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Kochvideo: Dreifarbige Eierküchlein – Dessert-Rezept aus dem Mittelalter

Zurück zum Blog 19. Februar 2025 Kategorien Mittelalter Kochvideos & historische Rezepte Dreifarbige Eierküchlein: Probieren Sie dieses mittelalterliche Dessert-Rezept aus – ein wahrer Genuss für Augen und Gaumen! Unsere Schlossköchin zeigt Ihnen im Video, wie es geht. Unser Rezept für die dreifarbigen Eierküchlein stammt aus einer Basler Handschrift des 15. Jahrhunderts – einer Zeit, in der Eier in der Küche äusserst vielseitig verwendet wurden. Neben Omeletten mit Orangen oder anderen exotische Zutaten finden sich in den Kochbüchern und Rezeptsammlungen auch viele gefüllte Eier oder eingelegte Eier. Viele Puddings werden zudem mit Eiern verdickt. Und natürlich werden die Pasteten- und Krapfenteige mit Eiern hergestellt. Unser Rezept für dreifarbige Eierküchlein ist für 2 Personen gedacht. Dauer: ca. 45 Minuten Zutaten Omeletts: 6 Eier 30 g glatte Petersilie, fein gehackt, gemörsert Schmalz oder Rapsöl Zucker Teig: 2 Eier 2 EL Wasser 2 EL Mehl 5 Safranfäden, gemörsert Arbeitsmaterial: 3 Schüsseln 1 Mörser gross Pfannen Bratspiesse Zubereitung Die Eier trennen. Alle Eigelbe in eine Schüssel geben. Die Eiweisse wie folgt aufteilen: Je 3 Eiweisse in die zwei anderen Schüsseln geben. Die Eiweisse halb steif schlagen, oder bis sie nicht mehr durchsichtig, sondern weiss sind. Die Petersilien mittelfein hacken und dann im Mörser bearbeiten und zerstossen bis sie Pestokonsistenz haben. Dann das Petersilienpesto in eine der Schüsseln mit Eiweiss geben, gut umrühren. Omeletts ausbacken: Die grüne Eiweissmasse in der Bratpfanne ausbacken, sodass Ober- und Unterseite des Omeletts fest sind. Die Eigelbmasse in der Pfanne ausbacken, sodass beide Seiten fest sind. Die letzten 3 Eiweisse in der Pfanne ausbacken, sodass auch hier beide Seiten fest sind. Die drei Omeletts so aufeinanderlegen, dass die grüne Omelette in der Mitte ist. Die geschichteten Omeletts in gleich grosse Vierecke schneiden. Die Vierecke dann auf Bratspiesse aufspiessen, zwei bis drei auf einen Spiess. Kühl stellen. Für den Teig die zwei Eier schaumig schlagen und mit dem Safran mischen. Wasser und wenig Mehl beimischen. Der Teig soll relativ flüssig sein, aber nicht zu flüssig. Den Teig gleichmässig über die aufgespiessten Vierecke giessen, sodass sie rundum damit bedeckt sind. Das Öl in der Pfanne heiss werden lassen. Die aufgespiessten Vierecke im heissen Öl ausbacken. Die so entstandenen Eierteigküchlein der Länge nach in zwei Teile schneiden, auf dem Teller anrichten und gut zuckern. Noch warm servieren. Quelle Das Rezept "ein gepachens von dreyerley" stammt aus einer Basler Handschrift, heute zu finden in der Basler Universitätsbibliothek, mit der Signatur "ÖB Basel D II 30" oder digital unter: Cooking Recipes of the Middle Ages , Nr. 52. Datiert wird die Schrift auf das 15. Jahrhundert. Das Originalrezept lautet: Ein gepachens von dreyerley Item wiltu machen ein gut gepachens von dreyerley pletter ein gruens daz ander weisz das dritt gel so nym eyer vnd thu daz weisz besunder vnd den totter besunder vnd hack petterlein clein vnd reib in clein in einem scherben vnd raib ayer dor vnter vnd nym den ein pfannen vnd mach sie haisz mit eynem smalcz vnd mach sie den ein gruen platt vnd thu daz herr ausz vnd mach denn ein gell platt von den totteren vnd thu das auch her ausz vnd clopff denn weisz vnd mach ein weisz platt vnd leg den drew pletter uber ein ander vnd daz gruen mitten sey vnd sneid ez denn clein schach zagel vnd stosz ez an ein spissel vnd mag denn ein taig vonn von ayeren vnd mach in gell vnd zeuch ez denn durch ein taig von ayeren vnd vonn wasser vnd pach ez denn in smalcz woll vnd zeuch den dy spiszel dar ausz vnd sneyd ez denn noch der leng von ein ander vnd leg ez in ein schussel vnd thu eynnen zucker dorauff vnd versalcz ez nit. Weitere Kochvideos 07. April 2020 Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem raffinierten Rezept aus dem Mittelalter. 19. Juni 2024 Kochvideo: Hühnerpastete – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie Hühnerpastete nach einem Rezept aus dem 15. Jahrhundert. Unsere Schlossköchin Verena zeigt im Video zusammen mit ihrer Base… 04. Mai 2020 Kochvideo: Huhn an Zitrone – Rezept aus dem Mittelalter Huhn an Zitrone: ein raffiniertes Rezept aus dem Mittelalter. Im Kochvideo zeigen wir, wie's geht! Von Angela Dettling Von Angela Dettling Angela Dettling ist Leiterin Vermittlung von Museum Aargau. Die Historikerin kocht für ihr Leben gern Gerichte aus 2000 Jahren. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Kochvideos & historische Rezepte Kommentare

 
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So bauen Sie einen mittelalterlichen Backofen

