Schloss Wildegg

Schlossdomäne & Geschichte

DIE SCHLOSSDOMÄNE WILDEGG Schlossdomäne Wildegg 93 Hektaren Natur und Kultur GESCHICHTE DER SCHLOSSDOMÄNE Habsburger, Berner, Familie von Effinger Die Geschichte in Kürze Familien- und Baugeschichte Interaktiver Zeitstrahl 7 Fragen zur Geschichte Wer hat Schloss Wildegg gebaut und wann begann der Bau? Die Habsburger legten in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Grundsteine von Schloss Wildegg auf den Ausläufern des Chestenbergs. Die älteste schriftliche Erwähnung findet sich in einer Urkunde von 1242. Die Habsburger bewohnten das Schloss nicht selbst, sie überliessen dieses verbündeten Adelsfamilien. Baugeschichte von Schloss Wildegg Wer wohnte auf Schloss Wildegg? Zunächst bewohnten Vasallen und Verbündete der Habsburger die Burg, darunter die Herren von Hallwyl. Nach der Eroberung des Aargaus 1415 übernahm die Stadt Bern Schloss Wildegg. Die Berner verkauften das Schloss 1483 an die Familie Effinger, die bis 1912 dort lebte. Familiengeschichte von Schloss Wildegg Seit wann ist Schloss Wildegg ein barockes Schloss? Bernhard Effinger liess den mittelalterlichen Wehrbau um 1700 für viel Geld in ein barockes Schloss umbauen. Einige Kennzeichen davon sind die symmetrische Gartenanlage, die Akanthusverzierungen an den Giebeln und die Gestaltung des Treppenaufgangs im Hof und des Atriums. Der Umbau stand im Zusammenhang mit Bernhards Hochzeit mit der reichen Barbara von Salis aus Bergell. Wie verdiente die Familie Effinger mit der Schlossdomäne ihr Geld? Mit ihren Obstgärten, Weinbergen, dem Gutshof und den umliegenden Wäldern und Feldern war die Schlossdomäne Wildegg ein wirtschaftliches Zentrum. Die Effinger betrieben nicht nur Agrarwirtschaft, sie besassen auch mehrere Gasthöfe, wo Wein vom Schloss ausgeschenkt wurde. Zudem erhielten sie Abgaben aus den umliegenden Dörfern Möriken und Holderbank. Seit wann wird auf Schloss Wildegg Wein produziert? Seit mehr als 400 Jahren werden auf Schloss Wildegg Reben bewirtschaftet und Wein produziert. Der Weinbau und -verkauf waren für die Familie von Effinger ein wichtiges Geschäft. Sie hatte in der Region das alleinige Recht, Wein auszuschenken und zu verkaufen. Der Rebberg wird auch heute noch bewirtschaftet. Rebberg Schloss Wildegg In welcher Verbindung stehen Schloss Wildegg und Schloss Versailles? Der Wildegger Schlossherr Bernhard Effinger war Teil der Bernischen Gesandtschaft beim französischen König Ludwig XIV. in Versailles. Es ist daher möglich, dass der Barockgarten auf Schloss Wildegg direkt von Schloss Versailles inspiriert war. Wem gehört das Schloss Wildegg heute und wie wird es genutzt? Die letzte Besitzerin, Julie von Effinger, vermachte Schloss und Domäne der Eidgenossenschaft. Seit 2011 gehört die Schlossdomäne Wildegg der gleichnamigen Stiftung. Museum Aargau vermittelt heute die Geschichte des Schlosses mit Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen. Zu den Höhepunkten gehört das Wohnmuseum mit 37 Räumen, wo man sprechenden Porträts der früheren Schlossbewohnerinnen und -bewohner begegnet. Diese bieten einen lehrreichen und unterhaltsamen Einblick in die Geschichte des Schlosses vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Ausstellungen auf Schloss Wildegg

 
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Römische Kleidung – Kleidervorschriften und gesellschaftlicher Status

Zurück zum Blog 05. Mai 2023 Kategorien Römerzeit Historische Kleidung Römische Geschichten aus Vindonissa Kleidung war im Römischen Reich ein wichtiges Mittel der Selbstdarstellung und Inszenierung. Doch was verrieten Tunika, Toga und Stola über den gesellschaftlichen Status einer Person? Und was weiss man zur Kleidung der Bewohnerinnen und Bewohner von Vindonissa? Das heutige Bild von Römern und Römerinnen ist oft stereotypisch geprägt. Tatsächlich wird man aber viele individuell gekleidete römische Personen angetroffen haben – so auch in Vindonissa. Dies heisst jedoch nicht, dass es keine Kleider- oder Modevorschriften gab. Das Basiskleidungsstück aller Römerinnen und Römer war die Tunika (tunica). Sie diente als Unterkleid oder auch als Hauptkleid. Ihre Länge, Weite und Gestaltung variierten je nach Person: Mal war sie lang oder kurz, mal schmal oder weit, mal schlicht, bunt oder kunstvoll verziert. Eine Römerin mit Tunika und Stola und ein Römer mit Tunika und Toga vor der Contubernia (Mannschaftsunterkunft) in Vindonissa. ©Museum Aargau Die Sklaven trugen Tuniken Für die niedrigste Gesellschaftssicht im Römischen Reich, die Sklaven, war die Tunika das Hauptkleidungsstück. Je nachdem in welchem Umfeld die Sklaven tätig waren, oder welcher Schicht ihre Herrin oder ihr Herr angehörte, variierte die Art ihrer Kleidung. Arbeitssklaven trugen gröber gestrickte Tuniken aus dunkler Wolle, die sie höher über ihren Gurt drapierten für mehr Bewegungsfreiheit. Haussklaven, wie sie in Vindonissa beispielsweise ein Zenturio (centurio) oder Kommandant (legatus legionis) besass, hingegen bekamen Tuniken aus hochwertigerem, feinerem Material. Das Aussehen eines Sklaven spiegelte somit auch immer den Status des Hauses wieder, dem er oder sie angehörte. Die Kleidung der Legionäre Die Tuniken der Legionäre waren in der Regel weiss, aber nicht ausschliesslich. Archäologinnen und Archäologen haben Tuniken in den verschiedensten Farben gefunden. Das Färben von Kleidung war immer mit finanziellem Aufwand verbunden. Dies lässt darauf schliessen, dass viele Legionäre farbige Tuniken trugen, um ihren gesellschaftlichen Status zu verdeutlichen und sich von anderen abzuheben. Die Tuniken der Legionäre waren etwa knielang geschneidert, also kürzer als normale Männer-Tuniken. Über der Tunika trugen Legionäre auch in ihrer Freizeit ein cingulum , einen Militärgürtel. Das cingulum war ein wichtiges Statussymbol, weil die Legionäre damit auch ohne ihre Waffen und Rüstung sofort als Legionäre zu erkennen waren. Legionär Divicus gekleidet mit Tunika, Militärgürtel (cingulum), Hosen und Mantel samt Kapuze ©Museum Aargau Hosen (feminalia) galten bei den Römern lange Zeit als barbarisches Kleidungsstück. Spätestens ab dem späteren 1. Jahrhundert hielten sie aber trotzdem, vermutlich klimabedingt, Einzug in die Garderobe der Legionäre – zumindest in den nördlichen Provinzen. Als weiteren Schutz gegen die Kälte trugen die Legionäre ein Halstuch (focala), Wadenwickel oder sogar Socken und ausserdem ein paenula . Die paenula war ein Mantel mit angenähter Kapuze, die sich einfach überstreifen liess und keine weitere Befestigung durch Fibeln benötigte. Die paenula war der grösste und schwerste Mantel der römischen Armee, gefertigt aus gewalkter Wolle oder Leder diente er sowohl dem Schutz gegen Kälte als auch Regen. Mehr dazu im Blogbeitrag: Der römische Legionär und seine Ausrüstung Legionär Divicus beim Anlegen seiner Wadenwickel ©Museum Aargau Das paludamentum , der Feldherrenmantel des Centurios Im Unterschied zu den Legionären trug der eine centuria (Hundertschaft) führende centurio ein paludamentum , einen Feldherrenmantel, den lediglich höherrangige Offiziere trugen. Das paludamentum konnte mit einer Fibel an der rechten Schulter befestigt und so auch praktisch getragen werden. Oft wurde es auch als reines Statussymbol lose gefaltet um den Körper geschlungen oder locker drapiert über den linken Arm gelegt. So erfüllte es keinen praktischen Zweck, diente aber immer noch als Zeichen des hohen militärischen Ranges. Als Zeichen seines Status und besonders seiner Disziplinargewalt trug der centurio stets einen Rebstock (vitis) bei sich, ebenso wie Beinschienen und einen Goldring. Sein bekanntestes Erkennungsmerkmal war jedoch der quergestellte Helmbusch, durch den er auf dem Schlachtfeld von weitem erkennbar war. Centurio Lucius mit Feldmantel, Rebstock und Helmbusch sowie Kommandant Flavius mit Tunika und Toga ©Museum Aargau Der Kommandant und seine toga Das wichtigste Kleidungsstück im Römischen Reich war die toga , die üblicherweise weiss war. Getragen wurde sie von allen Männern die das römische Bürgerrecht besassen. Normalerweise war die toga weiss. Da der legatus legionis , kurz Legat (Kommandant einer Legion), dem Senatorenstand angehörte, trug er eine toga , die mit einem Purpurstreifen eingefasst war. Unter der toga trug der Legat eine tunika , die ebenfalls mit einem breiten Purpurstreifen auf beiden Seiten versehen war. Was trugen die Frauen im römischen Reich? Das Basiskleidungsstück der Frauen im römischen Reich war ebenfalls die Tunika. Im Gegensatz zur Männertunika war diese allerdings sittsam lang geschnitten. Der Stoff war dünner und leichter als bei den Tuniken für Männer. Prostituierten wurde es vorgeschrieben, Tuniken ohne Bordüren und darüber eine dunkle Toga zu tragen. Das sollte die Frauen als von der Gesellschaft geächtet kennzeichnen. Diese Kleidervorschrift wurde aber selten eingehalten. Während Frauen von niederem Status ausschliesslich die Tunika trugen, war diese für verheiratete Römerinnen lediglich ein Unterkleid. Über der Tunika wurde die stola getragen, ein Kleidungsstück, das freien und verheirateten römischen Bürgerinnen vorbehalten war. Auch die stola war bodenlang geschneidert und symbolisierte so die Tugendhaftigkeit und Sittsamkeit der Römerinnen. Die stola war das weibliche Äquivalent zur toga . Sie gab sofort den hohen Status ihrer Trägerin preis, nämlich, dass sie das römische Bürgerrecht besass, respektabel und aus gutem Haus war. Es war somit ein Privileg, dieses Kleidungsstück zu tragen. So wurde beispielsweise Frauen, die Ehebruch begangen hatten, verboten eine stola anzuziehen. Römerin Cornelia mit Stola und Palla © Museum Aargau Über der stola trugen Römerinnen ausserdem eine palla . Ein rechteckiger Überwurf, der oft auch über das Haar getragen und auch bei sommerlichen Temperaturen nicht abgelegt werden sollte, um somit auch wieder den respektablen Status der Trägerin betonte. Verschiedenste Quellen belegen allerdings, dass die Römerinnen ihre mitunter recht schwere palla oft auch ablegten, nicht zuletzt, um sich freier bewegen zu können. Es zeigt sich also, dass die Kleidung der Römerinnen und Römer einer Reihe von Regeln folgte und auf den ersten Blick den Status der Trägerperson verdeutlichte. Der Status einer Römerin oder eines Römers konnte durch die Individualität der Kleidung verstärkt werden. Oftmals wurde jedoch aufgrund von persönlichem Komfort auf die Kleidervorschriften verzichtet. Weitere Blogbeiträge 10. Oktober 2025 Der römische Legionär und seine Ausrüstung Was gehört zur Kleidung und Ausrüstung eines römischen Legionärs? Marius aus dem Legionslager Vindonissa zeigt Ihnen, wie sich ein römischer… 07. Juni 2023 Frauen im Legionslager? Wer das Wort "Legionslager" hört, denkt als erstes unweigerlich an eine von Männern geprägte Domäne. Aber auch Frauen haben ihre Spuren in… 04. Oktober 2022 Quiz: Was wissen Sie über den Alltag der Legionäre? Waren Sie vielleicht im früheren Leben Legionär? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über den Alltag der Legionäre im alten Rom. Von Alisha Keller Von Alisha Keller Alisha Keller war 2023 Praktikantin in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Historische Kleidung Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
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Antike Heilkunde: Wie die Römer Pflanzen als Medizin nutzten

