Museum Aargau

Gemeinschaft und Identität – Feste in bürgerlichen Kreisen

Zurück zum Blog 03. September 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Auch abseits der Höfe spielten Feste eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben. In Dörfern und Städten förderten sie das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch und gemeinsame Traditionen. Während sich Obrigkeiten aufgrund ihrer Adelstitel bei Festen zusammenfanden, lag bürgerlichen Festen meist ein gemeinsamer Beruf oder ein geteiltes Interesse zugrunde. Im Spätmittelalter schlossen sich städtische Handwerker vermehrt zu Zünften zusammen, um

 
Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der

 
Museum Aargau

Schreibmaschine "Swissa Junior" von August Birchmeier's Söhne

Zurück zum Blog 30. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten Schreibmaschinen als Instrument für die Textverarbeitung eine immer wichtigere Rolle. In der Schweiz und im Kanton Aargau wurde diese Entwicklung von der Schreibmaschinenfabrik August Birchmeier's Söhne entscheidend mitgeprägt. © Museum Aargau Schreibmaschine mit Schutzkoffer Das Metallgehäuse der in der Mitte der 1950er-Jahre hergestellten Schreibmaschine (9 cm x 31 cm x 27 cm) mit gerundeten Ecken ist hellblau lackiert. Die abgeschrägte Abdeckung wird oberhalb der Tasten von

 
Museum Aargau

5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

 
Schloss Lenzburg

Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung

Sonderausstellung Saison 2025/2026 Preis Im Eintritt inbegriffen 0 Sonderausstellung zur Pionierrolle in der Schweizer Museumspädagogik Schloss Lenzburg beleuchtet 2025/2026 in einer Sonderausstellung seine Pionierrolle in der Geschichtsvermittlung. Vor 50 Jahren arbeiteten hier erstmals Museumspädagoginnen und -pädagogen spielerisch mit Kindern – ein Novum in der Schweiz. In der kleinen Ausstellung "Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung" erzählen Pionierinnen und Pioniere, wie sie ab 1975 Geschichte zum Erlebnis für alle Sinne machten – mit feuerspeienden Drachen, verkleideten Gräfinnen

 
Schloss Wildegg

Museumswald

Museumswald Preis Eintritt frei Ort Der Museumswald befindet sich oberhalb des Spielplatzes bei Schloss Wildegg 0 Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert Der Museumswald von Schloss Wildegg zeigt die Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert: als Speisekammer, Holzlieferant, Weidefläche und Jagdrevier. Kern des Museumswaldes ist die Waldweide. Im Früh- und Spätsommer grasen hier Geissen, wie vor 200 Jahren. Führungen und Workshops lassen diese historische Waldnutzung lebendig werden und beleuchten die heute so aktuellen Themen Biodiversität und Naturschutz. Museumswald auf Schloss

 
Museum Aargau

Licht ins Dunkel: Das farbige Mittelalter

Zurück zum Blog 08. Juli 2026 Kategorien Mittelalter Historische Kleidung Trug man im Mittelalter nur graue und braune Kleidung? Weit gefehlt! Eine Hommage an die Farbigkeit dieser Epoche. Das Klischee des "dunklen Mittelalters" hält sich in der breiten Bevölkerung und in der medialen Kultur hartnäckig – zum Frust von Historikerinnen und Historikern sowie anderen, welche sich mit dieser Epoche differenzierter auseinandersetzen. Wenn man im alltäglichen Kontext etwas als "mittelalterlich" bezeichnet, ist dies negativ geprägt und soll "rückständig" ausdrücken. Allerdings war das Mittelalter

 
Museum Aargau

Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte

Zurück zum Blog 16. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Schätze aus der Sammlung Mit dem dritten Band seiner Reihe "Aargauer Industriegeschichten" rückt Museum Aargau ein bislang wenig beachtetes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Entdecken Sie in diesem Blogbeitrag fünf ausgewählte Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte. Der Kanton Aargau gehört unbestritten zu den bedeutendsten Industriekantonen der Schweiz. Neben Maschinen‑, Metall‑, Elektro‑, Textil‑ und Schuhindustrie zählen auch Nahrungs‑, Getränke‑ und Tabakproduktion zu seinen wichtigen Wirtschaftszweigen

