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Verlosung abgelaufen Sie haben den Teilnahmeschluss für die Verlosung leider verpasst. WEITERE INFOS 11. bis 13. September 2026 Mittelaltermarkt Historische Marktstände, Handwerk und viele weitere Highlights auf der Burg

 
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Essen und Trinken im Kloster - Klosterhalbinsel Wettingen

Zurück zum Blog 23. Februar 2026 Kategorien Mittelalter Klosterleben Die Benediktsregel umfasst zahlreiche Kapitel zum Zusammenleben der Mönchsgemeinschaft. Dazu gehören auch Abschnitte zu den Speisen. Ein Küchenbesuch bei Abt Ulrich Meyer im Kloster Wettingen. Im Sommer- (grün) und Winterrefektorium (rot) nahmen die Mönche von Wettingen ihre Mahlzeiten zu sich. Bild: Kloster Wettingen, Johann Franz Strickler, um 1720. Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung. (Ausschnitt) Im Jahr 1687 liess der damalige Abt des Klosters Wettingen Ulrich Meyer (Abt von Wettingen 1686–1694) eine Abschrift einer Regel zu Pergament bringen. Es war eine Benediktsregel – also das zentrale Regelwerk für das Zusammenleben der Mönche, dem sich auch die Zisterzienser in Wettingen verschrieben hatten. Die Benediktsregel enthält neben ganz vielen anderen Vorschriften auch Regeln zum Essen und Trinken der Mönche. Abt Ulrich Meyer (Abt des Klosters Wettingen 1686–1694) stammte aus Mellingen. Bild: Mellingen, Fotoarchiv Mellingen, Porträt von Ulrich Meyer (1647–1694). In der Klosterküche Beginnen wir ein kleines Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, Sie seien im Kloster Wettingen des 17. Jahrhunderts für die Verpflegung zuständig. Neben der Benediktsregel gibt es natürlich noch andere Verhaltensregeln – wir orientieren uns heute aber an der “Regula Benedicti”, wie die Regel auf Latein heisst. Ausserdem sind wir uns bewusst, dass die Zisterzienser im 17. Jahrhundert die Benediktsregel teilweise nicht ganz strikt befolgten. Wir reisen nun in die Küche des Klosters Wettingen im Jahr 1690 und sollen die wichtigsten Regeln zum Essen und Trinken der Mönche kennenlernen, um diese für einige Zeit zu verpflegen. An einem sonnigen Tag stehen wir vor dem Kloster. Wir sind mit Abt Ulrich Meyer verabredet und melden uns beim Pförtner. Dieser führt uns in das kühle Klosterinnere, wo wir uns setzen. Nach einer kurzen Wartezeit begrüsst uns der Abt und führt uns durch die Gänge des Klosters zur Küche. Unter dem Arm trägt er seine persönliche Benediktsregel, in der auf Pergament alle wichtigen Vorschriften für das Alltagsleben der Mönche festgehalten sind. In der Küche angekommen, öffnet der Abt sein Buch und blättert bis zu einer Seite, auf der bei Nummer 39 die Überschrift “De mensura ciborum” in schwarzer Schrift zu erkennen ist. Dies bedeutet “Über das Mass der Speisen”. Ein Pfund Brot pro Tag Nun beginnt der Abt zu erklären. Aus Rücksicht auf die Schwäche der Brüder seien für die tägliche Hauptmahlzeit für jeden Tisch zwei gekochte Speisen genug. Wer von einer dieser Speisen nicht essen könne, solle sich mit der anderen sättigen. Zu diesen zwei gekochten Speisen könne frisches Gemüse oder Obst hinzugefügt werden. Und der Abt fährt fort: “Ein gut gewogenes Pfund Brot soll pro Tag genügen, ob es nun nur eine Mahlzeit wie an Fasttagen oder ein Mittag- und ein Abendessen gibt. Wenn die Brüder