Museum Aargau

Strohhut Canotier – Die "Kreissäge" der Hipster

Zurück zum Blog 08. April 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung 20./21. Jh. Die sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts weltweit verbreitende Hipsterbewegung brachte nicht nur Vollbärte, Holzfällerhemden und Tätowierungen zurück, sondern auch coole Strickmützen und Strohhüte. Bei den Strohhüten sind insbesondere die Canotiers, liebevoll auch “Kreissägen” genannt, beliebt, von denen die Sammlung Museum Aargau ein schönes Exemplar besitzt – an Flüssen und Seen wähnt man sich somit seit einigen Jahren während der Sommermonate plötzlich wieder wie im weltberühmten Bild "Das Frühstück der Ruderer" (1880/81) des Impressionisten Pierre-Auguste Renoir (Phillips Collection, Washington D.C.). Ein Stück Freiämter Strohindustrie Die Kreissäge erinnert ebenfalls an die Erfolgsgeschichte der Strohindustrie im aargauischen Freiamt, wo um das Strohzentrum Wohlen u.a. in Dottikon, Fahrwangen und Meisterschwanden zahlreiche Strohfabriken entstanden. Ein Besuch des Strohmuseums in Wohlen lohnt sich: Rasch wird deutlich, dass Strohbarone wie beispielsweise Isler Handelsverbindungen und Verkaufsstellen in ganz Europa hatten. © Museum Aargau Mitte des 19. Jahrhunderts waren im Aargau allein 24'000 Heimarbeiterinnen beschäftigt. Die Freiämter Strohindustrie, die teilweise 98% ihrer Ware exportierte, blieb allerdings nicht verschont von der Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre sowie von den Launen der Mode – mag die Bezeichnung "Hipster" heute meist spöttisch verwendet werden, ihr ist zweifellos zu verdanken, dass die 1919 gegründete Aargauer Hutwerkstatt Risa in Hägglingen mit ihren Hutkollektionen weltweit Beachtung findet. Die Basic Collection enthält sogar Zylinder. Jetzt fehlt nur noch der Gehstock mit einem schönen Handknauf aus Silber! Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung Historische Kleidung 20./21. Jh. Kommentare

 
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So pflegen Sie den Buchsbaum

Zurück zum Blog 06. April 2020 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Ob als einzelner Baum, schön geschnittene Hecke oder Beet-Einfassung: Der Buchsbaum ist eine beliebte, immergrüne Pflanze. Mit der richtigen Pflege macht er jahrelang Freude. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. © Museum Aargau Tipps zum Wachstum Am liebsten wächst der Buchsbaum in lockeren, humosen Böden. Es lohnt sich, ihn einmal jährlich mit organischem Material wie Hornspänen oder Kompost zu düngen. Dies verbessert den Boden, gibt dem Buchs ausreichend Nährstoffe und sorgt für ein gesundes Wachstum. Bei Trockenheit im Sommer sollte man ihn zweimal pro Woche wässern. Wann den Buchs schneiden? Geschnitten werden kann der Buchs von März bis September. Eine alte Gärtnerregel besagt: Schneide ihn nur in den Monaten ohne R schneiden. Ich empfehle, den Schnitt im Mai vorzunehmen. Am besten nicht bei prallem Sonnenschein, da die Sonne die Schnittstelle verbrennen kann. Für den Formschnitt schneidet man etwa zwei Drittel der neuen Austriebe ab. Ist die Pflanze schon sehr gross, kann man ohne Bedenken bis ins alte Holz schneiden. Der Buchs wird auch dann wieder schön austreiben. Vorbeugung vor Pilzbefall Neben dem Zünsler leiden Buchspflanzen leider auch am Buchsbaum-Triebsterben. Bei dieser Krankheit handelt es sich um einen Pilz. Ist eine Pflanze befallen, ist dies nicht zu übersehen. Ganze Triebe trocken aus, werden braun bis schwarz und sterben ab. Dem Pilz lässt sich vorbeugen, indem man gut düngt und befallene Pflanzen wegnimmt und entsorgt. Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter

Zurück zum Blog 07. April 2020 Kategorien Mittelalter Kochvideos & historische Rezepte Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem Rezept aus dem Mittelalter. Dieses Rezept ist raffiniert, denn es verbindet verschiedene Geschmacksrichtungen! Die scharfen Zwiebeln karamellisieren im Honig-Weisswein-Gemisch und erhalten so eine feine Süsse, die durch die Crème fraîche noch abgerundet wird. Das Rezept findet sich im Tegernseern Kochbuch wieder und ist damit ein Rezept aus dem Kloster. Zwiebelgewächse sind genügsam im Garten und daher gerne gesehen. Rezept für: 4 Personen Dauer: 40 Minuten (10 Minuten Arbeit, 30 Minuten über dem Feuer) Zutaten 600 g Zwiebeln 40 g Butter 5–6 EL Honig 2,5 dl Weisswein Salz 4 EL Crème fraîche 2 EL frische Küchenkräuter, gehackt Zubereitung Die Zwiebeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Butter in einer Pfanne schmelzen, den Honig darin auflösen und die Zwiebelscheiben hinzugeben. Kurz andünsten, den Wein hinzugiessen und so lange schmoren, bis die Zwiebeln weich sind. Salzen, mit der Crème fraîche binden und mit den Kräutern abschmecken. Wer es gerne süsser hat, kann die Menge Honig verdoppeln oder verdreifachen. Weitere Kochvideos 23. Juni 2020 Kochvideo: Safran-Sahne-Torte – Rezept aus dem Mittelalter Im Kochvideo zeigen wir Ihnen, wie sie eine Safran-Sahne-Torte zubereiten – ein mittelalterliches Rezept aus der Sammlung "Two… 18. Februar 2021 Kochvideo: Linsen mit Kastanien – Rezept aus der römischen Antike Kochen Sie Linsen mit Kastanien nach römischem Rezept – unser Kochvideo zeigt, wie's geht! 24. Juli 2020 Kochvideo: Petersilienstrauben – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie Peterlistrauben wie im Mittelalter! Unser Kochvideo zeigt, wie's geht! Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Mittelalter Kochvideos & historische Rezepte Kommentare

 
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Die Eibe: einheimisch, schön – und nicht ganz ungefährlich

Zurück zum Blog 01. April 2020 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Die rund 30 kegelförmigen Eiben auf Schloss Wildegg gehören für uns zu den schönsten Bäumen der Schlossanlage. Sie bilden eine romantische kleine Allee entlang der Treppe vom Schloss in unser Gartenparadies. Wir benötigen jeweils etwa zwei volle Tage, die vier Meter hohen Bäume zu schneiden – viel Arbeit, die sich lohnt: Eiben sind nebst ihrer Schönheit einheimisch, immergrün und ein guter Buchsersatz. Vor allem im Winter bietet die Eibe mit ihren dunkelgrünen Nadeln einen schönen Sichtschutz – sei es als geschnittene Hecke oder freiwachsend in Strauchform. Das Schneiden der Eiben auf Schloss Wildegg beschäftigt die Gärtnerinnen jeweils zwei volle Tage – beachtliche Arbeit, die sich aber lohnt. © Museum Aargau Die Pflege von Eiben: wann und wie schneiden? Eiben sind zudem äusserst pflegeleicht. Einmal schneiden pro Jahr genügt. Der August ist die beste Zeit dafür: Die Temperaturen sollten jedoch nicht zu hoch sein. Wir empfehlen, die Eiben oben stärker zu schneiden als unten. So fällt mehr Licht in die Pflanze. Plastik oder Tücher auslegen, damit das Schnittholz schnell eingesammelt werden kann. Weibliche Eibe mit roten Beeren ist giftig Und nicht zu vergessen: Bei der weiblichen Pflanze mit den roten Beeren ist Vorsicht geboten. Diese ist giftig. Wer Kinder hat, sollte deshalb auf Eiben im Garten – trotz ihrer Schönheit – sicherheitshalber verzichten. Von Melissa Gögele & Tanya van der Laan Von Melissa Gögele & Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Rasenrenovation: So erholt sich Ihr Rasen vom heissen Sommer

