Schloss Wildegg

Rosengarten

Rosengarten Preis Eintritt frei Die Oase für Rosenliebhaber Der Rosengarten von Schloss Wildegg lockt viele Rosenliebhaber aufs Schloss. Viele historische Rosen mit Rosenbögen sowie englische Rosen und Edelrosen zieren den Garten. Besonders in der Hauptblütezeit im Juni ist der Garten aus der Zeit um 1830 eine Pracht. Sorgsam gepflegt, wachsen dort historische und seltene Rosen. Rosengarten Schloss Wildegg: Historische Rosen mit Rosenbögen sowie englische Rosen und Edelrosen. Eintritt frei.

 
Schloss Hallwyl

Ausstellungen und Rundgänge

Tauchen Sie im Museum von Schloss Hallwyl in die eindrückliche Geschichte der Familie von Hallwyl ein. Die einstige Besitzerfamilie von Hallwyl hat sich in seiner über 800-jährigen Geschichte vielfältig hervorgetan: auf eidgenössischen Schlachtfeldern, an europäischen Höfen, in Wissenschaft, Politik und Handel sowie in der Finanzwelt. Beim Rundgang mit Audioguide erzählen Familienmitglieder über ihr Leben. Auch einfache Leute wie die Bauern und Untertanen der Herrschaft Hallwyl kommen zu Wort. Im Verliesturm erklingen heute noch die schaurigen Klagen der Gefangenen. Für Kinder bietet Museum Aargau eine spezielle Audiotour sowie eine Entdeckungstour durchs Schloss an. Öffnungszeiten 1. April bis 1. November 2026 Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10 – 17 Uhr Montag geschlossen SAMMLUNG Porträt Sammlung Museum Aargau Digital entdecken Sammlung online Sammlungszentrum Egliswil Sammlung besuchen Impressionen

