Legionärspfad Vindonissa

Kurz und bündig

Führung für Gruppen 20 Kurzführung zu einem Thema Ihrer Wahl Ob Kettenhemd, Heiratsverbot oder Handelswege! Einen Eindruck vom Leben der Menschen im Legionslager erhalten Sie bei dieser Kurzführung. Bestimmen Sie ein Thema Ihrer Wahl und besuchen Sie mit uns eine von 11 inszenierten Stationen des Legionärspfad. Führung für Gruppen im Legionärspfad Vindonissa: "Kurz und bündig". Kurzführung zu einem Thema nach Wahl

 
Vindonissa Museum

Forscher-Tour

Selbständige Themen-Tour für Schulen Geeignet für Ab 16 Jahre Preis 9.00 CHF (Museumseintritte) 180 Ab 16 Jahre – Mit dem Grabungsplan unterwegs durch römische Fundstätten Erkundet mit Audioguide und Grabungsplan die archäologischen Fundstätten im Legionslager. Folgt den Spuren der Ausgräber, entdeckt dabei euren Forschergeist und hört hinein in die Zeugnisse aus über 100 Jahren Forschungsgeschichte des Legionslagers. Spiel-Tour für Schulen im Vindonissa Museum und Legionärspfad Vindonissa: "Forscher-Tour". Geeignet für: Ab 16 Jahre

 
Vindonissa Museum

Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe!

Selbständige Spiel-Tour für Schulen Geeignet für Ab 5. Klasse Preis 4.00 CHF (Museumseintritt) 90 Ab 5. Klasse – Löst Rätsel und entdeckt einen römischen Schatz Rätsel lösen und einen echten Schatz aus Vindonissa entdecken: Beim Rundgang "Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe" schlüpfen Schülerinnen und Schüler in verschiedene Rollen: Archäologe, Ausgräberin, Grabungstechniker, Restauratorin, Wissenschaftler oder Museumsdirektorin. An authentisch nachgebauten Schauplätzen wie dem Grabungszelt, im Grabungscontainer, im Labor oder im Archiv warten knifflige Fragen, um den Schatz zu heben. Ein

 
Vindonissa Museum

Forscher-Tour

Themen-Tour für Erwachsene Preis Im Museumseintritt inbegriffen Dauer 180 Minuten Anmeldung Nicht erforderlich (für Gruppen empfohlen) 180 Mit dem Grabungsplan unterwegs durch römische Fundstätten Erkunden Sie mit Audioguide und Grabungsplan die archäologischen Fundstätten im Legionslager. Folgen Sie den Spuren der Ausgräber, entdecken Sie dabei Ihren Forschergeist und hören Sie hinein in die Zeugnisse aus über 100 Jahren Forschungsgeschichte des Legionslagers. Themen-Tour für Erwachsene und Gruppen im Vindonissa Museum: "Forscher-Tour". Mit Grabungsplan unterwegs durch römische Fundstätten

 
Legionärspfad Vindonissa

Historische Handwerkswoche zum Mitmachen

360 Zwölf Handwerke aus Antike und Mittelalter In der Historischen Handwerkswoche im Legionärspfad Vindonissa und Kloster Königsfelden zeigen erfahrene Handwerkerinnen und Handwerker, wie im Römischen Reich und im Mittelalter gearbeitet wurde. Ob Messer schmieden, Leder gerben, töpfern oder Papier schöpfen: In zwölf offenen Werkstätten können Erwachsene und Kinder selbst verschiedene Techniken ausprobieren und kleine Werkstücke mit nach Hause nehmen. Wer möchte, übt sich als Minnesänger und schreibt sein eigenes mittelalterliches Liebesgedicht. Das Kloster Königsfelden bietet zudem Einblicke

 
Legionärspfad Vindonissa

Eröffnungsfest: Die Legion schmückt sich für Rosalia Signorum

420 Ein festlicher Tag mit Römerinnen und Legionären für die ganze Familie Der Legionärspfad Vindonissa startet mit dem Eröffnungsfest in die Saison 2026. Die Legionäre und Römerinnen sind zurück aus der Winterpause und bereiten das Legionslager für das Rosenfest "Rosalia Signorum" vor. Überall wird gewerkelt, geschmückt und gefeiert – und alle dürfen mitmachen! Erwachsene und Kinder schmieden Schreibgriffel, schreiben Festeinladungen, prägen römische Münzen und backen Fladenbrot. Gemeinsam entstehen prachtvolle Standarten und Kinder werden zu Standartenträgern ausgebildet. Auf Kurzführungen

