Museum Aargau

Angebote Klosterjahr 2027

Erleben Sie im Museum Aargau vielfältige Angebote zum kantonalen Klosterjahr 2027. Museum Aargau entführt gleich an mehreren Museumsstandorten in die faszinierende Welt der Klöster. Thematische Angebote finden auf der Klosterhalbinsel Wettingen, im Kloster Königsfelden sowie auf Schloss Lenzburg statt. Auf dem Programm stehen neue Ausstellungen, Vortragsreihen, Konzerte und Talks mit spannenden Persönlichkeiten. Klosterjahr 2027 Der Kanton Aargau feiert 2027 zwei Jubiläen: 1000 Jahre Kloster Muri, 800 Jahre Kloster Wettingen. Das Klosterjahr 2027 lädt dazu ein, in die klösterliche Welt im

 
Museum Aargau

Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte

Zurück zum Blog 16. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Schätze aus der Sammlung Mit dem dritten Band seiner Reihe "Aargauer Industriegeschichten" rückt Museum Aargau ein bislang wenig beachtetes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Entdecken Sie in diesem Blogbeitrag fünf ausgewählte Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte. Der Kanton Aargau gehört unbestritten zu den bedeutendsten Industriekantonen der Schweiz. Neben Maschinen‑, Metall‑, Elektro‑, Textil‑ und Schuhindustrie zählen auch Nahrungs‑, Getränke‑ und Tabakproduktion zu seinen wichtigen Wirtschaftszweigen

 
Schloss Wildegg

Vortrag: Reisen in der Belle Époque

Preis Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung Nicht erforderlich 0 Spannende Reise durch eine Zeit des Aufbruchs Schloss Wildegg bietet im Rahmen des Schweizer Schlössertages 2026 mit dem Vortrag "Reisen in der Belle Époque" spannende Einblicke in eine Zeit des Aufbruchs, als Dampfschiffe, Eisenbahnen, Kutschen, frühe Automobile und auch das Fahrrad neue Freiheiten eröffneten. Der Vortrag von Gabriela Gehrig, Historikerin und Geschichtsvermittlerin Museum Aargau, wird begleitet mit zeitgenössischen Fotografien und Reiseberichten aus den Jahren zwischen 1880 und 1914. Um 13 und 15 Uhr finden

 
Museum Aargau

Kleine Kugel, grosse Welt: Der Globus von Schloss Wildegg

Zurück zum Blog 23. September 2026 Kategorie Neuzeit Hinter den kleinformatigen Welt- und Himmelskugeln stecken sowohl astronomische Vorstellungen wie auch historische Entdeckungen und handwerkliches Knowhow. Aber seit wann gibt es eigentlich Globen? Wie wurden diese hergestellt und was war ihr Verwendungszweck? Der Globus von Schloss Wildegg gibt Anlass, diesen und mehr Fragen auf den Grund zu gehen. Auffällig ist er nicht, der kleine Globus von Schloss Wildegg. Mit einem Durchmesser von lediglich 12,5 cm ist er sogar kleiner als die meisten anderen Globen. Wer das Schloss bereits einmal

 
Museum Aargau

5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

 
Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der

 
Museum Aargau

Schreibmaschine "Swissa Junior" von August Birchmeier's Söhne

Zurück zum Blog 30. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten Schreibmaschinen als Instrument für die Textverarbeitung eine immer wichtigere Rolle. In der Schweiz und im Kanton Aargau wurde diese Entwicklung von der Schreibmaschinenfabrik August Birchmeier's Söhne entscheidend mitgeprägt. © Museum Aargau Schreibmaschine mit Schutzkoffer Das Metallgehäuse der in der Mitte der 1950er-Jahre hergestellten Schreibmaschine (9 cm x 31 cm x 27 cm) mit gerundeten Ecken ist hellblau lackiert. Die abgeschrägte Abdeckung wird oberhalb der Tasten von

 
Museum Aargau

"Walther Bürsten bürsten gut" – Zahnpflege mit dem Chefkurator

Zurück zum Blog 25. Juni 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Den Werbeslogan "Walther Bürsten bürsten gut, Walther Bürsten bürsten besser" kannte wohl jedes Kind. Chefkurator Rudolf Velhagen präsentiert in der Sammlung von Museum Aargau ein Bürsten-Set der ehemaligen Bürstenfabrik Walther in Oberentfelden AG Dieser Bekanntheitsgrad ist kein Wunder: Beim Besuch des Walther-Museums in der "Alten Bürsti" in Oberentfelden wurde mir bewusst, dass es für fast jede Lebenssituation irgendeine Bürste gibt. Dabei bilden Zahnbürsten (gewöhnliche und elektrische), WC-Bürsten, Schuhbürsten,

