Museum Aargau

Angebote Klosterjahr 2027

Erleben Sie im Museum Aargau vielfältige Angebote zum kantonalen Klosterjahr 2027. Museum Aargau entführt gleich an mehreren Museumsstandorten in die faszinierende Welt der Klöster. Thematische Angebote finden auf der Klosterhalbinsel Wettingen, im Kloster Königsfelden sowie auf Schloss Lenzburg statt. Auf dem Programm stehen neue Ausstellungen, Vortragsreihen, Konzerte und Talks mit spannenden Persönlichkeiten. Klosterjahr 2027 Der Kanton Aargau feiert 2027 zwei Jubiläen: 1000 Jahre Kloster Muri, 800 Jahre Kloster Wettingen. Das Klosterjahr 2027 lädt dazu ein, in die klösterliche Welt im

 
Museum Aargau

Gemeinschaft und Identität – Feste in bürgerlichen Kreisen

Zurück zum Blog 03. September 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Auch abseits der Höfe spielten Feste eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben. In Dörfern und Städten förderten sie das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch und gemeinsame Traditionen. Während sich Obrigkeiten aufgrund ihrer Adelstitel bei Festen zusammenfanden, lag bürgerlichen Festen meist ein gemeinsamer Beruf oder ein geteiltes Interesse zugrunde. Im Spätmittelalter schlossen sich städtische Handwerker vermehrt zu Zünften zusammen, um

 
Museum Aargau

Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte

Zurück zum Blog 16. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Schätze aus der Sammlung Mit dem dritten Band seiner Reihe "Aargauer Industriegeschichten" rückt Museum Aargau ein bislang wenig beachtetes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Entdecken Sie in diesem Blogbeitrag fünf ausgewählte Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte. Der Kanton Aargau gehört unbestritten zu den bedeutendsten Industriekantonen der Schweiz. Neben Maschinen‑, Metall‑, Elektro‑, Textil‑ und Schuhindustrie zählen auch Nahrungs‑, Getränke‑ und Tabakproduktion zu seinen wichtigen Wirtschaftszweigen

 
Schloss Wildegg

Vortrag: Reisen in der Belle Époque

Preis Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung Nicht erforderlich 0 Spannende Reise durch eine Zeit des Aufbruchs Schloss Wildegg bietet im Rahmen des Schweizer Schlössertages 2026 mit dem Vortrag "Reisen in der Belle Époque" spannende Einblicke in eine Zeit des Aufbruchs, als Dampfschiffe, Eisenbahnen, Kutschen, frühe Automobile und auch das Fahrrad neue Freiheiten eröffneten. Der Vortrag von Gabriela Gehrig, Historikerin und Geschichtsvermittlerin Museum Aargau, wird begleitet mit zeitgenössischen Fotografien und Reiseberichten aus den Jahren zwischen 1880 und 1914. Um 13 und 15 Uhr finden

 
Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der

 
Museum Aargau

Kleine Kugel, grosse Welt: Der Globus von Schloss Wildegg

Zurück zum Blog 23. September 2026 Kategorie Neuzeit Hinter den kleinformatigen Welt- und Himmelskugeln stecken sowohl astronomische Vorstellungen wie auch historische Entdeckungen und handwerkliches Knowhow. Aber seit wann gibt es eigentlich Globen? Wie wurden diese hergestellt und was war ihr Verwendungszweck? Der Globus von Schloss Wildegg gibt Anlass, diesen und mehr Fragen auf den Grund zu gehen. Auffällig ist er nicht, der kleine Globus von Schloss Wildegg. Mit einem Durchmesser von lediglich 12,5 cm ist er sogar kleiner als die meisten anderen Globen. Wer das Schloss bereits einmal

 
Museum Aargau

"Walther Bürsten bürsten gut" – Zahnpflege mit dem Chefkurator

Zurück zum Blog 25. Juni 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Den Werbeslogan "Walther Bürsten bürsten gut, Walther Bürsten bürsten besser" kannte wohl jedes Kind. Chefkurator Rudolf Velhagen präsentiert in der Sammlung von Museum Aargau ein Bürsten-Set der ehemaligen Bürstenfabrik Walther in Oberentfelden AG Dieser Bekanntheitsgrad ist kein Wunder: Beim Besuch des Walther-Museums in der "Alten Bürsti" in Oberentfelden wurde mir bewusst, dass es für fast jede Lebenssituation irgendeine Bürste gibt. Dabei bilden Zahnbürsten (gewöhnliche und elektrische), WC-Bürsten, Schuhbürsten,

 
Museum Aargau

Schreibmaschine "Swissa Junior" von August Birchmeier's Söhne

Zurück zum Blog 30. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten Schreibmaschinen als Instrument für die Textverarbeitung eine immer wichtigere Rolle. In der Schweiz und im Kanton Aargau wurde diese Entwicklung von der Schreibmaschinenfabrik August Birchmeier's Söhne entscheidend mitgeprägt. © Museum Aargau Schreibmaschine mit Schutzkoffer Das Metallgehäuse der in der Mitte der 1950er-Jahre hergestellten Schreibmaschine (9 cm x 31 cm x 27 cm) mit gerundeten Ecken ist hellblau lackiert. Die abgeschrägte Abdeckung wird oberhalb der Tasten von

 
Museum Aargau

Licht ins Dunkel: Das farbige Mittelalter

Zurück zum Blog 08. Juli 2026 Kategorien Mittelalter Historische Kleidung Trug man im Mittelalter nur graue und braune Kleidung? Weit gefehlt! Eine Hommage an die Farbigkeit dieser Epoche. Das Klischee des "dunklen Mittelalters" hält sich in der breiten Bevölkerung und in der medialen Kultur hartnäckig – zum Frust von Historikerinnen und Historikern sowie anderen, welche sich mit dieser Epoche differenzierter auseinandersetzen. Wenn man im alltäglichen Kontext etwas als "mittelalterlich" bezeichnet, ist dies negativ geprägt und soll "rückständig" ausdrücken. Allerdings war das Mittelalter

 
Museum Aargau

5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

Gradian

Museumsblog

Die Relieffiguren im Kreuzgang des Klosters Wettingen

Von den Wänden des Kreuzgangs im ehemaligen Kloster Wettingen blicken seit Jahrhunderten knapp 100 Relieffiguren auf das Geschehen hinab. Wen stellen diese Figuren dar? Und wie kamen sie hierhin?