 
Museum Aargau

"Das ist aber dufte" ˗ von schönen Flacons und explodierende Seifen

Zurück zum Blog 21. April 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Düfte sind überall und jederzeit. Ohne sie wäre unsere Wahrnehmung nicht komplett. Begleiten Sie Museum Aargau auf einer kurze Reise in den duftenden Aargau. Der Mensch ist ein Augentier. Das hielt bereits das Universalgenie Leonardo da Vinci (1452-1519) fest. Auf den ersten Blick macht dies sicherlich Sinn. Dieser Befund Da Vincis spiegelt sich auch in den Verpackungen wider, in denen die Menschen ihre Produkte zum Verkauf anbieten. Auffällig, bunt und extravagant. So sollen Kunden und Kundinnen zum Kauf animiert werden. Dies lässt sich beispielsweise an der breiten Palette von Duftflacons zeigen, die auch in der Sammlung des Museum Aargau vertreten sind. Ein besonderes Exemplar ist ein Flacon, welcher der letzten Bewohnerin von Schloss Wildegg, Julie von Effinger gehört haben soll. Das vasenförmige Fläschchen aus Porzellan ist mit einer Traube und einem braunen Bauch verziert. Parfüm galt seit der Antike als Luxusartikel. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich Adelsgeschlechter damit schmückten. Flacon, Sammlung Museum Aargau (K-11285), © Museum Aargau. Reinheit aus dem Aargau Auch Seifen gibt es in allen Farben und Formen. Natürliche Seifen, wie das unscheinbare Seifenkraut ( Saponaria officinalis ), lässt sich bis in die Keltenzeit zurückverfolgen. Die Seife, wie wir sie heute kennen, stammt aber aus dem 7. Jh. Damals wurde im arabischen Raum erstmals Öl mit Laugen verkocht. Anschliessend fasste die neue Art sich zu waschen im südlichen Europa fuss, wo bis heute die traditionellsten Seifenhersteller lokalisiert sind (Bsp. Savon de Marseille). Bis es aber Mode wurde, die Seife auch zum Waschen zu verwenden, vergingen nochmals einige Jahrhunderte. Pestausbrüche stärkten die falsche Annahme, Wasser helfe der Krankheit in den Körper zu gelangen. Erst die Blüte des Versailler Hofes durch Louis XIV verhalf auch der Seife zu ihrem Durchbruch. Auch der heutige Aargau darf auf eine traditionsreiche Geschichte der Seifenherstellung zurückblicken. Stellvertretend dafür sollen hier kurz zwei Seifenmanufakturen vorgestellt werden, die auch über die Kantonsgrenzen Bekanntheit erlangten. Mittelalterliche Bäder, © Andreas Praefcke, Gemeinfrei. Die Lenzburger "Seifi" Die im Volksmund liebevoll "Seifi" genannte Savonnerie de Lenzbourg ist auch knapp 30 Jahre nach ihrem abrupten Ende im kollektiven Gedächtnis verankert. Ihre Geschichte beginnt 1857 und fängt mit einer immer grösser werdenden Palette an unterschiedlichsten Seifenprodukten an. Auch zwei Weltkriege konnten dem nichts anhaben. Jedoch stand der Innovationskraft, die auch mit Preisen ausgezeichnet wurde, eine schlechte finanzielle Handhabe gegenüber. 1983 wurden die nach dem Umzug der Produktion nach Hallwyl leerstehenden Gebäude auf dem Areal der Fabrik durch die Schweizer Armee in der "Operation Feuervogel" genannten Aktion gesprengt. Ein Phönix entflog der Asche leider nicht mehr und 1990 war das endgültige Ende gekommen. Die Mettler Seifen AG Die zweite Manufaktur war die Mettler Seifen AG. Gotthilf Mettler brachte nach einer längeren Reise sein neu erworbenes Wissen zur Seifenherstellung zurück in seine Fricktaler Heimat und gründete in Hornussen eine kleine, speziell auf Glycerin ausgerichtete Seifenmanufaktur. Der Familienbetrieb bestand damals aus fünf Mitarbeitern und stellte bis 2019 in einem eigenen Herstellungsverfahren luxuriöse und medizinische Seifen, Desinfektionsmittel sowie Duschgels und