IndustriekulTour Aabach

Porträt

IndustriekulTOUR Aabach ist der erste virtuelle Museumsraum im Kanton Aargau. Dieser lädt ein zu verschiedenen Touren am Aabach in Lenzburg, Niederlenz und Wildegg. Entdecken Sie bereits verschwundene Bauten und hören und sehen Sie Geschichten aus der industriellen Blütezeit entlang des Aabachs. Die Audiotouren thematisieren die Industrialisierung und ihre Auswirkungen und machen Verbindungen zu Gegenwartsthemen. App herunterladen und Tour starten App Store (iPhone, iPad) Google Play Store (Android) Ein Kooperationsprojekt IndustriekulTOUR Aabach ist eine Kooperation von Museum Aargau, Museum Burghalde und dem Verein Industriekultur Aabach.

 
Legionärspfad Vindonissa

Broschüren für Familien, Gruppen und Schulen bestellen

Bestellformular Organisation/Firma Vorname * Nachname * E-Mail Adresse * Adresse * PLZ * Ort * Ich möchte Infos per Post: Veranstaltungsmagazin (3x jährlich) Familienmagazin CHUMM (2x jährlich) Schulklassenprogramm (2x jährlich) Gruppenprogramm (1x jährlich) Ich möchte den E-Mail-Newsletter abonnieren für: Erwachsene (1x monatlich) Familien (3x jährlich) Lehrpersonen (3x jährlich) Bemerkungen Absenden

 
IndustriekulTour Aabach

Industrieller Wandel in Wildegg

Preis Kostenlos Start Schloss Wildegg (Eingang) Ende Flussmündung Aabach-Aare (Nähe Bahnhof Wildegg) Länge 2 Kilometer Dauer 60 bis 90 Minuten Die Adlige Sophie von Erlach-Effinger erzählt Begleiten Sie Sophie von Erlach-Effinger auf dem Weg nach Wildegg. Auf dem Weg erfahren Sie, wie Politiker und Fabrikbesitzer Wildegg als Industriestandort prägten. Die Tour führt auf 2 Kilometern vom Schloss den Schlossweg entlang, über die Lauéstrasse und den Wehrkanal zur Bruggerstrasse. Von dort geht es zur Mündung des Aabachs in die Aare. Die Tour dauert je nach Lauftempo 60 bis 90 Minuten. IndustriekulTOUR Aabach: Tour "Industrieller Wandel in Wildegg". Die Adlige Sophie von Erlach-Effinger erzählt. Jetzt App downloaden!

 
IndustriekulTour Aabach

Industrie-Alltag in Niederlenz

Preis Kostenlos Start Niederlenz, Wildeggerstrasse 14 (gegenüber beim Aabach) Ende Niederlenz, Dorfrain 19 Länge 1 Kilometer Dauer 50 bis 70 Minuten Johann erzählt Begleiten Sie den 12-jährigen Johann, ein Kind aus der Arbeiterschicht, durch Niederlenz. Auf dem Weg gibt Johann Einblick in seinen Alltag, der geprägt war von der Industrialisierung. Die Tour führt auf 1 Kilometer dem Aabach entlang, über das ehemalige Fabrikgelände von Johann Caspar Brunner und den alten Dorfkern bis zu einem alten Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert. Je nach Lauftempo dauert die Tour 50 bis 70 Minuten. IndustriekulTOUR Aabach: Tour "Industrie-Alltag in Niederlenz". Johann erzählt. Jetzt App downloaden.

 
IndustriekulTour Aabach

Eine Industrie-Dynastie aus Lenzburg

Preis Kostenlos Start Müllerhaus Lenzburg, Bleicherain 7 Ende Stadtkirche Lenzburg Länge 2 Kilometer Dauer 60 bis 90 Minuten Gottlieb Hünerwadel erzählt Begleiten Sie den Geschäftsmann und Politiker Gottlieb Hünerwadel durch seine Heimatstadt Lenzburg. Auf dem Weg erfahren Sie, wie die Familie Hünerwadel das Zeitalter der Industrialisierung in Lenzburg prägte. Die Tour führt auf 2 Kilometern von seinem Wohnhaus – dem heutigen Müllerhaus – am Aabach entlang, über den Hünerwadelplatz und das Rathaus bis zur Stadtkirche Lenzburg. Je nach Lauftempo dauert die Tour 60 bis 90 Minuten. IndustriekulTOUR Aabach: Tour "Eine Industrie-Dynastie aus Lenzburg". Geschäftsmann und Politiker Gottlieb Hünerwadel erzählt. Jetzt App downloaden.

 
Museum Aargau

Impressum

Organisation Kanton Aargau Departement Bildung Kultur und Sport Museum Aargau Effingerweg 5 CH-5103 Wildegg Telefon 0848 871 200 E-Mail: museumaargau(at)ag.ch Webangebot Technische Umsetzung, Weiterentwicklung & Hosting: .hausformat GmbH, Aarau © Copyright – Alle Inhalte, insbesondere Texte und Fotografien sind urheberrechtlich geschützt.

