Legionärspfad Vindonissa

Helvetier und Römer

Führung für Gruppen 60 Auf den Spuren der Helvetier in Vindonissa und in der heutigen Schweiz Bevor das römische Legionslager errichtet wurde, stand in Vindonissa eine befestigte Siedlung der Helvetie

 
Schloss Hallwyl

Wilhelmina, die Sammlerin

Szenische Führung für Gruppen 40 Szenische Führung im Kostüm: Wilhelmina von Hallwyl (1844-1930) Seit rund 100 Jahren ist Schloss Hallwyl ein Museum. Die letzte Schlossbesitzerin, Wilhelmina von Hallw

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Diskussionslabor: Fragen von heute ans Kloster von damals

Diskussionslabor für Schulen Geeignet für 4. bis 6. Klasse 90 4. bis 6. Klasse - Gesucht: Antworten auf Lebensfragen Nach einer kurzen Einführung ins Klosterleben dreht sich im Parlatorium – dem "Arch

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Diskussionslabor: Frage am Sonntag

60 Gesprächsrunde im "Archiv der Fragen" Im Parlatorium der Klosterhalbinsel Wettingen laden Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wettingen für eine Stunde zum Diskutieren ein. Sie philosophiere

 
Vindonissa Museum

Römertag Vindonissa 2026

420 Wagenrennen, Gladiatoren und viel Spektakel beim Amphitheater Vindonissa Erleben Sie am Römertag Vindonissa rasante Wagenrennen und dramatische Gladiatorenkämpfe: Beim Amphitheater Windisch treten

 
Schloss Hallwyl

Saisoneröffnung Museum Aargau 2026: Feste feiern!

120 Start in die Saison 2026 mit mittelalterlicher Musik Museum Aargau startet mit einem feierlichen Eröffnungsanlass in die Saison 2026. Auf Schloss Hallwyl spielt mittelalterliche Musik auf – wer Lu

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Heilkräuter-Workshop im Klostergarten

120 Heilpflanzen kennenlernen und einen eigenen Heiltrunk herstellen Erleben Sie mit allen Sinnen die Heilkraft in den historischen Gärten der Klosterhalbinsel Wettingen. Der Workshop beginnt mit eine

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Heilpflanzen früher und heute

60 Heilpflanzen im Medizinalgarten entdecken Die Naturheilpraktikerin und Phytotherapeutin Jeannine Blum nimmt Sie mit auf einen sinnlichen Rundgang zum Medizinalgarten und Krankenhaustrakt des Kloste

 
Schloss Habsburg

Schlosswirtin Alice Mattenberger schenkt ein

45 Szenische Führung mit der letzten Bewohnerin der Habsburg Die legendäre Schlosswirtin Alice Mattenberger (1901-1988) wohnte als Letzte im Schloss. 45 Jahre lang verköstigte sie ihre Gäste nicht nur

 
Sammlungszentrum Egliswil

Helle Nacht: Leuchtkraft aus Turgi

50 Spezialführungen zu Leuchten der Broncewarenfabrik Turgi (BAG) Museum Aargau bietet anlässlich der 6. Hellen Nacht zwei Spezialführungen durch das Sammlungszentrum Egliswil an. Der Eintritt ist fre

Gradian

Museumsblog

Das Schmiedehandwerk der Römer: Vom Eisenerz zum fertigen Gladius

Eisen war zentral für den Alltag der Legionäre, auch in Vindonissa. Vom Rohstoff Eisenerz zum Endprodukt – beispielsweise einem Kurzschwerzt (gladius) – brauchte es mehrere Schritte. Wie funktionierte das Schmiedehandwerk im Römischen Reich und was ist dazu bekannt?

Ohne Eisen hätte der Alltag in einem Legionslager wie Vindonissa nicht funktioniert. Viele Ausrüstungsgegenstände der Legionäre wie das Kurzschwert (gladius) oder die Nägel unter den Schuhen (caligae) waren aus Eisen, das Gleiche galt für zentrale Alltagsgegenstände wie Schlüssel oder medizinisches Werkzeug aus Eisen. 

Die Wichtigkeit des Schmiedehandwerks im imperium romanum wird auch durch den Status des römischen Gottes Vulcanus unterstrichen. Er war der Gott der Schmiede, des Feuers und der Metallhandwerker und zählte zu den zwölf wichtigsten Gottheiten im Römischen Reich.

Vom Eisenerz zum Rohmaterial: Eisengewinnung im Rennofen

Eisen kommt in der Natur selten in reiner Form vor, sondern tritt als Eisenerz in Verbindung mit Sauerstoff auf. Um mehr oder weniger reines Eisen zu bekommen, musste der Sauerstoff erst aus den Erzen herausgelöst werden. Experimente zeigen, dass man dazu in römischer Zeit einen Rennofen verwendete. 

  1. Der Ofenschacht wurde schichtweise mit Holzkohle und Eisenerz gefüllt und auf 1200-1300 Grad Celsius erhitzt.
  2. Die Holzkohle verbrannte, Kohlenmonoxid (CO) entstand, band den Sauerstoff im Erz und entwich als CO2.
  3. Die Einführung des Blasebalgs in römischer Zeit steigerte die Temperatur. Doch auch damit blieb die Temperatur zu tief, um das Eisen ganz flüssig zu erhalten. Es rann stattdessen einfach langsam in den Ofenherd.
  4. Zusammen mit Holzkohle und Schlacke, die oftmals noch sehr eisenhaltig war, jedoch wegen niedrigen Temperaturn nicht schmolz, bildete es die sogenannte Luppe.
  5. Die noch glühende Luppe wurde durch Hämmern zu einem kompakten Barren geformt. Holzkohlen- und Schlackenreste wurden durch diesen Prozess grösstenteils entfernt.

