Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der

 
Museum Aargau

Schreibmaschine "Swissa Junior" von August Birchmeier's Söhne

Zurück zum Blog 30. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten Schreibmaschinen als Instrument für die Textverarbeitung eine immer wichtigere Rolle. In der Schweiz und im Kanton Aargau wurde diese Entwicklung von der Schreibmaschinenfabrik August Birchmeier's Söhne entscheidend mitgeprägt. © Museum Aargau Schreibmaschine mit Schutzkoffer Das Metallgehäuse der in der Mitte der 1950er-Jahre hergestellten Schreibmaschine (9 cm x 31 cm x 27 cm) mit gerundeten Ecken ist hellblau lackiert. Die abgeschrägte Abdeckung wird oberhalb der Tasten von

 
Museum Aargau

5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

 
Museum Aargau

Licht ins Dunkel: Das farbige Mittelalter

Zurück zum Blog 08. Juli 2026 Kategorien Mittelalter Historische Kleidung Trug man im Mittelalter nur graue und braune Kleidung? Weit gefehlt! Eine Hommage an die Farbigkeit dieser Epoche. Das Klischee des "dunklen Mittelalters" hält sich in der breiten Bevölkerung und in der medialen Kultur hartnäckig – zum Frust von Historikerinnen und Historikern sowie anderen, welche sich mit dieser Epoche differenzierter auseinandersetzen. Wenn man im alltäglichen Kontext etwas als "mittelalterlich" bezeichnet, ist dies negativ geprägt und soll "rückständig" ausdrücken. Allerdings war das Mittelalter

 
Schloss Lenzburg

Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung

Sonderausstellung Saison 2025/2026 Preis Im Eintritt inbegriffen 0 Sonderausstellung zur Pionierrolle in der Schweizer Museumspädagogik Schloss Lenzburg beleuchtet 2025/2026 in einer Sonderausstellung seine Pionierrolle in der Geschichtsvermittlung. Vor 50 Jahren arbeiteten hier erstmals Museumspädagoginnen und -pädagogen spielerisch mit Kindern – ein Novum in der Schweiz. In der kleinen Ausstellung "Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung" erzählen Pionierinnen und Pioniere, wie sie ab 1975 Geschichte zum Erlebnis für alle Sinne machten – mit feuerspeienden Drachen, verkleideten Gräfinnen

 
Schloss Wildegg

Museumswald

Museumswald Preis Eintritt frei Ort Der Museumswald befindet sich oberhalb des Spielplatzes bei Schloss Wildegg 0 Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert Der Museumswald von Schloss Wildegg zeigt die Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert: als Speisekammer, Holzlieferant, Weidefläche und Jagdrevier. Kern des Museumswaldes ist die Waldweide. Im Früh- und Spätsommer grasen hier Geissen, wie vor 200 Jahren. Führungen und Workshops lassen diese historische Waldnutzung lebendig werden und beleuchten die heute so aktuellen Themen Biodiversität und Naturschutz. Museumswald auf Schloss

 
Museum Aargau

Memory-Spiel: Die Bewohnerinnen und Bewohner von Schloss Lenzburg

Zurück zum Blog 04. August 2026 Kategorien 20./21. Jh. Quiz & Spiele Bevor Schloss Lenzburg in öffentliche Hand überging, lebten dort zahlreiche faszinierende Persönlichkeiten – von Künstlerinnen und Industriellen bis hin zu einem Polarforscher. In unserem Memory-Spiel lernen Sie einige davon kennen. Finden Sie alle Bewohnerinnen und Bewohner? ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Saison 2026 Künstlerinnen, Industrielle und ein Polarforscher Die illustren Privatbesitzerinnen und -besitzer von Schloss Lenzburg Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale

 
Museum Aargau

So machten es die Römer: Toga binden – mit Video

Zurück zum Blog 24. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Der Legionskommandant von Vindonissa zeigt euch im Video, wie die Römer eine toga drapieren. Die toga Das wichtigste Kleidungsstück im Römischen Reich war die toga , die üblicherweise weiss war. Getragen wurde sie von allen Männern, die das römische Bürgerrecht besassen. Das unterscheidet römische Bürger klar von Sklaven, Verbannten und Barbaren. Das Tuch war etwa 5 bis 6 Meter breit. Da der Legionskommandant legatus legionis , kurz Legat, dem Senatorenstand angehörte, trug er eine toga , die mit einem Purpurstreifen