 
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Frisches Bier im passenden Bierhumpen

Zurück zum Blog 04. Oktober 2023 Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Mit den ersten frischeren Tagen im Herbst beginnen zahlreiche Volksfeste. Seien dies Erntedankfeste, Winzerfeste oder andere Anlässe wie das berühmte Oktoberfest. Dabei wird in der Regel viel Bier getrunken. Zum authentischsten Biergenuss gehört das richtige Gefäss, darunter der Bierhumpen aus Steingut. Der klassische Bierhumpen mit Deckel hat seinen Ursprung im 16. Jahrhundert im deutschen Sprachraum. Nach der Pest wimmelte es in Mitteleuropa von lästigen und oft todbringenden Insekten-Schwärmen. Deswegen gab es im frühen 16. Jahrhundert in vielen Fürstentümern des Heiligen Römischen Reiches den Erlass, dass zum Schutz vor den gefährlichen Insekten sämtliche Essens- und Getränkebehälter abgedeckt werden müssen. Als Antwort auf dieses Gesetz entstand der Bierhumpen mit Deckel. Herstellungsmaterialien des Bierhumpens Das bei weitem am häufigsten verwendete Material dieser Bierhumpen war poröses Steingut. Manchmal wurden auch hölzerne Becher genutzt. Metallbehälter und solche aus Glas, waren für den allgemeinen Gebrauch jedoch zu teuer. Die Bierhumpen wurden oft mit Schildern und historischen, allegorischen und biblischen Szenen verziert. Bierhumpen aus Waldenburg ca. 1575 - ca. 1599 aus dem Rijksmuseum, Quelle: Wikimedia Commons. Der Bierhumpen im Wandel der Zeit Als die Trinkgefässe-Gesetze im 19. Jahrhundert nicht mehr in Kraft waren, hatte die lange Tradition des Bierhumpens mit Deckel ein Ende. So kehrte man zu einem Becher oder einem originalen Bierkrug ohne Deckel zurück. In den frühen 1800er-Jahren wurde der Bierhumpen aus Steingut seltener, da die Vorliebe der Leute deutlich bei Glas und Zinn lagen. Dies änderte sich wieder in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Steinzeug das vorherrschende Material für die aufwendig dekorierten Bierhumpen wurde. Dies unter anderem aufgrund der Tradition der Reservistenkrüge. Diese individuell beschrifteten und bunt bemalten und bedruckten Behälter wurden für entlassene Rekruten als Erinnerungsstücke an ihre Militärzeit angefertigt. Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges und die dafür benötigen Materialien und Arbeitskräfte kam die Herstellung von Bierhumpen quasi zum Erliegen. Heute werden Bierhumpen mit Deckelverschluss seltener verwendet, da sich der praktischere Bierkrug aus Glas und ohne Deckel durchgesetzt hat. Vor allem mit Gravuren versehene Bierhumpen bleiben jedoch als Sammlerobjekte oder Souvenirs weiterhin geschätzt. Reservistenkrug des Johann Müller, Kgl. 7. Inftr. Reg., 5. Comp. Bayreuth, 1897, Quelle: Wikimedia Commons. Bierhumpen der renommierten Brauerei Salmenbräu im Museum Aargau Ein in der Sammlung Museum Aargau aufbewahrter klassischer Bierhumpen stammt von der Brauerei Salmenbräu aus Rheinfelden und ist um das Jahr 1950 zu datieren. Dieser mitsamt Deckel stolze 16 cm hohe Bierhumpen hat einen Durchmesser von 8,5 cm. Auf der vorderen Seitenfläche befindet sich eine Gravur mit einem roten sechszackigen Stern, der von Pflanzenranken und Blättern umschlungen ist. In der Mitte des Sterns ist ein Fisch zu erkennen, welcher auf den Namen der Brauerei anspielt. Dieser Bierhumpen kam 2018 als Teil eines Konvoluts einer Aargauer Privatsammlung in die Sammlung Museum Aargau. Bierhumpen Salmenbräu aus Steingut, Inv.