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Die Schweiz in römischer Zeit

Zurück zum Blog 26. November 2025 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Vindonissa (Windisch), Augusta Raurica (Augst), Aventicum (Avenches), Salodurum (Solothurn). Diese und viele weitere Orte in der Schweiz waren einst römische Siedlungen. Noch heute zeugen ihre Namen vom römischen Erbe. Doch wann kamen die Römer in die heutige Schweiz, wie lange blieben sie, und welche Regionen wurden zuerst Teil des Römischen Reiches? Das Legionslager Vindonissa lag im 1. Jahrhundert n. Chr. auf dem Gebiet der heutigen Aargauer Gemeinden Windisch, Brugg, Hausen und Gebenstorf. Lebensbild von Vindonissa, ikonaut © Kanton Aargau Die Schweiz – circa 800 Jahre Teil des Römischen Reiches Das Gebiet der heutigen Schweiz wurde vom 2. Jh. v. Chr. bis 13 v. Chr. etappenweise ins Römische Reich eingegliedert und verblieb bis ins 6. Jh. n. Chr. im Römischen Reich. Bereits während der römischen Republik, also noch vor der römischen Kaiserzeit, wurden erste Gebiete der heutigen Schweiz erobert. Das Gebiet der heutigen Schweiz stellte unter römischer Herrschaft nie eine geschlossene Verwaltungseinheit dar, sondern die einzelnen Teile gehörten zu jeweils anderen Provinzen. Zwei Fibeln aus Brandgräbern der spätkeltischen Siedlung von Vindonissa. Ausstellungsobjekte im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau Die Anfänge – Zeitalter der Eroberungen und erste Kolonien Einer der ersten Orte der heutigen Schweiz, der unterworfen wurde, war Sottoceneri, im Süden des Tessins, zugehörig zum Siedlungsgebiet des gallischen Stammes der "Insuberer". Diese wurden anfangs 2. Jh. v. Chr. unterworfen und erhielten nach mehreren Zwischenetappen 49. v. Chr. das römische Bürgerrecht. Ebenfalls recht früh, gegen Ende des 2. Jh. v. Chr., wurde das Gebiet der "Allobroger" erobert, ihr nördlichstes oppidum war das heutige Genf. Cäsars Gallienfeldzüge waren der Beginn von Roms Expansion in den Norden. Cäsar besiegte die "Helvetier" 58. v. Chr. bei Bibracte , als diese versuchten, ihr Siedlungsgebiet (das gemäss Cäsar durch den Rhein, den Jura, den Genfersee und durch die Rhone begrenzt war) zu verlassen und drängte sie in ihr Gebiet zurück. 45/44 v. Chr. errichtete Cäsar für ausgediente Kavalleristen eine Kolonie südlich des Gebietes der "Helvetier", die Colonia Iulia Equestris , das heutige Nyon. Gefässe aus der spätkeltischen Siedlung von Vindonissa. Typisch für keltische Keramik waren bunt bemalte Gefässe. Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau 44 v. Chr. gründete wohl der General Lucius Munatius Plancus am Ufer des Rheins die Kolonie Raurica , die später unter Kaiser Augustus neu organisiert wurde und fortan Augusta Raurica hiess. Augusta Raurica und die Colonia Iulia Equestris waren zentral für die Romanisierung der Schweiz. Durch die augusteischen Alpenfeldzüge (25. bis 13. v. Chr.) gerieten die Gebiete der heutigen Schweiz, die bis dahin noch nicht Teil des Römischen Reiches waren, unter römische Herrschaft. Nach dem Sieg wurden bis in die Nordostschweiz vici (Kleinstädte) angelegt und erste Verwaltungsstrukturen eingeführt. Die Schweiz wird romanisiert – frühe und hohe Kaiserzeit Nach der Niederlage des Römischen Reiches im Jahre 9 n. Chr. bei der Schlacht im Teutoburger Wald, errichtete das Römische Reich zum Grenzschutz 14. n. Chr. das Legionslager Vindonissa . Der Bau des Lagers belebte die Wirtschaft im 1. Jh. n. Chr. und war wichtig für die immer weiter fortschreitende Romanisierung der Provinzen, deren Unterteilung sich im Verlauf der Zeit immer wieder