Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der aktuellsten und trendigsten Sommerkollektion entsprungen sein könnten. Dabei kommt uns die Vergangenheit doch meistens grau und trostlos vor. Dass dem aber nicht immer so ist, zeigt sich auch am Textilfundus des Museum Aargau. Die aufgedruckten Muster reichen von verspielten Blumenmustern über abstrakte geometrische Figuren und erfrischende Blautöne bis hin zu psychedelisch anmutenden Labyrinthen. Gespeist wird dieser Fundus von unterschiedlichen Herstellern aus der Schweiz und aus dem Ausland. Spezielle Exemplare sind bspw. das von Albert Kriemler gestaltete Kleid der ehemaligen Bundesrätin Doris Leuthard, das sie 2017 bei einem Staatsbesuch trug. Oder ein blau/weiss gefärbtes, seidenes Mantelkleid eines chinesischen Würdeträgers um 1800, das eventuell von einem Mitglied der Mittelschweizerischen Geographisch-Commerciellen Gesellschaft in Aarau mitgebracht wurde. Eine kleine Geschichte des Drucks Ein oft übersehener Arbeitsschritt bei einem Kleidungstück ist das Bedrucken des Stoffes, vor allem wenn es um aufwendige Muster oder Farbverläufe geht. Vor der Einführung maschineller und später computergesteuerter Maschinen ging dies nur durch harte Arbeit, denn die Druckvorlagen mussten von Hand geschnitzt werden. Erst Ende des 19. Jh. wurde im nordenglischen Newcastle eine Druckmaschine mit gravierten Metallwalzen erfunden. K-18355.35, Satz Druckschablonen aus der Textildruckerei Suhr, Sammlung Museum Aargau, © Museum Aargau. Auf der Weltausstellung in Chicago präsentierte der japanische Pavillon bunt bedruckte Kimonos. Diese wurden durch ein sogenanntes Hartpapier-Verfahren bedruckt. Dabei werden Papierschablonen auf ein straff gespanntes Gitter aus Pferdehaaren geklebt. Mit dieser Schablone wird nun Wachs auf den Stoff aufgebracht. Die freien Stellen nehmen dann die gewünschte Farbe auf. Diese Methode wurde verschiedentlich verfeinert und zum heute bekannten Siebdruck-Verfahren weiterentwickelt. Looking West From Peristyle, Court of Honor and Grand Basin of the 1893 World's Columbian Exposition (Chicago, Illinois), 1893, © The Project Gutenberg EBook of Official Views Of The World's Columbian Exposition, C. D. Arnold (1844-1927); H. D. Higinbotham. Know-how Made in Suhr Ein frühes Beispiel aus der Schweiz ist die Textildruckerei in Blumenegg im heutigen Kanton St. Gallen. Seit 1829 wurde dort in einer Fabrik Baumwollgewebe hergestellt und woran sich später auch eine Druckerei anschloss. Auch im Kanton Aargau entstanden Textildruckereien, wie die 2010 insolvent gegangene Textildruckerei Suhr AG. Die Anfänge dieser Firma reichen bis ins Jahr 1903 zurück. Die Herren Häusle und Gasser, die beide aus dem elsässischen Mühlhausen nach Aarau migriert waren, bezogen dort die erste Druckerei. Das Hauptgeschäft der Firma war vor allem die Herstellung von Tischdecken und Bettüberwürfen für Hotels. Fünf Jahre später – der Unternehmensname lautete nun Ruffi, Gasser & Cie. – wurde die Firma in den eigens dafür erbauten Fabrikkomplex in Suhr verlagert. Jedoch trat bereits 1912, als Reaktion auf die durch fallende Baumwollpreise ausgelöste Krise, die Umwandlung zu einer Genossenschaft ein. Diese existierte bis 1948. Schliesslich erfolgte die Gründung der Familienaktiengesellschaft Textildruckerei Suhr AG, die bis zum Konkurs Bestand hatte. Ansicht des Fabrikgebäudes der ehemaligen Textildruckerei Suhr, 2011, © Hubert, Keller, AZ Medien. Zeitloses Design Im Sammlungszentrum Egliswil befinden sich nun insgesamt 25 Kleider aus dem Privatbesitz der Gattin und der Tochter des letzten Firmeninhabers Hans Müller. Sie zeigen die Blütezeit des maschinellen Textildruckes von 1930-1990. Diese Kleider wurden von einer leider unbekannten Schneiderin im Auftrag der beiden Damen aus den Stoffen der eigenen Druckproduktion gefertigt. K-18374.16, Kleid der Firmeninhaberin der Textildruckerei Suhr, Druck: TEXTILDRUCKEREI SUHR AG, Suhr, Sammlung Museum Aargau, © Museum Aargau. Den Kleidern sieht man die Jahre nicht an. Strahlend wie eh und je präsentieren sie sich den interessierten Betrachtern. Sie zeugen von einer in der Schweiz immer weiter verschwindenden Handwerkskunst. Wenn Sie also den 50er und 60er-Vibe wiederbeleben möchten und noch auf der Suche nach einem wahren Hingucker sind, dann statten sie doch dem Textilfundus im Sammlungszentrum Egliswil einen Besuch ab. Ein bleibender Eindruck ist beinahe garantiert. Literatur Appelbaum, Stanley: The Chicago World’s Fair of 1893. A photographic record. Photos from the collections of the Avery Library o Columbia University and the Chicago Historical Society. Dover Publications, New York 1980. Faine, Brad: DuMonts Handbuch Siebdruck, Geschichte-Technik-Praxis. DuMont, Köln 1991. Geschichte des Technologiepark Blumenegg AG. URL: www.tpblumenegg.ch/geschichte/ (Stand: 10.05.2022, 13:45 Uhr). Objekt des Monats Nr. 20 (September 2015), Tarnfarbenstoffe aus der Textildruckerei Suhr AG, Inv. Nr. K-18358.1-3, © Historisches Museum Aargau. Sigur, Hannah: The Influence of Japanese Art on Design. Gibbs Smith, Layton, Utah 2008. Keller, Hubert: Denkmalpflege ist gegen den Abbruch. Artikel in AZ, 22.02.2011. URL: www.aargauerzeitung.ch/verschiedenes/denkmalpflege-ist-gegen-den-abbruch-ld.2046994 (Stand: 19.05.2022, 11:40 Uhr). Von Romeo Arquint Von Romeo Arquint Romeo Arquint ist Historiker und war 2022 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Kommentare