-Nr. K-22338, Quelle: Sammlung Museum Aargau. Die Anfänge der Braustätte Salmenbräu Der Name der Brauerei «Salmenbräu» stammt von der ursprünglichen Gastwirtschaft «zum Salmen», die im Jahr 1799 vom Schweizer Schweinehändler Franz Joseph Dietschy (1770–1842) übernommen wurde. Diese Gastwirtschaft hatte ein eigenes Braurecht und braute nicht nur für den Eigenbedarf, sondern auch für andere Wirte und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer bedeutenden «Braustätte». Wachstum und Wettbewerb: Salmenbräu und Feldschlösschen Mit der Zeit reichte das Absatzgebiet des Rheinfelder Urbräu bis nach Aarau, Basel, Liestal und Schopfheim. Der Sohn von Joseph Dietschy kaufte 1854 als erster Brauer der Schweiz eine Dampfmaschine, womit er die Herstellung industrialisierte. 1884 verlegte die Brauerei «zum Salmen» ihre Produktion an ihren definitiven Standort am Rheinufer westlich der Altstadt. Ebenfalls in Rheinfelden war acht Jahre zuvor die Brauerei Feldschlösschen gegründet worden, die fast ein Jahrhundert lang zu den grössten Konkurrenten zählte. Von Salmenbräu zur Cardinal Brauerei 1900 erfolgte schliesslich die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft und die Brauerei nannte sich dann Salmenbräu. Die Brauerei Salmenbräu trat 1971 der Sibra-Holding bei und zwei Jahre später wurde dann ein Teil der Produktion des Cardinal-Biers von Fribourg nach Rheinfelden verlagert. 1978 verschwand die Marke Salmenbräu schliesslich aus marktstrategischen Gründen: Die Brauerei Salmen trug nun die Bezeichnung Cardinal Brauerei Rheinfelden. 1991 trat die Sibra-Holding schliesslich der Feldschlösschen-Gruppe über, die zu der Carlsberg-Group gehörte. Die Fabrikanlage der ehemaligen Brauerei Salmenbräu hatte am 6. September 2002 den letzten Produktionstag. Das Areal blieb danach über ein Jahrzehnt ungenutzt. Es entstand eine Wohnsiedlung, wobei ein Teil der alten Fabrikanlage erhalten blieb und neu genutzt wurde. Rheinfelden, Brauerei Salmenbräu, 1954, Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Friedli, Werner / LBS_H1-016242 / CC BY-SA 4.0. Tradition bewahrt: Die Brötlibar Salmen in der Altstadt von Rheinfelden Heute befindet sich die originale Gastwirtschaft immer noch in der Altstadt von Rheinfelden (Brötlibar Salmen). Auf der Wandmalerei der Fassade befindet sich das Firmenzeichen der ehemaligen Brauerei, welches in einer ähnlichen Form auch auf dem Bierhumpen zu sehen ist. Fassade der heutigen Brasserie zum Salmen in Rheinfelden, Quelle: Wikimedia Commons. Weitere Blogbeiträge 19. Dezember 2023 Uniformierter Frisch-Service von Zweifel Pomy-Chips AG Museum Aargau hat ein Buch zur Geschichte der Zweifel Pomy-Chips AG veröffentlicht. Anlässlich dieser Publikation schenkte Zweifel der… 10. Mai 2021 Schweizer Biergeschichte: Druckplatte von Feldschlösschen Der Aargau ist ein Schlösserland. Welches Schloss das schönste ist, war wohl schon der Anstoss für so manche Diskussion. Das Prädikat des… 10. Oktober 2022 Bier im römischen Reich Die Römer, auch jene in den Provinzen, bevorzugten Wein statt Bier. Dies ist durch den massiven Import von Wein im ganzen Römischen Reich… Von Cedric Zbinden Von Cedric Zbinden Cedric Zbinden ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Neuzeit Kommentare 03.03.2025 Springer Hallo Bierfreunde, unter www.historische-brauereien-ag.ch gibt`s noch vieles Historisches über die Bierbrauereien im Aargau Mit Biergrüssen Fritz de Bierbrauierei-Forscher vom Aargau