Wo genau in der Schweiz das Eisen fürs Legionslager Vindonissa produziert wurde, ist nicht bekannt. Erzlagerstätten sind zwar in grossen Teilen des Aargauer Juras vorhanden, jedoch wurden bis heute keine Verhüttungsplätze gefunden. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass das Eisen von dort stammte. Zudem wurde Eisen im Fernhandel gehandelt.

Exkurs: Von Eisen zu Stahl

Eisen und Stahl werden oft als Synonyme verwendet, obwohl es nicht genau dieselben Materialien sind. Eisen in Reinform ist sehr weich. Erst durch das Zusetzen von Kohlenstoff wird Eisen zäher und beständiger und schliesslich zu Stahl. Aktuell sind zwei Varianten der Stahlherstellung in römischer Zeit bekannt:

  1. War das Eisenerz bereits manganhaltig, war das Beisetzen von Kohlenstoff bereits während des Verhüttungsprozesses im Rennofen möglich.
  2. Bei der sogenannten "Zementation" wurde Holzkohle oder anderes organisches Material auf das reine Eisen gelegt und dicht mit Lehm eingepackt. Beim Erhitzen des Pakets auf 1000 Grad Celsius über mehrere Stunden drang der Kohlenstoff in die oberflächennahen Schichten des Eisens ein.

Erst dann wurde das nun mit Kohlenstoff versetzte Eisen zur Weiterverarbeitung verwendet.

Vom Eisen zum gladius: Hammer, Amboss und Zange

In den Essen eine so hohe Temperatur zu erreichen wie heute, war im Römischen Reich unmöglich. Eisen konnte darum nur geschmiedet, aber nicht vollständig geschmolzen, geschweige denn gegossen werden.

Auf einem Amboss wurde das heisse Metall mit gezielten Hammerschlägen in die richtige Form gebracht. Die wichtigsten Werkzeuge eines Schmiedes waren Hammer, Amboss und Zange. Hämmer hatten eine breite Schlagfläche ("Bahn") und auf der gegenüberliegenden Seite eine schmale "Finne", mit der das Metall gebreitet wurde. Diese in römischer Zeit typische Hammerform ist bei Schmiedinnen und Schmieden bis heute beliebt.

Schmiedezangen waren in römischer Zeit meist mit grossen, gerundeten Backen versehen. Diese Zange war die Universalform, neben der es spezielle Formen für ganz bestimmte Werkstücke gab. Sowohl Hämmer als auch Zangen wurden in Vindonissa gefunden. Mit Hilfe dieser Werkzeuge und der Kunstfertigkeit der Schmiede entstanden aus dem Stahl ein gladius, Schuhnägel und vieles mehr.

Schmieden in römischer Zeit: Die Schmieden von Vindonissa

In der antiken Literatur findet sich kaum etwas zur Schmiedetechnik oder zum Aufbau einer römischen Schmiede. Dafür werden viele verschiedene Schmiedeberufe genannt: Der Schwertschmied (gladiarius), der Nagelschmied (clavarius) oder der Panzerschmied (loricarius). Das Schmiedehandwerk war in römischer Zeit also sehr spezialisiert.

Auch in Vindonissa fanden sich Spuren des Schmiedehandwerks. So wird etwa auf einer Weihinschrift aus dem Legionslager ein Schwertschmied namens Tiberius Iulius Agilis erwähnt. Es muss also eine Schmiede im Legionslager selbst gegeben haben.

Archäologische Funde beweisen zudem, dass es in der zivilen Siedlung vor den Toren des Legionslagers auch Schmieden gegeben hatte. In diesen wurden Alltagsgegenstände für die Zivilbevölkerung, aber auch Objekte fürs Legionslager produziert.

Weitere Informationen, wie eine römische Schmiede ausgesehen haben könnte, liefern uns zudem Wandmalereien, Steinreliefs und andere Bildquellen. Diese stammen meist aus dem Süden und können daher nicht eins zu eins auf römische Gebiete nördlich der Alpen übertragen werden, da sich dort die römisch-italische Kultur mit der Tradition der einheimischen Bevölkerung vermischte. Trotzdem liefern diese Bilder heute noch spannende Details über Werkzeuge oder die Konstruktion einer Esse.

Römisches Schmiedehandwerk: Eine Spurensuche

Obwohl wir heute vieles über das römische Schmiedehandwerk nicht wissen, lassen archäologische Funde, bildliche Überlieferungen und experimentelle Archäologie Rückschlüsse darauf zu, wie die Eisengewinnung und der weitere Prozess funktioniert haben könnten. Auf Basis dieser Spuren wurde im Legionärspfad Vindonissa eine römische Schmiede rekonstruiert. Dort kann man selbst zu Hammer und Zange greifen und das römische Schmiedehandwerk authentisch erleben.

 

Jeden Samstag im Legionärspfad Vindonissa

Römisch Schmieden

Erleben Sie in 2er-Gruppen authentisch das römische Schmiedehandwerk

Literaturverzeichnis

  • Museum Aargau, Vindonissa, Legionärspfad Vindonissa (Hrsg.): Römisches Schmiedehandwerk. Begleitbroschüre zur rekonstruierten Schmiede im Legionärspfad Vindonissa. 2024.
  • Mutz, Alfred: Römisches Schmiedehandwerk. Augster Museumshefte Nr. 1, 1976.
Von Simona Schraner

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