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Alice Mattenberger, legendäre letzte Wirtin von Schloss Habsburg

Zurück zum Blog 03. August 2023 Kategorien Schlossgeschichten 20./21. Jh. 45 Jahre lang wirtete Alice Mattenberger (1901–1988) auf Schloss Habsburg. Die legendäre letzte Schlosswirtin verköstigte ihre Gäste mit Suppe, Schinken und Anekdoten aus der Schlossgeschichte. Bei Alice Mattenberger kehrte die halbe Schweiz ein. Die letzte Schlosswirtin prägte die "Wirtschaft auf Schloss Habsburg " von 1930 bis 1974. Das ganze Jahr herrschte viel Betrieb auf der Burg: Mattenberger wirtet im Schlosshof, unter den Linden, im Schankraum, in der Gaststube und im Rittersaal auf der dritten Etage. Alice Mattenberger fand dabei immer Zeit für einen Schwatz mit Gästen aus nah und fern, die sich für das Schloss und dessen Geschichte interessierten. Eine kleine Schar von Frauen aus dem Dorf unterstützte die Wirtin im täglichen Gastbetrieb und aushilfsweise auch an den Wochenenden und bei Veranstaltungen. Wirtin mit grossem Herz für Tiere Zeitzeugen beschreiben Alice Mattenberger als grossgewachsene und in ihrer Erscheinung gepflegte Frau. Im Dorf war sie respektiert. Alice Mattenberger hatte auch ein Herz für Tiere: Hunde und Katzen fühlten sich auf der Habsburg wohl. Und ab und zu auch eine Dohle, die aus dem Nest gefallen war und von den Mattenbergers grossgezogen wurde. Die Dogge der Wirtsfamilie war auch treue Helferin für Warentransporte vom und zum Bahnhof Schinznach-Bad. Alice Mattenberger war bekannt für ihre Tierliebe. © Privatarchiv Mattenberger Vater übergab die kleine Alice der Gemeinde Aussergewöhnlich ist die Geschichte, wie Alice Mattenberger auf Schloss Habsburg kam. Geboren wurde sie 1901 als Alice Riniker, vermutlich in Carouge (GE). Ihr Vater brachte Alice und ihren Bruder im Alter von drei und vier Jahren auf die Gemeindekanzlei von Habsburg – und kam nie mehr zurück. Riniker ist ein Ortsbürgergeschlecht, und so musste sich die Gemeinde um die Kinder kümmern. Alice wurde von Rudolf und Elisabeth Hummel adoptiert, dem kinderlosen Pächterpaar der Gastwirtschaft auf Schloss Habsburg. Ihr Bruder Hans kam zu einem Bauern auf den Bözberg. Alice mit ihren Adoptiveltern Elisabeth und Rudolf Hummel um 1920. © Privatarchiv Mattenberger Heirat, Geburt und Rückkehr auf die Habsburg 1926 heiratete Alice Hans Mattenberger aus Birr und zog mit ihm nach Zug. 1930 kehrte sie mit ihrem neugeborenen Sohn Heinz auf Schloss Habsburg zurück. Ihr Adoptivvater brauchte nach dem Tod seiner Frau Elisabeth Hilfe mit der Gastwirtschaft Alice Mattenberger mit Sohn Heinz 1932 nach ihrer Rückkehr auf Schloss Habsburg. © Privatarchiv Mattenberger Alice Mattenberger entpuppte sich als talentierte Wirtin. Als 1942 auch ihr Adoptivvater starb, übernahm Alice Mattenberger die alleinige Verantwortung über die Gastwirtschaft. Während 45 Jahren begeisterte sie ihre Gäste mit bürgerlicher Küche. Arbeit gab es das ganze Jahr über, denn die Wirtschaft war auch im Winter geöffnet. Alice Mattenberger 1940 mit Sohn Heinz. © Privatarchiv Mattenberger Alice Mattenberger war als Schlosswirtin äusserst beliebt, auch weil sie kundig Gäste aus nah und fern in die Geschichte der Habsburger einführte. Nach ihrer Pension lebte sie bis 1986 an der Schlossgasse 21 in Habsburg, zwei Jahre später starb Alice Mattenberger 87-jährig im Altersheim in Windisch. Quellen und Recherche Recherche Esther Duran, Kunsthistorikerin M.A., Museumsführerin Museum Aargau Literarische Quellen "Habsburger Dorfgeschichten, Zeitzeugen erinnern sich, Erzählungen aus dem Leben, wie es damals war", Herausgeberin Marianne Spiess, Druck xline ag, Brugg, 2008 "Habsburger Dorfgeschichten, Zeitzeugen erinnern sich, Erzählungen aus dem Leben, wie es damals war, Heinz Mattenberger: Das Schloss war mein Zuhause", S. 20-34, Herausgeberin Marianne Spiess, Druck xline ag, Brugg, 2008 Erzählungen von Hedy Schenkel, Zeitzeugin aus Habsburg, während einem gemeinsamen Schlossrundgang mit Marianne Spiess und Esther Duran am 8. Juni 2021 Verschiedene Dokumente über Schloss Habsburg aus dem Staatsarchiv des Kantons Aargau, Aarau Zeitungsartikel "Generalanzeiger", Eigenamt, "Habsburg, ein junges Kapitel Schlossgeschichte, Die letzten Bewohner der Habsburg", 15. Oktober 1999 Bildquellen Familienalbum, Privatbesitz Mattenberger Von Pascal Meier Von Pascal Meier Pascal Meier ist Mitglied im Team Marketing & Kommunikation von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schlossgeschichten 20./21. Jh. Kommentare

 
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Der Spielzeugkasten von Carl Zweifel