Zurück zum Blog 31. März 2020 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Trockene Sommer wie jeder von 2018 setzen dem Rasen stark zu. Oft sind noch Monate später braune Stellen und Lücken zu sehen. Ich empfehle deshalb eine Rasenrenovation. Diese ist einfach durchzuführen – am besten, wenn die Narzissen blühen. Dann beginnt der Rasen wieder zu wachsen. © Museum Aargau Anleitung zur Rasenrenovation Mähen Sie diesen auf die übliche Schnitthöhe von 4 Zentimeter und gönnen Sie den Gräsern anschliessend wichtige Nährstoffe vom handelsüblichen Dünger. Nach zwei Wochen wird der Rasen dann ein zweites Mal etwas tiefer gemäht. Jetzt folgt das Vertikutieren: Abgestorbenes und überflüssiges Material zwischen den Gräsern wird entfernt und der Rasen so entfilzt. Ein solches Gartengerät – genannt Vertikutierer – kann auch gemietet werden. Als nächstes füllen Sie die kahlen Stellen mit Rasenerde auf und sähen hier Nachsaatrasen. Gut festdrücken! Nun muss der Rasen während zwei Wochen konsequent gewässert werden, damit der Boden feucht bleibt. Sobald der neu angesäte Rasen bei den kaputten Stellen 6 bis 8 Zentimeter hoch ist, kann der ganze Rasen auf 4cm geschnitten werden. Achtung, nicht zu früh mähen! Es besteht die Gefahr, dass die zarten Gräschen ausreissen. Nicht nur nach trockenen Perioden ist eine Gartenrenovation sinnvoll. Es empfiehlt sich, diese grundsätzlich von Zeit zu Zeit durchzuführen. Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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"Made in Aargau" – die coolen Heizungslüfter der REXTHERM AG

Zurück zum Blog 27. März 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Die Heizlüfter des Aarauer Kleinbetriebs REXTHERM AG (ehemals Schiesser und Lüthy), der elektrothermische Apparate wie Reisebügeleisen herstellte, bestechen durch Farbe und Form: Sie versprühen durch ihre Farbigkeit Optimismus und Aufbruchstimmung und ihre kurvige Form entspricht unserer Vorstellung der 50er- und frühen 60er-Jahre. © Museum Aargau Als ich die Heizlüfter im Sammlungszentrum Egliswil entdeckte, fragte ich mich kurz, ob es schon damals eine Globalisierung der Formen gab und wer sich damals diese Heizlüfter kaufte, die das Ende der dunkelbraunen, noch ofenartig aussehenden Heizlüfter einläutete. Es mag erstaunen, aber es sind zuweilen Objekte wie ein banaler Heizlüfter, die uns eine längst vergangene Welt zurückbringen. Wer kann heute nicht Optimismus und Aufbruchstimmung gebrauchen? Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Kommentare

 
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Dinosaurier der Industriegeschichte: Bandsäge der A. Müller& Cie.

Zurück zum Blog 01. Oktober 2019 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Das Sammlungszentrum Egliswil verwahrt nicht nur Tausende von "Kleinobjekten", sondern ebenfalls "Grossobjekte" wie die imposante Bandsäge der 1893 in Brugg gegründeten Maschinenfabrik A. Müller & Cie. Wie ein Dinosaurier der Industriegeschichte steht sie als technische Manifestation des Maschinenzeitalters im Raum – Digitalisierung und Miniaturisierung sind noch Zukunftsmusik. Die 1906 datierte Bandsäge ist auch sprechendes Beispiel für die damals sich verbreitende Maschinenästhetik: Die beiden geschwungenen Füsse erinnern an die organischen Formen des damals aufkommenden Jugendstils. Das blütenartige Rad wiederum verweist auf die Formenwelt mittelalterlicher Glasfenster. Wer hätte gedacht, dass auch eine Bandsäge eine Schönheit sein kann? Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Kommentare

