Museum Aargau

Angebote Klosterjahr 2027

Erleben Sie im Museum Aargau vielfältige Angebote zum kantonalen Klosterjahr 2027. Museum Aargau entführt gleich an mehreren Museumsstandorten in die faszinierende Welt der Klöster. Thematische Angebote finden auf der Klosterhalbinsel Wettingen, im Kloster Königsfelden sowie auf Schloss Lenzburg statt. Auf dem Programm stehen neue Ausstellungen, Vortragsreihen, Konzerte und Talks mit spannenden Persönlichkeiten. Klosterjahr 2027 Der Kanton Aargau feiert 2027 zwei Jubiläen: 1000 Jahre Kloster Muri, 800 Jahre Kloster Wettingen. Das Klosterjahr 2027 lädt dazu ein, in die klösterliche Welt im

 
Museum Aargau

Hätten Sie sich den Spielleuten angeschlossen? Das Mittelalter-Quiz

Zurück zum Blog 08. Oktober 2019 Kategorien Mittelalter Quiz & Spiele Das Leben der Spielleute im Mittelalter war frei, unstet, laut, klangvoll und voller Begegnungen. Doch hätten Sie sich in dieser Welt wohlgefühlt? Machen Sie den Test und finden Sie heraus, ob das Leben der Spielleute zu Ihnen gepasst hätte. Personalities Ja, ziemlich sicher Vielleicht Eher nicht Von Flurina Schaper Von Flurina Schaper Flurina Schaper ist Praktikantin im Team Marketing & Kommunikation von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Quiz & Spiele Kommentare

 
Museum Aargau

Gemeinschaft und Identität – Feste in bürgerlichen Kreisen

Zurück zum Blog 03. September 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Auch abseits der Höfe spielten Feste eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben. In Dörfern und Städten förderten sie das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch und gemeinsame Traditionen. Während sich Obrigkeiten aufgrund ihrer Adelstitel bei Festen zusammenfanden, lag bürgerlichen Festen meist ein gemeinsamer Beruf oder ein geteiltes Interesse zugrunde. Im Spätmittelalter schlossen sich städtische Handwerker vermehrt zu Zünften zusammen, um

 
Museum Aargau

Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte

Zurück zum Blog 16. Juni 2026 Kategorien 20./21. Jh. Schätze aus der Sammlung Mit dem dritten Band seiner Reihe "Aargauer Industriegeschichten" rückt Museum Aargau ein bislang wenig beachtetes Kapitel in den Mittelpunkt: die Möbelbranche des Kantons. Entdecken Sie in diesem Blogbeitrag fünf ausgewählte Highlights aus der Aargauer Möbelgeschichte. Der Kanton Aargau gehört unbestritten zu den bedeutendsten Industriekantonen der Schweiz. Neben Maschinen‑, Metall‑, Elektro‑, Textil‑ und Schuhindustrie zählen auch Nahrungs‑, Getränke‑ und Tabakproduktion zu seinen wichtigen Wirtschaftszweigen

 
Schloss Wildegg

Vortrag: Reisen in der Belle Époque

Preis Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung Nicht erforderlich 0 Spannende Reise durch eine Zeit des Aufbruchs Schloss Wildegg bietet im Rahmen des Schweizer Schlössertages 2026 mit dem Vortrag "Reisen in der Belle Époque" spannende Einblicke in eine Zeit des Aufbruchs, als Dampfschiffe, Eisenbahnen, Kutschen, frühe Automobile und auch das Fahrrad neue Freiheiten eröffneten. Der Vortrag von Gabriela Gehrig, Historikerin und Geschichtsvermittlerin Museum Aargau, wird begleitet mit zeitgenössischen Fotografien und Reiseberichten aus den Jahren zwischen 1880 und 1914. Um 13 und 15 Uhr finden

 
Museum Aargau

Das tragbare Sommergefühl - Zeitloser Textildruck aus Suhr

Zurück zum Blog 17. Juni 2022 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung Neuzeit Sommer: Die helle Jahreszeit steht nicht nur für heisse Tage und ein abkühlendes Bad. Auch im Sammlungszentrum in Egliswil hält der Sommer Einzug. Oder hat eingehalten. Denn in den Regalen und Ablagen schlummern wahre Schätze, die perfekt zu einem schönen Sommertag passen. "Der Sommer, der vergeht, ist wie ein Freund, der uns Lebewohl sagt." - Victor Hugo (1802-1885) Im Sammlungszentrum liegen zwischen diversen Raritäten und Kuriositäten auch Sonnenbrillen, Strohhüte und Kleider, deren Designs auch der