 
Schloss Hallwyl

Dauerausstellung

Dauerausstellung Preis Museumseintritt Bau- und Familiengeschichte des Adelsgeschlechts von Hallwyl Wer hat auf Schloss Hallwyl gelebt? Wie haben die Herren von Hallwyl für Recht und Ordnung gesorgt? Und wie haben die Bediensteten gelebt und gearbeitet? Die Dauerausstellung im Schloss gibt Einblick in die Bau- und Familiengeschichte sowie in die verschiedensten Lebensbereiche von Adel und Untertanen. Die Themenbereiche reichen von der Landwirtschaft und der Fischerei über mittelalterliche Arzneimittel bis hin zum damaligen, auf der Religion basierenden Weltbild. Audiovisuelle Shows, ein Audioführer

 
Museum Aargau

Gemeinschaft und Identität – Feste in bürgerlichen Kreisen

Zurück zum Blog 03. September 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Auch abseits der Höfe spielten Feste eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben. In Dörfern und Städten förderten sie das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch und gemeinsame Traditionen. Während sich Obrigkeiten aufgrund ihrer Adelstitel bei Festen zusammenfanden, lag bürgerlichen Festen meist ein gemeinsamer Beruf oder ein geteiltes Interesse zugrunde. Im Spätmittelalter schlossen sich städtische Handwerker vermehrt zu Zünften zusammen, um

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Museumsblog

Ein ausgestorbenes Natur-Spektakel: Seegfrörni auf dem Hallwilersee

Samstag, 7. Februar 1427: Weite Teile Europas sind unter klirrender Kälte erstarrt. Seit Wochen herrscht im Aargau Frost. Nun ist auch das Eis auf dem Hallwilersee dick genug, dass Ritter Rudolf III. von Hallwyl es betreten kann. Als Herr über Schloss und Herrschaft Hallwyl nutzte er die Seegfrörni, um den See zu vermessen.

In diesem Blog-Beitrag erfahren Sie die faszinierende Geschichte des Ritters aus einer Zeit, als die Winter noch richtig kalt waren.

Rudolfs Vermessungsaktion

In einem so genannten Rodel – kein Schlitten, sondern ein Verzeichnis, das im Familienarchiv im Staatsarchiv Bern liegt – verrät der Schreiber einige Details über Rudolfs Unternehmung: Der Ritter habe die Aktion persönlich geleitet, obwohl er schon auf 60 Jahre zugehe. Rudolf beauftragte seine Magd Ita, den Hilfs-Priester von Seengen, Bruder Konrad, sowie seinen "Renner" (wohl ein Bote Rudolfs), ein Bursche namens Ungren, den See abzuschreiten. 

Das Quartett nahm am 7. Februar 1427 die Eisfläche unter die Füsse, vom Schloss Hallwyl südwärts bis nach Mosen. Am Sonntag erholte man sich bei der Messe in der Burgkapelle, um am Montagabend, dem Tag von Sankt Apollonia, den See auch noch in der Breite abzuschreiten, von Meisterschwanden hinüber nach Birrwil. Sie zählten 28'500 Schuh in der Länge und 5350 Schuh in der Breite.

Stellen wir uns diese Beschreitung der Eisfläche vor: Ritter Rudolf auf seinem stämmigen Pferd an der Spitze, Ita und Ungren abwechselnd im Gänsemarsch, Bruder Konrad auf einer klapprigen Stute, alle fünfzig Fusslängen einen Strich in seine hart gefrorene Wachstafel ritzend.

Zurück am warmen Ofen im Schloss Hallwyl notierte Bruder Konrad: «In dem Jor als man zalt von Gottes Geburd vierzehen hundert Jor und siben und zwenzig Jor do wz der See uberfroren und do mas min Her Ruodolf von Hallwil Ritter den See». Bestimmt verlief die Vermessungs-Aktion ganz anders als hier beschrieben. Sicher ist nur, dass es kalte Füsse gab.

