neuen Gebäude im Jahr 2019, worin sich auch die Genusswerkstatt befindet. Die Öffentlichkeit konnte aufgrund der Pandemie aber erst im Jahr 2021 die Genusswerkstatt besuchen. Heutzutage gilt Zweifel Pomy-Chips als einer der besten Arbeitgeber der Schweiz und wurde diesbezüglich von Statista und der „Handelszeitung“ ausgezeichnet. Blick auf die Passerelle und den Neubau von 2019 (hinten links) in Spreitenbach. Im Neubau befinden sich Einrichtungen für Forschung und Entwicklung, Büroräumlichkeiten, ein Personalrestaurant sowie die neue Genusswerkstatt für die Besucherinnen und Besucher. Quelle: Zweifel Pomy-Chips AG, Fotograf: Philipp Funke. Weitere Beiträge 17. Oktober 2023 Alternative Haushaltsgeräte ohne Strom Heutzutage sind strom- und batteriebetriebene Geräte aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken. Angesichts steigender Stromkosten und… 07. April 2020 Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem raffinierten Rezept aus dem Mittelalter. 04. Oktober 2023 Frisches Bier im passenden Bierhumpen Mit den ersten frischeren Tagen im Herbst beginnen zahlreiche Volksfeste. Seien dies Erntedankfeste, Winzerfeste oder andere Anlässe wie das… Von Cedric Zbinden Von Cedric Zbinden Cedric Zbinden ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien 20./21. Jh. Historische Kleidung Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
Museum Aargau

Zimmerpflanzen im Winter

Zurück zum Blog 22. Januar 2024 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Zimmerpflanzen sind beliebt und erleben seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Im Winter entpuppt sich eine Zimmerpflanze jedoch oft als Sorgenkind mit besonderen Bedürfnissen. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. Die kürzeren Tage im Winter haben Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen. Sie wachsen weniger schnell, da weniger Licht vorhanden ist. Zimmerpflanzen sollten deshalb an einem möglichst hellen Standort platziert werden Der richtige Standort An sehr dunklen Standorten hilft künstliches Licht. Modernes Pflanzenlicht mit LED-Technologie ist heute im Handel viel günstiger als früher – und versorgt die Pflanze mit nährendem Licht. Empfindlich reagieren Zimmerpflanzen zudem auf Durchzug. Beim Lüften sollten Pflanzen weggestellt und möglichst vor eisigkalter Luft geschützt werden. Wasser Weil Zimmerpflanzen bei spärlichem Licht weniger schnell wachsen, benötigen sie auch weniger Wasser. Zimmerpflanzen sollten deshalb im Winter nicht zu stark gegossen werden. Auch hier gilt der Grundsatz: Zu viel Wasser ist schädlicher als zu wenig Wasser. Das Wasser sollte zudem zimmerwarm sein. Gesammeltes Regenwasser direkt von draussen zum Beispiel ist zu kalt. Erde Auch kalte Erde mögen Zimmerpflanzen nicht. Beim Umtopfen sollte deshalb keine Erde verwendet werden, die vorher auf dem Balkon oder kalten Räumen gelagert wurde. Gedüngt werden kann auch im Winter, jedoch nur zurückhaltend. Luft Die Luft in geheizten Innenräumen ist im Winter trocken – zu trocken für Zimmerpflanzen. Folgende Tipps schaffen hier Abhilfe: Am einfachsten ist es, die Pflanze ab und zu mit möglichst kalkarmem Wasser anzusprühen oder sie auf einen mit feuchtem Tongranulat befüllten Untersetzer zu stellen. Ein Luftbefeuchtungsgerät ist auch eine effektive Variante. Ich wünsche Ihnen und ihre grünen Freunde eine gemütliche Winterzeit. Weitere Blogbeiträge 18. November 2021 Dahlien überwintern: So geht’s! Dahlien blühen unermüdlich bis in den Spätherbst und sollten vor den ersten frostigen Nächten aus der Erde geholt werden. Unsere Gärtnerin… 16. September 2022 Im Herbst säen, um im Winter zu ernten Im Herbst ist Erntezeit. Zudem stehen Aufräumarbeiten an. Was dabei oft vergessen geht: Auch im Herbst kann noch ausgesät werden, um auch im… 09. Oktober 2020 Unordnung im Garten: ein Paradies für Nützlinge Im Herbst wird der Garten auf den Winter vorbereitet. Jedoch sind viele Lebewesen auf eine gewisse Unordnung im Garten angewiesen. Der… Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
Museum Aargau