Shampoos her. Der Verkaufsschlager blieb aber die Seife mit Glycerin, die mit ihren desinfizierenden Eigenschaften auch als "Seife für den Arzt" angepriesen wurde. Obwohl seit 2019 nicht mehr im Kanton Aargau produziert wird, erfuhren die Seifenhersteller durch das in der Corona Pandemie wieder erstarkte Hygienebewusstsein der Menschen kürzlich einen kleinen Aufschwung. Seife Seifenfabrik Lenzburg, Sammlung Museum Aargau (K-22385), © Museum Aargau. Nicht nur zur Zierde Die zehn Standorte des Museum Aargau erwachen jeden Frühling aus ihrem Winterschlaf. Auch die Grünflächen in und um die historischen Gebäude erblühen in voller Pracht. Darunter befinden sich die auf den ersten Blick unscheinbar anmutenden Kräutergärten. Dank ihnen konnten sich die Bewohnerinnen und Bewohner unter Beimischung einheimischer Zutaten, Salben, Pasten und auch Seifen herstellen. Die Bestandsliste der Gärten ist beachtlich. Neben einheimischen Arten wie Spitzwegerich, Beifuss oder Frauenmantel, finden sich auch exotische Pflanzen wie Kapuzinerkresse, Purpursonnenhut oder Liebstöckel auf der Liste. Jede Art hat ihren Wirkungsbereich. So soll der Purpursonnenhut bei Erkältung helfen, der Liebstöckel eher bei Nieren und Blasenbeschwerden. Ein besonders wertvoller Gegenstand der Sammlung zum Thema Kräuterkunde ist das 1580 von Burkhard III. von Hallwyl verfasste Kräuter- und Arzneibuch mit 3000 Rezepten. Darin finden sich nicht nur Heilmittel – Heiltränke, Salben, Pflaster, Sirups, Zeltli oder Bäder – sondern auch Rezepte, die für uns eher in Küche und Haushalt gehören wie Glühwein, Lebkuchen, Tinte oder Schuhwichse. Aufnahme aus dem Kräutergarten auf Schloss Wildegg, © Museum Aargau. Die Welt der Düfte Diese kleine Rundschau in die Welt der Düfte zeigt, der Mensch ist seit je her nicht nur ein Augentier. Alle seine Sinne wollen (und sollen?) angesprochen werden, insbesondere auch der Geruchssinn. Seien es gute oder schlechte Düfte, eine Welt ohne Sie wäre kaum vorstellbar. Und falls Sie mal zuhause kein Duschgel zur Hand haben, können Sie gerne ein Rezept aus dem von Burkhard verfassten Kräuter- und Arzneibuch ausprobieren. Dafür gab er einfach verschiedene Pflanzen ins Badewasser, darunter Wermut, Hopfen und Efeu sowie Schwefel und Salz. Bleibt zu hoffen, dass die Kräuter den Gestank des Schwefels überdecken. Dann fehlt nur noch der Griff zum unverwüstlichen Parfümflacon. Literatur Bondt, Réne: "Seifensiederei", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 22.08.2011. Online: hls-dhs-dss.ch/de/articles/014004/2011-08-22/ , konsultiert am 24.03.2022. URL: hls-dhs-dss.ch/de/articles/014004/2011-08-22/ (Stand: 17.03.2022, 11:25). Frei, T.B: «Das recht Hallwylisch wundtrannck», in 900 Jahre Leben auf Schloss Hallwyl, Hg. von T.B. Frei et al., 2005, S. 69-90. Gloor, Janine: Als Seife noch aus Lenzburg kam.: in Aargauer Zeitung, 14.04.2020. URL:https://www.seifi.ch/?file=files/mbl/Presseberichte/20200414-AZ-Als-Seife-noch-aus-Lenzburg-kam.pdf&cid=751 (Stand 19.03.2022, 14:52). Inventarliste des Kräutergarten Schoss Lenzburg, Ablage Museum Aargau. L:\Ma\03_Vermittlung\03_02_Schloss_Lenzburg\03_02_12_SL_Kräutergarten\Kräuterliste SL_korr.docx (Stand: 19.03.2022, 13:45). von Hallwyl, Burkhard III., Arzneibuch (StABE), A816, Abschrift des Arzneibuches von 1697/99, Teilabschrift (bis ca. Folie 234b), vermutlich aus der Sammlung Lombach, Folio, 417 S.124. URL: www.query.sta.be.ch/detail.aspx (Stand. 24.03.2022, 11.32). Von Romeo Arquint Von Romeo Arquint Romeo Arquint ist Historiker und war 2022 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Kommentare