änderte. Die keltischen Stämme im eroberten Gebiet wurden immer weiter ins Reich integriert. Entlassungsurkunde eines römischen Legionärs. Durch Wachstäfelchen, die bei Ausgrabungen in Vindonissa gefunden wurden, ist heute relativ viel über den Alltag im Legionslager Vindonissa bekannt. Ausstellungsobjekt (Kopie des Originals) im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau 69. n. Chr. gab es einen Bürgerkrieg, der jedoch nicht, wie gerne erzählt wird, ein letztes Aufbäumen der “Helvetier” gegen das römische Joch war. Der Grund war das Vierkaiserjahr, in welchem vier verschiedene Kaiser darum kämpften, wer nun der rechtmässige Nachfolger von Kaiser Nero war. Der Stamm der "Helvetier" schloss sich dabei den Unterstützern Galbas an, was zwangsläufig zu militärischen Zusammenstössen mit den Unterstützern von Vitellius , ein weiterer möglicher Kaiser, führte. Als Sieger aus dem Konflikt ging schlussendlich Vespasian hervor. Dass er persönliche Beziehungen zu den “Helvetiern” hatte, war gut für die Helvetier. Er erhob ihr Gebiet zu einer latinischen Kolonie. Das Römische Reich eroberte im Norden weitere Gebiete, was schliesslich dazu führte, dass 101 n. Chr. die 11. Legion als letzte Legion aus dem Gebiet der heutigen Schweiz weiter nach Norden verlegt wurde, das Schweizer Mittelland mit Vindonissa und die übrigen Regionen wurden zum Hinterland abseits der Front. Das 2. Jh. n. Chr. war für die Bewohnerinnen und Bewohner des Römischen Reiches ein Zeitalter des Friedens. Der Fernhandel erlebte einen Aufschwung und die städtischen Zentren und Landregionen genossen einen zunehmenden Wohlstand. 212 n. Chr. erhielten alle freien Bewohnerinnen und Bewohner des Römischen Reiches das Bürgerrecht. Dieser Gladius wurde in einer Legionärsunterkunft in Vindonissa ausgegraben. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau, © Kanton Aargau Nicht nur römisch – Reichskrise des 3. Jh. n. Chr. und Spätantike Gegen Ende des 2. Jh. n. Chr. kam es zu einem weiteren Bürgerkrieg, doch die Situation normalisierte sich danach wieder. 213 n. Chr. wurde zum ersten Mal über einen Einfall der "Alemannen" in der Mainregion berichtet (Stichwort Völkerwanderung). Die Reichskrise erreichte in der Mitte des 3. Jh. n. Chr. ihren Höhenpunkt, das Römische Reich war im Norden und Osten bedroht. Zudem war es auch im Innern aufgrund wiederholter Usurpationen instabil. Das Römische Reich wurde wiederholt in militärischen Auseinandersetzungen unter anderem mit den "Alemannen" verwickelt, die immer wieder in die germanischen Provinzen und Rätien einfielen. Die Grenze des Reiches wurde wieder weiter in den Süden verlegt, der Rhein bildete abermals die Reichsgrenze und Vindonissa wurde erneut befestigt. Zudem griffen auch die "Westgoten" das Römische Reich an, was dazu führte, dass die Truppen 400 n.Chr. von der Rheinfront abgezogen wurden. Das Gebiet an der Rheinfront wurde schliesslich bestimmten Volksstämmen anvertraut, die sich im Gegenzug vertraglich dazu verpflichteten, das imperium gegen Eindringlinge zu verteidigen. Dieser Helm vom Typ "Weisenau" war von Mitte des 1. Jh. n. Chr. bis ans Ende des 2. Jh. n. Chr. der Standardhelm der römischen Armee. Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau Der letzte weströmische Kaiser wurde 467 n.Chr. abgesetzt und seine Macht ging an den oströmischen Kaiser in Konstantinopel über. Das Gebiet des Römischen Reiches, das nördlich der Alpen lag, war nun sich selbst überlassen und "Alemannen" und "Franken" wanderten nach und nach ins Gebiet der heutigen Deutschschweiz ein. Allerdings lösten sich die nördlichen Provinzen erst gegen Ende des 6. Jh. n. Chr. endgültig vom Römischen Reich. Die Schweiz war nicht "Helvetien" - Schlusswort Dieser historische Abriss über die Schweiz zur Zeit des Römischen Reiches macht mehrere Aspekte deutlich: Gebiete der heutigen Schweiz waren relativ früh Teil des Römischen Reiches. Kolonien wie Augusta Raurica , aber auch das Legionslager Vindonissa , waren Triebfedern der Romanisierung. Die Unterteilung zwischen der deutschsprachigen Schweiz und den romanischen Sprachgebieten (italienisch, französisch, rätoromanisch) geht ebenfalls auf das Römische Reich zurück. Die romanischen Sprachen kamen mit den römischen Eroberungsfeldzügen in die Schweiz. Die germanischen Stämme der "Alemannen" und "Franken" siedelten sich nördlich der Alpen an, als das Gebiet mit dem Untergang Westroms sich selbst überlassen wurde. Auf die "Alemannen" geht (Schweizer)deutsch zurück. Die "Helvetierinnen" und "Helvetier" sind nicht die alleinigen Vorfahren der heutigen Schweizerinnen und Schweizer. Denn das Gebiet der heutigen Schweiz war auch Siedlungsgebiet römischer Bürgerinnen und Bürger, der "Rauriker", der "Allobroger", der "Franken", der "Alemannen" etc. Helvetier und Römer Auf den Spuren der Helvetier in Vindonissa und in der heutigen Schweiz Literaturverzeichnis Frei-Stolba, Regula: Römisches Reich. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.02.2015, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008248/2015-02-04/ . Letzter Zugriff: 04.09.2025. Hartmann, Martin; Weber, Hans: Die Römer im Aargau. Aarau/ Frankfurt am Main/Salzburg 1985. Hintermann, Dorothea (Hrsg.): Vindonissa Museum Brugg. Ein Ausstellungsführer. Brugg 2021. Irmscher, Johannes (Hrsg.): Lexikon der Antike. Reproduktion der 10. Auflage, Köln 2013. Kaenel, Gilbert: Kelten. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.07.2007, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008016/2007-07-30/ . Letzter Zugriff am: 13.10.2025. Kaenel, Gilbert: Helvetier. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 08.04.2008, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008017/2008-04-08/ . Letzter Zugriff: 13.10.2025. Müller, Felix; Lüscher, Geneviève: Die Kelten in der Schweiz. Stuttgart 2004. Rageth, Jürg: Räter. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.01.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008019/2012-01-12/ . Letzter Zugriff: 13.10.2025. Schucany, Caty: Die Helvetier und das Jahr 69 n. Chr. In: Jahresbericht GPV 2015. S. 53-58. Schucany, Caty: Die Helvetier in römischer Zeit. Zürich 2025. Trumm, Jürgen: Vindonissa. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.04.2015. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012287/2015-04-22/ . Letzter Zugriff am: 13.10.2025. Weitere Blogbeiträge 16. Juni 2023 Pax Romana – Der römische Frieden? Als Pax Romana wird eine etwa 200 bis 250 Jahre andauernde Periode des Friedens zur Zeit des Römischen Imperiums bezeichnet. Doch was hat es… 10. Oktober 2025 Der römische Legionär und seine Ausrüstung Was gehört zur Kleidung und Ausrüstung eines römischen Legionärs? Marius aus dem Legionslager Vindonissa zeigt Ihnen, wie sich ein römischer… 12. August 2025 Canis lupus: Der Wolf im Römischen Reich Wer kennt sie nicht, die Gründungssage von Rom, in der eine Wölfin eine wichtige Rolle spielt? Doch der Wolf war auch an anderer Stelle im… Von Simona Schraner Von Simona Schraner Simona Schraner ist Praktikantin Museumsarbeit in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
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Essen und Trinken im Kloster - Klosterhalbinsel Wettingen

