Klosterhalbinsel Wettingen

Klosterfest

420 Attraktionen für die ganze Familie Das Klosterfest 2024 bietet Attraktionen für die ganze Familie rund um das Thema "Wasser". Festbeizen laden zu geselligen Stunden auf die Klosterhalbinsel Wettin

 
Schloss Hallwyl

Bogenschiessen

210 Tauchen Sie ein in die Bogenschiesskunst des Mittelalters Tauchen Sie ein in die Bogenschiesskunst des Mittelalters. Angeleitet durch Museumsfreiwillige können sich Kinder und Erwachsene am mittel

 
Schloss Wildegg

Barbara von Salis – eine Bündnerin auf Schloss Wildegg

60 Eine 266 Kilometer lange Reise zum Glück Eine Führung über eine aussergewöhnliche Frau aus einflussreichem Bündner Adel: 1689 nimmt ein Brautzug die beschwerliche Reise von Soglio (Bergell) nach Wi

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Im Kloster Wettingen durch Raum und Zeit

60 Allgemeine Klosterführung 1227 wurde auf der Limmathalbinsel das Kloster Maris Stella gegründet. Über 600 Jahre lebten, arbeiteten und lehrten hier Mönche des Zisterzienserordens. Bis heute ist das

 
Schloss Habsburg

Schlosswirtin Alice Mattenberger schenkt ein (45 Min.)

Szenische Führung für Gruppen 45 Szenische Führung im Kostüm: Die letzte Bewohnerin der Habsburg erzählt Die legendäre Schlosswirtin Alice Mattenberger (1901-1988) wohnte als Letzte im Schloss. 45 Jah

 
Schloss Wildegg

Duftzeitreise (90 Min.)

Workshop für Gruppen 90 Schlossgeschichte durch die Nase, parfümiert mit selbst kreiertem Duft Auf einer Duftreise durchs Schloss Wildegg bewegen Sie sich durch 500 Jahre Schlossgeschichte. Passende D

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Die Klostergärten im Wandel der Zeit (90 Min.)

Führung für Gruppen 90 Entdeckungsreise durch Klosterpark und historische Gärten Ein eigenständiges Leben anstrebend, legten die Zisterziensermönche und Laienbrüder auf der Klosterhalbinsel Wettingen

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Kloster Wettingen kurz und bündig (20 Min.)

Führung für Gruppen 20 Einführung in die Klostergeschichte mit selbständiger Besichtigung Zisterzienserkloster, Lehrerseminar, Kantonsschule: Reisen Sie im Schnelldurchlauf durch die Geschichte des Kl

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Im Kloster Wettingen durch Raum und Zeit (90 Min.)

Führung für Gruppen 90 Von der Klostergründung bis zur Gegenwart 1227 wurde auf der Limmathalbinsel das Kloster Maris Stella gegründet. Über 600 Jahre lebten, arbeiteten und lehrten hier Mönche des Zi

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Im Kloster Wettingen durch Raum und Zeit (60 Min.)

Führung für Gruppen 60 Von der Klostergründung bis zur Gegenwart 1227 wurde auf der Limmathalbinsel das Kloster Maris Stella gegründet. Über 600 Jahre lebten, arbeiteten und lehrten hier Mönche des Zi

Gradian

Museumsblog

Der Lenz ist da – Spazieren und Flanieren mit Stil

Frische Luft und schöne Natur: Spazieren gehen lohnt sich! Und der Kanton Aargau bietet dafür beinahe unzählige Gelegenheiten. Ein Spazierstock aus der Sammlung Museum Aargau zeugt von der Historie dieser beliebten Freizeitbeschäftigung.

Bis heute gelten der französische Boulevard und der vornehme englischen Park als typische Sinnbilder für die romantische Spazierkultur. Dabei erfuhren sie erst im 18. und 19. Jh. durch Literatur, Malerei und auch gesellschaftliche Veränderungen einen Aufschwung, der gewöhnlichen Bürgern ein solches Flanieren überhaupt ermöglichte.