 
Museum Aargau

Wettbewerb

Jetzt an der Verlosung teilnehmen Welches Handwerk gab es im Mittelalter noch nicht? * Schmieden Gerben Feinmechanik Vor- und Nachname Email-Adresse Abschicken WEITERE INFOS 11. bis 13. September 2026 Mittelaltermarkt Historische Marktstände, Handwerk und viele weitere Highlights auf der Burg Teilnahmebedingungen Die Verlosung wird durch Museum Aargau durchgeführt. Teilnahmeschluss: Mittwoch, 2. September 2026 Die Gewinnerinnen oder Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Teilnahmeberechtigt sind alle handlungsfähigen Personen, ausgenommen Mitarbeitende von Museum Aargau sowie deren Angehörige. Die von Ihnen angegebenen Daten werden ausschliesslich in Zusammenhang mit diesem Wettbewerb verwendet, anschliessend gelöscht und nicht an Dritte weitergegeben. Keine Barauszahlung der Preise. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 
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WhatsApp-Kanal für Familien

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Museum Aargau

Wettbewerb

Verlosung abgelaufen Sie haben den Teilnahmeschluss für die Verlosung leider verpasst. 30. AUGUST 2026 Ausverkauft: Fauchifest Programm und Tickets

 
Schloss Hallwyl

Veranstaltungen

 
Museum Aargau

Entdeckungstour

An diesen Museumsstandorten könnt ihr 2026 auf Entdeckungstour gehen: Schloss Lenzburg Schloss Hallwyl Schloss Habsburg Schloss Wildegg Klosterhalbinsel Wettingen Jetzt teilnehmen Lösungswort 1 * Lösungswort 2 * Lösungswort 3 * Persönliche Angaben Vorname * Nachname * E-Mail Adresse * Adresse * PLZ * Ort * Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Ich möchte Infos per Post: Veranstaltungsmagazin (3x jährlich) Familienmagazin CHUMM (2x jährlich) Schulklassenprogramm (2x jährlich) Gruppenprogramm (1x jährlich) Absenden Preis und Teilnahmebedingungen Preis: Exklusive Taschenlampenführung Löst an drei Standorten von Museum Aargau die Entdeckungstour und gewinnt eine exklusive Taschenlampenführung durch Schloss Lenzburg (Datum: 20. November 2026) Dieser Preis wird unter allen Teilnehmenden zwölfmal verlost (Datum der Verlosungen: 1. Juli und 2. November 2026) Teilnahmebedingungen Die Verlosung wird duch Museum Aargau durchgeführt. Teilnahmeschluss der zwei Verlosungen: 30. Juni 2026 und 1. November 2026 Die Gewinnerinnen oder Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Teilnahmeberechtigt sind alle handlungsfähigen Personen, ausgenommen Mitarbeitende von Museum Aargau sowie deren Angehörige. Die von Ihnen angegebenen Daten werden ausschliesslich in Zusammenhang mit diesem Wettbewerb verwendet, anschliessend gelöscht und nicht an Dritte weitergegeben. Keine Barauszahlung der Preise. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 
Museum Aargau