Zurück zum Blog 23. Februar 2026 Kategorien Mittelalter Klosterleben Die Benediktsregel umfasst zahlreiche Kapitel zum Zusammenleben der Mönchsgemeinschaft. Dazu gehören auch Abschnitte zu den Speisen. Ein Küchenbesuch bei Abt Ulrich Meyer im Kloster Wettingen. Im Sommer- (grün) und Winterrefektorium (rot) nahmen die Mönche von Wettingen ihre Mahlzeiten zu sich. Bild: Kloster Wettingen, Johann Franz Strickler, um 1720. Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung. (Ausschnitt) Im Jahr 1687 liess der damalige Abt des Klosters Wettingen Ulrich Meyer (Abt von Wettingen 1686–1694) eine Abschrift einer Regel zu Pergament bringen. Es war eine Benediktsregel – also das zentrale Regelwerk für das Zusammenleben der Mönche, dem sich auch die Zisterzienser in Wettingen verschrieben hatten. Die Benediktsregel enthält neben ganz vielen anderen Vorschriften auch Regeln zum Essen und Trinken der Mönche. Abt Ulrich Meyer (Abt des Klosters Wettingen 1686–1694) stammte aus Mellingen. Bild: Mellingen, Fotoarchiv Mellingen, Porträt von Ulrich Meyer (1647–1694). In der Klosterküche Beginnen wir ein kleines Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, Sie seien im Kloster Wettingen des 17. Jahrhunderts für die Verpflegung zuständig. Neben der Benediktsregel gibt es natürlich noch andere Verhaltensregeln – wir orientieren uns heute aber an der “Regula Benedicti”, wie die Regel auf Latein heisst. Ausserdem sind wir uns bewusst, dass die Zisterzienser im 17. Jahrhundert die Benediktsregel teilweise nicht ganz strikt befolgten. Wir reisen nun in die Küche des Klosters Wettingen im Jahr 1690 und sollen die wichtigsten Regeln zum Essen und Trinken der Mönche kennenlernen, um diese für einige Zeit zu verpflegen. An einem sonnigen Tag stehen wir vor dem Kloster. Wir sind mit Abt Ulrich Meyer verabredet und melden uns beim Pförtner. Dieser führt uns in das kühle Klosterinnere, wo wir uns setzen. Nach einer kurzen Wartezeit begrüsst uns der Abt und führt uns durch die Gänge des Klosters zur Küche. Unter dem Arm trägt er seine persönliche Benediktsregel, in der auf Pergament alle wichtigen Vorschriften für das Alltagsleben der Mönche festgehalten sind. In der Küche angekommen, öffnet der Abt sein Buch und blättert bis zu einer Seite, auf der bei Nummer 39 die Überschrift “De mensura ciborum” in schwarzer Schrift zu erkennen ist. Dies bedeutet “Über das Mass der Speisen”. Ein Pfund Brot pro Tag Nun beginnt der Abt zu erklären. Aus Rücksicht auf die Schwäche der Brüder seien für die tägliche Hauptmahlzeit für jeden Tisch zwei gekochte Speisen genug. Wer von einer dieser Speisen nicht essen könne, solle sich mit der anderen sättigen. Zu diesen zwei gekochten Speisen könne frisches Gemüse oder Obst hinzugefügt werden. Und der Abt fährt fort: “Ein gut gewogenes Pfund Brot soll pro Tag genügen, ob es nun nur eine Mahlzeit wie an Fasttagen oder ein Mittag- und ein Abendessen gibt. Wenn die Brüder auch ein Abendessen einnehmen, soll der Cellerar ein Drittel von diesem Pfund aufbewahren, um es ihnen am Abend zu geben.” Der Cellerar kümmerte sich um die wirtschaftlichen Belange des Klosters. Zwei Regeln für das Essen der Mönche: Verbot vierfüssiger Tiere und Beschränkung auf ein Pfund Brot pro Tag. Grafik: Julian Bretschger. Keine vierfüssigen Tiere – und keine Unmässigkeit Abt Ulrich kommt anschliessend auf eine Regel zu sprechen, die ihn als Abt selbst betrifft: Sei die Arbeit anstrengender gewesen, so könne der Abt entscheiden, ob er etwas mehr geben wolle, falls es nützlich sei. Darauf liest er noch die Regel zum Fleischkonsum vor: “Auf den Verzehr von Fleisch vierfüssiger Tiere aber sollen alle gänzlich verzichten, ausgenommen die ganz schwachen Kranken.” Schliesslich kommt Abt Ulrich auf die Unmässigkeit zu sprechen: “Doch gilt es vor allem, Unmässigkeit hintanzuhalten, und nie darf sich beim Mönch Übersättigung einstellen, weil sich für einen Christen nichts weniger ziemt als Unmässigkeit.” Diese Mässigung liege denn auch der nächsten Regel zugrunde, sagt er weiter: Knaben in jüngerem Alter sollten weniger als Erwachsene erhalten, wobei man überall auf Mässigung achten solle. Eine Hemina Wein pro Tag Abt Ulrich blättert eine Seite weiter in seiner Benediktsregel bis zum Kapitel 40 “De mensura potus”, “Über das Mass des Trinkens”. Er erklärt zunächst, die Benediktsregel sei ziemlich zurückhaltend bei der Bestimmung der exakten Mengen. Allerdings schreibe sie in Anbetracht der Unzulänglichkeit der Schwachen vor, dass für einen jeden eine Hemina Wein pro Tag genug sei. Eine Hemina? Dabei handelt es sich um etwa 0.27 Liter. Der Abt holt ein entsprechend grosses Gefäss hervor und drückt es uns in die Hand. Es stehe aber weiter in der Regel, betont er, wer dank Gott imstande sei, Enthaltsamkeit zu ertragen, der solle wissen, dass er besonders entlöhnt werde. Ob mehr erforderlich sei, etwa wegen schlechter Ortsverhältnisse, Arbeit oder Hitze im Sommer, entscheide jeweils der Obere (wohl generell Mönche mit höheren Ämtern). Dieser achte aber bei allen darauf, dass keine Übersättigung oder Trunkenheit auftrete. Die Mönche sollten nicht zu viel trinken. Sie sollten aber auch das Murren unterlassen, sollte einmal weniger als eine Hemina Wein aufzutreiben sein, sagt Abt Ulrich zum Schluss betont. Einblick in das Kapitel 40 der Benediktsregel mit dem Titel "Über das Mass des Trinkens" von Abt Ulrich Meyer. Bild: AKB, MsWettQ 1, Julian Bretschger. Meyer klappt sein Buch zu und fragt: “Haben Sie alles verstanden?” “Ja”, sagen wir. Er nickt und fordert uns dazu auf, mit den Vorbereitungen für die Verpflegung zu beginnen. “Die Brüder arbeiten momentan hart im Garten.” Nach der Mittagshore müsse das Essen bereit sein. Dieser Blogbeitrag ist eine Zweitpublikation der Neuen Klostergeschichte Wettingen . Er entstand im Rahmen des Kolloquiums “Geschichte in der Praxis: kommunizieren und vermitteln” im Frühjahrssemester 2025 am Historischen Seminar der Universität Zürich. Von Julian Bretschger Von Julian Bretschger Julian Bretschger studiert im Bachelor Geschichte und Soziologie. Schwerpunkte seines Studiums liegen in den Bereichen Geschlechter- und Schweizer Geschichte sowie Geschichte der Antike. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Klosterleben Kommentare