 
Schloss Wildegg

Catering

Übersicht Vertragscaterer Chikkeria Catering, Unterkulm Chikkeria Catering Priska und Jean Pierre Aeschbach Gerbergasse 10 CH-5726 Unterkulm Tel. +41 79 682 75 15 E-Mail senden Website Galloping Gourmet, Rupperswil Galloping Gourmet Bruggerstrasse 31 CH-5102 Rupperswil Tel. +41 62 897 04 32 E-Mail senden Website Ristorante Sale e Pepe, Wildegg Ristorante Sale e Pepe Franco Madea Bahnhofstrasse 2 5103 Wildegg Tel. +41 62 893 21 22 E-Mail senden Website Metzgerei/Catering Gebrüder Strässle AG, Suhr Metzgerei/Catering Gebrüder Strässle AG Tramstrasse 31 CH-5034 Suhr Tel. +41 62 855 90 80 E-Mail senden Website Mercure Lenzburg Krone, Lenzburg Mercure Lenzburg Krone Kronenplatz 20 CH-5600 Lenzburg Tel. +41 62 886 65 65 E-Mail senden Website Gasthof zum Schützen AG, Aarau Gasthof zum Schützen AG Schachenallee 39 CH-5000 Aarau Tel. +41 62 823 01 24 E-Mail senden Website Die Zusammenarbeit mit anderen Caterern sowie eine selbständige Bewirtung sind aus betrieblichen Gründen nicht möglich.

 
Museum Aargau

Wie kam ein Helm aus dem Orient nach Lenzburg?