Essen und Trinken im Kloster - Klosterhalbinsel Wettingen

Zurück zum Blog 23. Februar 2026 Kategorien Mittelalter Klosterleben Die Benediktsregel umfasst zahlreiche Kapitel zum Zusammenleben der Mönchsgemeinschaft. Dazu gehören auch Abschnitte zu den Speisen. Ein Küchenbesuch bei Abt Ulrich Meyer im Kloster Wettingen. Im Sommer- (grün) und Winterrefektorium (rot) nahmen die Mönche von Wettingen ihre Mahlzeiten zu sich. Bild: Kloster Wettingen, Johann Franz Strickler, um 1720. Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung. (Ausschnitt) Im Jahr 1687 liess der damalige Abt des Klosters Wettingen Ulrich Meyer (Abt von Wettingen 1686–1694) eine Abschrift einer Regel zu Pergament bringen. Es war eine Benediktsregel – also das zentrale Regelwerk für das Zusammenleben der Mönche, dem sich auch die Zisterzienser in Wettingen verschrieben hatten. Die Benediktsregel enthält neben ganz vielen anderen Vorschriften auch Regeln zum Essen und Trinken der Mönche. Abt Ulrich Meyer (Abt des Klosters Wettingen 1686–1694) stammte aus Mellingen. Bild: Mellingen, Fotoarchiv Mellingen, Porträt von Ulrich Meyer (1647–1694). In der Klosterküche Beginnen wir ein kleines Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, Sie seien im Kloster Wettingen des 17. Jahrhunderts für die Verpflegung zuständig. Neben der Benediktsregel gibt es natürlich noch andere Verhaltensregeln – wir orientieren uns heute aber an der “Regula Benedicti”, wie die Regel auf Latein heisst. Ausserdem sind wir uns bewusst, dass die Zisterzienser im 17. Jahrhundert die Benediktsregel teilweise nicht ganz strikt befolgten. Wir reisen nun in die Küche des Klosters Wettingen im Jahr 1690 und sollen die wichtigsten Regeln zum Essen und Trinken der Mönche kennenlernen, um diese für einige Zeit zu verpflegen. An einem sonnigen Tag stehen wir vor dem Kloster. Wir sind mit Abt Ulrich Meyer verabredet und melden uns beim Pförtner. Dieser führt uns in das kühle Klosterinnere, wo wir uns setzen. Nach einer kurzen Wartezeit begrüsst uns der Abt und führt uns durch die Gänge des Klosters zur Küche. Unter dem Arm trägt er seine persönliche Benediktsregel, in der auf Pergament alle wichtigen Vorschriften für das Alltagsleben der Mönche festgehalten sind. In der Küche angekommen, öffnet der Abt sein Buch und blättert bis zu einer Seite, auf der bei Nummer 39 die Überschrift “De mensura ciborum” in schwarzer Schrift zu erkennen ist. Dies bedeutet “Über das Mass der Speisen”. Ein Pfund Brot pro Tag Nun beginnt der Abt zu erklären. Aus Rücksicht auf die Schwäche der Brüder seien für die tägliche Hauptmahlzeit für jeden Tisch zwei gekochte Speisen genug. Wer von einer dieser Speisen nicht essen könne, solle sich mit der anderen sättigen. Zu diesen zwei gekochten Speisen könne frisches Gemüse oder Obst hinzugefügt werden. Und der Abt fährt fort: “Ein gut gewogenes Pfund Brot soll pro Tag genügen, ob es nun nur eine Mahlzeit wie an Fasttagen oder ein Mittag- und ein Abendessen gibt. Wenn die Brüder auch ein Abendessen einnehmen, soll der Cellerar ein Drittel von diesem Pfund aufbewahren, um es ihnen am Abend zu geben.” Der Cellerar kümmerte sich um die wirtschaftlichen