 
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Die Baugeschichte von Schloss Lenzburg

Zurück zum Blog 08. Februar 2026 Kategorien 20./21. Jh. Mittelalter Neuzeit Schlossgeschichten Die Mauern von Schloss Lenzburg sind rund 900 Jahre alt. Das Schloss hatte unzählige Bewohnerinnen und Bewohner mit unterschiedlichen Ansprüchen und Bedürfnissen, die es geformt und verändert haben. Was waren diese Veränderungen und wie sah das Schloss früher aus? Die Grundsteine der Lenzburg Die “Lenz-Burg” wird 1077 das erste Mal erwähnt, als Wehrbau zum Schutz seiner Bewohner. Benannt war die Burg nach der Lenz, dem mittelalterliche Name des Aabach's. Zu dieser Zeit waren die ersten Türme und Mauern auf dem Schlosshügel noch aus Holz. Das erste Gebäude aus Stein wurde 1100 erbaut und steht noch heute: der Palas. 70 Jahre später sollte die Burg um den Süd- und Nordturm erweitert werden. Die Bauarbeiten an beiden Türmen blieben jedoch unvollendet, da Ulrich IV. im Jahr 1173 verstarb. So blieb der Südturm nur eingeschossig. Ob die Mauern der Lenzburg zu diesem Zeitpunkt den ganzen Schlossberg umschlossen oder nicht, ist umstritten. Die Entwicklung der Lenzburg, nach einem Vorschlag von Walther Merz mit Ergänzungen von F. Eberhardt (Schraffiert). Links: 1173-1330; Mitte 14.-15. Jh.; Rechts: 16.-17. Jh. © Museumsführer Historisches Museum Aargau 1974 Im 14. Jahrhundert bauten die Habsburger die Lenzburg weiter aus, um die Burg zum Herrschaftssitz von Friedrich II. von Habsburg zu machen. Dafür wurde die Toranlage erweitert, die Mauern um den ganzen Schlosshügel gezogen und ein Wohn- und Herrschaftshaus, einem Herzog würdig, gebaut: das Herzogenhaus. Zu diesem neuen Haus gehörten ein Saaltrakt und eine kleine Kapelle, die dem heiligen Fortunatus gewidmet war. Auch dieser Bau wurde nicht vollständig abgeschlossen, da Friedrich II. 1344 verstarb. Von der Burg zu einer Festung Nachdem die Berner 1415 grosse Teile des Aargaus eingenommen hatten, richteten sie 1444 auf der Lenzburg den Sitz des Landvogts ein, der bis 1798 bestand. Die reformierten Berner entfernten jeden Prunk von den alten Bauten der Habsburger. Fortan erfüllte jedes Gebäude einen einen wirtschaftlichen oder militärischen Zweck. Die Burg wurde zu einer Festung ausgebaut: Mauern wurden verdickt, Kanonenstellungen eingerichtet und Bastionen aufgebaut. Die Lenzburg im Zustand von 1809 in einem Modell aus derselben Zeit. (S-162) © Museum Aargau Den wirtschaftlichen Zweck erfüllte die Lenzburg in erster Linie, indem sie zu einem riesigen Kornlager aus- und umgebaut wurde. Hierfür wurde alle Räume oberhalb des Gefängnisses beim Südturm abgerissen und zu einem grossen Kornlager umgebaut. Das Korn konnte in der festungseigenen Mühle direkt weiter zu Mehl und in der eigenen Bäckerei zu Brot verarbeitet werden. Ein Modell zeigt eindrücklich, wie das Schloss nach all den Veränderungen aussah. Von der Festung zum Schloss Nachdem die Festung 1789 an den Aargau übergegangen war, wurde sie kurz als Krankenhaus und als Schule genutzt und ging 1853 in Privatbesitz über. In dieser Zeit wurde die Lenzburg teilweise dem Verfall und Erosion überlassen. Der Unterhalt war kostspielig und nicht alle Räume wurden genutzt. Dabei gingen das Zeughaus sowie das westliche Wächterhaus verloren. Ein Wendepunkt folgte 1892 mit