auch ein Abendessen einnehmen, soll der Cellerar ein Drittel von diesem Pfund aufbewahren, um es ihnen am Abend zu geben.” Der Cellerar kümmerte sich um die wirtschaftlichen Belange des Klosters. Zwei Regeln für das Essen der Mönche: Verbot vierfüssiger Tiere und Beschränkung auf ein Pfund Brot pro Tag. Grafik: Julian Bretschger. Keine vierfüssigen Tiere – und keine Unmässigkeit Abt Ulrich kommt anschliessend auf eine Regel zu sprechen, die ihn als Abt selbst betrifft: Sei die Arbeit anstrengender gewesen, so könne der Abt entscheiden, ob er etwas mehr geben wolle, falls es nützlich sei. Darauf liest er noch die Regel zum Fleischkonsum vor: “Auf den Verzehr von Fleisch vierfüssiger Tiere aber sollen alle gänzlich verzichten, ausgenommen die ganz schwachen Kranken.” Schliesslich kommt Abt Ulrich auf die Unmässigkeit zu sprechen: “Doch gilt es vor allem, Unmässigkeit hintanzuhalten, und nie darf sich beim Mönch Übersättigung einstellen, weil sich für einen Christen nichts weniger ziemt als Unmässigkeit.” Diese Mässigung liege denn auch der nächsten Regel zugrunde, sagt er weiter: Knaben in jüngerem Alter sollten weniger als Erwachsene erhalten, wobei man überall auf Mässigung achten solle. Eine Hemina Wein pro Tag Abt Ulrich blättert eine Seite weiter in seiner Benediktsregel bis zum Kapitel 40 “De mensura potus”, “Über das Mass des Trinkens”. Er erklärt zunächst, die Benediktsregel sei ziemlich zurückhaltend bei der Bestimmung der exakten Mengen. Allerdings schreibe sie in Anbetracht der Unzulänglichkeit der Schwachen vor, dass für einen jeden eine Hemina Wein pro Tag genug sei. Eine Hemina? Dabei handelt es sich um etwa 0.27 Liter. Der Abt holt ein entsprechend grosses Gefäss hervor und drückt es uns in die Hand. Es stehe aber weiter in der Regel, betont er, wer dank Gott imstande sei, Enthaltsamkeit zu ertragen, der solle wissen, dass er besonders entlöhnt werde. Ob mehr erforderlich sei, etwa wegen schlechter Ortsverhältnisse, Arbeit oder Hitze im Sommer, entscheide jeweils der Obere (wohl generell Mönche mit höheren Ämtern). Dieser achte aber bei allen darauf, dass keine Übersättigung oder Trunkenheit auftrete. Die Mönche sollten nicht zu viel trinken. Sie sollten aber auch das Murren unterlassen, sollte einmal weniger als eine Hemina Wein aufzutreiben sein, sagt Abt Ulrich zum Schluss betont. Einblick in das Kapitel 40 der Benediktsregel mit dem Titel "Über das Mass des Trinkens" von Abt Ulrich Meyer. Bild: AKB, MsWettQ 1, Julian Bretschger. Meyer klappt sein Buch zu und fragt: “Haben Sie alles verstanden?” “Ja”, sagen wir. Er nickt und fordert uns dazu auf, mit den Vorbereitungen für die Verpflegung zu beginnen. “Die Brüder arbeiten momentan hart im Garten.” Nach der Mittagshore müsse das Essen bereit sein. Dieser Blogbeitrag ist eine Zweitpublikation der Neuen Klostergeschichte Wettingen . Er entstand im Rahmen des Kolloquiums “Geschichte in der Praxis: kommunizieren und vermitteln” im Frühjahrssemester 2025 am Historischen Seminar der Universität Zürich. Von Julian Bretschger Von Julian Bretschger Julian Bretschger studiert im Bachelor Geschichte und Soziologie. Schwerpunkte seines Studiums liegen in den Bereichen Geschlechter- und Schweizer Geschichte sowie Geschichte der Antike. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Klosterleben Kommentare