Belange des Klosters. Zwei Regeln für das Essen der Mönche: Verbot vierfüssiger Tiere und Beschränkung auf ein Pfund Brot pro Tag. Grafik: Julian Bretschger. Keine vierfüssigen Tiere – und keine Unmässigkeit Abt Ulrich kommt anschliessend auf eine Regel zu sprechen, die ihn als Abt selbst betrifft: Sei die Arbeit anstrengender gewesen, so könne der Abt entscheiden, ob er etwas mehr geben wolle, falls es nützlich sei. Darauf liest er noch die Regel zum Fleischkonsum vor: “Auf den Verzehr von Fleisch vierfüssiger Tiere aber sollen alle gänzlich verzichten, ausgenommen die ganz schwachen Kranken.” Schliesslich kommt Abt Ulrich auf die Unmässigkeit zu sprechen: “Doch gilt es vor allem, Unmässigkeit hintanzuhalten, und nie darf sich beim Mönch Übersättigung einstellen, weil sich für einen Christen nichts weniger ziemt als Unmässigkeit.” Diese Mässigung liege denn auch der nächsten Regel zugrunde, sagt er weiter: Knaben in jüngerem Alter sollten weniger als Erwachsene erhalten, wobei man überall auf Mässigung achten solle. Eine Hemina Wein pro Tag Abt Ulrich blättert eine Seite weiter in seiner Benediktsregel bis zum Kapitel 40 “De mensura potus”, “Über das Mass des Trinkens”. Er erklärt zunächst, die Benediktsregel sei ziemlich zurückhaltend bei der Bestimmung der exakten Mengen. Allerdings schreibe sie in Anbetracht der Unzulänglichkeit der Schwachen vor, dass für einen jeden eine Hemina Wein pro Tag genug sei. Eine Hemina? Dabei handelt es sich um etwa 0.27 Liter. Der Abt holt ein entsprechend grosses Gefäss hervor und drückt es uns in die Hand. Es stehe aber weiter in der Regel, betont er, wer dank Gott imstande sei, Enthaltsamkeit zu ertragen, der solle wissen, dass er besonders entlöhnt werde. Ob mehr erforderlich sei, etwa wegen schlechter Ortsverhältnisse, Arbeit oder Hitze im Sommer, entscheide jeweils der Obere (wohl generell Mönche mit höheren Ämtern). Dieser achte aber bei allen darauf, dass keine Übersättigung oder Trunkenheit auftrete. Die Mönche sollten nicht zu viel trinken. Sie sollten aber auch das Murren unterlassen, sollte einmal weniger als eine Hemina Wein aufzutreiben sein, sagt Abt Ulrich zum Schluss betont. Einblick in das Kapitel 40 der Benediktsregel mit dem Titel "Über das Mass des Trinkens" von Abt Ulrich Meyer. Bild: AKB, MsWettQ 1, Julian Bretschger. Meyer klappt sein Buch zu und fragt: “Haben Sie alles verstanden?” “Ja”, sagen wir. Er nickt und fordert uns dazu auf, mit den Vorbereitungen für die Verpflegung zu beginnen. “Die Brüder arbeiten momentan hart im Garten.” Nach der Mittagshore müsse das Essen bereit sein. Dieser Blogbeitrag ist eine Zweitpublikation der Neuen Klostergeschichte Wettingen . Er entstand im Rahmen des Kolloquiums “Geschichte in der Praxis: kommunizieren und vermitteln” im Frühjahrssemester 2025 am Historischen Seminar der Universität Zürich. Von Julian Bretschger Von Julian Bretschger Julian Bretschger studiert im Bachelor Geschichte und Soziologie. Schwerpunkte seines Studiums liegen in den Bereichen Geschlechter- und Schweizer Geschichte sowie Geschichte der Antike. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Klosterleben Kommentare