 
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Die Relieffiguren im Kreuzgang des Klosters Wettingen

Zurück zum Blog 03. Oktober 2025 Kategorien Neuzeit Klosterleben Von den Wänden des Kreuzgangs im ehemaligen Kloster Wettingen blicken seit Jahrhunderten knapp 100 Relieffiguren auf das Geschehen hinab. Wen stellen diese Figuren dar? Und wie kamen sie hierhin? Der Kreuzgang ist im Klosterleben ein bedeutender und vielschichtiger Ort. Sinnbildlich steht er für das himmlische Jerusalem, für das Paradies. In der Mitte steht ein Baum als Symbol des Lebens. Als integraler Teil des Alltags war der Kreuzgang Aufenthaltsort, Raum für stilles Lesen oder für Singen, und für weltliches: hier rasierten sich die Mönche, schnitten die Mönchstonsur oder klopften Kleider aus. Im 16. Jahrhundert befand sich unter diesen Mönchen einer namens Peter Schmid. Mit 15 ins Kloster eingetreten, wurde er um 1594 mit 35 Jahren zum Abt ernannt. Während seiner Amtszeit liess er so vieles im Kloster restaurieren und neu bauen, dass er als zweiter Klostergründer gilt. Sein Wappen, ein Hammer mit Stern und zwei Lilien, ist überall prominent im Kloster zu finden. Abt Peter Schmids Wappen (recht) neben dem Klosterwappen (links). © Badener, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons Abt Schmids Neuerungen im Kreuzgang Zu Abt Schmids Neuerungen gehörte eine Umgestaltung des Kreuzgangs. An diesem für die Klosterbrüder so bedeutenden Ort wollte er eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen, und sogar in die Zukunft des Klosters blicken. Deswegen gab er die Relieffiguren in Auftrag. Dank seines Theologiestudiums an der Sorbonne in Paris wusste er über wichtige Figuren der Kirchengeschichte Bescheid, und in der Klosterbibliothek konnte er eine vollständige Liste aller Wettinger Äbte erstellen. Der Grossteil der von Abt Schmid ausgewählten Figuren waren dem Zisterzienserorden zugehörig. Die dargestellten Männer stammen aus verschiedenen Ländern Europas und unterstreichen die internationale Relevanz des Zisterzienserordens. Wettinger Äbte an der Nordwand des Kreuzgangs. © Kylie Rüegger Herstellung der Figuren Die Herstellung der Stuckfiguren wurde den Gebrüdern Castelli übertragen. Diese hatten bereits einige Jahre zuvor in der Klosterkirche ein stattliches Programm an Stuckfiguren kreiert. Stuckarbeit ist seit der Antike bekannt und imitiert Marmor, ist aber vergleichsweise einfacher in der Herstellung. Die Gebrüder Castelli stammten aus dem Tessin, aus Melide am Luganersee. Aus dieser Region kamen viele auf Stuckarbeit spezialisierte Handwerker. Man spricht von den Magistri Comacini, den Comer Meistern . Ihre Arbeiten waren in ganz Europa gefragt. Die Gebrüder Castelli machten sich also an die Arbeit und entwarfen eine Abfolge von Bischöfen und Erzbischöfen, Kardinälen und Päpsten, und Wettinger Äbten, die alle in ihrer Mimik und Gestik individuell auftreten und dadurch lebendig wirken. Bischöfe, Päpste, Wettinger Äbte Die Figuren sind, im Gegenuhrzeigersinn durch den Kreuzgang gehend: An der Ostwand eine Reihe Kardinäle und Päpste. Der Nordwand und einen Teil der Westwand entlang stehen die 44 Wettinger Äbte, von der Klostergründung im Jahre 1227 bis zur Aufhebung im Jahre 1841. Diese sind durch ihre Wappen gekennzeichnet. Von der Westwand über die Südwand erstreckt sich eine Reihe Bischöfe und Erzbischöfe. Stuckfigur des Abts Peter Schmid. © Kylie Rüegger Abt Peter Schmid steht an der Westwand und blickt auf die lange Reihe ehemaliger Wettinger Äbte zurück. Neben ihm würdigt eine Schrifttafel seine Arbeit mit dem Hinweis, dass Abt Schmid die Namen seiner Vorgänger mit wissenschaftlichem Fleiss aus dem Dunkel der Vergangenheit ans Licht gebracht habe. Nach Abt Schmid folgen weitere Äbte. Er liess nämlich auf Vorrat weitere zwölf erstellen, dessen Namen und Wappen nachträglich angebracht wurden. Tatsächlich folgten ihm nicht 12, sondern 17 Äbte bis ins Jahr 1841. An ihrer Kleidung lässt sich erkennen, dass die fünf nicht geplanten Äbte ursprünglich zu den Bischöfen gehörten. Ihnen wurde die Mitra – ihre Kopfbedeckung – abgenommen, dafür wurden sie um ein Wappen ergänzt. Könnten diese Figuren sprechen, würden sie von Mönchen, Seminaristen und Kanti-Schülerinnen und Schülern erzählen, von den Wirren der Klostergeschichte und vom Gezwitscher der Vögel, das in Ruhezeiten im Kreuzganggarten zu hören ist. Aber auch so können sie vieles erzählen – die Arbeit Abt Peter Schmids und die Handwerkskunst der Gebrüder Castelli lebt hier im Kreuzgang weiter. Von Kylie Rüegger Von Kylie Rüegger Kylie Rüegger ist Praktikantin Geschichtsvermittlung auf der Klosterhalbinsel Wettingen. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Neuzeit Klosterleben Kommentare

 
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Strohindustrie im Aargau: Gold aus der Natur