 
Schloss Lenzburg

Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung

Sonderausstellung Saison 2025/2026 Preis Im Eintritt inbegriffen 0 Sonderausstellung zur Pionierrolle in der Schweizer Museumspädagogik Schloss Lenzburg beleuchtet 2025/2026 in einer Sonderausstellung seine Pionierrolle in der Geschichtsvermittlung. Vor 50 Jahren arbeiteten hier erstmals Museumspädagoginnen und -pädagogen spielerisch mit Kindern – ein Novum in der Schweiz. In der kleinen Ausstellung "Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung" erzählen Pionierinnen und Pioniere, wie sie ab 1975 Geschichte zum Erlebnis für alle Sinne machten – mit feuerspeienden Drachen, verkleideten Gräfinnen

 
Schloss Wildegg

Museumswald

Museumswald Preis Eintritt frei Ort Der Museumswald befindet sich oberhalb des Spielplatzes bei Schloss Wildegg 0 Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert Der Museumswald von Schloss Wildegg zeigt die Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert: als Speisekammer, Holzlieferant, Weidefläche und Jagdrevier. Kern des Museumswaldes ist die Waldweide. Im Früh- und Spätsommer grasen hier Geissen, wie vor 200 Jahren. Führungen und Workshops lassen diese historische Waldnutzung lebendig werden und beleuchten die heute so aktuellen Themen Biodiversität und Naturschutz. Museumswald auf Schloss

Gradian

Museumsblog

Die Falknerei im Mittelalter

Die Falknerei war ein beliebtes Hobby adeliger Männer im Mittelalter. Ihre europäische Blütezeit erlebte sie im Hochmittelalter. Aber war die Falknerei lediglich eine adelige Spielerei – oder doch eine durchdachte Wissenschaft?

Die mittelalterliche Jagd war keineswegs nur reiner Zeitvertreib, sondern Symbol für Status, Macht und Männlichkeit. Stets den adeligen Männern vorbehalten, verkörperte das Jagen eine Tugend, welche die Beherrschung der Natur und die männliche Stärke in den Fokus stellte.

Eine äusserst prestigeträchtige Ergänzung zur gängigen Jagdmethode mit Hunden stellte die Falknerei dar. Dabei handelt es sich sowohl um das Abrichten von Greifvögeln sowie auch die Jagd mit ihnen. Bei der sogenannten Beizjagd wurden nicht nur Tiere an Land, sondern auch Vögel in der Luft gejagt. Für mittelalterliche Verhältnisse eine Sensation!

Bereits die Abrichtung der wilden Greifvögel stellte eine grosse Errungenschaft dar. Dass die Vögel anschliessend im Auftrag der Menschen andere Tiere jagten, war ein Inbegriff menschlicher Zähmung der Natur. Die Beizjadg wurde in die Reihe der höchsten Jagdkünste eingegliedert.

Friedrich II.: Kaiser, Wissenschaftler und Falkner

Der wohl berühmteste Falkner des Hochmittelalters war der Staufer Friedrich II., ein Enkel des famosen Kaisers Friedrich "Barbarossa". Friedrich II. war ebenfalls römisch-deutscher Kaiser und stand seinem Grossvater in nichts nach. Im Gegenteil! Er soll seine Zeitgenossen in grosses Stauen versetzt haben – sowohl im positiven als auch in negativen Sinne.

Friedrich II. lebte den Grossteil seiner Zeit im heutigen Italien, damals Teil des römisch-deutschen Reiches. Er legte sich in seinem Leben gleich mit mehreren Päpsten an – was zweimal in einer Exkommunikation endete. Ein Skandal für einen Kaiser, dem die Kaiserwürde vom Papst verliehen wurde!

Nebst einem aufsehenerregenden Kaiser war Friedrich II. auch ein aktiver Förderer der Wissenschaft. Beispielsweise liess er viele arabische Gelehrte an seinem Hof in Palermo forschen und begünstigte so den wissenschaftlichen Austausch. Weiter gründete er die Universität Neapel.

Nebst einem machtvollen Herrscher und Förderer der Wissenschaft war Friedrich II. auch ein äusserst passionierter Falkner. Diese Kombination aus Reichtum, wissenschaftlicher Begeisterung und Faszination für Vögel war wegweisend dafür, dass er zum berühmtesten Falkner des Hochmittelalters werden sollte.

 

Wissenschaft im Mittelalter?

