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Die Geschichte des Schachs | Blog von Museum Aargau

Zurück zum Blog 08. April 2025 Kategorien 20./21. Jh. Mittelalter Schätze aus der Sammlung Wie entstand das Schachspiel und wie verbreitete es sich? Nebst der Geschichte des Schachs stellen wir ein faszinierendes, aus Elfenbein geschnitztes Schachspiel aus der Sammlung Museum Aargau vor. Schachbrett mit Figuren, Detail, 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau Die Ursprünge des Schachspiels Das indische «Chaturanga» Schach ist eines der ältesten Brettspiele der Welt und hat eine Geschichte von über 1500 Jahren. Sein Ursprung liegt vermutlich in Indien, wo es als militärstrategisches Lernspiel namens «Chaturanga» entwickelt wurde. Ursprünglich wurde es mit Würfeln gespielt, die bestimmten, welche Figuren die Spieler bewegen durften. Das Schachspiel verbreitete sich rasch, vor allem durch Händler, von Indien über Persien und die arabische Welt nach Europa. Krishna und Radha spielen Chaturanga auf einem 8x8 Ashtāpada. © Wikimedia Commons. Das chinesische «Xiangqi» Auch nach China fand es seinen Weg, wo bereits eine eigenständige Variante existierte: das «Xiangqi». Dieses traditionelle chinesische Schach unterscheidet sich deutlich vom westlichen Schach. Das Spielfeld besteht aus einem Spielplan meist auf Papier und wird durch einen Fluss („Gelber Fluss“) in zwei Hälften geteilt, was die Zugmöglichkeiten der Figuren beeinflusst. Anstelle plastischer Figuren gibt es schwarz-weisse und rot-weisse, runde Spielsteine mit chinesischen Schriftzeichen, die verschiedene Rollen wie Reiter oder Feldherr kennzeichnen. Zudem stehen die Spielsteine auf den Linien, nicht in den Feldern. Xiangqi © Pixabay / andrewanwang «Versus de Scachis» – Schach im europäischen Mittelalter Im Mittelalter war Schach so beliebt und bedeutend, dass es zu den sieben Tugenden zählte, die ein Ritter beherrschen musste. Im 10. Jahrhundert entstand das erste in Europa bekannte lateinische Schachgedicht «Versus de Scachis» eines unbekannten Autors, das eine technische Beschreibung des Schachspiels liefert. «Versus de Scachis» gilt als das erste schriftliche Zeugnis des Schachspiels in der abendländischen Literatur. Dieses Gedicht ist in zwei Manuskripten der Stiftsbibliothek Einsiedeln überliefert und lädt den Leser zunächst dazu ein, sich mit dem Spiel zu beschäftigen, um den Geist zu erfrischen. Schach wird darin als eine ehrenvolle und geistig anregende Beschäftigung beschrieben, die frei von Täuschung und Betrug ist und, im Gegensatz zu anderen Vergnügungen, keinen körperlichen Schaden verursacht. Versus de scachis, Cod. Einsidlensis 319, p. 298. ©Wikimedia Commons Darüber hinaus erläutert das Gedicht die Regeln, Farben und Strategien des Spiels und enthält moralische sowie philosophische Deutungen. Besonders betont wird, dass in den Schlachten alle Figuren fallen können – mit Ausnahme des Königs. Sein Verlust bedeutet das Ende des Spiels. Insbesondere im 15. Jahrhundert, waren Schachbücher weit verbreitet und trugen zur Verfeinerung der Spielstrategien bei. Die verschiedenen Schachvarianten spiegeln somit auch ihre jeweiligen Gesellschaften wider: Während «Xiangqi» stark von Chinas militärischen Traditionen geprägt ist, reflektiert das westliche Schach die mittelalterlichen Gesellschaftsstrukturen Europas. Manessische Liederhandschrift (Grosse Heidelberger Liederhandschrift), Szene: Schachspiel, 1350-1340 © Wikimedia Commons Das faszinierende Schachspiel der Sammlung Museum Aargau Dieses aufklappbare chinesische Schachbrett aus Holz mit fein geschnitzten Elfenbeinfiguren zeugt von herausragender Handwerkskunst. Es entstand um 1800 und stammt vermutlich aus der Sammlung von August Edward Jessup, dem ehemaligen amerikanischen Besitzer von Schloss Lenzburg. Schachbrett mit Figuren, Detail, 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau. Solche Schachspiele wurden meist nicht aktiv genutzt, sondern dienten als repräsentative Sammlerstücke. Adlige und wohlhabende Kaufleute in Europa liessen sich solche Schachspiele anfertigen, um ihren Status zu unterstreichen. Doch selbst wenn jemand damit spielte – konnte man sich wirklich auf die Partie konzentrieren? Die aufwendig gestalteten Figuren, filigranen Muster und Wunderkugeln waren vermutlich eine Ablenkung, die jede Strategie ins Wanken brachte. Auch bei Jessup hatte das Schachspiel eine dekorative Funktion: Es wurde in einem grossen Holzschrank mit Glasvitrinen aufbewahrt und schmückte den Gang im ersten Stock der Landsvogtei. Im 19. Jahrhundert galten aufwendig geschnitzte Schachspiele aus Elfenbein als Statussymbol. Das Schachbrett mit den Figuren wurde 1956 als Teil der Ausstattung von Schloss Lenzburg durch die Stiftung Schloss Lenzburg erworben. Schach als chinesischer Exportschlager Zwar hatte China mit «Xiangqi» bereits eine eigene Schachvariante, die sich stark vom westlichen Schach unterscheidet, im 19. Jahrhundert wurden aber zahlreiche aufwendig gestaltete Schachsets in China speziell für den Export gefertigt. Besonders in Europa waren solche Schachbretter mit Figuren begehrte Sammlerstücke, insbesondere unter wohlhabenden Kunstliebhabern, die exotische Werke schätzten. Typischerweise stellten diese Sets chinesische Kaiser in Rüstungen dar, gelegentlich aber auch Napoleon oder europäische Monarchen wie Georg III. Weisser Turm, weisser Läufer, roter Läufer, roter Turm, 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau. Die Weltausstellung von 1880 in Melbourne präsentierte einige dieser beeindruckenden Schachspiele aus Elfenbein und verstärkte das Interesse an chinesischer Handwerkskunst. Trotz der hohen Nachfrage blieb jedes Set ein Unikat, das filigrane Schnitzereien und meisterhafte Handwerkskunst vereinte. Machart und Beschreibung Das Set besteht aus handgeschnitzten Figuren aus Elfenbein, die in Rot und Weiss gefärbt sind. Diese Farbgebung hat eine lange Tradition und wird sogar im «Versus de Scachis» erwähnt. Die detailreichen Figuren stellen einen fiktiven kaiserlichen Hofstaat dar. Die Figur des Elefanten übernimmt die Funktion des Turmes und verweist damit auf den indischen Ursprung des Spiels. Auffällig ist, dass die Basis mancher Figuren zu gross für die kleineren Felder des Brettes ist, was darauf hindeuten könnte, dass das Set eher einen repräsentativen Charakter hatte und nicht primär zum Spielen gedacht war. Dame und König, 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau. Wunderkugeln: Kunstwerke innerhalb eines Kunstwerks Die Figuren stehen auf säulenartigen Sockeln, die sogenannte „Wunderkugeln“ enthalten. Diese bestehen aus bis zu fünf ineinander liegenden, frei beweglichen Kugeln. Jede Figur wurde aus einem einzigen Stück Elfenbein gefertigt – eine wahre Meisterleistung der Drechselkunst. Während die Kugeln mit filigranen floralen Mustern verziert sind, zeigen die Kugeln der Herrscherpaare sogar Alltagsszenen mit Bäumen und Figuren. "Wunderkugeln", 1784-1816, 10.5 x 25.5 x 46.5cm, Holz, Elfenbein, Inv.-Nr.-S-220. © Museum Aargau. Literatur Roger Keverne, Ivory, A History and Collectors Guide, Thames and Hudson, 1987, p. 260. Peter Hulse, Versus de Scachis: When Chess Reached Europe. antigonejournal.com/2022/02/versus-de-scachis-chess/ Emanuel Schiendorfer, Die Geschichte des Schachspiels. www.spielezar.ch/portal/blog/wissen/die-geschichte-des-schachspiels Der König ist tot! Schach im Mittelalter. www.youtube.com/watch 07. November 2022 Bluffen für Vornehme – Ein Poch-Spielbrett von 1760 Spielen ist eine der universalen menschlichen Aktivitäten. Schon vor einem Vierteljahrtausend waren die Menschen für Spiele zu begeistern.… 22. Dezember 2021 Was macht ein Objekt authentisch? Museumsobjekte ziehen uns in ihren Bann und machen Geschichte greifbar. Doch was macht ein Objekt authentisch? Ein Blick hinter die Kulissen… 12. Februar 2023 Der Spielzeugkasten von Carl Zweifel Wer kennt sie nicht? Mit Spielzeugklötzen hat so manches Kind einen wesentlichen Teil seiner Freizeit verbracht. Neben der bekannten Firma… Von Patricia Striebel Von Patricia Striebel Patricia Striebel ist Praktikantin der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien 20./21. Jh. Mittelalter Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Entlassungsurkunde eines Legionärs Objekte aus Vindonissa Gladius in Schwertscheide Objekte aus Vindonissa Grabstein der Maxsimila und Heuprosinis Objekte aus Vindonissa Haarnadel mit Frauenbüste Objekte aus Vindonissa Helm eines Legionärs Objekte aus Vindonissa Knochen eines Kamels Objekte aus Vindonissa Ledersandale mit Schuhnägeln Objekte aus Vindonissa Massstab aus Eibenholz Objekte aus Vindonissa Münzstempel zum Prägen von Silber- und Goldmünzen Objekte aus Vindonissa Schalen von Austern Objekte aus Vindonissa Stempel für eine Augensalbe Objekte aus Vindonissa Verkohlter Granatapfel Objekte aus Vindonissa Mehr laden Es gibt keine Ergebnisse Für Fragen zu den Objekten oder zur Archäologischen Sammlung allgemein: Kantonsarchäologie Aargau

