Museum Aargau

Einmal mit Karte, bitte! Kreditkarten "Made in Aargau"

Zurück zum Blog 23. April 2021 Kategorie Schätze aus der Sammlung Kontaktlos, virtuell, schnell gezückt und schon bezahlt. Heute geht eigentlich nichts mehr ohne Kreditkarte. Doch seit wann benutzen wir dieses Stück hochtechnisierten Plastiks? Und: Welche Rolle spielt der Kanton Aargau in dieser Geschichte der globalen Finanzwelt? Das vorliegende Exemplar aus der Sammlung Museum Aargau wurde von der UBS im Jahr 2000 ausgestellt. Doch was hat es eigentlich mit den Sicherheitsmassnahmen und dem Logo Visa auf sich? Dafür ein kurzer Exkurs in die Geschichte der Kreditkarte. Kreditkarte der UBS, ein Objekt der Sammlung Museum Aargau (Inv. Nr. K-18153) Die Entstehung der Kreditkarte In der langen Geschichte des Geldes ist die Kreditkarte an sich ein relativ neues Phänomen. Doch auch in den Jahrhunderten zuvor wurden nicht nur Münzen und später Papiergeld zu Zahlungszwecken eingesetzt. So existierten wohl im 12. Jahrhundert in verschiedenen italienischen Handelsstädten wie Genua sogenannte Wechselbriefe, die den Zahlungsverkehr zwischen verschiedenen Orten ohne Bargeld regelten. So konnte Geld, das an einem Ort hinterlegt war, quasi an einem anderen Ort bezogen werden, wie wenn man heutzutage in einem anderen Land an einem Bankomat Bargeld bezieht. Die Wechselbriefe funktionieren aber eher ähnlich einem Kreditschreiben und waren auch oft mit Zinsen versehen. Erste Kreditkarte von 1894 Die ersten Kreditkarten wurden in den USA ab dem Jahr 1894 ausgegeben. Zu Beginn wurden diese in Hotels an Gäste vergeben. Ab den 1920er-Jahren folgten dann grosse Mineralölkonzerne, Kaufhausgesellschaften und schliesslich auch Restaurantketten und Fluglinien. Diese Art der Kreditkarte funktionierte jedoch eher wie eine heutige Gutscheinkarte, da man sie nur in dem Geschäft benutzen konnte, welches sie ausgegeben hatten. Die allererste universelle Kreditkarte wurde 1950 in den USA unter dem Namen Diners Club herausgegeben. Sie sollte vorerst nur von den Mitgliedern des Diners Clubs – Freunden und Bekannten der zwei Gründer Frank McNamara und Ralph Schneider – in circa zwei Dutzend ausgewählten New Yorker Restaurants zum Speisen auf Kredit eingesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt setzte sich dann das Kreditkartensystem der heutigen Zeit durch, in dem die potentielle Kundschaft nach einer bestandenen Bonitätsprüfung eine Karte mit einer bestimmten Kredithöhe zugesprochen wird. Grosse Vielfalt der Karten Kurz nach dieser neuen Reglung folgte in den USA eine kurzfristige Explosion verschiedener ungeprüfter Kreditkarten, was schnell die Regierung auf den Plan rief, um dies zu regulieren. Nach dieser neuen Regelung konnten sich bald vor Allem zwei bis heute bekannte Namen durchsetzen: Mastercard und Visa. Bei beiden handelt es sich um Bankkreditkarten, die zu Beginn der 1960er-Jahre aus Zusammenschlüssen verschiedener amerikanischer Banken entstanden waren. Schon im Verlauf der 1960er-Jahre weiteten dann beide Unternehmen ihre Operationen mittels Kooperationen mit anderen Banken zuerst nach Europa und schliesslich weltweit aus. Noch heute wird nebst einigen anderen bekannten Namen wie "American Express" ein grosser Teil des Zahlungsverkehrs mit Kreditkarten über diese beiden Unternehmen abgewickelt. Doch auch alteingesessene Unternehmen wie Diners Club sind nach wie vor präsent. So ist bis heute die Vielfältigkeit der Kreditkarten ungebremst und auch neue Akteure wie Apple strömen auf den nunmehr meist virtuellen Markt. Die Ausweitung dieses Systems des einfachen Zahlens auf Kredit hat gewiss seine Vorteile, doch führt es auch zu nicht zu unterschätzenden Problemen. Die Einfachheit des Konsums mit diesen Karten führte auch zu einem enormen Schuldenberg. Die Belastung von Haushalten mit Kreditkartenschuld ist in Ländern wie den USA ein enormes Problem. Unübersichtliche Kartenvielfalt (Foto: Wikimedia Commons) Kreditkarte "Made in Aargau" Auch in der Schweiz hat sich die Kreditkarte natürlich etablieren können. Die Zunahme der Lohn- und Gehaltszahlungen mittels Überweisungen machte hier zu Beginn der 1970er-Jahre die bargeldlosen Transaktionen populär. Im Lauf der 1970er und 80er-Jahre vervielfachten sich die elektronischen Zahlungsmöglichkeiten. 1968 konnte erstmals mit einer Lochkarte Geld an einem Bankautomaten bezogen werden und schon bald folgten die sogenannten Eurocard Kreditkarten und bald auch die allbekannten Debitkarten wie Maestro. Die allbekannten Sicherheitsmassnahmen setzten sich auch Stück für Stück durch. War zu Beginn eine Unterschrift und die Angabe der Kartenummer oft ausreichen, was durchaus anfällig für Betrug war, so kamen bald auch elektronische Massnahmen wie das Magnetband oder der Chip dazu. Präzisionsarbeit aus Aarau Und wie ist nun der Kanton Aargau mit dieser Technologie verbunden? Nun für lange Zeit wurden solche Karten wie auch die vorliegende in Aarau von der Trüb AG hergestellt. Die 1859 gegründete Firma Trüb & Cie. war sowohl im Kartendruck als auch von 1892 bis 2005 im Druck von Wert- und Sicherheitspapieren tätig. Die Firma leistete Pionierarbeit bei der Herstellung von Polykarbonat-Karten und brachte mit der Schweizer ID die weltweit erste Identitätskarte aus Polykarbonat unter die Leute. Das Unternehmen wurde 2015 von der niederländischen Gemalto-Gruppe übernommen und übt weiterhin noch seine Funktionen aus. Von Lukas Becker Von Lukas Becker Lukas Becker ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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So schneiden Sie Hortensien richtig