dem Verkauf an Augustus Edward Jessup. Der amerikanische Unternehmer und Kunstsammler begann sofort mit dem Umbau der Festung zu einem Schloss, das seiner Gattin, Lady Mildred Marion Jessup Bowes-Lyon, aus königlichem Hause würdig sein sollte. Das Kornhaus wurde teilweise abgerissen und man versuchte den alten Südturm wiederherzustellen. Die Ostbastion wurde um vier Meter abgetragen, um einen Rosengarten mit Zugang zur Landvogtei anzulegen. Diese erhielt eine neugotische Hoffassade. Rosengarten von Schloss Lenzburg Alte Kanonenscharten wurden zugemauert und grosse helle Fenster wiederhergestellt. Sämtliche Räume wurden saniert und anschliessend durch den Kunsthändler Johann Karl Silvan Bossard mit stilgerechten Möbeln bestückt. Jessup wollte – wie es Ende 19. Jahrhundert in Mode war – hier ein Schloss erbauen, dass den damaligen romantischen Vorstellungen des Mittelalters entsprach. Er schenkte der Lenzburg sein heutiges Aussehen. Während dieser Arbeiten wurden im unteren Saal drei zugemauerte Fenster aus der Zeit der Habsburger gefunden und wieder geöffnet. Es handelt sich dabei um die drei westlichen Fenster, wie sie in Bild 3 zu sehen sind. Zudem wurden alle 10 Fenster des oberen Saals rekonstruiert. Die Masswerke entsprechen jenen aus dem Kloster Königsfelden, welche zur selben Zeit restauriert wurde. Der untere Saal des Ritterhauses unter Jessup (K-21630-K-21632) Ein Museum in einem Schloss Der letzte Bauherr der Lenzburg war der ehemalige Direktor des Historischen Museums Aargau, Hans Dürst. Um aus dem Schloss ein Museum zu machen, ging auch das Bauprojekt in den 1980er Jahren nicht besonders zimperlich mit der historischen Bausubstanz um: Der Palas und Südturm wurden vollständig ausgeschachtet, Wände neu durchbrochen und neue Böden eingezogen. Die Fensterwand des Rittersaals wurde wiederhergestellt, getreu den drei erhaltenen und von Jessup gefundenen Fenstern. Hierfür wurden die alten Fenster aus der Zeit der Berner zerstört. Die Landvogtei, die bisher einem gewöhnlichen Herrenhaus aus dem 20. Jahrhunderts glich, erhielt unter Dürst ihr heutiges Erscheinungsbild. Jedes Stockwerk wurde bewusst unterschiedlich gestaltet, um die jeweils dargestellten Epochen widerzuspiegeln. Gleichzeitig versuchte man, frühere Bauzustände sichtbar zu machen. Die Fensterwand des Herzogenhauses vor den Umbau- und Sanierungsarbeiten 1983/84. Foto Castor Huser. Die Fensterwand des Herzogenhauses nach den Umbau- und Sanierungsarbeiten 1983/84. Foto Castor Huser. Die Lenzburg ist ein einzigartiges Beispiel für die Veränderungen eines historischen Gebäudes über die Jahrhunderte hinweg. Von einer einfachen Burg zu einer Festung und schließlich zu einem Museum, die Geschichte der Lenzburg ist ein faszinierendes Kapitel in der Schweizer Geschichte. Jede Epoche hat ihre Spuren hinterlassen, und heute kann die Lenzburg als ein lebendiges Denkmal für die Vergangenheit betrachtet werden. ÖFFENTLICHE FÜHRUNG 27.09.2026, 11:30 - 12:30 Stein für Stein: 900 Jahre Baugeschichte Von der Adelsburg zum Museum Von Frederick G. W. Eberhardt Von Frederick G. W. Eberhardt Historiker und Altphilologe; Praktikant Geschichtsvermittlung und Freiwilligenprogramm. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien 20./21. Jh. Mittelalter Neuzeit Schlossgeschichten Kommentare

