Sammlungszentrum Egliswil

7. Helle Nacht: Vom Reblaus-Schreck zum Akku-Sprühgerät

60 Spezialführungen zum 150-Jahr-Jubiläum der Firma Birchmeier Sprühtechnik AG Museum Aargau lädt anlässlich der 7. Aargauischen Industriekulturnacht "Helle Nacht" zu zwei Spezialführungen durch das Sammlungszentrum Egliswil ein. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich. Im Fokus steht die Firma Birchmeier aus Stetten, die seit 150 Jahren innovative Sprühtechnik entwickelt. Ausgehend von den ersten Rückenspritzen zur Bekämpfung der Reblaus entstand ein weltweit tätiges Unternehmen. Anlässlich des Jubiläums präsentiert Museum Aargau ausgewählte Birchmeier-Originalobjekte aus seiner

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Diskussionslabor: Philosophieren im Parlatorium

420 Gespräche über Wissen und Glaube Jeweils am Wochenende begrüssen Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wettingen die Museumsgäste im Parlatorium. Im "Archiv der Fragen" wird über Generationen hinweg lustvoll diskutiert, philosophiert – und vermeintlich Wahres infrage gestellt. Diskussionslabor im Museum der Klosterhalbinsel Wettingen: Philosophieren im Parlatorium. Gespräche über Wissen und Glaube

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Diskussionslabor: Frage am Sonntag

60 Gesprächsrunde im "Archiv der Fragen" Im Parlatorium der Klosterhalbinsel Wettingen laden Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wettingen für eine Stunde zum Diskutieren ein. Sie philosophieren gemeinsam mit Museumsgästen über Fragen, die im "Archiv der Fragen" gesammelt sind: Was wäre, wenn alle Menschen ehrlich wären? Wann weiss man genug? Oder: Wann endet die Welt? Diskutieren Sie mit! Diskussionslabor im Museum der Klosterhalbinsel Wettingen: Frage am Sonntag. Gesprächsrunde im Parlatorium des Klosters

 
Vindonissa Museum

Römertag Vindonissa 2026

420 Wagenrennen, Gladiatoren und viel Spektakel beim Amphitheater Vindonissa Erleben Sie am Römertag Vindonissa rasante Wagenrennen und dramatische Gladiatorenkämpfe: Beim Amphitheater Windisch treten römische Streitwagen mit Pferden gegeneinander an. Gladiatoren kämpfen im Jubel der Zuschauermenge um Ruhm und Ehre – ein antikes Spektakel vor historischer Kulisse! Der Römertag 2026 zeigt auch die Vielfalt des römischen Alltags vor 2000 Jahren: Blicken Sie ins Marschlager der Legionäre und packen Sie selbst als Steinmetz oder Schuhmacherin an. Kinder können sich zu Gladiatoren ausbilden lassen.

 
Kloster Königsfelden

Saisoneröffnung Museum Aargau 2027

120 Eröffnung Gästezentrum und neue Ausstellung Kloster Königsfelden Museum Aargau startet mit einem feierlichen Eröffnungsanlass in die Saison 2027. Schauplatz ist das Kloster Königsfelden, wo gleichzeitig ein Gästezentrum und eine neue Ausstellung eröffnet wird. Nebst Grussworten von Regierungsrat Dieter Egli gibt Museumsdirektor Dr. Marco Sigg Einblick in die Programm-Highlights 2027. Das neue Museumsjahr steht ganz im Zeichen des kantonalen Themenjahres "Klosterjahr 2027": Vielfältige Angebote laden dazu ein, die Welt der Klöster zu entdecken. Der Eintritt zum Eröffnungsanlass mit Apéro ist frei, eine

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Heilkräuter-Workshop im Klostergarten

120 Heilpflanzen kennenlernen und einen eigenen Heiltrunk herstellen Erleben Sie mit allen Sinnen die Heilkraft in den historischen Gärten der Klosterhalbinsel Wettingen. Der Workshop beginnt mit einer Führung zum Medizinalgarten und Krankenhaustrakt. Thema sind Heilkräuter damals und heute. Die Naturheilpraktikerin und Phytotherapeutin Jeannine Blum nimmt Sie mit in die Welt der Heilpflanzen. Im Workshop entsteht ein eigener Heiltrunk (Oxymel). Heilkräuter-Workshop im Klostergarten der Klosterhalbinsel Wettingen: Heilpflanzen kennenlernen und einen eigenen Heiltrunk herstellen