Zurück zum Blog 12. März 2021 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Die richtige Pflege von Hortensien ist entscheidend. Doch wie unterscheidet man die Hortensienarten? Wie schneidet man sie richtig? Wir Gärtnerinnen im Wildegger Schlossgarten werden oft gefragt: Wie schneidet man Hortensien richtig? Die Frage ist berechtigt: Es gibt verschiedene Hortensien-Arten, die unterschiedlich geschnitten werden müssen. Und der richtige Schnitt ist wichtig. Nur so blühen Hortensien im Sommer schön! Hortensienarten und der richtige Schnitt Hortensien sehen nach dem Winter als vertrocknete Stängel und Blüten im Garten alle gleich aus. Bevor Sie im Frühling die Gartenschere zur Hand nehmen sollten Sie deshalb wissen: Wachsen im Garten Bauernhortensien, Tellerhortensien oder Kletterhortensien? Oder eher Rispen- oder Ballhortensien. Denn diese beiden Gruppen unterscheiden sich beim Zurückschneiden grundlegend. Bauern-, Teller- und Kletterhortensien Bauern-, Teller- und Kletterhortensien haben ihre Blütenanlagen bereits im Herbst gebildet. Sie dürfen deshalb nicht bis zum Boden, sondern nur bis zum ersten Knospenpaar zurückgeschnitten werden. Sonst schneiden Sie die angelegten Blütenknospen weg – dies würde ein Blühen im Sommer verunmöglichen. Wo am Stängel sich das erste Knospenpaar befindet, ist gut erkennbar: Es drückt im Frühling grün leuchtend hervor. Schneiden Sie von oben her bis dorthin und entfernen Sie nur das Totholz. Falls die Stängel sehr dicht beieinanderstehen, können Sie einige schwächere Stängel ganz herausschneiden. Hortensien sollten nicht zu dicht wachsen, denn sie sind anfällig auf Pilzbefall und müssen nach Regen gut abtrocknen können. An jungen Kletterhortensien müssen Sie gar nichts schneiden. Falls sie nach einigen Jahren nicht mehr blühen, können Sie Hortensien einmal radikal herunterschneiden. Und darauf warten, dass sie neu austreiben und ein Jahr später wieder blühen. Rispenhortensien und Ballhortensien Anders verhält es sich beim Schnitt der Rispen- und Ballhortensien. Diese haben im Herbst noch keine Blütenknospen angelegt. Sie bilden diese erst im Frühling aus dem einjährigen Holz. Rispenhortensien und Ballhortensien werden daher bis auf die zwei untersten Knospen herunter geschnitten. So können Sie im Sommer schön blühen. Allgemein: Hortensien benötigen viel Wasser Der lateinische Name für Hortensie ist übrigens Hydrangea , was soviel wie "Wasserschlürferin" bedeutet. Es braucht also viel Wasser und ein halbschattiges Plätzchen, damit Hortensien im Sommer ihre wahre Pracht entfalten! Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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"Damals im Aargau": Gerôld Müller über 45 Jahre bei Hero Lenzburg

Zurück zum Blog 26. März 2021 Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Die erste Folge der Podcast-Reihe "Damals im Aargau" berichtet aus dem bewegten Leben von Gerôld Müller und seiner Zeit bei der Hero Lenzburg. Ein Lebensbericht eines knapp 90-Jährigen, der Remote Work und frei gestaltbare Arbeitszeitmodelle lebte. Der Lenzburger Gerôld Müller war 45 Jahre für die Hero tätig war und ging als Freigeist stets eigene Wege. "Jede Direktor het mich zwar sympathisch gfunde, aber er het mit miner Arbetswiis grossi Müeh ghaa", sagt Müller, der bis weit über das Pensionsalter hinaus als gefragte "Multikulti"-Kraft bei Hero tätig war. Was bewegte Gerôld Müller, vor vielen Jahren seine Heimat in Genf zu verlassen, in den Aargau zu ziehen und bis heute dort zu bleiben? Wie erlebte ein freier Geist wie er während über vier Jahrzehnten mehrere Direktorenwechsel und betriebliche Zeitenwenden in der gleichen Firma? Es erwartet Sie erfrischender Lebensbericht eines knapp 90-Jährigen, der Remote Work und frei gestaltbare Arbeitszeitmodelle lebte, längst bevor moderne Firmen damit um kreative Köpfe wie ihn zu werben begannen. Gerôld Müller und seine langjährige Mitarbeiterin Pascale Burger. Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Kommentare

 
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Die Sage vom Lenzburger Pestmannli