Zurück zum Blog 12. Februar 2023 Kategorie Schätze aus der Sammlung Wer kennt sie nicht? Mit Spielzeugklötzen hat so manches Kind einen wesentlichen Teil seiner Freizeit verbracht. Neben der bekannten Firma "Wisa-Gloria" spielte Carl Zweifel (1884-1963) im Bereich der Lenzburger Spielzeugproduktion eine bedeutende Rolle. Die in den 1930-Jahren hergestellte Holzkiste (49 cm x 23 cm x 56 cm) enthält diverse farbig bemalte Spielklötze. Mit den Säulen, Brücken, Häuserteilen und Quadern konnten die Kinder eine ganze Palette von Gebäudetypen konstruieren. Auf dem aufschiebbaren Deckel ist eine aus Klötzen hergestellte Ortschaft, darunter Schweizer- und Kantonswappen sowie Beschriftungen zu sehen. Es handelt sich um den Prototyp eines von Carl Zweifel entworfenen "Schweizerbaukasten". Zweifels Schweizerbaukasten aus Holz. © Museum Aargau Ein Lenzburger mit Herz und Blut Der am 7. Februar 1884 geborene Carl Zweifel wuchs in der Lenzburger "Villa Malaga" am Fusse des Schlosshügels auf. Nach dem Besuch der Kantonsschule in Aarau entschied er sich dazu, in München und Karlsruhe Architektur zu studieren. Neben seinen architektonischen Hauptarbeiten sorgte er mit aufwändig gestalteten Karten- und Plakatserien über Städte- und Kirchenbauten im Kanton Aargau für Aufmerksamkeit. Als seine beruflichen Tätigkeiten wegen des Aktivdienstes nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ruhten, wandte er sich einer neuen Beschäftigung zu. Angeregt durch einen Wettbewerb fing er nunmehr mit der Produktion von Holzbaukästen an und gewann 1915 dafür den höchsten Preis des Schweizerischen Werkbundes. Seine jahrelang an der Basler Mustermesse ausgestellten Fabrikate brachten ihm viel Anerkennung von Fachleuten und Pädagogen ein. In den folgenden Jahren baute er die Herstellung der "Schweizerbaukästen" und von weiteren Holzartikeln zu seinem Hauptberuf aus. Von Carl Zweifel entworfenes Plakat anlässlich des kantonalen Schützenfests in Lenzburg 1911. (Quelle: kunstbreite.ch) Ein Ankauf von einem Aargauer Sammler Die Historische Sammlung konnte das Objekt zu Beginn des Jahres 2018 von einem Aargauer Sammler käuflich erwerben. Es ist für sie von grosser Bedeutung, weil der Name Carl Zweifel eng mit dem wichtigsten Standort von Museum Aargau verbunden ist. Nach seiner Heirat mit Barbara Hermle zog Carl Zweifel 1921 ins "Tannengut" und somit erneut in unmittelbare Nähe des Schlosshügels. Als Mitglied der Ortsbürgerkommission und Vorstandsmitglied der Vereinigung für Natur- und Heimat sowie als Obermann des Heimatschutzes war für ihn die Erhaltung von schutzwürdigen Baudenkmälern ein Herzensanliegen. Als Sujets für seine Holzschnitt-Karten wählte er oft Gebäude und Orte in Lenzburg aus. In den 1920er-Jahren produzierte er seine Holzprodukte in Zusammenarbeit mit der Firma A. Bucherer & Co. in Amriswil und Diepoldsau. Diese beschäftigte um 1947 über 200 Mitarbeiter und ist Teil der Aargauer Industriekultur. Das Objekt ergänzt den Schwerpunkt – die Aargauer Industriegeschichte – der Historischen Sammlung somit auf ideale Weise. Carl Zweifel (1884-1963) (Quelle: kunstbreite.ch) Dieser Beitrag wurde im Januar 2019 von Jean-Luc Rickenbacher, ehemaliger Praktikant der Sammlung von Museum Aargau, verfasst. Von Jean-Luc Rickenbacher Von Jean-Luc Rickenbacher Jean-Luc Rickenbacher war 2018 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Kochvideo: Hühnerleber-Raviol – Rezept aus dem 17. Jahrhundert

Zurück zum Blog 13. März 2023 Kategorie Kochvideos & historische Rezepte Kochen Sie Hühnerleber-Raviol nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert. Unsere Schlossköchin zeigt Ihnen im Video, wie es geht. Die Pasta wurde keinesfalls nur in China erfunden. Quellen zeugen davon, dass schon im 3. und 4. Jahrhundert "Teigwaren" nicht nur gebacken, sondern auch im Wasser gekocht wurden. Eindeutig als Pasta zu bezeichnen sind die in Sizilien 1154 bezeugten Tria oder Itriya, dünne lange Nudeln, im Dorf Trabia hergestellt. Heute gibt es nur mehr eine Handvoll Frauen, die diese Nudeln nach altem Rezept herstellen. Das Ravioli ("sambusaj") wird erstmals bei Giambonio da Cremona erwähnt, welcher in seiner Rezeptsammlung aus dem 13. Jahrhundert 80 arabische Rezepte abdruckt. Unser Rezept von Hühnerleber-Raviol stammt aus dem Kochbuch von Eleonora Maria Rosalia (1647-1704), Herzogin von Troppau und Jägerndorf, "Freywillig aufgesprungener Granat-Apffel des Christlichen Samariters". Für 4 Personen Dauer: Vorbereitung 30 Minuten, Fertigstellen 5 Minuten Zutaten Teig: 250 g Dinkelmehl 1.5 dl Wasser 3 frische Eier 25 g Butter Füllung: 250 g Hühnerleber 1 Bund Petersilie 2 Stängel Mangold Grob geriebenes Brot Holländischen Hartkäse, gerieben 2 Eier Gewürzmischung: Pfeffer, Ingwer, Muskatnuss 1 Eiweiss 2 Liter Fleischbouillon Sauce: 50 g Butter Holländischen Hartkäse, gerieben Muskatblüten Pfeffer Zubereitung Alle Zutaten für den Teig mischen. Für 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Die Hühnerleber klein hacken, mit der Petersilie und dem kleingehackten Mangold im Butter anbraten. Das geriebene Brot zugeben. Alles in eine Schüssel geben. Den Käse, die zwei Eier und die Gewürze beimischen. Den Teig sehr dünn ausrollen und in Rauten schneiden. Jeweils ein Stück mit der Füllung belegen. Die überstehenden Teigränder mit Eiweiss bestreichen und mit einem zweiten Stück belegen und festdrücken. Alle Ravioli nochmals für 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Die Bouillon aufkochen und die Ravioli für ca. 3 Minuten garen. In einer Bratpfanne die Butter schmelzen, Käse, Muskatblüten und Pfeffer beigeben und die Ravioli darin schwenken. Heiss servieren. Quelle Eleonora Maria Rosalia, Freywillig aufgesprungener Granat-Apffel des Christlichen Samariters, 1. Auflage 1674. Wer gerne weitere Rezepte selbst ausprobieren möchte: Das Digitalisat des "Granat-Apffel" ist über das Münchner Digitalisierungszentrum aufrufbar . Weitere Kochvideos 04. Mai 2020 Kochvideo: Huhn an Zitrone – Rezept aus dem Mittelalter Huhn an Zitrone: ein raffiniertes Rezept aus dem Mittelalter. Im Kochvideo zeigen wir, wie's geht! 26. Januar 2022 Kochvideo: Spanische Äpfel – Rezept aus dem 17. Jahrhundert Kochen Sie spanische Äpfel nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert. Unser Kochvideo zeigt, wie es geht. Ein einfaches und leckeres Rezept! 26. Mai 2022 Kochvideo: Eine Rindszunge zuzubereiten - Rezept aus dem 18. Jahrhundert Die Köchin des Landvogtes zeigt euch, wie man eine Rindszunge zubereitet. Ein einfaches Rezept aus dem 18. Jahrhundert! Von Angela Dettling Von Angela Dettling Angela Dettling ist Leiterin Vermittlung von Museum Aargau. Die Historikerin kocht für ihr Leben gern Gerichte aus 2000 Jahren. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Kochvideos & historische Rezepte Kommentare