Zurück zum Blog 10. September 2022 Kategorie Mittelalter Auf Schloss Lenzburg wurde einen mobilen Backofen aus dem 15. Jahrhundert rekonstruiert. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie auch in Ihrem Garten Ihren ganz eigenen mittelalterlichen Lehmbackofen selber bauen können! Erinnern Sie sich an unseren letzten Blogbeitrag , in welchem sich alles um die mobilen Backöfen drehte, mit denen fremde Bäcker während dem Konstanzer Konzil zwischen 1414 und 1418 durch die Strassen und Gassen zu Konstanz gezogen sind, um ihre Waren feilzuhalten? In diesem Beitrag geht es um die Rekonstruktion eines solchen Backofens. Das Beste: mit genügend Lehm, Stroh, Wasser, Weidenruten und etwas Zeit können auch Sie ihren ganz eigenen mittelalterlichen Lehmbackofen selber bauen! Wir zeigen Ihnen, wie. Bäcker bei der Arbeit. Bild in der gedruckten Ausgabe von Anton Sorg, Augsburg, 1483, 25v. Anleitung zum Bau eines Lehmkuppelofens Für den Bau eines einfachen Lehmkuppelofens werden folgende Materialien benötigt: Lehm (kann bei Lehmvorkommen in der Umgebung selber gesammelt werden oder man benutzt eine Lehmmischung, beispielsweise Lehmunterputz trocken von Conluto. Dieser kann bereits anmischfertig inklusive Strohhäckseln bestellt werden. Bei einem Ofen mit den Massen 80x54x108 cm und einer Wanddicke von ca. 12 cm werden ca. 250 Kilo Lehmunterputz gebraucht. Stroh (ca. 2 Kilo bei obiger Grösse und Menge Lehm) Wasser Weide- oder Haselruten Draht oder Schnur Grosser Eimer oder Plane (zum Anmischen des Lehms) Harke oder Stecken Fakultativ: Schamottsteine oder Steinplatten (als Boden) Drahtgeflecht (modern, als zusätzliche Konstruktionshilfe) Vorher festlegen: WO soll der Ofen gebaut werden und WIE GROSS soll er werden? Je grösser der Ofen und je dicker die Wand, desto schwerer wird er natürlich. Dies unbedingt beachten, wenn der Ofen mobil sein soll. ACHTUNG: Wenn der Ofen im Garten steht, sollte er ein unter einem kleinen Dach oder Unterstand gebaut werden, um vor Regen geschützt zu sein. Zeitaufwand: Je nach Ofengrösse und Anzahl HelferInnen ca. 6 bis 12 Stunden, idealerweise über zwei oder drei Tage verteilt. Erster Schritt: Lehm anrühren Der Ofen kann grundsätzlich auf verschiedenen, feuerfesten Oberflächen gebaut werden. Für unseren mobilen Backofen haben wir uns an die Darstellungen aus den verschiedenen Abschriften und Drucken der Konstanzer Konzilschronik gehalten und ihn auf einen zweirädrigen Karren gebaut. Der Ofen kann aber auch im Garten auf einem Stück Wiese gebaut werden. Zuerst wird das Stroh entsprechend vorbereitet. Es sollte in ca. 5 cm lange Stücke gehäckselt werden. Sind die Strohhalme zu lang, stehen sie danach zu sehr von der Oberfläche des Ofens ab. Danach wird die erste Portion Lehm angerührt. Wenn eine Lehmmischung verwendet wird, diese entsprechend der Anweisung auf der Verpackung mit der verlangten Menge Wasser mischen. Das geht am besten in einem grossen Kübel oder auf einer Plane am Boden. Danach den Lehm kurz anmischen und anschliessend das Stroh beigeben. Nun muss die Lehm-Stroh-Mischung gut durchgemischt werden. Das geht übrigens am besten mit Gummistiefeln oder barfuss direkt im Eimer oder auf der Plane. Die Lehm-Stroh-Mischung muss gut durchgemixt werden. Achtung: Nicht den gesamten Lehm gleich zu Beginn anmischen. Der Ofenbau wird einige Stunden dauern, die sich idealerweise über zwei oder drei Tage verteilen sollten. Daher den Lehm nach und nach entsprechend dem Bedarf anmischen. Übrig gebliebenen Lehm mit einem feuchten Tuch abdecken, sodass dieser über Nacht nicht austrocknet. Nachdem alles gut durchmischt ist, wird der Lehm in einer ca. 10 bis 15 cm dicken Schicht auf der Standfläche des künftigen Ofens verteilt. Wenn der Ofen auf Erd – oder Steinboden steht, reicht die Lehmschicht. Falls der Ofen jedoch, wie unser mobiler Backofen, auf einer Holzfläche steht, sollten als zusätzliche Schicht noch Schamottsteine oder Steinplatten unter oder auf die Lehmschicht gesetzt werden, damit der Holzunterbau durch die Hitze nicht verkohlt. Zweiter Schritt: Das Weiderutengestell Nun kommen die Weideruten zum Einsatz, welche die Form des Ofens vorgeben. Das Weiderutengestell dient übrigens lediglich als Konstruktionshilfe und hat später keine tragende Funktion. Im Gegenteil: Die Weideruten verkohlen langsam, während der Ofen in Betrieb ist. Die Konstruktion des Weiderutengestells. Die Weideruten werden in den Lehm oder direkt in den Boden gesteckt. Hierbei zuerst die Weideruten an der Seite stecken. Danach die übrigen Ruten der Länge nach von vorne nach hinten in die Seitenruten flechten. Die Ruten dort, wo sie sich Kreuzen, mit Draht oder Schnur fixieren. Je enger das Rutengestell, desto besser. Aber Achtung: An einigen Stellen zwischen den Weideruten sollte genügend Platz gelassen werden, damit man mit dem Arm durchkommt. Dies ist für den Ofenaufbau wichtig. Als zusätzliche moderne Konstruktionshilfe kann man ein Drahtgeflecht über das Rutengestell ziehen. Dies ist allerdings nicht nötig, wenn genügend Weideruten vorhanden sind. Die Grundform des Ofens ist ein eiförmiges Oval. Vorne bleibt eine Öffnung – die Längsruten also einfach vorne nicht bis zum Boden herunterziehen. Die Öffnung sollte gross genug sein, damit man bequem einfeuern und die Backwaren hineinbefördern kann, aber schmal genug, dass kein allzugrosser Wärmverlust stattfindet, wenn die Ofenklappe offen ist. Grundform des Lehmkuppelofens. Die vordere Öffnung sollte schmaler und niedriger sein als der Rest vom Ofen. Dritter Schritt: Der eigentliche Ofenaufbau Nachdem das Rutengeflecht steht und der Lehm angemischt ist, kann der eigentliche Aufbau des Lehmofens beginnen. Der Lehm wird in kleine Kugeln geformt und dabei nochmals gut geknetet. Jeweils zwei Kugeln nehmen und eine von innen und eine von aussen gut gegeneinanderdrücken. Die Wandstärke sollte insgesamt ca. 10 cm betragen, davon ca. 3-4 cm an der Innenseite des Rutengestells und ca. 6-7 cm an der Aussenseite des Gestells. Die äussere und innere Kugel müssen jeweils gut miteinander verbunden werden, damit sich eine gleichmässige Lehmschicht bildet, die sich nicht ablöst. Wichtig ist hierbei, dass die Wanddicke durch die Kugeln entsteht, und nicht noch eine zusätzliche Lehmschicht aussen auf die Oberfläche gestrichen wird. Daher regelmässig die Dicke der Wand überprüfen und notfalls durch Zusammendrücken und