Zurück zum Blog 01. April 2021 Kategorie Märchen & Mythen Viele Sagen und Legenden ranken sich um Schloss Lenzburg und das Städtchen. Eine ist die vom Pestmannli: Das unheimliche Wesen soll einst Krankheit und Verderben über Lenzburg gebracht haben. Die Pest war über die Jahrhunderte eine nur allzu reale Bedrohung. Mehrere Wellen rafften Menschen aus allen Schichten dahin. In den Kirchenbüchern von Lenzburg liest man zum Beispiel in den Jahren 1634/1635 über Pesttote. Doch was hat es nun mit dem Pestmannli auf sich? Eine fast aktuelle Geschichte mit ungewissem Ausgang… Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Märchen & Mythen Kommentare 07.03.2024 lorena Guten Tag Meine Tochter würde gerne bei ihrem Vortrag über das Argau die Sage vom Pestmänchen erzälen . Hätten Sie ihr die Sage aufgeschrieben zu vorlesen ? oder ist sie nur im Video gesprochen vorganden. Sie Dankt zum Voraus . Liebe Grüsse famstraessle

 
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Schweizer Biergeschichte: Druckplatte von Feldschlösschen

Zurück zum Blog 10. Mai 2021 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Die “Hopfenperle”-Druckplatte aus der Sammlung Museum Aargau ist ein Stück Schweizer Biergeschichte. Mit ihr tauchen wir ein in die Geschichte von Feldschlösschen und der Bierkultur in der Schweiz. Der Kanton Aargau verfügt in seinem gesamten Gebiet über eine überraschende Anzahl an Schlössern. Bekannt darunter sind auch die Perlen, die zu Museum Aargau gehören. Welches der Aargauer Schlösser das schönste ist, war wohl schon der Anstoss für so manche Diskussion. Das Prädikat des unumstrittenen "Erfrischungsschlosses" dürfte wohl jedoch ans Feldschlösschen Rheinfelden gehen. Von diesem stammt das vorliegende Objekt: eine originale Druckplatte "Hopfenperle". Druckplatte "Hopfenperle" der Brauerei Feldschlösschen Bei diesem Objekt aus der Sammlung Museum Aargau handelt sich um eine Druckplatte aus der Zeit um 1940. Sie besteht aus einem Holzquader, auf dem wiederum eine Druckplatte aus Stahl aufgenagelt ist. Auf dem Quader ist ein Karton mit Handbeschriftung aufgeklebt. Druckplatte Hopfenperle (Inv. Nr. K-22423) Das Logo auf der Platte ist das schweizweit bekannte der Feldschlösschen Brauerei, genauer gesagt deren Variante "Hopfenperle". Diese Biersorte wird noch bis heute verkauft. Diese Variante ist somit zwar schon seit längerer Zeit im Umlauf, die Geschichte von Bier in der Schweiz hat jedoch einen weitaus längeren Vorlauf. Die Geschichte der Bierkultur in der Schweiz Möglicherweise wurde bereits zur Zeit der keltischen Siedler im Gebiet der heutigen Schweiz Bier gebraut. Doch die ersten Belege stammen aus der Zeit des 8. und 9. Jahrhunderts aus Klosterarchiven. Klosterbier wurde vor allem vor Ort getrunken, da der Transport sehr heikel war. Erst mit dem eingehenden 18. Jahrhundert entstanden mehr Brauereien. Technische Fortschritte ab den 1870er-Jahren Im Zuge der 1870er-Jahre setzten dann tiefgreifende Veränderungen ein, wodurch Bierbrauen eine regelrechte Industrie wurde: Entdeckungen von Louis Pasteur auf den Gebieten der Konservierung und der Hefen Aufschwung des Eisenbahnwesens Mechanisierung der Anlagen Erfindung von Kältemaschinen Technisierung des Brauverfahrens Vom Konkurrenzkampf zum Bierkartell Nach anfänglichen bitteren Konkurrenzkämpfen zwischen einzelnen Brauereien schlossen sich diese 1877 zum Schweizerischen Bierbrauverein zusammen. Nebst Qualitätsverbesserungen konnten so auch die Preise reguliert werden. Um 1935 schlossen sich die Brauereien dann zu einem Kartell zusammen. Dieses teilte die Gebiete der Schweiz unter den Brauereien auf. Zudem reduzierte das Kartell die Einfuhr ausländischen Biers als auch die Variation der angebotenen Biersorten. Das Kartell hielt bis in die 1990er-Jahre an Bestand. Dann aber verliessen die drei grossen Gruppen die Organisation: Feldschlösschen aus Rheinfelden Hürlimann aus Zürich Sibra aus Freiburg Craft-Beer-Welle aus den USA Der Markt öffnete sich damit sowohl nach innen wie auch nach aussen. Mit der bald einhergehenden "Craft Beer"-Welle aus den USA weitete sich zudem die Bandbreite und Produktion erheblich aus. Heute ist die Schweiz pro Kopf eines der Länder mit der höchsten Dichte an – vor allem auch kleineren – Brauereien. Doch das ikonische Feldschlösschen gehört weiterhin zu den führenden Produzenten. Geschichte der Brauerei Feldschlösschen Gegründet wurde die Brauerei in Rheinfelden 1876 vom Wirtssohn und Brauer Theophil Roniger sowie vom Bauernsohn Mathias Wüthrich. Der Erfolg des Unternehmens ist dabei eng verknüpft mit der Industriegeschichte des Kantons Aargau. Genauer gesagt mit der Eisenbahn: Die Brauerei entstand direkt an der 1875 eröffneten Bahnlinie über den Bözberg und war damit strategisch äusserst günstig gelegen. Die Zusammenarbeit mit der Eisenbahn wurde dabei so intensiv gepflegt, dass 1900 sogar die Station "Bahnhof Feldschlösschen" entstand. Das Feldschlösschen-Fabrikgebäude in Rheinfelden Das ikonischste Merkmal der Brauerei ist aber zweifelsohne das namensgebende Gebäude. Das Fabrikgebäude wurde zwischen den 1880er- und 1910er-Jahren errichtet. Der Stil greift auf verschiedene architekturgeschichtliche Elemente zurück. Bedeutende, an der Planung beteiligte Architekturbüros waren Langeloth aus Frankfurt am Main und Zimmermann aus Freiburg im Breisgau. Das Gebäude wurde mehrmals erweitert und steht heute unter Denkmalschutz. Rheinfelden, Brauerei Feldschlösschen im frühen 20. Jahrhundert, Foto: ETH-Bibliothek_LBS_MH03-1305 Aufstieg zum erfolgreichen Bieproduzenten Aufgrund seiner günstigen Lage und der Übernahme anderer Brauereien stieg Feldschlösschen schon bald zu einem der grössten Produzenten der Schweiz auf. Um einen regelmässigen Getränkeabsatz zu erzielen, schloss Feldschlösschen – wie andere Brauereien auch – exklusive Lieferverträge mit Hotels, Restaurants, Cafés und Kantinen ab. Nach weiteren Expansionen und Übernahmen ab den 1990er-Jahren fusionierte Feldschlösschen mit Hürlimann zur Feldschlösschen-Hürlimann Holding AG (FHH). Diese funktioniert noch heute als eigenständiges Immobilienunternehmen. Die Getränkeproduktion wurde im Jahr 2000 von der dänischen Brauereigruppe Carlsberg aufgekauft. Noch heute ist Feldschlösschen eines der meistverkauften und gebrauten Biere in der Schweiz – und so sind Zeugnisse der langjährigen Unternehmensgeschichte, wie die vorliegende "Hopfenperle"-Druckplatte, umso bedeutender zu erhalten. Druckplatte aus privater Sammlung Die Aufnahme dieser originalen Druckplatte in der Sammlung Museum Aargau ist einem privaten Sammler zu verdanken. Dieser hatte eine weitreichende Kollektion an wichtigen Gegenständen aus Aargauer Industrie- und Tabakobjekte für die Nachwelt gesichert und der Sammlung übergeben. In der Tat ist es sehr oft der Sammeltätigkeit einiger passionierter Personen zu verdanken, dass wertvolle Kulturgüter erhalten blieben. In so manchem Privathaushalt sind wohl noch so einige Schätze erhalten und warten darauf, wieder entdeckt zu werden. Von Lukas Becker Von Lukas Becker Lukas Becker ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Kommentare 09.03.2024 Springer Hallo Bierfreunde, unter www.historische-brauereien-ag.ch gibt`s noch viel über die Aargauischen Brauereien mfg

