Museum Aargau

Johannes von Hallwyl: ein Aargauer Adliger in der Karibik

Zurück zum Blog 19. Mai 2025 Kategorie Neuzeit Johannes von Hallwyl lebte in den 1720er- und 1730er-Jahren auf Martinique und in Saint-Domingue, dem heutigen Haiti. Was trieb ihn über den Atlantik? Und was – oder wen – brachte er von dort zurück in die Heimat? Johannes wurde 1688 geboren und wuchs in einer Zeit auf, in der seine Familie nur noch einen kleinen Anteil am Stammsitz, dem Schloss Hallwyl, besass. Sein Vater war mittellos, seine Mutter eine Bauerntochter. Die einzige Aufstiegsmöglichkeit für Johannes war eine Militärlaufbahn in Fremden Diensten. So begab er sich als junger Mann nach Holland. Später liess er sich von Frankreich anwerben und kommandierte als Offizier eine Kompanie von 200 Soldaten in dessen Kolonien. Martinique gehört noch heute zu Frankreich, Saint-Domingue war nach den USA die erste Kolonie, die 1804 ihre Unabhängigkeit erkämpfte. Soldaten des Regiments Karrer, in dem auch Johannes von Hallwyl diente. Aquarell von Albert von Escher, 1741. (Bibliothek am Guisanplatz, Bern) Mit einem Schweizer Regiment in Übersee Johannes von Hallwyl diente unter dem Solothurner Franz Adam Karrer. Dieser hatte für den französischen Marineminister ein Regiment mit Söldnern aus der Eidgenossenschaft und angrenzenden Regionen aufgestellt. Das Regiment schützte Frankreichs Übersee-Kolonien und seine Handelsschiffe gegen andere europäische Mächte. In den Kolonien selbst setzte es die Unterdrückung der versklavten Menschen durch. Über neunzig Prozent der damaligen Bevölkerung von Saint-Domingue war aus Westafrika verschleppt worden und leistete Zwangsarbeit auf den Plantagen. Hinweise auf die Aufgaben von Hallwyls Soldaten in Saint-Domingue fehlen in den erhaltenen Quellen. Überliefert ist, dass das Regiment 1758 die Hinrichtung von Franswa Makandal sicherte, dem Anführer des ersten grossen Aufstands der versklavten Bevölkerung in Saint-Domingue. Zu dieser Zeit lebte Johannes bereits nicht mehr. Versklavte Menschen verarbeiten Baumwolle in Saint-Domingue. Kupferstich aus der Enzyklopädie von Denis Diderot, graviert von A. Provost, 1751. (© Alamy) Transatlantischer Handel: Kolonialwaren und Luxusgüter Als Offizier war Johannes von Hallwyl auch Unternehmer; Militär und Handel gingen Hand in Hand. Er musste seine Soldaten verpflegen und ausstatten. Daneben handelte er mit verschiedenen Waren auf eigene Rechnung. Im Lauf der Jahre hatte er sich ein Handelsnetzwerk aufgebaut, dass von der Karibik über Frankreich bis in die Eidgenossenschaft reichte. Sein wichtigster Handelspartner, der Berner Johannes Jenner, koordinierte die Geschäfte in La Rochelle an der französischen Atlantikküste. Aus den Kolonien liess Hallwyl folgende Rohstoffe verschiffen: Tabak Zucker Kaffee Baumwolle Indigo (ein blauer Farbstoff) Kakao Schildpatt von Karettschildkröten Chinarinde (ein Heilmittel gegen Malaria) Dieses Necessaire aus Schildpatt gehörte Johannes‘ Sohn Albrecht Gabriel. (Schweizerisches Nationalmuseum, SH-210.15a-15f) Aus Frankreich und aus der Eidgenossenschaft bestellte Hallwyl Konsumgüter für die Oberschicht in Saint-Domingue: Tuch und verschiedene Stoffe aus Leinen