Verschieben des Lehms nachjustieren. Achtung: Wenn zur Verdickung einfach eine weitere Lehmschicht obendrauf angebracht wird, besteht die Gefahr, dass sich diese Schicht wieder löst. Der Beginn des Ofenbaus vom hinteren Ende her. Die Wandstärke kann auch ein wenig dicker als 10 cm sein, jedoch wird der Ofen dadurch schwerer und man benötigt mehr Lehm. Dünner sollte sie nicht sein – andernfalls werden Stabilität und Lebensdauer des Ofens beeinträchtigt. Konstruktion mit portionierten Lehmkugeln, die von Innen und Aussen gut miteinander verbunden werden. So wird nun der gesamte Ofen von hinten nach vorne ausgehend aufgebaut. Ideal ist, wenn der Ofen zwischen den einzelnen Phasen etwas trocknen kann. Hierbei die Ränder mit feuchten Tüchern abdecken. Während einer Wartezeit zeigt sich in der Regel auch, ob die Schichten gut miteinander verbunden sind oder sich die innere Schicht ablöst. Sollte sich die innere Schicht an einer Stelle ablösen, so nimmt man den gesamten Lehm in diesem Bereich wieder weg und fängt neu an. Phasen des Ofenaufbaus von hinten nach vorne. Letzte Phase des Ofenbaus. Vierter Schritt: Festklopfen, trocknen, einbrennen Sobald der Ofen vollständig aufgebaut ist, kann mit dem Feinschliff begonnen werden. Mit einem flachen Holz wird die Oberfläche innen und aussen glattgeklopft und der Lehm so nochmals gefestigt. Aber Achtung: Nicht zu fest klopfen! Anklopfen und Glätten der Lehmoberfläche mit einem flachen Stück Holz. Danach muss der Ofen erst einmal trocknen. Je nach Grösse, Wanddicke und Menge verarbeiteten Lehms kann dies einige Wochen dauern. Nach dem Trocknen wird der Ofen langsam eingebrannt. Hierzu den Ofen mit einem kleinen Feuer mit gut durchgetrocknetem Holz langsam einfeuern. Das Feuer sollte beim ersten Feuern klein bleiben, dafür möglichst lange und ohne Ofenklappe offen brennen. Ideal ist, wenn der Ofen rundherum aussen warm wird. Betrieb des Ofens Wenn der Ofen eingebrannt ist, steht seinem regulären Betrieb nichts mehr im Weg! Hierbei gibt es aber einige Tipps und Tricks, um die Lebensdauer des Ofens zu verlängern. Der Ofen sollte langsam und mit kleinem Holz angeheizt werden. Die Flammen sollten etwa die halbe Höhe des Ofens erreichen. Achtung: Die Flammen sollten nie so hoch sein, dass sie die Decke des Ofens erreichen! Allenfalls das Holz etwas auseinanderziehen. Wenn der Ofen ungefähr ½ Stunde angewärmt ist, können ein bis drei grössere Stücke (am besten Buche, Birke oder Ahorn) aufgelegt werden. Wenn nur noch Glut vorhanden ist oder Glut mit ganz kleinen Flammen, kann das Holz nach rechts und links auseinandergeschoben und in der Mitte gebacken werden. Um herauszufinden, ob der Ofen die richtige Temperatur hat, kann die Mehlprobe helfen. Dazu etwas Mehl auf die Backfläche werfen: Wird es schwarz, ist es zu heiss, bleibt es weiss ist es zu kalt, wird es braun, hat der Ofen die ideale Temperatur. Der fertige Ofen in Betrieb. Instandhaltung Der Ofen sollte nach jedem Betrieb, wenn er vollständig ausgekühlt ist, gereinigt werden. Dazu einfach Kohle und Asche aus dem Ofen wischen. Mit der Zeit kann die Oberfläche des Ofens Risse aufweisen. Dies ist nicht weiter schlimm, solange der Ofen nicht zu heiss und mit zu grossem Feuer eingeheizt wird. Wenn Risse auftauchen, kann der Ofen neu überschlämmt werden. Hierzu einfach eine relativ flüssige Lehmmischung ohne Stroh anrühren und gleichmässig über die Oberfläche des Ofens verteilen. Der Ofen sollte wettergeschützt stehen oder gelagert werden. Wie erwähnt braucht er, wenn er im Garten steht, einen Unterstand. Das Prinzip des Lehmkuppelofens Das Prinzip des einkammerigen oberirdischen Kuppelofens ist seit der Jungsteinzeit bekannt. Solche Öfen waren sehr simpel in der Konstruktion und wurden in Westeuropa mindestens bis ins Spätmittelalter genutzt. Während das Grundprinzip das gleiche blieb, konnten sich die Öfen in Grösse und hinsichtlich der verwendeten Baumaterialien unterscheiden. Lehm war neben Stein einer der bevorzugen Baustoffe für Backöfen. Auf einigen Burgen ausgegrabene Beispiele sind sich hier sehr ähnlich. Die Feuerflächen waren entweder aus Lehm, Steinplatten oder Fliesen. Im Jahr 2005 wurde auf Schloss Moers bei Ausgrabungen ein grosser hochmittelalterlicher Lehmkuppelofen ausserhalb der Burgmauer entdeckt. Der Ofen hat höchstwahrscheinlich als Backofen gedient und wurde unter anderem aus Sicherheitsgründen ausserhalb der Burgmauer errichtet, um die Feuergefahr im Innern zu minimieren. Der einkammerige Kuppelofen ist, wie erwähnt, einer der einfachsten Ofentypen. Er kommt ohne zusätzlichen Rauchabzug oder verschiedene, voneinander abgetrennte Kammern aus. Die Befeuerung, der Rauchabzug und die "Bedienung" des Ofens erfolgen alle durch dieselbe Öffnung an der Front. Die einfache Konstruktion machte diesen Ofentyp auch zum idealen Ofen für die mobilen "stosskärlin", welche die fremden Bäcker zu Konstanz durch die Strassen fuhren, um darauf ihre Waren zu Backen und feilzuhalten. Nun wünschen wir Ihnen gutes Gelingen beim Ofenbau! Verwendete und weiterführende Literatur: Petrasch, Jörg: Typologie und Funktion neolithischer Öfen in Mittel- und Südosteuropa , Magisterarbeit, Tübingen, 1984. Tauber, Jürg: "Herd und Ofen im Mittelalter", in: Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters , Hg. Schweizerischer Burgenverein, Band 7, Olten, 1980. Werner, Achim; Dummer, Jens: Backen von der Steinzeit bis ins Mittelalter – Brot, Gebäck und Kuchen aus 8000 Jahren , Stuttgart, 2018. Weitere Blogbeiträge 07. April 2020 Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem raffinierten Rezept aus dem Mittelalter. 23. Juni 2020 Kochvideo: Safran-Sahne-Torte – Rezept aus dem Mittelalter Im Kochvideo zeigen wir Ihnen, wie sie eine Safran-Sahne-Torte zubereiten – ein mittelalterliches Rezept aus der Sammlung "Two… 19. August 2022 Streetfood aus dem Spätmittelalter – inklusive Rezept! Streetfood? Klingt erst einmal nach einer modernen Erfindung – kommt doch heute kaum eine Stadt ohne Streetfood-Festival aus. Was man aber… Von Gabriela Gehrig Von Gabriela Gehrig Gabriela Gehrig leitet das Freiwilligenprogramm von Museum Aargau und ist als Geschichtsvermittlerin tätig. Als Historikerin interessiert sie sich besonders für Sozial- und Kostümgeschichte und schneidert wann immer möglich auch selber. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Mittelalter Kommentare