 
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Kleine Rosenkunde – Übersicht der Sorten

Zurück zum Blog 13. April 2021 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Rosen sind mit ihrer Blütenpracht nicht zu übertrumpfen: Ob kleine oder grosse Blüten, gefüllt oder nicht gefüllt, duftend oder nicht duftend, einmal oder öfters blühend, weiss, rosa, rot, pink, gelb, orange oder violett: Für jeden Geschmack findet sich die passende Sorte. Bei uns heimisch sind viele Wildrosen wie die Hundsrose oder die Weinrose. Bereits die Kelten und Germanen haben Wildrosen kultiviert, wie Funde von Hagenbutten in Siedlungen zeigen. Im Mittelalter wurde die Apothekerrose angepflanzt und als Heilpflanze genutzt. Ab dem 16. und 17. Jahrhundert kamen neue Rosenarten aus Asien, Afrika und Persien nach Europa. Impression vom Rosengarten von Schloss Wildegg Übersicht Rosensorten Durch Kreuzungen entstanden im Laufe der Jahre immer mehr neue Sorten. Diese Züchtungen waren in der Regel um einiges robuster, gesünder und blühfreudiger als die ursprünglichen Rosensorten. Heute eignen sich Rosen für alle Arten von Gärten und lassen sich in die folgenden Gruppen unterteilen: Kletterrosen: Sie werden bis zu drei Meter hoch, sind öfter blühend und benötigen Rankbögen oder andere Kletterhilfen. Rambler: Sie werden auch Rankrosen genannt und suchen gerne in Bäumen Halt. Sie blühen üppig im Frühsommer und können bis zu sechs Meter hoch werden. Zwergrosen: Sie werden bis zu 30 Zentimeter gross, sind öfter blühend und sind bestens für Töpfe geeignet. Bodendeckerrosen: Sie sind flachwachsend mit langen Trieben und können so grosse Flächen abdecken. Sie blühen von Frühling bis Herbst und werden bis zu 50 Zentimeter hoch. Strauchrosen: Sie bestechen durch ihre üppige Blüte und werden ein bis zwei Meter hoch. Diese Rosen eignen sich gut als Solitärpflanze oder auch in einer Hecke. Wildrosen: Sie sind einfach blühend und sehr robust. Im Herbst bestechen sie mit ihren schönen Hagebutten. Wildrosen brauchen viel Platz, da sie bis zu drei Meter gross werden. Edelrosen: Sie zeichnen sich durch ihre grossen Blüten und langen Stiele aus und eignen sich als Schnittblumen oder zum Trocknen. Beetrosen: Ihre in Büschel wachsenden Blüten haben alle Farben und Formen und blühen vom Frühsommer bis in den Herbst. Sie werden 50 bis 80 Zentimeter hoch. Stammrosen: Es gibt sie in der Grösse von 40, 60 cm oder 90 Zentimetern und in allen Farben und Formen. Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Talk "Ladies First": Zu Gast bei Künstlerin Vera Staub

Zurück zum Blog 09. April 2021 Kategorie Schlossgeschichten Museum Aargau präsentiert "Ladies First" erstmals digital: Die Urner Künstlerin Vera Staub ist virtuell zu Gast bei Angela Dettling, Leiterin Vermittlung von Museum Aargau. Die fabulierende Künstlerin arbeitet mit Stein, Malerei auf Papier sowie Textil in verschiedenen Formen. Sie führt in Göschenen ihr KunstHaus, wo Besucherinnen und Besucher die bildnerischen Prozesse mitverfolgen können. Vera Staub war im Herbst 2020 zu Gast auf Schloss Hallwyl. Ihre Kunstinstallation "zwieSPIELt" an der Schloss-Linde im Hof prägte den Textil-Oktober im Wasserschloss. "ZwieSPIELt" steht auch für Vera Staubs Schaffenswelt. Ein virtuelles Gespräch aus dem Hallwyler Schlosshof mit Vera Staub in Göschenen. Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schlossgeschichten Kommentare