Die Rekonstruktion der Natur

Nur ungern nahm der Mensch die Strapazen der Natur auf sich. Lediglich zur notwendigen Jagd oder beim Mitziehen von wandernden Viehherden wurde der Weg in die dunklen Wälder oder über die schwindelerregenden Passrouten auf sich genommen. Zum reinen Vergnügen so gut wie gar nicht.

Erst im Laufe des 16. respektive des 17. Jh. begannen die vermögenden und adligen Bevölkerungsschichten sich auch zum Vergnügen in die Natur zu begeben. Um diese Transformation auch baugeschichtlich zu verstehen, müssen wir auf zwei Entwicklungen zurückgreifen, die vor allem im westlichen Europa vonstatten gingen und von da aus den restlichen Kontinent eroberten. Auch in der Eidgenossenschaft luden sich gehobene Gesellschaften damals gerne zu einem "Le Déjeuner sur l'herbe" ein.

Die Entstehung der Boulevards

Die ersten Boulevards hatten nichts mit der heutigen Darstellung einer breiten und mit Baumalleen gesäumten Strasse zu tun. Sie entstanden vielmehr aus reiner Zweckmässigkeit.

Nach dem 30-jährigen Krieg lagen viele Städte in Trümmern und ihre vormals einengenden Befestigungen aus Schanzen und Mauern waren durch das Aufkommen effektiver Artillerie nutzlos geworden. Sie wurden geschliffen oder gar gänzlich abgebaut. So geschah es auch in Paris.

Diese neu geschaffenen Freiräume wurden nach und nach von den Einwohnern der Stadt genutzt. Die Bürger und Bürgerinnen, junge Paare und in erster Linie die Aristokratie zeigten sich an den Wochenenden auf ausführlichen Spaziergängen.

Die Ursprünge des Spazierens liegen im aristokratischen „Lust­wandeln“ in Gärten und Barockparks. Erst später kamen soziale Komponenten hinzu, wie das Knüpfen von Kontakten oder das Führen eines ügestörten (intimen) Gesprächs.

Eine neue Welt tut sich auf

Der Flaneur oder sein weibliches Gegenstück, die Passante, wurden zu einem weit rezipierten und reflektierten Gegenstand in der Literatur, der Emanzipationsforschung, der Musik und der Malerei.

In diesen Figuren konnten gesellschaftliche Themen mit philosophischen Ansichten vereint und diskutiert werden, ohne gleich eine politische Position beziehen zu müssen. Der Blickwinkel war losgelöst vom restlichen Geschehen.

Zu beobachten und sich treiben zu lassen sind dabei zentrale Bestandteile des Spazierens und Flanierens. Moderne Aufsätze zu diesem Thema veranschaulichen es vor dem Hintergrund der Globalisierung oder versuchen, die Eigenschaften des Flanierens auf Videospiele und die Art und Weise der Internetnutzung zu übertragen.

Englische Parks – begehbare Landschaftsgemälde

Während die französischen Boulevards als Vorbilder für die grossen Alleen in Berlin dienten, waren es hier bei uns die französischen Barockgärten die dominierende Vorlage. Dies änderte sich mit der Arbeit von William Kent, der mit dem Garten des Chiswick House in London den Grundstein für eine neue Stilrichtung legte.

Im Zentrum dieser neuen Gestaltung lag die Einbettung der Gärten in ihre natürliche Umgebung. Die üppigen Blumenbeete wurden weggelassen und auch die geometrischen Achsen wichen einer geschwungenen Wegführung.

Im 18. Jh. schwappte der Trend auch auf das europäische Festland hinüber. Vorreiter wie Ritter von Sckell in München oder Hermann von Pückler-Muskau in Bad Muskau hinterliessen ihre Spuren. So verpflanzte Pückler zum ersten Mal erfolgreich komplette Bäume.