Der Fusswärmer: Ideal für kalte Wintertage

Zurück zum Blog 27. November 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Dieser Fusswärmer stammt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei der Hersteller leider unbekannt ist. Dennoch ist das Gerät ein eindrückliches Zeugnis der rasch vorangeschrittenen Elektrifizierung der Schweiz. © Museum Aargau Besass 1879 erst ein einziges Hotel in St. Moritz eine elektrische Beleuchtungsanalage, war Strom, vor allem dank der in grossen Mengen verfügbaren Wasserkraft, bald weitgehend verfügbar. Auch infolge der Kohleknappheit während des Ersten Weltkriegs breitete sich die Benutzung von Elektrizität in Form von Wärmeapparaten rasch aus. So waren bald schon Kochherde, Boiler, Heizungen, oder eben auch Fusswärmer mit Strom betrieben. Was vorher ein Zeichen des Luxus war, wurde bald zum Alltagsgegenstand. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
Museum Aargau

Die Christrose

Zurück zum Blog 19. Dezember 2023 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Die Christrose blüht von Dezember bis März und ist robust gegen Kälte und Schnee. Trotzdem gilt es einiges zu beachten. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. Die Christrose (oder auch Schneerose) ist für mich eine der Schönsten winterblühenden Stauden. Sie gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse und kommt bis zu einer Höhe von 1900 Metern vor. Ihre weissen oder rosa Blüten erfreuen uns von Dezember bis März, ihre Blätter sind immergrün. Die Pflanze wird je nach Sorte 10 bis 30 Zentimeter hoch. Die Christrose ist sehr robust: selbst Kälte und Schnee machen ihr nichts aus. Christrosen bevorzugen einen halbschattigen Standort unter Bäumen. So können sie im Winter die Sonne geniessen, im Sommer sind sie vor der Hitze geschützt. Am besten gedeihen Christrosen in einem nährstoffreichen, humosen Boden. Wichtig ist ein guter Wasserabfluss, da sie Staunässe nicht vertragen. Wenn ihnen der Standort gefällt, sind Christrosen anspruchslos und vermehren sich gut. Im Garten können die Christrosen gut mit anderen Stauden oder Gehölzen kombiniert werden. Im Winter kommen die Blüten schön zur Geltung, im Sommer ist die Pflanze ein guter Bodendecker. Auch in Töpfen oder Kisten macht sich die Christrose gut. Ob als Solitär oder kombiniert mit anderem Herbst-/Winterflor spielt dabei keine Rolle. Im Frühling kann die Pflanze auch in den Garten gepflanzt werden. Zur Christrose habe ich noch folgende kleine Geschichte gefunden: Auf dem Weg nach Bethlehem trug einer der Hirten kein Geschenk bei sich. Weil er nichts besass und zur kalten Winterzeit auch keine Blumen fand, weinte er bitterlich. Es fielen Tränen auf die Erde, und aus ihnen entsprossen Blüten so schön wie Rosen. Glückselig überbrachte der Hirte die "Christ-Rose" als Geschenk dem Jesus-Kind. Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit! Weitere Blogbeiträge 15. Mai 2023 Gemüsegarten auf dem Balkon Wer gerne sein eigenes Gemüse zieht, braucht dafür nicht zwingend einen Garten. Dies funktioniert auch sehr gut auf dem Balkon oder der… 09. Dezember 2021 Der perfekte Weihnachtsstern: 3 Tipps zu Kauf und Pflege Der Weihnachtsstern bringt zur Winterzeit Adventsstimmung ins Haus, ist jedoch auch sehr empfindlich. Drei Tipps zum Weihnachtsstern von… 20. Dezember 2022 Amaryllis: So blüht das Weihnachtswunder immer wieder Amaryllis blühen jeweils zu Weihnachten. Mit etwas Geschick und Ausdauer treibt die Zwiebel jedes Jahr neu aus. Der Gartentipp aus dem… Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
Museum Aargau