 
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Eine Krippe aus der Provence zu Gast auf der Klosterhalbinsel Wettingen

Zurück zum Blog 01. Dezember 2022 Kategorie Klosterleben Vom 9. bis 18. Dezember 2022 ist anlässlich der Wettinger Weihnachtstage im Parlatorium des Klosters Wettingen eine provenzalische Krippe zu bewundern. Das Geburtsfest Christi wird im Süden Frankreichs mit sogenannten Santons -Krippen gefeiert. Santons sind handbemalte Terracotta-Figuren, die zwischen 2,5 cm und 15 cm hoch sind und zunächst durch ihre Buntheit auffallen. Die Santons der ausgestellten Krippe aus Schweizer Privatbesitz haben eine Grösse von 9 cm. Santons aus dem Atelier Marcel Carbonel, Marseille In Frankreich gibt es verschiedene Ateliers – Santoniers genannt –, die jedes Jahr neue Figuren kreieren. Diejenigen der ausgestellten Krippe stammen allesamt vom berühmten Santonier Marcel Carbonel aus Marseille . Marcel Carbonel (1911–2003) war ursprünglich Lithograph und hat auf diese Weise ein besonderes Gespür für Linien und Farben entwickelt. Für seine Santons, die er seit 1935 hergestellt hat, hat er eine eigene Palette mit Gouache-Farben entwickelt, die bis heute verwendet wird. Die aus gebranntem Ton hergestellten Santons sind allesamt von Hand bemalt, so dass kein Santon dem anderen gleicht. Bei der Wahl des Santons lohnt sich deshalb ein sorgfältiger Vergleich der Figuren. Blick auf die provenzalische Krippe, deren Figuren nicht nur auf biblische, sondern auch auf literarische Quellen zurückgehen. © Museum Aargau Die ganze Welt im Wohnzimmer Am 4. Dezember (Heilige Barbara) wird die provenzalische Krippe aufgestellt und bleibt in den Wohnzimmern bis zum 2. Februar (Maria Lichtmess). Erst am 24. Dezember wird das Christkind in die Krippe gelegt. Am 6. Januar werden die wandernden Heiligen Drei Könige vor die Krippe platziert. Um die Krippe kreisen verschiedene Traditionen wie beispielsweise der bis heute gefeierte provenzalische Brauch der Treize Desserts (dtsch. Dreizehn Desserts), die als Attribut einer Figur oder als Requisit in der Krippe auftauchen. Die Anzahl der Desserts verweist vermutlich auf Jesus und seine zwölf Jünger. Gemäss der Tradition sind die Treize Desserts eine Zusammenstellung aus dunklem und hellem Nougat, eine Pompe à l’huile d’olive oder eine Fougasse à la fleur d’oranger (Gebäck, Brot), Datteln, Quatre Mendiants (dtsch. «Die vier Bettler») als Repräsentanten der Ordensgemeinschaften (Walnüsse und Haselnüsse für die Augustiner, Feigen für die Franziskaner, Mandeln für die Karmeliten und Rosinen für die Dominikaner), Zuckermelone ( Melon Vert ), Weintrauben, Apfel-Birnenmus oder Frucht-Gelee, korsische Orangen und/oder Clementinen, Trockenpflaumen, Walnüssen, Äpfeln, Birnen, Calissons oder kandierte Maronen, Fruchtgelee oder Fruchtkonfekt sowie der bekannte Vin Cuit (Likör). Biblische und literarische Vorlagen Reizvoll ist ebenfalls, dass die Santons nicht nur von den biblischen Berichten, sondern ebenfalls von verschiedenen literarischen Vorlagen inspiriert sind. So handelt es sich beispielsweise beim Korbflechter um Vincent, welcher in Frédéric Mistrals (Maillane 1830 – 1914 ebd.) Liebesepos «Mireille» (1859) eine Hauptrolle spielt: Es erzählt von einer reichen Bauerntochter, die für ihre gesellschaftlich nicht möglichen Liebe zu einem armen Korbflechter kämpft und auf der Suche nach göttlicher Unterstützung auf Wanderschaft geht. Dieses Werk, das zahlreiche Bezüge zu provenzalischen dörflichen Themenkreisen aus vergangenen Jahrhunderten enthält, wurde von der Académie française preisgekrönt und begründete auch international Mistrals Ruf. Eine weitere literarische Quelle sind die «Lettres de mon moulin» (ab 1866) von Alphonse Daudet. Daudet schildert in seinen in Paris verfassten «Briefen» provenzalische Schwänke und Geschichten im Stil von Volksmärchen. Der wohl berühmteste Brief Daudets berichtet von der legendären schneeweissen Ziege Blanchette des Monsieur Seguin, welche von der Freiheit gelockt in die Berge flieht – dort lauert der Wolf auf sie. Wegen Daudet findet sich in jeder provenzalischen Krippe eine Mühle und eine weisse Ziege, die sich von den übrigen gefleckten Ziegen absetzt. Inspiriert von Alphonse Daudets «Briefe aus meiner Mühle»: Die Mühle des Monsieur Seguin und die weisse Ziege Blanchette, welche die Freiheit sucht und vom Wolf gefressen wird. © Museum Aargau Es erstaunt aufgrund der literarischen Quellen nicht, dass zur klassischen Figurenausstattung einer provenzalischen Krippe ebenfalls ein Santon gehört, der einen Poeten darstellt. Der Poet des Marseiller Santoniers Marcel Carbonel besticht durch seine Eleganz. Besonders augenfällig ist die hervorblitzende Taschenuhr. Sein schwarzer Hut und Umhang sowie sein Spazierstock verweisen weiter darauf, dass er auf Wanderschaft ist, – dies selbstverständlich nie ohne Bücher. Der Poet Félibre © Museum Aargau Kennerinnen und Kenner der provenzalischen Krippentradition erkennen im Poeten sofort den Félibre . Das Wort «Félibre» geht zurück Frédéric Mistral. 