Zurück zum Blog 07. Juli 2021 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Wie behandelten die Römer Krankheiten? Welche Rolle spielten Heilpflanzen und Kräuter in ihrer Medizin? Tauchen Sie ein in die Welt der antiken Heilkunst und erfahren Sie alles zum Thema Gesundheit. Schon zu römischer Zeit wurden Kranke und Verwundete in einem Spital von Ärzten versorgt. So auch im Legionslager Vindonissa, wo sich das älteste Spital auf dem Boden der heutigen Schweiz befand. Wenn die Legionäre allerdings unterwegs waren, hatten sie ein Lazarettzelt dabei, um die Kranken und Verwundeten zu pflegen. Im Legionärspfad sind verschiedene Spiel- und Audiotour zu erleben. Eine Nachbildung eines solchen valetudinarium kann man heute beim Besuch des Legionärspfads Vindonissa, zum Beispiel im Rahmen einer Audiotour, erkunden. Dabei kann man Spannendes über die Heilmittel der medici , der römischen Ärzte, erfahren werden, von dene viele heute noch Verwendung finden! Spitäler im alten Rom und das valetudinarium in Vindonissa Seit der Regierungszeit von Kaiser Augustus (27 v. bis 14 n. Chr.) verfügte die römische Armee über ein organisiertes Sanitätswesen. Augustus liess Krankenhäuser errichten und warb Ärzte dafür an. Ein valetudinarium (der Begriff bedeutet sowohl "Spital", als auch "Lazarett") fand sich während der Kaiserzeit in fast jedem Legionslager. Das Spital von Vindonissa wurde 1936 bei einer Grabung des archäologischen Arbeitsdienstes entdeckt und vollständig ausgegraben. Um 40 n.Chr. wurde der erste Bau von der 13. Legion aus Holz und Lehm errichtet und später von der 21. Legion durch einen Steinbau ersetzt. Die etwa 60 Krankenzimmer boten je Platz für fünf Betten, also konnten rund 300 Legionäre versorgt werden. Originalgetreues Feldlazarett im Legionärspfad Vindonissa Medizin bei den Römern: ein Zusammenspiel von Wissen und Religion Doch wie muss man sich die medizinische Versorgung vor rund 2000 Jahren vorstellen? Die Medizin umfasste zu römischer Zeit drei Bereiche: die Chirurgie, die Ernährungslehre und die Pharmazie. Aber auch religiöse Vorstellungen waren von Bedeutung. Allen voran standen die Heilgötter Aesculapius und seine Tochter Hygieia, die zum Schutz vor Krankheiten und Verletzungen angerufen wurden. Bezeugt wird dies von gefundenen Weihinschriften. Deshalb sind die zwei Gottheiten auch im Lazarett im Legionärspfad Vindonissa als Statuetten anzutreffen. Die Heilgötter Aesculapius und seine Tochter Hygieia im Lazarett im Legionärspfad Vindonissa Auch die Pharmazie spielte eine wichtige Rolle. Arzneimittel wurden in der Regel von Ärzten als erste Behandlung eingesetzt und nur wenn diese keinen Erfolg brachten, wurde ein chirurgischer Eingriff vorgenommen. Der Militärarzt Pedanios Dioskurides , welcher im 1. Jahrhundert n. Chr. lebte, beschreibt in seinem Werk " De materia medica " über 1000 verschiedene Heilmittel. Heute gilt er deshalb als einer der bekanntesten Ärzte der Antike. Die pflanzlichen Heilmittel der Römer Meist wurde auf Pflanzen zurückgegriffen, um Krankheiten nicht nur zu heilen sondern auch zur Prävention. Die römischen Kenntnisse über verschiedenste Heilpflanzen waren detailliert und fundiert, wie man auch in den Schriften von Dioskurides erfahren kann. Einige dieser Pflanzen sind auch im Kräutergarten des Lazaretts im Legionärspfad Vindonissa wiederzufinden, wo die ihnen nach römischer Lehre zugeschriebenen Wirkungen erläutert und beschrieben werden. Die Pflanzen wurden als Arzneimittel in Form von Pflaster, Salben und Umschlägen, oder aber auch zum Einnehmen dargereicht. Doch welche Pflanzenarten haben die römischen Ärzte nun also gekannt, um die Kranken mit verschiedensten Symptomen zu behandeln? Die Minze Die Minze wurde unter anderem gegen Würmer, Brechreiz oder Ohrenschmerzen eingesetzt. Auch bei Pickel kam die Pflanze zum Einsatz. Speziell für die Römerinnen hatte die Minze ebenfalls eine wichtige Bedeutung, da sie als Zäpfchen zur Verhütung verwendet wurde. Auch heute wird der Minze noch eine heilende Wirkung zugeschrieben: So gilt sie unter anderem als beruhigend und desinfizierend. Die Kreuzung zur bei uns beliebten Pfefferminze kannten die Römer übrigens noch nicht. Der Thymian Eine weitere Pflanze, die von den Römern dank ihrer heilenden Wirkung geschätzt wurde, ist uns heute hauptsächlich aus der Küche bekannt: Der Thymian. Wie die Minze wurde auch er sehr vielseitig eingesetzt. So wurde er gegen Husten, Bandwürmer oder auch Tollwut empfohlen. Ausserdem wurde dem Thymian unter den Römerinnen nachgesagt, er fördere die Geburt sowie die Menstruation. Auch heute noch gilt die Pflanze als beruhigend gegen Husten und wird somit also noch zur Bekämpfung derselben Symptome eingesetzt, wie schon während römischer Zeit. Der Weihrauch Nicht nur Kräuter wurden in der römischen Heilkunde als pflanzliche Medizin eingesetzt, sondern auch Harze. So etwa der Weihrauch, dessen Nutzen über das Räuchern bei der Götterverehrung hinausging. Auch galt das Harz als entzündungshemmend und wurde bei starken Blutungen verwendet. Auch im Lazarett im Legionärspfad Vindonissa steigt von Zeit zu Zeit der Duft von Weihrauch in die Luft – es lohnt sich, beim Besuch dem Geruch zu folgen! Die Alraune Ein Beispiel für eine Pflanze, welche von den Römern zum Heilen eingesetzt wurde, heute jedoch nicht mehr genutzt wird, ist die Alraune. Die Pflanze hat je nach Dosierung eine schmerzlindernde oder betäubende Wirkung. Auch als Schlafmittel fand die Wurzel ihre Verwendung. Aufgrund der an einen menschlichen Körper erinnernden Wurzel wurde der Alraune auch eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt und im Laufe der Kulturgeschichte entwickelten sich zahlreiche Mythen um die Pflanze. So verwundert es nicht, dass die Alraune auch in moderner Fantasy-Literatur wie Harry Potter oder der Witcher-Saga Erwähnung findet. Jedoch weiss man heute, dass schon die kleinsten Dosierungen bei der Einnahme hochgiftig und sogar tödlich sind, weshalb die Alraune als Heilmittel nicht mehr verwendet wird. Eine Alraunen-Pflanze im Lazarett im Legionärspfad Vindonissa. ©Museum Aargau Eine fortgeschrittene Medizin Die römische Medizin war also in vielerlei Hinsicht weit fortgeschritten und ist zahlreich an kleinen Überraschungen. Viele Pflanzen, welche bei den Römern als heilend galten, schätzen wir auch in der modernen Medizin als Heilmittel. Andere sind lediglich noch in der Küche wiederzufinden oder werden – wie die Alraune – überhaupt nicht mehr verwendet. Welche Pflanzen die Römer sonst noch zum Heilen verwendeten und welche medizinischen Instrumente zum Einsatz kamen, ist beim Besuch des Lazaretts im Legionärspfad Vindonissa zu erfahren! Dazu gibt es im Legionärspfad Vindonissa folgende Angebote: Spiel-Tour " Beim Jupiter " Spiel-Tour " Alarm im Lager " Themen-Tour " Der Medicus " Führung " Medizin im Legionslager " (für Gruppen) Workshop " Medicus Legionis " (für Schulklassen) Weitere Blogbeiträge 23. August 2022 Heilkunde im Kloster Seit jeher befassen sich Klöster mit Heilkunde, da die Fürsorge für die Armen und Kranken tief in ihrer Tradition verankert ist. Auch beim… 01. Juni 2022 Sechs beliebte Düfte und Heilkräuter der Römer Kräuter wurden im alten Rom nicht nur in der Küche eingesetzt, sondern auch zum Heilen der verschiedensten Leiden. Die Römerin Cornelia ist… 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! Von Samia Abdelgadir Von Samia Abdelgadir Samia Abdelgadir war 2021 Praktikantin in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare

 
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Bestellformular Organisation/Firma Vorname * Nachname * E-Mail Adresse * Adresse * PLZ * Ort * Ich möchte Infos per Post: Veranstaltungsmagazin (3x jährlich) Familienmagazin CHUMM (2x jährlich) Schulklassenprogramm (2x jährlich) Gruppenprogramm (1x jährlich) Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Bemerkungen Absenden

 
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Das Einhorn von heute – ein Wesen mit vielen Bedeutungen

Zurück zum Blog 26. September 2023 Kategorien Märchen & Mythen 20./21. Jh. Das Einhorn trug im Laufe der Geschichte viele Bedeutungen. In der heutigen Popkultur ist es ein Symbol für Unterschiedliches, darunter Weiblichkeit, Kindheit und Selbstermächtigung. Heutzutage kaum vorstellbar, aber bis in die Frühe Neuzeit glaubten die Menschen, dass es Einhörner wirklich gibt. Heute ist die Mehrheit sich einig: Das Einhorn ist ein Fabelwesen. Mit den Worten des Dichters Rainer Maria Rilke ausgedrückt: “O dieses ist das Tier, das es nicht giebt.” Als echtes Tier gibt es das Einhorn nicht. Doch es bevölkert unsere Fantasie, die Popkultur und die Ladenregale. Hierbei hat es vielfältige Bedeutungen, denen wir im Blog auf den Grund gehen. Symbol für Weiblichkeit Früher brachten die Leute das Einhorn eher mit Männlichkeit in Zusammenhang, heute öfters mit Weiblichkeit. Auf gegenwärtigen Bildern hat es meist feminine Züge – etwa lange Wimpern. Farblich kommt es oft mit rosa oder violetten Elementen, z. B. mit rosa Mähne, daher. Diese Farben gelten als (stereo-)typisch für Frauen und Mädchen. In der Modeindustrie ist das Einhorn äusserst präsent. Es ziert etliche Kleidungsstücke für Mädchen. Stereotyp feminine Darstellung eines Einhorns: Es hat lange Wimpern und Haare unter anderem mit rosa Farbton, Fotografie: User fpsmattyb, Einhorn mit Mond (Pixabay). Kindlichkeit und Kindheit Neben Weiblichkeit assoziieren wir das Einhorn auch mit Kindlichkeit und Kindheit. Auf Bildern ist es oft bunt, niedlich und glitzernd dargestellt. Es ist umgeben von Regenbogen. In Kinderzimmern tummeln sich Einhorn-Plüschtiere und -figuren zu Hauf. Einhorn-Spielzeugfiguren, Fotografie: Ausstellung "Einhorn – Eine fabelhafte Geschichte" auf Schloss Lenzburg, © Museum Aargau. Zeichen für Ermächtigung Das Einhorn ist auch ein Symbol für Ermächtigung. Für die LGBT+-Community gilt es, zusammen mit der Regenbogenflagge, als Zeichen für sexuelle Vielfalt. In den sozialen Medien nutzt es auch die Body-Positivity-Bewegung, die eine positive Einstellung gegenüber allen Körpern verbreitet. Jeder Körper ist für sie so einzigartig und gut wie das Einhorn. So verleiht etwa ein Meme mithilfe des fabelhaften Wesens weiblichen Achselhaaren ein positives Image. Das Einhorn als Symbol hilft also, gegenwärtige Normen aufzubrechen. Es steht für Diversität und Einzigartigkeit. Fotogragie: User Silar, Equality March 2018 in Katowice (Wikimedia Commons). Realitätsflucht und -umdeutung Manchen hilft das Einhorn dabei, dem ab und an tristen Alltag zu entkommen. Sie tauchen in eine heile, unbekümmerte und kindliche Welt ein. Das fabelhafte Wesen verspricht nämlich Fröhlichkeit und ein positives Lebensgefühl. So entfliehen etwa Erwachsene in Einhorn-Verkleidung an der Fasnacht dem Alltag. Es hilft auch, die Realität umzudeuten. So findet die oft negativ gedeutete Menstruation in Form von Stoffbinden mit fröhlichen Einhörnern einen positiven Neuanstrich. Fotografie: Maxim Shesterikov, Einhorn-Verkleidung, Luzerner Fastnacht 2012 (Wikimedia Commons, zugeschnitten). Witz und Satire Das fabelhafte Wesen hat auch eine lustige Seite. Beim sogenannten "Unicorning" lässt sich eine Person mit Einhorn-Maske an einem öffentlichen Ort fotografieren. Dabei entstehen komisch-absurde Szenen. Ein Foto zeigt etwa eine Golferin mit Einhorn-Maske beim Abschlag. Die kurzen Animationsfilme von Jason Steele Charlie the Unicorn von 2005 parodieren Einhörner und deren Bedeutungen. So sind sie nicht wie üblich in anderen Filmen lieb und nett, sondern hinterhältig, nervig und genervt. Im Netz kursieren zudem etliche humorvolle Bilder wie beispielsweise dieses: Ein Hund wird mittels eines Haarreifes in ein Einhorn verwandelt, Fotografie: Userin ana_olly, Einhorn-Hund (Pixabay). Einhorn – offen für viele Interpretationen Das Einhorn bietet sich für verschiedene Interpretationen an. Das fantastische Wesen ist mal weiblich, mal kindlich besetzt. Es sorgt für Lacher oder das Abtauchen in eine heile Welt. Es steht für Vielfalt und Einzigartigkeit. Welche Bedeutungen hat das Einhorn für Sie? Literatur: Kaiser, Raphaela: Das popkulturelle Einhorn. Eine Diskursanalyse von Einhornbildern in sozialen Medien. (Masterarbeit). Klagenfurt 2019. 21. Mai 2023 Das Einhorn als christliches Symboltier im Mittelalter Bis heute steht die Taube symbolisch für den heiligen Geist und das Lamm für Christus. Im Mittelalter gehörte aber auch das Einhorn zu den… 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! 16. September 2020 Unsittlich? Das Fahrrad als Symbol für die Emanzipation der Frau Woher kommt die Unterscheidung zwischen Frauen- und Männerräder und wieso war das frühe Fahrrad äusserst politisch? Antworten auf diese… Von Sara Wenzinger Von Sara Wenzinger Sara Wenzinger ist Historikerin und Praktikantin im Team Ausstellungen von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Märchen & Mythen 20./21. Jh. Kommentare

 
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Streetfood aus dem Spätmittelalter – inklusive Rezept!