 
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Der verlorene Garten von Schloss Hallwyl

Zurück zum Blog 23. Mai 2021 Kategorie Schlossgeschichten Vor dem Schloss Hallwyl erstreckt sich ein grosser Kiesplatz. Was lange Jahre als Parkplatz herhalten musste, hatte die Familie von Hallwyl im 18. Jahrhundert als barocken Garten anlegen lassen. Als der Kanton Aargau in den 1990er-Jahren das Schloss von der Hallwil-Stiftung übernahm, beschränkten sich die Sanierungsmassnahmen darauf, das Gelände des einstigen Gartens in seiner ganzen Ausdehnung wieder zu zeigen. Sieben Eibenkegel entlang dem Krebsbach erinnern an die strengen Gestaltungsprinzipien barocker Gärten. Der heutige Platz vor dem Schloss Hallwyl. (Foto Museum Aargau) Für eine Rekonstruktion des Gartens fehlte damals das Geld – was dafür erlaubt, den Platz für Veranstaltungen wie das Openair-Kino zu nutzen. Im Zuge der Recherchen zum Jahresthema "Aufgeblüht!" 2021 stiess das Team von Museum Aargau auf einen unveröffentlichten Plan des Gartens aus dem Jahr 1804. Garten aus dem 18. Jahrhundert Wann der Garten vor dem Schloss genau entstand, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. 1754 umgab ein Zaun das Areal östlich des Schlosses; vielleicht diente es damals als Gemüsegarten. Wahrscheinlich liess Bernhardine von Hallwyl den Garten anlegen. Sie wurde 1753 Witwe – noch keine 25 Jahre alt, verlor sie ihren um vierzig Jahre älteren Mann Johannes. Das Schloss Hallwyl auf einem Stich aus David Herrlibergers "Neuen und vollständigen Topographie der Eydgnossschaft", 1754. (Universitätsbibliothek Bern) Bernhardine stammte aus einer alten Berner Patrizierfamilie und dürfte Gefallen an einem französischen Garten gefunden haben. Die Bauuntersuchung der Schlossanlage kam zum Schluss, dass die spätmittelalterliche Ufermauer um 1757 durch eine begradigte Mauer ersetzt wurde, die als Begrenzung für den neuen Garten diente. Älteste Darstellung von 1779 Die erste bekannte Darstellung des Gartens von Hallwyl zeichnete Johann Martin Usteri, der Zürcher Dichter und Maler, von dem auch das Volkslied "Freut euch des Lebens" stammt. Er war mit Johann Heinrich Pestalozzi befreundet, der häufig im Schloss Hallwyl zu Gast war. Der französische Garten vor dem Schloss Hallwyl, Zeichnung von Johann Martin Usteri, 1779. (Zürcher Kunstgesellschaft) Die Skizze des sechzehnjährigen Usteri deutet ein Wasserspiel im Zentrum des Gartens an. Gegen den Bach zu lag eine gewölbte Gartenlaube. Ein Plan von 1780 zeigt die symmetrische Gliederung des Gartens mit einem Wegkreuz, wie sie für Gärten des 18. Jahrhunderts typisch war: Plan des links des Aabachs gelegenen Schlossgutes, um 1780. (Staatsarchiv Bern) Der Gartenplan des Bündners Johannes Salzgeber Wie aber war der Garten von Hallwyl bepflanzt? Darüber berichtet uns ein Reisender aus dem Bündnerland, der 1804 auf dem Schloss Hallwyl Halt machte: Johannes Salzgeber, Ammann von Seewis im Prättigau. Er kam auf Einladung Pestalozzis nach Hallwyl. Der Garten am Schlossgraben sei schön und wohl eingeteilt und ein "gelehrter Gärtner" besorge ihn, schreibt er in seinem Reisejournal. Gartenplan von Johannes Salzgeber, 1804. (Staatsarchiv Graubünden) An der östlichen Längsseite des Gartens standen 24 sehr hohe Pappeln als Windschutz. Davor waren 18 Steinobstbäume gepflanzt, wohl Kirschen, vielleicht auch Zwetschgen, Pflaumen oder gar Aprikosen. Die acht quadratischen Parterres waren mit Buchs eingefasst. Dort wuchsen 60 "Gwerb Baüm von Obst". Ganz präzis scheint die Skizze nicht zu sein – tatsächlich stimmt die Anzahl Bäumchen am rechten Rand, doch wie auch immer man die Punkte in den Rabatten interpretiert, ergibt es nicht 60. Ausgedehnter Obstanbau Der Obstbau war in der Herrschaft Hallwyl um 1800 ein wichtiger Erwerbszweig: Salzgeber bemerkt auch, dass der junge Junker Carl von Hallwyl eine grosse Baumschule von etlichen hundert Bäumen angelegt habe, die ihm "reichlich Nutzen" bringe. Neben dem Schlossgarten lagen gegen Seengen zu zwei weitere, grössere Obstgärten. Nachdem die Herrschaftsrechte 1798 in der Schweiz geendet hatten, war die wirtschaftliche Lage der Familie von Hallwyl zu schlecht, als dass sie sich einen Garten zu blossen Repräsentationszwecken hätte leisten können. Vermutlich hatte bereits Bernhardine von Hallwyl den Garten zu Lust und Nutzen anlegen lassen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich der Obstbau dann zu einem wichtigen Exportzweig der Schweiz aufgeschwungen – dank Eisenbahn und Dampfschiff. 200 Fuss lang, 72 Fuss breit Wäre es nicht verlockend, im Frühling durch den blühenden Obstgarten vor dem Schloss Hallwyl zu wandeln und in der Gartenlaube oder beim Springbrunnen zu verweilen? Und im Herbst von einer reichen Ernte zu kosten? Johannes Salzgeber hat auch die Masse des Gartens vermerkt – 200 Fuss in der Länge und 72 Fuss in der Breite. Einer Rekonstruktion des einstigen Gartens stünde nichts im Weg – Es fehlt nur noch eine Sponsorin und der "gelehrte Gärtner". Von Sarah Caspers Von Sarah Caspers Sarah Caspers ist Geschichtsvermittlerin im Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schlossgeschichten Kommentare