 
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Sanfte Pflege von Sträuchern

Zurück zum Blog 22. Februar 2023 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Im Garten geht die Arbeit bekanntlich nie aus. Gartenfreunde neigen jedoch manchmal dazu, zu stark in die Natur einzugreifen. Oft ist weniger mehr. Ein gutes Beispiel dafür sind Sträucher: Diese müssen nicht jedes Jahr geschnitten werden. Bei den Sträuchern genügt in der Regel ein Schnitt im Abstand von zwei bis drei Jahren. Schneiden Sie zudem nie mehr als ein Drittel des Strauchs heraus – auch aus Rücksicht auf Vögel, die im Frühjahr zu brüten beginnen. Auf grössere Eingriffe mit Säge und Schere sollten Sie ab Ende Februar generell verzichten. Sträucher, die langsam wachsen, müssen nie oder nur selten geschnitten werden. Sie behalten auch ohne Pflege weitgehend ihre Form. Zu den langsam wachsenden Sträuchern zählen Zaubernuss, Felsenbirne und Magnolien, oder auch schöne einheimische Sträucher wie Pfaffenhütchen, Berberitze und Eibe. Diese Arten sollten weitgehend sich selbst überlassen werden. Entfernen Sie – wenn nötig – nur abgebrochene und faule Teile. Grösser Eingriffe stören den natürlichen Wuchs und richten oft mehr Schaden an als sie der Pflanze nützen. Sträucher, die bereits Anfang Frühling blühen, sollten zudem nicht in der Winterzeit geschnitten werden. Denn mit den Ästen werden in diesem Fall auch die wertvollen Knospen weggeschnitten – die Blütenpracht im Frühling bleibt damit aus. Zu früh blühenden Sträuchern gehören Salweide, Winterschneeball, Kornelkirsche und Hasel – oder auch der gelbe Winterjasmin, der manchmal bereits im November wunderschön über Mauern und Treppen erblüht. Über solche früh blühende freuen sich nach dem Winter übrigens auch die Frühaufsteher im Tierreich. Bieren und Hummeln lieben die nahrhaften Pollen. Tipp: Informieren Sie sich bereits vor dem Kauf von Sträuchern, wie gross diese werden, und wählen Sie eine geeignete Art. Für kleinere Gärten empfehle ich grundsätzlich kleinere Sträucher. So müssen Sie die Pflanzen nicht unnötig schneiden – und die Sträucher können sich möglichst natürlich entwickeln. Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Schadet Efeu Bäumen?

Zurück zum Blog 18. Januar 2023 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Efeu ist ein dekorativer Bodendecker und ein wahrer Kletterkünstler. An Bäumen erklimmt die Pflanze in kürzester Zeit Höhen von über 20 Metern. Schädigt Efeu dabei die Bäume? Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. Der immergrüne Efeu ist bei uns weit verbreitet. Die einheimische Pflanze ist sehr gut für das Ökosystem. Klettert Efeu jedoch Bäume hoch, sorgt dies oft für Unsicherheit im heimischen Garten: Entzieht der Efeu dem Baum lebenswichtiges Licht und Nährstoffe? Brechen Triebe ab? Stirbt der Baum im schlimmsten Fall unter einem dichten Efeu-Teppich? Efeu ist kein Parasit Diese Befürchtungen sind in den meisten Fällen unbegründet. Efeu ist kein Parasit. Die Pflanze hat eigene Bodenwurzeln. Diese ziehen Nährstoffe und Wasser aus dem Boden. Die Haftwurzeln, mit denen Efeu klettert, haften zwar am Baumstamm, verletzen diesen jedoch nicht. Efeu nimmt dem Baum auch wenig Licht weg, denn Bäume absorbieren Licht vor allem übers Blattwerk. Efeu dagegen liebt den Schatten und wächst in der Regel nicht bis in die Baumkrone (falls doch, kann Efeu einfach zurückgeschnitten werden). Dichter Efeu-Teppich, welcher die Wildegger Schlossmauer dekoriert. Kräftige Bäume können also gut mit einem Efeukleid leben. Bäume profitieren sogar vom Efeu: Im Sommer beschattet dieser den Stamm. Im Winter dient Efeu als Schutz vor Frostrissen. Zudem bietet Efeu im Frühling einen willkommenen Unterschlupf für Insekten sowie Brutmöglichkeiten für Vögel. Im Herbst ist Efeu dann eine gute Nahrungsquelle für Wespen und Bienen, im Winter lieben Vögel die Beeren. Bis Efeu blüht, dauert es jedoch rund 20 Jahre, sofern dieser nicht zu stark geschnitten wird. Bei noch jungen Bäumen kann ein starker Efeu-Teppich jedoch zu Schäden führen. Auch bei Obstbäumen sollte Efeu vermieden werden, da er die Befruchtung durcheinanderbringen kann. Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Rasenpflege im März

Zurück zum Blog 16. März 2023 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Sobald es wieder wärmer wird und die Natur langsam aus ihrem Winterschlaf erwacht, fallen die ersten Gartenarbeiten an. Jetzt ist unter anderem der ideale Zeitpunkt für die Rasenpflege. Durch den trockenen Sommer hat so mancher Rasen stark gelitten. Stechen Sie dazu an einem trockenen und schneefreien Tag das Unkraut im Rasen aus. Danach wird der Rasen ein erstes Mal geschnitten – dies ausnahmsweise auf eine Tiefe von zwei bis drei Zentimeter, da anschliessend vertikutiert wird (mehr dazu nachfolgend). Die normale Schnitthöhe beträgt vier bis fünf Zentimeter, sonst droht dem Rasen Sonnenbrand. Ein erster tieferer Schnitt im Frühjahr empfiehlt sich auch, wenn später ein Rasenroboter zum Einsatz kommt. So sind alle Halme auf gleicher Höhe und der Roboter übernimmt nicht das Mähen. Nach dem ersten Schnitt kommt der Vertikutierer zum Einsatz. Mit dessen Hilfe wird Moos und Rasenfilz entfernt. Der Rasen kann so wieder besser wachsen. Achten Sie darauf, dass die Messer nur zwei bis drei Millimeter tief in die Grasnarbe schneiden (zu tief eingestellte Messer pflügen den Rasen um). Der Rasen wird längs und quer vertikutiert, so erfasst der Vertikutierer am meisten Moos und Filz. Rechen Sie danach das ganze Grünmaterial sauber zusammen. Auf die kahlen und kaputten Stellen kommen jetzt Rasensamen, am besten verwendet man dafür einen Nachsaatrasen. Für ein gutes Wachstum des Rasens wird noch mit einem stickstoffreichen Langzeitdünger gedüngt. Für die nächsten zwei bis drei Wochen ist es nun wichtig, dass der Rasen schön feucht ist, damit die Samen auch gut wachsen. Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Podcast mit Rolf Schmid, ehemaliger CEO der Mammut Sports Group AG in Seon