 
Legionärspfad Vindonissa

Saisonstart Legionärspfad Vindonissa

480 Der Legionärspfad öffnet wieder seine Tore Ab 1. April 2026 ist der Legionärspfad Vindonissa wieder geöffnet. Erleben Sie bis Oktober 2026 die römische Welt von Vindonissa. Der Legionärspfad bietet Touren, römische Übernachtungen, Führungen, Veranstaltungen und viele weitere Erlebnisse. Saisonstart Legionärspfad Vindonissa 2026: Ab 1. April 2026 ist der Legionärspfad Vindonissa wieder geöffnet. Erleben Sie bis Oktober 2026 die römische Welt von Vindonissa.

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Saisonstart Klosterhalbinsel Wettingen

420 Die Klosterhalbinsel Wettingen öffnet wieder ihre Tore Ab 1. April 2026 ist das Museum der Klosterhalbinsel Wettingen wieder geöffnet. Erleben Sie bis Oktober 2026 die historische Klosteranlage sowie Ausstellungen und interaktive Rundgänge für die ganze Familie. Saisonstart Klosterhalbinsel Wettingen 2026: Ab 1. April 2026 ist das Museum der Klosterhalbinsel Wettingen wieder geöffnet. Erleben Sie bis Oktober 2026 die historische Klosteranlage.

 
Schloss Hallwyl

Saisonstart Schloss Hallwyl

420 Schloss Hallwyl öffnet wieder seine Tore Ab 1. April 2026 ist Schloss Hallwyl wieder geöffnet. Erleben Sie bis Oktober 2026 eines der schönsten Wasserschlösser der Schweiz! Die Ausstellungen dokumentieren die Baugeschichte und geben Einblick in die Lebenswelten der einstigen Besitzerfamilie von Hallwyl. Saisonstart Schloss Hallwyl 2026: Ab 1. April 2026 ist das Schloss Hallwyl wieder geöffnet. Erleben Sie bis Oktober 2026 eines der schönsten Wasserschlösser der Schweiz!

 
Schloss Wildegg

Saisonstart Schloss Wildegg

420 Schloss Wildegg öffnet wieder seine Tore Ab 1. April 2026 ist Schloss Wildegg wieder geöffnet. Erleben Sie bis Oktober 2026 die barocke Schlossdomäne mit Wohnmuseum, Gärten und vielen weiteren Highlights. Saisonstart Schloss Wildegg 2026: Ab 1. April 2026 ist Schloss Wildegg wieder geöffnet. Erleben Sie bis Oktober 2026 die barocke Schlossdomäne mit Wohnmuseum, Gärten und vielen weiteren Highlights.

Gradian

Museumsblog

Eine Handcreme von 1805 – mit Tutorial

Salben, Pomaden und Cremen sind schon seit Jahrtausenden bekannt – und zwar sowohl für medizinische Zwecke als auch als Kosmetik. Bereits aus dem alten Ägypten kennt man Salben und Cremes. Unter anderem dienten diese mit Ölen in Gefässen als Grabbeigaben.

Eines der frühesten bekannten Rezepte einer Creme stammt vom griechischstämmigen Arzt und Anatom Galen. Galen praktizierte von 158 bis 161 in Pergamon als Gladiatorenarzt, später dann in Rom als Leibarzt von Marcus Aurelius.

Cremen bestehen fast immer aus Fett, Wasser und einem Emulgator, der die beiden anderen Komponenten bindet. In römischen Cremes war das oft ein tierisches Fett. Der Unterschied zwischen Salben und Cremen ist übrigens derjenige, dass eine Salbe zur Creme wird, wenn man noch zusätzlich Wasser einrührt – mit Hilfe des Emulgators. Eine Creme ist eigentlich nichts anderes als eine wasserhaltige Salbe. Eine Pommade wiederum ist eine Creme, die einen relativ hohen Öl- und Wachsanteil hat und somit eine etwas festere Konsistenz aufweist.