 
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Historische Pläne der Schlossdomäne Wildegg - Blog Museum Aargau

Zurück zum Blog 03. Oktober 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Schlossgeschichten Anhand historischer Pläne der Schlossdomäne Wildegg reisen wir zurück in der Zeit und erfahren mehr über die eindrückliche Geschichte des Schlosses. Auch die bedeutende Burgchronik von Sophie von Erlach-Effinger (1766-1840) gibt einige spannende Einblicke in vergangene Zeiten. Der erste Plan der Schlossdomäne lässt sich nicht genau eruieren. Das Gut wurde nach der Besitznahme durch die Effinger als ein " mittelgrosse[n] Bauernbetrieb[s] " eingeordnet. Auch in den beiden folgenden Jahrhunderten war eine Einschätzung wegen fehlender Quellen schwierig. Erst Anfangs des 18. Jh. existieren Quellenbelege in denen die Effinger das Gut abrunden konnten. Trotz innerfamiliären Teilungen. Die Schlossdomäne in der Chronik Die grösste Ausdehnung hatte das Gut um 1770 mit 120 Hektaren. Darin eigeschlossen waren Äcker, Wiesland, Rebstöcke sowie die Domänenbetriebe mit Gewerbe. Sophie von Erlach, die Verfasserin der Burgchronik von Schloss Wildegg, widmet den umliegenden Gütern und Gebäuden nur einen kleinen Abschnitt. Dennoch lassen sich daran bildhaft die Umrisse der damaligen Gestaltung herauslesen. So schreibt sie etwas abfällig über die Scheune: Die Scheune, ein Werk von Hans Thüring Effinger (Sophies Ur-Ur-Grossvater väterlicherseits, Anm. d. Verf.) und die Jahreszahl 1661 tragend, ist jetzt alt und baufällig, und da mein Bruder keine Pferdte (sic!) hält, so wird Sie sehr wenig benutzt; Aber nicht nur zum Zustand der Gebäude berichtet die einzige überlebende Tochter von Niklaus Albrecht (1735-1803) in ihrem scharfsinnigen und detailreichen Text. Auch der Gutshof und die Bewirtschaftung der Felder werden kurz angeschnitten. Zur heutigen Lindenterrasse schrieb Sophie: Hier übersieht mein Bruder (Ihr Halbruder Albrecht Ludwig Effinger, genannt Albert, 1773-1853, Anm. d. Verf.) den grössten Theil seiner Güter und beobachtet seine Arbeiter - Sein Auge richtet sich fürnemmlich gerne nach dem Haard, so heisst nämlich eine grosse, etwas entlegene Scheune mit umliegenden Gütern, welche er sehr verbessert hat un im Sommer und Winter einen senn mit 16 Kühen hält. Von Parzellen und Gütern Bei einer so grossen Fläche und Umschwung ist es manchmal schwierig den Überblick zu behalten. Dabei können Pläne helfen. Im Gegensatz zu heute, wo die Pläne Satelliten gestützt und GPS gesteuert erstellt werden, war dies früher noch reine Handarbeit. Zudem waren die Masseinheiten von Ort zu Ort verschieden und das Auge oftmals das beste Vermessungsinstrument. Ein erster Plan der Güter um Schloss Wildegg, mit Bezeichnung der einzelnen Parzellen und Angaben zu deren Flächen, ist uns aus dem Jahre 1790 erhalten. Der oder die Verfassenden dieses künstlerisch wertvoll gestalteten Planes, sind leider nicht bekannt. Bemerkenswert ist aber bereits die Vogelperspektive der Zeichnung. In einer Legende sind die einzelnen Matten und Felder mit Grössenangaben geordnet. Womöglich diente diese Auflistung auch als Berechnungshilfe der Abgaben. Künstlerisch gestalteter Plan der Schlossdomäne aus dem Jahre 1790. Die Schlossgüter mit Bezeichnung der einzelnen Parzellen und Angaben zu deren Flächen. © Museum Aargau Ein weiterer Plan von Johannes Stähli um etwa 1820, zeigt auch die Besitzungen der Effinger im Hardgut und im Schachen, in der Nähe wo heute die Zementfabrik steht. Dieser Plan besitz einen Massstab, dem sogenannten Berner Fuss. Dieser Massstab wurde auch Berner Schuh genannt: 1 Berner Schuh = 130 Pariser Linien = 0,293254 Meter. Detaillierte Tuschfederzeichnung auf Papier, aquarelliert. Zeichner: Johannes Stähli. Datiert 1820. © Museum Aargau Aus der Chronik der Sophie erfahren wir, dass die heutige Gemeinde Wildegg damals nur "Hellmühly" genannt wurde und im 17. Jh. praktisch nur aus einer Mühle bestand. Später kam dann das Wirtshaus hinzu und gegen Ende des 18. Jh. wurden mehrere Wohnhäuser für eine entstandene Druckerei errichtet. Zu guter Letzt existiert noch ein Plan aus dem Jahre 2003 von Betriebsleiter Erland Eichmann. Mit Hilfe des GIS Verfahrens wurde die Landschaft gescannt und in Raster unterteilt, worin mit verschiedenen Farben die Umrandung der Domäne eingezeichnet wurde. Auf diesem Plan kann der Waldbestand der Domäne sehr gut verdeutlicht werden. Die Schlossdomäne blüht wie eh und je Nicht alle Gebäude und Gewerbe haben auf der Schlossdomäne Wildegg überlebt. Der 1500 erbaute Bauernhof wird seit 1999 von Silvia und Alois Huber geführt. Der Familienbetrieb bewirtschaftet den Gutshof nach den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft und im Sinn eines Schaubetriebs. Angegliedert ist ein kleiner Hofladen mit Produkten aus dem Gutsbetrieb. Der Gutshof selbst besteht aus einem Wohn- und Wirtschaftshaus, Tierställen, einer Zehntenscheune, Pferdestallungen sowie mehreren Kleinbauten und Unterständen. Luftaufnahme Schloss Wildegg. © Museum Aargau Im historischen Rebberg von Schloss Wildegg wachsen Trauben nach biologischen Grundsätzen heran. Seit mehr als 400 Jahren werden unterhalb des Schlosses Reben bewirtschaftet und daraus Schlosswein gekeltert. Der Weinbau und -verkauf waren für die Familie von Effinger lange Zeit wichtige Einkünfte. Der Wein wurde im von Bernhard Effinger (1658-1725) eigens dafür gebauten Gasthof Bären am Fuss des Schlossbergs ausgeschenkt und verkauft. Die von Effinger hatten in der Region das alleinige Weinausschanks- und Handelsrecht. Seit 2019 ist der historische Rebberg an den diplomierten Önologen Matthias Brunner verpachtet. Die Weinmanufaktur setzt auf eine artenreiche biologische Weingarten-Bewirtschaftung. Literatur Furger, Andres: "Schloss Wildegg. Aussenstelle des Schweizerischen Landesmuseums", Schweizerisches Landesmuseum, Zürich, 1994. Meier, Bruno: "Gott regier mein Leben". Die Effinger von Wildegg. Landadel und ländliche Gesellschaft zwischen Spätmittelalter und Aufklärung. Baden 2000, S. 129. Müller, Felix: [von] Effinger. In HLS. Onlineversion. ( Stand: 12.08.2022, 15.34 Uhr) von Erlach, Sophie: "Kleine Burgchronik des Schlosses Wildegg der Sophie von Erlach-Effinger, in der Abschrift ihres Bruders Ludwig Albrecht", Museum Aargau, 2012. Wagner, Gustav und Strackerjan, Friedrich Anton: Kompendium der Münz-, Mass-, Gewichts- und Wechselkurs-Verhältnisse. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig Von Romeo Arquint Von Romeo Arquint Romeo Arquint ist Historiker und war 2022 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Schlossgeschichten Kommentare

