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Vor 100 Jahren: Lenzburger Schlossbesitzer Lincoln Ellsworth überfliegt erstmals den Nordpol

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Rosalia signorum: Frühlingsfest in den römischen Legionen

Am 12. April 2026 feiert der Legionärspfad Vindonissa sein Eröffnungsfest. Im Fokus steht die rosalia signorum, ein Frühlingsfest, das die römischen Soldaten im Mai jeweils zweimal begingen. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, was dahintersteckt.

Der Alltag der römischen Soldaten war geprägt von extremer Disziplin, harter körperliche Arbeit, Training und Routine. Hin und wieder wurde jedoch auch gefeiert. Zeremonien mit weltlichem Charakter oder religiöse Rituale stärkten den Korpsgeist. 

Römischer Festtagskalender

Einige für das römische Militär geltende Festtage sind dank eines unvollständig erhaltenen Festtagskalenders überliefert. Dieses sogenannte feriale duranum wurde auf einer Papyrusrolle in Dura Europos (heutiges Syrien) entdeckt und stammt aus der Zeit des Kaisers Severus Alexander (222 bis 235 n. Chr). 

Aus diesem Kalender erfahren wir beispielsweise, dass das römische Militär jeweils am 3. Januar ein Opfer darbrachte, um den Eid auf das Wohl des Kaisers und des Römischen Reiches zu erneuern. Ebenfalls belegt ist, dass die rosalia signorum im Mai zweimal stattfand.

Frühlingsfest rosalia signorum

Ausserhalb des Militärs war die rosalia ein Fest im Mai zum Gedenken an die Verstorbenen – eine Deutung, die auch für den militärischen Kontext naheliegt. Dabei schmückte man die Gräber mit Rosen und anderen Blumen. Gemäss einer weiteren Interpretation handelte es sich jedoch um ein Frühlingsfest, mit dem die Freude über die Rückkehr der warmen Jahreszeit ausgedrückt wurde. 

Auch die römischen Legionen feierten die rosalia signorum, die oft als römisches Frühlingsfest verstanden wird. Rosalia verweist auf Rosen, während signorum die signa militaria, also die militärischen Standarten, bezeichnet. Rosen galten als Sinnbild des Frühlings und wurden auch sonst als kultische Gaben verwendet. Archäologinnen und Archäologen gehen darum davon aus, dass es bei der rosalia signorum unter anderem um die Verehrung der Standarten ging. Man schmückte sie mit Rosenkränzen. Weiter ist es denkbar, dass die Standarten an diesem Fest auch gesalbt und gepflegt wurden.

Standarten im römischen Militär

Die Standarten – wie das signorum – spielten eine wichtige Rolle im militärischen Leben. Sie waren ein Symbol für die kollektive Identität und die Gemeinschaft und standen im Mittelpunkt zahlreicher Feste und Opferrituale.

Es gab verschiedene Standarten, alle mit anderen Bedeutungen und Zugehörigkeiten. Für alle gültig war aber, dass der Verlust einer oder mehrerer Standarten ein grosser materieller und immaterieller Schaden bedeutete, da man glaubte, den Segen der Götter verloren zu haben. Entsprechend war die Rückgewinnung äusserst wichtig und bei Gelingen eine grosse Genugtuung. 

Damit die Standarten nicht gestohlen wurden, wurden diese im Fahnenheiligtum (aedes) aufbewahrt und bewacht. Dies war der am besten bewachte Ort in einem Legionslager und war daher wohl auch der Aufbewahrungsort der Legionskasse.

Aus dem 1. Jh. n. Chr., also der Zeit des Legionslagers Vindonissa, sind unter anderem die nachfolgenden Standarten aus dem Römischen Reich bekannt:

  • aquila: Ist die Darstellung eines Adlers, der häufig ein Blitzbündel in den Fängen hält. Die aquila war die wichtigste Standarte der Legionäre, denn der Legionsadler galt als Symbol des obersten Staatgottes Iupiter und war ein Symbol für Rom und die ganze römische Armee, weshalb alle Legionen eine aquila mit sich führten.
  • imago: Zeigt das Abbild des aktuellen Kaisers, wodurch dieser symbolisch immer anwesend war.
  • Wappentierstandarte: Zeigt ein für eine Einheit spezifisches Tier. Für die legio XXI rapax, welche auch in Vindonissa stationiert war, war dies der Steinbock.
  • vexillum: Hatten verschiedene Bedeutungen. Beispielsweise waren sie Standarten für Hilfs- oder Reitereinheiten, für Veteranen oder Marineeinheiten.
  • signum (Stangenfeldzeichen): War üblicherweise eine Lanze oder eine lange Stange mit aufgesetzter Schwurhand, an der eine Tafel mit dem Namen der zugehörigen Einheit befestigt war. Manchmal ist um die Hand ein Siegeskranz angebracht. Im Vergleich zu den vorher genannten Standarten sind diese nicht hauptsächlich identitätsstiftend, sondern auch taktische Feldzeichen. Das heisst, sie wurden auf dem Schlachtfeld zur Zeichengabe oder als Orientierungshilfe genutzt.

Weitere Feste im römischen Heer

Standarten waren auch zentral für weitere Feste. Der sogenannte "Jahrestag der Feldzeichen" wurde beispielsweise genutzt, um der Gründung der jeweiligen Einheit zu gedenken. Dies geschah auch für die aquila, wo dann der Gründung der gesamten Legion gedacht wurde. 

Andere vereinzelte Ereignisse, wie die Gründung eines Lagers, der Aufbruch in den Krieg oder die Heimkehr von einem siegreichen Feldzug wurden ebenfalls durch rituelle Feiern geehrt. Rituale beinhalteten Tieropfer und die Gaben von Wein und Weihrauch.

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Von Chiara Huwiler

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