und Baumwolle Tischtücher, Servietten, Taschentücher Schuhe, Strümpfe, Hemden, Hauben Broschen und Manschettenknöpfe ein Säbel Greyerzer- und Parmesankäse, Schabziger Kandierte Früchte und Süssigkeiten Kirsch und Liköre Medizinische Essenzen Gewürze, z.B. Kümmel Kerzen Korkenzieher Schrank- und Kommodenschlösser Der Kapitän des Schiffs «Le Fier» transportiert im Auftrag Hallwyls unter anderem Tischwäsche und Käse. (Staatsarchiv Bern, Familienarchiv von Hallwyl, A 110, Nr. 15. © Museum Aargau) Zurück in der Heimat – Wiedererlangung der Familienehre 1737 verliess Johannes von Hallwyl Saint-Domingue, um das Familienerbe anzutreten. Als Soldoffizier hatte er in der Kolonie zur Oberschicht gehört. In der Heimat musste er sich diese Stellung erarbeiten – mit seinem Vermögen aus dem Kolonialhandel und dem Aufbau neuer Beziehungen. Vor Gericht erstritt er das Schloss Hallwyl zurück und heiratete danach in die mächtige Berner Patrizierfamilie von Diesbach ein. Er unterstützte die Militärkarriere seines Verwandten Franz Josef von Hallwyl. Diesem gelang es 1752, kurz vor Johannes‘ Tod, das Regiment Karrer zu übernehmen. Es bestand als Regiment Hallwyl bis 1763. Johannes von Hallwyl und seine vierzig Jahre jüngere Ehefrau, Bernhardine Elisabeth von Diesbach, gemalt von einem unbekannten Künstler nach der Hochzeit 1743. (Schweizerisches Nationalmuseum, SH-183 und SH-179) Mutmassliche Sklaven auf Schloss Hallwyl? Als Hallwyl zurückkehrte, brachte er nicht nur Muscheln, Pelzkleider und Papageien mit, sondern liess auch seinen Diener Joseph und einen Schwarzen Jungen nachkommen. Beide waren höchstwahrscheinlich versklavt. Möglicherweise verbrachte das Kind sein Leben auf Schloss Hallwyl: Ein Enkel von Johannes von Hallwyl erwähnt in einem Brief im Jahr 1800 einen «Schwarzen Mann», den er mit einer Einladung für Heinrich Pestalozzi nach Burgdorf geschickt habe. Der Junge, den Johannes 1737 aus Saint-Domingue mitgenommen hatte, wäre zu diesem Zeitpunkt ein alter Mann gewesen. Womöglich befinden sich im umfangreichen Archiv der Familie von Hallwyl weitere Hinweise auf das Schicksal der beiden Menschen aus Saint-Domingue. An seinem Lebensende 1753 hatte Johannes sein Vermögen aufgebraucht, aber die Ehre der Familie war wieder hergestellt. NEUES BUCH Zwischen der Karibik und dem Aargau Johannes von Hallwyl (1688-1753) in den französischen Kolonien Weitere Beiträge 03. März 2025 Vom Adelssitz zum Museum: Schloss Hallwyl und Wilhelminas Vermächtnis Dass Schloss Hallwyl archäologisch erforscht und für die Öffentlichkeit zugänglich ist, verdanken wir Wilhelmina. Doch wer war diese Frau?… 29. Juni 2021 Wie kam ein Helm aus dem Orient nach Lenzburg? Die Sammlung Museum Aargau enthält wertvolle Gegenstände aus aller Welt. Wie kam, dass dieser kunstvolle orientalische Helm nach Schloss… 02. September 2021 Einblick ins Familienarchiv Hallwyl: Ein Pachtvertrag und haufenweise Mist Ein Pachtvertrag aus dem Familienarchiv Hallwyl gibt Einblick in die Landwirtschaft des Schlosshofs am Ende 18. Jahrhundert und in die… Von Sarah Caspers Von Sarah Caspers Sarah Caspers ist Geschichtsvermittlerin im Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Neuzeit Kommentare