Zurück zum Blog 19. August 2022 Kategorie Mittelalter Streetfood? Klingt erst einmal nach einer modernen Erfindung – kommt doch heute kaum eine Stadt ohne Streetfood-Festival aus. Was man aber weniger vermuten würde: Auch im Mittelalter kannte man das Konzept der "mobilen Imbissbude" auf Rädern schon. Das Konstanzer Konzil gibt uns hierfür die Vorlage. Das Konzil von Konstanz tagte von 1414 bis 1418. In der Stadt am Bodensee lebten normalerweise rund 6'000 Menschen. Während des Konzils waren jedoch um die 70'000 Besuchende in der Stadt anwesend. Dies bedeutet, dass ein riesiger Mehraufwand für die Versorgung der Stadtbevölkerung und vor allem der Konzilsbesuchende anfiel. Nicht zuletzt musste die Versorgung mit Essen sichergestellt werden. Doch zunächst: Woher wissen wir, wie es in Konstanz auf dem Konzil zu und herging? Die Konzilschronik Eine der bedeutendsten und wichtigsten Quellen zum Konzil ist die Konzilschronik von Ulrich Richental. Ulrich Richental war als Sohn des Stadtschreibers von Konstanz 1360 geboren worden. Als Bürger der Stadt hatte er es vermutlich als Kaufmann zu Wohlstand gebracht und besass Haus- und Grundeigentum. Ulrich Richental hatte das Konzil in all seinen Facetten selber miterlebt und viele der Gegebenheiten, die sich rund um die Kirchenversammlung abgespielt hatten, mit eigenen Augen gesehen. Einige Jahre später begann er nach 1420 mit der Verfassung der Konzilschronik. Mit seinen Beschreibungen der Ereignisse, die mit statistischem Material aus städtischen Urkunden und Akten angereichert sind, gibt er einen vielfältigen Einblick in die Geschehnisse des Konzils. Hierbei behandelt er nicht nur die kirchenpolitischen Vorgänge, sondern auch den Alltag in der Stadt zur Zeit des Konzils. In Richentals Auftrag wurde die Chronik mit Wappen und Illustrationen angereichert, welche alle möglichen Situationen zeigen. "vil främder brotbecken" Das Alltagsleben darf man sich während der Konzilszeit einigermassen aufregend vorstellen: Immerhin beherbergte die Stadt nun plötzlich das Zehnfache an Menschen verglichen zur regulären Anzahl der Einwohnenden. Um all diese Leute mit Essen zu versorgen, wurden kreative Lösungen entwickelt. Und hier sind wir nun wieder beim mittelalterlichen Streetfood angelangt. Bei der grossen Nachfrage nach Verpflegung witterten nicht nur die Konstanzer Bäcker ein gutes Geschäft, sondern auch "främder brotbecken" wollten ein Stück vom Konzilskuchen abhaben. So liessen sie sich etwas Ausgefallenes einfallen: den mobilen Backofen auf Rädern! Mobiler Backofen. Bild in der Konstanzer Handschrift der Richental-Chronik von 1465, "Fremde Brodbecken zu Constanz". Bei den Abbildung in der Augsburger Ausgabe der Chronik steht folgende Beschreibung: "[…] darzu waren auch vil främder brotbecken zu Constencz die stättgebuch ûff dem markt buchent und der von Constencz brotbecken auch Buch waren brotbecken zu Constencz die hetten ringe und claine öffenlin die furten sy uff stosskärlin durch die stat und buchend darinn bastetten und ring und brätscheller und söllich brotten dero warend etlich erfüllet mit hünern etlich mit vogeln gewurz mit gutter Spetzerey und etlich mit flaisch und etlich mit vischen gebachen wie die einer gern wolt haben dero fand man genug in geleichen und gutem kauff und darnach sy danketlich waren tun einer kauffen wolt und ist dise figur. Wie man basteten in der stat costencz umbfuret unnd die fail het." (Augsburger Ausgabe von Anton Sorg, Augsburg 1483, 25v.) Auf Stosskarren fuhren die fremden Bäcker ihre kleinen Öfen durch die Stadt. In den Öfen wurde währenddessen gebacken und die Backwaren direkt auf der Strasse verkauft. Im Angebot gab es Brote, Bretzel und Pasteten mit verschiedensten Füllungen – von Hühnern über Fleisch bis zu Fischen. Die Konzilsbesucher kamen offenbar auf ihre Kosten! Die fremden Bäcker fuhren die mobilen Öfen auf Stosskarren durch die Stadt. Bild in der gedruckten Ausgabe von Anton Sorg, Augsburg, 1483, 25v. Die Chronik ist in verschiedenen Versionen überliefert, sowohl in Drucken als auch in Abschriften, teilweise illustriert und teilweise ohne Bilder. Allein 17 Abschriften, also handschriftliche Kopien, sind erhalten. Die meisten davon entstanden in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. In den mit Bildern versehenen Ausgaben (z.B. Konstanz 1464 oder Cod. Ettenheim-Münster um 1500) ist der mobile Backofen jeweils leicht anders dargestellt. Die Grundstrukturen sind aber dieselben. Die Urschrift von Richentals Chronik ist übrigens heute verloren. Rezept für eine Fischpastete Ist Ihnen beim Lesen das Wasser im Munde zusammengelaufen? Dann haben wir hier etwas für Sie: ein spätmittelalterliches Rezept für eine Fischpastete. Das Rezept stammt aus der Basler Rezeptsammlung, einer Handschrift aus dem späten 15. Jahrhundert. Zutaten Teig 250g Mehl ½ EL Salz 100g Butter oder Schmalz 1dl Wasser 1 Ei zum Bestreichen Zutaten Füllung 500 g Fisch, z. B. Forellenfilet 1 EL Butter oder Schmalz 10 g frischer Ingwer, gehackt 2 EL Petersilie, gehackt 5 Blätter Salbei, gehackt 1 dl Weisswein 3 Safranfäden, gemörsert 1 EL Mehl Salz Pfeffer Selbstgebackene Fischpastete nach Rezeptur aus dem späten 15. Jahrhundert. So geht es: Für den Teig Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Butter langsam in einer Pfanne schmelzen und Wasser beigeben. Danach die Flüssigkeit in die Schüssel zum Mehl beigeben, einrühren und zu einem Teig zusammenfügen. Den Teig 1 bis 2 Stunden kühlstellen. Für die Füllung den Fisch in Würfel schneiden. Die Butter in einer Pfanne erhitzen, den Ingwer kurz andünsten, danach den Fisch und die Krauter beigeben und weiterdünsten. Mit Weisswein ablöschen und ungefähr 10 Minuten köcheln lassen. Den Safran hinzugeben. Das Mehl unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Füllung auskühlen lassen. Ein Drittel des Teigs für den Deckel abteilen und beiseitelegen. Den restlichen Teig 2 bis 4 Millimeter dick auswallen und in eine eingefettete Pasteten- oder Springform mit einem Durchmesser von ungefähr 16 Zentimetern geben. Einen etwa 7 Zentimeter hohen Rand stehen lassen. Die Füllung in die Form geben. Den Teigrand mit etwas Ei bestreichen. Den Teig für den Deckel auswallen und die Pastete damit zudecken, am Rand andrücken und zum Schluss mit einem Messer Schlitze in den Deckel schneiden. Zum Schluss mit Ei bestreichen. Während ungefähr 35 Minuten bei 200 Grad C im vorgeheizten Ofen backen. Guten Appetit! Übrigens: Wenn Sie nun Lust bekommen haben, die Fischpastete gleich in einem richtigen Lehm-Backofen auszuprobieren, dann lesen Sie im nächsten Beitrag, wie man einen einfachen spätmittelalterlichen Backofen baut. Anleitung und Tipps inklusive! Originalrezept: Ein essen von pastetten vischen So schup dy visch schon Und zeuch in ab dy Haut und hak sie Clein und kah petter Lein und saluey dor Ein und thu dor zu Pfeffer und ymber und Saffran und bereit es Alles mit wein und Mach eynnen dawmen Taigk und thu dy visch Dor ein und geuss den Umb und umb und Prich oben ein loch dor Ein und do fur closter Leim und la es pachen Literatur: Buck, Martin: "Zur Überlieferung der Konzilschronik Ulrich Richentals",in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters , Band 66.1, 2010, S. 93-108. Museum Aargau (Hg.): Von birn und mandelkern – Kochen nach mittelalterlichen Rezepten , Baden, 2019. Wacker, Gisela: Ulrich Richentals Chronik des Konstanzer Konzils und ihre Funktionalisierung im 15. Und 16. Jahrhundert. Aspekte zur Rekonstruktion der Urschrift und zu den Wirkungsabsichten der überlieferten Handschriften und Drucke , Dissertation, Kassel, 2002. Weitere Blogbeiträge 10. September 2022 So bauen Sie einen mittelalterlichen Backofen Auf Schloss Lenzburg wurde einen mittelalterlichen Backofen rekonstruiert. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie auch in Ihrem Garten… 07. April 2020 Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem raffinierten Rezept aus dem Mittelalter. 23. Juni 2020 Kochvideo: Safran-Sahne-Torte – Rezept aus dem Mittelalter Im Kochvideo zeigen wir Ihnen, wie sie eine Safran-Sahne-Torte zubereiten – ein mittelalterliches Rezept aus der Sammlung "Two… Von Gabriela Gehrig Von Gabriela Gehrig Gabriela Gehrig leitet das Freiwilligenprogramm von Museum Aargau und ist als Geschichtsvermittlerin tätig. Als Historikerin interessiert sie sich besonders für Sozial- und Kostümgeschichte und schneidert wann immer möglich auch selber. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Mittelalter Kommentare

