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Nach dem grossen Schnee: Hilfe für beschädigte Pflanzen

Zurück zum Blog 11. Februar 2021 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Grosse Schneemengen sind für viele Sträucher und Bäume ein Problem, oft kommt es zum Schneebruch. Beschädigte Pflanzen sollten deshalb gepflegt werden. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. © Museum Aargau Grundsätzlich sind Bäume und Sträucher darauf ausgelegt, Schnee und auch starken Wind zu ertragen: Nadelbäume zum Beispiel sind biegsam. Laubbäume haben durch ihre nackten Äste eine geringe Auflagefläche für Schnee und Wind. Zudem wachsen ihre Äste in einem Winkel aus dem Stamm, der es ihnen ermöglicht, Lasten und starke Winde auszuhalten. Doch bei grossen Mengen an schwerem Nassschnee kommt es auch bei vielen gesunden Bäumen und Sträuchern zu Schneebruch. Vom Schnee beschädigte Stellen abschneiden Es ist deshalb wichtig, Pflanzen nach viel Schnee zu pflegen: Vor allem müssen die kaputten Stellen sauber abgeschnitten werden. Denn die Bruchstelle ist ein guter Nährboden für Pilze und Bakterien. Dazu nimmt man eine saubere und desinfizierte Säge oder eine Rebschere, je nach Dicke der Äste. Wie stark diese zurückgeschnitten werden, hängt von der Wuchsform und der Optik des Gehölzes ab. Bei Büschen ist es ratsam, ganze Triebe abzuschneiden. So können sie wieder von unten austreiben und es gibt keinen Besenschnitt. Handelt es sich jedoch um einen schwach wachsenden Strauch, kürzt man den Trieb auf die nächste Knospe oder den nächsten Astansatz. Dicke Äste sollten auf den sogenannten Astring geschnitten werden – das ist die Verdickung am Astansatz –, denn so verheilt die Wunde besser. Egal, um welche Art von Gehölz es sich handelt: Um wieder eine schöne Form zu erhalten, müssen auch gesunde Triebe geschnitten werden. So lässt sich ein einseitiger Wuchs vermeiden. Den Pflanzen schadet ein solcher Rückschnitt nicht. Er ist von Zeit zu Zeit sogar wichtig, um gesunde, kräftige Pflanzen zu erhalten. Haben Sträuche oder Bäume einen Riss in der Rinde, lässt sich dieser mit schwarzer Folie umwickeln, damit er schneller zuwächst. Die Folie kann nach einer Vegetationsperiode wieder entfernt werden. Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Legendärer Aargauer Schlitten: Der Küttiger "Frosch"

Zurück zum Blog 09. Februar 2021 Kategorie Schätze aus der Sammlung Der Winterzauber verwandelte auch dieses Jahr das Flachland in eine weiss bedeckte Schneelandschaft. Ausgerüstet mit einem guten Schlitten verlockt da so mancher Hügel und Berg mit einer rasenden Abfahrt. Obwohl viele zum modernen Bob oder zum berühmten Davoser greifen werden: Einige dürften vielleicht doch den legendären Schlitten nutzen, den der Aargau hervorgebracht hat: den sogenannten "Küttiger Frosch". Der originale Frosch aus dem 19. Jahrhundert In der Sammlung des Museums Aargau ruht ein originaler "Frosch" aus dem 19. Jahrhundert, für dessen Herstellung die Gemeinde Küttigen bekannt war. Es handelt sich dabei um einen relativ einfach gestalteten Schlitten. Dieser wurde wohl vor allem von Kindern