Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der

 
Museum Aargau

Kleine Kugel, grosse Welt: Der Globus von Schloss Wildegg

Zurück zum Blog 23. September 2026 Kategorie Neuzeit Hinter den kleinformatigen Welt- und Himmelskugeln stecken sowohl astronomische Vorstellungen wie auch historische Entdeckungen und handwerkliches Knowhow. Aber seit wann gibt es eigentlich Globen? Wie wurden diese hergestellt und was war ihr Verwendungszweck? Der Globus von Schloss Wildegg gibt Anlass, diesen und mehr Fragen auf den Grund zu gehen. Auffällig ist er nicht, der kleine Globus von Schloss Wildegg. Mit einem Durchmesser von lediglich 12,5 cm ist er sogar kleiner als die meisten anderen Globen. Wer das Schloss bereits einmal

 
Museum Aargau

5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

 
Schloss Lenzburg

Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung

Sonderausstellung Saison 2025/2026 Preis Im Eintritt inbegriffen 0 Sonderausstellung zur Pionierrolle in der Schweizer Museumspädagogik Schloss Lenzburg beleuchtet 2025/2026 in einer Sonderausstellung seine Pionierrolle in der Geschichtsvermittlung. Vor 50 Jahren arbeiteten hier erstmals Museumspädagoginnen und -pädagogen spielerisch mit Kindern – ein Novum in der Schweiz. In der kleinen Ausstellung "Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung" erzählen Pionierinnen und Pioniere, wie sie ab 1975 Geschichte zum Erlebnis für alle Sinne machten – mit feuerspeienden Drachen, verkleideten Gräfinnen

 
Schloss Wildegg

Museumswald

Museumswald Preis Eintritt frei Ort Der Museumswald befindet sich oberhalb des Spielplatzes bei Schloss Wildegg 0 Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert Der Museumswald von Schloss Wildegg zeigt die Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert: als Speisekammer, Holzlieferant, Weidefläche und Jagdrevier. Kern des Museumswaldes ist die Waldweide. Im Früh- und Spätsommer grasen hier Geissen, wie vor 200 Jahren. Führungen und Workshops lassen diese historische Waldnutzung lebendig werden und beleuchten die heute so aktuellen Themen Biodiversität und Naturschutz. Museumswald auf Schloss

 
Museum Aargau

Schreibmaschine "Swissa Junior" von August Birchmeier's Söhne

Zurück zum Blog 30. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten Schreibmaschinen als Instrument für die Textverarbeitung eine immer wichtigere Rolle. In der Schweiz und im Kanton Aargau wurde diese Entwicklung von der Schreibmaschinenfabrik August Birchmeier's Söhne entscheidend mitgeprägt. © Museum Aargau Schreibmaschine mit Schutzkoffer Das Metallgehäuse der in der Mitte der 1950er-Jahre hergestellten Schreibmaschine (9 cm x 31 cm x 27 cm) mit gerundeten Ecken ist hellblau lackiert. Die abgeschrägte Abdeckung wird oberhalb der Tasten von

 
Museum Aargau

Gemeinschaft und Identität – Feste in bürgerlichen Kreisen

Zurück zum Blog 03. September 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Auch abseits der Höfe spielten Feste eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben. In Dörfern und Städten förderten sie das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch und gemeinsame Traditionen. Während sich Obrigkeiten aufgrund ihrer Adelstitel bei Festen zusammenfanden, lag bürgerlichen Festen meist ein gemeinsamer Beruf oder ein geteiltes Interesse zugrunde. Im Spätmittelalter schlossen sich städtische Handwerker vermehrt zu Zünften zusammen, um

 
Museum Aargau

"Walther Bürsten bürsten gut" – Zahnpflege mit dem Chefkurator

Zurück zum Blog 25. Juni 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Den Werbeslogan "Walther Bürsten bürsten gut, Walther Bürsten bürsten besser" kannte wohl jedes Kind. Chefkurator Rudolf Velhagen präsentiert in der Sammlung von Museum Aargau ein Bürsten-Set der ehemaligen Bürstenfabrik Walther in Oberentfelden AG Dieser Bekanntheitsgrad ist kein Wunder: Beim Besuch des Walther-Museums in der "Alten Bürsti" in Oberentfelden wurde mir bewusst, dass es für fast jede Lebenssituation irgendeine Bürste gibt. Dabei bilden Zahnbürsten (gewöhnliche und elektrische), WC-Bürsten, Schuhbürsten,

 
Museum Aargau

Memory-Spiel: Die Bewohnerinnen und Bewohner von Schloss Lenzburg

Zurück zum Blog 04. August 2026 Kategorien 20./21. Jh. Quiz & Spiele Bevor Schloss Lenzburg in öffentliche Hand überging, lebten dort zahlreiche faszinierende Persönlichkeiten – von Künstlerinnen und Industriellen bis hin zu einem Polarforscher. In unserem Memory-Spiel lernen Sie einige davon kennen. Finden Sie alle Bewohnerinnen und Bewohner? ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Saison 2026 Künstlerinnen, Industrielle und ein Polarforscher Die illustren Privatbesitzerinnen und -besitzer von Schloss Lenzburg Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale

 
Museum Aargau

Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte

Zurück zum Blog 16. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Schätze aus der Sammlung Mit dem dritten Band seiner Reihe "Aargauer Industriegeschichten" rückt Museum Aargau ein bislang wenig beachtetes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Entdecken Sie in diesem Blogbeitrag fünf ausgewählte Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte. Der Kanton Aargau gehört unbestritten zu den bedeutendsten Industriekantonen der Schweiz. Neben Maschinen‑, Metall‑, Elektro‑, Textil‑ und Schuhindustrie zählen auch Nahrungs‑, Getränke‑ und Tabakproduktion zu seinen wichtigen Wirtschaftszweigen

Gradian

Museumsblog

Die Entwicklung der Reiseapotheken: vom Altertum bis ins 18. Jahrhundert

Reisen war früher gefährlich und mühsam. Doch mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke konnte man sich auf die zahlreichen Gefahren vorbereiten.