 
Legionärspfad Vindonissa

Räume mieten

Räume buchen Datum wählen Ab dem 1. Januar des aktuellen Jahres sind Buchungsanfragen für das darauffolgende Jahr möglich. Ihre Auswahl Übersicht schliessen Buchungsliste Sie können bis zu drei Angebote gleichzeitig anfragen. Weiter Veranstaltungsart Trauung Ziviltrauung Freie Trauung Kirchliche Trauung Business-Anlass Kulturelle Veranstaltung Feier Steh-Apéro Bankett Kapazität Filter entfernen Für diese Filterkriterien konnten leider keine Angebote gefunden werden. Legionärspfad Vindonissa Buchbar von April bis Oktober Maximal 100 Personen Klosterscheune mit Hofareal Flexibles Angebot mit Innen- und Aussenbereich für Bankett, Apéro und kulturelle Veranstaltungen Zur Liste hinzufügen Maximal 350 Personen Klosterscheune Bankett, Apéro und kulturelle Veranstaltungen Zur Liste hinzufügen

 
Museum Aargau

Einpflanzen mit Plan: Tipps für gutes Anwachsen

Zurück zum Blog 05. Mai 2025 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Im Frühling locken Gärtnereien mit prachtvollen Sträuchern, Bäumen und Blumen. Vor dem Einpflanzen lohnen sich Planung und etwas Geduld. Tipps zum Einpflanzen und Anwachsen aus dem Wildegger Schlossgarten. Vor dem Kauf neuer Pflanzen ist Planung wichtig: Wo soll die Pflanze stehen – und erfüllt dieser Ort die Bedingungen, welche die Pflanze braucht? Ist genug Sonne vorhanden? Oder weht zu starker Wind? © Pixabay / Schauhi Neue Pflanzen sollten zudem langsam an ihr neues Zuhause im Freien gewöhnt werden. Denn die meisten Pflanzen kommen im Frühjahr direkt aus dem Gewächshaus. Mit den folgenden Tipps gelingt die Anwachsphase. Tipps für die Anwachsphase Akklimatisieren: Stellen Sie die Pflanze nach dem Kauf für ein paar Tage in den Halbschatten. So kann sie sich an Sonne und Wetter gewöhnen. Grosszügiges Pflanzloch: Graben Sie das Loch doppelt so gross wie den Wurzelballen. Die Erde um das Loch mit der Grabgabel lockern. Boden anreichern: Die Erde um das Pflanzloch kann mit etwas Kompost angereichert werden. Verwenden Sie jedoch noch keinen Dünger oder frischen Mist. Wurzel wässern: Den Wurzelballen vor dem Einpflanzen in Wasser tauchen. Richtig einsetzen: Die Pflanze sollte so tief ins Loch, wie sie im Topf aus der Gärtnerei stand. Hohlräume vermeiden, Wurzeln brauchen Kontakt mit der Erde. Einschwemmen: Nach dem Pflanzen gut angiessen, auch bei Regenwetter. Stützen: Höhere Sträucher oder junge Bäume mit einem Stab sichern. So können die Wurzeln auch bei Wind ungestört anwachsen. Die Anwachsphase der Pflanze kann mehrere Wochen dauern. Sie ist vorbei, sobald die Pflanze sichtbar wächst. Achten Sie in dieser Zeit auf gleichmässige Feuchtigkeit der Erde. Nach dieser Anwachsphase kann gedüngt werden – je nach Pflanzenart und Bedarf. 15. Mai 2020 So gelingt die Wildblumen-Wiese für Bienen Verwöhnen Sie die Bienen in ihrem Garten mit einem Festbankett vor der Tür – und zwar in Form einer Wildblumenwiese mit einheimischen Arten.… 22. Februar 2023 Sanfte Pflege von Sträuchern Im Garten geht die Arbeit bekanntlich nie aus. Gartenfreunde neigen jedoch manchmal dazu, zu stark in die Natur einzugreifen. Oft ist… 23. Juli 2021 Insekten und andere Krabbeltiere: die kleinen Nützlinge im Garten Käfer, Spinnen und Insekten im Allgemeinen werden oft mit gemischten Gefühlen betrachtet. Jedoch sind viele von ihnen als Nützlinge… Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
Museum Aargau

Römer-Quiz: Welche Rolle in der römischen Legion passt zu Ihnen?