 
Museum Aargau

Julie von Effinger – Engagierte Wohltäterin und Schlossverwalterin

Zurück zum Blog 02. März 2026 Kategorien 20./21. Jh. Neuzeit Schlossgeschichten Julie von Effinger war die letzte Besitzerin von Schloss Wildegg. Als unverheiratete Frau entwickelte sie sich zu einer grossen Wohltäterin, verwaltete das Schloss und schrieb gemeinsam mit ihrer Gesellschafterin eine Chronik der Familie. Geboren wurde Julie als Pauline Adelheid Julia von Effinger am 28. Mai 1837 in Bern. Ihre Eltern waren Rudolf Effinger von Wildegg und Juliette von May von Schöftland. Als Tochter eines alten Patriziergeschlechts wurden Julie und ihre ältere Schwester Julia Sophie Pauline durch Hauslehrerinnen erzogen und gebildet. Den letzten Schliff ihrer Erziehung erhielten die Schwestern bei einem zweijährigen Pensions-Aufenthalt in Genf. Eine selbstbewusste und unverheiratete Frau Julie blieb ihr Leben lang unverheiratet. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Dass eine Ehe, die wenigen Freiheiten, die Frauen Ende 19. Jahrhundert zugestandenen wurden, noch mehr einschränkte, dürfte sie in ihrem Umfeld miterlebt haben. Ob auch ihre Gotte, die Frauenrechtlerin Julie von May von Rued, Einfluss auf sie hatte, ist unklar. Zwar blieb Julie unverheiratet, aber sie war nicht einsam. Wie andere Frauen der oberen Schicht engagierte sie eine Gesellschafterin. Während 31 Jahren lebte und arbeitete Pauline von Peyer aus Schaffhausen (1851-1943) an ihrer Seite. Zwischen den beiden entwickelten sich eine enge Freundschaft. In ihrem Testament sicherte Julie ihr ein lebenslanges Wohnrecht auf Schloss Wildegg zu sowie eine monatliche Rente. Glaube & karitatives Engagement Einen tiefen Eindruck hinterliess bei Julie von Effinger die Begegnung mit dem Erweckungsprediger Samuel Hebich, einem Missionar der Basler Mission, im Jahr 1860. Inspiriert vom Glauben fand Julie – wie viele anderen Frauen aus den oberen Gesellschaftsschichten auch – im Kontext der Erweckungsbewegung eine Möglichkeit sich sozial-karitativ zu engagieren: Auf Schloss Wildegg eröffnete sie eine Sonntagsschule, an der sie und Pauline von Peyer Unterricht erteilten. Sie leiteten einen Jungfrauenverein und besuchte Alte und Kranke. Zudem organisierte Julie im Schloss eine Weihnachtsfeier, zu der die Kinder der Umgebung eingeladen wurden. Kampf gegen den Alkoholismus Ausserdem engagierte sich Julie für die Bekämpfung der Trunksucht. Dabei war sie selber keine Abstinenzlerin und auch ihren Gästen liess sie Wein ausschenken. Im Verzicht auf Alkohol sah die sogenannte Abstinenzbewegung nicht nur die Heilung von Trinkern, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Sittlichkeit. Der übermässige Alkoholkonsum war vor allem in Folge der Industrialisierung zu einem gesellschaftlichen Problem unter der Arbeiterschaft geworden. Julie unterstützte das in diesem Kontext gegründete Blaue Kreuz finanziell und gründete 1911 die Effinger-Stiftung auf dem Kernenberg, um "Trunksucht zu steuern" und zur "sozialen Erhebung der Betroffenen beitragen. Noch heute engagiert sich die Von Effinger Stiftung um die Heilung und Resozialisierung suchtkranker Menschen. Ein Ölgemälde Damenporträt von Pauline Adelheid Julia "Julie" von Effinger aus dem 20. Jahrhundert. Schlossherrin & Nachlassverwalterin Neben ihrem karitativen Engagement unterstützte sie ihren Vater bei der Verwaltung der Schlossdomäne, die sie zusammen mit ihrer Schwester erbte. Sie galt als gute, aber auch strenge Schlossherrin, die manchmal auch mal mit dem Fernglas prüfte, ob die Gärtner zu lange Pausen einlegten. Die Schlossdomäne vermachte sie nach ihrem Tod der Schweizerischen Eidgenossenschaft. 1917 wurde das Schloss als Teil des Nationalmuseums für die Öffentlichkeit zugänglich. Seit 2011 ist das Schloss Wildegg Teil von Museum Aargau. Gemeinsam mit Pauline von Peyer trug Julie die Geschichten der Familie von Effinger zusammen und veröffentlichte sie als "Chronik der Burg Wildegg von 1584 bis 1684". Zudem verwaltete sie das Familienarchiv und bestimmte dabei, was die Nachwelt über sie erfahren soll. Ihr Leben lang schrieb Julie Tagebuch und stand im regelmässigen Austausch mit einem weiten Freundes- und Bekanntenkreis. Diese Briefe liegen im Staatsarchiv Aargau und geben einen spannenden Einblick in ihr Leben. Die Briefe zu transkribieren und der Öffentlichkeit digital zugänglich zu machen, hat sich aktuell eine Gruppe von Freiwilligen vom Museum Aargau und Bibliothek & Archiv zum Ziel gesetzt. Die Schlossdomäne Wildegg umfasst rund 93 Hektare mit 37 Gebäuden. Weitere Blogbeiträge 03. März 2025 Vom Adelssitz zum Museum: Schloss Hallwyl und Wilhelminas Vermächtnis Dass Schloss Hallwyl archäologisch erforscht und für die Öffentlichkeit zugänglich ist, verdanken wir Wilhelmina. Doch wer war diese Frau?… 23. Juni 2025 Weinbau im Wandel: Geschichte des Rebbergs von Schloss Wildegg Der Rebberg von Schloss Wildegg war über 400 Jahre im Besitz der Familie Effinger. Wie funktionierte der Weinbau im 17. und 18. Jahrhundert?… 03. August 2022 Von Weisheiten und Empfehlungen - Was die Inschriften auf Schloss Wildegg uns verraten Inschriften aus vergangenen Zeiten mögen faszinieren, erstaunen, aber auch erschaudern. Auch auf Schloss Wildegg treffen wir auf so manche… Von Dorothee Rempfer Von Dorothee Rempfer Dorothee Rempfer ist Historikerin und Leiterin Bildung & Vermittlung im Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien 20./21. Jh. Neuzeit Schlossgeschichten Kommentare