Zurück zum Blog 29. Juni 2021 Kategorie Schätze aus der Sammlung Die Sammlung von Museum Aargau enthält einige unerwartete Gegenstände aus aller Welt. Wie das vorliegende Objekte zeigt, sind diese sowohl ein Zeugnis der globalen historischen Vernetzungen des Kantons wie auch ein Porträt der verschiedenen Figuren, die den Inhalt dieser Sammlung nachhaltig geprägt haben. Der schmuckvolle Helm wurde aus Eisen gefertigt und ist dem 18. Jahrhundert zuzurechnen. Die konische Grundform des Helms wird oben von einer vergoldeten Spitze abgeschlossen, während auf der Vorderseite zwei Federfüllen nebst einem schwungvoll gestalteten Nasenschutz angebracht sind, der sich nach oben hin durchzieht. Sowohl um den Nacken als auch die Seiten zu schützen, ist am unteren Rand des Helms ein Kettengeflecht angebracht, welches auf drei Seiten sich nach unten verengend ausläuft. Diese Form von Helm ist aus vielen Gebieten der islamischen Welt bekannt und war vor allem in den Beständen des Osmanischen Reiches oder des Mogulreiches weit verbreitet. Charakteristisch für solche Rüstungen waren nebst der etwas leichteren Gestaltung auch die reichhaltige Dekoration. Nebst goldigen Verzierungen ist dies vor allem in der Form von kunstvoll gestalteten Koranversen zu sehen, welche den Helm wie ein Band umgeben. Solche Verse dienten als ein Ausdruck der Frömmigkeit, als Schutzmechanismus oder auch einfach als Dekoration. Vom Punjab nach Lenzburg Der Helm stammt möglicherweise aus dem Raum des heutigen Iran, könnte aber ebenso zu einer Sammlung weiterer Helme in der Sammlung gehören, die aus dem Punjab in Nordindien stammte. Der Punjab gehörte damals zum Mogulreich. Dieses Reich, welches von etwa 1526 bis 1858 Bestand hatte, war im Norden des heutigen Indiens gegründet worden und umfasste auf dem Höhepunkt seiner Macht im späten 17. Jahrhundert beinahe das gesamte Gebiet des indischen Subkontinents wie auch Teile Afghanistans. Während langer Zeit waren die Beziehungen zwischen den ursprünglich aus dem persischen Raum stammenden muslimischen Herrschern und der grossen hinduistischen Bevölkerung relativ harmonisch. Eine Vielzahl an architektonischen, malerischen und poetischen Werken zeugt noch heute von einer Begegnung der Kulturen des persischen und indischen Raums. Im Verlauf der Geschichte des Reiches kam es jedoch wiederholt zu Spannungen zwischen der muslimischen Herrschaftselite und der hinduistischen Bevölkerung und sowohl innere als auch äussere Spannungen führten schliesslich zum Niedergang des Reichs. Besonders prägend zu der Zeit um 1800 war hier die zunehmende Präsenz und Einflussnahme des Britischen Reichs, welches schlussendlich die Überbleibsel des Mogulreichs 1858 dem Gebiet Britisch-Indiens hinzufügte. Diese Inkursion der europäischen Mächte ermöglichte auch Sammlern die Anlage grosser ethnographischer Kollektionen und so gelangte wohl auch der Helm schlussendlich nach Europa und in die Hände des amerikanischen Unternehmers Augustus Edward Jessup (1861-1925). Ein begeisterter Sammler. Augustus Edward Jessup mit seiner zweiten Frau und Kindern. Inv. Nr. S-3549 Der Sammler auf Schloss Lenzburg Augustus Edward Jessup war der Sohn eines wohlhabenden Papierherstellers der schliesslich aus seinem Privatvermögen für etwa 120'000 Franken das Schloss Lenzburg von den damaligen Besitzern, der Familie Wedekind, übernahm. Er liess das Schloss weitgehend renovieren um es sowohl für ihn als auch für seine Ehefrau, Lady Mildred Marion Bowes-Lyon (1868-1897), bewohnbar zu machen. Lady Mildred, die auch Verbindungen zum englischen Königshaus hatte, starb jedoch schon in jungen Jahren. Nach ihrem Tod heiratete Jessup Hyacinth Mary Cavendish-Bentinck (1864-1916). Jessup war ein begeisterter Antiquitäten- und Kunstsammler und liess das Schloss Lenzburg mit Objekten aus Europa und aller Welt füllen, um dem Schlosss einen historischen und auch einen "exotischen" Hauch der Fremde zu geben. Besonders einflussreich dabei war der Gold- und Silberschmied und Sammler Johann Karl Bossard (1846-1914) der weitreichend für Jessup Objekte erwarb. Dabei handelte es sich mitunter um Originale, aber durchaus auch um Nachbauten historischer Gegenstände. Ein besonderer Schwerpunkt von Jessup waren dabei orientalische Waffen und Rüstungen, von denen er eine Vielzahl erstand. Mitunter handelte es sich manchmal auch um Gegenstände, die wir heutzutage wohl als Touristenware bezeichnen würden. Im Falle des vorliegenden Helms war es jedoch ein originales Objekt, welches so in seinen Besitz kam. Die Sammlung Museum Aargau Das Schloss Lenzburg wurde schliesslich 1911 an einen weiteren amerikanischen Unternehmer, den Kohlemagnaten und Kunstsammler James William Ellsworth (1849-1925), verkauft, bis dessen Familie es schliesslich 1956 mitsamt dem Inventar an die Stiftung Schloss Lenzburg abgab. Damit gelangten sowohl die ausgedehnten Kollektionen der Familien Jessup und Ellsworth schlussendlich in die Obhut der Sammlung von Museum Aargau. Somit ist die Sammlung bis heute nicht nur von der Geschichte und den Objekten des Kantons Aargau geprägt, sondern auch von den Sammlungen von einzelnen Personen wie Jessup. Damit gibt die Sammlung nicht nur einen Einblick in die Objekte verschiedener Kulturen und Zeitalter, sondern auch einen direkten Einblick in die Lebens- und Vorstellungswelten dieser Menschen und ihren Sammeltätigkeiten. Ein kunstvoller Helm. Inv. Nr. S-1724 Von Lukas Becker Von Lukas Becker Lukas Becker ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. 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Museum Aargau

