Klosterhalbinsel Wettingen

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Erleben Sie auf der Klosterhalbinsel Wettingen interaktive Ausstellungen und Touren. Die Angebote eignen sich für Erwachsene, Familien und Schulen. Ob mit Kopfhörer, auf einer Rätseltour oder mit der

 
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Rosalia signorum: Frühlingsfest in den römischen Legionen

Zurück zum Blog 31. März 2026 Categories Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Am 12. April 2026 feiert der Legionärspfad Vindonissa sein Eröffnungsfest . Im Fokus steht die rosalia signorum ,

 
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Historia

Audio-Tour Preis Museumseintritt Dauer der ganzen Tour ca. 75 Minuten 0 Eine Reise durch das Kloster mit 21 Stationen Entdecken Sie das Kloster Wettingen auf der Audiotour “Historia”. 21 Stationen füh

 
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Kloster und Geschichte

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Parlatorium

Diskussionslabor Preis Museumseintritt Anmeldung Nicht erforderlich (für Schulen empfohlen) Hunderte Fragen in einem Raum Das um 1600 erbaute Parlatorium war einer der wenigen Klosterräume, in denen f

 
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Kreuzgang

Dauerausstellung Preis Museumseintritt 0 Ort der Meditation mit bedeutendem Glasscheibenzyklus Der gut erhaltene Kreuzgang mit seinen romanischen und gotischen Masswerken vermittelt einen Eindruck von

 
Kloster Königsfelden

Glasfenster-Tour

30 Wissenswertes zu den Glasfenstern mit Königin Agnes und Baumeister Odo Begleiten Sie Baumeister Odo und Königin Agnes zu den berühmten Glasfenstern im Kloster Königsfelden. Auf dieser Audio-Tour er

 
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Garten-Tour

Preis Der Eintritt in die Gärten ist kostenlos 0 Fünf Stationen mit Wissenswertem aus Vergangenheit und Gegenwart Die Klostergärten waren früher wichtige Lebensräume. Erfahren Sie auf diesem Rundgang

 
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Museumsblog

Das Schmiedehandwerk der Römer: Vom Eisenerz zum fertigen Gladius

Eisen war zentral für den Alltag der Legionäre, auch in Vindonissa. Vom Rohstoff Eisenerz zum Endprodukt – beispielsweise einem Kurzschwerzt (gladius) – brauchte es mehrere Schritte. Wie funktionierte das Schmiedehandwerk im Römischen Reich und was ist dazu bekannt?

Ohne Eisen hätte der Alltag in einem Legionslager wie Vindonissa nicht funktioniert. Viele Ausrüstungsgegenstände der Legionäre wie das Kurzschwert (gladius) oder die Nägel unter den Schuhen (caligae) waren aus Eisen, das Gleiche galt für zentrale Alltagsgegenstände wie Schlüssel oder medizinisches Werkzeug aus Eisen. 

Die Wichtigkeit des Schmiedehandwerks im imperium romanum wird auch durch den Status des römischen Gottes Vulcanus unterstrichen. Er war der Gott der Schmiede, des Feuers und der Metallhandwerker und zählte zu den zwölf wichtigsten Gottheiten im Römischen Reich.

Vom Eisenerz zum Rohmaterial: Eisengewinnung im Rennofen

Eisen kommt in der Natur selten in reiner Form vor, sondern tritt als Eisenerz in Verbindung mit Sauerstoff auf. Um mehr oder weniger reines Eisen zu bekommen, musste der Sauerstoff erst aus den Erzen herausgelöst werden. Experimente zeigen, dass man dazu in römischer Zeit einen Rennofen verwendete. 

  1. Der Ofenschacht wurde schichtweise mit Holzkohle und Eisenerz gefüllt und auf 1200-1300 Grad Celsius erhitzt.
  2. Die Holzkohle verbrannte, Kohlenmonoxid (CO) entstand, band den Sauerstoff im Erz und entwich als CO2.
  3. Die Einführung des Blasebalgs in römischer Zeit steigerte die Temperatur. Doch auch damit blieb die Temperatur zu tief, um das Eisen ganz flüssig zu erhalten. Es rann stattdessen einfach langsam in den Ofenherd.
  4. Zusammen mit Holzkohle und Schlacke, die oftmals noch sehr eisenhaltig war, jedoch wegen niedrigen Temperaturn nicht schmolz, bildete es die sogenannte Luppe.
  5. Die noch glühende Luppe wurde durch Hämmern zu einem kompakten Barren geformt. Holzkohlen- und Schlackenreste wurden durch diesen Prozess grösstenteils entfernt.

Wo genau in der Schweiz das Eisen fürs Legionslager Vindonissa produziert wurde, ist nicht bekannt. Erzlagerstätten sind zwar in grossen Teilen des Aargauer Juras vorhanden, jedoch wurden bis heute keine Verhüttungsplätze gefunden. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass das Eisen von dort stammte. Zudem wurde Eisen im Fernhandel gehandelt.