Zurück zum Blog 13. Mai 2025 Kategorien Römerzeit Quiz & Spiele Römische Geschichten aus Vindonissa Sind Sie eher ein entschlossener Centurio – oder ein tapferer Legionär in der ersten Reihe? Lösen Sie das Quiz und finden Sie heraus, welche Rolle Sie in der römischen Legion spielen würden! Personalities Fusssoldat miles gregarius centurio medicus signifer Weitere Quiz 23. März 2023 Quiz: Haben Sie das Potential zum Legionär? Nicht jeder Dahergelaufene konnte römischer Legionär werden. Was denken Sie? Haben Sie das Potential zum römischen Legionär? Machen Sie den… 04. Oktober 2022 Quiz: Was wissen Sie über den Alltag der Legionäre? Waren Sie vielleicht im früheren Leben Legionär? Testen Sie in diesem Quiz Ihr Wissen über den Alltag der Legionäre im alten Rom. 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Quiz & Spiele Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
Vindonissa Museum

Führungen für Gruppen

Das Vindonissa Museum bietet für Gruppen buchbare Führungen an. Auf selbständigen Touren entdecken Sie zudem das Museum auf eigene Faust. Tauchen Sie in die Zeit der Römer ein oder unternehmen Sie eine Erlebnistour durch die Archäologie: Das Vindonissa Museum bietet für Gruppen buchbare Führungen an. Sie können das Vindonissa Museum sowie den römischen Garten (nur Sommerhalbjahr) zudem auf selbständigen Touren entdecken. Diese Angebote sind teilweise auch in anderen Sprachen buchbar (auf Anfrage). Vergünstigungen für Gruppen Gedruckte Broschüren für Gruppen bestellen Kontakt Beratung & Verkauf +41 (0)848 871 200 E-Mail senden Telefonische Erreichbarkeit Dienstag bis Freitag 9-12 Uhr / 13-16:30 Uhr November bis März nur vormittags WEITERE ANGEBOTE UND TIPPS Apéro im Museum Essen und Trinken Häufig gestellte Fragen FAQ Download Broschüre "Angebote für Gruppen" Impressionen

 
Vindonissa Museum

Café und Apéro

Das Café lädt Sie während Ihres Besuchs zu einer Pause im Obergeschoss des Museums ein. Der Eintritt ins Café ist frei. Unser Angebot im Selbstbedienungsbereich umfasst warme und kalte Getränke. Apéro: römisch oder modern Das Vindonissa Museum bietet in Kombination mit einer gebuchten Führung Kaffee und Gipfeli (im Café) sowie köstliche Apéros (im römischen Garten oder Obergeschoss des Museums) an. Ob römisch oder eher modern: Wir offerieren auf Anfrage Köstlichkeiten für jeden Geschmack. Einen Hochgenuss versprechen die Weine der Vindonissa-Winzer. Räume mieten Download Bistro-Angebote für Gruppen

 
Museum Aargau

Die Rückenspritze "Tip Top" der Birchmeier AG

Zurück zum Blog 01. Mai 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Die Aargauer Fabrik Birchmeier & Cie. war Pionierin in der Herstellung unterschiedlicher Spritzen. Im Blog präsentieren wir ein Exemplar der Rückenspritze "Tip Top" aus dem Jahr 1959. Die Blechwarenfabrik Birchmeier & Cie. wurde 1876 in Künten im Kanton Aargau gegründet. Das in der Metallwaren- und Lampenproduktion tätige Unternehmen entwickelte 1889 die erste Rebenspritze und verkaufte 1929 die erste Motorspritze. 1936 brachten sie die ersten Rückenspritzen auf den Markt, welche noch heute als "Birchmeierspritzen" bekannt sind. Die Rückenspritze "Tip Top" ist Teil der Sammlung Museum Aargau. © Museum Aargau 1997 wurden der Firmensitz und die Produktion ins benachbarte Stetten verlegt. Das Unternehmen wirtschaftet heute erfolgreich in über 40 Ländern und wurde 2004 mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Der Stempel "P 59" steht für das Baujahr (1959) und den Arbeiter, der die Spritze konfektioniert und montiert hat (in diesem Fall unbekannt). Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Kommentare