Zurück zum Blog 15. September 2025 Kategorien 20./21. Jh. Neuzeit Historische Kleidung Schätze aus der Sammlung Wie wurde aus einfachem Stroh ein Verkaufsschlager? Die Aargauer Strohindustrie brachte es im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu Weltruhm. Strohhüte aus dem Freiamt schmückten Köpfe in Paris, Wien, London und New York. Zahlreiche Objekte aus der Sammlung von Museum Aargau erinnern an der Blütezeit dieser Industrie. Die Strohflechterei hat in der Schweiz eine lange Tradition. Schon in der frühen Neuzeit wurde sie in verschiedenen Regionen betrieben – etwa im Wallis, im Zürcher Unterland, im Freiburger Sensebezirk oder im Onsernonetal im Tessin. Strohindustrie im Freiamt Besonders im Gebiet der heutigen Freien Ämter im südöstlichen Aargau entwickelte sich das Flechthandwerk zu einer bedeutenden Wirtschaftsbranche. Vermutlich gelangte das Wissen um das Strohflechten im 16. Jahrhundert aus Italien in die Region. Über Generationen hinweg wurde es weitergegeben, und die charakteristischen regionalen Muster blieben wohlgehütetes Familienwissen. Das Freiamt entwickelte sich so zu einem Zentrum der Schweizer Strohkultur. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein entstanden Strohflechtarbeiten vor allem in Heimarbeit – meist von Frauen, die neben Haus- und Feldarbeit Strohbänder und Garnituren herstellten. Diese wurden von den sogenannten „Strohbaronen“ in alle Welt exportiert. Besonders gefragt waren neben verschiedenen Hutmodellen auch die berühmten Freiämter Garnituren, die Absatz in ganz Europa und sogar in Amerika fanden. Mit der Industrialisierung verlagerte sich die Produktion zunehmend in Fabriken. Dort wurden die Arbeitsschritte professionalisiert, und es entstanden neue, feste Arbeitsplätze – besonders für Frauen, die nun in grösserem Umfang in der Industrie tätig waren. Lovis Corinth, Frau Halbe mit Strohhut, Öl auf Holz, 1898. © Wikimedia Commons Wohlen: Vom Bauerndorf zu «Chly Paris» Der wirtschaftliche Erfolg der Strohindustrie machte Wohlen zu einem regionalen Zentrum mit städtischem Charakter Wohlstand zeigte sich in prächtigen Villen und moderner Infrastruktur. Im 19. Jahrhundert setzte ein enormer Aufschwung ein. Vor allem Wohlen, das wirtschaftliche Zentrum des Freiamts, entwickelte sich zu einem bedeutenden Standort der Strohwarenproduktion. Geflochtene Matten, Bänder und insbesondere Hüte entstanden zunächst in Heimarbeit, später auch in Fabriken – und machten das Freiamt weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt Stroh- und Geflechtindustrie in Wohlen (Aargau) um 1900: Das auf den Feldern geerntete Roggenstroh wird für die maschinelle Weiterverarbeitung vorbereitet. © Wikimedia Commons Blütezeit der Stroindustrie Ihre grösste Hochphase erreichte die Strohindustrie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In Orten wie Dottikon, Fahrwangen, Meisterschwanden und rund um Wohlen entstanden zahlreiche Strohfabriken. 1857 waren im Aargau rund 24 000 Heimarbeiterinnen tätig – ebenso viele Menschen arbeiteten in anderen Kantonen für die Aargauer Produzenten. Hinzu kamen mehr als 4 400 Fabrikangestellte. Um 1900 gab es im Kanton über 100 Betriebe, davon allein 31 in Wohlen. Bis zu 98 Prozent der Produktion wurden exportiert. Wohler Firmen unterhielten Filialen in Florenz, Wien, Paris, London und New York. Besonders hervor stach die Firma JJ Fischers Söhne AG in Dottikon. Sie exportierte ihre Hüte in alle Welt und gewann 1914 eine Goldmedaille an der Landesausstellung in Bern. Werbeplakate aus dieser Zeit belegen das gestalterische Selbstbewusstsein und die internationale Ausrichtung der Branche. Werbeplakat FISCHER, Dottikon 1910-1950, 30x22 cm, Papier, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-21907. © Museum Aargau Werbeplakat FISCHER, Dottikon 1910-1950, 30x22 cm, Karton, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-21909. © Museum Aargau Ikone der Mode - der Canotier Ein weltweiter Modetrend war der Canotier, auch „Kreissäge“ genannt. Bekannt wurde dieser flache Strohhut durch Entertainer wie Maurice Chevalier oder Fred Astaire. Ab den 1880er-Jahren trugen ihn auch Frauen – als Symbol für Sportlichkeit und Emanzipation. Getragen wurde er nach klarer Modevorgabe: leicht nach vorne geneigt und lässig über ein Ohr fallend. Strohhut (Canotier) mit schwarzem Rapsband, Modell «Maurice Chevalier» 1901-1920, Gr. 6 7/8, Stroh, Textil, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-10935. © Museum Aargau Hüte und Accessoires aus Stroh Die Vielfalt der Aargauer Strohhutproduktion zeigt sich in den Stücken der Sammlung von Museum Aargau . Neben dem Canotier gehören dazu elegante Damenhüte aus der Zeit um 1920. Einer davon ist ein tiefviolett gefärbter Röhrlihut mit flacher Form, zylindrischer Krone und breiter, gerader Krempe. Sein gleichmäßiges Flechtmuster und die kräftige Farbe machen ihn zu einem markanten Blickfang. Damenhut, 1910-1930, 7x38 cm Stroh, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-10935. © Museum Aargau Ein weiteres Modell aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts ist naturfarben und mit rot- sowie blaugefärbten Streifen geschmückt. Die breitkrempige, flache Form und das in konzentrischen Ringen angelegte Flechtwerk verleihen ihm einen klaren, kontrastreichen Charakter. Damenhut, 1901-1920, Durchmesser 38 cm, Stroh, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-16920. © Museum Aargau Auch festlicher Kopfschmuck findet sich in der Sammlung von Museum Aargau. Ein Häubchen aus dem späten 19. Jahrhundert besteht aus feinem Strohschnürli, geknüpft und geflochten. Rosetten, das typische Oberwiler Rösli und sogenannte Schnürlipäckli setzen zarte plastische Akzente auf dem netzartigen Geflecht. Häubchen, 1881-1900, Höhe 17 cm, Stroh, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-13647. © Museum Aargau Ebenso auffällig ist ein rosa und schwarz gefärbter Strohzylinder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit seiner zylindrischen Form und den seitlich hochgebogenen Krempen ist er eine farbenfrohe Variante des klassischen Stoffzylinders, getragen zu festlichen Anlässen oder als Teil einer Tracht. Strohzylinder, 1901-1950, 15.5x28x27 cm, Stroh, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-13647. © Museum Aargau Selbst kleinformatige Stücke belegen die Bandbreite der Produktion. Zwei kleine, aus dunkelblau und rot gefärbtem Röhrli gearbeitete Hüte könnten entweder als Musterexemplare für den Handel oder als Puppenhüte gedient haben. Trotz ihrer geringen Grösse sind sie in der typischen Röhrli-Technik gefertigt und mit hochgebogener Krempe sowie kontrastierenden roten Zierstreifen an Krone und Krempe versehen. Diese Miniaturen zeigen, dass selbst im Kleinen auf Sorgfalt und Qualität geachtet wurde – ein Anspruch, der den Ruhm der Aargauer Strohhutproduktion mitbegründete. Musterhüte (2 Stück), vermutlich Puppenhüte, 1901-1950, 7x9x10.5 cm, Stroh, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-15363. © Museum Aargau Alltagskultur aus Stroh Die Aargauer Strohindustrie beschränkte sich nicht nur auf die Herstellung von Hüten. Auch Taschen, Schmuck und weitere Modeaccessoires wurden aus Stroh gefertigt und fanden als modische wie praktische Alltagsbegleiter Verwendung. Handtasche, 1881-1900, 13x23x13 cm, Stroh, Seide, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-15324. © Museum Aargau Ein Beispiel ist eine Handtasche aus dem späten 19. Jahrhundert, die feines Strohgeflecht mit elegantem Seidenfutter und einer dekorativen Klappe verbindet. Solche Taschen wurden nicht nur wegen ihrer Leichtigkeit geschätzt, sondern auch als stilvolle Ergänzung zur Sommermode getragen. Auch dekorative Objekte gehörten zum Repertoire der Strohflechterei. Das Zierobjekt aus dem späten 19. Jahrhundert in Form eines kleinen Bienenkorbs besteht aus sorgfältig gewickelten ganzen Halmen und ist mit winzigen Stroh-Bienen geschmückt. Solche Stücke verdeutlichen, dass Stroh nicht nur funktional, sondern auch kunsthandwerklich vielfältig eingesetzt wurde. Zierobjekt, 1881-1900, 10.5x17x14.4 cm, Stroh, Glas, Holz, Sammlung Museum Aargau, Inv.-Nr.-K-15320. © Museum Aargau Vom Welterfolg zum Kulturerbe Einst prägte die Strohindustrie das Freiamt und machte den Aargau zu einem Namen in der internationalen Modewelt. Hüte und Accessoires aus feinstem Flechtwerk fanden von Wohlen den Weg in die grossen Metropolen. Ab etwa 1880 setzten sich maschinell hergestellte Hutgeflechte zunehmend durch. Nach einer letzten Blüte in der Nachkriegszeit brach die Nachfrage ab Mitte der 1960erJahre stark ein. Heute knüpft nur noch ein Unternehmen direkt an diese Tradition an: Die Tressa AG in Villmergen ist die letzte Maschinengeflechtproduzentin mit Wurzeln in der Freiämter Strohindustrie – und zugleich der einzige Betrieb in der Schweiz, der noch Geflechte in hoher Qualität herstellt. Wie einst gehen diese bis heute in alle Welt: an Hutfabriken, Designerinnen, Designer und Modistinnen, die sie zu neuen Kreationen verarbeiten. Museen und Sammlungen bewahren daneben die Meisterwerke vergangener Zeiten – Zeugnisse einer Industrie, die aus einfachem Stroh Modegeschichte schrieb. Weitere Blogbeiträge 08. April 2020 Strohhut Canotier – Die "Kreissäge" der Hipster Der Strohhut Canotier erinnert an die blühende Strohindustrie im Freiamt sowie im Seetal. Im Blog zeigen wir ein Exemplar aus der Sammlung… 11. Juli 2023 Sommer-Accessoires im 19. Jahrhundert Museum Aargau präsentiert eine Auswahl von Accessoires, welche die Damen und Herren des 19. Jahrhunderts im Sommer trugen. Diese Objekte… 19. Januar 2021 Tresor der Hutflechtfabrik Jacob Isler & Co. Die Tresorkiste stammt aus dem Nachlass der Hutflechtfabrik Jacob Isler & Co.. Die Kiste befand sich in der Villa Isler, als diese von ihrem… Von Patricia Striebel Von Patricia Striebel Patricia Striebel ist Praktikantin der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien 20./21. Jh. Neuzeit Historische Kleidung Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Die Geschichte des Schachs | Blog von Museum Aargau