 
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Zeichensprache der Mönche - Geschichte - Blog Museum Aargau

Zurück zum Blog 23. Mai 2022 Kategorie Klosterleben Für den Mönchsorden der Zisterzienser ist das Schweigegelübde ein wichtiger Bestandteil des Klosterlebens. Damit folgen sie der Regel des Heiligen Benedikts. Dieses Schweigen führte zur Bildung einer eigenen, monastischen Gebärdensprache. Sowohl im Alten und Neuen Testament als auch in den Schriften von frühchristlichen Mönchen wird die grosse Bedeutung des Schweigens betont. In der monastischen Tradition folgt auf die äussere Stille die innere Stille, in der man seine innere Aufmerksamkeit ganz auf Gott richtet. Ein Mönch macht das Zeichen für Käse ©Museum Aargau Der Ursprung der monastischen Gebärdensprache Besonders in den cluniazensischen Klöstern wurde die Stille strenger gewahrt als bei anderen Orden, denn sie verstanden unter der Stille absolutes Schweigen. Kein einziges Wort sollte gesprochen werden. Da sich die Mönche im Klosteralltag doch ab und zu etwas mitteilen mussten, entwickelten die Cluniazenser eine Form stiller Kommunikation, die Zeichensprache. So konnten die Mönche sich durch einfache Handzeichen kurze Anweisungen übermitteln und die Stille blieb unversehrt. Die Verwendung von Gebärden bei den Cluniazensern Gebärden wurden in Klöstern bereits vor den Cluniazensern genutzt, zum Beispiel als ritualisierte Gesten in der Liturgie. Bestimmte Handformen repräsentierten zudem einzelne Zahlen oder Buchstaben. Schriftliche Quellen zur Existenz einer geregelten Gebärdensprache aus frühchristlicher Zeit gibt es jedoch nicht. Die Cluniazenser waren aber wohl die ersten, die ihre Gebärdensprache reglementierten. Das Schweigegebot bei Mönchsorden führte nicht immer zu gebärdensprachlicher Kommunikation. Als Beispiel dafür dienen die Kartäuser, die trotz Schweigegebots keine Gebärdensprache verwenden. Manet, Édouard, Silentium, New York Public Library. Die Gebärdensprache der Zisterzienser: offizielle und lokale Zeichenlisten "Drückestu de hande dwers tohsamen, bedüdet Kese" Zitiert aus einer Liste von Zeichen des Klosters Loccum, die in den Jahren 1577/78 in Gebrauch waren. Die zisterziensische Gebärdensprache ist eine Weiterentwicklung der cluniazensischen Gebärden. Vor allem vom 12. bis zum 14. Jahrhundert entstanden in ganz Europa sogenannte Signa-Listen (Zeichenlisten) nach cluniazensischem Vorbild. Die Signa-Listen sind Auflistungen aller Gebärden und ihrer Bedeutung, meist in lateinischer Sprache. Der Orden hielt den Umfang der Liste bewusst begrenzt. Deswegen erfanden die Mönche oftmals neue Gebärden oder modifizierten bereits bestehende. Einige dieser Gebärden wurden dann in sogenannte "lokale Listen" aufgenommen. Die lokalen Listen waren eher auf alltägliche und säkulare Themen fokussierten. Begriffe mit religiösen Inhalten des Klosterlebens befanden sich meist in den offiziellen Listen. Dadurch entstand eine individuelle Prägung einzelner Klöster beziehungsweise lokale Gebärdendialekte. Italienisches Manuskript einer Signa-Liste, 1018-1032. The Morgan Library & Museum. Wie benutzten Mönche die Gebärdensprache im Klosteralltag? "Wihse mit dem indice up dat Oge, bedüdet Sehen." Zitiert aus einer Liste von Zeichen des Klosters Loccum, die in den Jahren 1577/78 in Gebrauch waren. Die Gebärdensprache wurde in verschiedensten Situationen im Kloster verwendet. In der Klosterkirche benutzte der Sakristan (Kirchendiener) Zeichen, um den reibungslosen Ablauf der Stundengebete zu gewährleisten. Beispielsweise konnte der Kantor (musikalischer Vorsteher) auf ein Zeichen des Sakristans schneller singen, die Lesung kürzen oder die anderen Mönche konnten den Sakristan mit Zeichen fragen, ob sie noch genügend Zeit für die Privatmesse haben. Auch im Kreuzgang wurden Zeichen benutzt. So erbaten die Mönche bei der Fusswaschung der Gäste durch Zeichen die Erlaubnis zum Trinken oder riefen mit Gesten jemanden herbei. Der Cellerar (Keller) koordinierte diese Tätigkeit, falls nötig ebenfalls mit Zeichen. Im Refektorium, wo die Mönche assen, und in der Küche wurde mit Zeichen nach Essen oder Getränken verlangt. Der Tischleser fragte den Kantor mit Gebärden, welche Stelle er vorlesen solle. Im Dormitorium (Schlafraum) war die Zeichensprache verboten, ausser die Mönche hatten die Erlaubnis des Abtes oder Priors. Das Erlernen der monastischen Gebärdensprache Die Zisterzienser, wie viele andere Orden auch, lernten die Zeichen schon im Noviziat. Der Novizenmeister lehrte die Novizen die Lebensweise im Orden und führte sie in die Gebärdensprache des Ordens ein. Für ihre soziale Integration in das Ordensleben war die Zeichensprache unerlässlich. Die Zeichensprache sollte auch mit der richtigen Haltung und Würde ausgeführt werden. Denn sowohl für das Unterbrechen des Silentiums, wie auch für den unsachgemässen Gebrauch der Gebärdensprache drohte eine Bestrafung: Ermahnung im Kapitelsaal, Entzug von Wein oder Fasten bei Wasser und Brot. Die Gebärdensprache war in den Klöstern selbst nicht ohne Kritik. Denn auch ein Gespräch mit der Gebärdensprache galt als Gespräch, welches das Silentium bricht. So wurden manche Mönche bei den Visitationen ermahnt, dass sie mit unsachgemässem Gebrauch der Zeichen das Silentium störten. Fresko von Il Sodoma in der Abtei Abbazia di Monte Oliveto Maggiore, Der heilige Benedikt speist mit seinen Mönchen. Wikimedia Commons. Die Entwicklung der Gebärdensprache "Hölstu alle 5 up nahe thosamen, dat is Water" Zitiert aus einer Liste von Zeichen des Klosters Loccum, die in den Jahren 1577/78 in Gebrauch waren. Das Schweigegebot verlor im Laufe der Zeit an Bedeutung. Gleichzeitig liess seit dem 15. Jahrhundert die Verwendung von Gebärden in christlichen Orden nach. Durch die Liberalisierung der Ordensregeln wurden zunehmend mehr Gespräche geduldet. Die Zeichen sind aber nicht verschwunden. Unter der Reformbewegung im Zisterzienserorden im 17. Jahrhundert lebte die Gebärdensprache wieder auf. Der Reformorden der Zisterzienser der strengen Observanz, auch Trappisten genannt, machten weiterhin von der Gebärdensprache Gebrauch. Dies führte dazu, dass bis zum 2. Vatikanischen Konzil, also bis 1965, die Zeichen viel benutzt wurden. Danach wurden Vorschriften bezüglich des Schweigegebots auch bei den Trappisten gelockert. In den heutigen Klöstern lernen die Novizen offiziell keine Zeichen mehr. Die wichtigsten Zeichen werden aber von einigen Trappisten weiterhin gebraucht. Für den Erhalt der Zeichensprache ist dabei, wie bei jeder anderen Sprache auch, die Bildung neuer Zeichen für moderne Begriffe sehr wichtig. So gibt es heute auch Zeichen für Worte wie Telefon oder Dusche. Zeichen für Telefon: "Lege die rechte Faust an das rechte Ohr und halte die linke Faust so vor den Mund, als würdest du ein altmodisches Telefon festhalten." Zeichen aus lokalen Liste des Klosters St. Johns in Massachusetts. Stammt die Gebärdensprache der Gehörlosen von den Mönchen ab? Die monastische Gebärdensprache half bei der Kommunikation zwischen gehörlosen Klosterangehörigen und den hörenden Mönchen. So gibt es Beispiele der Gebärdensprachanwendung in der Kommunikation zwischen gehörlosen Schülern und Ordensangehörigen. Ob die Gebärdensprache der Mönche einen direkten Einfluss auf die moderne Gebärdensprache hatte ist umstritten. Es gibt Wissenschaftler, die klar von einem Verwandtschaftsverhältnis zwischen der zisterziensischen Gebärdensprache, der Langue des Signes Francaise und der American Sign Language ausgehen und andere, die dies bestreiten. Quiz: Wie gut kennt ihr die Zeichensprache der Mönche? Für die Zisterziensermönche, die damals auf der Klosterhalbinsel Wettingen lebten, war das Schweigegelübde ein wichtiger Bestandteil ihres Klosterlebens. :church: Wie gut könnt ihr die Zeichensprache der Mönche verstehen? Testet euch in diesem Quiz!:ok_hand: Was sagt der Mönch? Was sagt der Mönch? Was sagt der Mönch? Was sagt der Mönch? Ihr braucht noch Übung! Ihr seid noch nicht ganz bereit, mit einem Zisterziensermönch ein theologisches Gespräch in Gebärdensprache zu führen. Unser Tipp: Wenn ihr auf euren nächsten Besuch auf der Klosterhalbinsel Wettingen einen Mönch trefft, könnt ihr euch mit ihm die Zeichensprache üben! :point_right: Erfahrt mehr über der Zeichensprache der Mönche (Video). Lust auf monatliche News und Verlosungen? Weltklasse! Ihr versteht die alte Gebärdensprache der Mönche wie ein echter Zisterzienser bzw. eine echte Zisterzienserin! Habt ihr schon in einem Kloster gelebt? Wenn ihr auf euren nächsten Besuch auf der Klosterhalbinsel Wettingen einen Mönch trefft, könnt ihr euch mit ihm problemlos in Zeichensprache unterhalten. :point_right: Erfahrt mehr über der Zeichensprache der Mönche (Video). Lust auf monatliche News und Verlosungen? Bibliographie: Leibniz, Gottfried Wilhelm von, "Signa Secundum Ordinem Cisterciensem" In: Umiker-Sebeok, Jean, Sebeok, Thomas A., (Hrsg.): Monastic Sign Languages, Berlin, New York, De Gruyter Mouton, 2011, S. 429-456. Lomičkova, Radka: Zeichensprache in der Klausur im Wandel der Zeit (vom Mittelalter bis zur Gegenwart), In: Analecta Cisterciensia, Nr. 61, 2011, S. 100–121. Robert A., Barakat: Cistercian Sign Language, In: Umiker-Sebeok, Jean, Sebeok, Thomas A. (Hrsg.): Monastic Sign Languages, Berlin, New York, Amsterdam, De Gruyter,1987, S. 67–322. Rüffer, Jens: "Multum loqui non amare" Die Zeichensprache bei den Zisterziensern, In: Schumann, Dirk (Hg.): Sachkultur und religiöse Praxis, Berlin, Lukas Verlag, 2007, S. 20-50. Villwock, Agnes: Monastische Gebärdensprachen und Gebärdensprachanwendung im Kloster. Vom Schweigegebot christlicher Ordensgemeinschaften hin zur gebärdensprachlichen Kommunikation in der monastischen Gehörlosenbildung, In: DAS ZEICHEN, Nr, 91, 2012, S. 266-282. Weitere Blogbeiträge 06. Mai 2022 Quiz: Wie gut kennt ihr die Zeichensprache der Mönche? Wie gut könnt ihr die Zeichensprache der Mönche verstehen? Testet euch in diesem Quiz! 14. August 2023 Wie kommt die Meerjungfrau ins Kloster Wettingen? Auf der Klosterhalbinsel Wettingen findet sich an Gebäuden, in Gemälden und im Wappen des Klosters selbst eine Meerjungfrau mit zwei… 23. August 2022 Heilkunde im Kloster Seit jeher befassen sich Klöster mit Heilkunde, da die Fürsorge für die Armen und Kranken tief in ihrer Tradition verankert ist. Auch beim… Von Cedric Zbinden Von Cedric Zbinden Cedric Zbinden ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Klosterleben Kommentare