Zurück zum Blog 21. März 2023 Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Rolf Schmid, ehemaliger CEO der Mammut Sports Group AG erzählt, wie er das Unternehmen innert weniger Jahre zu einem der komplettesten Anbieter im mittlerweile 40 Länder umfassenden Outdoor-Markt geführt hat. Von 1996 bis 2016 führt der ehemalige CEO der Mammut Sports Group die ehemaligen Nischenunternehmen zum Big Player im Bergsport-Bereich. Im Podcast erzählt er von wagemutigen Marketing-Aktionen, starken Wachstumsphasen und notwendigen Neuausrichtungen der «Mammut», die 1862 als einfache Seilerei in Dintikon ihren Anfang nahm. Mit einer noch immer anhaltenden, spürbaren Verbundenheit zur Firma teilt Rolf Schmid aus der Management-Perspektive mit, wie sich die Firma verschiedensten Problemen stellte und mit kreativen Lösungen darauf zu reagieren wusste. Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Kommentare

 
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Eine Handcreme von 1805 – mit Tutorial

Zurück zum Blog 26. Mai 2023 Kategorien Schlossgeschichten Neuzeit Salben, Pomaden und Cremen sind schon seit Jahrtausenden bekannt – und zwar sowohl für medizinische Zwecke als auch als Kosmetik. Bereits aus dem alten Ägypten kennt man Salben und Cremes. Unter anderem dienten diese mit Ölen in Gefässen als Grabbeigaben. Eines der frühesten bekannten Rezepte einer Creme stammt vom griechischstämmigen Arzt und Anatom Galen. Galen praktizierte von 158 bis 161 in Pergamon als Gladiatorenarzt, später dann in Rom als Leibarzt von Marcus Aurelius. Cremen bestehen fast immer aus Fett, Wasser und einem Emulgator, der die beiden anderen Komponenten bindet. In römischen Cremes war das oft ein tierisches Fett. Der Unterschied zwischen Salben und Cremen ist übrigens derjenige, dass eine Salbe zur Creme wird, wenn man noch zusätzlich Wasser einrührt – mit Hilfe des Emulgators. Eine Creme ist eigentlich nichts anderes als eine wasserhaltige Salbe. Eine Pommade wiederum ist eine Creme, die einen relativ hohen Öl- und Wachsanteil hat und somit eine etwas festere Konsistenz aufweist. Galens "Kalte Creme" und ein Sensationsfund aus London In seinem umfangreichen Werk beschreibt der vorwiegend in Rom tätige griechische Arzt und Anatom Galen unter anderem auch ein Rezept für eine Creme. Das Rezept beinhaltet Öl, Bienenwachs und Rosenwasser. Die Creme kommt mit recht wenig Wachs aus, dafür mehr Rosenwasser, da sie auch zur Kühlung von Muskelkater und Zerrungen gedacht war. Galen war einige Zeit als Gladiatorenarzt tätig – darüber, ob er Muskelzerrungen bei Gladiatoren mit Hilfe dieser Creme gekühlt hat, kann an dieser Stelle nur spekuliert werden, aber denkbar wäre es. Beim Auftragen verdunstet das in der Creme enthaltene Rosenwasser auf der Haut und führt dadurch zu einem kühlenden Effekt. Dieser Effekt war es auch, der der Creme ihren Namen gab. Noch heute wird im angelsächsischen Raum von "Cold Cream" gesprochen. Auch die Grundrezeptur einer Creme aus Ölen, Wachs und Rosenwasser wird auch noch heute angewendet. Im Jahr 2003 wurde bei einer baubegleitenden archäologischen Ausgrabung in Southwark, London ein kleiner Sensationsfund gemacht: ein verschlossenes rundes Zinntöpfchen mit 6 cm Durchmesser und 5.2 cm Höhe mit einer Creme darin. Die Creme wird um die Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. datiert und gilt als bisher älteste aus Europa erhaltene kosmetische Creme. Römischer Cremetopf aus Southwark, London, datiert Mitte 2. Jh. n.Chr. Die biochemischen Analysen von Richard Evershed und seinem Team ergaben, dass die Creme zu rund 40% aus tierischem Fett (vermutlich vom Rind oder Schaf), zu rund 15% aus Zinnoxid (Kassiterit) sowie aus Stärke bestand. Römische Gesichtscremen enthielten zum Abdecken und Aufhellen oft giftiges Bleiacetat (cerussa), in der gefundenen Salbe wurde dies offenbar mit Zinnoxid ersetzt, was angesichts der Verfügbarkeit in Grossbritannien ein naheliegender Ersatz war. Das Team um Evershed hat basierend auf der Analyse versucht, die Creme zu reproduzieren. Das Resultat war eine weissliche, deckende Creme. Gleich nach dem Auftragen sei sie eher fettig, durch die enthaltene Stärke und das Zinnoxid jedoch blieb ein pudriges Finish, nachdem das Fett eingezogen war. Körperpflege und Kosmetik im 18. und 19. Jahrhundert Im 18. und 19. Jahrhundert gab es eine Vielzahl von Schriften zu Gesundheit und Kosmetik, die Rezepte zur Herstellung von Cremes, Salben, Pomaden, Schminke, Parfums, Wässerchen und so weiter beinhalteten. Die Traktate deckten alles möglich ab: von der Salbe gegen Warzen übers Zahnpulver, duftenden Waschbällen und Haarpuder bis hin zu "roter Schminke" für Lippen und Wangen. An dieser Stelle entkräften wir gerne noch einmal das gängige Klischee, dass sich die Menschen im 17. und 18. Jahrhundert nicht wuschen und die Körperpflege einzig darin bestanden haben soll, sich einzuparfümieren. Man hat sich durchaus gepflegt und ebenso Wert auf eine gepflegte Erscheinung gelegt – einzig sah diese Pflege in manchen Aspekten etwas anders aus, als heute. Statt der täglichen Dusche oder dem Vollbad wusch man sich mit Hilfe von Waschschüssel und Schwamm und hielt sich überdies