 
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Nüsslisalat selbst angebaut

Zurück zum Blog 27. August 2025 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Nüsslisalat selbst anzubauen ist knifflig. Tipps von der Schlossgärtnerin zu Sorten, Standort, Aussaat, Pflege und Ernte. © Pixabay / beasternchen Die richtige Sorte wählen Es gibt viele verschiedene Nüsslisalat-Sorten: von hitzeresistenten bis frostharten Varianten. Wer früh im Herbst ernten möchte, sollte auf wärmeverträgliche Sorten setzen. Für eine späte Ernte im Winter sind kälteresistente Sorten ideal. Der passende Standort Nüsslisalat – auch bekannt als Feldsalat oder Rapunzelsalat – mag es an einem sonnigen Standort. Der Boden sollte locker und nährstoffreich sein – am besten angereichert mit reifem Kompost. Dann braucht der Nüsslisalat später keinen Dünger. Aussaat: So gelingt's Nüsslisalat kann zwischen August und Anfang Oktober ausgesät werden – entweder breitwürfig über ganze Flächen oder fein säuberlich in Reihen. Für gerade Reihen zieht man entlang einer Schnur flache Rillen in die Erde – mit einem Reihenabstand von 10 bis 15 Zentimetern. Die Samen werden im Abstand von etwa 5 bis 10 Zentimetern in die Rillen gelegt und dünn mit feiner Erde – zum Beispiel Aussaaterde – bedeckt. Danach wird die Fläche mit einem Gartenvlies oder einem leichten Tuch abgedeckt. So bleibt die Feuchtigkeit konstant, was sehr wichtig ist für die Keimung. Pflege: Geduld und Aufmerksamkeit Nüsslisalat keimt in etwa 10 bis 14 Tagen. In den ersten drei Wochen muss die Erde gleichmässig feucht gehalten werden. Diese Phase ist besonders heikel. Zu trockener Nüsslisalat geht schnell ein. Wichtig zu wissen: Sinkt die Temperatur unter 8 Grad, wächst Nüsslisalat nicht mehr und bleibt klein. Ernte: Mehrfacher Genuss Etwa zehn Wochen nach der Aussaat ist der Nüsslisalat erntereif. Die Ernte kann noch im Winter erfolgen, jedoch nicht bei Frost. Nüsslisalat kann geerntet werden wie Schnittsalat: Er wird einfach abgeschnitten – und treibt mit etwas Glück mehrmals wieder aus. 06. Juni 2025 Rhabarber im Garten: Anbau, Pflege und Ernte richtig gemacht Im Gartentipp verrät die Schlossgärtnerin, wie Rhabarber anzupflanzen ist, wie man ihn richtig pflegt und wann der Zeitpunkt für die Ernte… 25. Juni 2025 Thuja richtig pflegen: Brandgefahr, Schädlinge und häufige Fehler Thuja sieht pflegeleicht aus, doch der Schein trügt: Trockenheit, Pilze oder falscher Rückschnitt führen zu braunen Stellen – und im… 05. Mai 2025 Einpflanzen mit Plan: Tipps für gutes Anwachsen Vor dem Einpflanzen neuer Sträucher, Bäume oder Blumen lohnen sich Planung und Geduld. Tipps zum Einpflanzen und Anwachsen aus dem Wildegger… Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Tradition und Geschichte der Weihnachtskrippen