1854 gründete Mistral zusammen mit Joseph Roumanille, Félix Gras und Théodore Aubanel die sogenannte Félibrige -Bewegung, die sich für eine Wiederbelebung und den Erhalt der provenzalischen Sprache in der Literatur einsetzte. Seit 1859 stand er an der Spitze der Félibrige -Bewegung und wurde ihr kreativster Vertreter. Mistral setzte sich – parallel zu der vielfach einsetzenden Nationalitätenbewegung des 19. Jahrhunderts – für eine geistige und kulturelle Unabhängigkeit der Provence gegenüber dem auch kulturpolitisch zentralistischen Frankreich ein, anfangs auch noch für eine politische Autonomie. Dabei kämpfte er gegen das vorherrschende Klischee der Rückständigkeit der Provence und suchte dabei Anknüpfungspunkte in der mediterranen Kultur und in der Überlieferung der Antike. Im Laufe von zwanzig Jahren erstellte Frédéric Mistral ein Wörterbuch der provenzalischen Sprache, das zwischen 1879 bis 1886 erschien und zahlreiche provenzalische Dialekte berücksichtigt. 1904 erhielt Mistral den Nobelpreis für Literatur. In der provenzalischen Krippe von Muri steht Mistrals Félibre am Fluss – er macht dort von seiner Wanderschaft eine Pause, um neue Kraft und Inspiration zu schöpfen. Pastorale provençale Die Pastorale provençale ist eine weitere bedeutende Quelle für das Verständnis der provenzalischen Krippe. Die Pastorale ist eine weihnachtliche Aufführung mit Gesängen. Für die Inspiration neuer Krippenfiguren ist vor allem die 1844 erschienene «Pastorale Maurel» von Bedeutung. Die Pastorale Maurel geht zurück auf den Spiegelhersteller und Vergolder Antoine Maurel, der auf Anfrage eines Klerikers namens Julien für den katholischen Arbeiterzirkel in Marseille das musikalische Schäferschauspiel in vier Akten verfasst hat (1844 in Marseille erschienen). Mehrere Figuren in der Krippe sind direkt von der aus der «Pastorale Maurel» inspiriert wie beispielsweise der blinde Vater mit seinem Sohn Simon und dessen Bruder Chicoulet, Bartoumieu sowie Herr Jourdan und dessen Frau Margarido: So gehört Monsieur Jourdan zu jenen Figuren, die von den Hirten die frohe Botschaft der Geburt Christi vernommen haben. Für das Einrichten der Krippe bedeutet dies, dass die beiden Santons nicht in die Nähe des Jesuskindes platziert werden sollten. Herr Jourdan und seine Frau Margarido © Museum Aargau Marcel Carbonels Jourdan-Figur hält allerdings einen Spazierstock in der einen Hand und einen Korb mit Proviant in der anderen Hand. Daraus können wir schliessen, dass er die Botschaft nunmehr vernommen hat und sich auf dem Weg zur Krippe befindet. Monsieur Jourdan zeichnet sich zudem durch seine auffallend elegante Erscheinung aus. So trägt er einen edlen Klappzylinder – «gibus» genannt –, einen roten Krawattenschal mit weissen Punkten und ein Gilet mit Stickereien, weisse Socken und Schuhe mit Schnallen. Monsieur Jourdans Gattin Margarido wiederum sitzt in aufrechter Haltung auf einem Esel, was darauf hinweist, dass der Weg zur Krippe noch länger andauern wird. Über ihrer weissen Spitzenhaube befindet sich ein schwarzer, breitkrempiger Hut, der von der Sonne schützen soll – die Pastorale berichtet, dass sie Mühe mit dem Alter hat und deshalb die Sonne meidet, zudem lasse sie keine Gelegenheit aus, an ihrem Gatten herumzunörgeln, zu einer Versöhnung der beiden kommt es erst an der Krippe. Zu den wohl berührendsten Santons der provenzalischen Krippen gehören der blinde Vater (provenzalisch «avugle») und dessen Sohn Simon. Die beiden Santons bezeugen auf eindrückliche Weise, dass in provenzalischen Krippen auch Menschen erscheinen, die blind oder, wie der Nachtwächter, taub sind: Alle Menschen sollen von der frohen Botschaft der Geburt Christi erfahren. Im Vordergrund stehen der blinde Vater und sein Sohn Simon. © Museum Aargau Der Vater und dessen Sohn Simon sind ebenfalls von der Pastorale Maurel inspiriert. Gemäss der Pastorale gewinnt der Vater von Simon an der Krippe Jesu sein Augenlicht. Er erkennt ebenfalls dessen zweiten Sohn Chicoulet, der als Kind von einem Briganten entführt worden ist. In der Krippe von Wettingen ist Chicoulet aus diesem Grund neben dem Briganten platziert. Brigant und Chicoulet © Museum Aargau Die Figurengruppe um den Vater und dessen Sohn Simon zeigt auf anschauliche Weise, wie sich durch die provenzalischen Krippen die unterschiedlichsten Handlungsstränge entwickeln. Die meisten Figuren sind demnach nicht isoliert, sondern dank den literarischen Vorlagen inhaltlich miteinander verwoben. Kennerinnen und Kenner der provenzalischen Krippen können auf diese Weise auch besser nachvollziehen, welche inhaltlichen Akzente durch die jeweilige Platzierung der Santons in der Krippe gesetzt werden. Denkbar wäre ja beispielsweise auch, dass Chicoulet zusammen mit seinem Vater und dessen Bruder Simon an der Krippe steht. In der Krippe von Wettingen ist aber ein anderer Moment der Geschichte ausgewählt worden – noch ist Chicoulet Gefangener des Briganten. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Klosterleben Kommentare