mit dem regelmässigen Wechseln der leinenen Unterwäsche sauber. Und: Viele der historischen Rezepte ergeben auch heute noch wunderbare Körperpflegemittel oder Duftwässerchen! Mit Hilfe des Bidets wie auf dem Bild oder mit Waschschüssel und Schwamm: Körperpflege wurde auch im 18. Jahrhundert betrieben. La Toilette intime ou la Rose effeuillée von Louis-Léopold Boilly, Ende 18. Jh. Handcreme-Rezept von 1805 Ein Beispiel für eine solche Schrift für die Herstellung von kosmetischen Mittelchen ist das Büchlein "Kallopistria oder die Kunst der Toilette für die elegante Welt" von 1805. Verfasst wurde es vom deutschen Apotheker und Chemiker Johann Bartholomäus Trommsdorff. Auf Seite 169 von Trommsdorffs Büchlein finden wir eine "Pommade, welche den Teint erhält" und mit der man "des Nachts das Gesicht und die Hände" überstreichen soll. Titelblatt des Büchleins von Johann Bartholomäus Trommsdorf, Wien, 1805. Das Grundprinzip einer Creme oder Pommade ist seit Galen gleichgeblieben: Auch die besagte Pommade bei Trommsdorff besteht aus einem Fett- oder Öl-Anteil, Wasser sowie einem Emulgator, der die beiden Komponenten miteinander verbindet. Das Originalrezept lautet folgendermassen: "Man lasse in einer zinnernen Pfanne eine Drachme weises Wachs, 2 ½ Drachme Wallrath und zwei Unzen frisches Mandelöl bei gelinden Feuer schmelzen, entferne das Gefäss von dem Feuer und rühre es stark durcheinander, bis es zu erkalten anfängt, dann setze man tropfenweise eine Unze Rosenwasser hinzu, welches man durch ein starkes Durcheinander-Reiben damit zu vereinigen sucht. Mit dieser Pommade überstreicht man des Nachts das Gesicht und die Hände. So dienet es auch zur Auftragung der Schminke." Die Gewichtseinheiten lassen den modernen Lesenden stutzen: Drachmen und Unzen sind heute nicht mehr geläufig. Bis zur Einführung des metrischen Systems waren solche Apothekergewichte in Deutschland als obrigkeitlich festgelegte Masseinheiten bis ins 19. Jahrhundert hinein gang und gäbe. Umgerechnet entspricht eine Drachme einem metrischen Wert von ungefähr 3.5 bis 4 Gramm. Wir rechnen hier mit 3.5 Gramm weiter. Eine Unze wiederum entspricht knapp 30 Gramm. Auch die Ingredienz "Walrath" sorgt für Stirnrunzeln. Es handelt sich hierbei um eine fett- und wachshaltige Substanz aus dem Kopf des Pottwals. Dieses Öl wurde für alles Mögliche verwendet: als Lampenöl, Schmiermittel, Imprägniermittel und eben auch in Cremen und Salben. Heutzutage findet man glücklicherweise in der Drogerie synthetisch hergestellten Walrat-Ersatz oder man kann Jojobaöl als Substitut verwenden. Es müssen also keine Pottwale für unsere Pommade respektive Creme dran glauben. Das Rezept für den modernen Lesenden Die Zutatenliste lautet also: 3.5 Gramm Bienenwachs 8.5 Gramm Walrat-Ersatz 30 Gramm Mandelöl 30 Gramm Rosenwasser Anstelle der zinnernen Pfanne kann man das Wachs, den Walrat-Ersatz und das Mandelöl in einem Glas im Wasserbad langsam erwärmen und zum Schmelzen bringen. Ist alles geschmolzen und hat sich zu einer homogenen Flüssigkeit vermengt, kann man die Mischung kurz ein wenig abkühlen lassen. Danach tröpfelt man das Rosenwasser unter ständigem Rühren in die Mischung, bis sie sich langsam verdickt. Wenn die Mischung ungefähr die Konsistenz von Mayonnaise erreicht hat, füllt man sie in ein entsprechendes Behältnis. Die Pommade respektive Creme wird beim Abkühlen noch etwas fester. Und fertig ist die "Pommade, welche den Teint erhält"! Für Personen mit empfindlicher Haut empfiehlt es sich, die Creme ausschliesslich als Handcreme zu benutzen. Da sie keine künstlichen Konservierungsstoffe enthält, bewahrt man sie am besten im Kühlschrank auf und verwendet sie möglichst bald nach der Herstellung. Gutes Gelingen! Literatur Sherrow, Victoria: For Appearance' Sake. The Historical Encyclopedia of Good Looks, Beauty and Grooming, Westport, 2001. Evershed, R. P., et al.: "Archaeology: Formulation of a Roman cosmetic." Nature, vol. 432, 2004. Mansell, Katherine: Recreating a 2000-year-old-cosmetic, in: Nature. International weekly journal of science, 2004, https://www.nature.com/news/2004/041101/full/news041101-8.html Weitere Blogbeiträge 11. Juli 2023 Sommer-Accessoires im 19. Jahrhundert Museum Aargau präsentiert eine Auswahl von Accessoires, welche die Damen und Herren des 19. Jahrhunderts im Sommer trugen. Diese Objekte… 23. August 2022 Heilkunde im Kloster Seit jeher befassen sich Klöster mit Heilkunde, da die Fürsorge für die Armen und Kranken tief in ihrer Tradition verankert ist. Auch beim… 17. Dezember 2020 Schnürleib, Strümpfe, Strohhut – die Damenmode um 1780 Margaretha Mutach weilte um 1780 als Frau des Landvogts auf Schloss Lenzburg. Was trugen die Damen zu jener Zeit? Eine Reise in die… Von Gabriela Gehrig Von Gabriela Gehrig Gabriela Gehrig leitet das Freiwilligenprogramm von Museum Aargau und ist als Geschichtsvermittlerin tätig. Als Historikerin interessiert sie sich besonders für Sozial- und Kostümgeschichte und schneidert wann immer möglich auch selber. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schlossgeschichten Neuzeit Kommentare

 
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Flower-Power aus der Sammlung

