Museum Aargau

Kleine Kugel, grosse Welt: Der Globus von Schloss Wildegg

Zurück zum Blog 23. September 2026 Kategorie Neuzeit Hinter den kleinformatigen Welt- und Himmelskugeln stecken sowohl astronomische Vorstellungen wie auch historische Entdeckungen und handwerkliches Knowhow. Aber seit wann gibt es eigentlich Globen? Wie wurden diese hergestellt und was war ihr Verwendungszweck? Der Globus von Schloss Wildegg gibt Anlass, diesen und mehr Fragen auf den Grund zu gehen. Auffällig ist er nicht, der kleine Globus von Schloss Wildegg. Mit einem Durchmesser von lediglich 12,5 cm ist er sogar kleiner als die meisten anderen Globen. Wer das Schloss bereits einmal

 
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Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte

Zurück zum Blog 16. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Schätze aus der Sammlung Mit dem dritten Band seiner Reihe "Aargauer Industriegeschichten" rückt Museum Aargau ein bislang wenig beachtetes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Entdecken Sie in diesem Blogbeitrag fünf ausgewählte Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte. Der Kanton Aargau gehört unbestritten zu den bedeutendsten Industriekantonen der Schweiz. Neben Maschinen‑, Metall‑, Elektro‑, Textil‑ und Schuhindustrie zählen auch Nahrungs‑, Getränke‑ und Tabakproduktion zu seinen wichtigen Wirtschaftszweigen

 
Schloss Wildegg

Vortrag: Reisen in der Belle Époque

Preis Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung Nicht erforderlich 0 Spannende Reise durch eine Zeit des Aufbruchs Schloss Wildegg bietet im Rahmen des Schweizer Schlössertages 2026 mit dem Vortrag "Reisen in der Belle Époque" spannende Einblicke in eine Zeit des Aufbruchs, als Dampfschiffe, Eisenbahnen, Kutschen, frühe Automobile und auch das Fahrrad neue Freiheiten eröffneten. Der Vortrag von Gabriela Gehrig, Historikerin und Geschichtsvermittlerin Museum Aargau, wird begleitet mit zeitgenössischen Fotografien und Reiseberichten aus den Jahren zwischen 1880 und 1914. Um 13 und 15 Uhr finden

 
Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der

 
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"Walther Bürsten bürsten gut" – Zahnpflege mit dem Chefkurator

Zurück zum Blog 25. Juni 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Den Werbeslogan "Walther Bürsten bürsten gut, Walther Bürsten bürsten besser" kannte wohl jedes Kind. Chefkurator Rudolf Velhagen präsentiert in der Sammlung von Museum Aargau ein Bürsten-Set der ehemaligen Bürstenfabrik Walther in Oberentfelden AG Dieser Bekanntheitsgrad ist kein Wunder: Beim Besuch des Walther-Museums in der "Alten Bürsti" in Oberentfelden wurde mir bewusst, dass es für fast jede Lebenssituation irgendeine Bürste gibt. Dabei bilden Zahnbürsten (gewöhnliche und elektrische), WC-Bürsten, Schuhbürsten,

 
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Quiz: Wären Sie ein Showtalent des Mittelalters?

Zurück zum Blog 09. Oktober 2026 Kategorien Mittelalter Quiz & Spiele Das Leben der Spielleute im Mittelalter war frei, unstet, laut, klangvoll und voller Begegnungen. Doch hätten Sie sich in dieser Welt wohlgefühlt? Machen Sie den Test und finden Sie heraus, ob das Leben der Spielleute zu Ihnen gepasst hätte. Am Ende des Quiz haben Sie die Möglichkeit, an unserer Verlosung teilzunehmen. Zu gewinnen gibt es 1 × 2 Tickets für die Veranstaltung " Trümpi-Festival: Mautrommel-Konzert " am 24. Oktober 2026 auf Schloss Hallwyl. Personalities Ja, ziemlich sicher Vielleicht Eher nicht Trümpi-Festival

 
Museum Aargau

Angebote Klosterjahr 2027

Erleben Sie im Museum Aargau vielfältige Angebote zum kantonalen Klosterjahr 2027. Museum Aargau entführt gleich an mehreren Museumsstandorten in die faszinierende Welt der Klöster. Thematische Angebote finden auf der Klosterhalbinsel Wettingen, im Kloster Königsfelden sowie auf Schloss Lenzburg statt. Auf dem Programm stehen neue Ausstellungen, Vortragsreihen, Konzerte und Talks mit spannenden Persönlichkeiten. Klosterjahr 2027 Der Kanton Aargau feiert 2027 zwei Jubiläen: 1000 Jahre Kloster Muri, 800 Jahre Kloster Wettingen. Das Klosterjahr 2027 lädt dazu ein, in die klösterliche Welt im

