Museum Aargau

Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte

Zurück zum Blog 16. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Schätze aus der Sammlung Mit dem dritten Band seiner Reihe "Aargauer Industriegeschichten" rückt Museum Aargau ein bislang wenig beachtetes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Entdecken Sie in diesem Blogbeitrag fünf ausgewählte Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte. Der Kanton Aargau gehört unbestritten zu den bedeutendsten Industriekantonen der Schweiz. Neben Maschinen‑, Metall‑, Elektro‑, Textil‑ und Schuhindustrie zählen auch Nahrungs‑, Getränke‑ und Tabakproduktion zu seinen wichtigen Wirtschaftszweigen

 
Schloss Wildegg

Vortrag: Reisen in der Belle Époque

Preis Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung Nicht erforderlich 0 Spannende Reise durch eine Zeit des Aufbruchs Schloss Wildegg bietet im Rahmen des Schweizer Schlössertages 2026 mit dem Vortrag "Reisen in der Belle Époque" spannende Einblicke in eine Zeit des Aufbruchs, als Dampfschiffe, Eisenbahnen, Kutschen, frühe Automobile und auch das Fahrrad neue Freiheiten eröffneten. Der Vortrag von Gabriela Gehrig, Historikerin und Geschichtsvermittlerin Museum Aargau, wird begleitet mit zeitgenössischen Fotografien und Reiseberichten aus den Jahren zwischen 1880 und 1914. Um 13 und 15 Uhr finden

 
Museum Aargau

Feste im Mittelalter: Höfische Festkultur und Tafelfreuden

Zurück zum Blog 29. Mai 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Vor allem die höfische Festkultur bot Raum für prunkvolle Inszenierungen und soziale Begegnungen. Zu feierlichen Hoftagen am königlichen Hof wurden ausschliesslich geladene Gäste empfangen, die wichtige Ämter innehatten. Schon die Einladungen konnten die königliche Repräsentation sichtbar machen: So thront König Rudolf I. von Habsburg mit Zepter und Reichsapfel auf seinem Königssiegel, wie ein Siegelabguss aus dem 13. Jh. belegt. Obwohl Siegel erst

 
Museum Aargau

Kleine Kugel, grosse Welt: Der Globus von Schloss Wildegg

Zurück zum Blog 23. September 2026 Kategorie Neuzeit Hinter den kleinformatigen Welt- und Himmelskugeln stecken sowohl astronomische Vorstellungen wie auch historische Entdeckungen und handwerkliches Knowhow. Aber seit wann gibt es eigentlich Globen? Wie wurden diese hergestellt und was war ihr Verwendungszweck? Der Globus von Schloss Wildegg gibt Anlass, diesen und mehr Fragen auf den Grund zu gehen. Auffällig ist er nicht, der kleine Globus von Schloss Wildegg. Mit einem Durchmesser von lediglich 12,5 cm ist er sogar kleiner als die meisten anderen Globen. Wer das Schloss bereits einmal

 
Museum Aargau

"Walther Bürsten bürsten gut" – Zahnpflege mit dem Chefkurator

Zurück zum Blog 25. Juni 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Den Werbeslogan "Walther Bürsten bürsten gut, Walther Bürsten bürsten besser" kannte wohl jedes Kind. Chefkurator Rudolf Velhagen präsentiert in der Sammlung von Museum Aargau ein Bürsten-Set der ehemaligen Bürstenfabrik Walther in Oberentfelden AG Dieser Bekanntheitsgrad ist kein Wunder: Beim Besuch des Walther-Museums in der "Alten Bürsti" in Oberentfelden wurde mir bewusst, dass es für fast jede Lebenssituation irgendeine Bürste gibt. Dabei bilden Zahnbürsten (gewöhnliche und elektrische), WC-Bürsten, Schuhbürsten,

 
Museum Aargau

Quiz: Wären Sie ein Showtalent des Mittelalters?