Fragt man nach der Wissenschaft im Mittelalter, sollte man zwei Dinge bedenken:

  • Die wissenschaftliche Ausbildung orientierte sich am antiken Vorbild der artes ("Künste"). Dabei bildete ein Kanon aus sieben freien Künsten (Grammatik, Rhetorik, Dialektik bzw. Logik sowie Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie) das Grundgerüst der höheren Bildung, welche grösstenteils adeligen Männern und Klerikern vorbehalten war.
  • Die wissenschaftliche Diskussion veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Im früheren Mittelalter stand die Wissenschaft fast ausschliesslich im Dienste eines besseren Verständnisses der Bibel. Im 12. Jahrhundert war ein Wandel spürbar: Wissenschaften differenzierten sich aus. Im Zuge dessen wurden vom 11. bis 13. Jahrhundert die ersten Universitäten in Europa gegründet. 

Friedrich II. und die Falknerei: Wissenschaft und Faszination

Zu Lebzeiten Friedrichs II. befand sich die Wissenschaft also in einer Umbruchsphase. Daran knüpfte der Kaiser nicht nur an, sondern förderte den Umbruch auch aktiv: Er begann selbst eine intensive Studie der Falknerei und wurde zu einem Wissenschaftler.

Friedrich II. nahm sich vor, die Falknerei zu einer Kunst zu machen. So verfasste er zwischen 1241 und 1248 eine ausführliche vogelkundliche Schrift. Im Fokus der Schrift standen das Abrichten und die Jagd mit Greifvögeln: De arte venandi cum avibus ("Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen") – das Falkenbuch.

Das Falkenbuch wurde bis weit in die Neuzeit zum Standardwerk für die Beizjagd. Dies liegt nicht zuletzt an der systematischen Vorgehensweise und der naturwissenschaftlichen Genauigkeit: Er arbeitete bereits mit empirischen Methoden und war vielen seiner Zeitgenossen weit voraus.

Die Handschrift des Falkenbuchs, welche uns heute überliefert ist, ist eine Kopie des Originals und wird Manfred-Handschrift genannt. Sie stammt von Manfred, einem illegitim-geborenen Sohn Friedrichs II., der mit seinem Vater die Leidenschaft für die Falknerei teilte. Das Manuskript enthält prachtvolle Bilder und weist diverse Anmerkungen von Manfred selbst auf. 

In Prolog seines Falkenbuches bezeichnet sich Friedrich II. als "Verfasser, Forscher und Liebhaber der Weisheit" ("Auctor est vir inquisitor et sapientie amator"). Sein Wissensgegenstand war die Vogelkunde – im Speziellen die Falknerei.

Seine Forschungsabsicht umschreibt Friedrich II. wie folgt: "Wir beabsichtigen in diesem Werke über die Beize die Dinge, die so sind, wie sie sind, darzustellen und dem Range einer Kunst zu sichern, wovon keiner bisher Wissen besass und was noch keiner als Kunst angesehen hat." (Quelle aus dem Lateinischen übersetzt).

Schlussendlich gelang es Friedrich II. seine Faszination für die Falknerei mit seiner Leidenschaft für die Wissenschaft zu vereinen: Er hob die Falknerei in den Rang einer Wissenschaft und verfasste ein fundiertes Werk, dessen Glanz noch heute spürbar ist.

Schon Gewusst? Der Gründungslegende der Habsburg zu Folge soll gar ein Greifvogel, genauer ein Habicht, die entscheidende Rolle gespielt haben.

Was ein Greifvogel mit den Habsburgern verbindet

In der ersten Hälft des 11. Jahrhunderts soll der Habicht des Grafen Radbot entflogen sein, woraufhin ihn sein Besitzer verzweifelt gesucht habe. Schliesslich war der Vogel nicht nur irgendein Vogel, sondern eine jahrelang abgerichtete Wertanlage! Der Habicht hingegen schien wenig beeindruckt und soll sich in aller Ruhe auf einem Hügel mit herrlicher Sicht niedergelassen haben.

Ebenda, auf dem Wülpelsberg, soll ihn sein Besitzer schliesslich überglücklich wiedergefunden haben. Die Freude über den wiedergefundenen Vogel und die weitreichende Sicht von besagtem Hügel aus sollen Radbot dazu veranlasst haben, an dieser Stelle eine Burg zu bauen. Zu Ehren des Entdeckers, seinem Habicht, soll er sie "Habichtsburg" getauft haben – was im Verlaufe der Zeit zur "Habsburg" wurde".

Weitere Blogbeiträge

Von Valerie Lüthi

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