Reisekultur und Reiseliteratur im 18. und 19. Jahrhundert

Zurück zum Blog 08. Mai 2024 Kategorien Neuzeit Schlossgeschichten Die Wildegger Schlossbibliothek birgt zahlreiche Reisebücher aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Anhand dieser Schriften lässt sich wunderbar verfolgen, wie sich die Reisekultur und die Reiseliteratur über die Zeit verändert haben. 2024 stand auf Schloss Wildegg Reiseliteratur im Fokus. Eine kleine Sonderausstellung in der Bibliothek beleuchtete Italienreisen im Rahmen der sogenannten Grand Tour oder Kavalierstour und den frühen Schweizer Tourismus; dies anhand ausgewählter Werke aus der Bibliothek der Familie von Effinger. Die adligen Effinger waren über Jahrhunderte die Besitzer des Schlosses Wildegg. In ihrer Schlossbibliothek sammelten sich vom 17. bis zum 19. Jahrhundert über 5'300 Bücher an. Neben belletristischen und historischen Werken bilden Schriften zu geografischen Themen wie Reiseführer, Reiseberichte und Karten die drittgrösste Gruppe unter den Büchern auf Schloss Wildegg. Älteste Aufnahme der Schlossbibliothek Wildegg von 1913 (Schweizerisches Nationalmuseum). Reisende Bücher und Reisebücher Verschiedene männliche Mitglieder der Effinger-Familie unternahmen im 18. Jahrhundert sogenannte Kavalierstouren. Für junge männliche Adelige bildete eine Kavalierstour oft den Abschluss ihrer Ausbildung. Sie reisten während Monaten, wenn nicht sogar Jahren, durch Europa. Auf diesen Bildungsreisen sollten die adligen Knaben das kulturelle Wissen, den gängigen Gesprächsstoff und das soziale Verhalten der Oberschicht erlernen. Johann Bernhard Effingers Kavalierstour von 1717 bis 1719 führte ihn nach Deutschland, Frankreich, in die Niederlande und nach England. Mit Büchern im Gepäck kehrte er wieder nach Hause zurück: Verschiedene Wörterbücher, eine englische Bibel oder eine Abhandlung zu Versailles fanden so Eingang in die Wildegger Schlossbibliothek. Mehrere in der Bibliothek auffindbare Ausgaben des Buches "Nouveau voyage d'Italie" von Maximilien Misson zeigen, wie die Effinger ihre Kavalierstouren planten. Missons Bericht über seine eigene Reise nach Italien als Lehrer junger Adeliger wurde zur beispielhaften Anleitung für Touren durch das beliebte mediterrane Reiseland. Zwei Enkel des Johann Bernhard Effinger, Sigmund und Rudolf Emanuel Effinger, bereisten schliesslich im Winter 1794/95 Italien. Die Schweiz als Reiseziel Nach dem Abflauen der klassischen adeligen Kavalierstour zum Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich ein breiterer Tourismus. Dabei wurde die Schweiz mit ihren Alpen von einem beschwerlichen Durchreiseland zu einem touristischen Ziel. Der vom preussischen Arzt Johann Gottfried Ebel verfasste erste grosse Reiseführer für die Schweiz beschleunigte diesen Wandel. Von dieser 1793 publizierten "Anleitung auf die nützlichste und genussvollste Art die Schweiz zu bereisen" findet man ebenfalls ein Exemplar in der Wildegger Schlossbibliothek. Auch ein Jahrhundert nach ihrer Erscheinung galt Ebels "Anleitung" noch als wichtiger Grund für den touristischen Erfolg der Schweiz. Titelseite mit Bild des Rhonegletschers des zweiten Bandes der französischen Übersetzung des Reiseführers von J. G. Ebel, 1805 (Schweizerische Nationalbibliothek, Bern). Moderne Folklore Zur wachsenden Bedeutung der Schweiz als Tourismusdestination hat auch die aufkommende moderne Naturwissenschaft beigetragen. Sie wollte beweisen, dass Gott