benutzt. Am unteren Rand der beiden nach vorne geschwungenen Holzstützen sind eiserne Kufen angebracht. Die Sitzfläche aus Holz weist derweil einen charakteristischen Schwung auf. Beim Material handelt es sich sehr wahrscheinlich um stabiles Buchenholz. Küttiger Frosch: Das Original Wieso dieser Schlitten den Namen Frosch bekam, ist nicht genau bekannt. Möglicherweise liegt dies daran: Aufgrund der Bauweise bei der Abfahrt mit solch einem Schlitten mussten die Beine ausgestreckt nach oben gehalten werden. Dadurch bekam die darauf sitzende Person quasi Froschbeine. Der Name des "Froschs" ist auf jeden Fall über Küttigen hinaus bekannt und ist spätestens seit der 1846 von Andreas Dietsch geschriebenen Mundart-Version der Bachfischet-Verse überliefert. Dabei handelte es sich in seiner ursprünglichen Form wohl um eine Art Spottvers der Aarauer Bevölkerung gegenüber den Nachbarn aus Küttigen. Doch, ob etwas abwertend gemeint oder nicht, durch die Verse wurde der Schlitten in der Feier des Bachfischet bis heute verewigt. Der neue "Frosch" von Christina Rüetschi Lange Zeit wurde der Schlitten dann nicht mehr hergestellt und konnte nur noch in Sammlungen und versteckt in Privatbesitzen überdauern. Doch in jüngster Zeit wurde dem "Frosch" auch ausserhalb der Versform zu einem zweiten Leben verholfen. Die studierte Produkte- und Industriedesignerin Christa Rüetschi, deren Urgrossvater einst die originalen Frösche herstelle, schuf nämlich im Jahr 2013 eine moderne Variante des Traditionsschlittens. Das Modell entstand im Verlaufe ihres Studiums und besteht wie das Original im Wesentlichen aus Holz mit Kufen aus Metall. Mit dem leichteren, aber trotzdem strapazierfähigen Eschenholz gelang es ihr, den Schlitten im Vergleich zum Original handlicher zu machen. Die Freiräume zwischen den Streben geben ihm zudem ein luftiges Aussehen. Die neuen "Frösche" wurden dann in einer kleinen Serie in einer Schreinerei in Schaffhausen sorgfältig von Hand hergestellt. Der Frosch des 21. Jahrhunderts. Aargauer Tradition und Innovation Solch ein bedeutendes Werk konnte sich natürlich die Sammlung von Museum Aargau nicht entgehen lassen. Deshalb erwarb das Museum Aargau ein Exemplar des modernen Schlittens, um dem altehrwürdigen Frosch Gesellschaft zu leisten. Denn als ein Zeugnis des aargauischen Traditionshandwerks und Designs stehen beide Schlitten für die überraschende Vielfalt des Kantons Aargau und dessen weitreichende Geschichte von Handwerk, Kreativität und Industrie. Um dies zu würdigen sind beide Schlitten 2021 in der Sonderausstellung "Von Menschen und Maschinen" in Windisch zu sehen. Zu sehen sind sie in der Spiegelhalle inmitten von über 150 anderen Aargauer Erzeugnissen aus der Industriegeschichte. Wie auch die Ausstellung selbst widerspiegeln die beiden "Frösche" das interessante Zusammenspiel zwischen Tradition und Innovation des zwar kleinen, doch dynamischen Kantons und Industriestandorts Aargau. Von Lukas Becker Von Lukas Becker Lukas Becker ist Historiker und Praktikant der Sammlung von Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Tresor der Hutflechtfabrik Jacob Isler & Co.

