Museum Aargau

Feste im Mittelalter: Höfische Festkultur und Tafelfreuden

Zurück zum Blog 29. Mai 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Vor allem die höfische Festkultur bot Raum für prunkvolle Inszenierungen und soziale Begegnungen. Zu feierlichen Hoftagen am königlichen Hof wurden ausschliesslich geladene Gäste empfangen, die wichtige Ämter innehatten. Schon die Einladungen konnten die königliche Repräsentation sichtbar machen: So thront König Rudolf I. von Habsburg mit Zepter und Reichsapfel auf seinem Königssiegel, wie ein Siegelabguss aus dem 13. Jh. belegt. Obwohl Siegel erst

 
Museum Aargau

Licht ins Dunkel: Das farbige Mittelalter

Zurück zum Blog 08. Juli 2026 Kategorien Mittelalter Historische Kleidung Trug man im Mittelalter nur graue und braune Kleidung? Weit gefehlt! Eine Hommage an die Farbigkeit dieser Epoche. Das Klischee des "dunklen Mittelalters" hält sich in der breiten Bevölkerung und in der medialen Kultur hartnäckig – zum Frust von Historikerinnen und Historikern sowie anderen, welche sich mit dieser Epoche differenzierter auseinandersetzen. Wenn man im alltäglichen Kontext etwas als "mittelalterlich" bezeichnet, ist dies negativ geprägt und soll "rückständig" ausdrücken. Allerdings war das Mittelalter

 
Vindonissa Museum

Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe!

Spiel-Tour für Kinder Geeignet für Ab 8 Jahre Preis Im Museumseintritt inbegriffen Dauer 90 Minuten Anmeldung Nicht erforderlich Ab 8 Jahre – Löst Rätsel und entdeckt einen römischen Schatz Rätsel lösen und einen echten Schatz aus Vindonissa entdecken: Beim Rundgang "Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe" schlüpfen Besucherinnen und Besucher in verschiedene Rollen: Archäologe, Ausgräberin, Grabungstechniker, Restauratorin, Wissenschaftler oder Museumsdirektorin. An authentisch nachgebauten Schauplätzen wie dem Grabungszelt, im Grabungscontainer, im Labor oder im Archiv warten knifflige

 
Vindonissa Museum

Spurensuche - Auf der Fährte von Lupina und Anissa

Spiel-Tour für Kinder Geeignet für Ab 5 Jahre Preis Im Museumseintritt inbegriffen Dauer 45 Minuten Anmeldung Nicht erforderlich 0 Ab 5 Jahre – Folgt den Fussspuren von Lupina und Anissa Die Wölfin Lupina darf zum ersten Mal mit ihrer besten Freundin, dem Kamel Anissa im Legionärspfad Vindonissa übernachten. Die beiden freuen sich schon riesig und dürfen sogar sechs Freunde dazu einladen, die im Vindonissa Museum wohnen. Es haben sich bereits ganz viele Tiere versammelt – viel zu viele! Doch welches sind die Freunde von Lupina und Anissa? Folge den Fussspuren von Lupina und Anissa durch das

 
Vindonissa Museum

Vitrine AKTUELL

Preis: Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung: Nicht erforderlich 30 Grabsteine aus Vindonissa: Sprechende Steine und ihre Schicksale Die Kantonsarchäologie Aargau gestaltet die "Vitrine AKTUELL" im Vindonissa Museum jedes Jahr neu. Thema sind aktuelle Grabungen, aussergewöhnliche Funde oder Forschungsergebnisse. Entdeckung einer mittelalterlichen Siedlung Die "Vitrine AKTUELL" 2025/2026 präsentiert erste Erkenntnisse aus der Steimet in der Gemeinde Wölflinswil. Dort kam 2023 ein bisher unbekannter und schon vor 900 Jahren aufgegebener Ortsteil ans Licht. Überraschend fanden sich im ländlichen