 
Museum Aargau

Diplomat des Kaisers: Graf Ulrich IV. von Lenzburg

Zurück zum Blog 14. April 2025 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Graf Ulrich IV. von Lenzburg war ein Spitzendiplomat des Mittelalters. Im Namen von Königen und Kaisern reiste er durchs Land, handelte Verträge aus und nahm an Kriegen teil. Eine Aufsteigergeschichte des 12. Jahrhunderts. Game of Thrones ganz real: die Kaiserkrone des römisch-deutschen Reiches. Bildnachweis: Reichskrone CSvBibra, Weltliche Schatzkammer Wien (190)2, CC-PDM 1.0. Ulrich IV., Graf zu Lenzburg, bewegte sich zeitlebens in der Nähe deutscher Könige und Kaiser. Die Lenzburger Grafen waren dem Geschlecht der Staufer loyal ergeben und bildeten ein Gegengewicht zu vielen aufstrebenden Geschlechtern (wie etwa den papstnahen Zähringern), die ebenfalls die Macht im Land anstrebten. Erster Aufstieg zur Macht: König Konrad III., an dessen Hof Ulrich schon eine bedeutende Rolle spielte. Bildnachweis: König Konrad III. Miniatur aus der Kölner Königschronik (13. Jahrhundert), Brüssel, Königliche Bibliothek, Ms. 467, fol. 64v. Von Hof zu Hof: der Aufstieg von Graf Ulrich IV. Ulrichs Geburt ist nicht datiert, sie muss aber irgendwann vor 1125 gewesen sein. Zehn Jahre später taucht sein Name bereits in einem königlichen Umfeld auf: 1136‒37 nahm er teil am Italienfeldzug von Kaiser Lothar III., wobei er den Staufer Konrad kennenlernte. Als Konrad später König wurde (Konrad III.), nahm Ulrich an seinem Hof erstmals eine hervorgehobene Stellung ein. Vermutlich waren die beiden sogar befreundet. Zur Familie des Königs gehörte auch dessen Neffe, Friedrich. Mit diesem pflegte Ulrich eine enge Freundschaft, die sein weiteres Leben massgeblich prägte. Ein Kaiser zum Freund: Friedrich I., besser bekannt als Barbarossa, in vollem Ornat mit Kaiserkrone. Bildnachweis: Miniatur aus der Welfenchronik (Kloster Weingarten, 1179‒1191). Heute Landesbibliothek Fulda. Im Zenit der Macht: Dienst unter Friedrich I. Barbarossa Friedrich trat schliesslich die Nachfolge als König an und Ulrich wurde einer seiner engsten Ratgeber. Als Vertrauter des Königs wurde er mit Kriegszügen sowie speziellen diplomatischen Diensten beauftragt. Einer dieser Dienste beinhaltete zum Beispiel die Aushandlungen mit dem Papst über die Bedingungen zur Kaiserkrönung von Friedrich. 1145/55 war es dann so weit: Ulrich begleitete Friedrich zu seiner Kaiserkrönung nach Rom, für die er im Vorfeld alle diplomatischen Register gezogen hatte. Von da an lenkte dieser als Kaiser Friedrich I. (besser bekannt als "Barbarossa") die Geschicke des Reiches – mit Ulrich an seiner Seite. Somit war der Lenzburger im Zentrum der Macht des Reiches angekommen. Rückzug aus dem Kaiserdienst In den 1160er-Jahren verliert sich Ulrichs Spur in den schriftlichen Zeugnissen. Er scheint sich vom Hof zurückgezogen zu haben und konzentrierte sich mehr auf die Verwaltung und juristischen Belange der Besitztümer seiner eigenen Familie. Die letzte erhaltende Urkunde, die Ulrich unterzeichnete, wurde 1170 ausgestellt. Die neuen Aufsteiger auch Dank des Erbes Ulrichs: die Habsburger. Bildnachweis: Ausschnitt aus der Digitalisierung der Züricher Wappenrolle (Original), abrufbar auf der Webseite des Schweizer Projektes e-codices. Tod und Vermächtnis: Das Ende der Grafen von Lenzburg Am 5. Januar 1173 starb Ulrich IV. von Lenzburg. Mit ihm endete das Geschlecht der Grafen von Lenzburg. Er vermachte sein gesamtes Vermögen und seinen Besitz an seinen Freund, den Kaiser. Sechs Wochen nach Ulrichs Tod, um den 20.2.1173, traf Friedrich I. Barbarossa zusammen mit einem grösseren Tross an Fürsten, Bischöfen und Herzögen auf Schloss Lenzburg ein, um über die Erbschaft zu verfügen und Abschied von seinem Freund zu nehmen. Grosse Teile des Besitzes sowie das Schloss Lenzburg gingen an Friedrichs Sohn Otto über, der ab 1180 den Titel ‘Graf von Lenzburg’ trug. Den Rest der Ländereien übergab der Kaiser an das aufstrebende Haus der Habsburger, die damit ihren Machtbereich erheblich erweitern konnten. Aber das ist eine andere Geschichte … Weitere Blogbeiträge 12. Mai 2022 Die Falknerei im Mittelalter Die Falknerei war im Mittelalter ein beliebtes Hobby adeliger Männer. Aber war die Falknerei lediglich eine adelige Spielerei – oder eben… 30. Juni 2023 Quiz: Welcher Mittelalterberuf passt zu Ihnen? Wären Sie Bauer, Bäuerin oder Ritter? Oder würden Sie eher ins Kloster gehen? 23. August 2023 Spielleute im Mittelalter Spielleute waren die Unterhaltungskünstlerinnen und -künstler des Mittelalters schlechthin. Kein Fest oder Jahrmarkt fand ohne sie statt.… Von Lea Schieback Von Lea Schieback Lea Schieback ist Kuratorin im Team Ausstellungen von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Kommentare