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Heilpflanzen früher und heute

60 Heilpflanzen im Medizinalgarten entdecken Die Naturheilpraktikerin und Phytotherapeutin Jeannine Blum nimmt Sie mit auf einen sinnlichen Rundgang zum Medizinalgarten und Krankenhaustrakt des Klosters Wettingen. Thema sind Heilpflanzen früher und heute: von der Säftelehre bis zur heutigen traditionellen europäischen Naturheilkunde. Lernen Sie ausgewählte Heilpflanzen sowie deren Wirkung und Anwendung kennen – mit allen Sinnen und an einem Originalschauplatz der Klostermedizin. Öffentliche Führung auf der Klosterhalbinsel Wettingen: "Heilpflanzen früher und heute". Heilpflanzen im Medizinalgarten

 
Schloss Habsburg

Schlosswirtin Alice Mattenberger schenkt ein

45 Szenische Führung mit der letzten Bewohnerin der Habsburg Die legendäre Schlosswirtin Alice Mattenberger (1901-1988) wohnte als Letzte im Schloss. 45 Jahre lang verköstigte sie ihre Gäste nicht nur mit Suppe und Schinken, sondern auch mit Geschichten über die altehrwürdige Habsburg. Über ihre Vorgänger auf der Burg weiss sie bestens Bescheid. Die Wirtin selbst hat auch so manches zu erzählen: Von Gästen, die bis zum Morgengrauen sitzen blieben, von Aktivdienstlern im Rittersaal oder vom wöchentlichen Bad in Schinznach unten. Die halbe Schweiz kehrte bei der geschäftstüchtigen Wirtin ein.

 
Schloss Hallwyl

Von der Wasserburg zum Baudenkmal

60 Streifzug durch 800 Jahre Baugeschichte Auf diesem Rundgang entdecken Sie Details an den Bauten, die von Blütezeiten und Niedergang auf Hallwyl künden: Sie erfahren, wie vor 700 Jahren die künstlichen Inseln entstanden sind, warum es im Jahr 1415 lichterloh brannte und wie sich die Anlage zum repräsentativen Schloss wandelte. Ein glanzvoller Umbau um 1870 währte nur kurz, bevor das damalige Besitzerpaar Wilhelmina und Walter von Hallwyl alles zurückbauen liess und das Schloss zum Baudenkmal machte. Öffentliche Führung durch Schloss Hallwyl: "Von der Wasserburg zum Baudenkmal". Streifzug durch 800

 
Schloss Hallwyl

Stilles Örtchen, heisses Bad

60 Gesundheitsvorsorge und Krankenpflege im frühneuzeitlichen Schloss Im Hallwyler Arzneibuch aus dem 16. Jahrhundert findet sich für jedes Leiden ein Rezept. Heilpflanzen wuchsen rund ums Schloss. Genützt haben die Arzneimittel aber längst nicht immer: Pest und Aussatz befielen auch Adlige, und so manche Geburt endete tödlich. Durch Schüttsteine und Aborterker entsorgten die Menschen auf dem Schloss ihren Abfall. Im Schlamm der Wassergräben haben Reste die Jahrhunderte überdauert. An den archäologischen Funden lässt sich ablesen, wie man einst auf Hallwyl lebte. Ein Rundgang zu Gesundheit

Gradian

Museumsblog

Saturnalia: das wichtigste römische Fest am Jahresende

Im alten Rom feierte man gegen Jahresende im Zeichen Saturns und anderer Agrar-Gottheiten. Doch was genau hat es mit dem Fest der saturnalia auf sich?