Zurück zum Blog 21. Dezember 2022 Kategorie Schätze aus der Sammlung Woher kommt die langlebige Tradition der Weihnachtskrippen und wie wurde sie über die Zeit verändert? Anhand ausgewählter Objekte aus der Sammlung von Museum Aargau stimmen wir uns auf die leuchtende Jahreszeit ein. Die ersten Erwähnungen von statischen Krippen stammen aus Italien. Dass Franz von Assisi als alleiniger Initiator der Krippen-Idee gilt, ist mittlerweile überholt. So spielt das "Kindleinwiegen", das in der vorweihnachtlichen Zeit in den Klöstern praktiziert wurde, eine entscheidende Rolle. Dabei standen kleine Wachsfiguren im Zentrum, die von den Nonnen gewickelt und in allegorisch aufgeladenen Ensembles oder Kästchen aufbewahrt wurden. Die Geschichte der Weihnachtskrippen Ein weiterer Impuls ist auf die Jesuiten zurückzuführen. Sie wollten die Gläubigen wieder zurückgewinnen, in dem sie die Lebensgeschichte Jesu bildhaft darstellen wollten. So stellten sie die biblische Geburtsszene in Bethlehem mit Holzfiguren nach. Eine der ältesten Darstellungen, aus dem 13. Jahrhundert, steht in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom. Die Figuren aus Marmor sind jedoch im Boden und in der Mauer eingelassen. Es handelt sich also um eine unveränderbare Komposition. Krippe in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom, 1283, Bild von Hugo DK, Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0. Im Zuge der Gegenreformation erlebte die Krippe wieder einen Aufschwung. Das Konzil von Trient (1545-1563) verordnete eine Reihe von Maßnahmen in Bezug auf die religiöse Kunst und empfahl eine stärkere Verbreitung von geschnitzten Darstellungen oder Gemälden bei strikter Einhaltung der Texte aus dem Evangelium. Knapp 250 Jahre später, wo bereits die Ideen der Aufklärung Einzug in die Gesellschaft hielten und in der Französischen Revolution als ihren infamen Höhepunkt des Antiklerikalismus mündete, verlagerte sich die Darstellung der Geschichte immer mehr ins private Heim. Und so veränderte sich auch die Art der Krippe. Es entstanden kleinere Figuren aus billigerem und in Massen zu produzierendem Material wie Gips, Ton und Papier. Die Gestaltung und Interpretation verlagerte sich von der Kirche zu den einfachen Menschen, die darin lokal gefärbte und traditionelle Elemente hinzufügten. Eine neue religiöse Volkskunst war geboren. Industrielle Weihnachtskrippe aus Papier zum selber Basteln, Sammlung Museum Aargau, Inv. K-8865, © Museum Aargau Jesuskind Wenn wir über Krippen sprechen, sollten wir kurz einen Überblick über die Figuren verschaffen. In der Hauptrolle ist das Jesuskind. Seine spärliche Bekleidung steht für seine Armut. Aber auch für seine Unschuld und Reinheit. Um ihn herum sind die weiteren Figuren platziert, was ihn als das unmissverständliche Zentrum ausgibt. Um das Jesuskind finden wir seine weltliche Mutter Maria und ihren Mann Josef, sowie die Hirten mit ihren Tieren. Auch sie sind mit Symbolik und Bedeutung aufgeladen. Die Mutter steht für das Vertrauen, das die Gläubigen in den Heiland setzten. Josef verkörpert den benötigten Schutz. Jesuskind, Sammlung Museum Aargau, Inv. K- 12484 © Museum Aargau. Esel, Ochse und andere Krippenfiguren Die Tiere haben mehrere Bedeutungen. So stehen der Esel und der Ochse für die Lasten, die das Jesuskind für die Menschen zu tragen haben und die Schafe und Lämmer für das Erdulden ihres Schicksals. Am Kreuz wurde Jesus zum Lamm Gottes. Die Krippenfiguren der Heiligen Drei Könige basieren auf der Überlieferung aus dem Matthäusevangelium. Dort werden weise Männer erwähnt, die Geschenke mitbringen. Warum gerade drei? Damals waren nur drei Kontinente bekannt, Europa, Afrika und Asien. So stehen die Könige also stellvertretend für die Welt. Die letzten vorhandenen Figuren sind die Engel und der Stern von Bethlehem. Sie stehen für die Verkündigung der frohen Botschaft. Der Stern führte die Heiligen drei Könige zum Stall und die Engel überbringen den Hirten die Nachricht von der Geburt des Heilands. Die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar mit ihren wertvollen Gaben für das Jesuskind. © Museum Aargau Die Krippen von Egliswil Auch in den noblen Hallen des Sammlungszentrums Egliswil befinden sich diverse Krippen und Figuren aus unterschiedlichsten Zeiten. Das erste Exemplar ist eine Papierkrippe um 1900. Sie stammt aus Privatbesitz einer Familie aus Auenstein. Sie besteht dabei aus ausfaltbaren und bedruckten Papierbögen. Papierkrippe, Sammlung Museum Aargau, Inv. K-12382, © Museum Aargau. Unter dem Dach ist die Botschaft der Engel "Gloria in exelsis deo" zu lesen, was übersetzt "Ehre sei Gott in der Höhe" bedeutet. Sie steht für die Verlagerung des Weihnachtsfestes in das private Zuhause. Das gestalten, bemalen und basteln wurde so in der Weihnachtszeit zu einem Familienerlebnis. Auch zwei Figuren, die beim eingangs erwähnten "Kindleinwiegen" der Nonnen zum Einsatz kamen, lassen sich in der Sammlung finden. Diese auch "Fatschenkind" genannten Wachsfiguren wurden in Glaskästchen gelagert und mit verschiedenen Gegenständen versehen, die Bezug auf die biblische Überlieferung nahmen. Es stammt aus dem Jahr 1815. Glaskästchen mit Jesuskind, Sammlung Museum Aargau, Inv. K-19257 © Museum Aargau. Bestaunen und bestaunt werden Die Geschichte der Weihnachtskrippe ist voller Wandlungen und Neuerfindungen. Im Zentrum steht dabei die Idee, die Bibelgeschichte in eine plastische Form zu bringen, die alle Menschen universell ansprechen soll. Das ist der Weihnachtskrippe sicherlich gelungen und sie erfährt bis heute grosse Beliebtheit. Literatur Berliner, Rudolf: Die Weihnachtskrippe. Prestel, München 1955. Egg, Erich und Menardi, Herlinde: Das Tiroler Krippenbuch. Die Krippe von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2. Aufl. Tyrolia, Innsbruck 2004. Wahle, Stephan: Die stillste Nacht. Das Fest der Geburt Jesu von den Anfängen bis heute. Herder, Freiburg i.Br. 2018, S. 121. Zeppegno, Luciano: Krippen. Entstehung in Italien und Höhepunkt in Neapel. Ein farbenfroher Überblick über die frühe Krippenkunst auf dem Weg zu uns. Südwest-Verlag, München 1970. Von Romeo Arquint Von Romeo Arquint Romeo Arquint ist Historiker und war 2022 Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Das Schmiedehandwerk der Römer: Vom Eisenerz zum fertigen Gladius