 
Vindonissa Museum

Dauerausstellung zu Vindonissa

Preis: im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung: nicht erforderlich Entdecken Sie Original-Objekte aus Ausgrabungen Wie haben die Römer vor 2000 Jahren auf dem Gebiet der heutigen Schweiz gelebt? Was haben sie gegessen? Welche Waffen und Kleider trugen sie? Seit über 100 Jahren forscht die Archäologie im Raum Brugg/Windisch auf jenem Gelände, wo einst das einzige Legionslager auf dem Gebiet der heutigen Schweiz stand. Grösste Sammlung römischer Schreibtafeln Das Vindonissa Museum zeigt in seiner Dauerausstellung Original-Objekte dieser Ausgrabungen. Die Ausstellung präsentiert das Leben und

 
Museum Aargau

5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

 
Schloss Lenzburg

Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung

Sonderausstellung Saison 2025/2026 Preis Im Eintritt inbegriffen 0 Sonderausstellung zur Pionierrolle in der Schweizer Museumspädagogik Schloss Lenzburg beleuchtet 2025/2026 in einer Sonderausstellung seine Pionierrolle in der Geschichtsvermittlung. Vor 50 Jahren arbeiteten hier erstmals Museumspädagoginnen und -pädagogen spielerisch mit Kindern – ein Novum in der Schweiz. In der kleinen Ausstellung "Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung" erzählen Pionierinnen und Pioniere, wie sie ab 1975 Geschichte zum Erlebnis für alle Sinne machten – mit feuerspeienden Drachen, verkleideten Gräfinnen

 
Museum Aargau

Memory-Spiel: Die Bewohnerinnen und Bewohner von Schloss Lenzburg

Zurück zum Blog 04. August 2026 Kategorien 20./21. Jh. Quiz & Spiele Bevor Schloss Lenzburg in öffentliche Hand überging, lebten dort zahlreiche faszinierende Persönlichkeiten – von Künstlerinnen und Industriellen bis hin zu einem Polarforscher. In unserem Memory-Spiel lernen Sie einige davon kennen. Finden Sie alle Bewohnerinnen und Bewohner? ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN Saison 2026 Künstlerinnen, Industrielle und ein Polarforscher Die illustren Privatbesitzerinnen und -besitzer von Schloss Lenzburg Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale

 
Vindonissa Museum

Römischer Garten von Vindonissa

Preis: im Museumseintritt inbegriffen 0 Rekonstruierter Ziergarten des Legionskommandanten Der römische Garten beim Vindonissa Museum ist eine Oase der Ruhe und Sinnlichkeit. In den Beeten wächst eine bunte Pflanzenpracht, in den Brunnen und Becken plätschert das Wasser. Ein Säulengang umrahmt die 450 Quadratmeter grosse Anlage. Diese ist in ihrer Dimension einzigartig in der Schweiz. Im römischen Garten von Vindonissa wachsen rund 40 Pflanzenarten, die für Vindonissa archäobotanisch bezeugt sind. Die Architektur mit verspielten Beetumrandungen und Wasserspielen orientiert sich an antiken

Gradian

Museumsblog

Das Einhorn als christliches Symboltier im Mittelalter

Hat das Einhorn heute unterschiedlichste Bedeutungen, so war es im Mittelalter unter anderem ein christliches Symboltier. Wie das Lamm verkörperte es Jesus Christus und trat oftmals in religiösen Kontexten auf.

Ein fester Bestandteil der frühchristlichen Literatur waren sogenannte Bestiarien. Dabei handelt es sich um Nachschlagewerke, die verschiedene Tiere auflisteten und beschrieben. Diese Beschreibungen beschränkten sich aber nicht auf nüchterne Fakten. Vielmehr wurden allen Tieren mittels Bibelzitaten symbolische Bedeutungen zugeschrieben. Die Eule galt zum Beispiel als ein Sinnbild für Menschen, die das Christentum ablehnten, da sie es vorzog im Dunkeln zu leben.

Diese – heute seltsam wirkende – Verbindung von Naturkunde und religiöser Symbolik war für antike und mittelalterliche Christen gang und gäbe. Sie kam aus dem Glauben zustande, dass alle Aspekte der Natur Ausdruck von Gottes Willen waren. Dabei wurde die Natur oft als das zweite Buch Gottes bezeichnet, das man ebenso lesen und interpretieren konnte wie die Bibel.