die Welt sinnvoll gestaltet hatte. Die Alpen erschienen nun nicht mehr furchterregend, sondern als erhabenes Naturschauspiel und galten als Wasser-, Wolken-, und Windversorger für das gesamte Europa. Aber auch die Lobeshymnen, die von der Aufklärung inspirierte Autoren wie Ebel oder auch Rousseau über die Schweiz schrieben, trugen zum neuen touristischen Erfolg bei. Die Schweiz wurde zum Symbol einer genügsamen, freiheitlichen und demokratischen Insel inmitten einer dekadenten Welt. Und in der Schweiz verstand man, dass sich lohnte zu inszenieren, wonach die Fremden so eifrig suchten. Da die fremden Reisenden auf ihrer Suche nach der ländlichen Idylle aber nicht auf ihren bürgerlichen Wohlstand verzichten wollten, entstand neben der folkloristischen Inszenierung eine auf den Tourismus abgestimmte Infrastruktur. Es wurden Wegschneisen geschlagen, moderne Transportmittel wie Dampfschifflinien und Eisenbahnverbindungen bereitgestellt, Aussichtsplattformen und Hotels errichtet. Aussichtsterrasse "Rigi Känzli", Luzern, ca. 1879 (Schweizerisches Nationalmuseum). Brünigstrasse bei der "gesprengten Fluh" mit Touristen, Bern, ca. 1860-1885 (Schweizerisches Nationalmuseum). Die Industrie der Idylle Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Reisen von einem Privileg des Adels zu einem Massenphänomen. Dieser Wandel schlug sich auch in der Reiseliteratur nieder. Persönliche Berichte wurden von allgemeineren Kulturreiseführern verdrängt. Ein gutes Beispiel hierfür sind die auch heute noch existierenden Baedeker-Reiseführer. Auch veränderte sich das Interesse an den Reisen. Die Kavalierstouren der Effinger dienten zur Bildung und zur Pflege der Familienpolitik mit der gezielten Platzierung des Nachwuchses in der höfischen Gesellschaft. Die Reisen in die Schweiz ab Ende des 18. Jahrhunderts hingegen wurden von der bürgerlichen Wunschfantasie nach einer Flucht in die Idylle motiviert. Nachwirkungen hat dies bis heute. Das schweizerische Selbstverständnis ist eng mit der touristischen Werbesprache über die Schweiz verbunden. Aber auch die Suche nach der Idylle bleibt bestimmend für unsere heutige Art des Reisens. Dass sich die Erfahrung der Idylle in der Schweiz als wichtiger Wirtschaftszweig etabliert hat, macht den Tourismus bis heute zu einer widersprüchlichen Angelegenheit. Im Jahr 2022 generierte der Tourismus in der Schweiz 43 Milliarden Franken Umsatz. In einer industriellen Welt hat sich die Befreiung von dieser industriellen Welt selbst zur Industrie entwickelt. Folkloristische Darstellung einer Schweizerin aus Rudolf Gerber: Interlaken. Mit 14 Illustrationen und einer Karte. Zürich, 1878. Weitere Beiträge 11. Juli 2023 Sommer-Accessoires im 19. Jahrhundert Museum Aargau präsentiert eine Auswahl von Accessoires, welche die Damen und Herren des 19. Jahrhunderts im Sommer trugen. Diese Objekte… 29. Oktober 2021 Die Geschichte des Rauchens – Tabakkonsum im Wandel der Zeit Die Tabakkultur hat heutzutage unterschiedliche Formen und Farben. Doch wann und wie wurde das Rauchen überhaupt "in"? Die Antworten im Blog… 26. Juli 2023 Fotoalbum der ersten Bundesfeier 1891 in Lenzburg 1891 feierte die Schweiz erstmals am 1. August ihren Nationalfeiertag. Ein Fotoalbum aus der Sammlung Museum Aargau gibt Einblick in die… Von Mara Jenni Von Mara Jenni Mara Jenni ist Praktikantin im Team Ausstellungen von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Neuzeit Schlossgeschichten Kommentare