 
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Die Falknerei im Mittelalter - Blog von Museum Aargau

Zurück zum Blog 12. Mai 2022 Kategorien Schlossgeschichten Mittelalter Die Falknerei war ein beliebtes Hobby adeliger Männer im Mittelalter. Ihre europäische Blütezeit erlebte sie im Hochmittelalter. Aber war die Falknerei lediglich eine adelige Spielerei – oder doch eine durchdachte Wissenschaft? Die mittelalterliche Jagd war keineswegs nur reiner Zeitvertreib, sondern Symbol für Status, Macht und Männlichkeit. Stets den adeligen Männern vorbehalten, verkörperte das Jagen eine Tugend, welche die Beherrschung der Natur und die männliche Stärke in den Fokus stellte. Der Adelige Heinrich Hetzbold von Weißensee bei der Wildschweinjagd im Codex Manesse, erste Hälfte des 14. Jahrhunderts. (Wikimedia Commons) Eine äusserst prestigeträchtige Ergänzung zur gängigen Jagdmethode mit Hunden stellte die Falknerei dar. Dabei handelt es sich sowohl um das Abrichten von Greifvögeln sowie auch die Jagd mit ihnen. Bei der sogenannten Beizjagd wurden nicht nur Tiere an Land, sondern auch Vögel in der Luft gejagt. Für mittelalterliche Verhältnisse eine Sensation! Bereits die Abrichtung der wilden Greifvögel stellte eine grosse Errungenschaft dar. Dass die Vögel anschliessend im Auftrag der Menschen andere Tiere jagten, war ein Inbegriff menschlicher Zähmung der Natur. Die Beizjadg wurde in die Reihe der höchsten Jagdkünste eingegliedert. Konradin, der Enkel Friedrichs II., bei der Beizjagd im Codex Manesse, erste Hälfte des 14. Jahrhunderts. (Wikimedia Commons) Friedrich II.: Kaiser, Wissenschaftler und Falkner Der wohl berühmteste Falkner des Hochmittelalters war der Staufer Friedrich II., ein Enkel des famosen Kaisers Friedrich "Barbarossa". Friedrich II. war ebenfalls römisch-deutscher Kaiser und stand seinem Grossvater in nichts nach. Im Gegenteil! Er soll seine Zeitgenossen in grosses Stauen versetzt haben – sowohl im positiven als auch in negativen Sinne. Friedrich II. lebte den Grossteil seiner Zeit im heutigen Italien, damals Teil des römisch-deutschen Reiches. Er legte sich in seinem Leben gleich mit mehreren Päpsten an – was zweimal in einer Exkommunikation endete. Ein Skandal für einen Kaiser, dem die Kaiserwürde vom Papst verliehen wurde! Die Augustalis ("Die Kaiserliche") Friedrichs II. zeigt auf der Vorderseite den Kaiser selbst und auf der Hinterseite das staufische Wappentier: einen Adler. (Wikimedia commons) Nebst einem aufsehenerregenden Kaiser war Friedrich II. auch ein aktiver Förderer der Wissenschaft. Beispielsweise liess er viele arabische Gelehrte an seinem Hof in Palermo forschen und begünstigte so den wissenschaftlichen Austausch. Weiter gründete er die Universität Neapel. Nebst einem machtvollen Herrscher und Förderer der Wissenschaft war Friedrich II. auch ein äusserst passionierter Falkner. Diese Kombination aus Reichtum, wissenschaftlicher Begeisterung und Faszination für Vögel war wegweisend dafür, dass er zum berühmtesten Falkner des Hochmittelalters werden sollte. Friedrich II. mit seinem Falken im Falkenbuch, Manfred-Handschrift (Biblioteca Vaticana, Pal. lat 1071 zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts). (Wikimedia Commons) Wissenschaft im Mittelalter? Fragt man nach der Wissenschaft im Mittelalter, sollte man zwei Dinge bedenken: Die wissenschaftliche Ausbildung orientierte sich am antiken Vorbild der artes ("Künste"). Dabei bildete ein Kanon aus sieben freien Künsten (Grammatik, Rhetorik, Dialektik bzw. Logik sowie Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie) das Grundgerüst der höheren Bildung, welche grösstenteils adeligen Männern und Klerikern vorbehalten war. Die wissenschaftliche Diskussion veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Im früheren Mittelalter stand die Wissenschaft fast ausschliesslich im Dienste eines besseren Verständnisses der Bibel. Im 12. Jahrhundert war ein Wandel spürbar: Wissenschaften differenzierten sich aus. Im Zuge dessen wurden vom 11. bis 13. Jahrhundert die ersten Universitäten in Europa gegründet. Von links nach rechts die sieben freien Künste: Geometrie, Logik, Arithmetik, Grammatik, Musik, Physik und Rhetorik. (Tübinger Hausbuch, Universitätsbibliothek Tübingen, ca. Mitte des 15. Jahrhunderts) (Wikimedia Commons) Friedrich II. und die Falknerei: Wissenschaft und Faszination Zu Lebzeiten Friedrichs II. befand sich die Wissenschaft also in einer Umbruchsphase. Daran knüpfte der Kaiser nicht nur an, sondern förderte den Umbruch auch aktiv: Er begann selbst eine intensive Studie der Falknerei und wurde zu einem Wissenschaftler. Vogelstudie im Falkenbuch: accipiter (Sperber). (Wikimedia Commons) Friedrich II. nahm sich vor, die Falknerei zu einer Kunst zu machen. So verfasste er zwischen 1241 und 1248 eine ausführliche vogelkundliche Schrift. Im Fokus der Schrift standen das Abrichten und die Jagd mit Greifvögeln: De arte venandi cum avibus ("Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen") – das Falkenbuch. Das Falkenbuch wurde bis weit in die Neuzeit zum Standardwerk für die Beizjagd. Dies liegt nicht zuletzt an der systematischen Vorgehensweise und der naturwissenschaftlichen Genauigkeit: Er arbeitete bereits mit empirischen Methoden und war vielen seiner Zeitgenossen weit voraus. Im Falkenbuch finden sich nebst Greifvögeln auch andere vogelkundliche Studien, hier: zu den Zugvögeln. (Wikimedia Commons) Die Handschrift des Falkenbuchs, welche uns heute überliefert ist, ist eine Kopie des Originals und wird Manfred-Handschrift genannt. Sie stammt von Manfred, einem illegitim-geborenen Sohn Friedrichs II., der mit seinem Vater die Leidenschaft für die Falknerei teilte. Das Manuskript enthält prachtvolle Bilder und weist diverse Anmerkungen von Manfred selbst auf. Abbildung Manfreds in der Manfred-Handschrift. (Wikimedia Commons) In Prolog seines Falkenbuches bezeichnet sich Friedrich II. als "Verfasser, Forscher und Liebhaber der Weisheit" ("Auctor est vir inquisitor et sapientie amator") . Sein Wissensgegenstand war die Vogelkunde – im Speziellen die Falknerei. Seine Forschungsabsicht umschreibt Friedrich II. wie folgt: "Wir beabsichtigen in diesem Werke über die Beize die Dinge, die so sind, wie sie sind, darzustellen und dem Range einer Kunst zu sichern, wovon keiner bisher Wissen besass und was noch keiner als Kunst angesehen hat." ( Quelle aus dem Lateinischen übersetzt ). Schlussendlich gelang es Friedrich II. seine Faszination für die Falknerei mit seiner Leidenschaft für die Wissenschaft zu vereinen: Er hob die Falknerei in den Rang einer Wissenschaft und verfasste ein fundiertes Werk, dessen Glanz noch heute spürbar ist. Die Abrichtung eines Greifvogels braucht Zeit und Geduld: Will der Vogel nicht zum Falkner, so muss der Falkner halt zum Vogel. Abbildung einer Übungseinheit im Falkenbuch. (Wikimedia Commons) Schon Gewusst? Der Gründungslegende der Habsburg zu Folge soll gar ein Greifvogel, genauer ein Habicht, die entscheidende Rolle gespielt haben. Was ein Greifvogel mit den Habsburgern verbindet In der ersten Hälft des 11. Jahrhunderts soll der Habicht des Grafen Radbot entflogen sein, woraufhin ihn sein Besitzer verzweifelt gesucht habe. Schliesslich war der Vogel nicht nur irgendein Vogel, sondern eine jahrelang abgerichtete Wertanlage! Der Habicht hingegen schien wenig beeindruckt und soll sich in aller Ruhe auf einem Hügel mit herrlicher Sicht niedergelassen haben. Ebenda, auf dem Wülpelsberg, soll ihn sein Besitzer schliesslich überglücklich wiedergefunden haben. Die Freude über den wiedergefundenen Vogel und die weitreichende Sicht von besagtem Hügel aus sollen Radbot dazu veranlasst haben, an dieser Stelle eine Burg zu bauen. Zu Ehren des Entdeckers, seinem Habicht, soll er sie "Habichtsburg" getauft haben – was im Verlaufe der Zeit zur "Habsburg" wurde". Weitere Blogbeiträge 21. Mai 2023 Das Einhorn als christliches Symboltier im Mittelalter Bis heute steht die Taube symbolisch für den heiligen Geist und das Lamm für Christus. Im Mittelalter gehörte aber auch das Einhorn zu den… 23. August 2023 Spielleute im Mittelalter Spielleute waren die Unterhaltungskünstlerinnen und -künstler des Mittelalters schlechthin. Kein Fest oder Jahrmarkt fand ohne sie statt.… 30. Juni 2023 Quiz: Welcher Mittelalterberuf passt zu Ihnen? Wären Sie Bauer, Bäuerin oder Ritter? Oder würden Sie eher ins Kloster gehen? Von Valerie Lüthi Von Valerie Lüthi Valerie Lüthi ist Historikerin und Praktikantin im Team Ausstellungen von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schlossgeschichten Mittelalter Kommentare

 
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Quiz: Was wissen Sie über den Alltag der Legionäre?

Zurück zum Blog 04. Oktober 2022 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Quiz & Spiele Römerzeit Waren Sie vielleicht im früheren Leben Legionär? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über den Alltag der Legionäre im alten Rom. Wie gut kennen Sie die Geschichte der römischen Legionäre? Wissen Sie zum Beispiel, was Legionäre am Abend assen? Wie viel Gepäck trugen sie auf einem Marsch? Was ist clavarium ? Quiz: Was wissen über den Alltag der Legionäre? Testen Sie Ihr Wissen über den Alltag der Legionäre im alten Rom. :crossed_swords: Welche Voraussetzungen musste man erfüllen, um Legionär zu werden? Wie viel Gepäck trug ein Legionär auf einem Marsch? Was beinhaltete ein herkömmliches Abendessen eines Legionärs? Was war keine Sonderzahlung, die die Legionäre neben ihrem Sold erhalten konnten? Mit welchen Angriffswaffen musste ein Legionär umgehen können? Was passierte, wenn ein Legionär krank wurde? Wie hiess das Grundgewand des Legionärs und aus welchem Material bestand es? Welche Instrumente gab es im Legionslager? Ihr braucht eine Ausbildung zum Legionär! Wir empfehlen Ihnen unbedingt einen Besuch im Legionärspfad Vindonissa, damit ihr euer Wissen über die Legionäre festigt! :classical_building: :point_right: Mehr Infos zum Besuch des Römerlagers Vindonissa Unser Tipp: Die Ausbildung zum Legionär ist perfekt für Sie! Lassen Sie sich von einem Legionär in die Kampftechniken der römischen Armee einweisen, marschieren Sie im Kettenhemd und mit den Waffen der Legionäre durch einen authentischen Parcours. :point_right: Ausbildung zum Legionär Lust auf monatliche News und Verlosungen? Wow! Sind Sie Archäologin bzw. Archäologe? Sie wissen (fast) alles über den Alltag der Legionäre! :raised_hands: Sie sind entweder Archäologin bzw. Archäologe oder die Reinkarnation eines römischen Legionärs! Unser Ausflugstipp für alle Römer-Fans: Verbringen Sie eine Nacht in der originalgetreu nachgebauten Legionärsunterkunft Contubernia. Sie marschieren, kochen und übernachten wie die Legionäre im antikes Vindonissa. :point_right: Römisch Übernachten Lust auf monatliche News und Verlosungen? Weitere Quiz 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! 30. Juni 2023 Quiz: Welcher Mittelalterberuf passt zu Ihnen? Wären Sie Bauer, Bäuerin oder Ritter? Oder würden Sie eher ins Kloster gehen? 19. Mai 2026 Quiz: Wie gut kennen Sie Gladiatoren? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über die Gladiatoren im alten Rom. Von Tabea Edelmann und Roger Pfyl Von Tabea Edelmann und Roger Pfyl Tabea Edelmann ist Praktikantin und Roger Pfyl ist Geschichtsvermittler in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Quiz & Spiele Römerzeit Kommentare

 
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Kochvideo: Eine Rindszunge zuzubereiten - Rezept aus dem 18. Jahrhundert