Zurück zum Blog 13. Juni 2023 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Der Sommer naht und die Pflanzenwelt erblüht in voller Pracht. Um die farbenfrohe Blütezeit gebührend zu feiern, wird hier eine kleine Auswahl von "blumigen" Objekten aus der Sammlung von Museum Aargau präsentiert. Blumen sind seit jeher ein Motiv, welches die Menschen fasziniert. Blumen stehen für das aufkommende Leben und so auch für den Frühling. Doch gleichzeitig sind Blumen auch sehr vergänglich. Diese Dichotomie des Lebens ist Teil der Anziehungskraft der Blumen auf den Menschen. Blumen bzw. Pflanzenbilder lassen sich bis in die Urzeit nachweisen. In der Geschichte der Ornamente sind Blumenmotive mit Abstand die häufigsten Verzierungsmotive und dies in sehr vielen Kulturen der ganzen Welt. Mit Blumenmotiven geschmückte Objekte wurden dank der Handelswege schon in der Antike verbreitet. So bewunderten bereits die Römer chinesisches Porzellan, das mit abgebildeten Pfingstrosen geschmückt wurde. Da jede Blumenart seinen eigenen Reiz hat, wurde ihnen auch bestimmte symbolische Bedeutungen gegeben, die aber je nach Mode, Ort und Zeit stark variieren konnten. Diese Blumensprache wird noch heute in der Floristik verwendet. Das Verlangen der Menschen, Objekte mit Blumenmotiven zu schmücken, ist auch bei Objekten der Sammlung von Museum Aargau zu sehen. Diese schönen Objekte helfen einem auch im "abgeschottet" wirkenden Sammlungszentrum Frühlingsgefühle zu bekommen. Blumenquartett Niederländisches Blumen-Quartettspiel (Inv. Nr. K-12908) © Museum Aargau Ein interessantes "blumiges" Objekt aus der Sammlung ist dieses alte Quartettkartenspiel mit Blumenmotiven. Dieses niederländische Quartettspiel kam 1991 als Schenkung zusammen mit anderen Quartettspielen in die Sammlung. Es besteht aus 32 Karten und stammt von der Firma "Spears Spelen", die früher unter ihrem deutschen Gründungsnamen J. W. Spear & Söhne bekannt war. Die Abbildungen der Blumen dieses Quartettspiels stammen von den Aquarellen der Malerin Catharina Klein, worauf auch in der Verpackung hingewiesen wird. Der Ursprung des Spiels Quartett liegt in Lernkarten. So sollte die Idee vom Franziskanermönch Thomas Murner stammen, der seinen Schülern mit solchen Karten spielerisch Grammatik und Jura vermitteln wollte. Dafür erfand er anfangs des 16. Jahrhunderts zwei Kartenspiele. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Spiel Quartett allgemein bekannt. Neben Dichter- und Schriftstellerquartetts gab es Spiele, die sich mit Themen wie Benimmregeln, Schlachten, fremden Ländern, Kräuterkunde und eben auch mit Blumen beschäftigten. Blumenzeichnung Bunte Zeichnung von Blumen (Inv. Nr. K-22811) © Museum Aargau Blumen sind ein beliebtes Zeichnungssujet. Das sieht man auch anhand dieses Objektes aus der Sammlung. Diese Zeichnung stammt aus dem Nachlass von Adelheid Katharina Elisabeth v. Effinger und aus dem Nachlass von Franz Viktor Effinger und seiner Tochter Maria Susanna. Die Sammlung kaufte diese Zeichnung als Teil eines Konvoluts mit anderen Objekte in 2019. Es ist eine Aquarellzeichnung basierend auf Bleistift-Skizzen, mit mehreren offenen roten Blüten und geschlossenen gelben Blüten, dazu grünlich-graue Blätter. Rechts unterhalb von der Zeichnung ist handschriftlich und teilweise verdeckt geschrieben: "L d'E. fecit. dédié à sa soeur bien aimée Sophie (le 6 aoùt 1849)." Das Bild ist somit auf das Jahr 1849 zu datieren. Die Identität des Zeichners/der Zeichnerin ist unklar. Angesichts anderer Skizzen im selben Konvolut von einem "Ludwig/L. von Effinger", könnte die Signatur auf dem Bild "L d'E." von Karl Albrecht Ludwig von Effinger (1832-1853) gewesen sein. Dies, da er eine Schwester namens Marie Sophie Bertha hatte. Ein anderer möglicher Zeichner ist Ludwig Rudolf von Effinger (1803-1872). Kuchenmodel Blumen Geschnitztes Kuchenmodel mit Blumenmotiven (Inv. Nr. K-895) © Museum Aargau Auch bei Lebensmittel und deren Produktion sind Blumen beliebte Motive. So auch bei diesem aus Holz geschnitzten Kuchenmodel mit 12 cm Durchmesser aus den 1660er-Jahren. Dieses Kuchenmodel kam als Schenkung in die Sammlung. Ein sehr ähnliches Model befindet sich im Landesmuseum in Zürich. Das Model der Sammlung ist vermutlich ein Fragment, das offensichtlich bearbeitet wurde. Diese