 
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Luftbefeuchter Egro: "Gesunde Raumluft" aus Niederrohrdorf

Zurück zum Blog 11. November 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Wie schützen wir am besten unsere Gesundheit? Eine Frage, die gerade in Zeiten wie dem Corona-Virus mit gesteigerter Hygienevorschriften und verordneter Präsenz in den eigenen vier Wänden an Bedeutung gewonnen hat. Angesichts mikroskopischer Bedrohungen scheint daher auch nichts wichtiger zu sein, als die Kontrolle über unser Umfeld, und so manches technische Gerät verspricht diese zu gewährleisten. Eines davon ist der Luftbefeuchter, oft beworben als der Garant eines optimalen Raumklimas zur Steigerung des Wohlbefindens und der Gesundheit. Luftbefeuchter der Firma Egloff & Co. aus Niederrohrdorf Eine neue Modeerscheinung beziehungsweise ein Ausdruck des von Technik und Optimierung besessenen 21. Jahrhunderts? Keineswegs. Denn schon der hier aufgeführte "Egro 700"-Luftbefeuchter aus den 1960er-Jahren wirbt damit, für "gesunde Raumluft" zu sorgen. Hergestellt wurde dieser von der Firma Egloff & Co. aus Niederrohrdorf, die 1849 vom gelernten Spengler Castor Egloff (1820-1905) ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit seiner Frau Barbara Steiger konzentrierte sich dieser zu Beginn noch auf die Herstellung von Haushaltsgegenständen wie Schöpf- oder Kochlöffel, welche er dann zuerst zu Fuss nach Spreitenbach brachte, um sie dann mittels der Spanisch-Brötli-Bahn in Zürich zu vertreiben. Im Laufe der Zeit wurde die Produktionspalette ausgeweitet auf Gegenstände wie Bircher-Raffeln, Kaffeemaschinen und sonstige Haushaltselektronik. Seit es der Menschheit technisch möglich geworden ist, versuchen wir unsere Umgebung unter Kontrolle zu bringen, mal erfolgreich und mal weniger und auch dieses Objekt ist ein weiteres Beispiel dazu. Mein jüngster persönlicher Einkauf übrigens? Natürlich ein Luftbefeuchter, denn man weiss ja nie. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Kommentare

 
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Sechs beliebte Düfte und Heilkräuter der Römer