Zurück zum Blog 04. Juni 2025 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Eisen war zentral für den Alltag der Legionäre, auch in Vindonissa. Vom Rohstoff Eisenerz zum Endprodukt – beispielsweise einem Kurzschwerzt ( gladius) – brauchte es mehrere Schritte. Wie funktionierte das Schmiedehandwerk im Römischen Reich und was ist dazu bekannt? Ohne Eisen hätte der Alltag in einem Legionslager wie Vindonissa nicht funktioniert. Viele Ausrüstungsgegenstände der Legionäre wie das Kurzschwert ( gladius) oder die Nägel unter den Schuhen ( caligae ) waren aus Eisen, das Gleiche galt für zentrale Alltagsgegenstände wie Schlüssel oder medizinisches Werkzeug aus Eisen. Genagelte Schuhsohle. Pro Schuhsohle brauchte es 80 Nägel. Jeder Legionär erhielt pro Jahr drei Paar Schuhe. Sprich, die Anzahl Nägel, die geschmiedet werden mussten, war sehr hoch. Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. © Kantonsarchäologie Aargau Die Wichtigkeit des Schmiedehandwerks im imperium romanum wird auch durch den Status des römischen Gottes Vulcanus unterstrichen. Er war der Gott der Schmiede, des Feuers und der Metallhandwerker und zählte zu den zwölf wichtigsten Gottheiten im Römischen Reich. Vom Eisenerz zum Rohmaterial: Eisengewinnung im Rennofen Eisen kommt in der Natur selten in reiner Form vor, sondern tritt als Eisenerz in Verbindung mit Sauerstoff auf. Um mehr oder weniger reines Eisen zu bekommen, musste der Sauerstoff erst aus den Erzen herausgelöst werden. Experimente zeigen, dass man dazu in römischer Zeit einen Rennofen verwendete. Der Ofenschacht wurde schichtweise mit Holzkohle und Eisenerz gefüllt und auf 1200-1300 Grad Celsius erhitzt. Die Holzkohle verbrannte, Kohlenmonoxid (CO) entstand, band den Sauerstoff im Erz und entwich als CO 2 . Die Einführung des Blasebalgs in römischer Zeit steigerte die Temperatur. Doch auch damit blieb die Temperatur zu tief, um das Eisen ganz flüssig zu erhalten. Es rann stattdessen einfach langsam in den Ofenherd. Zusammen mit Holzkohle und Schlacke, die oftmals noch sehr eisenhaltig war, jedoch wegen niedrigen Temperaturn nicht schmolz, bildete es die sogenannte Luppe. Die noch glühende Luppe wurde durch Hämmern zu einem kompakten Barren geformt. Holzkohlen- und Schlackenreste wurden durch diesen Prozess grösstenteils entfernt. Eisenbarren. In solchen und weiteren Barrenformen wurde Eisen in römischer Zeit gehandelt. Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. © Kantonsarchäologie Aargau Wo genau in der Schweiz das Eisen fürs Legionslager Vindonissa produziert wurde, ist nicht bekannt. Erzlagerstätten sind zwar in grossen Teilen des Aargauer Juras vorhanden, jedoch wurden bis heute keine Verhüttungsplätze gefunden. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass das Eisen von dort stammte. Zudem wurde Eisen im Fernhandel gehandelt. Exkurs: Von Eisen zu Stahl Eisen und Stahl werden oft als Synonyme verwendet, obwohl es nicht genau dieselben Materialien sind. Eisen in Reinform ist sehr weich. Erst durch das Zusetzen von Kohlenstoff wird Eisen zäher und beständiger und schliesslich zu Stahl. Aktuell sind zwei Varianten der Stahlherstellung in römischer Zeit bekannt: War das Eisenerz bereits manganhaltig, war das Beisetzen von Kohlenstoff bereits während des Verhüttungsprozesses im Rennofen möglich. Bei der sogenannten "Zementation" wurde Holzkohle oder anderes organisches Material auf das reine Eisen gelegt und dicht mit Lehm eingepackt. Beim Erhitzen des Pakets auf 1000 Grad Celsius über mehrere Stunden drang der Kohlenstoff in die oberflächennahen Schichten des Eisens ein. Erst dann wurde das nun mit Kohlenstoff versetzte Eisen zur Weiterverarbeitung verwendet. Vom Eisen zum gladius : Hammer, Amboss und Zange In den Essen eine so hohe Temperatur zu erreichen wie heute, war im Römischen Reich unmöglich. Eisen konnte darum nur geschmiedet, aber nicht vollständig geschmolzen, geschweige denn gegossen werden. Auf einem Amboss wurde das heisse Metall mit gezielten Hammerschlägen in die richtige Form gebracht. Die wichtigsten Werkzeuge eines Schmiedes waren Hammer, Amboss und Zange. Hämmer hatten eine breite Schlagfläche ("Bahn") und auf der gegenüberliegenden Seite eine schmale "Finne", mit der das Metall gebreitet wurde. Diese in römischer Zeit typische Hammerform ist bei Schmiedinnen und Schmieden bis heute beliebt. Abb. 4: Schmiedehammer. Hämmer gab es in verschiedenen Grössen. In dieser Form sind Hämmer auch im heutigen Schmiedehandwerk aufgebaut. Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. © Kantonsarchäologie Aargau Schmiedezangen waren in römischer Zeit meist mit grossen, gerundeten Backen versehen. Diese Zange war die Universalform, neben der es spezielle Formen für ganz bestimmte Werkstücke gab. Sowohl Hämmer als auch Zangen wurden in Vindonissa gefunden. Mit Hilfe dieser Werkzeuge und der Kunstfertigkeit der Schmiede entstanden aus dem Stahl ein gladius , Schuhnägel und vieles mehr. Zange. Gemäss Abbildungen hatten Zangen aus römischer Zeit meist grosse Backen. Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. © Kantonsarchäologie Aargau Schmieden in römischer Zeit: Die Schmieden von Vindonissa In der antiken Literatur findet sich kaum etwas zur Schmiedetechnik oder zum Aufbau einer römischen Schmiede. Dafür werden viele verschiedene Schmiedeberufe genannt: Der Schwertschmied ( gladiarius ), der Nagelschmied ( clavarius ) oder der Panzerschmied ( loricarius ). Das Schmiedehandwerk war in römischer Zeit also sehr spezialisiert. Auch in Vindonissa fanden sich Spuren des Schmiedehandwerks. So wird etwa auf einer Weihinschrift aus dem Legionslager ein Schwertschmied namens Tiberius Iulius Agilis erwähnt. Es muss also eine Schmiede im Legionslager selbst gegeben haben. Auf der Weihinschrift auf dieser Votivtafel (tabulaansata) steht: Marti votum | Tib(erius) Iul(ius) Agilis | gladiarius | s(olvit) l(ibens) l(aetus) m(erito) Übersetzung: Dem Mars hat Tiberius Iulius Agilis, Schwertschmied, das gemachte Versprechen gerne und nach Gebühr eingelöst. Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. © Kantonsarchäologie Aargau Archäologische Funde beweisen zudem, dass es in der zivilen Siedlung vor den Toren des Legionslagers auch Schmieden gegeben hatte. In diesen wurden Alltagsgegenstände für die Zivilbevölkerung, aber auch Objekte fürs Legionslager produziert. Weitere Informationen, wie eine römische Schmiede ausgesehen haben könnte, liefern uns zudem Wandmalereien, Steinreliefs und andere Bildquellen. Diese stammen meist aus dem Süden und können daher nicht eins zu eins auf römische Gebiete nördlich der Alpen übertragen werden, da sich dort die römisch-italische Kultur mit der Tradition der einheimischen Bevölkerung vermischte. Trotzdem liefern diese Bilder heute noch spannende Details über Werkzeuge oder die Konstruktion einer Esse. Die auf Basis der Befunde rekonstruierte Schmiede im Legionärspfad Vindonissa © Museum Aargau Römisches Schmiedehandwerk: Eine Spurensuche Obwohl wir heute vieles über das römische Schmiedehandwerk nicht wissen, lassen archäologische Funde, bildliche Überlieferungen und experimentelle Archäologie Rückschlüsse darauf zu, wie die Eisengewinnung und der weitere Prozess funktioniert haben könnten. Auf Basis dieser Spuren wurde im Legionärspfad Vindonissa eine römische Schmiede rekonstruiert. Dort kann man selbst zu Hammer und Zange greifen und das römische Schmiedehandwerk authentisch erleben. Jeden Samstag im Legionärspfad Vindonissa Römisch Schmieden Erleben Sie in 2er-Gruppen authentisch das römische Schmiedehandwerk Literaturverzeichnis Museum Aargau, Vindonissa, Legionärspfad Vindonissa (Hrsg.): Römisches Schmiedehandwerk. Begleitbroschüre zur rekonstruierten Schmiede im Legionärspfad Vindonissa. 2024. Mutz, Alfred: Römisches Schmiedehandwerk. Augster Museumshefte Nr. 1, 1976. 11. Oktober 2023 Die Waffen der römischen Legionäre Was ist ein "pugio"? Was machten die Legionäre mit einem "pilum"? Über wie viele Geschütze verfügte eine Legion? In diesem Blogbeitrag… 12. August 2024 Vulcanus – Dem Gott des Feuers begegnen In der von Göttern durchdrungenen Welt des römischen Reiches waren sich die Schmiede stets bewusst, wer ihr Meisterschmied war und wem sie… 10. Oktober 2025 Der römische Legionär und seine Ausrüstung Was gehört zur Kleidung und Ausrüstung eines römischen Legionärs? Marius aus dem Legionslager Vindonissa zeigt Ihnen, wie sich ein römischer… Von Simona Schraner Von Simona Schraner Simona Schraner ist Praktikantin Museumsarbeit in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
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Königin Agnes von Ungarn - eine Habsburgerin mit vielen Funktionen