Kuchenmodel dienten zur Formung bzw. der Verzierung von Teig oder Zierzucker. Die geschnitzten Elemente wurden als negativ auf den Teig übertragen. In der Barockzeit wurden Darstellungen aus der biblischen Geschichte auf Model immer beliebter. Bekannte Episoden aus dem Alten oder Neuen Testament wurden in Holz geschnitzt. Die Bibel wurde essbar. Dies sieht man auch anhand der Symbolik dieses Kuchenmodels. Die Erde erhebt sich als Weltenberg in die Höhe. Von der Bergspitze ergiessen sich die vier Wasserströme ins Meer. Der Berg bringt den Lebensbaum hervor, gekrönt mit einer blühenden, offenen Rose, die für Lebensfreude steht. In seinen Zweigen sitzen der Papagei bzw. der Kranich und der Pfau, was Symbole des Paradieses und der Unsterblichkeit sind. Die Wiege und der Sarg werden aus dem Holz des Lebensbaumes gezimmert. Die Darstellung offenbart noch das alte vertikale Weltbild des Menschen von damals. Blumiges 60er-Jahre Damenkleid Kleid der Firmeninhaberin der Textildruckerei Suhr, (Inv. Nr. K-18374.17) © Museum Aargau Nicht zu vergessen sind natürlich die 1960er Jahre und ihre Flower-Power-Bewegung, die den Stil dieses Jahrzehnts prägte. So befindet sich auch ein mit Blumenmotiven geschmücktes Damenkleid in der Sammlung. Das ärmellose Kleid mit Rundhalsausschnitt hat ein Blumenmuster in weiss, hellblau und braun auf orangem Fond. Das Kleid stammt aus der Garderobe der Tochter und Erbin des Firmeninhabers Hans G. Müller der Textildruckerei Suhr AG. Die Tochter fertigte das Kleid aus Stoff der Druckproduktion der Firma. Als die Textildruckerei Suhr AG im Jahr 2010 Konkurs ging, kam dieses Kleid zusammen mit vielen anderen Kleidern des Konvoluts in die Sammlung. Wie es anhand des Namens der Flower-Power-Bewegung erkennbar ist, waren Blumen eines der wichtigsten Zeichen für die Hippie-Bewegung. Dies, weil sie "Love and Peace" symbolisierten. Blumen waren in dieser Bewegung überall zu sehen. Sei dies gemalt oder gefärbt auf Jeans, Röcken und Kleidern oder als echte Blumen in den Haaren. Blumenförmige Brosche Blumenförmige Brosche, die als Trauerschmuck getragen wurde, (Inv. Nr. K-19823) © Museum Aargau Gleich wie Blumen verblühen, ist der Frühling leider auch schon bald vorbei. Diese Verbindung zwischen Blumen und dem Vergänglichen ist bei diesem Objekt besonders zu sehen. Diese blumenförmige Brosche besteht aus Bakelit. Die Brosche hat eine Nadel aus Messing zum Fixieren an die Kleider. Als Motiv dieser Brosche dienen drei nebeneinanderliegende Blumen mitsamt Stängel. Sie sind Schwarz bemalt, da die Farbe Schwarz in der westlichen Welt den Tod symbolisiert. Es handelt sich deshalb hier um Trauerschmuck, welcher während und eine gewisse Zeit nach der Bestattung getragen wurde. Diese Blumenbrosche ist in die Mitte des 20. Jahrhunderts zu datieren und kam als Schenkung 2013 zusammen mit weiterem Trauerschmuck in die Sammlung. Blumen spielen seit langer Zeit eine wichtige Rolle bei Beerdigungen und der Bewältigung von Trauer. Dabei symbolisieren sie je nach Art und Farbe der Blumen verschiedene Themen und Gefühle wie Vergänglichkeit oder Verbundenheit und dienen als Trost für die Hinterbliebenen. Alle blumigen Objekte? Nun sind wir am Ende unseres blumigen Ausflugs in die Sammlung angelangt. Selbstverständlich gibt es noch weitere Objekte, die in einer solchen Auflistung vorkommen könnten. Falls Sie gerne unsere weiteren blumigen Objekte im Sammlungszentrums in Egliswil besuchen möchten, laden wir Sie dazu gerne ein. Jeden ersten Dienstag des Monats gibt es eine öffentliche Monatsführung im Sammlungszentrum Egliswil. Melden Sie sich dafür bei der Website von Museum Aargau an. Weitere Blogbeiträge 17. Juni 2022 Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer… 02. Oktober 2020 So raffiniert war die Mode im Spätmittelalter Welche Kleidung trugen die Männer und Frauen im Spätmittelalter? Etwas Sackartiges oder Einfaches in Braun? Weit gefehlt! Erleben Sie im… 19. Dezember 2023 Uniformierter Frisch-Service von Zweifel Pomy-Chips AG Museum Aargau hat ein Buch zur Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG veröffentlicht. Anlässlich dieser Publikation schenkte Zweifel der… Von Cedric Zbinden Von Cedric Zbinden Cedric Zbinden ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Kommentare