 
Museum Aargau

Rosen richtig schneiden

Zurück zum Blog 01. April 2025 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Im April ist der richtige Zeitpunkt, um Rosen zurückzuschneiden. Ein paar einfache Tipps und Tricks garantieren kräftiges Wachstum und eine reiche Blüte im Sommer. Laut einer alten Gärtnerregel sollten Rosen geschnitten werden, sobald die Forsythien blühen. Dies ist – je nach Wetter – ab Mitte März bis Mitte April der Fall. Dann schädigt auch leichter Frost die zarten Austriebe nicht mehr. © Pixabay / kiyu_01 Rosen schneiden: So geht's Bei den Rosen unterscheiden wir verschiedene Gruppen, jedoch gilt für alle: Altes, krankes oder dürres Holz sowie schwache Triebe werden weggeschnitten. Auch sogenannte Wildtriebe, die unterhalb der Veredlungsstelle wachsen, gehören weg – am besten nicht abgeschnitten, sondern direkt abgerissen. Beim Schnitt ist darauf zu achten, dass keine Stummel stehen bleiben. Schneiden Sie zudem unmittelbar oberhalb des Auges (Austrieb). Vergabelungen werden nach Möglichkeit weggeschnitten. Beim Schnitt von Edelrosen, Beetrosen, Miniaturrosen, mehrmals blühenden Strauchrosen und Stammrosen lassen wir vier bis fünf kräftige Triebe stehen, die auf drei bis fünf Augen gekürzt werden. Einmalblühende Kletterrosen werden als einzige Gruppe erst nach der Blüte im Juli/August geschnitten. Alle Triebe, welche geblüht haben, werden auf ca. 20 Zentimeter eingekürzt. Die Haupttriebe bleiben stehen, zwei bis drei alte Triebe dürfen an der Basis entfernt werden. Bodendeckerrosen brauchen nicht jedes Jahr einen Schnitt – es reicht, sie alle zwei bis drei Jahre kräftig zurückzuschneiden, ähnlich wie Beetrosen. Nach dem Schnitt der Dünger Da Rosen starkzehrende Pflanzen sind, sollten diese nach dem Schnitt gedüngt werden. Sie benötigen rund 100 Gramm Rosendünger pro Quadratmeter. Der Boden im Beet sollte vor dem Düngen gelockert werden. Bedecken Sie schliesslich nach dem Düngen den Boden mit ca. einem Zentimeter Kompost. So sind Ihre Rosen bestens gepflegt für die neue Saison! 13. April 2021 Kleine Rosenkunde – Übersicht der Sorten Rosen sind mit ihrer Blütenpracht nicht zu übertrumpfen. Für jeden Geschmack findet sich die passende Sorte. Eine kleine Rosenkunde mit der… 16. März 2022 Kleine Rosenkunde II: Richtig Rosen schneiden "Rosen schneiden oder nicht schneiden?" - Das ist die Frage, die sich so mancher Hobbygärtner jeden Frühling aufs Neue stellt. Doch dieses… 19. Dezember 2023 Die Christrose Die Christrose blüht von Dezember bis März und ist robust gegen Kälte und Schnee. Trotzdem gilt es einiges zu beachten. Der Gartentipp aus… Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
Museum Aargau