Galens "Kalte Creme" und ein Sensationsfund aus London

In seinem umfangreichen Werk beschreibt der vorwiegend in Rom tätige griechische Arzt und Anatom Galen unter anderem auch ein Rezept für eine Creme. Das Rezept beinhaltet Öl, Bienenwachs und Rosenwasser. Die Creme kommt mit recht wenig Wachs aus, dafür mehr Rosenwasser, da sie auch zur Kühlung von Muskelkater und Zerrungen gedacht war. Galen war einige Zeit als Gladiatorenarzt tätig – darüber, ob er Muskelzerrungen bei Gladiatoren mit Hilfe dieser Creme gekühlt hat, kann an dieser Stelle nur spekuliert werden, aber denkbar wäre es.

Beim Auftragen verdunstet das in der Creme enthaltene Rosenwasser auf der Haut und führt dadurch zu einem kühlenden Effekt. Dieser Effekt war es auch, der der Creme ihren Namen gab. Noch heute wird im angelsächsischen Raum von "Cold Cream" gesprochen. Auch die Grundrezeptur einer Creme aus Ölen, Wachs und Rosenwasser wird auch noch heute angewendet.

Im Jahr 2003 wurde bei einer baubegleitenden archäologischen Ausgrabung in Southwark, London ein kleiner Sensationsfund gemacht: ein verschlossenes rundes Zinntöpfchen mit 6 cm Durchmesser und 5.2 cm Höhe mit einer Creme darin. Die Creme wird um die Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. datiert und gilt als bisher älteste aus Europa erhaltene kosmetische Creme.

Die biochemischen Analysen von Richard Evershed und seinem Team ergaben, dass die Creme zu rund 40% aus tierischem Fett (vermutlich vom Rind oder Schaf), zu rund 15% aus Zinnoxid (Kassiterit) sowie aus Stärke bestand. Römische Gesichtscremen enthielten zum Abdecken und Aufhellen oft giftiges Bleiacetat (cerussa), in der gefundenen Salbe wurde dies offenbar mit Zinnoxid ersetzt, was angesichts der Verfügbarkeit in Grossbritannien ein naheliegender Ersatz war.

Das Team um Evershed hat basierend auf der Analyse versucht, die Creme zu reproduzieren. Das Resultat war eine weissliche, deckende Creme. Gleich nach dem Auftragen sei sie eher fettig, durch die enthaltene Stärke und das Zinnoxid jedoch blieb ein pudriges Finish, nachdem das Fett eingezogen war.

Körperpflege und Kosmetik im 18. und 19. Jahrhundert

Im 18. und 19. Jahrhundert gab es eine Vielzahl von Schriften zu Gesundheit und Kosmetik, die Rezepte zur Herstellung von Cremes, Salben, Pomaden, Schminke, Parfums, Wässerchen und so weiter beinhalteten. Die Traktate deckten alles möglich ab: von der Salbe gegen Warzen übers Zahnpulver, duftenden Waschbällen und Haarpuder bis hin zu "roter Schminke" für Lippen und Wangen. An dieser Stelle entkräften wir gerne noch einmal das gängige Klischee, dass sich die Menschen im 17. und 18. Jahrhundert nicht wuschen und die Körperpflege einzig darin bestanden haben soll, sich einzuparfümieren.

Man hat sich durchaus gepflegt und ebenso Wert auf eine gepflegte Erscheinung gelegt – einzig sah diese Pflege in manchen Aspekten etwas anders aus, als heute. Statt der täglichen Dusche oder dem Vollbad wusch man sich mit Hilfe von Waschschüssel und Schwamm und hielt sich überdies mit dem regelmässigen Wechseln der leinenen Unterwäsche sauber. Und: Viele der historischen Rezepte ergeben auch heute noch wunderbare Körperpflegemittel oder Duftwässerchen!

Handcreme-Rezept von 1805

Ein Beispiel für eine solche Schrift für die Herstellung von kosmetischen Mittelchen ist das Büchlein "Kallopistria oder die Kunst der Toilette für die elegante Welt" von 1805. Verfasst wurde es vom deutschen Apotheker und Chemiker Johann Bartholomäus Trommsdorff. Auf Seite 169 von Trommsdorffs Büchlein finden wir eine "Pommade, welche den Teint erhält" und mit der man "des Nachts das Gesicht und die Hände" überstreichen soll.