 
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5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

 
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Gemeinschaft und Identität – Feste in bürgerlichen Kreisen

Zurück zum Blog 03. September 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Auch abseits der Höfe spielten Feste eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben. In Dörfern und Städten förderten sie das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch und gemeinsame Traditionen. Während sich Obrigkeiten aufgrund ihrer Adelstitel bei Festen zusammenfanden, lag bürgerlichen Festen meist ein gemeinsamer Beruf oder ein geteiltes Interesse zugrunde. Im Spätmittelalter schlossen sich städtische Handwerker vermehrt zu Zünften zusammen, um

 
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Schreibmaschine "Swissa Junior" von August Birchmeier's Söhne

Zurück zum Blog 30. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten Schreibmaschinen als Instrument für die Textverarbeitung eine immer wichtigere Rolle. In der Schweiz und im Kanton Aargau wurde diese Entwicklung von der Schreibmaschinenfabrik August Birchmeier's Söhne entscheidend mitgeprägt. © Museum Aargau Schreibmaschine mit Schutzkoffer Das Metallgehäuse der in der Mitte der 1950er-Jahre hergestellten Schreibmaschine (9 cm x 31 cm x 27 cm) mit gerundeten Ecken ist hellblau lackiert. Die abgeschrägte Abdeckung wird oberhalb der Tasten von

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"Sei doch kein Narr!" Historische Deutung der Narrenfigur

"Sei doch kein Narr!" Das geflügelte Wort taucht in der Literatur sowie der Alltagssprache auf. Gerade auch jetzt – wo die Fasnächtler durch die Schweizer Gassen ziehen – liest und hört man viel von Narren.

Doch was bedeutet es überhaupt, ein Narr zu sein? Finden Sie heraus was es mit der Narrenfigur auf sich hat und warum die Sammlung von Museum Aargau im Besitz eines aussergewöhnlich "närrischen" Gegenstandes ist.

Die Fasnacht und ihre Figuren

Anfangs Jahr ist es wieder so weit: Viele Regionen in der Schweiz feiern die Fasnachtszeit. Auch wenn die Daten der Feierlichkeiten und die einzelnen Bräuche sich unterscheiden, bleibt eines überall gleich: die unglaubliche Euphorie. Verschiedenste Festumzüge, Feuerkünste, Maskenbälle und Konzerte sind in in der Fasnachtszeit zu bestaunen.

Bei diesen – mehrheitlich aus dem Mittelalter stammenden – Bräuche spielen unterschiedlich groteske und sonderliche Figuren eine Rolle. Sie tragen abenteuerliche Namen wie "Blätz" und "Hudi", in Schwyz, "Pierrot" oder "Dummpeter" in Basel oder aargauische Pendants wie der "Narro" und die "Narrönin" in Laufenburg und "Hobuspöönig" in Hallwil.

Die meisten dieser Figuren gehen auf die Commedia dell’arte zurück, die im Italien des 16. – 18. Jh. aufgeführt wurde.

Sie entstand aus denSchauspielgruppen die auf den Jahrmärkten in Italien herumzogen. Die zentrale Figur aus dem breiten Spektrum war der "Arlecchino" (ital., aus dem altfranz: (h)arlekin, (h)erlekin, (h)ellequin, harlequin). Er vereint heidnische Symbolik und steht nach Gerda Baumbach für Doppeldeutigkeit.

Auch die Darstellung in der Kunst zeigt den Harlekin mit einer dem Bild das narren vertrauten Auftretens. Bunte Kleidung, Maske und künstliche Nase, Spitzhut und Stab.

Daneben gab es auch im deutschsprachigen Raum ähnlich Figuren, wie bspw. den "Hanswurst", der eine ähnliche Rolle übernahm. Die Rolle des Vermittlers zwischen den im Mittelalter bestehenden und sich in der frühen Neuzeit langsam aufbrechenden Standesstrukturen, ist im Rahmen des Schauspiels ein geduldetes Format von Gesellschaftskritik.