 
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Entdeckungstour

An diesen Museumsstandorten könnt ihr 2026 auf Entdeckungstour gehen: Schloss Lenzburg Schloss Hallwyl Schloss Habsburg Schloss Wildegg Klosterhalbinsel Wettingen Jetzt teilnehmen Lösungswort 1 * Lösungswort 2 * Lösungswort 3 * Persönliche Angaben Vorname * Nachname * E-Mail Adresse * Adresse * PLZ * Ort * Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Ich möchte Infos per Post: Veranstaltungsmagazin (3x jährlich) Familienmagazin CHUMM (2x jährlich) Schulklassenprogramm (2x jährlich) Gruppenprogramm (1x jährlich) Absenden Preis und Teilnahmebedingungen Preis: Exklusive Taschenlampenführung Löst an drei Standorten von Museum Aargau die Entdeckungstour und gewinnt eine exklusive Taschenlampenführung durch Schloss Lenzburg (Datum: 20. November 2026) Dieser Preis wird unter allen Teilnehmenden zwölfmal verlost (Datum der Verlosungen: 1. Juli und 2. November 2026) Teilnahmebedingungen Die Verlosung wird duch Museum Aargau durchgeführt. Teilnahmeschluss der zwei Verlosungen: 30. Juni 2026 und 1. November 2026 Die Gewinnerinnen oder Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Teilnahmeberechtigt sind alle handlungsfähigen Personen, ausgenommen Mitarbeitende von Museum Aargau sowie deren Angehörige. Die von Ihnen angegebenen Daten werden ausschliesslich in Zusammenhang mit diesem Wettbewerb verwendet, anschliessend gelöscht und nicht an Dritte weitergegeben. Keine Barauszahlung der Preise. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 
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Feste feiern! Highlights 2026

VORTRAGSREIHE "FESTZEITEN!" Schloss Hallwyl: Bürgerliche und gemeinschaftliche Feste 17. September 2026 Klosterhalbinsel Wettingen: Religiöse Feste und Bräuche 8. Oktober 2026 ZUM GENIESSEN 20. September 2026 Schloss Lenzburg: Kochen wie im Mittelalter Kochen und Schlemmen nach mittelalterlichen Rezepten ERZÄHLCAFÉ Erzählcafé auf Schloss Hallwyl 31. Oktober 2026 Impressionen

 
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Schlösser-Quiz: Gewinnen Sie ein Essen auf Schloss Habsburg

Erkennen Sie dieses Badezimmer? Das Badezimmer von Julie von Effinger auf Schloss Wildegg Das Badezimmer von Lady Mildred auf Schloss Lenzburg Das Badezimmer von Franziska Romana auf Schloss Hallwyl Die WC des Schlossrestaurants Habsburg Welches Schloss besuchte Kaiser Friedrich I. Barbarossa um den 20. Februar 1173? Schloss Hallwyl Schloss Habsburg Schloss Lenzburg Schloss Wildegg Was war für die Familie Effinger auf Schloss Wildegg lange Zeit die wichtigste Einnahmequelle? Weinverkauf Zucht und Verkauf von Tulpen Verkauf von Ziegenkäse Produktion von Holz und Kohle Bei Ausgrabungen in der mittelalterlichen Latrine von Schloss Habsburg wurden zahlreiche Tierknochen gefunden. Welche Tierart wurde am meisten gegessen? Huhn Wild Ziege Schwein Rind Welche Art von Buch schrieb Burkhard III. von Hallwyl um 1580 auf seinem Schloss? Einen Bericht über seine Reise in die Karibik Ein Arzneibuch mit fast 3000 Rezepten Den ersten Kriminalroman der Geschichte mit dem Titel "Die Brautfahrt am Hallwilersee" Ein Traktat über die Fische und die Fischerei im Hallwilersee Preis 5-mal einen Gutschein im Wert von 200 Franken für das Schlossrestaurant Habsburg Teilnahmebedingungen Die Verlosung wird durch Museum Aargau durchgeführt. Teilnahmeschluss: 1. November 2026 Die Gewinnerinnen oder Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Teilnahmeberechtigt sind alle handlungsfähigen Personen, ausgenommen Mitarbeitende von Museum Aargau sowie deren Angehörige. Keine Barauszahlung der Preise. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. AARGAUER SCHLÖSSER Ritter- und Drachenschloss Schloss Lenzburg Kultur- und Naturerlebnis Schloss Hallwyl Stammschloss der Habsburger Schloss Habsburg Barockes Schloss- und Gartenerlebnis Schloss Wildegg

 
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Kinderclub

ALTERSSTUFE WÄHLEN Erlebnisnachmittage für Schlossmäuse 4 bis 7 Jahre – Schloss Wildegg Erlebnisnachmittage für Burgfalken 8 bis 11 Jahre – Schloss Wildegg