 
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Ein Poch-Spielbrett aus dem 19. Jahrhundert

Zurück zum Blog 07. November 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Spielen ist eine der universalen menschlichen Aktivitäten. Schon vor einem Vierteljahrtausend waren die Menschen für Spiele zu begeistern. Genau dies zeigt ein spezielles Objekt aus der Sammlung des Museum Aargau: ein Spielbrett aus dem 18. Jahrhundert. Mit seinen 32 Zentimeter Durchmesser hat das achteckige Spielbrett ähnliche Dimensionen wie heutige Brettspiele, die in der Regel an einem Tisch gespielt werden. Das reich verzierte Brett steht auf zwei (ursprünglich vier) gedrechselten Füssen und ist aus Eichenholz gefertigt. In acht eiförmigen Vertiefungen sind Kartenfiguren und –kombinationen gemalt, auf welche die Spieler im Spielverlauf Einsätze setzen können. Aus Eichenholz gefertigtes Spielbrett "bock spill" aus dem Jahre 1760. Inv.Nr. S-2734 Die Inschrift im Zentrum des Holzgeräts macht deutlich, für welches Spiel das Brett gedacht war: Für das "bock spill" (Poch-Spiel). Die Vertiefungen mit den Kartenmotiven sind jeweils mit Umschriften versehen, die sich auf die Funktion der Figuren beziehen und spielerisch wie keck den Spieler ansprechen. So meint der Zweizeiler zu Figur der "Sau": "Hast du die trump Sau in der Hand, so Zieh das Ihre, ist kein Schand". Das "bock spill" und seine Verwandten Pochen war und ist ein weitgehend auf Glück basierendes Kartenspiel, das sich aus drei voneinander getrennten Spielphasen zusammensetzt. Das Spielbrett wird in den ersten beiden Phasen verwendet. Bevor sie ihre Karten erhalten, legen die Spieler in die Pochfächer ihre Einsätze und hoffen darauf, mit den ihnen ausgespielten Händen die den Fächern zugeteilten Figuren und Kombinationen zu treffen. In der zweiten Phase folgt dann das eigentliche "Pochen", bei dem die Spieler weitere Einsätze setzen, ihre Gegenspieler überbieten und letztlich auch "bluffen" können. Das Pochen dürfte um 1500 aus einer Verbindung von verschiedenen älteren Spielen entstanden sein, bis in die Moderne blieben seine Regeln aber flexibel und regional vielfältig. Verwandt ist es mit dem englischen Kartenspiel Pope Joan oder dem französischen Nain jaune , die beide ebenfalls mit einem Spielbrett mit Fächern für Einsätze gespielt wurden. Das verwandte englische Kartenspiel Pope-Joan. Eine politische Satire. England, 1805. British Museum, London. Es wird zudem vermutet, dass das Pochen einer der Vorläufer des Poker-Spiels war. Neben dem Spielelement des Spekulierens und dem Bieten von Einsätzen verweist die etymologischen Verwandtschaft der Spielenamen (dt. "pochen", frz. "poque", engl. "poker") darauf hin. Der Ausdruck 'Pochen' trug neben seiner heutigen Bedeutung ursprünglich übrigens auch – ganz im Sinne der erwähnten Spiele – den Sinn von "Prahlen" und "Herausfordern". Ausgespielt: Vom Spiel- zum Museumsgegenstand Das Objekt gehörte zur Ausstattung von Schloss Lenzburg . Diese wird heute von der Sammlung des Museum Aargau verwaltet, nachdem der Kanton Aargau 1956 das Schloss erwarb und es später zum Kern des Museums machte. Die Inschrift auf dem Poch-Brett legt nahe, dass das Spielutensil 1760 hergestellt wurde. Das Spielbrett wurde wohl in einer süddeutschen Werkstatt hergestellt. Nahezu identische Exemplare mit jedoch anderer Jahreszahl sind bspw. in Museumsammlungen in München oder Nürnberg zu finden. Bis 1798 residierten die Berner Landvögte auf Schloss Lenzburg, zwischen 1757 und 1765 war dies Bernhard von Diesbach, welcher wie seine Vorgänger und Nachfolger ein Mitglied der Stadtberner Obrigkeit war. Gut möglich, dass der Landvogt selbst dem Glückspiel frönte: Wie das aufwändige, kunstvoll bemalte Spielbrett vermuten lässt, war dies eine durchaus teure Anschaffung und das "Pochen" zugleich auch mehr Erwachsenenunterhaltung denn Kinderspiel. Die rekonstruierte Landvogtstube des Wohnmuseums auf Schloss Lenzburg. © Museum Aargau. Dieser Beitrag wurde im Juli 2019 von Michael Brunner, ehemaliger Praktikant der Sammlung von Museum Aargau, verfasst. Von Michael Brunner Von Michael Brunner Michael Brunner war 2019 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Kommentare