Auch in der Schweiz fanden sich eifrig Nachahmer dieser neuen Stilrichtung und englische Gärten waren en vogue. Vor allem sonntags versammelten sich immer mehr Menschen in den öffentlichen Parkanlagen. Der Adel und das industrielle Bürgertum zog sich daher in die eigenen Villengärten im Landschaftsstil zurück. Auch der Hof auf Schloss Lenzburg glich 1861 einem Landschaftsgarten en miniature.

1893 liessen die damaligen Besitzer Augustus Edward Jessup und seine Frau Lady Mildred Marion Bowes Lyon zudem einen bis heute erhaltenen Rosengarten anlegen. An den Fassaden wachsen bis heute englische Schlingrosen und alte Sorten von Floribund-Rosen.

Spazierstöcke – (fast) so veritabel wie Schweizer Taschenmesser

Spazierstöcke dienten nicht nur als Gehhilfen. Sie waren ein Statussymbol, zählten Schritte, fungierten als Halter oder boten Stauraum und Verstecke. Schon die Kleinsten verfügten wie ihre Eltern über das modische Accessoire.

Zumeist bildete der Knauf das Herzstück. Er findet sich in allen Formen und Materialien. Ob als Tier, Fratze oder ein schlichter Handgriff aus einem Edelmetall: Es findet sich für jeden Geschmack und jede Gelegenheit der richtige Stock.

So auch ein spezielles Exemplar, das sich in der Sammlung des Museum Aargau befindet. Der Stock wirkt auf den ersten Blick unhandlich und klobig, aber er vereint zwei der wichtigsten Merkmale der viktorianischen Spazierkultur: Das Spazieren und das Essen.

Leider ist nicht viel über das Exemplar bekannt. Es befand sich im ursprünglichen Inventar des Schlosses Lenzburg von 1956. Vielleicht gehörte er einst einem der Ellsworths oder war im Besitz von Jessup und Lady Mildred. Oder ein Spazierender hat ihn im Schlosspark liegen lassen.

Wenn sie nun auch Lust verspüren bei schönem Wetter die Natur zu geniessen oder sich einfach mal in der Stadt treiben zu lassen, die Standorte des Museum Aargau bieten dafür Grünflächen und Inspiration auf 1. Mio. Quadratkilometern. bien réussir!

Im Wildegger Schlossgarten flanieren

Entdecken Sie den historischen Nutz- und Lustgarten von Schloss Wildegg.

Mehr Infos

Literatur

Calignani, A. und W: The History of Paris, 1825, S. 178ff.

Dydik Michaela: Flanieren- gedichte gegen die Hektik der Zeit. Unternehmen Lyrik. URL: www.unternehmen-lyrik.de (Stand: 17.03.2022, 10:02).

König, Gudrun M: Eine Kulturgeschichte des Spaziergangs. Spuren einer bürgerlichen Praktik 1780–1850 (= Kulturstudien. Sonderband 20.) Böhlau, Wien 1996.

Mowl, Timothy: William Kent. Architect, Designer, Opportunist. Jonathan Cape, London 2006.

Runzheimer Bernhard: Die digitale Flanerie als reflexive Raumexploration im Computerspiel. In: Journal Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium ffk. Nr. 2. Avinus-Verlag, 2017

Schröteler-von Brandt, Hildegard: Stadtbau- und Stadtplanungsgeschichte. Springer Vieweg, Wiesbaden, 2008, S. 78.

Short, John Rennie: Globalization, Modernity and the City (= Routledge Studies in Human Geography. Band 36). Routledge, New York 2012, S. 139

Sickert, Hermann: Hints on landscape gardeningby Fürst von Pückler-Muskau. Ed. Samuel Parsons. Houghton Mifflin Company Boston, New York, 1917.

Tucker, Paul Hayes (1998). Manet's Le Déjeuner sur l'herbe. Cambridge: Cambridge University Press. S. 5–14.

Von Romeo Arquint

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