Zurück zum Blog 19. Januar 2021 Kategorie Schätze aus der Sammlung Die vorliegende Tresorkiste stammt aus dem Nachlass der Hutflechtfabrik Jacob Isler & Co., die ihn von der Firma Bruggisser und Co. als Geschenk erhalten hatte. Der Zeitpunkt dieser Schenkung ist leider nicht überliefert. Der Tresor befand sich in der Villa Isler, als diese von ihrem letzten Bewohner J. Rudolf Isler an die Gemeinde Wohlen überging. Das Strohmuseum im Park schenkte ihn seinerseits 2010 dem Museum Aargau für seine Sammlung aargauischer Industriekultur und Geschichte der aargauischen Strohindustrie. © Museum Aargau Die Strohflechtfirma Bruggisser und Co. Die Strohflechtfirma Bruggisser und Co. war eine der grossen Aargauer Handelsfirmen, welche sich im 19. Jh. auf den Handel mit Strohgeflecht und Hüten spezialisiert hatte. Die Firma exportierte in die ganze Welt und unterhielt ein eigenes Lager in New York. Das Flechthandwerk hatte im Kanton Aargau eine lange und sehr wichtige Tradition. Bereits im 17. Jahrhundert erwähnen Quellen den Handel mit aargauischen Strohhüten und im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Strohflechterei zu einem eigenen Industriezweig, welcher zeitweise über 50'000 Heim- und Fabrikarbeitende beschäftigte. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

 
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Schnürleib, Strümpfe, Strohhut – die Damenmode um 1780

Zurück zum Blog 17. Dezember 2020 Kategorien Schlossgeschichten Historische Kleidung Was trugen die Damen im 18. Jahrhundert? Eine Reise in die Kostümgeschichte. Margaretha Mutach – geborene von Graffenried – weilte zwischen 1777 und 1783 mit ihrem Mann Gabriel Mutach auf Schloss Lenzburg . Gabriel war seines Zeichens Landvogt zu Lenzburg und damit im Auftrag von Stadt und Staat Bern damit beschäftigt, im Amt Lenzburg nach dem Rechten zu schauen. Wie genau Margaretha ausgesehen hat, vermögen wir mangels eines uns bekannten Portraits von ihr nicht zu sagen. Wir können aber vermuten, was Margaretha auf Schloss Lenzburg an einem ganz normalen Tag getragen haben mag. Wie im Blog-Beitrag zur Mode des späten 15. Jahrhunderts kann die Fülle an Mode und Trends des späten 18. Jahrhunderts ebenfalls nicht umfassend abgebildet werden. Hierfür sind Vielfalt sowie regionale und Standesunterschiede im Hinblick auf die Kleidung zu gross. Aber wir können uns anschauen, was sie hätte tragen können und was überhaupt alles zur Garderobe einer Dame aus dem Berner Patriziat gehören konnte. Selbst an einem normalen Tag mit eher einfacher Garderobe – ohne Gesellschaften und Theaterbesuche – war dies nicht wenig! Glücklicherweise hat zumindest Margarethe als Frau des Landvogts auf der Lenzburg Zofen und Mägde, die ihr beim Ankleiden zur Hand gehen können. Chemise und Strümpfe Als unterste Schicht trägt frau eine Chemise. Die Chemise war eine Art Unterhemd, welches auch als Nachthemd getragen werden konnte. Chemisen waren meist aus feinem weissem Leinen oder, etwas seltener, aus feiner Baumwolle gefertigt und hatten einen einfachen Schnitt, der sich aus Rechtecken und Dreiecken zusammensetzte. Diese Basis-Konstruktion der Chemise war schon seit dem Mittelalter bekannt. Abb. 1: Chemise aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts. The Metropolitan Museum of Art, Donation Mrs. Dudley Wadsworth. Chemisen waren als Leibwäsche das Kleidungsstück, das direkt auf der Haut getragen wurde, also noch vor dem Schnürleib. Sie dienten, indem sie die Ausdünstungen des Körpers aufnahmen, zugleich als Schutz für die darüber liegenden Kleidungsschichten, die je nach Stoffart nicht allzu