Zurück zum Blog 20. November 2023 Kategorien Mittelalter Klosterleben Königin Agnes von Ungarn war eine bedeutende Habsburgerin auf dem Gebiet des heutigen Kantons Aargau. Sie verwaltete ein Kloster, machte Stiftungen und betätigte sich sogar als Friedensvermittlerin. Trotz ihrer historischen Bedeutsamkeit ist sie uns heute wenig bekannt. Königin Agnes von Ungarn hält Kloster Königsfelden in den Händen. Bild aus: Jakob Fugger: Ehrenspiegel des Hauses Österreich, Buch V, fol. 206v, Augsburg 1555. Bayerische Staatsbibliothek, München, BSB Cgm 895 (© Wikimedia Commons) Habsburgerin und Königin von Ungarn Agnes von Ungarn (ca. 1281–1364) war die Enkelin des ersten Habsburger Königs, Rudolf I. Durch die Heirat mit König Andreas III. von Ungarn in jungen Jahren wurde sie ungarische Königin. Nach dem frühen Tod ihres Gatten 1301 nach nur drei Ehejahren kehrte sie als reiche, kinderlose Witwe nach Wien zurück. Klosterverwalterin Ihr Leben widmete sie vor allem einer Aufgabe: dem Kloster Königsfelden. Es war eine Gedenkstätte für ihren Vater Albrecht I. (ca. 1255–1308), errichtet an der Stelle, wo er von seinem Neffen ermordet wurde. Ihre Mutter, Königin Elisabeth von Görz-Tirol (ca. 1262–1313), und deren Söhne stifteten das Kloster. Nach dem Tod ihrer Mutter kümmerte sich Agnes um seine Angelegenheiten. Hierzu lebte sie ab 1317 selbst in einem kleinen Haus auf dem Klosterareal. Sie verwaltete das Kloster. Immer wieder erliess sie neue Klosterverordnungen. Weiter sorgte sie für seine materielle Versorgung. Sie stattete es mit Rechten und Gütern aus. Zudem stiftete sie einen Grossteil des Klosterschatzes. Vermutlich stammten auch die Mittel für die berühmten Königsfelder Glasfenster von ihr. Kloster Königsfelden, © Museum Aargau Stifterin Bei ihren Stiftungen berücksichtigte die Königin nicht nur Königsfelden. Vielmehr beschenkte sie auch andere Klöster, insbesondere solche, zu denen sie oder die Habsburger einen Bezug hatten. So förderte sie das Dominikanerinnenkloster Töss, über das die Habsburger die Vogtei innehatten und in dem auch Agnes’ Stieftochter Elisabeth untergebracht war. Weitere Stiftungen übergab sie dem Kloster Engelberg sowie Klöstern in den neueren habsburgischen Landen in Österreich. Auch Spitäler, mittelalterliche Fürsorgeeinrichtungen für Arme, unterstützte sie. Glasfenster im Chor Königsfelden, © Museum Aargau Friedensvermittlerin Die Königin war auch politisch aktiv. Sie betätigte sich als Vermittlerin in Konflikten – sowohl mit als auch ohne habsburgische Beteiligung. So vermittelte sie etwa im Laupenkrieg, einem Konflikt zwischen Bern auf der einen Seite und mehreren Adligen sowie dem habsburgischen Freiburg auf der anderen Seite. Bei ihren Schlichtungen behielt sie stets die Interessen ihres Hauses im Blick. Schlacht bei Laupen, 21. Juni 1339 aus: Diebold Schilling d. Ä: Amtliche Berner Chronik, Bd. 1, S. 124., ca. 1478-1483. Burgerbibliothek Bern, Mss.h.h.I.1. (Wikimedia Commons) Repräsentantin Habsburgs in den Vorlanden Für die Habsburger stellte Agnes eine wichtige Vertreterin in den Vorlanden dar. Diese umfassten alle habsburgischen Gebiete westlich des Arlbergs, darunter etwa ihre Herrschaften im heutigen Aargau, Elsass und Sundgau. Agnes lebte seit 1317 auf dem Klosterareal von Königsfelden. Da ihre Brüder ab den 1330er-Jahren nur selten und jeweils nur kurz in die Vorlande kamen, war ihre dauerhafte Präsenz dort umso bedeutender. Parteiische Geschichtsschreibung Agnes übte viele verschiedene Funktionen aus. Trotzdem ist sie heute vielen Menschen in der Schweiz kaum bekannt. Dies könnte eine Folge der eidgenössischen Geschichtsschreibung sein, die sie im Rahmen der Befreiungserzählung als blutrünstige Rächerin ihres Vaters darstellte. Die moderne Geschichtsschreibung hat dieses unzutreffende Bild korrigiert. Heute gilt sie als kluge Habsburger Politikerin. Literatur Meier, Bruno: Ein Königshaus aus der Schweiz. Die Habsburger, der Aargau und die Eidgenossenschaft im Mittelalter. Baden 2008. Meier, Bruno: "Auf Augenhöhe. Agnes von Ungarn und Rudolf Brun." in: Joris, Elisabeth et al. (Hg.): Historische Begegnungen. Biografische Essays zur Schweizer Geschichte. Baden 2014, S. 13–35. Museum Aargau: Königin Agnes von Ungarn. Eine Habsburgerin zwischen Kloster und Eidgenossen. Windisch 2017. Velhagen, Rudolf: "Das Kloster Königsfelden. Frömmigkeit, Erinnerung und Macht der frühen Habsburger." In: Schubert, Alexander für die Stiftung Historisches Museum der Pfalz und Heimann, Simone (Hg.): Die Habsburger im Mittelalter. Aufstieg einer Dynastie. Darmstadt 2022, S. 72–75. Weitere Blogbeiträge 22. Dezember 2023 Die Weihnachtsgeschichte im Kloster Königsfelden Die Glasmalereien erzählen die wichtigsten Geschichten der Bibel: Die Geburt von Jesus und die Geschichte der heiligen drei Könige dürfen… 06. April 2023 Christliche Geschichten als Comic verpackt: Glasmalereien in der Kirche Königsfelden Die prächtigen Glasfenster der Klosterkirche Königsfelden beeindrucken seit dem 14. Jahrhundert. Die Glasmalereien erzählen die wichtigsten… 16. Oktober 2023 Quiz: Wie gut kennen Sie die Habsburg? Testen Sie im Quiz Ihr Wissen zur Schloss-Geschichte. Von Sara Wenzinger Von Sara Wenzinger Sara Wenzinger ist Historikerin und Praktikantin im Team Ausstellungen von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Klosterleben Kommentare