Zurück zum Blog 08. April 2025 Kategorien 20./21. Jh. Mittelalter Schätze aus der Sammlung Wie entstand das Schachspiel und wie verbreitete es sich? Nebst der Geschichte des Schachs stellen wir ein faszinierendes, aus Elfenbein geschnitztes Schachspiel aus der Sammlung Museum Aargau vor. Schachbrett mit Figuren, Detail, 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau Die Ursprünge des Schachspiels Das indische «Chaturanga» Schach ist eines der ältesten Brettspiele der Welt und hat eine Geschichte von über 1500 Jahren. Sein Ursprung liegt vermutlich in Indien, wo es als militärstrategisches Lernspiel namens «Chaturanga» entwickelt wurde. Ursprünglich wurde es mit Würfeln gespielt, die bestimmten, welche Figuren die Spieler bewegen durften. Das Schachspiel verbreitete sich rasch, vor allem durch Händler, von Indien über Persien und die arabische Welt nach Europa. Krishna und Radha spielen Chaturanga auf einem 8x8 Ashtāpada. © Wikimedia Commons. Das chinesische «Xiangqi» Auch nach China fand es seinen Weg, wo bereits eine eigenständige Variante existierte: das «Xiangqi». Dieses traditionelle chinesische Schach unterscheidet sich deutlich vom westlichen Schach. Das Spielfeld besteht aus einem Spielplan meist auf Papier und wird durch einen Fluss („Gelber Fluss“) in zwei Hälften geteilt, was die Zugmöglichkeiten der Figuren beeinflusst. Anstelle plastischer Figuren gibt es schwarz-weisse und rot-weisse, runde Spielsteine mit chinesischen Schriftzeichen, die verschiedene Rollen wie Reiter oder Feldherr kennzeichnen. Zudem stehen die Spielsteine auf den Linien, nicht in den Feldern. Xiangqi © Pixabay / andrewanwang «Versus de Scachis» – Schach im europäischen Mittelalter Im Mittelalter war Schach so beliebt und bedeutend, dass es zu den sieben Tugenden zählte, die ein Ritter beherrschen musste. Im 10. Jahrhundert entstand das erste in Europa bekannte lateinische Schachgedicht «Versus de Scachis» eines unbekannten Autors, das eine technische Beschreibung des Schachspiels liefert. «Versus de Scachis» gilt als das erste schriftliche Zeugnis des Schachspiels in der abendländischen Literatur. Dieses Gedicht ist in zwei Manuskripten der Stiftsbibliothek Einsiedeln überliefert und lädt den Leser zunächst dazu ein, sich mit dem Spiel zu beschäftigen, um den Geist zu erfrischen. Schach wird darin als eine ehrenvolle und geistig anregende Beschäftigung beschrieben, die frei von Täuschung und Betrug ist und, im Gegensatz zu anderen Vergnügungen, keinen körperlichen Schaden verursacht. Versus de scachis, Cod. Einsidlensis 319, p. 298. ©Wikimedia Commons Darüber hinaus erläutert das Gedicht die Regeln, Farben und Strategien des Spiels und enthält moralische sowie philosophische Deutungen. Besonders betont wird, dass in den Schlachten alle Figuren fallen können – mit Ausnahme des Königs. Sein Verlust bedeutet das Ende des Spiels. Insbesondere im 15. Jahrhundert, waren Schachbücher weit verbreitet und trugen zur Verfeinerung der Spielstrategien bei. Die verschiedenen Schachvarianten spiegeln somit auch ihre jeweiligen Gesellschaften wider: Während «Xiangqi» stark von Chinas militärischen Traditionen geprägt ist, reflektiert das westliche Schach die mittelalterlichen Gesellschaftsstrukturen Europas. Manessische Liederhandschrift (Grosse Heidelberger Liederhandschrift), Szene: Schachspiel, 1350-1340 © Wikimedia Commons Das faszinierende Schachspiel der Sammlung Museum Aargau Dieses aufklappbare chinesische Schachbrett aus Holz mit fein geschnitzten Elfenbeinfiguren zeugt von herausragender Handwerkskunst. Es entstand um 1800 und stammt vermutlich aus der Sammlung von August Edward Jessup, dem ehemaligen amerikanischen Besitzer von Schloss Lenzburg. Schachbrett mit Figuren, Detail, 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau. Solche Schachspiele wurden meist nicht aktiv genutzt, sondern dienten als repräsentative Sammlerstücke. Adlige und wohlhabende Kaufleute in Europa liessen sich solche Schachspiele anfertigen, um ihren Status zu unterstreichen. Doch selbst wenn jemand damit spielte – konnte man sich wirklich auf die Partie konzentrieren? Die aufwendig gestalteten Figuren, filigranen Muster und Wunderkugeln waren vermutlich eine Ablenkung, die jede Strategie ins Wanken brachte. Auch bei Jessup hatte das Schachspiel eine dekorative Funktion: Es wurde in einem grossen Holzschrank mit Glasvitrinen aufbewahrt und schmückte den Gang im ersten Stock der Landsvogtei. Im 19. Jahrhundert galten aufwendig geschnitzte Schachspiele aus Elfenbein als Statussymbol. Das Schachbrett mit