Vindonissa

MUSEUMSSTANDORTE IN VINDONISSA Legionärspfad Vindonissa Der Römer-Erlebnispark bietet Spiel-/Themen-Touren, Events, römische Übernachtungen, Führungen und vieles mehr. Vindonissa Museum Das Vindonissa Museum in Brugg zeigt die wichtigsten Funde von Vindonissa, dem einzigen römischen Legionslager der Schweiz.

Gradian
Aussenaufnahme Schloss Hallwyl

Schloss Hallwyl

Kultur- und
Naturerlebnis

Schloss Hallwyl ist eines der schönsten Wasserschlösser der Schweiz. Die Schlossanlage liegt idyllisch im Naturschutzgebiet des Hallwilersees.

PLANEN SIE IHREN BESUCH

 
Eine Besuchergruppe mit Foxtrail-Anhängern, im Hintergrund Schloss Hallwyl

Drei
Highlights

Das dürfen Sie nicht verpassen  

 
Eine mittelalterlich gekleidete Magd steht in einem eingerichteten Wohnzimmer im Museum von Schloss Hallwyl

Ausstellungen
und Rundgänge

Bau- und Familiengeschichte  

 
Brücke zum wunderschön Schlosshof Schloss Hallwyl

Öffnungszeiten und
Eintrittspreise

Geöffnet von April bis Oktober  

 
Luftaufnahme von Schloss Hallwyl mit Hallwilersee im Abendlicht

Anreise: So
finden Sie uns

Anfahrt mit Auto und öV  

Tagesprogramm

  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
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  • Einzelbesucher

Dies läuft am Tag Ihres Besuches

Nachtaufnahme von Schloss Hallwyl mit Aabach, rechts eine grosse Leinwand mit einer Filmszene (ein küssendes Paar).
18:30 – 23:30 Uhr

Coop Open Air Cinema

Kinogenuss in einzigartiger Schlossatmosphäre

Veranstaltung
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Schulen, Familien und Gruppen

 
Workshop "Feste Burg Schloss Hallwyl" Kinder haben zusammen spass im Schwertkampf mit Zinnen im Hintergrund

Für
Schulen

Buchbare Führungen und Workshops  

 
Ein Bub und ein Mädchen sitzen mit Kopfhörern in einem kleinen Schiff in der Ausstellung von Schloss Hallwyl. Der Bub blickt direkt in die Kamera.

Für
Familien

Geheime Ecken und Kindergeburtstag  

 
Führung auf Schloss Hallwyl: Eine Besuchergruppe steht auf einer Brücke zwischen Hof und dem Eingang zu Schloss Hallwyl, unter der Brücke Wasser des Schlossgrabens und ein Boot.

Für
Gruppen

Buchbare Führungen und Workshops  

Schloss Hallwyl in 49 Sekunden

FEIERN UND GENIESSEN

 
Blick von oben auf den Aussenbereich des Cafés von Schloss Hallwyl. An den Tischen im Schlosshof sitzen Besucherinnen und Besucher. Das Wetter ist sommerlich.

Essen und
Trinken

Angebote im Schlossbistro  

 
Ein Hochzeitspaar schreitet durch eine Festgesellschaft, die vor Schloss Hallwyl Spalier steht.

Räume
mieten

Feiern auf dem Schloss  

GESCHICHTE UND SAMMLUNG

 
Historische Aufnahme vom Schloss Hallyl

Geschichte

800 Jahre Schlossgeschichte  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

Sammlung

Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

Sammlung online

Objekte digital entdecken