 
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Canis lupus: Der Wolf im imperium romanum | Blog von Museum Aargau

Zurück zum Blog 12. August 2025 Kategorien Römerzeit Märchen & Mythen Römische Geschichten aus Vindonissa Wer kennt sie nicht, die Gründungssage von Rom, in der eine Wölfin eine wichtige Rolle spielt? Doch der Wolf war auch an anderer Stelle im Römischen Reich präsent. Wo kommt er sonst noch vor? Welche Bedeutung hatte der Wolf für die Römerinnen und Römer? Eine steinerne Skulptur der Wölfin, die gemäss Legende Romulus, den Gründer Roms, und seinen Zwillingsbruder Remus säugte, empfängt das Publikum vor dem Eingang vom Vindonissa Museum in Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau Romulus und Remus: Eine Wölfin am Anfang eines Imperiums Die Sage nach Plutarch in der Kurzfassung Amulius stiess seinen älteren Bruder Numitor vom Thron und wurde so auf Alba Longa zum König. Um jegliche Konkurrenz durch Nachkommen von Numitor zu unterbinden, machte Amulius Numitors Tochter Rhea Silvia zur Vestalin, sprich, sie musste ein Gelübde ablegen, Jungfrau zu bleiben. Der Gott Mars jedoch vergewaltigte sie. Sie empfing darauf die beiden Zwillinge Romulus und Remus. Amulius befahl, die beiden Säuglinge in einem Korb auf dem Tiber auszusetzen. Der Korb jedoch strandete und eine Wölfin, herbeigelockt durch die Schreie der Kleinen, brachte sie in eine Höhle und säugte sie. Der Hirte Faustulus fand Romulus und Remus. Er und seine Frau nahmen sie zu sich und zogen sie gross. Über Umwege geriet Remus in Amulius Gefangenschaft. Romulus eilte seinem Bruder zu Hilfe und befreite ihn. Dabei wurde der Tyrann gestürzt und Numitor, der rechtmässige König, kam an die Macht. Zum Dank durften Romulus und Remus an jenem Ort eine Stadt bauen, wo sie einst ausgesetzt wurden: die Stadt Rom. Im Streit erschlug Romulus seinen Bruder, wurde zum Herrscher über die Stadt und gemäss Sage zum Begründer eines Weltreiches. Peter Paul Rubens: Romulus und Remus, Öl auf Leinwand, datiert 1615-1616. © Wikimedia Commons (gemeinfrei) Rom und das Imperium gäbe es dieser Legende zufolge ohne lupa nicht. Auch wenn die Stadt in der Realität anders gegründet wurde, war die Wölfin im Verständnis der Römerinnen und Römer ein bedeutungsvolles Tier. In der Literatur wird das Säugen der Zwillinge als Weitergabe der römischen Werte gedeutet. Lupa mit den Zwillingen findet sich an verschiedenen Orten im Römischen Reich wieder. Gürtelbeschlag mit Romulus, Remus und der Wölfin, Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau © Kanton Aargau Der Wolf, Mars, Apollo und Faunus: Ein Tier, viele Götter Interessanterweise wird der Wolf gleich drei verschiedenen Göttern als Tier zugeordnet: Mars, Apollo und Faunus. Der Kriegsgott Mars war im Römischen Reich, wo Eroberungen und darum auch Krieg zentral waren, einer der wichtigsten Götter. Diese Verbindung zwischen Wolf, Tod und Krieg war nicht abwertend gemeint, sondern bezog sich auf den ruhmvollen Tod eines Kriegers oder Herrschers. Der Wolf galt in der Antike als Tier des Zorns und kämpfende Helden wurden oft mit wütenden Wölfen verglichen. Statue des Mars, Ausstellungsobjekt im Vindonissa Museum, Brugg AG. Fotografie: Kantonsarchäologie Aargau. © Kanton Aargau Apollo war der Gott der Sonne und der Musik. Er brachte zudem Seuchen, Tod, aber auch Heilung, war der Gott der Weissagung und wie seine Schwester Artemis, ein hervorragender Jäger. Es gibt verschiedene Theorien, warum der Wolf auch mit Apollo in Verbindung gebracht wurde. Eine davon besagt, dass der Wolf, weil er ebenfalls ein guter Jäger ist, Apollo zugeordnet wurde. Apollo kitharoidos, Römisches Fresko aus der augustinischen Zeit, von der scalae caci, ausgestellt im Antiquarium del Palatino, Rom. © Wikimedia Commons (gemeinfrei), User: Cody escouade delta Auch Faunus, ein Fruchtbarkeitsgott, der dafür verehrt wurde, dass er das Vieh fruchtbar machte und die Herden der Hirten vor Raubtieren schützte, wurde unter anderem der Wolf als Tier zugeordnet. Die Rolle des Faunus als Wolfsabwehrer verdeutlicht, dass der Wolf als Beutegreifer im Alltag gefürchtet war, weil er sich an den Tierherden vergriff. Lupercalia : Ein Frühlingsfest Nicht zu übersehen beim Namen des Festes ist die Verwandtschaft mit dem Wort lupercal , der Name der Höhle am Fuss des Palatins in Rom, in der der Legende zufolge lupa die Zwillinge säugte. Das Fest der Luperkalien fand jedes Jahr am 14. Februar statt und begann in der Höhle mit einem Opferritual. Es war ein Fruchtbarkeits- und Frühlingsfest, das eine Verbindung zum Gründungsmythos herstellte. Panel auf dem ara pacis in Rom, das vermutlich die Höhle lupercal darstellt, © Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0), User: Amphipolis Ein Wolfsfell für einen Standartenträger: Wolf als Symbol im Krieg Zur Benennung oder Symbolisierung von Legionen