Die Symbolik der Narren

So war auch die Figur des Hofnarren ein abgeleitetes Wort dieser zum Teil aus heidnischem Glauben entstandene Figuren und ihrer aus der Bibel oder dem christlichen Glauben zugewiesenen Bedeutungen. Sie wurden gleichgesetzt mit dem "Abschaum" der Gesellschaft, den kranken, Missgebildeten und auch den Juden.

Das bekannteste Werk über das Narrentum schuf 1494 der deutsche Sebastian Brant (1457–1521) mit "Daß Narrenschyff ad Narragoniam", das in Basel gedruckt und das erfolgreichste deutschsprachige Buch vor der Reformation wurde. Darin versucht der Autor anhand einer Fahrt von 100 Narren durch ein fiktives Land, die Laster der Gesellschaft anzuprangern und ihnen den Spiegel hinzuhalten. Als Gegenstück dazu kommt der Weise Mann vor, an welchem alle diese Narreteien abprallen. Der ideale Bürger sozusagen.

Brant bedient sich bei der Darstellung an allen bekannten Symbolen, die mit der Figur des narren einhergeht. Eselsohren, Narrenkappen, die sogenannte Gugel, Marotte, Blase, das narrenmal auf der Stirn um nur einige zu nennen. Daraus ergab sich das heute wohlbekannte Bild eines Hofnarren.

Die Narrenattribute

Dabei sind die Utensilien nicht zufällig ausgewählt. Jedes Objekt hat eine Bedeutung. Die Gugel zum Beispiel. Sie lässt den Träger als jemanden vom einfachen Volk identifizieren, d.h jemand ungebildetes.

Zusätzlich kamen im späteren Verlauf noch die Eselsohren hinzu. Sie symbolisieren die Dummheit und die Lasterhaftigkeit. Nach der Schöpfungsgeschichte der Bibel erhielt der Esel die langen Ohren vom Teufel.

Oder der als Narrenwurst bezeichnete Lederbeutel, also eine Art Schlaginstrument in der Form eines Phallus. Sie symbolisiert die weltlichen gelüste wie Völlerei und die sexuelle Begierde und daher sein Träger nicht Gotteswürdig. 

Somit ist die Narrenfigur eine Projektionsfläche für allerlei gotteslästrige Attribute. Damit konnte er nicht ernst genommen werden und daher durfte er seine Narrenfreiheit ausspielen und auch die oberen Herren oder sogar Könige verspotten. Jedoch können auch die besten narren einem schlechten Streich zum Opfer fallen.

So wird der Fall eines Narren namens Gonnella im 15. Jahrhundert am herzoglichen Hof zu Ferrara beschrieben:

"Sein Fürst lässt ihn in einem närrischen Schein-Prozess, den nur der Angeklagte selbst ernst nimmt, zum Tode verurteilen.  Als er seinen Kopf auf den Richtblock legen muss, erleidet er in Panik einen tödlichen Herzschlag - just in dem Moment, als der Henker ihm zum Ergötzen des Hofstaats einen Eimer Wasser über den Kopf kippen will, womit der Spass sein wohltätiges Ende genommen hätte."

Die Waffen eines Narren

Auch die Sammlung ist im Besitz mehrerer närrischer Gegenstände. Eine Gugel ist vorhanden sowie eine Marotte, eine Schelle und am auffälligsten: ein Schwert. Genauer ein Narrenschwert. Natürlich ist es kein richtiges Schwert, da ein Narr nicht weiss wie Waffen zu führen sind. Aber als Lärminstrument ist es allemal geeignet.

In der rheinischen Fasnacht wird jeweils ein Karnevals Prinz gewählt. Er trägt als Zeichen seiner Macht ein Narrenschwert. Woher genau das vorliegende Schwert stammt ist nicht gesichert. Es befand sich bei der Übernahme des Schlosses im Inventar. Es ist ein Meter lang, 2.5 cm breit. Seine "Klinge" besteht aus vier nebeneinander platzierten Holzstücke, die rotweiss gestreift sind. Am Griff befindet sich ein Löwenkopf und drei kleine Schellen baumeln daran.

Eine mögliche Herkunft des Narrenschwertes könnte die 1922 gegründete Heinerich Wirri-Zunft in Aarau sein. Das Zeichen ist nämlich der Adler aus dem Aarauer Stadtwappen, nur mit einem Narrenkopf versehen. Und die Farben rot und weiss sind ebenfalls davon abzuleiten.

Von Romeo Arquint

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