Exkurs: Von Eisen zu Stahl

Eisen und Stahl werden oft als Synonyme verwendet, obwohl es nicht genau dieselben Materialien sind. Eisen in Reinform ist sehr weich. Erst durch das Zusetzen von Kohlenstoff wird Eisen zäher und beständiger und schliesslich zu Stahl. Aktuell sind zwei Varianten der Stahlherstellung in römischer Zeit bekannt:

  1. War das Eisenerz bereits manganhaltig, war das Beisetzen von Kohlenstoff bereits während des Verhüttungsprozesses im Rennofen möglich.
  2. Bei der sogenannten "Zementation" wurde Holzkohle oder anderes organisches Material auf das reine Eisen gelegt und dicht mit Lehm eingepackt. Beim Erhitzen des Pakets auf 1000 Grad Celsius über mehrere Stunden drang der Kohlenstoff in die oberflächennahen Schichten des Eisens ein.

Erst dann wurde das nun mit Kohlenstoff versetzte Eisen zur Weiterverarbeitung verwendet.

Vom Eisen zum gladius: Hammer, Amboss und Zange

In den Essen eine so hohe Temperatur zu erreichen wie heute, war im Römischen Reich unmöglich. Eisen konnte darum nur geschmiedet, aber nicht vollständig geschmolzen, geschweige denn gegossen werden.

Auf einem Amboss wurde das heisse Metall mit gezielten Hammerschlägen in die richtige Form gebracht. Die wichtigsten Werkzeuge eines Schmiedes waren Hammer, Amboss und Zange. Hämmer hatten eine breite Schlagfläche ("Bahn") und auf der gegenüberliegenden Seite eine schmale "Finne", mit der das Metall gebreitet wurde. Diese in römischer Zeit typische Hammerform ist bei Schmiedinnen und Schmieden bis heute beliebt.

Schmiedezangen waren in römischer Zeit meist mit grossen, gerundeten Backen versehen. Diese Zange war die Universalform, neben der es spezielle Formen für ganz bestimmte Werkstücke gab. Sowohl Hämmer als auch Zangen wurden in Vindonissa gefunden. Mit Hilfe dieser Werkzeuge und der Kunstfertigkeit der Schmiede entstanden aus dem Stahl ein gladius, Schuhnägel und vieles mehr.

Schmieden in römischer Zeit: Die Schmieden von Vindonissa

In der antiken Literatur findet sich kaum etwas zur Schmiedetechnik oder zum Aufbau einer römischen Schmiede. Dafür werden viele verschiedene Schmiedeberufe genannt: Der Schwertschmied (gladiarius), der Nagelschmied (clavarius) oder der Panzerschmied (loricarius). Das Schmiedehandwerk war in römischer Zeit also sehr spezialisiert.

Auch in Vindonissa fanden sich Spuren des Schmiedehandwerks. So wird etwa auf einer Weihinschrift aus dem Legionslager ein Schwertschmied namens Tiberius Iulius Agilis erwähnt. Es muss also eine Schmiede im Legionslager selbst gegeben haben.

Archäologische Funde beweisen zudem, dass es in der zivilen Siedlung vor den Toren des Legionslagers auch Schmieden gegeben hatte. In diesen wurden Alltagsgegenstände für die Zivilbevölkerung, aber auch Objekte fürs Legionslager produziert.

Weitere Informationen, wie eine römische Schmiede ausgesehen haben könnte, liefern uns zudem Wandmalereien, Steinreliefs und andere Bildquellen. Diese stammen meist aus dem Süden und können daher nicht eins zu eins auf römische Gebiete nördlich der Alpen übertragen werden, da sich dort die römisch-italische Kultur mit der Tradition der einheimischen Bevölkerung vermischte. Trotzdem liefern diese Bilder heute noch spannende Details über Werkzeuge oder die Konstruktion einer Esse.

Römisches Schmiedehandwerk: Eine Spurensuche

Obwohl wir heute vieles über das römische Schmiedehandwerk nicht wissen, lassen archäologische Funde, bildliche Überlieferungen und experimentelle Archäologie Rückschlüsse darauf zu, wie die Eisengewinnung und der weitere Prozess funktioniert haben könnten. Auf Basis dieser Spuren wurde im Legionärspfad Vindonissa eine römische Schmiede rekonstruiert. Dort kann man selbst zu Hammer und Zange greifen und das römische Schmiedehandwerk authentisch erleben.

 

Jeden Samstag im Legionärspfad Vindonissa

Römisch Schmieden

Erleben Sie in 2er-Gruppen authentisch das römische Schmiedehandwerk

Literaturverzeichnis

  • Museum Aargau, Vindonissa, Legionärspfad Vindonissa (Hrsg.): Römisches Schmiedehandwerk. Begleitbroschüre zur rekonstruierten Schmiede im Legionärspfad Vindonissa. 2024.
  • Mutz, Alfred: Römisches Schmiedehandwerk. Augster Museumshefte Nr. 1, 1976.
Von Simona Schraner

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