Zurück zum Blog 26. Mai 2022 Kategorie Kochvideos & historische Rezepte Die Köchin des Landvogtes zeigt euch, wie man eine Rindszunge zubereitet. Ein einfaches Rezept aus dem 18. Jahrhundert! Heute muss man in unseren Breitengraden eine Rinder- oder Kalbszunge beim Metzger rechtzeitig bestellen. Früher – noch vor zwei Generationen – war Zunge ein beliebtes Nahrungsmittel, auch auf kalten Platten, und in jeder Metzgerei in der Auslage zu finden. Freunde von Innereien und anderen aussergewöhnlichen Fleischstücken achten sich daher genau, welches Restaurant noch "Metzgete" macht, und reservieren sich ihre Plätze frühzeitig. Es lohnt sich, diesem Rezept eine Chance zu geben. Wer nie Zunge probiert hat, weiss gar nicht, wie fein die schmeckt! Für 4 Personen Dauer: Vorbereitung 25 Minuten, Kochzeit 3 Stunden Zutaten 1 Rinder- oder Kalbszunge 200 g Rindsgulasch 8 Scheiben weisser Speck Pfeffer Ingwer Nelken Salz 1 grob gehackte Zwiebel 2 Lorbeerblätter 4 Knoblauchzehen 3 dl Weisswein Zubereitung Die Zunge mit dem weissen Speck umwickeln. Den Wein mit Pfeffer, Ingwer, Nelken, Zwiebeln, Lorbeerblätter, zerdrückten Knoblauchzehen und dem Weisswein in eine Pfanne geben. Zunge und Gulaschstücke beigeben. Alles bei mittlerer Hitze ca. 3 Stunden köcheln lassen. Wenn nötig etwas Weisswein nachschütten. Aus dem Sud nach Wunsch eine Sauce machen. Quelle Kochbuch Oder kurze und nützliche Anweisung allerley Speise und Gebackenes Zu machen, vor die ehr- und Tugensame Jungfer Juliana Elisabetha Versivoin, Zweybrücken den 6ten Decembris 1769. Weitere Kochvideos 07. April 2020 Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem raffinierten Rezept aus dem Mittelalter. 13. März 2023 Kochvideo: Hühnerleber-Raviol – Rezept aus dem 17. Jahrhundert Kochen Sie Hühnerleber-Raviol nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert. Unsere Schlossköchin zeigt Ihnen im Video, wie es geht. 26. Januar 2022 Kochvideo: Spanische Äpfel – Rezept aus dem 17. Jahrhundert Kochen Sie spanische Äpfel nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert. Unser Kochvideo zeigt, wie es geht. Ein einfaches und leckeres Rezept! Von Angela Dettling Von Angela Dettling Angela Dettling ist Leiterin Vermittlung von Museum Aargau. Die Historikerin kocht für ihr Leben gern Gerichte aus 2000 Jahren. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Kochvideos & historische Rezepte Kommentare

 
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Bier im römischen Reich

Zurück zum Blog 10. Oktober 2022 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Die Römer, auch jene in den Provinzen, bevorzugten Wein statt Bier. Dies ist durch den massiven Import von Wein im ganzen Römischen Reich belegt. Es gibt aber archäologische Quellen für die Herstellung von Bier in den nördlichen Provinzen. Wieweit die römischen Bewohner dieser Gegend selbst zum Bierkrug statt zum Weinpokal griffen, bleibt allerdings Spekulation. Auch darüber, ob Bier in den nördlichen Provinzen Teil der Militärrationen war (wie etwa in Ägypten), kann nur spekuliert werden, weil kaum schriftliche Quellen darüber bekannt sind – eine Ausnahme ist ein Schreibtäfelchen aus Vindolanda, das eine Nachschublieferung an Bier fordert. Bier, der Wein der Armen Überliefert ist auch, dass der Preis von Bier in unterschiedlichen Provinzen und zu unterschiedlichen Zeiten stark variierte. So konnte man im 1. Jh. n. Chr. in Vindolanda für einen Sesterz 27.5 Liter, in Hermopolites 72 Liter, in Tebtynis aber nur 8.7 Liter Bier kaufen. Dennoch war der Preis von Bier generell eher niedrig – nämlich zwei- bis viermal niedriger als jener von Wein der schlechtesten Qualität. Deshalb wird Bier oft auch als Wein der Armen bezeichnet. In flavischer Zeit kam der Import von Weinamphoren ins Rheinland fast zum Erliegen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Militäreinheiten am Rhein sukzessive aus nichtrömischen Mannschaften bestanden und so der Markt für Wein infolge einer rückläufigen Nachfrage schrumpfte. Wurde der Wein etwa durch das lokale Bier ersetzt? Der Archäologe Clive Bridger meint dazu, es sei auch wahrscheinlich, dass nicht die einheimische Bevölkerung ein beliebtes Nahrungsmittel der Besatzungsmacht angenommen hat (Wein), sondern dass die Besatzungsmacht ein lokales Getränk übernahm (Bier). Die Römer kannten verschiedene Arten von Bier: ägyptisches (zythum) Gerstenbier spanisches (caelia, cerea) Weizenbier dalmatisches (camum), Gerstenbier sabaia, Gersten- oder Weizenbier gallisches (cervesa) Bridger nennt für das römische Germanien folgende relevanten Begriffe: cerves(i)a / cervis(i)a, camum. Gerste In Spanien, Gallien und Norditalien (keltisch) wurde Bier in verschiedenen Sorten gebraut und nahm vermutlich die Stelle des Weins ein. Das Bier wurde ohne Hopfen gebraut. Vor der Entdeckung der Eigenschaften von Hopfen als Konservierungsmittel und als Geschmackszutat für Bier, war es schwierig, Bier lange frisch zu halten, da es normalerweise einen weit niedrigeren Alkoholgehalt als Wein hatte. Plinius der Ältere berichtet, dass die Spanier eine Methode gehabt hätten, Bier länger haltbar zu machen, er erwähnt aber nicht welche. Kräuter-Zusätze Ohne Hopfen hatte das Bier einen muffigen, säuerlichen oder schlicht uninteressanten Geschmack, weshalb verschiedene Zusätze verwendet wurden. Botanische Nachweise solcher Kräuter gibt es von der niederländischen Küste aus der frühen römischen Periode: Gagel (Myrica gale) ist auf einigen römerzeitlichen Plätzen nachgewiesen worden, sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Limes. Aber auch durch Gagel konnte nicht auf lange Zeit konserviert werden. Man muss also davon ausgehen, dass Bier vor Ort hergestellt und getrunken wurde. Gagelstrauch (Myrica gale). (CC Public Domain) Andere Zusätze sind Eichenrinde, Myrte, Mädesüss und Johanniskraut. Es ist davon auszugehen, dass Bier häufig in Eigenproduktion hergestellt wurde. Das am meisten verwendete Getreide war zuerst Gerste, aber man brauchte auch die Nacktweizenart triticum , Hirse, Vogelhirse, Hafer und das Einkorn ( olyra ). Für die Provinzen wird zudem ein Bier erwähnt, das aus Brot hergestellt wurde, also aus Gersten- oder Weizenfladen. Dieser Befund entspricht etwa den Gegebenheiten des alten Ägyptens. Man darf davon ausgehen, dass in den weinarmen Provinzen bedeutend mehr Bier getrunken wurde, als die wenigen archäologischen Nachweise glauben lassen. Echtes Mädesüss. (CC Public Domain) Johanniskraut. (CC Public Domain) Herstellung des Biers in der Römerzeit Man lässt das Getreide (u.a. Weizen, Gerste, Hirse, Hafer oder Einkorn) keimen. Durch die Umwandlung der Stärke des ausgekeimten Getreides in Dextrin, danach in Zucker, entsteht eine Gärung. Die Vergärung des Zuckers unter der Beteiligung von Hefen erzeugt das alkoholische Gebräu. Da bisher Hopfen im Bier der Antike nicht nachgewiesen werden konnte, geht man von obergäriger Brautechnik aus. Die Biere blieben dadurch ohne bitteren Geschmack, jedoch auch wenig stabil. Darren : Der Keimvorgang wird durch schonendes Erhitzen in einer Darre (Vorrichtung zum Dörren) unterbrochen; geht dabei etwas schief, erhält man anstatt des erwünschten Malzes nur verkohlte Getreidekörner. Mehrere Autoren erwähnen, dass das Bierbrauen wie auch das Brotbacken in den ersten Jahrhunderten n. Chr. zu den Aufgaben der Frau gehörte. Weitere Blogbeiträge 10. Mai 2021 Schweizer Biergeschichte: Druckplatte von Feldschlösschen Der Aargau ist ein Schlösserland. Welches Schloss das schönste ist, war wohl schon der Anstoss für so manche Diskussion. Das Prädikat des… 04. Oktober 2023 Frisches Bier im passenden Bierhumpen Mit den ersten frischeren Tagen im Herbst beginnen zahlreiche Volksfeste. Seien dies Erntedankfeste, Winzerfeste oder andere Anlässe wie das… 08. Oktober 2021 Mulsum – so haben sich die Römer den Wein versüsst Schon zur Zeit der Römer wurde der Wein als Genussmittel geschätzt. Eine besondere Zubereitungsart war der mulsum , eine Art Honigwein. Im… Von Claudia Löckher und Roger Pfyl Von Claudia Löckher und Roger Pfyl Claudia Löckher und Roger Pfyl sind Geschichtsvermittler/innen in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare 15.11.2024 Matthijs van der Veer Dear Museum Aargau, I'm writing this commentary in English as my Germany proficiency does not go far beyond simply reading. I am currently writing my MA thesis on the consumption of beer vs. that of wine in the Northwestern Roman Empire and came across your article which I found very helpful. Especially the part were you describe the differing herbal additives to beer has been very useful, however I am left wondering what this information is based on. Do you maybe have an indication of how and were you obtained this information? Through literature, pollen research or some other source? If you would have this information and be willing to share this I would be very grateful. Sincerely, Matthijs van der Veer MA student, Leiden University