 
Schloss Lenzburg

Führungen und Workshops für Gruppen

Schloss Lenzburg bietet für Gruppen buchbare Führungen an. Schwerpunkte sind das Mittelalter und die Frühe Neuzeit. Die Führungen auf Schloss Lenzburg ermöglichen Gruppen spannende Einblicke in 1000 Jahre Schlossgeschichte. Die Gruppenangebote sind zwischen April und Oktober buchbar, auf Anfrage auch in anderen Sprachen. Vergünstigungen für Gruppen Gedruckte Broschüren für Gruppen bestellen Kontakt Beratung & Verkauf +41 (0)848 871 200 E-Mail senden Telefonische Erreichbarkeit Dienstag bis Freitag 9-12 Uhr / 13-16:30 Uhr November bis März nur vormittags WEITERE ANGEBOTE UND TIPPS Schloss-Foxtrail Lenzburg Fuchsjagd im Schloss Angebote im Schlossbistro Essen und Trinken Räume mieten Feiern und tagen auf dem Schloss Download Broschüre "Angebote für Gruppen" Impressionen

 
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Die Schweiz in römischer Zeit

Zurück zum Blog 26. November 2025 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Vindonissa (Windisch), Augusta Raurica (Augst), Aventicum (Avenches), Salodurum (Solothurn). Diese und viele weitere Orte in der Schweiz waren einst römische Siedlungen. Noch heute zeugen ihre Namen vom römischen Erbe. Doch wann kamen die Römer in die heutige Schweiz, wie lange blieben sie, und welche Regionen wurden zuerst Teil des Römischen Reiches? Das Legionslager Vindonissa lag im 1. Jahrhundert n. Chr. auf dem Gebiet der heutigen Aargauer Gemeinden Windisch, Brugg, Hausen und Gebenstorf. Lebensbild von Vindonissa, ikonaut © Kanton Aargau Die Schweiz – circa 800 Jahre Teil des Römischen Reiches Das Gebiet der heutigen Schweiz wurde vom 2. Jh. v. Chr. bis 13 v. Chr. etappenweise ins Römische Reich eingegliedert und verblieb bis ins 6. Jh. n. Chr. im Römischen Reich. Bereits während der römischen Republik, also noch vor der römischen Kaiserzeit, wurden erste Gebiete der heutigen Schweiz erobert. Das Gebiet der heutigen Schweiz stellte unter römischer Herrschaft nie eine geschlossene Verwaltungseinheit dar, sondern die einzelnen Teile gehörten zu jeweils anderen Provinzen. Zwei Fibeln aus Brandgräbern der spätkeltischen Siedlung von Vindonissa. Ausstellungsobjekte im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau Die Anfänge – Zeitalter der Eroberungen und erste Kolonien Einer der ersten Orte der heutigen Schweiz, der unterworfen wurde, war Sottoceneri, im Süden des Tessins, zugehörig zum Siedlungsgebiet des gallischen Stammes der "Insuberer". Diese wurden anfangs 2. Jh. v. Chr. unterworfen und erhielten nach mehreren Zwischenetappen 49. v. Chr. das römische Bürgerrecht. Ebenfalls recht früh, gegen Ende des 2. Jh. v. Chr., wurde das Gebiet der "Allobroger" erobert, ihr nördlichstes oppidum war das heutige Genf. Cäsars Gallienfeldzüge waren der Beginn von Roms Expansion in den Norden. Cäsar besiegte die "Helvetier" 58. v. Chr. bei Bibracte , als diese versuchten, ihr Siedlungsgebiet (das gemäss Cäsar durch den Rhein, den Jura, den Genfersee und durch die Rhone begrenzt war) zu verlassen und drängte sie in ihr Gebiet zurück. 45/44 v. Chr. errichtete Cäsar für ausgediente Kavalleristen eine Kolonie südlich des Gebietes der "Helvetier", die Colonia Iulia Equestris , das heutige Nyon. Gefässe aus der spätkeltischen Siedlung von Vindonissa. Typisch für keltische Keramik waren bunt bemalte Gefässe. Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau 44 v. Chr. gründete wohl der General Lucius Munatius Plancus am Ufer des Rheins die Kolonie Raurica , die später unter Kaiser Augustus neu organisiert wurde und fortan Augusta Raurica hiess. Augusta Raurica und die Colonia Iulia Equestris waren zentral für die Romanisierung der Schweiz. Durch die augusteischen Alpenfeldzüge (25. bis 13. v. Chr.) gerieten die Gebiete der heutigen Schweiz, die bis dahin noch nicht Teil des Römischen Reiches waren, unter römische Herrschaft. Nach dem Sieg wurden bis in die Nordostschweiz vici (Kleinstädte) angelegt und erste Verwaltungsstrukturen eingeführt. Die Schweiz wird romanisiert – frühe und hohe Kaiserzeit Nach der Niederlage des Römischen Reiches im Jahre 9 n. Chr. bei der Schlacht im Teutoburger Wald, errichtete das Römische Reich zum Grenzschutz 14. n. Chr. das Legionslager Vindonissa . Der Bau des Lagers belebte die Wirtschaft im 1. Jh. n. Chr. und war wichtig für die immer weiter fortschreitende Romanisierung der Provinzen, deren Unterteilung sich im Verlauf der Zeit immer wieder änderte. Die keltischen Stämme im eroberten Gebiet wurden immer weiter ins Reich integriert. Entlassungsurkunde eines römischen Legionärs. Durch Wachstäfelchen, die bei Ausgrabungen in Vindonissa gefunden wurden, ist heute relativ viel über den Alltag im Legionslager Vindonissa bekannt. Ausstellungsobjekt (Kopie des Originals) im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau 69. n. Chr. gab es einen Bürgerkrieg, der jedoch nicht, wie gerne erzählt wird, ein letztes Aufbäumen der “Helvetier” gegen das römische Joch war. Der Grund war das Vierkaiserjahr, in welchem vier verschiedene Kaiser darum kämpften, wer nun der rechtmässige Nachfolger von Kaiser Nero war. Der Stamm der "Helvetier" schloss sich dabei den Unterstützern Galbas an, was zwangsläufig zu militärischen Zusammenstössen mit den Unterstützern von Vitellius , ein weiterer möglicher Kaiser, führte. Als Sieger aus dem Konflikt ging schlussendlich Vespasian hervor. Dass er persönliche Beziehungen zu den “Helvetiern” hatte, war gut für die Helvetier. Er erhob ihr Gebiet zu einer latinischen Kolonie. Das Römische Reich eroberte im Norden weitere Gebiete, was schliesslich dazu führte, dass 101 n. Chr. die 11. Legion als letzte Legion aus dem Gebiet der heutigen Schweiz weiter nach Norden verlegt wurde, das Schweizer Mittelland mit Vindonissa und die übrigen Regionen wurden zum Hinterland abseits der Front. Das 2. Jh. n. Chr. war für die Bewohnerinnen und Bewohner des Römischen Reiches ein Zeitalter des Friedens. Der Fernhandel erlebte einen Aufschwung und die städtischen Zentren und Landregionen genossen einen zunehmenden Wohlstand. 212 n. Chr. erhielten alle freien Bewohnerinnen und Bewohner des Römischen Reiches das Bürgerrecht. Dieser Gladius wurde in einer Legionärsunterkunft in Vindonissa ausgegraben. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau, © Kanton Aargau Nicht nur römisch – Reichskrise des 3. Jh. n. Chr. und Spätantike Gegen Ende des 2. Jh. n. Chr. kam es zu einem weiteren Bürgerkrieg, doch die Situation normalisierte sich danach wieder. 213 n. Chr. wurde zum ersten Mal über einen Einfall der "Alemannen" in der Mainregion berichtet (Stichwort Völkerwanderung). Die Reichskrise erreichte in der Mitte des 3. Jh. n. Chr. ihren Höhenpunkt, das Römische Reich war im Norden und Osten bedroht. Zudem war es auch im Innern aufgrund wiederholter Usurpationen instabil. Das Römische Reich wurde wiederholt in militärischen Auseinandersetzungen unter anderem mit den "Alemannen" verwickelt, die immer wieder in die germanischen Provinzen und Rätien einfielen. Die Grenze des Reiches wurde wieder weiter in den Süden verlegt, der Rhein bildete abermals die Reichsgrenze und Vindonissa wurde erneut befestigt. Zudem griffen auch die "Westgoten" das Römische Reich an, was dazu führte, dass die Truppen 400 n.Chr. von der Rheinfront abgezogen wurden. Das Gebiet an der Rheinfront wurde schliesslich bestimmten Volksstämmen anvertraut, die sich im Gegenzug vertraglich dazu verpflichteten, das imperium gegen Eindringlinge zu verteidigen. Dieser Helm vom Typ "Weisenau" war von Mitte des 1. Jh. n. Chr. bis ans Ende des 2. Jh. n. Chr. der Standardhelm der römischen Armee. Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau Der letzte weströmische Kaiser wurde 467 n.Chr. abgesetzt und seine Macht ging an den oströmischen Kaiser in Konstantinopel über. Das Gebiet des Römischen Reiches, das nördlich der Alpen lag, war nun sich selbst überlassen und "Alemannen" und "Franken" wanderten nach und nach ins Gebiet der heutigen Deutschschweiz ein. Allerdings lösten sich die nördlichen Provinzen erst gegen Ende des 6. Jh. n. Chr. endgültig vom Römischen Reich. Die Schweiz war nicht "Helvetien" - Schlusswort Dieser historische Abriss über die Schweiz zur Zeit des Römischen Reiches macht mehrere Aspekte deutlich: Gebiete der heutigen Schweiz waren relativ früh Teil des Römischen Reiches. Kolonien wie Augusta Raurica , aber auch das Legionslager Vindonissa , waren Triebfedern der Romanisierung. Die Unterteilung zwischen der deutschsprachigen Schweiz und den romanischen Sprachgebieten (italienisch, französisch, rätoromanisch) geht ebenfalls auf das Römische Reich zurück. Die romanischen Sprachen kamen mit den römischen Eroberungsfeldzügen in die Schweiz. Die germanischen Stämme der "Alemannen" und "Franken" siedelten sich nördlich der Alpen an, als das Gebiet mit dem Untergang Westroms sich selbst überlassen wurde. Auf die "Alemannen" geht (Schweizer)deutsch zurück. Die "Helvetierinnen" und "Helvetier" sind nicht die alleinigen Vorfahren der heutigen Schweizerinnen und Schweizer. Denn das Gebiet der heutigen Schweiz war auch Siedlungsgebiet römischer Bürgerinnen und Bürger, der "Rauriker", der "Allobroger", der "Franken", der "Alemannen" etc. Helvetier und Römer Auf den Spuren der Helvetier in Vindonissa und in der heutigen Schweiz Literaturverzeichnis Frei-Stolba, Regula: Römisches Reich. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.02.2015, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008248/2015-02-04/ . Letzter Zugriff: 04.09.2025. Hartmann, Martin; Weber, Hans: Die Römer im Aargau. Aarau/ Frankfurt am Main/Salzburg 1985. Hintermann, Dorothea (Hrsg.): Vindonissa Museum Brugg. Ein Ausstellungsführer. Brugg 2021. Irmscher, Johannes (Hrsg.): Lexikon der Antike. Reproduktion der 10. Auflage, Köln 2013. Kaenel, Gilbert: Kelten. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.07.2007, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008016/2007-07-30/ . Letzter Zugriff am: 13.10.2025. Kaenel, Gilbert: Helvetier. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 08.04.2008, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008017/2008-04-08/ . Letzter Zugriff: 13.10.2025. Müller, Felix; Lüscher, Geneviève: Die Kelten in der Schweiz. Stuttgart 2004. Rageth, Jürg: Räter. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.01.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008019/2012-01-12/ . Letzter Zugriff: 13.10.2025. Schucany, Caty: Die Helvetier und das Jahr 69 n. Chr. In: Jahresbericht GPV 2015. S. 53-58. Schucany, Caty: Die Helvetier in römischer Zeit. Zürich 2025. Trumm, Jürgen: Vindonissa. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.04.2015. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012287/2015-04-22/ . Letzter Zugriff am: 13.10.2025. Weitere Blogbeiträge 16. Juni 2023 Pax Romana – Der römische Frieden? Als Pax Romana wird eine etwa 200 bis 250 Jahre andauernde Periode des Friedens zur Zeit des Römischen Imperiums bezeichnet. Doch was hat es… 10. Oktober 2025 Der römische Legionär und seine Ausrüstung Was gehört zur Kleidung und Ausrüstung eines römischen Legionärs? Marius aus dem Legionslager Vindonissa zeigt Ihnen, wie sich ein römischer… 12. August 2025 Canis lupus: Der Wolf im Römischen Reich Wer kennt sie nicht, die Gründungssage von Rom, in der eine Wölfin eine wichtige Rolle spielt? Doch der Wolf war auch an anderer Stelle im… Von Simona Schraner Von Simona Schraner Simona Schraner ist Praktikantin Museumsarbeit in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