Gradian
Drei Mädchen stehen in der Ausstellung im Vindonissa Museum. Vor ihnen stehen zwei lebensgrosse Legionäre (Figuren)

Vindonissa Museum

Römische Funde aus 100 Jahren Forschung

Erleben Sie die Antike interaktiv! Das Vindonissa Museum in Brugg zeigt die wichtigsten Funde von Vindonissa, dem einzigen römischen Legionslager auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Eine Hand schiebt im Vindonissa Museum einen schwarzen Vorhang beiseite, dahinter erscheint ein Stein mit Inschrift

Drei
Highlights

Das dürfen Sie nicht verpassen  

 
Ein kräftig gebauter Gladiator mit Schild und Schwert in Siegespose, im Hintergrund viel Publikum im Amphitheater Vindonissa (Veranstaltung Römertag).

Veranstaltungen
und Führungen

Veranstaltungskalender  

 
Blick in einen Ausstellungsraum des Vindonissa Museum. Der Raum ist bevölkert mit vielen Besuchenden, in der Mitte zwei lebensgrosse Legionäre.

Ausstellungen
und Rundgänge

Originale römische Schätze  

 
Besucher*innen betreten das Vindonissa Museum mit der grossen Orangen Eingangstüre

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Ganzjährig geöffnet  

 
Luftaufnahme vom prächtigen Vindonissa Museum

Anreise: So
finden Sie uns

Anfahrt mit Auto und öV  

Tagesprogramm

  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Dies läuft am Tag Ihres Besuches

Eine Schulklasse umkreist eine Ausstellung im Vindonissa Museum
13:00 – 17:00 Uhr

Dauerausstellung zu Vindonissa

Entdecken Sie Original-Objekte aus Ausgrabungen

Ausstellung
Scheibenfibel aus Buntmetall mit farbigen Emaille-Einlagen. Eingraviert ist das Lamm Gottes – ein Sinnbild für die Auferstehung Christi.
13:00 – 17:00 Uhr

Vitrine AKTUELL

Grabsteine aus Vindonissa: Sprechende Steine und ihre Schicksale

Ausstellung
Kinder als Forscherinnen und Forscher verkleidet lösen gemeinsam ein Rätsel während ein Junge im Kittel einen Klemmbrett hält
13:00 – 17:00 Uhr

Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe!

Ab 8 Jahre – Löst Rätsel und entdeckt einen römischen Schatz

Selbständiger Rundgang
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Geeignet für
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher

Schulen, Familien und Gruppen

 
Kinder als Forscher und Forscherinnen gekleidet lehnen sich an einen spiegelnden Tisch

Für
Schulen

Führungen und selbständige Rundgänge  

 
Kinder als Forscherinnen und Forscher verkleidet begutachten die Ausstellung und lösen Rätsel (Aufnahme von Oben)

Für
Familien

Rundgänge und Familiensonntag  

 
Eine Gruppe Besucherinnen und Besucher steht in der Ausstellung vom Vindonissa Museum (in der Mitte lebensgrosse Legionäre). Eine Museumsführerin steht davor und zeigt auf die beiden Männer.

Für
Gruppen

Rundgänge und buchbare Führungen  

GESCHICHTE UND FORSCHUNG

 
Visualisierung/Animation Antikes Vindonissa

Geschichte

Das Legionslager Vindonissa in Kürze  

 
Römischer Stempel für eine Augensalbe. Objekt im Vindonissa Museum in Brugg.

Highlights der Sammlung

Entdecken Sie ausgewählte Funde  

 
Erhaltene Wasserleitungen im Legionärspfad Vindonissa

Archäologische Forschung

Immer wieder spektakuläre Funde