Das Einhorn im Bestiarium Physiologus

Schon Aristoteles hatte von einer pferdeartigen Kreatur mit einem einzelnen Horn berichtet, welches angeblich in Indien leben sollte. Dank solchen Erzählungen fand das Einhorn auch seinen Weg in den Physiologus, dem wohl bekanntesten Bestiarium der Spätantike und des Mittelalters. Nur die Bibel überflügelte den Physiologus an Popularität.

Im Physiologus wird das Einhorn als kleines, dafür umso stärkeres Tier beschrieben. Tatsächlich soll es so wehrhaft gewesen sein, dass ihm kein Jäger Herr werden konnte. In Gegenwart einer Jungfrau sei es dagegen ganz zutraulich und zahm, weshalb es nur diese einfangen könnten. Illustrationen einer Einhorn-Jagd begleiten oft die Einträge zum Einhorn in den Bestiarien. Dabei wird meistens gezeigt, wie das von der Jungfrau bezauberte Einhorn von einem Jäger erlegt wird.

Christliche Symbolsprache: Einhorn, Jesus und Maria

In seiner biblischen Auslegung steht das Einhorn als Sinnbild für Jesus. Seine kleine Gestalt sei Ausdruck für die Demut Christi. Seine Stärke solle die Stärke von Christus darstellen, der den Tod selbst besiegte. Aber am wichtigsten, das Einfangen des Einhorns durch eine Jungfrau wurde mit der Menschwerdung Christi gleichgesetzt. Dabei steht die Jungfrau für Maria, die nur wegen ihrer Jungfräulichkeit zur Mutter Gottes werden konnte.

Das Einhorn fand, wie viele andere Tiere aus dem Physiologus, Eingang in die allgemeinbekannte Symbolsprache des Christentums. Es kam in christlicher Kunst und Literatur immer wieder als Platzhalter für Christus vor. Dabei erscheint es jedoch fast ausschliesslich zusammen mit Maria und nur selten allein.

In Lobpreisungen Marias wird sie immer wieder als Zuflucht oder Fängerin des himmlischen Einhorns gepriesen. Dabei wird sie sogar als Einhornjägerin stilisiert, die mit ihrer Keuschheit das himmlische Einhorn einzufangen vermag.

 

Die christlichen Bedeutungen der Tötung des Einhorns

In den Bestiarien endete die Einhornjagd stets mit der Erlegung des Einhornes im Schoss der Jungfrau. Auch dieser Punkt wurde in christlichen Darstellungen immer wieder aufgegriffen. Die Tötung des Einhorns steht dabei für den Opfertod Christi.

In der obigen Darstellung erlegen Adam und Eva das Einhorn (hier mit gelb hervorgehoben). Da Jesus starb, um die von ihnen verursachte Erbsünde zu sühnen, treten sie hier als Töter des Einhornes auf.

In anderen Bildern und Texten fiel die Rolle der Einhorntöter oft Juden zu. Viele Christen warfen ihnen in der Spätantike und dem Mittelalter die Schuld an Jesus Tod vor. Eine Haltung, die viel zur Judenfeindlichkeit des Mittelalters beitrug.

Wieso das Einhorn aus dem Christentum verschwand

Das Einhorn verschwand erst im Laufe der Gegenreformation im 16. Jh. aus dem christlichen Repertoire. Reformatoren wie Martin Luther und Huldrich Zwingli kritisierten den Gebrauch von Bildern in der katholischen Kirche. Um besser vor dieser Kritik gewappnet zu sein, arbeiteten die Katholiken klare Regeln aus, wie religiöse Bilder verwendet werden sollten und was sie darstellen durften.

Im Zuge dieser Neuausrichtung verbot die Katholische Kirche unter anderem Bilder mit anzüglichen Darstellungen. Das Einhorn überstand diese Bereinigung nicht. Sein Horn wurde immer wieder als Symbol für ein männliches Glied gedeutet, was seiner Vorliebe für Jungrauen einen anzüglichen Unterton verlieh. So verschwand das Einhorn zunehmend aus der katholischen Symbolsprache. Seine anrüchigen Untertöne hätten der reformierten Kritik schlicht zu viel Angriffsfläche geboten.

Weitere Blogbeiträge

Von Andreas Mäder-Esteves

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