Zurück zum Blog 09. Oktober 2026 Kategorien Mittelalter Quiz & Spiele Das Leben der Spielleute im Mittelalter war frei, unstet, laut, klangvoll und voller Begegnungen. Doch hätten Sie sich in dieser Welt wohlgefühlt? Machen Sie den Test und finden Sie heraus, ob das Leben der Spielleute zu Ihnen gepasst hätte. Am Ende des Quiz haben Sie die Möglichkeit, an unserer Verlosung teilzunehmen. Zu gewinnen gibt es 1 × 2 Tickets für die Veranstaltung " Trümpi-Festival: Mautrommel-Konzert " am 24. Oktober 2026 auf Schloss Hallwyl. Personalities Ja, ziemlich sicher Vielleicht Eher nicht Trümpi-Festival

 
Museum Aargau

Angebote Klosterjahr 2027

Erleben Sie im Museum Aargau vielfältige Angebote zum kantonalen Klosterjahr 2027. Museum Aargau entführt gleich an mehreren Museumsstandorten in die faszinierende Welt der Klöster. Thematische Angebote finden auf der Klosterhalbinsel Wettingen, im Kloster Königsfelden sowie auf Schloss Lenzburg statt. Auf dem Programm stehen neue Ausstellungen, Vortragsreihen, Konzerte und Talks mit spannenden Persönlichkeiten. Klosterjahr 2027 Der Kanton Aargau feiert 2027 zwei Jubiläen: 1000 Jahre Kloster Muri, 800 Jahre Kloster Wettingen. Das Klosterjahr 2027 lädt dazu ein, in die klösterliche Welt im

 
Museum Aargau

Licht ins Dunkel: Das farbige Mittelalter

Zurück zum Blog 08. Juli 2026 Kategorien Mittelalter Historische Kleidung Trug man im Mittelalter nur graue und braune Kleidung? Weit gefehlt! Eine Hommage an die Farbigkeit dieser Epoche. Das Klischee des "dunklen Mittelalters" hält sich in der breiten Bevölkerung und in der medialen Kultur hartnäckig – zum Frust von Historikerinnen und Historikern sowie anderen, welche sich mit dieser Epoche differenzierter auseinandersetzen. Wenn man im alltäglichen Kontext etwas als "mittelalterlich" bezeichnet, ist dies negativ geprägt und soll "rückständig" ausdrücken. Allerdings war das Mittelalter

 
Museum Aargau

5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

 
Schloss Lenzburg

Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung

Sonderausstellung Saison 2025/2026 Preis Im Eintritt inbegriffen 0 Sonderausstellung zur Pionierrolle in der Schweizer Museumspädagogik Schloss Lenzburg beleuchtet 2025/2026 in einer Sonderausstellung seine Pionierrolle in der Geschichtsvermittlung. Vor 50 Jahren arbeiteten hier erstmals Museumspädagoginnen und -pädagogen spielerisch mit Kindern – ein Novum in der Schweiz. In der kleinen Ausstellung "Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung" erzählen Pionierinnen und Pioniere, wie sie ab 1975 Geschichte zum Erlebnis für alle Sinne machten – mit feuerspeienden Drachen, verkleideten Gräfinnen

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Museumsblog

Frisches Bier im passenden Bierhumpen

Mit den ersten frischeren Tagen im Herbst beginnen zahlreiche Volksfeste. Seien dies Erntedankfeste, Winzerfeste oder andere Anlässe wie das berühmte Oktoberfest. Dabei wird in der Regel viel Bier getrunken. Zum authentischsten Biergenuss gehört das richtige Gefäss, darunter der Bierhumpen aus Steingut.

Der klassische Bierhumpen mit Deckel hat seinen Ursprung im 16. Jahrhundert im deutschen Sprachraum. Nach der Pest wimmelte es in Mitteleuropa von lästigen und oft todbringenden Insekten-Schwärmen. Deswegen gab es im frühen 16. Jahrhundert in vielen Fürstentümern des Heiligen Römischen Reiches den Erlass, dass zum Schutz vor den gefährlichen Insekten sämtliche Essens- und Getränkebehälter abgedeckt werden müssen. Als Antwort auf dieses Gesetz entstand der Bierhumpen mit Deckel.

Herstellungsmaterialien des Bierhumpens

Das bei weitem am häufigsten verwendete Material dieser Bierhumpen war poröses Steingut. Manchmal wurden auch hölzerne Becher genutzt. Metallbehälter und solche aus Glas, waren für den allgemeinen Gebrauch jedoch zu teuer. Die Bierhumpen wurden oft mit Schildern und historischen, allegorischen und biblischen Szenen verziert.

Der Bierhumpen im Wandel der Zeit

Als die Trinkgefässe-Gesetze im 19. Jahrhundert nicht mehr in Kraft waren, hatte die lange Tradition des Bierhumpens mit Deckel ein Ende. So kehrte man zu einem Becher oder einem originalen Bierkrug ohne Deckel zurück. In den frühen 1800er-Jahren wurde der Bierhumpen aus Steingut seltener, da die Vorliebe der Leute deutlich bei Glas und Zinn lagen. Dies änderte sich wieder in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Steinzeug das vorherrschende Material für die aufwendig dekorierten Bierhumpen wurde. Dies unter anderem aufgrund der Tradition der Reservistenkrüge. Diese individuell beschrifteten und bunt bemalten und bedruckten Behälter wurden für entlassene Rekruten als Erinnerungsstücke an ihre Militärzeit angefertigt. 

Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges und die dafür benötigen Materialien und Arbeitskräfte kam die Herstellung von Bierhumpen quasi zum Erliegen. Heute werden Bierhumpen mit Deckelverschluss seltener verwendet, da sich der praktischere Bierkrug aus Glas und ohne Deckel durchgesetzt hat. Vor allem mit Gravuren versehene Bierhumpen bleiben jedoch als Sammlerobjekte oder Souvenirs weiterhin geschätzt. 

Bierhumpen der renommierten Brauerei Salmenbräu im Museum Aargau

Ein in der Sammlung Museum Aargau aufbewahrter klassischer Bierhumpen stammt von der Brauerei Salmenbräu aus Rheinfelden und ist um das Jahr 1950 zu datieren. Dieser mitsamt Deckel stolze 16 cm hohe Bierhumpen hat einen Durchmesser von 8,5 cm. Auf der vorderen Seitenfläche befindet sich eine Gravur mit einem roten sechszackigen Stern, der von Pflanzenranken und Blättern umschlungen ist. In der Mitte des Sterns ist ein Fisch zu erkennen, welcher auf den Namen der Brauerei anspielt. Dieser Bierhumpen kam 2018 als Teil eines Konvoluts einer Aargauer Privatsammlung in die Sammlung Museum Aargau.

Die Anfänge der Braustätte Salmenbräu

Der Name der Brauerei «Salmenbräu» stammt von der ursprünglichen Gastwirtschaft «zum Salmen», die im Jahr 1799 vom Schweizer Schweinehändler Franz Joseph Dietschy (1770–1842) übernommen wurde. Diese Gastwirtschaft hatte ein eigenes Braurecht und braute nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für andere Wirte und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer bedeutenden «Braustätte».

Wachstum und Wettbewerb: Salmenbräu und Feldschlösschen

Mit der Zeit reichte das Absatzgebiet des Rheinfelder Urbräu bis nach Aarau, Basel, Liestal und Schopfheim. Der Sohn von Joseph Dietschy kaufte 1854 als erster Brauer der Schweiz eine Dampfmaschine, womit er die Herstellung industrialisierte.

1884 verlegte die Brauerei «zum Salmen» ihre Produktion an ihren definitiven Standort am Rheinufer westlich der Altstadt. Ebenfalls in Rheinfelden war acht Jahre zuvor die Brauerei Feldschlösschen gegründet worden, die fast ein Jahrhundert lang zu den grössten Konkurrenten zählte.

Von Salmenbräu zur Cardinal Brauerei

1900 erfolgte schliesslich die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und die Brauerei nannte sich dann Salmenbräu. Die Brauerei Salmenbräu trat 1971 der Sibra-Holding bei und zwei Jahre später wurde dann ein Teil der Produktion des Cardinal-Biers von Fribourg nach Rheinfelden verlagert. 1978 verschwand die Marke Salmenbräu schliesslich aus marktstrategischen Gründen: Die Brauerei Salmen trug nun die Bezeichnung Cardinal Brauerei Rheinfelden.

1991 trat die Sibra-Holding schliesslich der Feldschlösschen-Gruppe über, die zu der Carlsberg-Group gehörte. Die Fabrikanlage der ehemaligen Brauerei Salmenbräu hatte am 6. September 2002 den letzten Produktionstag. Das Areal blieb danach über ein Jahrzehnt ungenutzt. Es entstand eine Wohnsiedlung, wobei ein Teil der alten Fabrikanlage erhalten blieb und neu genutzt wurde.

Tradition bewahrt: Die Brötlibar Salmen in der Altstadt von Rheinfelden

Heute befindet sich die originale Gastwirtschaft immer noch in der Altstadt von Rheinfelden (Brötlibar Salmen). Auf der Wandmalerei der Fassade befindet sich das Firmenzeichen der ehemaligen Brauerei, welches in einer ähnlichen Form auch auf dem Bierhumpen zu sehen ist.

Weitere Blogbeiträge

Von Cedric Zbinden

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Hallo Bierfreunde,

unter www.historische-brauereien-ag.ch

gibt`s noch vieles Historisches über die Bierbrauereien im Aargau

Mit Biergrüssen

Fritz de Bierbrauierei-Forscher vom Aargau

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