 
Museum Aargau

Prominenz auf Schloss Lenzburg: Geschichten aus dem Gästebuch

Zurück zum Blog 19. Oktober 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Auf Schloss Lenzburg war früher Prominenz aus aller Welt zu Gast. Nachzulesen ist dies im Gästebuch der Familie Ellsworth, den letzten privaten Besitzern der Lenzburg. Der amerikanische Grossindustrielle James Ellsworth gab das Gästebuch 1911 im Zuge des Erwerbs von Schloss Lenzburg bei der Firma "Michallet" in Frankreich in Auftrag. Sein Sohn Lincoln sorgte mit pionierhaften Polarexpeditionen für grosses Aufsehen. © Museum Aargau Das in der Sammlung Museum Aargau aufbewahrte Gästebuch ist in Ziegenleder eingefasst und weist auf dem Deckel die Einprägung "SCHLOSS LENZBURG" auf. Der Buchdeckel ist mit blindgeprägten Stempeln und Streicheisenverzierungen versehen. Die im Gästebuch enthaltenen unbeschnittenen Büttenpapierblätter entsprechen mit einem 37 cm hohen Buchrücken dem Format "Gross-Quart". Bundesräte auf Schloss Lenzburg Die Familie Ellsworth erhielt Besuch aus aller Welt: Ins Gästebuch eingetragen haben sich etwa George Ellery Hale, amerikanischer Astronom, und die deutsche Opernsängerin Erika Wedekind, die selbst auf Schloss Lenzburg aufgewachsen ist. Nachgewiesen ist ebenfalls ein Eintrag eines Besuches von fünf Bundesräten (Edmund Schulthess, Robert Haab, Heinrich Häberlin, Giuseppe Motta, Karl Scheurer), wichtigen eidgenössischen Diplomaten und hohen Bundesbeamten im Rahmen eines "Bundesratsreisli" am 1. September 1928. Vermögende Schlossbewohner-Familie Das Gästebuch ist für die Sammlung Museum Aargau von grösster Bedeutung, weil es vom Leben der letzten privaten Besitzer der Lenzburg zeugt. Denn Schlossgeschichte ist immer auch Familiengeschichte: James Ellsworth, der mit Kohleminen und im Bankgeschäft reich geworden war, kaufte Schloss Lenzburg 1911 für 550'000 Schweizer Franken, was heute rund fünf Millionen Franken entspricht. Er erwarb in ganz Europa Antiquitäten und stellte sie in den Räumlichkeiten aus, so etwa im "Amundsen-Zimmer" im Südturm. Sein Sohn Lincoln, der das Schloss 1925 geerbt hatte, plante dort zusammen mit dem Norweger Roald Amundsen zahlreiche Polarexpeditionen. Im gleichen Jahr hatten sie in zwei Dornier-Wal-Flugbooten einige Kilometer vor Erreichen des Nordpols im Eis notlanden müssen. Sein zweiter Versuch 1926 von Spitzbergen her kommend mit der Landung in Teller (Alaska) gilt als erstes zweifelsfreies Überfliegen des Nordpols. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
Museum Aargau