 
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Kleine Rosenkunde II: Richtig Rosen schneiden

Zurück zum Blog 16. März 2022 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten "Schneiden oder nicht schneiden" - Das ist die Frage, die sich so mancher Hobbygärtner und Rosenfan jeden Frühling aufs Neue stellt. Doch dieses Jahr brauchen Sie und Ihre Rosen nicht zu verzagen: Die Gärtnerinnen von Schloss Wildegg wissen Rat. Rosen sollten im Frühjahr geschnitten werden. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt: Ein zu früher Schnitt kann dazu führen, dass die geschnittenen Triebe bei noch zu tiefen Temperaturen wieder zurückfrieren. Der richtige Zeitpunkt Faustregel: Der richtige Zeitpunkt für den Rosenschnitt ist ungefähr dann, wenn die Forsythien (Goldglöckchen) blühen. In der Regel ist das jeweils Anfang März. In dieser Zeit beginnen bei den Rosen im unteren Bereich die Knospen zu schwellen. Wildtriebe (die Austriebe aus dem Wurzelstock) sollten dann nach unten abgerissen werden. Das ist eine Arbeit, die das ganze Jahr gemacht wird. Impression vom Rosengarten von Schloss Wildegg Die Rosen schneiden Sie am besten mit einem scharfen und sauberen Schnittwerkzeug. In einem ersten Schnitt werden bei allen Rosenklassen überalterte, schwache und kranke Triebe herausgeschnitten, genauso dürres Holz. Es sollten keine Stummel zurückbleiben. Der richtige Schnitt Bei Edelrosen, Beetrosen und Miniaturrosen werden die vier bis fünf kräftigsten Triebe stehengelassen und auf drei bis fünf Augen zurückgeschnitten. Unter "Augen" versteht man jene Stellen, an denen neue Triebe entstehen. Stark vergabelte Triebe werden entfernt. Einmalblühende Strauchrosen werden nur ausgelichtet. Diese Gruppe blüht nur am mehrjährigen Holz. Die Triebe werden direkt an der Basis entfernt. Wird stattdessen im oberen Teil der Pflanze geschnitten, fördert das die Verkahlung. Bei mehrmals blühenden Strauchrosen werden die starken Triebe auf bis zu einen Drittel der Länge zurückgeschnitten. Die schwächeren Triebe schneiden Sie auf vier bis fünf Augen zurück. Damit die Rose in die Höhe wächst, werden die vier bis fünf stärksten Triebe gar nicht geschnitten. Jedoch sollten Sie bei dieser Methode ein bis zwei der ältesten Triebe direkt an der Basis wegschneiden, damit die Pflanze nicht veraltet. Kletter- und Bodendeckerrosen Die einmalblühenden Kletterrosen werden als einzige Sorte im Sommer geschnitten. Kürzen Sie die Seitentriebe, welche geblüht haben, auf ca. 20 Zentimeter. Die kräftigen Hauptriebe werden stehengelassen sowie ein bis zwei überalterte Triebe an der Basis weggeschnitten. Bei den mehrmals blühenden Kletterrosen dagegen werden pro Jahr nur ein bis zwei Haupttriebe entfernt und die Seitentriebe auf vier bis fünf Augen geschnitten. Bodendeckerrosen können alle drei Jahre verjüngt werden, indem auf drei bis fünf Knospen geschnitten wird. Die Kronen der Stammrosen werden auf vier bis fünf Augen geschnitten. Mit diesen Tipps sollte Ihrer Rosenpracht nichts mehr im Wege stehen für einen guten Start in die Gartensaison! Weitere Ratschläge für Rosen im heimischen Garten finden Sie in unserem Blogartikel Kleine Rosenkunde . Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Popcorn-Duft im eigenen Garten

Zurück zum Blog 13. Juni 2014 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Fein duftende Pflanzen sind eine Bereicherung für Garten und Balkon. Die Düfte entstehen vor allem in den Blüten und Blättern durch eine hohe Konzentration an ätherischen Ölen. Bei einigen Pflanzen duftet auch die Rinde, zum Beispiel beim Sassafrasbaum. Pflanzen verströmen Düfte, um Insekten zur Bestäubung anzulocken. Gleichzeitig schützen Düfte vor Schädlingen: Sie wirken abschreckend oder locken Nützlinge an. Die herrlichen Düfte verschwinden jedoch ab und zu: Es gibt Pflanzen, die ständig duften, andere tun dies während bestimmter Jahreszeiten – und wiederum andere sogar nur zu gewissen Uhrzeiten. © Museum Aargau Haben Sie Lust auf solche Dufterlebnisse im eigenen Garten? Dann empfehle ich Ihnen folgende duftende Pflanzen: Popcornpflanze (Senna didymobotrya): Die gelben Blüten duften nicht, sehr wohl aber die Blätter – und wie! Die Blätter duften stark nach Popcorn. Die Popcornpflanze ist zudem eine sehr dekorative Kübelpflanze und blüht während des ganzen Sommers. Schokoladenpflanze (Cosmos atrosanguineus): Die Blüten verströmen den verlockenden Duft von Schokolade. Diese Pflanze eignet sich für Rabatten und Töpfe. Sie ist zudem auch als Schnittblume ein Hingucker. Colastrauch (Artemisia abrotanum): Die Blätter des Colastrauches duften stark nach Cola. Die Pflanze wurde schon im Mittelalter in den Klostergärten angepflanzt und als Heilpflanze gegen Magenbeschwerden genutzt. Die feinen gelben Blüten blühen von Juli bis Oktober. Duftgeranien (Pelargonium Hybriden): Die verschiedenen Sorten duften nach Rose, Kiefer, Ingwer, Cola oder Schokolade. Die Blüten in Lila-, Rosa oder Weisstönen sind eher unscheinbar. Duftgeranien eignen sich gut für Pflanzgefässe und Rabatten. Sie können zudem an einem kühlen Ort überwintert werden. Titanwurz (Amorphopphallus titanum): Mein Tipp für hartgesottene Duftnasen. Die aus Sumatra stammende Titanwurz blüht nur etwa alle drei Jahre und dies während rund drei Tagen. Die Blüte verbreitet einen stark nach Ass stinkenden Geruch. Sie benötigt zur Bestäubung Käfer, die sich von Aas ernähren. Ich wünsche Ihnen ein duftendes Erlebnis und viel Vergnügen! Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Historische Gartengeräte - Blog von Museum Aargau