oft gewaschen werden konnten. Die Chemisen hingegen wurden entsprechend häufig gewechselt und gewaschen. Darunter trägt Margarethe Strümpfe, in ihrem Fall aus Seide. Strümpfe wurden von Mann und Frau getragen und waren aus Wolle, Baumwolle oder Seide gefertigt. Um die Strümpfe an ihrem Platz zu halten konnte unter dem Knie ein Band getragen werden – aus Baumwolle, Seide oder gar hübsch bestickt. Schnürleiber und Korsetts Die nächste Schicht ist für Silhouette und Sitz der Kleidung im 18. Jahrhundert unerlässlich: Ein Schnürleib. Die Schnürleiber bringen den Oberkörper in eine konische Form und bilden die Grundlage für die darüber liegende Mode. Denn ohne den notwendigen Unterbau ist es schwierig, enganliegende und strukturierte Formen zu erzielen, wie sie im 18. Jahrhundert modisch waren. Zudem halfen Schnürleiber, versteifte Mieder und später Korsette bereits seit dem 16. Jahrhundert, den Oberkörper der jeweils geltenden Mode gemäss zu formen. Die Schnürleiber des 18. Jahrhunderts und Korsette späterer Jahre waren aber mitnichten Folterinstrumente, dank denen die Damen ständig ohnmächtig darnieder sanken. Sie gehörten schlichtweg zur Kleidung dazu. Und auch mancher modische Herr trug Korsett, um eine modische Silhouette und bessere Haltung zu erzielen. Das berüchtigte enge Schnüren wurde vor allem im späten 19. Jahrhundert praktiziert, aber vor allem von einigen wenigen "Fashion Victims" – wie man sie heute nennen würde – und nicht von der breiten Masse. Die Schnürbrüste und Schnürleiber des 18. Jahrhunderts bestanden aus mehreren Schichten Leinen und Oberstoff, beispielsweise Seide oder Wolle, und waren mit Fischbein oder Peddigrohr verstärkt. Bei manchen Exemplaren findet sich vorne zur zusätzlichen Verstärkung der gewünschten geraden Linie ein Blankscheit aus Holz, Horn oder sogar Elfenbein. Erst im Laufe des späten 19. Jahrhunderts wurde in der Korsetterie zunehmend Federstahlband verwendet. Abb. 2: Eine Schnürbrust aus den 1780er-Jahren. Fashion Museum in Bath, England. Schuhe Margaretha trägt Schuhe aus rotem und weissen Leder. Zusammengehalten werden die Schuhe mit einer Spange. Diese Spangen waren, je nach Geldbeutel des Trägers oder der Trägerin, entweder einfach und schmucklos aus Metall oder aus teurerem Material und mit Schmucksteinen verziert. Die Schuhe waren auf dem gleichen Leisten gearbeitet, es gab also noch keine rechten und linken Leisten. Sowohl Männer- als auch Frauenschuhe wiesen einen Absatz auf, wobei aber die Absätze im ausgehenden 18. Jahrhundert zunehmend flacher wurden. Die Schuhe wurden aus einer Vielzahl von Materialien gefertigt: Leder, Leinen, Wollstoff oder sie waren gar mit Seidenstoff passend zum Kleid überzogen. Ähnlich wie die sie zusammenhaltenden Spangen konnten Schuhe einfach oder reich und teuer verziert daherkommen. Abb. 3: Schuhe mit Spangen um 1730/40, aus Seidendamast, gefüttert mit Leinen. Schön zu erkennen ist hier, wie die beidseitigen Laschen von der Spange zusammengehalten werden und so den Schuh am Fuss halten. Bata Shoe Museum. Weitere Hilfsmittel: Poschen, Panniers und Kissen Um die gewünschte Silhouette mit schmaler Taille und ausgestelltem Rock zu erzielen, gibt es zusätzliche Hilfsmittel, deren sich die Damen bedienen konnten: So genannte Poschen, Panniers oder ab dem späten 18. Jahrhundert zunehmend auch gepolsterte Hüftkissen. In unserem Fall trägt Margaretha ein hinten geteiltes Kissen unter dem Kleid. Abb. 4: Unterwäsche mit Chemise, Schnürbrust und Grand Pannier. Solche ausladenden Reifröcke wurden ab dem frühen 18. Jahrhundert getragen und hatten ungefähr zur Jahrhundertmitte