Wie ein Maultier Rom zum Weltreich machte

Zurück zum Blog 25. März 2024 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Den meisten zwar bekannt, führt das Maultier eher ein Schattendasein: Es ist weder Pferd noch Esel und begegnet uns im heutigen Alltag nur selten. Ganz anders sahen es die römischen Legionäre, die ohne diese unscheinbaren aber kräftigen Tiere vielleicht nie bis nach Vindonissa gekommen wären. "Und wie mühsam es ist, die endlosen Züge der Maultiere, die du Massen an Marmor ziehen siehst, zu passieren." So echauffiert sich der römische Dichter Martial in einem seiner Gedichte – und beweist damit, dass es in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. gang und gäbe war, Maultiere als Zugtiere zu verwenden. Dies belegen auch Funde von römischen Grabsteinen und Bronzemünzen. So auf einem Sesterz des Kaisers Tiberius, den er zu Ehren seiner Mutter Livia herausgeben liess: Sesterz des Tiberius, 22-23 n. Chr.; heute im British Museum. © Trustees of the British Museum Das Maultier – Lastwagen, Hybrid oder Edellimousine? Maultiere sind keine eigene Art, da es sich um eine Kreuzung von Pferd und Esel handelt und sie sich nicht untereinander fortpflanzen können. Im Vergleich zu ihren Elternteilen sind sie sehr robust und genügsam, weswegen sie sich einer grossen Beliebtheit erfreuten und schnell zum Zug- und Lasttier par excellence wurden. Zahlreiche römische Grabsteine zeigen eine von Maultieren gezogene Kutsche. Das Reisen in einer Kutsche war weitaus angenehmer als zu Pferde und bot ausserdem die Möglichkeit der Zurschaustellung des eigenen Reichtums, wozu entsprechend erstklassige und schön geschmückte Maultierstuten zählten. Die literarischen Quellen machen deutlich, dass die weiblichen Tiere (lat. mula ) aufgrund ihrer grösseren Vitalität vornehmlich als Zugtiere genutzt wurden. Die kastrierten männlichen Exemplare (lat. mulus ) wurden hingegen als Lasttiere genutzt, da sie einen kräftigeren Körperbau besitzen. Ein Maultier kann bei ebenem Terrain bis zu 150 kg tragen und dabei bis zu 40 km am Tag zurücklegen – und kommt dabei mit weit weniger Futter aus als ein Pferd. Das Maultier in der römischen Legion Als Lastenträger fand das Maultier schnell seinen Weg in die Legion. Da eine Legion möglichst mobil und autonom sein musste, wurde auf den Transport in Wagen möglichst verzichtet. Stattdessen bepackte man Hunderte von Maultieren, die von Maultier-Treibern (lat. mulio bzw. mularii ) versorgt und geführt wurden. Der freundliche und intelligente Charakter der Tiere erleichterte das ganze Unterfangen. Einen Eindruck des Geschehens vermittelt die in Rom stehende Trajanssäule, auf der die Feldzüge Kaiser Trajans gegen die Daker gezeigt werden. Legionäre beim Bepacken der Maultiere mit dem von den Dakern erbeuteten Schatz. Ausschnitt der Trajanssäule, Rom; heute im National History Museum of Romania. © Kenneth Garrett. Der Grossteil der in einer Legion eingesetzten Maultiere war jedoch zuständig für das Tragen von: Zelten Mühlsteinen und Bottichen Grösseren Kochutensilien Nahrungsmitteln Schanzwerkzeugen Auf jede Zeltgemeinschaft (lat. contubernium ), bestehend aus 8 Legionären, kamen zwei Maultiere, da eines allein nicht das ganze Material tragen konnte. Dazu kamen weitere Exemplare für den Transport von leichten Geschützen, Ersatzmaterial sowie der Ausrüstung höherer Offiziere und anderen Begleitpersonals. Schliesslich darf auch der Futterbedarf der Maultiere selbst nicht vergessen werden, wodurch auf eine Legion von 6000 Legionären gut und gerne 1200-1500 Tiere kamen. Wer sich nun denkt, dass die Legionäre ohne Gepäck marschierten, täuscht sich gewaltig. Nicht umsonst erhielt der Fusssoldat den charmanten Titel mulus marianus , also marianisches Maultier, benannt nach einem berühmten römischen Feldherren. Die bis zu 45 kg beladenen Legionäre hatten damit mitunter mehr als die Hälfte des eigenen Körpergewichtes zu tragen. Mit dem Maultier nach Vindonissa Die wissenschaftliche Forschung zur Logistik einer römischen Legion kämpft bis heute mit offenen Fragen. So fanden sich immer wieder Forscher, die ihre Thesen anhand von Experimenten überprüfen wollten. 1985 begab sich der deutsche Archäologe Marcus Junkelmann zusammen mit Freunden und Maultieren auf einen Probemarsch von Italien über die Alpen bis nach Deutschland – auf einer Route, die auch für römische Legionäre belegt ist. Marschkolonne von Legionären mit Maultieren; Alpenüberquerung unter der Führung von M. Junkelmann, 1985. © Dieter Storz Nicht wegzudenken Damit dürfte klar sein, wie essenziell das Maultier für die römischen Legionen und den römischen Alltag überhaupt war. Es erlaubte es den Legionen, ihr Gepäck durch unwegsame Gegenden sicher zu transportieren und die Zulieferungen von Material und Nahrung über das gesamte römische Reich sicherzustellen. Ohne das Maultier hätte die Infrastruktur des römischen Reiches ganz anders ausgesehen und es wäre fraglich, ob es je zum Bau des Legionslagers Vindonissa hätte kommen können. So könnte ein Maultier in einer römischen Legion bepackt worden sein; Kooperationsprojekt zw. D. Schweizer und der Legio XI. © Daniel Schweizer Weitere Beiträge 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! 11. Oktober 2023 Die Waffen der römischen Legionäre Was ist ein "pugio"? Was machten die Legionäre mit einem "pilum"? Über wie viele Geschütze verfügte eine Legion? In diesem Blogbeitrag… 02. Oktober 2023 Das römische Bad: Wellness-Oase und Freizeitzentrum der Antike Das römische Bad war eine Wellness-Oase für Geist und Körper. Viele Römerinnen und Römer verbrachten ihre Freizeit mit Vorliebe in den… Von Luca Grünig Von Luca Grünig Luca Grünig ist Praktikant in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
Museum Aargau