 
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Spazieren und Flanieren im 18. und 19. Jahrhundert

Zurück zum Blog 06. April 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Frische Luft und schöne Natur: Spazieren gehen lohnt sich! Und der Kanton Aargau bietet dafür beinahe unzählige Gelegenheiten. Ein Spazierstock aus der Sammlung Museum Aargau zeugt von der Historie dieser beliebten Freizeitbeschäftigung. Bis heute gelten der französische Boulevard und der vornehme englischen Park als typische Sinnbilder für die romantische Spazierkultur. Dabei erfuhren sie erst im 18. und 19. Jh. durch Literatur, Malerei und auch gesellschaftliche Veränderungen einen Aufschwung, der gewöhnlichen Bürgern ein solches Flanieren überhaupt ermöglichte. Die Rekonstruktion der Natur Nur ungern nahm der Mensch die Strapazen der Natur auf sich. Lediglich zur notwendigen Jagd oder beim Mitziehen von wandernden Viehherden wurde der Weg in die dunklen Wälder oder über die schwindelerregenden Passrouten auf sich genommen. Zum reinen Vergnügen so gut wie gar nicht. Erst im Laufe des 16. respektive des 17. Jh. begannen die vermögenden und adligen Bevölkerungsschichten sich auch zum Vergnügen in die Natur zu begeben. Um diese Transformation auch baugeschichtlich zu verstehen, müssen wir auf zwei Entwicklungen zurückgreifen, die vor allem im westlichen Europa vonstatten gingen und von da aus den restlichen Kontinent eroberten. Auch in der Eidgenossenschaft luden sich gehobene Gesellschaften damals gerne zu einem "Le Déjeuner sur l'herbe" ein. Zandomeneghi, Frederico: Place d'Anvers in Paris, 1880. Galleria d'arte moderna Ricci Oddi, Piacenza. Die Entstehung der Boulevards Die ersten Boulevards hatten nichts mit der heutigen Darstellung einer breiten und mit Baumalleen gesäumten Strasse zu tun. Sie entstanden vielmehr aus reiner Zweckmässigkeit. Nach dem 30-jährigen Krieg lagen viele Städte in Trümmern und ihre vormals einengenden Befestigungen aus Schanzen und Mauern waren durch das Aufkommen effektiver Artillerie nutzlos geworden. Sie wurden geschliffen oder gar gänzlich abgebaut. So geschah es auch in Paris. Diese neu geschaffenen Freiräume wurden nach und nach von den Einwohnern der Stadt genutzt. Die Bürger und Bürgerinnen, junge Paare und in erster Linie die Aristokratie zeigten sich an den Wochenenden auf ausführlichen Spaziergängen. Die Ursprünge des Spazierens liegen im aristokratischen „Lust­wandeln“ in Gärten und Barockparks. Erst später kamen soziale Komponenten hinzu, wie das Knüpfen von Kontakten oder das Führen eines ügestörten (intimen) Gesprächs. Heinrich Triner (1796- 1873), Schlossallee und Schlosshof, Lenzburg, Kolorierte Lithografie, 1861. Eine neue Welt tut sich auf Der Flaneur oder sein weibliches Gegenstück, die Passante, wurden zu einem weit rezipierten und reflektierten Gegenstand in der Literatur, der Emanzipationsforschung, der Musik und der Malerei. In diesen Figuren konnten gesellschaftliche Themen mit philosophischen Ansichten vereint und diskutiert werden, ohne gleich eine politische Position beziehen zu müssen. Der Blickwinkel war losgelöst vom restlichen Geschehen. Zu beobachten und sich treiben zu lassen sind dabei zentrale Bestandteile des Spazierens und Flanierens. Moderne Aufsätze zu diesem Thema veranschaulichen es vor dem Hintergrund der Globalisierung oder versuchen, die Eigenschaften des Flanierens auf Videospiele und die Art und Weise der Internetnutzung zu übertragen. "Heiden" – Touristen, eine müde Dame mit Sonnenschirm sitzt am Boden in einer Wiese, 4 andere Menschen scheinen auf Sie zu warten. Fotoamateur Wilhelm Keller (1862-1947), Zürich. Um 1890, © Landesmuseum Zürich. (LM-91140.24, 290. ) Englische Parks – begehbare Landschaftsgemälde Während die französischen Boulevards als Vorbilder für die grossen Alleen in Berlin dienten, waren es hier bei uns die französischen Barockgärten die dominierende Vorlage. Dies änderte sich mit der Arbeit von William Kent, der mit dem Garten des Chiswick House in London den Grundstein für eine neue Stilrichtung legte. Im Zentrum dieser neuen Gestaltung lag die Einbettung der Gärten in ihre natürliche Umgebung. Die üppigen Blumenbeete wurden weggelassen und auch die geometrischen Achsen wichen einer geschwungenen Wegführung. Im 18. Jh. schwappte der Trend auch auf das europäische Festland hinüber. Vorreiter wie Ritter von Sckell in München oder Hermann von Pückler-Muskau in Bad Muskau hinterliessen ihre Spuren. So verpflanzte Pückler zum ersten Mal erfolgreich komplette Bäume. Auch in der Schweiz fanden sich eifrig Nachahmer dieser neuen Stilrichtung und englische Gärten waren en vogue . Vor allem sonntags versammelten sich immer mehr Menschen in den öffentlichen Parkanlagen. Der Adel und das industrielle Bürgertum zog sich daher in die eigenen Villengärten im Landschaftsstil zurück. Auch der Hof auf Schloss Lenzburg glich 1861 einem Landschaftsgarten en miniature . 1893 liessen die damaligen Besitzer Augustus Edward Jessup und seine Frau Lady Mildred Marion Bowes Lyon zudem einen bis heute erhaltenen Rosengarten anlegen. An den Fassaden wachsen bis heute englische Schlingrosen und alte Sorten von Floribund-Rosen. K-2827, Spazierstock mit Korb, Sammlung Museum Aargau, © Museum Aargau. Spazierstöcke – (fast) so veritabel wie Schweizer Taschenmesser Spazierstöcke dienten nicht nur als Gehhilfen. Sie waren ein Statussymbol, zählten Schritte, fungierten als Halter oder boten Stauraum und Verstecke. Schon die Kleinsten verfügten wie ihre Eltern über das modische Accessoire. Zumeist bildete der Knauf das Herzstück. Er findet sich in allen Formen und Materialien. Ob als Tier, Fratze oder ein schlichter Handgriff aus einem Edelmetall: Es findet sich für jeden Geschmack und jede Gelegenheit der richtige Stock. So auch ein spezielles Exemplar, das sich in der Sammlung des Museum Aargau befindet. Der Stock wirkt auf den ersten Blick unhandlich und klobig, aber er vereint zwei der wichtigsten Merkmale der viktorianischen Spazierkultur: Das Spazieren und das Essen. Leider ist nicht viel über das Exemplar bekannt. Es befand sich im ursprünglichen Inventar des Schlosses Lenzburg von 1956. Vielleicht gehörte er einst einem der Ellsworths oder war im Besitz von Jessup und Lady Mildred. Oder ein Spazierender hat ihn im Schlosspark liegen lassen. Literatur Calignani, A. und W: The History of Paris, 1825, S. 178ff. Dydik Michaela: Flanieren- gedichte gegen die Hektik der Zeit. Unternehmen Lyrik. URL: www.unternehmen-lyrik.de (Stand: 17.03.2022, 10:02). König, Gudrun M: Eine Kulturgeschichte des Spaziergangs. Spuren einer bürgerlichen Praktik 1780–1850 (= Kulturstudien. Sonderband 20.) Böhlau, Wien 1996. Mowl, Timothy: William Kent. Architect, Designer, Opportunist. Jonathan Cape, London 2006. Runzheimer Bernhard: Die digitale Flanerie als reflexive Raumexploration im Computerspiel. In: Journal Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium ffk. Nr. 2. Avinus-Verlag, 2017 Schröteler-von Brandt, Hildegard: Stadtbau- und Stadtplanungsgeschichte. Springer Vieweg, Wiesbaden, 2008, S. 78. Short, John Rennie: Globalization, Modernity and the City (= Routledge Studies in Human Geography. Band 36). Routledge, New York 2012, S. 139 Sickert, Hermann: Hints on landscape gardening by Fürst von Pückler-Muskau . Ed. Samuel Parsons. Houghton Mifflin Company Boston, New York, 1917. Tucker, Paul Hayes (1998). Manet's Le Déjeuner sur l'herbe. Cambridge: Cambridge University Press. S. 5–14. Von Romeo Arquint Von Romeo Arquint Romeo Arquint ist Historiker und war 2022 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Kommentare