Zurück zum Blog 01. Juni 2022 Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kräuter wurden im alten Rom nicht nur in der Küche eingesetzt, sondern auch zum Heilen verschiedenster Leiden. Die Römerin Cornelia ist "Medica" (Ärztin) im Legionslager Vindonissa und zeigt ihre sechs Lieblingsheilkräuter und deren Wirkungsbereiche. Die Legionäre in Vindonissa kommen nicht nur mit Kampfverletzungen zur Medica Cornelia, sondern auch wegen ganz alltäglicher Beschwerden: Von Zahnschmerzen über Ausschläge bis hin zu Augenentzündungen ist alles dabei. Cornelia orientiert sich in ihrer Heilkunst an der Viersäftelehre. Diese geht davon aus, dass der menschliche Körper vier Säfte enthält, die in einem Gleichgewicht stehen: Blut, Schleim, schwarze Galle und gelbe Galle. Geraten die Säfte aus dem Gleichgewicht, wird der Mensch krank. Gibt es zuviel von einem Saft, versucht sie diesen mit ihren Schröpfköpfen oder mit Diäten und Schwitzkuren zu reduzieren. Aber auch die vielseitig einsetzbaren Heilkräuter können helfen, das Säftegleichgewicht wieder ins Lot zu bringen. Die Medica Cornelia vor ihrer Kräutersammlung. 1. Minze (Lat. Mentha) Minze kann bei Tierbissen und gegen Pickel eingesetzt werden. Sie hilft gegen Kopfschmerzen und Würmer und ist gut für die Verdauung. Manchmal kommen auch junge Frauen aus der Zivilsiedlung oder den Lagertavernen zu Cornelia und bitten sie um ein Verhütungsmittel. Ihnen empfiehlt die Medica jeweils ein Zäpfchen mit Minze vor dem Geschlechtsverkehr einzuführen. Cornelia kocht Pfefferminztee. 2. Spitzwegerich (Lat. Plantago lanceolata) Wie die Minze ist auch der Spitzwegerich sehr vielseitig einsetzbar. Er wirkt blutstillend, fördert die Wundheilung und hilft bei Zahnschmerzen. Auch gegen Augen- und Ohrenleiden wirkt er ganz hervorragend. Cornelia braucht ihn fast täglich, da wegen der rauchigen Luft in den Mannschaftsunterkünften Augenprobleme recht häufig sind. Auch Karies ist ein verbreitetes Problem bei den Bewohnerinnen und Bewohnern Vindonissas; regelmässiges Zähneputzen ist bei ihnen nämlich kein Thema. Cornelia beim Einsammeln von Spitzwegerich in ihrem Kräutergarten. 3. Rose (Lat. Rosa gallica) In Wein gekochte Rosenblätter verschreibt Cornelia bei Augen-, Ohren-, Zahnfleisch- und Afterschmerzen. Die betroffene Stelle pinselt sie oder die erkrankte Person mit einer Feder ein. Cornelia schnuppert an einem Fläschchen Rosenöl. 4. Alraune (Lat. Mandragora officinarum) Die Alraune ist eine besonders mächtige Heilpflanze. Ihre Wurzel kann richtig dosiert als Schmerz- und Schlafmittel eingesetzt werden. Nimmt man aber zu viel davon ein, kann Lebensgefahr bestehen. Cornelia setzt sie auch gerne bei Augenentzündungen und gegen Abzesse ein. Auch bei anderen Hautproblemen hilft die Alraune. Cornelia hält eine Alraunenwurzel in beiden Händen. 5. Salbei (Lat. Salvia) Salbei wirkt harntreibend und beruhigt das Jucken bei Geschlechtskrankheiten. Cornelia hat immer einen Vorrat an getrocknetem Salbei auf der Seite. Gerade heute wurde sie von der Köchin des Offiziers gefragt, ob sie ihr ein Bündel ihres Vorrats zum Kochen vorbeibringen kann. Cornelia hängt ein Salbeibündel in der Küche des Offiziersbaus auf. 6. Fenchel (Lat. Foeniculum vulgare) Das Fenchelkraut hilft bei Übelkeit und bei Nieren- und Blasenleiden. Dazu wird es als Tee aufgebraut. Ausserdem fördert es die Menstruation. Die zerstampften Wurzeln hingegen verwendet die Medica bei Tollwut. Cornelia zerstampft Fenchel im Mörser. Die beschriebenen Wirkungen und Einsatzbereiche stammen aus "De Materia Medica" des griechischen Arztes Dioskurides. Dieses Werk entstand im 1. Jh. n. Chr. – der im Blogbeitrag beschriebene Wissensstand entspricht also nicht dem heutigen. Aus diesem Grund wird von einer privaten Anwendung stark abgeraten, auch wenn einige Heilwirkungen bis heute Gültigkeit bewahren. Von Tabea Edelmann Von Tabea Edelmann Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare

 
Klosterhalbinsel Wettingen

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Klosterhalbinsel Wettingen

Bau- und Nutzungsgeschichte

Baugeschichte Nutzungsgeschichte Baugeschichte Gründung des Klosters Nach der Gründung des Klosters durch Heinrich II. von Rapperswil legten die ersten Mönche unter Prior Konrad den Grundstein für das Kloster. Zuerst wurde die Kirche erbaut, ein Teil des inneren Konventsgebäudes, das Krankenhaus, die Schutzmauern und das Torhaus. Die Kirche wurde 1256 geweiht. 1285 wurde der nördliche Kreuzgangarm mit den figürlich geschmückten Masswerkverglasungen fertiggestellt. Die Kirche wurde 1294 ein zweites Mal geweiht. Mehr Weniger 13. Jh. Wiederaufbau und erste Scheibenschenkungen Zweimal musste das Kloster teilweise wiederaufgebaut werden: 1440 nach dem "Alten Zürichkrieg" und 1507 nach dem Klosterbrand. 1517 erfolgte eine erneute Weihe der Kirche. Ab 1517 sind die ersten Scheibenschenkungen bezeugt. Diese stammen aus den besten Glasmalerateliers in Zürich, Bern und Basel. So zum Beispiel die Figurenscheibe mit den Hl. Barbara und Maria Magdalena aus dem Umkreis von Hans Holbein dem Jüngeren in Basel um 1519, oder der Bildscheibe mit der Anbetung der Könige von Hans Funk aus Bern, 1522. Anstelle des alten mittelalterlichen Armenspitals wurde das Schwesternhaus neu erbaut. Hier befindet sich das heutige Restaurant Sternen. Mehr Weniger 16. Jh. Blütezeit unter Abt Peter Schmid Die Regierungszeit von Abt Peter Schmid brachte die grössten baulichen Veränderungen mit sich. Die Klosterkirche wurde umgebaut. Die Bibliothek wurde mit einem Arbeitsraum ergänzt. Die Novizen erhielten neue Räume. Die Sommerabtei und die Abtskapelle entstanden. 1601-1604 erhielt der Mönchschor ein neues Chorgestühl. In den folgenden zwei Jahren wurde der Lettner erbaut. 1606 erhielt die Klosterkirche die figürlichen Stukkaturen, ebenso der Kreuzgang und die Abtkapelle. 1610 wurde das Krankenhaus als Abthaus umgenutzt. Hier wurde 1651 schlussendlich die Winterabtei eingerichtet. Mehr Weniger 17. Jh. Neue Bauten unter Abt Alberich I. Beusch Unter Abt Alberich I. Beusch wurde 1726 das Lusthäuschen im Abtgarten erbaut. Ein eifriger Bauherr war Abt Peter Kälin, der die Kirche mit einem neuen Hochaltar ausstattete, weitere Seitenaltäre erstellte sowie die figürliche Ausmalung der Kirche, Kanzel und Gegenkanzel in Auftrag gab. 1765/66 baute der bekannte Brückenbauer Hans Ulrich Grubenmann die Limmatbrücke. Ein von Abt Sebastian Steinegger geplanter Neubau für die Kirche und den Konventbau 1795 kam nicht zur Ausführung. Mehr Weniger 18. Jh. Klosterauflösung und Lehrerseminar 1818 wurde die in den Revolutionskämpfen niedergebrannte Limmatbrücke ersetzt. Die Klosterkirche erhielt 1821 in neues Mittelschiffgewölbe, welches 1833 mit Fresken versehen wurde. 1825 bis 1835 wurde der Konventgarten an der Südhalde der Halbinsel neu gestaltet. Nach der Klosterauflösung 1841 mussten für die neue Nutzung der Gebäude als Lehrerseminar bauliche Anpassungen vorgenommen werden. Die Konventgebäude war davon betroffen. Andere Gebäudeteile wurden ganz abgerissen. Viele Klosterliegenschaften kamen 1848 zum Verkauf an Karl Martin Egloff aus Baden: Weiberhaus, Schmiede, Bindhaus mit Wagnerei, Küferwerkstatt, Scheunen, Keller, Getreide- und Sägemühle, Waschhaus, Kanzlerhaus, Fahrwirtshaus und Zollhaus. Johann Wild kaufte Egloff verschiedene Gebäude ab und eröffnete eine Spinnerei an der Limmat. Durch den Bau der "Gwagglibrugg" wurde 1863 der Fährbetrieb zwischen Damsau und Klosterrüti ersetzt. Mehr Weniger 19. Jh. Restaurationen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Figuren- und Wappenscheiben im Kreuzgang des Klosters während 13 Jahren (1872-1885) vollständig restauriert. 1907 begann die phasenweise durchgeführte Kirchenrestauration bis 1931. 1930 wurde das Limmatkraftwerk gebaut. 1968 entstand die Hochbrücke Wettingen-Neuenhof als Teil der Autobahn und deren Zubringerstrassen. 1973/74 mussten einige Glasscheiben erneut restauriert werden. 1990 bis 1996 wurde das Kircheninnere und die ehemaligen Konventräume umfassend saniert und alte Bausubstanzen dokumentiert. 1993 bis 2004 wurden sämtliche Glasgemälde restauriert. Mehr Weniger 19./20. Jh. Museum Aargau 2021 wurden mehrere Klosterräumlichkeiten restauriert und für Umnutzungen vorbereitet. Dazu gehören das Parlatorium, Auditorium, der ehemalige Gartensaal und das Abthaus, welche ab April 2021 von Museum Aargau genutzt werden. Oder der ehemalige Pferdestall (heute Karrenstall), den die Kantonsschule als Musikhaus nutzt. Im Gartensaal eröffnet das neue Gästezentrum für die Klosterhalbinsel und Museum Aargau seine Tore. Das klösterliche Parlatorium wurde von der Denkmalpflege Aargau aufwändig restauriert und bekommt eine neue Nutzung: Im Rahmen des partizipativen Projekts "Schule macht Museum" wird im April ein interaktiver Ausstellungsraum eingerichtet. Der alte Zugang zum Parlatorium wurde wiederhergestellt. Im November 2021 wurde im Aargauischen Grossrat beschlossen, das dritte abgegangene Gebäude des Kreuzgangs wieder aufzubauen. Mehr Weniger 21. Jh. Nutzungsgeschichte Klosterstiftung bis Machtwechsel Das Kloster wurde vor 1227 von Heinrich II. von Rapperswil gestiftet. Laut Gründungslegende hatte Heinrich auf der Rückfahrt von Jerusalem einen schweren Sturm im Mittelmeer überlebt. Für die Rettung hatte er der Heiligen Mutter Maria ein Kloster versprochen. Schon während der gefährlichen Überfahrt war Heinrich die Heilige Maria als Meeresstern (Maris Stella) erschienen. Bei der Suche nach einem geeigneten Platz für das Kloster sah er diesen Stern wieder – auf der grossen Limmathalbinsel. Hier liess er das Kloster bauen. Die ersten Zisterziensermönche kamen vom Mutterkloster Salem bei Überlingen an die Limmat. Unter Prior Konrad wurde das Kloster aufgebaut und die Halbinsel urbar gemacht. Das Kloster vermehrte seine Güter durch Zukäufe von Höfen und Rechten, vor allem in der Region. In der Klosterkirche wurde nach seiner Ermordung am 1. Mai 1308 der Leichnam von König Albrecht I. von Habsburg für 15 Monate untergebracht, bevor er dann in Speyer beigesetzt wurde. Wettingen versuchte im 14. Jahrhundert, möglichst neutral durch die Wirrungen und Kämpfe zwischen den Habsburgern und Eidgenossen zu kommen. Dies gelang nur teilweise. Mehr Weniger 1227-1415 Turbulente Zeiten der Reformation und Gegenreformation Das Kloster Wettingen wurde in den nächsten 200 Jahren von einigen Turbulenzen gebeutelt. 