 
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Glaubensfragen und Machtkämpfe: So entstand das Kloster Wettingen

Zurück zum Blog 05. Juli 2023 Kategorie Klosterleben Das Kloster Wettingen wurde 1227 von Heinrich II. von Rapperswil gestiftet. Eine Legende will, dass er in Seenot Maria, die Mutter Gottes, um Hilfe anrief und ihr bei Rettung ein Kloster versprach. Doch was steht wirklich hinter der Gründungslegende? Heutzutage gibt es immer weniger aktive Klöster in der Schweiz, doch in der Zeit des Spätmittelalters gab es einen regelrechten Kloster-Boom. Damals entstand das Kloster Wettingen mit dem Namen "Stella Maris", gestiftet von Ritter Heinrich II. um 1227. Hinter der dramatischen Gründungslegende stecken auch Machtspiele. Eine dramatische Gründungslegende Ein Ritter gerät auf hoher See in einen Sturm. In der Seenot sieht er nur eine Rettungsmöglichkeit: Er kniet nieder und betet. Er verspricht, der heiligen Maria ein Kloster zu widmen, sollte sie ihn retten. Daraufhin erscheint ein heller Stern am Himmel, die Wogen glätten sich, der Ritter überlebt und lässt in Wettingen ein Kloster bauen. Es trägt den Namen "Stella Maris", Stern des Meeres. Die Gründungslegende des Klosters Wettingen ist seit dem Jahr 1500 – also 280 Jahre nach der Gründung des Klosters – schriftlich dokumentiert. Doch was steht wirklich hinter dieser Legende? Abbildung der sagenumwobenen Gründungslegende Stella Maris – Für den Glauben auf hoher See Als "Stella Maris" ist die heilige Maria die Schutzpatronin für alle Seefahrenden. Dieser Name war bereits im 9. Jahrhundert verbreitet. Die Hymne "Ave Stella Maris" war ein beliebtes Lied in der Kirche und wurde aus dem Lateinischen auch auf Deutsch übersetzt. Auch zahlreiche andere Hymnen und Gedichte der christlichen Kirche beinhalten die Anrufung Marias als Stella Maris. Bernhard von Clairvaux, der Begründer des Zisterzienserordens, sah die heilige Maria als eine der wichtigsten Figuren im Christentum. Die Verehrung Marias ist daher ein Merkmal des Zisterzienserordens und zeigt sich in den vielen Mariendarstellungen, welche ihre Klöster zieren. Es passt, dass sich Heinrich II. von Rapperswil bei der Gründung des Klosters in Wettingen für den Namen Stella Maris entschied. Als Motto wählte er passend dazu "Non mergor", lateinisch für "Ich gehe nicht unter". Dieser Leitspruch nimmt Bezug auf die schwere Seenot, welche Heinrich II. laut der Legende mit Marias Hilfe überstanden hatte. In diese geriet er auf dem Heimweg von einem Kreuzzug oder einer Pilgerreise. Ab 1100 begannen die sogenannten Kreuzzüge: Der Papst hatte dazu aufgerufen, das "Heilige Land" (das heutige Gebiet von Israel, Palästina und Jordanien) für die Christen in Besitz zu nehmen. Es waren Machtkämpfe, getrieben durch verschiedene religiöse Glaubensansätze. Die christlichen Kreuzfahrer wollten die muslimische Bevölkerung vertreiben. Graf Heinrich von Rapperswil, Nachzeichnung eines verlorenen Wandbilds des 17. Jahrhunderts im Kreuzgang des Klosters Wettingen. (Zentralbibliothek Zürich) Heinrich II. von Rapperswil begab sich vor 1223 auf einen Kreuzzug oder eine Pilgerfahrt nach Jerusalem. Seine Frau und sein Kind verstarben während ihres Aufenthaltes in Jerusalem. Alleine kehrte er in die heutige Schweiz zurück mit der Absicht, ein Zisterzienserkloster zu gründen. Die Zisterzienser verstanden sich als ein Orden, der wieder zur Benediktinerregel zurückkehren wollte. Sie strebten ein einfaches Leben an und wollten von der Arbeit der eigenen Hände leben. In Widerspruch zu diesen Grundsätzen warb aber auch bereits Bernhard von Clairvaux, der Begründer des Zisterzienserordens, für Kreuzzüge: Er rief im Auftrag des Papsts zum Zweiten Kreuzzug auf. Standort Wettingen – Schlichtweg gutes Investment? Laut der Gründungslegende habe Heinrich II. bei einem Ritt auf der Suche nach der geeigneten Stelle für das versprochene Kloster einen funkelnden Stern über Wettingen erblickt. Er deutete ihn als göttliches Zeichen, dass er das Kloster an eben der Stelle, gerade neben der Limmat, stiften sollte. Es gab jedoch auch andere Gründe, wieso er sich dazu entschied, das Kloster auf der Wettinger Halbinsel zu gründen. Damals gab es in der Schweiz einen regelrechten Flickteppich an verschiedenen Adelsherrschaften. Unter diesen kam es immer wieder zu Konflikten, vor allem, wenn es um Ämter und Grundbesitz ging. Dies war auch in der Region Wettingen nicht anders. Der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, Friedrich I. Barbarossa, teilte die Hoheitsrechte zwischen den Habsburgern und den Kyburgern auf. Somit hatten diese beiden Adelsgeschlechter das Recht, ihre jeweiligen Gebiete zu verwalten. Im Gebiet von Wettingen regierten die Kyburger. Die Herren von Rapperswil wollten in diesem Gebiet ihren Einfluss ausweiten. Sie waren damals Vögte in Einsiedeln. Dabei vertraten sie den Kaiser und verwalteten das Land in seinem Namen. Mit dem Amt gingen auch verschiedene Privilegien einher. So besassen die Rapperswiler die "niedere Gerichtbarkeit", das heisst, sie durften für kleinere Verbrechen Strafen und Bussen sprechen. Als nun die Kyburger die Vogteirechte über das Gebiet von Einsiedeln übernehmen wollten, bot ihnen Heinrich von Rapperswil einen Kompromiss an, um seine Privilegien nicht zu verlieren. Er schlug vor, ein Zisterzienserkloster in Wettingen zu bauen. Über dieses sollten die Kyburger die Vogteirechte erhalten und im Gegenzug ihre Ansprüche auf das Gebiet von Einsiedeln fallen lassen. Mit diesem Kompromiss gaben sich die Kyburger zufrieden. Das Kloster nach der Entstehung. Die letzten Schritte zum Kloster Nun galt es noch, die Erlaubnis vom Generalkapitel der Zisterzienser in Cîteaux zu erhalten. Nach zwei gescheiterten Versuchen im Jahr 1220 und 1223 gelang es Heinrich schliesslich 1226, mit Hilfe eines befreundeten Bischofs eine Bewilligung aus Cîteaux zu erhalten. Im Frühjahr 1227 kaufte Heinrich von Rapperswil schliesslich den Grundbesitz und das Patronatsrecht über die Kirche in Wettingen dem Grafen von Dilligen (eines Verwandten der Kyburger) ab. Noch im selben Jahr begaben sich zwölf Mönche aus Salem, im heutigen Deutschland, auf den Weg in das neu gegründete Kloster nach Wettingen. Heinrichs Projekt war somit geglückt und er trat kurz vor seinem Lebensende als Mönch selber dem Kloster bei. Hinter der Gründung des Klosters stecken also verschiedene Motive. So nutzte Heinrich II. die Stiftung des Kloster Wettingens auch dafür, um den Einfluss der Rapperswiler in der Innerschweiz langfristig zu sichern. Die Legende zur Klostergründung war identitätsstiftend für das Kloster Wettingen. "Stella Maris" ist in Form einer Meerjungfrau im Wappen des Klosters zu sehen und prägt bis heute das Bild der Klosterhalbinsel. Das Wappen des Klosters. "Stella Maris" ist darauf als Meerjungfrau zu erkennen. Literatur Hoegger, Peter: Das ehemalige Zisterzienserkloster Wettingen, Kanton Aargau, GSK Band 604/605, Bern 1997. Kottmann A., Hämmerle M.: Die Zisterzienserabtei Wettingen, 1996. Meng, Heinrich: 750 Jahre Kloster Wettingen 1227-1977: Festschrift zum Klosterjubiläum, 1977. Görg, Manfred: "Mirjam", in: Manfred Görg, Bernhard Lang (Hrsg.): Neues Bibel-Lexikon. Band 2: H – N. Zürich 1995. Eugster, Erwin. Adlige Territorialpolitik in der Ostschweiz: kirchliche Stiftungen im Spannungsfeld früher landesherrlicher Verdrängungspolitik. Chronos, 1991. Eugster, Erwin: " Rapperswil, Heinrich II. von ", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 16.12.2011. Online, konsultiert am 26.05.2023. Tremp, Ernst: " Kreuzzüge ", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 21.11.2007. Online, konsultiert am 26.05.2023. Holenstein, André: " Vogteien ", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.11.2014. Online, konsultiert am 24.05.2023. Weitere Blogbeiträge 14. August 2023 Wie kommt die Meerjungfrau ins Kloster Wettingen? Auf der Klosterhalbinsel Wettingen findet sich an Gebäuden, in Gemälden und im Wappen des Klosters selbst eine Meerjungfrau mit zwei… 23. August 2022 Heilkunde im Kloster Seit jeher befassen sich Klöster mit Heilkunde, da die Fürsorge für die Armen und Kranken tief in ihrer Tradition verankert ist. Auch beim… 14. Oktober 2020 Die Äbtissin führt zum Klarafenster im Kloster Königsfelden Die berühmten Glasfenster der Klosterkirche Königsfelden sind Symbole der herausragenden Stellung der Habsburger im 14. Jahrhundert.… Von Joana Meier Von Joana Meier Joana Meier ist Praktikantin in der Vermittlung beim Standort Klosterhalbinsel Wettingen. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Klosterleben Kommentare

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