 
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Heilkunde im Kloster

Zurück zum Blog 23. August 2022 Kategorie Klosterleben Seit jeher befassen sich Klöster mit Heilkunde, da die Fürsorge für die Armen und Kranken tief in ihrer Tradition verankert ist. Auch beim Kloster in Wettingen gibt es einen Medizinalgarten. Schon in der Regel des Heiligen Benedikt aus dem 6. Jahrhundert heisst es im Kapitel 36: «Die Sorge für die Kranken muss vor und über allem stehen». Die Krankenpflege sollte für Mönche und Nonnen eine wichtige Aufgabe sein. So entwickelte sich eine lange Weitergabe der Heilkräuter und Pflanzen. Hildegard von Bingen Als eine bekannte Pionierin auf diesem Gebiet ist die Benediktinerin Hildegard von Bingen (1098-1179). Ihre Leistung lag darin, dass sie das damalige Wissen über das Behandeln von Krankheiten mit Pflanzenauszügen (Tees und Extrakten) aus der griechisch-lateinischen Tradition mit der Volksmedizin zusammenbrachte. Von Bedeutung waren für sie die vier Elemente (Wasser, Feuer, Luft und Erde) und mit ihnen dem Leben aus einer ganzheitlichen Sicht zu begegnen. Auch von Wichtigkeit war die griechische Viersäfte-Lehre aus vorchristlicher Zeit, die besagt, dass die menschliche Gesundheit vom ausgewogenen Verhältnis seiner vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle) abhängt. Dazu hat sie eine umfassende Lehre mit spezifischen Heilmitteln entwickelt, die heutzutage noch grosse Anerkennung findet. Ob Schlafprobleme, Rückenschmerzen, Magen- und Darmprobleme oder Kreislaufstörungen. Für alles gibt es laut Hildegard die passende Heilpflanze oder - Kraut. Die bekannte Pionierin Hildegard von Bingen (1098-1179). ©Wikimedia Medizinalgarten im Kloster Eine der Quellen zum Gartenbau im Mittelalter ist das Buch «Liber de cultura hortorum», das der Abt Walahfrid Strabo um das Jahr 840 geschrieben hat. Der Abt des Klosters Reichenau zählt darin in Versform 23 Heilpflanzen auf, die seiner Meinung nach in jeden Klostergarten, oder in den dafür vorgesehenen Kräutergarten gehören. Etwas später erweiterte Karl der Grosse die Liste und beschrieb diese in seiner Landgüterverordnung «capitulare de villis». Darin sind 90 Pflanzen genannt, die in einem Kräutergarten nicht fehlen dürfen. Das sind zum Beispiel Beifuss, Hanf, Ringelblume, Salbei, Heilzeist, Lavendel, Gänseblümchen, Minze, Brennnessel, Eibisch, Akelei, Kamille, Koriander, Knoblauch, Schwertlilie, Andorn, Rose, um nur einige zu nennen. Medizingarten, medizinisch-naturwissenschaftliche Sammelhandschrift M II 180, Elsass, 1438/1440, Universitätsbibliothek Salzburg Die Funktion des Gartens war Arzneipflanzen anzubauen, um so die klostereigene Drogerie zu füllen. Sie waren die Bestandteile für Salben, Tinkturen und Tees der sogenannten Phytotherapie. Obwohl aus heutiger Sicht die medizinische Erfahrung und Kenntnis über die Vorgänge im menschlichen Körper gering waren, haben die Mönche und Nonnen ein bedeutungsvolles Wissen über die Wirksamkeit von Heilpflanzen angeeignet und dieses über Jahrhunderte weitergegeben. Der Medizinalgarten im Kloster Wettingen Auch beim Kloster in Wettingen gibt es einen Medizinalgarten. In der langen Geschichte des Klosters wechselte dieser Garten mehrmals seine Lage. Auch die genaue Ausgestaltung des Gartens ist nicht bekannt. Die mittelalterlichen klösterlichen Kräutergärten befanden sich jedoch in der Regel in unmittelbarer Nähe zum Infirmarium, dem Krankentrakt. Dieser fand sich in Wettingen im östlichen an die Marienkapelle anschliessenden Gebäude. An diesem Standort wurde der heutige Garten, nach dem Vorbild des Kräutergartens im St. Galler Klosterplan sowie dem Hortulus von Walahfried Strabo und der Pflanzenliste von Karl dem Grossen, angelegt. Der Medizinalgarten vom Kloster Wettingen. Foto: Pascal Meier Die Heilpflanze Lavendel Die von Hildegard von Bingen beschriebenen pflanzlichen Heilkräuter und Heilpflanzen zeigen bis heute ihre Wirkung. Heutzutage reden wir von Alternativmedizin oder Komplementärmedizin. Beide beruhen auf Beobachtung, Erfahrung und dem Verwenden von natürlichen Heilmitteln, gewonnen aus sogenannten Heilkräutern. Dabei ist die Aromatherapie mit der Basis pflanzlicher Wirkstoffe sehr beliebt. Der Duft des Lavendels ist wohl einer der bekanntesten. Von Juni bis August verströmen seine Blüten ihren wohlriechenden Duft. Er riecht aromatisch und die Blütezeit ist von Juni bis August. Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) Lavendel hat auf unseren Körper und Geist eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung. Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Lavendelblüten. Daher werden diese nach der Blüte gewonnen und getrocknet. Praktisch und schnell gemacht sind die kleinen Lavendelkissen. Lavendelkissen selber herstellen Für das Lavendelkissen benötigt man zwei gleichgrosse Stücke Stoff. Es sollte ein Stoff sein, der luftdurchlässig ist, damit der Duft ausströmen kann und die Blüten atmen können. In diesem Beispiel ist das Lavendelkissen rechteckig. Man legt jeweils zwei Stücken Stoff aufeinander und näht die Ränder per Hand zusammen. Vergessen Sie dabei nicht eine Öffnung frei zu lassen, um das Kissen mit den Lavendelblüten zu füllen. Nach der Befüllung vernäht man die Öffnung und fertig ist das Lavendelkissen für die Aromatherapie. Selbstgemachtes Lavendelkissen. Foto: Emanuela Ring Literaturverzeichnis Allwang, Martin und Martina Melzer. Heilpflanzen: Wie sie wirken und uns helfen, gesund zu bleiben. Baierbrunn: Wort & Bild Verlag, 2020. Benedikt, Gernot Krapinger und P. Ulrich Faust. Die Benediktsregel: Lateinisch / Deutsch. Ditzingen: Reclam Verlag, 2018. Dettling, Angela. Der Klostergarten. S. 16-19. Hrsg.: Museum Aargau. In: Reiches Kloster. Reine Seelen. Museum Aargau, Kloster Königsfelden, 2012. Jahn, Ruth. Schweizer Naturapotheke: Sanft heilen mit bewährten Hausmitteln. Zürich: Ringier Axel Springer, 2007. Hauschild, Stephanie. Das Paradies auf Erden: die Gärten der Zisterzienser. Ostfildern: Thorbecke, 2007. Seite der Klostergärtnerei beim Kloster Wettingen über den Medizinalgarten. GEOlino, Mensch, Hildegard von Bingen: Geschäftsfrau im Mittelalter. Österreichische Akademie der Wissenschaften, Mittelalterliche Handschriften in Österreich. Klostermedizin und deren Heilkräuter. Von Emanuela Ring Von Emanuela Ring Emanuela Ring ist Praktikantin in der Vermittlung beim Standort Klosterhalbinsel Wettingen. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Klosterleben Kommentare

