Die Kantonsarchäologie Aargau gestaltet die Vitrine AKTUELL jedes Jahr neu. Thema sind aktuelle Grabungen, aussergewöhnliche Funde oder Forschungsergebnisse aus dem ganzen Kanton Aargau. Von November 2021 bis November 2022 sind rund 400 Jahre alte Alltagsgegenstände wie Ofenkacheln, Schüsseln und Lampen ausgestellt. 

Verbrannt und verschüttet − ein frühneuzeitliches Hausinventar aus Wallbach

Im Frühjahr 2019 begleitete die Kantonsarchäologe den Abbruch eines Bauernhauses an der Rheinstrasse in Wallbach. Dabei wurde man auf eine Brandschicht aufmerksam, die reichlich Holzkohle, Asche und Fachwerklehm enthielt. Im weiteren Fortgang der Ausgrabungen kam ein Keller zutage. Vermutlich stand an dieser Stelle in der frühen Neuzeit um 1600 ein Gebäude.

Bei einem Brand stürzten seine Überreste mitsamt dem Hausrat in den Keller. "Durch den Brand entstand eine Momentaufnahme der Ausstattung eines Wohnhauses", sagt Andrea Winkler, Autorin der Projektarbeit "Wallbach-Rheinstrasse − Untersuchung eines frühneuzeitlichen Hausinventars". "Sie ermöglicht uns einen kleinen Einblick ins Alltagsleben im Fricktal um das Jahr 1600."

Datierung um das Jahr 1600

Im Brandschutt lagen keine Ziegel, was darauf hindeutet, dass das Haus beispielsweise mit Stroh gedeckt war. Ausserdem fanden sich zahlreiche Kachelfragmente, die einst zu einem Kachelofen gehörten. Darunter gibt es auch einige herausragende Ofenkacheln mit personifizierten Darstellungen von Tugenden.

Als Zeugnis des täglichen Lebens kamen im Keller auch die Überreste eines verbrannten Fischernetzes zutage. Erhalten haben sich wenige Fasern und 18 Netzsenker aus Stein. Anhaltspunkte für die Datierung des Brandereignisses geben Münzen und verzierte Keramikgefässe. Demnach ereignete sich der Brand ums Jahr 1600.

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