 
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Test

Jetzt teilnehmen Lösungswort 1 * Lösungswort 2 * Lösungswort 3 * Persönliche Angaben Vorname * Nachname * E-Mail Adresse * Adresse * PLZ * Ort * Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Ich möchte Infos per Post: Veranstaltungsmagazin (3x jährlich) Familienmagazin CHUMM (2x jährlich) Schulklassenprogramm (2x jährlich) Gruppenprogramm (1x jährlich) Absenden

 
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Kinderclub

ALTERSSTUFE WÄHLEN Erlebnisnachmittage für Schlossmäuse 4 bis 7 Jahre – Schloss Wildegg Erlebnisnachmittage für Burgfalken 8 bis 11 Jahre – Schloss Wildegg

 
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Entdeckungstour

An diesen Museumsstandorten könnt ihr 2026 auf Entdeckungstour gehen: Schloss Lenzburg Schloss Hallwyl Schloss Habsburg Schloss Wildegg Klosterhalbinsel Wettingen Jetzt teilnehmen Lösungswort 1 * Lösungswort 2 * Lösungswort 3 * Persönliche Angaben Vorname * Nachname * E-Mail Adresse * Adresse * PLZ * Ort * Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Ich möchte Infos per Post: Veranstaltungsmagazin (3x jährlich) Familienmagazin CHUMM (2x jährlich) Schulklassenprogramm (2x jährlich) Gruppenprogramm (1x jährlich) Absenden Preis und Teilnahmebedingungen Preis: Exklusive Taschenlampenführung Löst an drei Standorten von Museum Aargau die Entdeckungstour und gewinnt eine exklusive Taschenlampenführung durch Schloss Lenzburg (Datum: 20. November 2026) Dieser Preis wird unter allen Teilnehmenden zwölfmal verlost (Datum der Verlosungen: 1. Juli und 2. November 2026) Teilnahmebedingungen Die Verlosung wird duch Museum Aargau durchgeführt. Teilnahmeschluss der zwei Verlosungen: 30. Juni 2026 und 1. November 2026 Die Gewinnerinnen oder Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Teilnahmeberechtigt sind alle handlungsfähigen Personen, ausgenommen Mitarbeitende von Museum Aargau sowie deren Angehörige. Die von Ihnen angegebenen Daten werden ausschliesslich in Zusammenhang mit diesem Wettbewerb verwendet, anschliessend gelöscht und nicht an Dritte weitergegeben. Keine Barauszahlung der Preise. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 
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Feste feiern! Highlights 2026