 
Museum Aargau

So machten es die Römer: Toga binden – mit Video

Zurück zum Blog 24. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Der Legionskommandant von Vindonissa zeigt euch im Video, wie die Römer eine toga drapieren. Die toga Das wichtigste Kleidungsstück im Römischen Reich war die toga , die üblicherweise weiss war. Getragen wurde sie von allen Männern, die das römische Bürgerrecht besassen. Das unterscheidet römische Bürger klar von Sklaven, Verbannten und Barbaren. Das Tuch war etwa 5 bis 6 Meter breit. Da der Legionskommandant legatus legionis , kurz Legat, dem Senatorenstand angehörte, trug er eine toga , die mit einem Purpurstreifen

 
Schloss Hallwyl

Dauerausstellung

Dauerausstellung Preis Museumseintritt Bau- und Familiengeschichte des Adelsgeschlechts von Hallwyl Wer hat auf Schloss Hallwyl gelebt? Wie haben die Herren von Hallwyl für Recht und Ordnung gesorgt? Und wie haben die Bediensteten gelebt und gearbeitet? Die Dauerausstellung im Schloss gibt Einblick in die Bau- und Familiengeschichte sowie in die verschiedensten Lebensbereiche von Adel und Untertanen. Die Themenbereiche reichen von der Landwirtschaft und der Fischerei über mittelalterliche Arzneimittel bis hin zum damaligen, auf der Religion basierenden Weltbild. Audiovisuelle Shows, ein Audioführer

Gradian

Museumsblog

Die Weihnachtsgeschichte im Kloster Königsfelden

Die Glasmalereien erzählen die wichtigsten Geschichten der Bibel: Die Geburt von Jesus und die Geschichte der heiligen drei Könige dürfen dabei nicht fehlen.

Im Dezember feiern die Christen die Geburt ihres Messias, des Erlösers der Menschen. Seine Geburt wurde später auch zum Start der neuen Zeitrechnung "xx Jahre nach Christi Geburt". Zusammen mit Ostern ist Weihnachten das wichtigste Fest der Christen. 

Die Geschichte der Geburt kennen wir aus der Bibel. Obwohl der Evangelist Matthäus auch darüber berichtet, wird in den Weihnachtsmessen meistens die Geschichte aus dem Evangelium des Lukas vorgelesen. Geschrieben wurde sie ca. 80 Jahre nach Christus, so genau weiss man das nicht. Was aber schnell klar wird beim Lesen: der Lukas ist ein super Erzähler! 

Wahrscheinlich hat sich der Glasmaler 1310 für die Gestaltung des Weihnachts-Chorfensters der Klosterkirche Königsfelden auch an Lukas Geschichte gehalten. Um was geht es in der Geschichte in den Glasfenstern?

Die Verkündigung

Die junge Maria erhält eines Tages Besuch von einem Engel. Er komme von Gott, erzählt er ihr, und sie sei auserwählt, den Sohn Gottes zu gebären. Im Fenster sehen wir den Engel mit den goldenen Flügeln, der zu Maria spricht. Über Maria schwebt eine Taube, die den Heiligen Geist symbolisiert (und als Gottes Atem quasi zuständig ist, dass sie schwanger wird). 

In mittelalterlicher Manier hat Maria die Bibel in der Hand und neben sich eine Lilie im Topf, welche für ihre Jungfräulichkeit steht. Leider ist die dritte Fensterbahn verloren gegangen. Ob da zu sehen war, wie Joseph von der Schwangerschaft erfuhr? Ihm war Maria als Ehefrau versprochen und laut Geschichte erschien ihm Gott im Traum, um ihn davon abzuhalten, sie zu verstossen. Wer kann Gott schon widerspreichen? Also heiratete er die schon schwangere Maria, obwohl er nicht der Vater des Kindes war. 