 
Museum Aargau

Kleine Kugel, grosse Welt: Der Globus von Schloss Wildegg

Zurück zum Blog 23. September 2026 Kategorie Neuzeit Hinter den kleinformatigen Welt- und Himmelskugeln stecken sowohl astronomische Vorstellungen wie auch historische Entdeckungen und handwerkliches Knowhow. Aber seit wann gibt es eigentlich Globen? Wie wurden diese hergestellt und was war ihr Verwendungszweck? Der Globus von Schloss Wildegg gibt Anlass, diesen und mehr Fragen auf den Grund zu gehen. Auffällig ist er nicht, der kleine Globus von Schloss Wildegg. Mit einem Durchmesser von lediglich 12,5 cm ist er sogar kleiner als die meisten anderen Globen. Wer das Schloss bereits einmal

 
Museum Aargau

"Walther Bürsten bürsten gut" – Zahnpflege mit dem Chefkurator

Zurück zum Blog 25. Juni 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Den Werbeslogan "Walther Bürsten bürsten gut, Walther Bürsten bürsten besser" kannte wohl jedes Kind. Chefkurator Rudolf Velhagen präsentiert in der Sammlung von Museum Aargau ein Bürsten-Set der ehemaligen Bürstenfabrik Walther in Oberentfelden AG Dieser Bekanntheitsgrad ist kein Wunder: Beim Besuch des Walther-Museums in der "Alten Bürsti" in Oberentfelden wurde mir bewusst, dass es für fast jede Lebenssituation irgendeine Bürste gibt. Dabei bilden Zahnbürsten (gewöhnliche und elektrische), WC-Bürsten, Schuhbürsten,

 
Museum Aargau

Schreibmaschine "Swissa Junior" von August Birchmeier's Söhne

Zurück zum Blog 30. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielten Schreibmaschinen als Instrument für die Textverarbeitung eine immer wichtigere Rolle. In der Schweiz und im Kanton Aargau wurde diese Entwicklung von der Schreibmaschinenfabrik August Birchmeier's Söhne entscheidend mitgeprägt. © Museum Aargau Schreibmaschine mit Schutzkoffer Das Metallgehäuse der in der Mitte der 1950er-Jahre hergestellten Schreibmaschine (9 cm x 31 cm x 27 cm) mit gerundeten Ecken ist hellblau lackiert. Die abgeschrägte Abdeckung wird oberhalb der Tasten von

 
Museum Aargau

Licht ins Dunkel: Das farbige Mittelalter

Zurück zum Blog 08. Juli 2026 Kategorien Mittelalter Historische Kleidung Trug man im Mittelalter nur graue und braune Kleidung? Weit gefehlt! Eine Hommage an die Farbigkeit dieser Epoche. Das Klischee des "dunklen Mittelalters" hält sich in der breiten Bevölkerung und in der medialen Kultur hartnäckig – zum Frust von Historikerinnen und Historikern sowie anderen, welche sich mit dieser Epoche differenzierter auseinandersetzen. Wenn man im alltäglichen Kontext etwas als "mittelalterlich" bezeichnet, ist dies negativ geprägt und soll "rückständig" ausdrücken. Allerdings war das Mittelalter

Gradian

Museumsblog

Der Erdglobus von Johann Georg Klinger von 1792

Der gut erhaltene Erdglobus mit einem Durchmesser von ca. 32 Zentimeter ist in einem schwarz lackierten Holzgestell mit vier Füssen montiert. Ein horizontal dem Gestell aufliegender Holzring umfasst den Globus und zeigt Tierkreiszeichen, Monatsnamen, Himmelsrichtungen und eine Längeneinteilung.

Die Abbildungen auf der eigentlichen Kugel sind auf Papier gedruckte Kupferstiche, die dann auf die mit Gips überzogene Holzkugel geklebt wurden. Der Globus zeigt in Latein beschriftete Länder, Städte, Flüsse, Gebirge und andere geographische Gegebenheiten sowie verschiedene Reiserouten von bekannten Seefahrern.