Living History im Museum Aargau

Zurück zum Blog 16. Juli 2021 Kategorien Schlossgeschichten Mittelalter Museum Aargau arbeitet seit Jahren mit Living-History-Darstellenden zusammen. Warum wir das tun und was wir daran schätzen? Die Antworten im Blog. Living History oder Reenactment sind Begriffe, welche die Darstellung bestimmter historischer Zustände und Ereignisse wie Schlachten oder bestimmter historischer Persönlichkeiten oder Personengruppen (z.B. Handwerker im süddeutschen Raum und auf dem Gebiet der Schweiz im späten 15. Jahrhundert) umschreiben.* Dabei ist darauf zu achten, dass alle Realien – alle Objekte, Materialien und deren Verarbeitung – möglichst authentisch reproduziert und präsentiert werden. Im besten Falle orientieren sich die Darstellenden an archäologischen Funden, schriftlichen (z.B. dokumentierten Nachlässen, Inventaren, etc.) oder bildlichen Quellen (Bilder oder Skulpturen). Mittelalterliches Heerlager auf Schloss Lenzburg mit Company of Saynt George Grösstenteils wird Reenactment als Hobby betrieben, denn nur die wenigsten Handwerker und Handwerkerinnen können wirklich von ihren Darstellungen leben. Die Darstellenden sind oft Gruppen zugeordnet, die sich einer bestimmten Zeit und einem spezifischen Thema verschrieben haben: beispielsweise burgundische Artillerie aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, wie die Company of St. George oder ein Hospitaliter-Heerlager mit weltlichem Gefolge um 1180, wie die comthurey alpinum. Living-History-Gruppen und Museum Aargau Kernaufgabe eines Museums mit eigener Sammlung ist es, den Sammlungsbestand zu pflegen und ihn der Bevölkerung zugänglich zu machen. Museum Aargau hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vermittlung des Kulturguts besonders lebendig zu gestalten, wobei die Living History ins Spiel kommt. Wer schon mal in den Genuss unserer Workshops oder Führungen gekommen ist, weiss, dass die Geschichtsvermittelnden von Museum Aargau als historische Personen, in eigens dafür angefertigten Kostümen, auftreten. Frauen bei der Arbeit an "Historischen Erlebnistagen" auf Schloss Lenzburg - Bild: Daniel Severin Es war daher ein logischer Schritt, diesen Gedanken bei Veranstaltungen weiterzuführen. Dabei achten wir darauf, mit qualitativ hochwertigen Gruppen zusammenzuarbeiten. Die Besuchenden erhalten somit eine 'Verlebendigung' einer ansonsten 'nur' über Texte und inszenierten Objekten bestehenden Ausstellung. Manche Repliken, die die Darstellenden benutzen, können als Originale in der Ausstellung betrachtet werden. Reste von Kleidungsteilen können vollständig und 'in Aktion' am Mann oder der Frau beobachtet werden. Das Leben von damals so detailtreu wie möglich Dank der engagierten Living-History-Gruppen ist es einem Museum möglich, einen sehr direkten Eindruck einer bestimmten Zeit auf unterhaltsame Art zu vermitteln. Etwas, dass ein Museum allein so nicht bewältigen könnte. Natürlich ist uns klar, dass wir hier keine Zeit in ihrer Gesamtheit, mit allen positiven wie negativen Seiten zeigen können. Niemand kann das. Es ist auch nicht der Anspruch einer Veranstaltung. Aber Besuchende gewinnen so ein erweitertes Bild von einer bestimmten Region und Zeit mit einem Fokus auf ausgesuchte Aspekte – und hat Spass dabei. Was möchte man als Museum mehr? *Anmerkung: Der Einfachheit halber werden in diesem Artikel Living History und Reenactment synonym verwendet. Färber auf Schloss Lenzburg Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schlossgeschichten Mittelalter Kommentare

Gradian
Visualisierung/Animation Antikes Vindonissa
Visualisierung/Animation Antikes Vindonissa

Vindonissa

Legionärspfad und Vindonissa Museum

Erleben Sie in Vindonissa die Römer hautnah: Die Museumsstandorte Legionärspfad Vindonissa (Windisch) und Vindonissa Museum (Brugg) bieten Touren, Ausstellungen, Veranstaltungen sowie buchbare Angebote im früheren Legionslager Vindonissa an.