1507 fielen fast die ganze Ausstattung und die Dachstühle einem Grossbrand zum Opfer. Um 1529 trat mehr als die Hälfte der Mönche zum neuen Glauben über. Diese reformierten Mönche lebten weiterhin im Kloster - mit Frauen und Kindern! Nach deren Auszug 1532 zog die Pest durchs Land. Die Machtübernahme der Eidgenossen um 1415 hatte kaum weitreichenden Folgen. Einzig eine bessere Überwachung der Finanzen durch einen so genannten Schaffner hatte der Abt zu verkraften. Durch die Reformation wurde das Kloster beinahe aufgelöst. Disziplinarische Schwierigkeiten und die immer noch prekäre finanzielle Lage führten dazu, dass fast alle Mönche zum reformierten Glauben übertraten. Die äusseren und inneren Wirren (Klosterbrand, Machtwechsel, Kappeler Kriege und Pestwellen) sind die Gründe, wieso kaum Bücher aus der mittelalterlichen Bibliothek des Klosters überlebt haben. Einzig zwei Listen aus dem 13. Jahrhundert geben Hinweise auf die Bücher dieser verlorenen Bibliothek. Mehr Weniger 1415-1595 Blütezeit des Klosters Im Jahr 1594 wurde Peter Schmid von Baar Abt des Klosters. Ihm gelang es endlich, die Klosterfinanzen auf sicheren Boden zu stellen. Er restaurierte die Klostergebäulichkeiten und sorgte mit einer Hausschule für eine Ausbildung der Mönche. Das Kloster erhielt neue Heiligenreliquien. Abt Peter Schmid erachtete es wichtig, dass die Mönche eine gewisse Ausbildung hatten. Er selbst hatte Theologie an der Sorbonne, Frankreich, studiert. Die theologisch-philosophische Hausschule wurde ergänzt mit Studienaufenthalte im nahen Ausland. Die Klosterbibliothek wurde wiedereingerichtet. Um die klösterliche Gemeinschaft zu stärken, war eine Investition in die Wohnhäuser nötig. Auch reformierte Peter Schmid die Gottesdienstordnung nach tridentinischen Grundsätzen. Um das Kloster nach aussen zu stärken, kaufte Abt Bernhard Keller zwei Reliquien vom Leutnant der Schweizer Garde, Johann Rudolf Pfyffer, ab. die beiden Katakombenheiligen Getulius und Marianus wurden 1651 feierlich in die Kirche geführt. Wallfahrten zu den heiligen Reliquien brachten Geld und Ansehen nach Wettingen. Kulturell entstanden bis 1789 verschiedene Chroniken und Bücher, die in der 1673 eingerichteten Klosterdruckerei bei P. Joseph Meglinger gedruckt wurden. Manche Patres waren auch als Komponisten von Messen aktiv. Mehr Weniger 1594-1789 Krisenzeiten der Helvetik bis zur Staatsgründung Die Französische Revolution erfasste nach 1789 alle Länder in Europa. Sie hatte Auswirkungen auf die Lebenswelten der Menschen. Das Kloster Wettingen war mitten im Strudel der Veränderungen, die 1841 in der Klosterauflösung gipfelte. Mit der Französische Revolution 1789 wurden in Frankreich alle Klöster aufgehoben, auch das Mutterkloster der Zisterzienser in Cîteaux. Viele Geistliche flohen. Im Kloster Wettingen sollen laut Abt Steinegger zwischen 1789 und 1789 über 16000 ausländische Flüchtlinge Unterschlupf gefunden haben. 1798 waren die Franzosen im Anmarsch auf Baden. Die Offiziere suchten sich das Kloster Wettingen als Unterkunft aus. Da die "Gäste" und ihre Dienerschaft, wie auch die Pferde, versorgt werden mussten, belastete diese Zeit die Klosterfinanzen ausserordentlich. Auch in der neuen Ordnung der Helvetik war das Klosterleben schwierig. Als Staatseigentum angesehen, war das Kloster den politischen Strömungen hilflos ausgeliefert. Als 1803 der Kanton Aargau gegründet wurde, erhielt das Kloster Wettingen den Auftrag, eine Schule zu führen. Sie sollte dem Kloster eine Existenzberechtigung geben. Ab 1830 verschärfte sich die Lage der Klöster im Aargau. Die Schule wurde durch die Regierung aufgehoben, die Besitzungen verkauft. Im Januar 1841 wurden die Klöster aufgehoben. Die Wettinger Mönche hatte 48 Stunden Zeit, ihr Zuhause zu verlassen. Unter ihnen befand sich auch Alberich Zwyssig, der Komponist der Melodie der heutigen Schweizer Nationalhymne. Die Klostergüter wurden verkauft und die Erlöse der Aargauischen Staatskasse überwiesen. Die Gerüchte, nach denen im Kloster unschätzbare Kostbarkeiten versteckt seien, konnten bis heute nicht belegt werden. Mehr Weniger 1789-1841 Umnutzung der Klostergebäude und Industrialisierung Die Aufhebung der Klöster erhitzte die Gemüter. Die Wiederherstellung gelang nicht. Ab 1847 beherbergten die Räume des alten Klosters ein Lehrerseminar. 1976 wurde die Kantonsschule Wettingen gegründet. Auf der Klosterhalbinsel nutzten ab 1857 eine Spinnerei und Weberei die Wasserkraft der Limmat als Energiequelle. Die Aufhebung der Klöster im Aargauischen Grossrat kam nicht bei allen gut an. Von der schweizerischen Tagsatzung wurde eine Wiederherstellung der Klöster gefordert – ohne Erfolg in Wettingen. Mit einer gemeinnützigen Umnutzung der Gebäude versuchte die Regierung dem Volk die Vorteile aufzuzeigen: Das Lehrerseminar unter der Leitung von Augustin Keller brachte wieder Leben in die Klosterräume. Keller bezog die ehemalige Abtswohnung. Er war als Direktor umstritten,da er der grösste Verfechter der Klosteraufhebung gewesen war. Bis 1905 wurde das Lehrerseminar als Internat geführt, mit rigidem Tagesablauf, ähnlich dem klösterlichen Leben. Danach wurden auch Auswärtige aufgenommen und 1966 wurden Frauen zugelassen. Die 1976 gegründete Kantonsschule Wettingen knüpfte mit ihrem pädagogischen Schwerpunkt an das alte Lehrerseminar an. Heute gehen knapp 1100 Schülerinnen und Schüler auf der Klosterhalbinsel ins Gymnasium oder in die Fachmittelschule. Es ist auch möglich, die zweisprachige Matur (Englisch und Deutsch) abzuschliessen. Mehr Weniger Ab 1841 Weiterführende Literatur Meng, Heinrich: 750 Jahre Kloster Wettingen 1227-1977: Festschrift zum Klosterjubiläum, 1977. Hoegger, Peter: Das ehemalige Zisterzienserkloster Wettingen, Kanton Aargau, GSK Band 604/605, Bern 1997. Hoegger, Peter: Glasmalereien im Kanton Aargau, Kloster Wettingen, 2002. Kottmann A., Hämmerle M.: Die Zisterzienserabtei Wettingen, 1996. Geschichte Klosterkirche Kloster & Nebengebäude Löwenscheune Spinnerei