Das Grundprinzip einer Creme oder Pommade ist seit Galen gleichgeblieben: Auch die besagte Pommade bei Trommsdorff besteht aus einem Fett- oder Öl-Anteil, Wasser sowie einem Emulgator, der die beiden Komponenten miteinander verbindet.

Das Originalrezept lautet folgendermassen:

"Man lasse in einer zinnernen Pfanne eine Drachme weises Wachs, 2 ½ Drachme Wallrath und zwei Unzen frisches Mandelöl bei gelinden Feuer schmelzen, entferne das Gefäss von dem Feuer und rühre es stark durcheinander, bis es zu erkalten anfängt, dann setze man tropfenweise eine Unze Rosenwasser hinzu, welches man durch ein starkes Durcheinander-Reiben damit zu vereinigen sucht. Mit dieser Pommade überstreicht man des Nachts das Gesicht und die Hände. So dienet es auch zur Auftragung der Schminke."

Die Gewichtseinheiten lassen den modernen Lesenden stutzen: Drachmen und Unzen sind heute nicht mehr geläufig. Bis zur Einführung des metrischen Systems waren solche Apothekergewichte in Deutschland als obrigkeitlich festgelegte Masseinheiten bis ins 19. Jahrhundert hinein gang und gäbe.

Umgerechnet entspricht eine Drachme einem metrischen Wert von ungefähr 3.5 bis 4 Gramm. Wir rechnen hier mit 3.5 Gramm weiter. Eine Unze wiederum entspricht knapp 30 Gramm.

Auch die Ingredienz "Walrath" sorgt für Stirnrunzeln. Es handelt sich hierbei um eine fett- und wachshaltige Substanz aus dem Kopf des Pottwals. Dieses Öl wurde für alles Mögliche verwendet: als Lampenöl, Schmiermittel, Imprägniermittel und eben auch in Cremen und Salben. Heutzutage findet man glücklicherweise in der Drogerie synthetisch hergestellten Walrat-Ersatz oder man kann Jojobaöl als Substitut verwenden. Es müssen also keine Pottwale für unsere Pommade respektive Creme dran glauben.

Das Rezept für den modernen Lesenden

Die Zutatenliste lautet also:

  • 3.5 Gramm Bienenwachs
  • 8.5 Gramm Walrat-Ersatz
  • 30 Gramm Mandelöl
  • 30 Gramm Rosenwasser

 

Anstelle der zinnernen Pfanne kann man das Wachs, den Walrat-Ersatz und das Mandelöl in einem Glas im Wasserbad langsam erwärmen und zum Schmelzen bringen.

Ist alles geschmolzen und hat sich zu einer homogenen Flüssigkeit vermengt, kann man die Mischung kurz ein wenig abkühlen lassen. Danach tröpfelt man das Rosenwasser unter ständigem Rühren in die Mischung, bis sie sich langsam verdickt. Wenn die Mischung ungefähr die Konsistenz von Mayonnaise erreicht hat, füllt man sie in ein entsprechendes Behältnis. Die Pommade respektive Creme wird beim Abkühlen noch etwas fester.

Und fertig ist die "Pommade, welche den Teint erhält"!

Für Personen mit empfindlicher Haut empfiehlt es sich, die Creme ausschliesslich als Handcreme zu benutzen. Da sie keine künstlichen Konservierungsstoffe enthält, bewahrt man sie am besten im Kühlschrank auf und verwendet sie möglichst bald nach der Herstellung.

Gutes Gelingen!

 

Literatur

Sherrow, Victoria: For Appearance' Sake. The Historical Encyclopedia of Good Looks, Beauty and Grooming, Westport, 2001.

Evershed, R. P., et al.: "Archaeology: Formulation of a Roman cosmetic." Nature, vol. 432, 2004.

Mansell, Katherine: Recreating a 2000-year-old-cosmetic, in: Nature. International weekly journal of science, 2004, https://www.nature.com/news/2004/041101/full/news041101-8.html

Weitere Blogbeiträge

Von Gabriela Gehrig

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