MUSEUMSSTANDORTE IN VINDONISSA

 
Kinder schreiten wie kleine Römer über das Areal vom Legionärspfad Vindonissa

Legionärspfad
Vindonissa

Der Römer-Erlebnispark bietet Spiel-/Themen-Touren, Events, römische Übernachtungen, Führungen und vieles mehr.  

 
Drei Mädchen stehen in der Ausstellung im Vindonissa Museum. Vor ihnen stehen zwei lebensgrosse Legionäre (Figuren)

Vindonissa
Museum

Das Vindonissa Museum in Brugg zeigt die wichtigsten Funde von Vindonissa, dem einzigen römischen Legionslager der Schweiz.  

Tagesprogramm

  • Veranstaltung
  • Öffentliche Führung
  • Ausstellung
  • Selbständiger Rundgang
  • Garten
  • Familien
  • Schulen
  • Gruppen
  • Einzelbesucher
  • Schloss Lenzburg
  • Schloss Hallwyl
  • Schloss Habsburg
  • Schloss Wildegg
  • Klosterhalbinsel Wettingen
  • Kloster Königsfelden
  • Legionärspfad Vindonissa
  • Vindonissa Museum
  • Sammlungszentrum Egliswil
  • IndustriekulTour Aabach

Dies läuft am Tag Ihres Besuches

Eine Schulklasse umkreist eine Ausstellung im Vindonissa Museum
13:00 – 17:00 Uhr

Dauerausstellung zu Vindonissa

Entdecken Sie Original-Objekte aus Ausgrabungen

Ausstellung
Scheibenfibel aus Buntmetall mit farbigen Emaille-Einlagen. Eingraviert ist das Lamm Gottes – ein Sinnbild für die Auferstehung Christi.
13:00 – 17:00 Uhr

Vitrine AKTUELL

Grabsteine aus Vindonissa: Sprechende Steine und ihre Schicksale

Ausstellung
Wo die Legionäre getafelt haben: erhaltene Küche im Legionärspfad Vindonissa

Themen-Touren für Erwachsene

Spannende Themen-Touren durch Vindonissa!

Selbständiger Rundgang
Eine Familie in einem dunklen Raum; die Displays der Audiogeräte um den Hals leuchten mystisch im Dunkeln. An der Rückwand Silhouetten von Legionären.

Spiel-Touren für Kinder

Löst knifflige Rätsel an römischen Schauplätzen

Selbständiger Rundgang
Kinder als Forscherinnen und Forscher verkleidet lösen gemeinsam ein Rätsel während ein Junge im Kittel einen Klemmbrett hält
13:00 – 17:00 Uhr

Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe!

Ab 8 Jahre – Löst Rätsel und entdeckt einen römischen Schatz

Selbständiger Rundgang
Schatzkarte mit diversen Bildern und Texten.
13:00 – 17:00 Uhr

Rätsel-Tour

Ab 7 Jahre – Mit der Schatzkarte durchs Museum

Selbständiger Rundgang
Römische Strasse von Vindonisse, im Hintergrund Museumsgäste, die zur Strasse hinunter blicken.
13:00 – 17:00 Uhr

Forscher-Tour

Mit dem Grabungsplan unterwegs durch römische Fundstätten

Selbständiger Rundgang
Eine Familie steht mit einem Plan vor einer Vitrine im Vindonissa Museum.
13:00 – 17:00 Uhr

Spurensuche - Auf der Fährte von Lupina und Anissa

Ab 5 Jahre – Folgt den Fussspuren von Lupina und Anissa

Selbständiger Rundgang
Aussenaufnahme vom römischen Garten vom Vindonissa Museum
13:00 – 17:00 Uhr

Wo sich Eichenlaub und Granatapfel treffen

Entdeckungsreise durch Garten und Museum mit Audioguide

Selbständiger Rundgang
Römischer Garten Vindonissa Museum: Eine junge Frau steht inmitten vieler grüner Pflanzen und riecht an einer Blüte. Im Hintergrund ein antiker Brunnen.
13:00 – 17:00 Uhr

Römischer Garten von Vindonissa

Rekonstruierter Ziergarten des Legionskommandanten

Garten
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