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Spinnerei

Die Spinnerei Wettingen liegt am südwestlichen Rand der Klosterhalbinsel direkt an der Limmat. Das markanteste Gebäude des Fabrikareals ist der imposante Kolossalbau mit dem Treppenturm. In der 1972 geschlossenen Baumwollspinnerei sind heute unter anderem Gewerbebetriebe, Schulräume der Kantonsschule und Ateliers untergebracht. Der Gebäudekomplex aus dem 19. Jahrhundert steht unter Denkmalschutz . Geschichte der Spinnerei Wettingen Der nordöstliche Aargau ist dank seiner Flüsse im 19. und 20. Jahrhundert zu einer Industrielandschaft seltener Dichte gewachsen. Die Flüsse trieben neu gebaute Kraftwerke und Maschinen an. Es entstanden grosse Textilfabriken und erste Arbeitersiedlungen. Viele ehemalige Fabriken und Kraftwerksbauten stehen heute noch. Sie sind Zeugnis einer Kultur, welche die Menschen in der Region nachhaltig geprägt hat. Gründung und erste Erfolge 1857 erwarb Johann Wild, der aus einer Zürcher Spinnereifamilie stammte, einen Teil der Liegenschaften auf der Klosterhalbinsel sowie die Wasserrechtskonzession. Er gründete hier auf ehemaligem Klosterbesitz eine grosse Spinnerei, Zwirnerei und Weberei. Die Baumwollspinnerei an der Limmat nahm 1858 ihren Betrieb auf und florierte schnell. Die Spinnerei wurde durch eine zweigeschossige Weberei erweitert; beide Gebäude waren durch den Kanal der ehemaligen Klostermühle getrennt. Fünf Jahre später liess Wild in der Klosterrüti auf Neuenhofer Seite ein Kosthaus errichten und die Fähre durch eine Brücke ersetzen. 1865 erfolgte der Bau einer Weberei in der Damsau, wo sich heute der Neuenhofer Ortsteil Webermühle befindet. Bereits 1867 beschäftigte das Unternehmen 350 Personen. Die ehemalige Spinnerei Wettingen im Jahr 1991 (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Hans-Peter Bärtschi) Aufstieg und Ende der Spinnerei Nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/1871) erreichte die "Bauelepfupfi", wie die Spinnerei auch genannt wurde, einen wirtschaftlichen Höhepunkt: Rund 800 Arbeiter verdienten ihr Brot in der Fabrik. 1875 entstand die Arbeitersiedlung an der heutigen Bahnhofstrasse mit den zwölf Werkmeisterhäuschen (nicht mehr erhalten) und dem langgezogenen Kosthaus mit 20 Wohnungen auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Nach dem Tod des Firmengründers Johann Wild 1890 und seiner Ehefrau Emilie Wild 1894 führten deren Schwiegersöhne den Betrieb weiter. Die Firmenleitung übernahm Henry Zweifel Wild. Dieser erstellte 1898 das Zauslerhaus und liess 1901 einen achtstöckigen Treppenhausturm mit Lift und Wasserreservoir an das Spinnereigebäude anbauen. 1911 ging die Firma, die sich in der Zwischenzeit in den Händen der Schwiegersöhne des Firmengründers befand, Konkurs. Nachfolger wurde die Baumwollspinnerei und -weberei Wettingen AG, die 1929 vom Zürcher Jakob Heusser-Staub übernommen wurde. Dieser verkaufte das Land und die Wasserrechte an die Stadt Zürich. Der Kanal zwischen den beiden Spinnereigebäuden wurde zugeschüttet. Die Weberei und die Spinnerei schlossen 1972 ihre Tore. Die Spinnerei Wettingen mit ihrem markanten Treppenturm. (Kantonsschule Wettingen) Geschichte Zeitstrahl Klosterkirche Kloster & Nebengebäude Löwenscheune