Fingerloop: Anleitung zum Fingerschlaufen flechten

Zurück zum Blog 06. November 2020 Kategorie Schlossgeschichten Fingerschlaufenflechten (Fingerloop) ist eine uralte Technik, die im Mittelalter sehr verbreitet war. Bei den Ausgrabungen in Hallstatt (Österreich) wurden Textilien gefunden, die möglicherweise mit Fingerschlaufenflechten hergestellt wurden. Die Möglichkeit, nur mit Faden und Händen kleine Kunstwerke zu schaffen, ist faszinierend. Mit unserer Anleitung werdet ihr schnell zum Fingerloop-Profi! Nachfolgend zeigt das Museum Aargau die Grundtechnik des Fingerschlaufenflechtens. Flechten mit 7 Schlaufen Vorbereitung 7 ca. 70-80cm lange Woll- oder Garnfäden in der Mitte umlegen, so dass 7 Schlaufen entstehen. Mit diesen wird geflochten. Die unteren losen Schlaufen werden in einem Knoten gefasst. Ist man zu zweit, kann das Gegenüber den Knoten halten, damit man leichter flechten kann. Man kann aber auch alleine flechten, wenn man oberhalb des Knotens eine Schlaufe befestigst und diese an einem Haken, Stuhl oder sonst wo anhängst. Ausgangsposition Linke Hand: 4 Schlaufen je auf Zeig-, Mittel-, Ring- und Kleinfinger Rechte Hand: 3 Schlaufen je auf Zeig-, Mittel- und Ringfinger Flechten 1. Der rechte Kleinfinger holt den äusseren Faden des linken Zeigfingers, indem er von oben in die Schlaufe greift. 2. Die Schlaufen der linken Hand wandern eine Position nach, so dass der kleine Finger frei ist. 3. Die Arme spreizen, um den "Knoten" anzuziehen. 4. Nun dasselbe spiegelbildlich: Der linke Kleinfinger holt den äusseren Faden des rechten Zeigfingers, indem er von oben in die Schlaufe greift. 5. Die Schlaufen der rechten Hand wandern eine Position aufwärts. 6. Die Arme spreizen, um den „Knoten“ anzuziehen. 7. Und wieder von vorne, bis das Bändeli fertig ist. 8. Am Schluss das Ende des Bändelis verknoten. Flechten mit Unterquerungen Unterquert der Kleinfinger die Fäden von Klein-, Ring- und/oder Mittelfinger bevor er die Schlaufe des Zeigfingers holt, entstehen verschiedene Muster. Inneren Faden unterqueren Äusseren Faden unterqueren Es gibt viele Möglichkeiten und Kombinationen, die Fäden zu unterqueren. Bei einem Bändeli mit 7 Schlaufen sind dies: Querung Möglichkeiten (Total 63) 1 6 2 15 3 20 4 15 5 6 6 1 Hat es dich gepackt? Es gibt eine Vielzahl von weiteren, teilweise kniffligen Mustern mit bis zu 13 Schlaufen, die alleine ohne Hilfsmittel geflochten werden können. Es können auch zwei Personen zusammen mit 15 und mehr Schlaufen flechten. Je nach Farbzusammenstellung entstehen interessante Effekte. Hier einige Anwendungsbeispiele: Von Françoise Bernhard Von Françoise Bernhard Françoise Bernhard ist im Gästeservice von Schloss Hallwyl tätig. Die Leidenschaft für das Fingerschlaufen-Flechten hatte sich an einem Mittelaltermarkt entfacht. Seither liebt sie diese kreative und zugleich meditative Freizeitbeschäftigung. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schlossgeschichten Kommentare

 
Museum Aargau

Kompost, nein danke!

Zurück zum Blog 30. April 2024 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kompost gilt als "schwarzes Gold" im Garten. In einigen Fällen jedoch ist Kompost das falsche Mittel. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. Kompost ist im Garten oftmals die richtige Wahl. Ein gesunder, ausgewogener und reifer Kompost enthält viele Nährstoffe und Spurenelemente. Bei stark zehrenden Pflanzen wie Tomaten, Kartoffeln oder Kürbis kann Kompost zusätzlich mit Hornspänen oder einer anderen Form von Stickstoff angereichert werden. Kompost gilt deshalb als natürliches Wundermittel. Doch nicht alle Pflanzen freuen sich über dieses "Schwarze Gold", wie Kompost unter Gärtnerinnen und Gärtnern auch genannt wird. In folgenden Fällen ist Kompost das falsche Mittel: Kübelpflanzen Pflanzen, die in Töpfen und anderen Gefässen stecken, können Kompost nicht verwerten. Dazu braucht es in der Erde Lebewesen, die das organisches Material zersetzen und so für die Pflanze verfügbar machen. Kurz gesagt: Es muss zuerst durch den Wurm! Pflanzen in Gefässen sollten stattdessen mit fertigem, bereits verfügbarem Dünger (z.B. in Form von Kügelchen, Stäben oder Flüssigdünger) ernährt werden. Blumenwiesen Kompost sollte nicht auf Blumenwiesen ausgebracht werden. Einheimische Blumen wie Leinkraut, Klappertopf oder Wiesensalbei mögen magere, nährstoffarme Böden. Gelangen mit Kompost zu viele Nährstoffe auf die Wiese, entwickeln sich zudem andere Pflanzen – vor allem Gras – zu stark. Feine Blümchen haben dagegen kaum eine Chance. Küchenkräuter Diverse gängige Küchenkräuter wie Rosmarin, Thymian oder Salbei stammen ursprünglich aus kargen Umgebungen. Diese Kräuter vertragen deshalb kaum Dünger. Moorbeetpflanzen Auch Moorbeetpflanzen wie Heidelbeeren, Azaleen, Rhododendren oder Erika sollten nicht mit Kompost gedüngt werden. Moorbeeterde ist leicht sauer und weist einen niedrigen pH-Wert auf – Kompost dagegen ist alkalisch und hat einen höheren pH-Wert, was diese Pflanzen nicht mögen. Weitere Beiträge 23. Juli 2021 Insekten und andere Krabbeltiere: die kleinen Nützlinge im Garten Käfer, Spinnen und Insekten im Allgemeinen werden oft mit gemischten Gefühlen betrachtet. Jedoch sind viele von ihnen als Nützlinge… 18. Juni 2021 Mulchen und Gründüngung leicht gemacht Damit Wasser im Sommer weniger schnell verdunstet, sollte der Boden gemulcht werden. Im Blog zeigen wir zudem, was es bei der Gründüngung zu… 18. Januar 2023 Schadet Efeu Bäumen? Efeu ist ein dekorativer Bodendecker und ein wahrer Kletterkünstler. An Bäumen erklimmt die Pflanze in kürzester Zeit Höhen von über 20… Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