 
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Engerlinge im Garten: Schützen statt bekämpfen

Zurück zum Blog 20. Juni 2023 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Engerlinge – die Larven des Blatthornkäfers – sind für viele Gärtnerinnen und Gärtner ein Albtraum. Dennoch sollten Engerlinge geschützt statt bekämpft werden. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. Engerlinge sind die fleischigen Larven des Blatthornkäfers. Die kleinen Tiere pflügen sich wie Würmer durch die Erde und sorgen bei Gärtnerinnen und Gärtnern für ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Engerlinge bevölkern zunehmend Topf- und Kübelpflanzen, wo mehr torffreie Erde verwendet wird als früher. Blatthornkäfer schätzen Erde ohne Torf als Ablageort für ihre Eier. Engerlinge im Garten: nicht in jedem Fall Schädlinge. ©Pixabay/zimt2003 Die daraus geschlüpften Engerlinge entwickeln sich in langen zwei bis drei Jahren zu Käfern, wobei die Familie des Blatthornkäfers mehrere zehntausend Arten umfasst! Die Engerlinge werden oft erst beim Umtopfen entdeckt. Oder zu viel Wasser im Topf spült die Larven an die Oberfläche. Rosenkäfer: Wertvolle Helfer im Kompost Nach dem ersten Schreck sagen viele Gärtnerinnen und Gärtnern Engerlingen den Kampf an. Die Larven sehen abstossend aus und haben einen schlechten Ruf. Denn zur Familie des Blatthornkäfers gehören auch die Mai- und Junikäfer. Diese waren früher stark verbreitet und wüteten an Fruchtbäumen sowie auf dem Feld. Sie wurden wegen der angerichteten Schäden in grossem Stil bekämpft. Nicht alle Blatthornkäfer, die sich aus Engerlingen verpuppen, sind jedoch Schädlinge – Ein Teil von ihnen ist sogar geschützt. Zum Beispiel der wunderbar metallisch-grün schimmernde Rosenkäfer. Diese Art ist vom Aussterben bedroht und oft in Topfpflanzen zu finden. Als Engerling ernährt sich der Rosenkäfer von abgestorbenem Material, als ausgewachsener Käufer von Pollen und Blüten. Artenvielfalt – Engerlinge schützen statt bekämpfen Ich plädiere deshalb dafür, Engerlinge im eigenen Garten umzusiedeln statt zu bekämpfen – auch jene, die Wurzeln fressen. Denn Engerlinge sind generell rar und wichtig für die Artenvielfalt. Ein mögliches neues Zuhause ist der eigene Kompost. Hier erweisen sich einige Engerlinge sogar als wertvolle Gartenhelfer: Der Rosenkäfer zum Beispiel verwertet abgestorbenes Material zu neuer Erde. Die "guten" von den schädlichen Engerlingen zu unterscheiden erweist sich jedoch als eine Knacknuss. Der schützenswerte Rosenkäfer ist glücklicherweise mit folgendem Trick schnell zu bestimmen: Liegt der Rosenkäfer mit dem Rücken auf einer glatten Oberfläche, bewegt er sich wie eine Ziehharmonika langsam vorwärts. Andere Engerlinge können sich in dieser Lage kaum bewegen. Weitere Gartentipps 23. Juli 2021 Insekten und andere Krabbeltiere: die kleinen Nützlinge im Garten Käfer, Spinnen und Insekten im Allgemeinen werden oft mit gemischten Gefühlen betrachtet. Jedoch sind viele von ihnen als Nützlinge… 09. Oktober 2020 Unordnung im Garten: ein Paradies für Nützlinge Im Herbst wird der Garten auf den Winter vorbereitet. Jedoch sind viele Lebewesen auf eine gewisse Unordnung im Garten angewiesen. Der… 09. August 2022 Effizient Pflanzen bewässern: Wenig Wasser im heissen Sommer Gartenarbeit besteht im Sommer vor allem aus Giessen. Bei Wasserknappheit sollten durstige Pflanzen möglichst effizient mit Feuchtigkeit… Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

Gradian
Aussenaufnahme Schloss Hallwyl

Schloss Hallwyl

Kultur- und
Naturerlebnis

Schloss Hallwyl ist eines der schönsten Wasserschlösser der Schweiz. Die Schlossanlage liegt idyllisch im Naturschutzgebiet des Hallwilersees.

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Eine Besuchergruppe mit Foxtrail-Anhängern, im Hintergrund Schloss Hallwyl

Drei
Highlights

Das dürfen Sie nicht verpassen  

 
Eine mittelalterlich gekleidete Magd steht in einem eingerichteten Wohnzimmer im Museum von Schloss Hallwyl

Ausstellungen
und Rundgänge

Bau- und Familiengeschichte  

 
Brücke zum wunderschön Schlosshof Schloss Hallwyl

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Geöffnet von April bis Oktober  

 
Luftaufnahme von Schloss Hallwyl mit Hallwilersee im Abendlicht

Anreise: So
finden Sie uns

Anfahrt mit Auto und öV  

Tagesprogramm

  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Dies läuft am Tag Ihres Besuches

Nachtaufnahme von Schloss Hallwyl mit Aabach, rechts eine grosse Leinwand mit einer Filmszene (ein küssendes Paar).
18:30 – 23:30 Uhr

Coop Open Air Cinema

Kinogenuss in einzigartiger Schlossatmosphäre

Veranstaltung
Eine Frau steht in einem Ausstellungraum mit bunten Wänden.
10:00 – 17:00 Uhr

Dauerausstellung

Bau- und Familiengeschichte des Adelsgeschlechts von Hallwyl

Ausstellung
Drei unterschiedliche Figuren aus dem Kornhaus Schloss Hallwyl
10:00 – 17:00 Uhr

Kornhaus

Erleben Sie Brauchtum und Gewerbe aus dem Seetal.

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Geeignet für
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Schulen, Familien und Gruppen

 
Workshop "Feste Burg Schloss Hallwyl" Kinder haben zusammen spass im Schwertkampf mit Zinnen im Hintergrund

Für
Schulen

Buchbare Führungen und Workshops  

 
Ein Bub und ein Mädchen sitzen mit Kopfhörern in einem kleinen Schiff in der Ausstellung von Schloss Hallwyl. Der Bub blickt direkt in die Kamera.

Für
Familien

Geheime Ecken und Kindergeburtstag  

 
Führung auf Schloss Hallwyl: Eine Besuchergruppe steht auf einer Brücke zwischen Hof und dem Eingang zu Schloss Hallwyl, unter der Brücke Wasser des Schlossgrabens und ein Boot.

Für
Gruppen

Buchbare Führungen und Workshops  

Schloss Hallwyl in 49 Sekunden

FEIERN UND GENIESSEN

 
Blick von oben auf den Aussenbereich des Cafés von Schloss Hallwyl. An den Tischen im Schlosshof sitzen Besucherinnen und Besucher. Das Wetter ist sommerlich.

Essen und
Trinken

Angebote im Schlossbistro  

 
Ein Hochzeitspaar schreitet durch eine Festgesellschaft, die vor Schloss Hallwyl Spalier steht.

Räume
mieten

Feiern auf dem Schloss  

GESCHICHTE UND SAMMLUNG

 
Historische Aufnahme vom Schloss Hallyl

Geschichte

800 Jahre Schlossgeschichte  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

Sammlung

Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

Sammlung online

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