Das Schuhwerk

Es ist zu hoffen, dass das Fussvolk bei der Seevermessung unter den Schuhen Holzpantinen – so genannte Trippen – trug, die auf dem Eis etwas griffiger waren und besser vor Kälte schützten. Schuhe waren damals wendgenäht: Der Schuster vernähte Schuhoberbau und Sohle über einen Leisten gestülpt auf der Lederinnenseite. Um den fertigen Schuh zu wenden, musste die Sohle biegsam sein. Sohlen waren also dünn und schnell durchgelaufen – so wie die unten abgebildete. 

Hallwilersee: 2% Schrumpfung in 600 Jahren

Ignorieren wir der Einfachheit halber die unterschiedlichen Schuhgrössen von Ita und Ungren und nehmen ein Schuhmass von 30 Zentimetern an, was etwa dem historischen Längenmass des Berner Schuhs entspricht, dann betragen die Strecken 8,55 Kilometer in der Länge und 1,6 Kilometer in der Breite. 

Rudolfs Seevermessung kommt auf eine etwas grössere Ausdehnung als heute: Der Hallwilersee ist gegenwärtig nur noch 8,4 Kilometer lang und 1,5 Kilometer breit. Vorausgesetzt, Rudolfs Masse sind verlässlich, schrumpfte der See in den letzten 600 Jahren in seiner längsten Ausdehnung um zwei Prozent. 1921 betrug die maximale Seelänge noch 8,5 km. Die Verlandung des Sees hat sich in den letzten hundert Jahren beschleunigt.

Seevermessung als machtpolitischer Schachzug 

Warum lag Rudolf von Hallwyl überhaupt so viel daran, zu wissen, wie gross sein See ist? Kurze Rückblende: Zwölf Jahre vor dem Marsch übers Eis, im Frühling 1415, waren eidgenössische Truppen in den habsburgischen Aargau einmarschiert. Bern nahm die Herrschaft Hallwyl ein; ein Teil der Burg brannte dabei nieder. Rudolf gelang es, seinen Besitz zu wahren, indem er die Landesherrschaft von Bern anerkannte. 

Zwischen den eidgenössischen Verbündeten herrschte keineswegs immer Einigkeit: Bern befürchtete, Luzern könnte nordwärts in die neu eroberten Gebiete des Aargaus eindringen. Die Herrschaft Hallwyl kam Bern als Pufferzone gelegen und so war es im Interesse Berns, dass Rudolf auf seine Rechte über den See pochte: Er hatte seinen Anspruch auf den See zum ersten Mal 1419 schriftlich festgehalten, kurz nachdem die Herrschaft Hallwyl an Bern gefallen war. Dieses Seerecht regelte die Befugnisse der Fischer. Hinter diesen stand das mit Bern rivalisierende Luzern. 

Ein schriftliches Dokument in Händen zu halten, versprach Rudolf eine starke Position vor Luzerner und Berner Autoritäten. Das Ergebnis der Vermessung von 1427 liess Rudolf ins Seerecht von 1419 eintragen.

Erinnerungen an den gefrorenen Hallwilersee

Damit der Hallwilersee gefriert, braucht es im Schnitt 174 Tage mit einer Temperatur von null Grad (wobei jedes weitere Minusgrad die Dauer bis zu einer Seegfrörni um einen Tag verkürzt). Wie schnell ein See gefriert, hängt aber von vielen Faktoren ab, etwa dem Witterungsverlauf oder der Seetiefe. 

Die ältere Aargauer Bevölkerung erinnert sich noch an Spaziergänge über den gefrorenen Hallwilersee in den 1980er-Jahren, an rasante Schlittschuhfahrten und vielleicht auch ans Krachen in der nächtlichen Stille, wenn das Eis seine Spannung entlud. Der jüngeren Generation ist diese Erfahrung verwehrt: Angesichts der steigenden Temperaturen sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Seen gefrieren.

 

Weitere Blogbeiträge

Von Sarah Caspers

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