 
Museum Aargau

Führungen und Aktivprogramme für Schulen

Museum Aargau bietet für Schulen unvergessliche Führungen und Workshops. Erlebt das Mittelalter, die römische Antike und weitere Epochen am Originalschauplatz! Ob eine römische Übernachtung in der Legionärsunterkunft, Schwertkämpfe wie im Mittelalter oder ein Workshop im Schlossgarten: Die Schlösser, Klöster und Vindonissa von Museum Aargau ermöglichen Schulklassen lehrreiche Erlebnisse. Die Geschichtsvermittlung ist erlebnis- und handlungsorientiert und spricht verschiedene Sinne an. Kontakt Beratung & Verkauf +41(0)848 871 200 E-Mail senden Telefonische Erreichbarkeit: Dienstag bis Freitag 9-12 Uhr / 13-16:30 Uhr November bis März nur vormittags Informationen für Lehrpersonen Preise und Reduktionen für Schulen Museum Aargau bietet vergünstigte Eintrittspreise für Schulen (Informationen dazu finden Sie bei den jeweiligen Museen ) Aargauer Schulen erhalten 50% Ermässigung auf Anreise, Eintritt und Vermittlungsangebot ( Impulskredit "Kultur macht Schule" ). Die Buchung des Angebots läuft direkt über Museum Aargau. Informationen zur Vorbereitung Ihres Besuchs Alle Angebote auf einen Blick Printbroschüre “Angebote für Schulen” (pdf) Alle Infos zu Ihrem Besuch Schloss Lenzburg (pdf) Schloss Hallwyl (pdf) Schloss Habsburg (pdf) Schloss Wildegg (pdf) Klosterhalbinsel Wettingen (pdf) Kloster Königsfelden (pdf) Legionärspfad Vindonissa: Spiel-Touren (pdf) Legionärspfad Vindonissa: Römische Übernachtung (pdf) Vindonissa Museum (pdf) SCHULANGEBOTE SCHLÖSSER Schloss Lenzburg Mittelalter und Frühe Neuzeit Schloss Wildegg Mittelalter und Frühe Neuzeit Schloss Hallwyl Mittelalter und Frühe Neuzeit Schloss Habsburg Mittelalter und Geschichte der Habsburger SCHULANGEBOTE VINDONISSA Legionärspfad Vindonissa Leben in der Legion vor 2000 Jahren Vindonissa Museum Archäologische Entdeckungstouren SCHULANGEBOTE KLÖSTER Klosterhalbinsel Wettingen Klosterleben und die Themen Glaube, Macht und Wissen Kloster Königsfelden Klosterleben im Mittelalter

 
Museum Aargau

Die Minze: Alleskönnerin im heimischen Garten

Zurück zum Blog 14. April 2022 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Minzen faszinieren die Wildegger Schlossgärtnerinnen seit vielen Jahren. Egal, ob Zitronen-, Schokoladen-, Orangen- und Pfefferminze: Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Erfahren Sie mehr über die beliebte Vielzweckpflanze. Nebst der grossen Sortenvielfalt ist die Minze vor allem für den aromatischen Duft bekannt, welchen sie verströmt. Besonders im Hochsommer wirkt dieser am intensivsten. In einer Blumenvase bringen die Pflanzen damit Frische ins Wohn- oder Schlafzimmer. Doch nicht nur als duftendes Beiwerk in der Vase zeigt die Minze ihre Vielseitigkeit. Auch für Desserts und Drinks eignet sie sich hervorragend. Sie ist zudem auch erfrischend gesund und hat eine Heilwirkung in vielen Bereichen: Minze entspannt, hilft beim Einschlafen, wirkt entzündungshemmend und regt die Verdauung an. Sie ist also eine wahre Alleskönnerin, die Minze! Die pflegeleichte Alleskönnerin Das tolle daran: Minzen sind äusserst pflegeleicht und robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Am wohlsten fühlt sie sich halbschattig im feuchten Erdreich. Ab und zu etwas Kompost oder Hornmehl sorgen für genügend Nährstoffe. Da Minzen über längere Zeit den Boden auslaugen, braucht es nach etwa fünf bis sechs Jahren einen Umzug. Graben Sie dazu die Pflanze vorsichtig aus, teilen Sie diese und graben Sie die Minzen danach an anderen Orten im Garten wieder ein. Verwenden Sie hier wenn möglich eine Wurzelsperre: Diese verhindert, dass sich die stark wuchernden Wurzeln unerwünscht im Garten ausbreiten. Am besten verwenden Sie dafür einen alten Topf mit einem Volumen von 10 bis 20 Litern. Entfernen Sie den Boden und vergraben Sie diesen mit der Minze darin im Erdreich. Diese einfache Lösung hält die Wurzel in Zaun – und jede Minze hat so ihr eigenes Gärtchen. Auf Schloss Wildegg haben wir mit dieser Wurzelsperre gute Erfahrungen gemacht. Übrigens: Minzen lassen sich einfach lagern. Ernten sie die Pflanzen im Juni und lassen Sie diese im Halbschatten trocknen – am besten an einer Schnur, kopfüber aufgehängt als Bündel. So macht die Minze auch in der kalten Jahreszeit Freude: Als Tee, Duftkissen oder wohlriechendes Bad. Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
Museum Aargau

"Damals im Aargau": Urs Studer - Franke

Zurück zum Blog 17. Mai 2022 Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Hören Sie Spannendes aus dem Leben von Urs Studer, der bei der Firma Franke tätig war. Mit einem Nettoumsatz von jährlich über 2.1 Milliarden Franken gehört die Firma Franke mit Stammsitz in Aarburg zu den ganz Grossen der Aargauer Industrie. Urs Studer gewährt einen persönlichen und interessanten Einblick in diesen global agierenden Betrieb. Aus der Perspektive des ehemaligen Aussendienstmitarbeiters spricht er über zeitlos relevante Themen wie Vertrauenswürdigkeit und Qualität im Kontext seiner über dreissig jährigen Tätigkeit bei Franke. Begleiten Sie Urs Studer auf seinem spannenden Werdegang vom Triebwerks-Kontrolleur zu Besuchen im Gefängnis hin zu exklusiver Kundschaft im Engadin als Vertreter für Sanitär-Produkte von Franke. Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Kommentare

Gradian
Eine Frau steht mit einem Handy in der Hand an einem Fluss.
Eine Frau steht mit einem Handy in der Hand an einem Fluss.

IndustriekulTOUR Aabach

Virtuell durch die Industriegeschichte

Erleben Sie die Industriekultur am Aabach zwischen Lenzburg und Wildegg mit dem Smartphone: Die IndustriekulTOUR Aabach ist der erste virtuelle Museumsraum im Kanton Aargau. Treffen Sie Patrons und Fabrikarbeiter aus der Zeit der Industrialisierung!