Der Kreuzgang ist im Klosterleben ein bedeutender und vielschichtiger Ort. Sinnbildlich steht er für das himmlische Jerusalem, für das Paradies. In der Mitte steht ein Baum als Symbol des Lebens. Als integraler Teil des Alltags war der Kreuzgang Aufenthaltsort, Raum für stilles Lesen oder für Singen, und für weltliches: hier rasierten sich die Mönche, schnitten die Mönchstonsur oder klopften Kleider aus.

Im 16. Jahrhundert befand sich unter diesen Mönchen einer namens Peter Schmid. Mit 15 ins Kloster eingetreten, wurde er um 1594 mit 35 Jahren zum Abt ernannt. Während seiner Amtszeit liess er so vieles im Kloster restaurieren und neu bauen, dass er als zweiter Klostergründer gilt. Sein Wappen, ein Hammer mit Stern und zwei Lilien, ist überall prominent im Kloster zu finden.

Abt Schmids Neuerungen im Kreuzgang

Zu Abt Schmids Neuerungen gehörte eine Umgestaltung des Kreuzgangs. An diesem für die Klosterbrüder so bedeutenden Ort wollte er eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen, und sogar in die Zukunft des Klosters blicken. Deswegen gab er die Relieffiguren in Auftrag. 

Dank seines Theologiestudiums an der Sorbonne in Paris wusste er über wichtige Figuren der Kirchengeschichte Bescheid, und in der Klosterbibliothek konnte er eine vollständige Liste aller Wettinger Äbte erstellen. Der Grossteil der von Abt Schmid ausgewählten Figuren waren dem Zisterzienserorden zugehörig. Die dargestellten Männer stammen aus verschiedenen Ländern Europas und unterstreichen die internationale Relevanz des Zisterzienserordens.

Herstellung der Figuren

Die Herstellung der Stuckfiguren wurde den Gebrüdern Castelli übertragen. Diese hatten bereits einige Jahre zuvor in der Klosterkirche ein stattliches Programm an Stuckfiguren kreiert. Stuckarbeit ist seit der Antike bekannt und imitiert Marmor, ist aber vergleichsweise einfacher in der Herstellung. Die Gebrüder Castelli stammten aus dem Tessin, aus Melide am Luganersee. Aus dieser Region kamen viele auf Stuckarbeit spezialisierte Handwerker. Man spricht von den Magistri Comacini, den Comer Meistern. Ihre Arbeiten waren in ganz Europa gefragt.

Die Gebrüder Castelli machten sich also an die Arbeit und entwarfen eine Abfolge von Bischöfen und Erzbischöfen, Kardinälen und Päpsten, und Wettinger Äbten, die alle in ihrer Mimik und Gestik individuell auftreten und dadurch lebendig wirken.

Bischöfe, Päpste, Wettinger Äbte

Die Figuren sind, im Gegenuhrzeigersinn durch den Kreuzgang gehend: An der Ostwand eine Reihe Kardinäle und Päpste. Der Nordwand und einen Teil der Westwand entlang stehen die 44 Wettinger Äbte, von der Klostergründung im Jahre 1227 bis zur Aufhebung im Jahre 1841. Diese sind durch ihre Wappen gekennzeichnet. Von der Westwand über die Südwand erstreckt sich eine Reihe Bischöfe und Erzbischöfe.

Abt Peter Schmid steht an der Westwand und blickt auf die lange Reihe ehemaliger Wettinger Äbte zurück. Neben ihm würdigt eine Schrifttafel seine Arbeit mit dem Hinweis, dass Abt Schmid die Namen seiner Vorgänger mit wissenschaftlichem Fleiss aus dem Dunkel der Vergangenheit ans Licht gebracht habe. 

Nach Abt Schmid folgen weitere Äbte. Er liess nämlich auf Vorrat weitere zwölf erstellen, dessen Namen und Wappen nachträglich angebracht wurden. Tatsächlich folgten ihm nicht 12, sondern 17 Äbte bis ins Jahr 1841. An ihrer Kleidung lässt sich erkennen, dass die fünf nicht geplanten Äbte ursprünglich zu den Bischöfen gehörten. Ihnen wurde die Mitra – ihre Kopfbedeckung – abgenommen, dafür wurden sie um ein Wappen ergänzt.

Könnten diese Figuren sprechen, würden sie von Mönchen, Seminaristen und Kanti-Schülerinnen und Schülern erzählen, von den Wirren der Klostergeschichte und vom Gezwitscher der Vögel, das in Ruhezeiten im Kreuzganggarten zu hören ist. Aber auch so können sie vieles erzählen – die Arbeit Abt Peter Schmids und die Handwerkskunst der Gebrüder Castelli lebt hier im Kreuzgang weiter. 

Von Kylie Rüegger

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