wurden oft Tiere verwendet, wie Wolf, Steinbock etc. Zudem hatten die Standartenträger ( signiferi ), die die Feldzeichen zur visuellen Befehlsübertragung trugen, Tierfelle auf ihrem Helm. Bei diesen Tierfellen war der Wolf sehr verbreitet, aber auch der Bär oder der Löwe. Warum Tierfelle getragen wurden, darüber gibt es verschiedene Theorien: Die Eigenschaften des Tieres sollten auf den Träger übertragen werden und diesen schützen. Die Tierfelle dienten der Einschüchterung gegen die Feinde. Die signiferi übermittelten die Kommandos der Befehlshaber visuell mit den Standarten an die Soldaten. Durch die Felle konnten sie auf dem Schlachtfeld besser gesehen werden. Das Tragen von Tierfellen könnte in Verbindung mit der Hercules-Sage stehen. Auf gewissen Darstellungen trug der kämpferisch begabte Hercules ein Löwenfell auf dem Kopf, die Pfoten auf der Brust verknotet. Vielleicht wurden darum auch die Felle der signiferi auf diese Art und Weise getragen, obwohl es auch andere Tragemethoden gab. Die Schattenseite: Der Werwolf als Schreckensgestalt im Römischen Reich In der griechischen Mythologie kommen Wolfsmenschen oder Werwölfe vor. Diese dürften sich direkt auf die römische Vorstellung von Werwölfen ausgewirkt haben. Denn auch im imperium romanum existierte der Werwolf-Glaube. Das Wort Wer- leitet sich vom lateinischen Wort vir ab, das "Mann" bedeutet. Die bekannteste antike Sage zu diesem Thema ist die Sage vom arkadischen König Lycaon, der vom obersten Gott Zeus (im Römischen Reich Jupiter) in einen Werwolf verwandelt wurde, weil er eine Geisel frevelhaft geopfert und ihr Fleisch Zeus vorgesetzt hatte. Der Glaube an Werwölfe als Schreckgestalten reicht also schon sehr weit zurück und ist auch heute noch in zahlreichen (Horror)filmen vertreten. Lycaon wird in einen Wolf verwandelt, Druck von Hendrick Goltzius von 1589, Teil der Sammlung LACAM (Los Angeles County Museum of Art) © Wikimedia Commons (gemeinfrei), Urheber: LACAM Lupa : Ein Tier, das für ein Imperium steht Der Wolf war also ein Tier, das im Römischen Reich vielerlei Bedeutungen hatte, teils auch widersprüchliche. Trotzdem war es ein sehr symbolträchtiges Tier für dieses Weltreich. Besonders lupa , jene Wölfin, die laut römischer Mythologie Romulus und Remus säugte und somit ihr Leben rettete, stand als Symboltier für ein ganzes Weltreich. Ein Weltreich, das gemäss Mythologie ohne lupa nie entstanden wäre, weil seine Gründer wohl nicht überlebt hätten. Literaturverzeichnis Alexandrescu, Christina-Georgeta: Blasmusiker und Standartenträger im Römischen Heer. Untersuchungen zur Benennung, Funktion und Ikonographie. Cluj-Napoca 2010. Aparaschivei, Dan: Lupa Romana en Mésie inférieure. Images, discutions et hypothèses. In: Revue des Études Anciennes. Bnd. 123, Nr. 2. (2021). S. 573-595. DOI: ttps://doi.org/10.3406/rea.2021.6999 . Brunold-Bigler, Ursula: Wolfsmensch und Bärenhexe. Tiere in Sagen und Märchen aus den Alpen. Chur 2010. Farrow, Stephanie; Christine, Stroyan (Hrsg.): Ancient Rome. The Definitive Visual History. London 2023. Ferris, Iain: CAVE CANEM. Animals and Roman Society. Gloucestershire 2018. Kremer, Rudolf: Untote, Blutsauger und Menschenfresser – Unheimliche Nachtgestalten im alten Rom. In: Ders.: Geister, Hexen, Menschenfresser. Gruselgestalten im alten Rom. ANTIKE WELT – Sonderheft. Darmstadt 2021. NABU/NAJU (Hrsg.): Geschichten und Mythen von Wölfen. In: Wölfe Aktionsbroschüre 2022. Zusatzmaterialien. Price, Simon; Kearns, Emily (Hrsg.): The Oxford Dictionary of Classical Myth and Religion. Oxford 2004. Rossini, Orietta: ARA PACIS Guide. Milano 4. Auflage 2015. Seewald, Otto: Mythologie der Griechen und Römer. Hamburg 2015. Toynbee, J.M.C.: Animals in Roman Life and Art. Thames und Hudson 1973. Vukovic, Krešimir: The Topography of the Lupercalia. In: Papers of the British School at Rome. Nr. 86 (2018). S. 37 – 60. pp. DOI: https://doi.org/10.1017/S0068246217000381 . Wallner, Astrid: Die Bedeutung der Raubtiere in der Mythologie: Ergebnisse einer Literaturstudie. In: Inf.bl. Forsch.bereiches Landsch.ökol. 1998. Nr. 39. S. 4-5. Weitere Blogbeiträge 04. Juni 2025 Das Schmiedehandwerk der Römer: Vom Eisenerz zum fertigen Gladius Eisen war zentral im Alltag der Legionäre. Vom Rohstoff zum Endprodukt brauchte es mehrere Schritte. Wie funktionierte das römische… 20. Februar 2024 Quiz zur römischen Mythologie Testen Sie Ihr Mythologie-Wissen in diesem Quiz! 09. Dezember 2024 Saturnalia: das wichtigste römische Fest am Jahresende Im alten Rom feierte man gegen Jahresende im Zeichen Saturns und anderer Agrar-Gottheiten. Doch was genau hat es mit dem Fest der… Von Simona Schraner Von Simona Schraner Simona Schraner ist Praktikantin Museumsarbeit in Vindonissa. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Römerzeit Märchen & Mythen Römische Geschichten aus Vindonissa Kommentare