VORTRAGSREIHE "FESTZEITEN!" Schloss Hallwyl: Bürgerliche und gemeinschaftliche Feste 17. September 2026 Klosterhalbinsel Wettingen: Religiöse Feste und Bräuche 8. Oktober 2026 ZUM GENIESSEN 20. September 2026 Schloss Lenzburg: Kochen wie im Mittelalter Kochen und Schlemmen nach mittelalterlichen Rezepten ERZÄHLCAFÉ Erzählcafé auf Schloss Hallwyl 31. Oktober 2026 Impressionen

Gradian
Luftaufnahme Schloss Lenzburg

Schloss Lenzburg

Ritter- und
Drachenschloss

Schloss Lenzburg ist eine der bedeutendsten Höhenburgen der Schweiz. Erleben Sie Ritter, Adlige und Gauner!

HINWEIS: MITTELALTERMARKT

Dieses Wochenende (Freitag bis Sonntag, 11. bis 13. September 2026) findet auf Schloss Lenzburg der grosse Mittelaltermarkt statt. Weitere Informationen

AKTUELL

 

11.–13. September 2026

Mittelaltermarkt mit viel Spektakel

Historische Marktstände, Handwerk und viele weitere Highlights auf der Burg

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Schlossdrache Fauchi in der Drachenhöhle von Schloss Lenzburg

Fünf
Highlights

Das dürfen Sie nicht verpassen  

 
Ein Gaukler mit brennenden Fackeln vor einer Menschenmenge

Veranstaltungen
und Führungen

Veranstaltungskalender Museum Aargau  

 
Ausstellung Ritter Schloss Lenzburg

Ausstellungen
und Rundgänge

Ritter, Gauner und Schlossdrache Fauchi  

 
Zwei historisch gekleidete Freuen stehen vor dem Tor von Schloss Lenzburg und bitten Besucher mit einer einladenden Geste herein.

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Geöffnet von April bis Oktober  

 
Luftaufnahme Schloss Lenzburg

Anreise: So
finden Sie uns

Anfahrt mit Auto und öV  

Tagesprogramm

  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Dies läuft am Tag Ihres Besuches

10:00 – 20:00 Uhr

Mittelaltermarkt mit viel Spektakel

Historische Marktstände, Handwerk und viele weitere Highlights auf der Burg

Veranstaltung
Küche mit Besuchern im Schloss Lenzburg Museum
10:00 – 17:00 Uhr

Wohnmuseum und Gefängnis

Entdecken Sie im Wohnmuseum und im Gefängnis zwei Lebenswelten.

Ausstellung
Ausstellung Ritter Schloss Lenzburg
10:00 – 17:00 Uhr

Rittertum und Adel

Die Ausstellung für alle Mittelalterfans!

Ausstellung
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  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
Geeignet für
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Schulen, Familien und Gruppen

 
Workshop mit Schulklasse auf Schloss Lenzburg

Für
Schulen

Buchbare Führungen und Workshops  

 
Kinder in Verkleidung (Ritter und Prinzessin) im Kindermuseum von Schloss Lenzburg

Für
Familien

Schlossdrache Fauchi und Kindermuseum  

 
Lady Mildred im Museum auf Schloss Lenzburg (Führung).

Für
Gruppen

Buchbare Führungen  

Schloss Lenzburg in 48 Sekunden

FEIERN UND GENIESSEN

 
Sonneneinfall im Bistro auf Schloss Lenzburg

Essen und
Trinken

Angebote im Schlossbistro  

 
Hochzeit auf Schloss Lenzburg: Eine Braut steht an einem festlich gedeckten Tisch mit Gästen im Rittersaal von Schloss Lenzburg.

Räume
mieten

Feiern und tagen auf dem Schloss  

GESCHICHTE UND SAMMLUNG

 
Historische Zeichnung/Illustration von Schloss Lenzburg

Geschichte

1000 Jahre Schlossgeschichte  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

Sammlung

Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

Sammlung online

Objekte digital entdecken