Die saturnalia – zu Deutsch Saturnalien – waren ein römisches Fest, das am 17. Dezember anlässlich des Jahresendes gefeiert wurde. Ursprünglich dauerte es wohl nur einen Tag, über die Jahrhunderte verlängerten sich die Feierlichkeiten aber bis auf fünf Tage unter Kaiser Caracalla (188-217 n. Chr.). Der Blogbeitrag behandelt die Rolle der unterschiedlichen Gottheiten bei den Saturnalien, die soziale Funktion der Festivitäten und wie an unterschiedlichen Orten gefeiert wurde.

Die Rolle Saturns und anderer Agrar-Gottheiten

Wie bei jedem Fest der Antike waren nicht nur die Menschen zugegen, sondern auch die Götter – allen voran der namensgebende Saturn, Vater Jupiters und mythischer König aus Roms Vorgeschichte. Die Sichel, die Saturn in den Händen hält, weist ihn als Agrar-Gottheit aus. Unter ihm, so dachte man, herrschten paradiesische Zustände: Frei von Neid und Missgunst gehörte alles allen und auch geackert werden musste nicht: Die Früchte des Feldes und der Bäume gediehen von selbst. Es war ein Zeitalter der Fülle, ein goldenes Zeitalter.

Am Ende des landwirtschaftlichen Jahres, nach der erfolgreichen Aussaat und Einlagerung des Getreides, scheint der Zeitpunkt für die saturnalia nur logisch. Wie das Land über den Winter ruht, so darf auch der Bauer von seiner Feldarbeit ruhen. 

Waren die Vorratskammern gefüllt, gebührte es sich, den dafür verantwortlichen Gottheiten zu danken. Nebst Saturn waren dies weitere Agrar-Gottheiten wie seine Gemahlin Ops (von lat. opus = Werk) und Consus (Etymologie unsicher). Ihnen zu Ehren opferte man, veranstaltete Esel-Rennen und liess die landwirtschaftlich wichtigen Zugtiere schön geschmückt durch die Stadt ziehen. Die Dekorationen im und um die Häuser würden uns nicht ungewöhnlich vorkommen: Nach wie vor sind Kerzen, Stechpalmen und rote Beeren eng mit dem Weihnachtsfest verknüpft.

Die Saturnalien als Umkehrung der sozialen Ordnung 

In einem Brief an einen Freund kommentiert der Stoiker Seneca der Jüngere das Verhalten der Stadtmenschen in Hinblick auf die Festivitäten: 

„Es ist Dezember und der Grossteil der Stadt ist in Aufruhr. Den Leuten werden die Leinen gelockert. Überall ertönen die Geräusche grosser Vorbereitungen, gerade so als ob es einen echten Unterschied gebe zwischen den dem Saturn geweihten Tagen und den gewöhnlichen Werktagen. […] Ob wir uns wie gewöhnlich in die Stadt begeben sollten. Oder ist es besser – um nicht aufzufallen –, wenn wir uns der abendlichen Schlemmerei hingeben und die Toga abwerfen?”

Epistulae 18.1-2

Diese Überlegungen widerspiegeln den Stellenwert der Festlichkeiten und tönen auch die soziale Funktion der saturnalia an. Nebst der Pflichterfüllung gegenüber den Gottheiten zelebrierte man die einstweilige Fülle durch die Aufhebung der normalen gesellschaftlichen Zustände. Alle, die das Fest begingen, setzten sich einen pileus auf, eine konische Filzkappe, die ansonsten nur Freigelassene (ehemalige Gefangene oder Sklaven) trugen.

Unter dem Filzhut der Freiheit waren sich alle gleich. Wer war Herr, wer Sklave? Diese Frage war nun scheinbar bedeutungslos. Sklaven durften ihren Herren beim gemeinsamen Mahl ungestraft die Meinung sagen und wer keinen Rausch hatte, fiel auf. Die Schulen und Gerichte blieben an diesen Tagen geschlossen und sogar das ansonsten untersagte Glücksspiel war erlaubt. Der besonders übermütige dominus schlüpfte gar in die Rolle seiner Sklaven und servierte ihnen beim Gastmahl die Speisen.