 
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Quiz: Wie gut kennen Sie die Küche des Mittelalters?

Zurück zum Blog 20. August 2025 Kategorien Mittelalter Quiz & Spiele Welche Lebensmittel kannten die Menschen im Mittelalter noch nicht? Welches Getränk wurde am meisten getrunken? Testen Sie im Quiz Ihr Wissen zum Thema "Küche des Mittelalters". Welches Getränk wurde im Mittelalter am meisten getrunken? Wein oder Met Wasser Bier Säfte Welches Lebensmittel kannten die Menschen im Mittelalter in Europa noch nicht? Rettich Linsen Kartoffeln Datteln Welches Material wurde für Küchenutensilien am häufigsten verwendet? Keramik Eisen Zinn Stein Was fand sich selten auf einem mittelalterlichen Tisch? Becher Teller Messer Gabel Was ist speziell an schriftlich überlieferten Rezepten aus dem späten Mittelalter? Die Mengenangaben sind präzise und exakt wie in modernen Rezepten. Es existieren verschiedene Varianten, angepasst an unterschiedliche gesellschaftliche Stände. Die Rezepte enthalten meist keine genauen Angaben zu den verwendeten Mengen und wie lange etwas kochen musste. Es wird genau angegeben, für wie viele Personen das Gericht gedacht ist. Warum wurde im Mittelalter an Fastentagen Fisch gegessen? Fisch war günstiger. Fleisch und Milchprodukte waren verboten, Fisch jedoch erlaubt. Fisch war leichter zu lagern. Fleisch war nur für den Adel erlaubt. Wie wurden manche Lebensmittel im Mittelalter haltbar gemacht? Die Menschen haben Blöcke aus Eis in den kühlen Schlosskellern gelagert und dort das Essen aufbewahrt, fast wie bei einem modernen Kühlschrank. Den Lebensmitteln wurde durch Räuchern oder Einlegen in Salz die Flüssigkeit entzogen. Sie wurden in luftdichten Konservendosen aus Zinn verstaut. Das Essen wurde mit Öl übergossen, was es luftdicht und so lange Zeit haltbar machte. NÄCHSTE VERANSTALTUNG 11.-13. September 2026 Mittelaltermarkt auf Schloss Lenzburg Historische Marktstände, Handwerk und viele weitere Highlights auf der Burg Weitere Beiträge 19. Februar 2025 Kochvideo: Dreifarbige Eierküchlein – Rezept aus dem Mittelalter Dreifarbige Eierküchlein: Probieren Sie dieses mittelalterliche Dessert-Rezept aus – ein wahrer Genuss für Augen und Gaumen! Unsere… 07. Juni 2024 Quiz: Was wissen Sie über alte Heilpflanzen? Woher kommt die Bezeichnung für Basilikum? Welche Blumen werden bei Verdauungsbeschwerden angewendet? Testen Sie Ihr Wissen in diesem Quiz! 30. Juni 2023 Quiz: Welcher Mittelalterberuf passt zu Ihnen? Wären Sie Bauer, Bäuerin oder Ritter? Oder würden Sie eher ins Kloster gehen? Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Quiz & Spiele Kommentare

 
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Erleben Sie in Vindonissa die Römer hautnah: Die Museumsstandorte Legionärspfad Vindonissa (Windisch) und Vindonissa Museum (Brugg) bieten Touren, Ausstellungen, Veranstaltungen sowie buchbare Angebote im früheren Legionslager Vindonissa an.

MUSEUMSSTANDORTE IN VINDONISSA

 
Kinder schreiten wie kleine Römer über das Areal vom Legionärspfad Vindonissa

Legionärspfad
Vindonissa

Der Römer-Erlebnispark bietet Spiel-/Themen-Touren, Events, römische Übernachtungen, Führungen und vieles mehr.  

 
Drei Mädchen stehen in der Ausstellung im Vindonissa Museum. Vor ihnen stehen zwei lebensgrosse Legionäre (Figuren)

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Das Vindonissa Museum in Brugg zeigt die wichtigsten Funde von Vindonissa, dem einzigen römischen Legionslager der Schweiz.  

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