Früher war Reisen ein mühsames und gefährliches Unternehmen. Die Wege waren schlecht, die Kutschen unbequem und oft führten einsame Pfade durch unbekanntes Gebiet. Die Reisenden waren damals viel grösseren Gefahren ausgesetzt als heute und hatten keine Möglichkeit, schnell Hilfe zu holen. Sich zu verletzen oder zu erkranken konnte tödlich enden. Daher war es üblich – wie teils auch heute noch –, eine Reiseapotheke für Notfälle bei sich zu haben.

Reiseapotheken im Altertum und Mittelalter

Die Apotheken jener Zeit unterschieden sich stark von modernen Vorstellungen einer Apotheke. Ähnlich wie heute enthielten die Reiseapotheken Mittel gegen Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Übelkeit sowie Hilfsmittel gegen Bisse oder Floh- und Wanzenstiche. Reiseapotheken existieren in verschiedenen Formen bereits seit der Antike (ein Beispiel wäre Plinius Schrift Medicina Plinii aus dem 4. Jahrhundert, welche bis ins Mittelalter verbreitet war). Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich die Form der Reiseapotheke erheblich – von Kräuterbüchern und kunstvoll gestalteten, schweren Truhen hin zu kleinen kompakten Taschen, Boxen oder wasserdichten Beuteln.

Reisen im Altertum und Mittelalter

Reisen waren lang, da Pferde oder gar Kutschen für die meisten Leute zu teuer waren. Vielfach waren Reisen – so etwa bei Wallfahrten – religiös motiviert. Ab der Römerzeit reisten insbesondere Pilger, Geschäftsleute oder Soldaten. Auch das gewöhnliche Volk war unterwegs, allerdings vor allem, um Seuchen oder Kriegen zu entkommen. Dank des ausgebauten Strassennetzes der Römer war das Reisen im Vergleich zu früheren Zeiten einfacher. Im Mittelalter verschlechterte sich jedoch der Zustand der römischen Strassen, sodass Reisen auf unebenen Feldwegen erfolgten.

Bildungsreisen im 18. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert war das Reisen und das Kennenlernen fremder Länder besonders in Europa sehr verbreitet. Adelige und wohlhabende Bürger begaben sich auf Bildungsreisen (Grand Tour), um die Kultur und Kunst Europas zu entdecken. Florenz, Rom, Venedig, Nizza und Paris standen auf der Reiseroute der Grand Tour. Die Reisenden auf einer Grand Tour führten in der Regel viel Gepäck mit, darunter auch die Reiseapotheke, um eine komfortable und sichere Reise zu gewährleisten. In Reiseapotheken des 18. Jahrhunderts findet man oft kleine Glasfläschchen mit Mitteln zur Behandlung von Krankheiten und sogar chirurgische Instrumente, sofern man sich diese leisten konnte. Gebildete Leute verfügten zusätzlich über ein Kräuter- oder Arzneibuch, um die Arzneimittel selbst herstellen zu können. 

Die mysteriöse Truhe der Sammlung Museum Aargau

In der Sammlung Museum Aargau befindet sich eine Reiseapotheke des 18. Jahrhunderts, deren Eigentümer unbekannt ist. Auf den ersten Blick und in geschlossenen Zustand erscheint sie wie eine geheimnisvolle Schatztruhe, welche Betrachterinnen oder Betrachter einlädt, sie zu öffnen und ihren Inhalt zu entdecken. Diese kunstvolle und elegante Reiseapotheke zeigt typische Merkmale der Reiseapotheken des 17. und 18. Jahrhunderts. Sie ist in Form einer Truhe gestaltet und aus Holz gefertigt, das mit Leder überzogen ist. Die Apotheke enthält zudem typische Arzneimittel jener Zeit.

Inhalt der Reiseapotheke

In der Reiseapotheke der Sammlung Museum Aargau befinden sich neun Phiolen aus weissem Glas, die unterschiedlich gross sind. Sie enthalten fast alle noch originales Pulver oder Pillen und sind mit Leder abgebunden und beschriftet. Auf dem nachfolgenden Foto sind von links nach rechts drei der neun Gläser aus der Reiseapotheke zu sehen. Ihre Lederdeckel enthalten folgende Bezeichnungen: P. Antispasm, Pil. Purgantes, P. Bezoard.  Entsprechend dem Inhalt könnte hier P. für «pulvis» (Pulver) und Pil. für «Pillula» (Kleine Pille) stehen. Diese drei Arzneimittel waren im 18. Jahrhundert sehr verbreitet. Der Pulvis Antispasmicodicum ist ein Antikrampfmittel, die Pillulae Purgantes wurden für die Reinigung des Darms und für eine bessere Verdauung verwendet, Pulvis Bezoard für die Entgiftung.

Fazit

Reiseapotheken haben eine lange Tradition. Auch heute sind sie noch aktuell und stellen für uns wichtige Reisebegleiter dar. Form und Inhalt der Reiseapotheken haben sich im Laufe der Zeit jedoch stark verändert. Während moderne Reiseapotheken kompakt und spezialisiert sind, waren damalige Reiseapotheken auch faszinierende kleine Kunstwerke. Die Grundidee von Reiseapotheken blieb jedoch stets dieselbe: die Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit auf Reisen. 

Weitere Blogbeiträge

Von Patricia Striebel

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