Doch wie Seneca an anderer Stelle bemerkt: „Non semper saturnalia erunt”: „Die Saturnalien werden nicht ewig dauern.” Das Fest bot den Sklaven eine Möglichkeit, Unmut und Frustration zu kompensieren, stellte im Grunde aber ein stabilisierendes Moment für die Institution der Sklaverei dar. Soweit das Treiben in Metropolen wie Rom oder Athen. Doch tauschte ein im fernen germania superior stationierter Zenturio seinen mit Helmbusch dekorierten Helm ebenfalls gegen einen Filzhut ein, um sich mit seinen Untergebenen närrischen und zügellosen Aktivitäten hinzugeben?

Die Feier der Saturnalien im römischen Heer

Die Forschung weiss um den immensen Kulturaustausch, der durch die Anwesenheit römischer Legionen in den entferntesten Winkeln des Reiches entstand. Eine Quelle dafür ist das feriale duranum, der Festtagskalender einer in Dura Europos (Syrien) stationierten römischen Auxiliar-Einheit aus dem 3. Jahrhundert. Für die Monate Januar bis September finden sich darauf 41 Festtage, die übrigen Monate sind nicht erhalten. Abgesehen von seinem Schwerpunkt auf kaiserlichen Feierlichkeiten (Thronbesteigungen, Geburtstage, Siege, etc.) zeigt sich eine starke Übereinstimmung mit den stadt-römischen Festtagskalendern. Dies verwundert kaum, waren Armee und Zivilgesellschaft doch in vielerlei Hinsicht analog gestaltet. Es zeigt zudem die Wichtigkeit religiöser Pflichten gegenüber allem Göttlichen, gerade für die Armee. Nicht zuletzt wurde damit eine Integration der multikulturellen Legionen wie auch der Lokalbevölkerung angestrebt.

Obschon in Vindonissa zahlreiche Funde und Befunde zutage kamen, die Licht auf die religiösen Gepflogenheiten in und um das Legionslager werfen, lässt sich nichts Spezifisches über die örtlichen Feste am Jahresende aussagen. Abhilfe schafft ein kleiner Fund aus Vindolanda (Northumberland, England), einem Hilfstruppen-Kastell am nördlichsten Rand des Imperiums. Wie Vindonissa zeichnet es sich durch zahlreiche Funde von Wachstäfelchen aus, mit denen die Legionäre und die schreibkundige Lokalbevölkerung korrespondierten. 

Auf einem Exemplar (Nr. 301) fordert ein Sklave namens Severus einen anderen Sklaven namens Candidus auf, ihm Rettiche für die Saturnalien zu besorgen. Sicherlich keine leichte Aufgabe, wo Rettich doch im milden Mittelmeer-Klima beheimatet ist. Ohne hier näher auf die Motive des Severus eingehen zu können, zeigt das Wachstäfelchen, dass die Saturnalien innerhalb des römischen Heeres durchaus verbreitet sein konnten.

Zahlreiche Beispiele der römischen Geschichte betonen zudem die Wichtigkeit, eine Legion bei Laune zu halten, wollte man keinen Aufstand riskieren. Nun konnte sich nicht die komplette Einheit eines Kastells besaufen, geschweige denn eine ganze Legion. Gleichzeitig steht ausser Frage, dass die Legionäre einem Unterbruch des Wachdiensts oder des Drills nicht abgeneigt waren und ihre Freizeit teilweise mit Nachdruck einforderten. Wie sehr sich Legionäre darauf freuten, zeigen nicht nur die Vielzahl an in Legionslagern gefundenen Spielsteinen und Würfeln, sondern auch ein Brief aus Vindonissa:

„So sollst du erfahren, wo ich das Gastmahl bereite sowie verschiedene Spiele und ein prächtiges Trinkgelage. Morgen, bei den mächtigsten Schutzgeistern des Spiels, werde ich den Würfelbecher wie ein Schwert schwingen. Lebe wohl, treuer Bruder.” (M.A. Speidel, Die röm. Schreibtafeln von Vindonissa, Brugg 1996, Nr. 45)

Ob bei der Familie, bei Freunden, im Bad oder in der Schenke – Möglichkeiten zur Entspannung boten sich den Legionären zur Genüge. Nehmen wir uns an ihnen ein Vorbild und gönnen uns zuweilen eine Ruhepause vom oftmals hektischen Alltag.

Weitere Blogbeiträge

Von Luca Grünig

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