Zurück zum Blog 13. August 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Wie wurden die historischen Gärten des Museum Aargau in früherer Zeit gepflegt und gehegt? Eine kleine Auswahl an historischen Gartengeräten aus unserer Sammlung geht dieser Frage auf den Grund. “In einem Garten ging das Paradies verloren, in einem Garten wird es wiedergefunden.” Blaise Pascal (1623-1662) Das Schloss Lenzburg ist bunt. An allen Ecken und Enden stehen Pflanzenkübel. An den Fenstern hängen Erdwannen mit leuchtenden Geranien. Auf Schloss Wildegg stehen auf der Lindenterrasse die imposanten und altehrwürdigen Linden und spenden in heissen Tagen Schatten. Wie alle schönen Dinge im Leben, brauchen sie Pflege und Zeit. Daher war das Anlegen eines Gartens eine sorgfältig überlegte und geplante Angelegenheit. Je nach Epoche, dienten sie verschiedener Bedürfnisse. Waren die ersten Gärten vor allem Krautgärten, in denen Heilpflanzen und je nach Lage gewissen Nutzpflanzen angepflanzt wurden, änderten sich die Gärten zunehmend zu Zier und Prestige-Gärten. Von Spaten und Rechen Um die Gärten auch richtig pflegen zu können, war und ist robustes sowie handliches Werkzeug unumgänglich. Die klassischen Gartenwerkzeuge sind bis heute praktisch unverändert geblieben. Nicht selten kamen die Geräte in zweckentfremdeter Form, zum Beispiel auch bei bäuerlichen Erhebungen, zum Einsatz. Nicht alle Werkzeuge der Sammlung stammen von den Schlössern selbst. Viele kommen von Privatpersonen aus dem ganzen Kanton Aargau, sei es aus Sammlungen von landwirtschaftlichen Geräten, oder aus privaten Haushalten wo sie in regen Gebrauch waren. Der vorliegende Spaten beispielsweise kam 1987 aus einer privaten Sammlung ins Museum. Die Schaufel dagegen wurde bei der Übernahme von Schloss Lenzburg inventarisiert. Spaten aus privater Sammlung (1987) K-10684, Spaten, Sammlung Museum Aargau, © Museum Aargau. Die Kunst den Garten zu pflegen Gärten wurden womöglich bereits seit den ersten sesshaften Menschen angelegt. Aus der Antike stammen die bekannten hängenden Gärten von Babylon. Die Idee an sich war nichts Neues, jedoch gab es bei der Anlegung eines Gartens zwei grundlegende Ausrichtungen: Zier oder Nutzgarten. Beide Formen benötigen intensive Pflege der Pflanzen und des Bodens. Es ist anzunehmen, dass der grösste Teil der vorhandenen Gärten für das Anpflanzen von Kräutern und Obst/Gemüse verwendet wurde. Erst mit dem Aufkommen des Flanierens Ende des 16. Jh. rückten die Ziergärten wieder in den Fokus. Dies äusserte sich auch im Gebrauch und der Herstellung der Gartenwerkzeuge. Rechen, Spaten, Schaufeln oder Mistgabeln - alles wurde nochmals technisch verfeinert und in kleineren Grössen hergestellt, um die empfindlichen, meist exotischen, Pflanzen nicht zu beschädigen. Ein Beispiel ist der Heidelbeerrechen. Heidelbeerrechen aus Weissblechteilchen K-18171.1, Heidelbeerrechen, Sammlung Museum Aargau, © Museum Aargau. Dieses spezielle Werkzeug wurde aus Weissblechteilen zusammengelötet und hat abgerundete Enden. Wie mit einem Kamm kann so durch den Busch gefahren werden und die empfindlichen Beeren fallen sanft in die Hohlöffnung. Insgesamt wurde die Arbeit in einem Barockgarten eher als künstlerisches Handwerk angesehen. Kunstvolle Rankenbögen und geometrische Anordnungen von Blumenbeeten wurden in den adligen Residenzen wie Versailles auf die Spitze getrieben. Im Wandel der Zeit Anhand der Gartengeräte kann aufgezeigt werden, wie sich technische Innovation an geänderte Lebensweisen anpassen kann. Aber dennoch blieben viele der Werkzeuge seit Urzeiten unverändert, so beispielsweise die Form und Nutzung des Spatens. Die historische Form und Verwendung des Spatens blieb bis heute unverändert. Quelle: Deutsche Fotothek Diese diachrone Entwicklung ist bemerkenswert und zeigt, dass auch in einem digitalen Zeitalter auf bewährte Handarbeit nicht verzichtet werden kann (und sollte). So erblühen die Gärten des Museum Aargaus weiterhin in ihrem Glanz. Auch dank einfachster Hilfsmittel. Das Paradies lässt sich so durchaus in jedem Garten wiederfinden. Literatur Brüsch, Björn: Entwürfe zur Errichtung einer großen Gärtner-Schule: Die Gründung der Königlichen Gärtner-Lehranstalt in Preußen 1818–1823. In: Die Gartenkunst 20 (1/2008), S. 83–104. Leps, Günther und Rose: Der Gärtner zwischen Schönheit und Nutzen. Ed. Leipzig, Leipzig 1994. van der Groen, Jan: Den Nederlandtsen Hovenier, Amsterdam 1670. Internetquellen Historische Gartengeräte, Ursprung und Anwendung heute Aspekte deutscher Gartenkunst der Frühen Neuzeit (ca. 1550 bis 1640). Von Romeo Arquint Von Romeo Arquint Romeo Arquint ist Historiker und war 2022 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Kommentare

Gradian
Aussenaufnahme Schloss Hallwyl

Schloss Hallwyl

Kultur- und
Naturerlebnis

Schloss Hallwyl ist eines der schönsten Wasserschlösser der Schweiz. Die Schlossanlage liegt idyllisch im Naturschutzgebiet des Hallwilersees.

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Eine Besuchergruppe mit Foxtrail-Anhängern, im Hintergrund Schloss Hallwyl

Drei
Highlights

Das dürfen Sie nicht verpassen  

 
Eine mittelalterlich gekleidete Magd steht in einem eingerichteten Wohnzimmer im Museum von Schloss Hallwyl

Ausstellungen
und Rundgänge

Bau- und Familiengeschichte  

 
Brücke zum wunderschön Schlosshof Schloss Hallwyl

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Geöffnet von April bis Oktober  

 
Luftaufnahme von Schloss Hallwyl mit Hallwilersee im Abendlicht

Anreise: So
finden Sie uns

Anfahrt mit Auto und öV  

Tagesprogramm

  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Dies läuft am Tag Ihres Besuches

Nachtaufnahme von Schloss Hallwyl mit Aabach, rechts eine grosse Leinwand mit einer Filmszene (ein küssendes Paar).
18:30 – 23:30 Uhr

Coop Open Air Cinema

Kinogenuss in einzigartiger Schlossatmosphäre

Veranstaltung
Eine Frau steht in einem Ausstellungraum mit bunten Wänden.
10:00 – 17:00 Uhr

Dauerausstellung

Bau- und Familiengeschichte des Adelsgeschlechts von Hallwyl

Ausstellung
Drei unterschiedliche Figuren aus dem Kornhaus Schloss Hallwyl
10:00 – 17:00 Uhr

Kornhaus

Erleben Sie Brauchtum und Gewerbe aus dem Seetal.

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Schulen, Familien und Gruppen

 
Workshop "Feste Burg Schloss Hallwyl" Kinder haben zusammen spass im Schwertkampf mit Zinnen im Hintergrund

Für
Schulen

Buchbare Führungen und Workshops  

 
Ein Bub und ein Mädchen sitzen mit Kopfhörern in einem kleinen Schiff in der Ausstellung von Schloss Hallwyl. Der Bub blickt direkt in die Kamera.

Für
Familien

Geheime Ecken und Kindergeburtstag  

 
Führung auf Schloss Hallwyl: Eine Besuchergruppe steht auf einer Brücke zwischen Hof und dem Eingang zu Schloss Hallwyl, unter der Brücke Wasser des Schlossgrabens und ein Boot.

Für
Gruppen

Buchbare Führungen und Workshops  

Schloss Hallwyl in 49 Sekunden

FEIERN UND GENIESSEN

 
Blick von oben auf den Aussenbereich des Cafés von Schloss Hallwyl. An den Tischen im Schlosshof sitzen Besucherinnen und Besucher. Das Wetter ist sommerlich.

Essen und
Trinken

Angebote im Schlossbistro  

 
Ein Hochzeitspaar schreitet durch eine Festgesellschaft, die vor Schloss Hallwyl Spalier steht.

Räume
mieten

Feiern auf dem Schloss  

GESCHICHTE UND SAMMLUNG

 
Historische Aufnahme vom Schloss Hallyl

Geschichte

800 Jahre Schlossgeschichte  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

Sammlung

Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

Sammlung online

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