Die Geburt

Lukas erzählt, dass Maria und Joseph wegen der Volkszählung noch kurz vor der Geburt an seinen Heimatort reisten mussten. So wanderten sie rund 160 Kilometer von Nazareth in Galiläa nach Bethlehem in Judäa. Da sie nicht die einzigen waren, fanden sie keine Unterkunft in einer Herberge. So brachte Maria ihren Sohn in einem Stall zur Welt. Der mittelalterliche Künstler zeigt Maria und Joseph nach der Geburt. Den Stall erkennt man allerdings nur wegen des Esels und des Ochsen. Die Möblierung passt eher in einen Palast. Oder sitzt Joseph nicht auf einem Thron? 

Währenddessen lagern draussen rund um Bethlehem die Hirten mit ihren Tieren. Ein laut singender Engel berichtet den Hirten über die Geburt des Messias. Der Engel im Glasfenster ist so aufgeregt, dass er fast senkrecht aus dem Himmel stürzt. Hoffentlich hatte er einen Fallschirm zur Rettung dabei! 

Die heiligen drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland

Die Weisen aus dem Morgenland sind eine Geschichte, die Lukas nicht erwähnt. Diese wird von  Matthäus erzählt. Der Künstler der Glasfenster hat diese Geschichte perfekt in seinen Bildern eingefangen. 

Matthäus beschreibt, wie die Weisen nach Jerusalem kamen und bei König Herodes Antipas nachfragten, wo denn nun der neue König der Juden sei? Sie hätten von dessen Geburt gehört. Herodes war verwirrt, seine Frau hatte keinen Sohn geboren. Aber er war empört! Einen Konkurrenten konnte er definitiv nicht gebrauchen. So tat er ehrlich interessiert und schickte die drei Könige quasi als Spione nach Bethlehem. Sie sollten ihn umgehen mitteilen, wo dieser neue König zu Hause war. Dank eines hellen Sterns fanden die drei Weisen den Stall mit Maria, Joseph und Jesus. Sie brachten ihre Geschenke von Gold, Weihrauch und Myrrhe und beteten und dankten Gott für die Geburt des Erlösers der Welt. 

Und die drei Könige waren so so weise, Herodes nichts zu erzählen. Sie traten wohl nach dem Besuch die Heimreise an. 

Wie geht die Geschichte von Jesus weiter?

Die Heilige Familie konnte vor dem Zorn des Herodes nach Ägypten fliehen. Nach einiger Zeit kamen sie zurück nach Nazareth, wo Joseph eine Werkstatt als Schreiner hatte. Daher wird er noch heute mit einem Zollstock abgebildet, sei es auf Bildern oder Statuen in Kirchen. Oder wie im Glasfenster, wo er mit Zollstock auf dem Thron im Stall sitzt. 

Jesus Cousin war Johannes der Täufer, der als Prophet dessen Ankunft vorhergesehen hatte. Er taufte Jesus im Fluss Jordan, bevor dieser durch Galiläa, Samaria und Judäa wanderte und zu den Menschen predigte. Als er ca. 33 Jahre alt war, wurde er gefangen genommen, gefoltert, verurteilt und gekreuzigt. Nach 3 Tagen im Grab erwachte er wieder und erschien seinen Jüngerinnen im Garten. Nach einiger Zeit wurde er von seinem Vater gerufen und stieg in den Himmel auf. 

Jesus Geschichte und seine Erzählungen, Gleichnisse und Lehren wurde von mehreren Menschen aufgeschrieben und Teile davon kamen ins Neue Testament. Sie bilden die Grundlage des christlichen Glaubens auf der ganzen Welt.

Glasmalereien im Kloster Königsfelden

Die mittelalterlichen Fenster in der Klosterkirche Königsfelden wurden zwischen 1320 und 1350 hergestellt. Leider sind die Künstler dieser Fenster namentlich nicht bekannt. Sie konnten auf bestehende Motive der christlichen Geschichten zurückgreifen. Auf Altartafel, Fenstern, gestickten Kirchentüchern finden sich immer die gleichen Bildgestaltungen für die gleichen Geschichten. 

Die Gestaltung der Fenster mit Ranken, Farben und Mustern ist auch in der Klosterkirche typisch für die Zeit. Die Menschen tragen Kleider wie zur Zeit der Herstellung der Fenster. Sie sind ein wunderbares "Fenster" in die Vergangenheit!

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