den Figuren wurde 1956 als Teil der Ausstattung von Schloss Lenzburg durch die Stiftung Schloss Lenzburg erworben. Schach als chinesischer Exportschlager Zwar hatte China mit «Xiangqi» bereits eine eigene Schachvariante, die sich stark vom westlichen Schach unterscheidet, im 19. Jahrhundert wurden aber zahlreiche aufwendig gestaltete Schachsets in China speziell für den Export gefertigt. Besonders in Europa waren solche Schachbretter mit Figuren begehrte Sammlerstücke, insbesondere unter wohlhabenden Kunstliebhabern, die exotische Werke schätzten. Typischerweise stellten diese Sets chinesische Kaiser in Rüstungen dar, gelegentlich aber auch Napoleon oder europäische Monarchen wie Georg III. Weisser Turm, weisser Läufer, roter Läufer, roter Turm, 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau. Die Weltausstellung von 1880 in Melbourne präsentierte einige dieser beeindruckenden Schachspiele aus Elfenbein und verstärkte das Interesse an chinesischer Handwerkskunst. Trotz der hohen Nachfrage blieb jedes Set ein Unikat, das filigrane Schnitzereien und meisterhafte Handwerkskunst vereinte. Machart und Beschreibung Das Set besteht aus handgeschnitzten Figuren aus Elfenbein, die in Rot und Weiss gefärbt sind. Diese Farbgebung hat eine lange Tradition und wird sogar im «Versus de Scachis» erwähnt. Die detailreichen Figuren stellen einen fiktiven kaiserlichen Hofstaat dar. Die Figur des Elefanten übernimmt die Funktion des Turmes und verweist damit auf den indischen Ursprung des Spiels. Auffällig ist, dass die Basis mancher Figuren zu gross für die kleineren Felder des Brettes ist, was darauf hindeuten könnte, dass das Set eher einen repräsentativen Charakter hatte und nicht primär zum Spielen gedacht war. Dame und König, 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau. Wunderkugeln: Kunstwerke innerhalb eines Kunstwerks Die Figuren stehen auf säulenartigen Sockeln, die sogenannte „Wunderkugeln“ enthalten. Diese bestehen aus bis zu fünf ineinander liegenden, frei beweglichen Kugeln. Jede Figur wurde aus einem einzigen Stück Elfenbein gefertigt – eine wahre Meisterleistung der Drechselkunst. Während die Kugeln mit filigranen floralen Mustern verziert sind, zeigen die Kugeln der Herrscherpaare sogar Alltagsszenen mit Bäumen und Figuren. "Wunderkugeln", 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau. Literatur Roger Keverne, Ivory, A History and Collectors Guide, Thames and Hudson, 1987, p. 260. Peter Hulse, Versus de Scachis: When Chess Reached Europe. antigonejournal.com/2022/02/versus-de-scachis-chess/ Emanuel Schiendorfer, Die Geschichte des Schachspiels. www.spielezar.ch/portal/blog/wissen/die-geschichte-des-schachspiels Der König ist tot! Schach im Mittelalter. www.youtube.com/watch 07. November 2022 Bluffen für Vornehme – Ein Poch-Spielbrett von 1760 Spielen ist eine der universalen menschlichen Aktivitäten. Schon vor einem Vierteljahrtausend waren die Menschen für Spiele zu begeistern.… 22. Dezember 2021 Was macht ein Objekt authentisch? Museumsobjekte ziehen uns in ihren Bann und machen Geschichte greifbar. Doch was macht ein Objekt authentisch? Ein Blick hinter die Kulissen… 12. Februar 2023 Der Spielzeugkasten von Carl Zweifel Wer kennt sie nicht? Mit Spielzeugklötzen hat so manches Kind einen wesentlichen Teil seiner Freizeit verbracht. Neben der bekannten Firma… Von Patricia Striebel Von Patricia Striebel Patricia Striebel ist Praktikantin der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien 20./21. Jh. Mittelalter Schätze aus der Sammlung Kommentare

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Visualisierung/Animation Antikes Vindonissa
Visualisierung/Animation Antikes Vindonissa

Vindonissa

Legionärspfad und Vindonissa Museum

Erleben Sie in Vindonissa die Römer hautnah: Die Museumsstandorte Legionärspfad Vindonissa (Windisch) und Vindonissa Museum (Brugg) bieten Touren, Ausstellungen, Veranstaltungen sowie buchbare Angebote im früheren Legionslager Vindonissa an.

MUSEUMSSTANDORTE IN VINDONISSA

 
Kinder schreiten wie kleine Römer über das Areal vom Legionärspfad Vindonissa

Legionärspfad
Vindonissa

Der Römer-Erlebnispark bietet Spiel-/Themen-Touren, Events, römische Übernachtungen, Führungen und vieles mehr.  

 
Drei Mädchen stehen in der Ausstellung im Vindonissa Museum. Vor ihnen stehen zwei lebensgrosse Legionäre (Figuren)

Vindonissa
Museum

Das Vindonissa Museum in Brugg zeigt die wichtigsten Funde von Vindonissa, dem einzigen römischen Legionslager der Schweiz.  

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