Aus der Werkstatt von Johann Georg Klinger

Wie in grossen Lettern zu lesen ist, stammt der Standglobus aus der Werkstatt von Johann Georg Klinger (1764-1806). Der Kupferstecher, Kartograf, Verleger, und Kunsthändler Klinger gehörte im späten 18. Jahrhundert zu den berühmtesten Globenbauern der Stadt Nürnberg, die seit der Renaissance eines der europäischen Zentren der Geographie, Astronomie und Kartographie war.

Entgegen dem landläufigen Geschichtsmythos war die Kugelform der Erde bereits seit der Antike und auch im Mittelalter bekannt. Die Zeit der europäischen Globusproduktion begann jedoch Ende des 15. Jahrhunderts im Anschluss an die Seefahrten von Kolumbus, Magellan und anderen. Dreihundert Jahre später zeigten Globen fast die ganze Erde in einem zunehmenden Detailgrad an geographischen, politischen und ethnographischen Informationen.

Erdglobus mit den neuesten Erkenntnissen

Der Klinger-Erdglobus von 1792 rühmte sich, die neusten Erkenntnisse von prominenten Seefahrern wie James Cook oder Louis Antoine de Bougainville zu berücksichtigen, deren Reiserouten als Highlight des Modells eingezeichnet sind. Die Entdeckungsreisenden und Naturforscher des 18. Jahrhunderts wie Cook oder de Bougainville waren beflügelt von einem aufklärerischen Interesse, die Welt in ihrer geographischen, naturwissenschaftlichen und kulturellen Vielfalt zu erfassen und sie prägten sich zu dieser Zeit grundlegend wandelnde Weltbilder und Vorstellungen von der Gestalt der Erde.

Mit aufklärerischem Idealismus und wissenschaftlichem Entdeckerdrang gingen aber auch weniger hehre Absichten einher: Mit dem Ideal die Welt zu verstehen verband sich der Wunsch, sie zu dominieren. Wie Johann Klinger in einer Werbeschrift notierte, hatte er bei der Farbgebung des Globus "Sorge getragen, eine leichte Übersicht von denienigen Oertern zu verschaffen, welche die Europäischen Mächte in den andern Welttheilen besitzen" (Werbeschrift von J.G. Klinger, Nürnberg, 1. April 1792).

In Markierungen wie den frühen britischen oder niederländischen Besitztümern in Süd- und Südostasien zeigt der Globus dann auch bereits die frühe Phase des europäischen Hochimperialismus in Asien und Afrika im 19. und frühen 20. Jahrhundert, als europäische Mächte über fremde Völker herrschten und weite Teile der Erde zu Kolonien machten, die nach den ökonomischen und politischen Interessen ihrer Kolonialherren ausgerichtet wurden. Waren Globen ursprünglich rein wissenschaftlich-technische und entsprechend teure Instrumente, so fanden sie im ausgehenden 18. und vor allem im 19. Jahrhundert aufgrund deutlich niedriger Produktionskosten Eingang ins bürgerliche Leben. Dies wird auch an der Herkunftsgeschichte unseres Exemplars deutlich.

Erdglobus stammt aus dem Kloster Wettingen

Das Objekt wurde der Sammlung Museum Aargau vor einigen Jahren von der Kantonsschule Wettingen übergeben. Der Globus stammte ursprünglich aus den Beständen des Klosters Wettingen, in dessen Räumlichkeiten heute die Kantonsschule untergebracht ist. Lange wurde der Globus als didaktisches Mittel genutzt: 1803 wurde auf Druck des neuen Kantons Aargau eine Klosterschule eröffnet, 1841 wurde auf der Klosterhalbinsel das Aargauer Lehrerseminar eingerichtet, nachdem das Kloster Wettingen 1841 wie alle aargauischen Klöster auf Beschluss des Kantonsparlaments aufgehoben worden war.

Damit entsprach die vermutliche Verwendung des Wettinger Globus auch durchaus den Vorstellungen von Johann Klinger, der seine Globen und Atlanten als Produkte nicht zuletzt "für Bürger und Landschulen" (Kaiserlich privilegirter Reichs-Anzeiger, Nr. 39, 14. August 1793) anpries und damit sicherlich auch Kloster- und Kantonsschüler sowie angehende Lehrer miteinschloss.

Von Rudolf Velhagen

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