Gradian
Aussenaufnahme Schloss Hallwyl

Schloss Hallwyl

Kultur- und
Naturerlebnis

Schloss Hallwyl ist eines der schönsten Wasserschlösser der Schweiz. Die Schlossanlage liegt idyllisch im Naturschutzgebiet des Hallwilersees.

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Eine Besuchergruppe mit Foxtrail-Anhängern, im Hintergrund Schloss Hallwyl

Drei
Highlights

Das dürfen Sie nicht verpassen  

 
Eine mittelalterlich gekleidete Magd steht in einem eingerichteten Wohnzimmer im Museum von Schloss Hallwyl

Ausstellungen
und Rundgänge

Bau- und Familiengeschichte  

 
Brücke zum wunderschön Schlosshof Schloss Hallwyl

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Geöffnet von April bis Oktober  

 
Luftaufnahme von Schloss Hallwyl mit Hallwilersee im Abendlicht

Anreise: So
finden Sie uns

Anfahrt mit Auto und öV  

Tagesprogramm

  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Dies läuft am Tag Ihres Besuches

Nachtaufnahme von Schloss Hallwyl mit Aabach, rechts eine grosse Leinwand mit einer Filmszene (ein küssendes Paar).
18:30 – 23:30 Uhr

Coop Open Air Cinema

Kinogenuss in einzigartiger Schlossatmosphäre

Veranstaltung
Eine Frau steht in einem Ausstellungraum mit bunten Wänden.
10:00 – 17:00 Uhr

Dauerausstellung

Bau- und Familiengeschichte des Adelsgeschlechts von Hallwyl

Ausstellung
Drei unterschiedliche Figuren aus dem Kornhaus Schloss Hallwyl
10:00 – 17:00 Uhr

Kornhaus

Erleben Sie Brauchtum und Gewerbe aus dem Seetal.

Ausstellung
Angebot wählen
  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
Geeignet für
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Schulen, Familien und Gruppen

 
Workshop "Feste Burg Schloss Hallwyl" Kinder haben zusammen spass im Schwertkampf mit Zinnen im Hintergrund

Für
Schulen

Buchbare Führungen und Workshops  

 
Ein Bub und ein Mädchen sitzen mit Kopfhörern in einem kleinen Schiff in der Ausstellung von Schloss Hallwyl. Der Bub blickt direkt in die Kamera.

Für
Familien

Geheime Ecken und Kindergeburtstag  

 
Führung auf Schloss Hallwyl: Eine Besuchergruppe steht auf einer Brücke zwischen Hof und dem Eingang zu Schloss Hallwyl, unter der Brücke Wasser des Schlossgrabens und ein Boot.

Für
Gruppen

Buchbare Führungen und Workshops  

Schloss Hallwyl in 49 Sekunden

FEIERN UND GENIESSEN

 
Blick von oben auf den Aussenbereich des Cafés von Schloss Hallwyl. An den Tischen im Schlosshof sitzen Besucherinnen und Besucher. Das Wetter ist sommerlich.

Essen und
Trinken

Angebote im Schlossbistro  

 
Ein Hochzeitspaar schreitet durch eine Festgesellschaft, die vor Schloss Hallwyl Spalier steht.

Räume
mieten

Feiern auf dem Schloss  

GESCHICHTE UND SAMMLUNG

 
Historische Aufnahme vom Schloss Hallyl

Geschichte

800 Jahre Schlossgeschichte  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

Sammlung

Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

Sammlung online

Objekte digital entdecken