Gradian
Drei Mädchen stehen in der Ausstellung im Vindonissa Museum. Vor ihnen stehen zwei lebensgrosse Legionäre (Figuren)

Vindonissa Museum

Römische Funde aus 100 Jahren Forschung

Erleben Sie die Antike interaktiv! Das Vindonissa Museum in Brugg zeigt die wichtigsten Funde von Vindonissa, dem einzigen römischen Legionslager auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Eine Hand schiebt im Vindonissa Museum einen schwarzen Vorhang beiseite, dahinter erscheint ein Stein mit Inschrift

Drei
Highlights

Das dürfen Sie nicht verpassen  

 
Ein kräftig gebauter Gladiator mit Schild und Schwert in Siegespose, im Hintergrund viel Publikum im Amphitheater Vindonissa (Veranstaltung Römertag).

Veranstaltungen
und Führungen

Veranstaltungskalender  

 
Blick in einen Ausstellungsraum des Vindonissa Museum. Der Raum ist bevölkert mit vielen Besuchenden, in der Mitte zwei lebensgrosse Legionäre.

Ausstellungen
und Rundgänge

Originale römische Schätze  

 
Besucher*innen betreten das Vindonissa Museum mit der grossen Orangen Eingangstüre

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Ganzjährig geöffnet  

 
Luftaufnahme vom prächtigen Vindonissa Museum

Anreise: So
finden Sie uns

Anfahrt mit Auto und öV  

Tagesprogramm

  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Dies läuft am Tag Ihres Besuches

Eine Schulklasse umkreist eine Ausstellung im Vindonissa Museum
13:00 – 17:00 Uhr

Dauerausstellung zu Vindonissa

Entdecken Sie Original-Objekte aus Ausgrabungen

Ausstellung
Scheibenfibel aus Buntmetall mit farbigen Emaille-Einlagen. Eingraviert ist das Lamm Gottes – ein Sinnbild für die Auferstehung Christi.
13:00 – 17:00 Uhr

Vitrine AKTUELL

Grabsteine aus Vindonissa: Sprechende Steine und ihre Schicksale

Ausstellung
Kinder als Forscherinnen und Forscher verkleidet lösen gemeinsam ein Rätsel während ein Junge im Kittel einen Klemmbrett hält
13:00 – 17:00 Uhr

Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe!

Ab 8 Jahre – Löst Rätsel und entdeckt einen römischen Schatz

Selbständiger Rundgang
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Schulen, Familien und Gruppen

 
Kinder als Forscher und Forscherinnen gekleidet lehnen sich an einen spiegelnden Tisch

Für
Schulen

Führungen und selbständige Rundgänge  

 
Kinder als Forscherinnen und Forscher verkleidet begutachten die Ausstellung und lösen Rätsel (Aufnahme von Oben)

Für
Familien

Rundgänge und Familiensonntag  

 
Eine Gruppe Besucherinnen und Besucher steht in der Ausstellung vom Vindonissa Museum (in der Mitte lebensgrosse Legionäre). Eine Museumsführerin steht davor und zeigt auf die beiden Männer.

Für
Gruppen

Rundgänge und buchbare Führungen  

GESCHICHTE UND FORSCHUNG

 
Visualisierung/Animation Antikes Vindonissa

Geschichte

Das Legionslager Vindonissa in Kürze  

 
Römischer Stempel für eine Augensalbe. Objekt im Vindonissa Museum in Brugg.

Highlights der Sammlung

Entdecken Sie ausgewählte Funde  

 
Erhaltene Wasserleitungen im Legionärspfad Vindonissa

Archäologische Forschung

Immer wieder spektakuläre Funde