 
Museum Aargau

Die perfekte Kaki: Bei der Ernte zählt das Timing

Zurück zum Blog 14. November 2022 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Die Götterfrucht – oder bei uns bekannter als Kaki – ist ein Hochgenuss. Die Ernte zur richtigen Zeit ist jedoch eine Herausforderung. Lesen Sie hier Tipps zu Anbau, Ernte und Lagerung der Kaki von Schlossgärtnerin Tanya van der Laan. Götterfrucht! Was im Ohr paradiesisch klingt, ist auch geschmacklich ein Genuss. Die weiche, «pflüdige» Frucht aus Asien gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Wir kennen sie vor allem unter dem Namen Kaki. Viele verziehen beim Gedanken an Kaki jedoch das Gesicht. Wer einmal in eine unreife Frucht gebissen hat, erinnert sich nur zu gut an das unangenehme pelzige Gefühl auf der Zunge. Grund ist natürliche Gerbsäure, die noch nicht ganz abgebaut ist. Wer deswegen Kaki verschmäht, verpasst viel. Voll ausgereift verzückt die Götterfrucht mit einem intensiven honigsüssen Geschmack. Zudem enthält sie Vitamin A und hilft gegen Bluthochdruck. Weniger intensiv im Geschmack, aber wegen fehlender Gerbsäure weniger heikel sind harte Götterfrucht-Varianten aus Israel: die rundliche orange Sharonfrucht und die längliche gelbe Persimone. Anbau und Zeitpunkt für die Ernte von Kaki Kakibäume tragen auch in unserem Klima Früchte. Auf Schloss Wildegg pflegen wir mehrere winterharte Arten. Wichtig ist ein geschützter Ort (zum Beispiel eine Mauer) – und Ende Jahr ein gutes Timing bei der Ernte: Die weichen Früchte müssen ihre volle orangene Farbe erreicht haben. Ohne Blätterkleid leuchten diese wie Kugeln an einem Weihnachtsbaum. Tipp: Die Früchte sind reif, sobald Vögel auf diese aufmerksam werden. Ein Netz schützt vor ungebetenen gefiederten Gästen. Reifeprozess nach der Ernte Ist nach der Ernte noch Gerbsäure vorhanden, können Sie Kaki nachreifen lassen. Am schnellsten geht dies an einem warmen Ort. Legen Sie ein paar Äpfel dazu. Diese beschleunigen den Reifeprozess. Langsamer reifen Kaki an kühleren Orten nach. Überwachen Sie den Reifeprozess, dieser kann mehrere Wochen dauern. Eventuelle braune Flecken (grössere Dichte Zucker) sind unbedenklich. So geniessen Sie die perfekte Kaki Vollständig ausgereifte Kaki sollten rasch verzehrt werden. Am einfachsten wird die Götterfrucht ausgelöffelt. Bei Bio-Qualität ist auch die Schale essbar, in Japan gilt diese getrocknet sogar als Delikatesse. Japanerinnen und Japaner mögen Kaki übrigens auch gedörrt. An Neujahr steht die Götterfrucht für Entschlossenheit – und hilft am Morgen danach auch gegen den Kater. Weitere Blogbeiträge 11. August 2023 Tipps für das perfekte Erdbeer-Beet Im August ist ein guter Zeitpunkt, um ein neues Beet mit Erdbeeren anzulegen. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. 20. Juli 2023 Sommer- und Herbsthimbeeren Himbeeren im Garten sind pflegeleicht. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen zwei Arten: Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren. Der… 15. Mai 2023 Gemüsegarten auf dem Balkon Wer gerne sein eigenes Gemüse zieht, braucht dafür nicht zwingend einen Garten. Dies funktioniert auch sehr gut auf dem Balkon oder der… Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

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Luftaufnahme Schloss Lenzburg

Schloss Lenzburg

Ritter- und
Drachenschloss

Schloss Lenzburg ist eine der bedeutendsten Höhenburgen der Schweiz. Erleben Sie Ritter, Adlige und Gauner!

FAUCHIFEST AUSVERKAUFT

Das Fauchifest vom Sonntag, 30. August 2026 ist ausverkauft und der Online-Vorverkauf geschlossen. Es gibt noch wenige Tickets an der Tageskasse (ohne Gewähr).

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Sonntag, 30. August 2026

Fauchifest (ausverkauft)

Schlossfest für die ganze Familie

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Schlossdrache Fauchi in der Drachenhöhle von Schloss Lenzburg

Fünf
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Ein Gaukler mit brennenden Fackeln vor einer Menschenmenge

Veranstaltungen
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Veranstaltungskalender Museum Aargau  

 
Ausstellung Ritter Schloss Lenzburg

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Ritter, Gauner und Schlossdrache Fauchi  

 
Zwei historisch gekleidete Freuen stehen vor dem Tor von Schloss Lenzburg und bitten Besucher mit einer einladenden Geste herein.

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Luftaufnahme Schloss Lenzburg

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Entdecken Sie im Wohnmuseum und im Gefängnis zwei Lebenswelten.

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Rittertum und Adel

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Ausstellung
Schlossdrache Fauchi in der Drachenhöhle von Schloss Lenzburg
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Fauchi und Drachenforschung

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Workshop mit Schulklasse auf Schloss Lenzburg

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Kinder in Verkleidung (Ritter und Prinzessin) im Kindermuseum von Schloss Lenzburg

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Lady Mildred im Museum auf Schloss Lenzburg (Führung).

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Sonneneinfall im Bistro auf Schloss Lenzburg

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Hochzeit auf Schloss Lenzburg: Eine Braut steht an einem festlich gedeckten Tisch mit Gästen im Rittersaal von Schloss Lenzburg.

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Historische Zeichnung/Illustration von Schloss Lenzburg

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1000 Jahre Schlossgeschichte  

 
Ein gelber Heizlüfter, Objekt im Sammlungszentrum Egliswil

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Schatzkammer der Aargauer Geschichte  

 
Grosses Handy in der Hand eines Benutzers, auf dem Bildschirm ist die "Sammlung online" von Museum Aargau dargestellt.

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