ihre breiteste Ausdehnung. Bei Hofe, unter anderem in England, wurden die ausladenden Reifröcke noch eine Weile getragen, auch als sie in der Mode schon längst passé waren. Englisch, 1775-1800, M.2007.211.428., Los Angeles County Museum of Art. Abb. 5: Karikatur aus dem "The Bum Shop" – wo es allerlei gepolsterte "Hinterteile" zu kaufen gibt. England, Juli, 1785, The Elisha Whittelsey Collection, The Elisha Whittelsey Fund, 1970, Metropolitan Museum of Art. Unterrock Unter dem Kleid wurden Unterröcke getragen. Sie konnten aus Baumwolle, Leinen oder sogar aus Seide gefertigt sein. Hier wird ein einfacher Unterrock aus Baumwolle getragen. Die Unterröcke und auch die Röcke waren oft aus zwei rechteckigen Stoffstücken hergestellt, welche vorne und hinten je an ein Taillenband gefältelt werden. Dann werden einfach der hintere Teil vorne und der vordere Teil hinten zugebunden. Kleid Margarethas Kleid ist eine so genannte Robe Ronde, bei welcher Oberteil und Rock zusammengenäht sind. Dies ist eine der einfachsten und stoffsparsamsten Konstruktionsmöglichkeiten für ein Kleid. Ein wenig anders sähe beispielsweise eine Robe à l'Anglaise aus, bei welcher das Oberteil mit angesetztem hinterem Rockteil (ähnlich wie ein Mantel) über einem separaten Rock getragen wird. Die Robe Ronde ist aus einem Indienne-Stoff gefertigt. Indiennes sind bedruckte Baumwollstoffe, die ursprünglich aus Indien eingeführt wurden. Im 18. Jahrhundert wuchs die Begeisterung für Indiennes so stark, dass Tausende in Heimarbeit türkische Baumwolle spannen und webten. In den Aargauer Landstädten eröffneten Indienne-Druckereien. Glaubensflüchtlinge aus Frankreich – die Hugenotten – hatten diese Druck-Technik in die Eidgenossenschaft gebracht. Diese Zeugdruckereien waren übrigens die ersten Fabriken bei uns. Bunte, vielfarbige Blumendrucke, wie Margaretha sie trägt, waren sehr gefragt. Margarethas Kleid wird vorne einfach mit Stecknadeln zugepinnt. Ja – das ist tatsächlich eine historische belegte Methode, das Kleidungsstück vorne zu schliessen, und nicht etwa auf eine zerstreute Schneiderin zurückzuführen, welche die Stecknadeln im Kleid vergessen hat. Natürlich konnten die Kleider aber auch mit Haken und Ösen oder mit verdeckten Schnürungen geschlossen sein. Die grosse Mehrheit der Kleider des 18. Jahrhunderts wurden übrigens vorne geschlossen, und nicht, wie oft in Film und Fernsehen zu sehen, hinten geschnürt, auch wenn diese Methode bei bestimmten Kleidern vorkam. Abb. 6: Eine Robe à l'Anglaise aus bedruckter Baumwolle, bei welcher im Gegensatz zur Robe Ronde ein zusätzlicher Rock separat getragen wird. Vorne ist gut zu erkennen, wo der Überrock, der am Oberteil befestigt ist, endet, und wo der darunter getragene separate Rock anfängt. Das Kleid ist datiert zwischen 1770 und 1790. Jacoba de Jonge Collection in MoMu - Fashion Museum Province of Antwerp, www.momu.be Photo by Hugo Maertens, Bruges. Frisur: Haarpomade und Puder Margarethas Haare sind mit Pomade und Puder frisiert. Dies hilft, die teilweise aufwändigen Frisuren noch vor den Zeiten von Haargel und Haarspray gut in Form zu bringen. Heller oder gräulich gepudertes Haar war zudem im Mode. Die Behandlung mit Pomade und Puder gehörte bei vielen zur regelmässigen "Haarroutine" dazu. Und nein – Ungeziefer nistet keines in Margarethas Haarschopf! Dafür sorgen die regelmässige Pomaden-Puder-Behandlung sowie, wenn auch bedeutend seltener, Waschen. Haarpomade pflegte das Haar. Die Bestandteile derselben sind allerdings für den modernen Menschen etwas gewöhnungsbedürftig: Sie bestand nämlich aus tierischen Fetten. Zum Beispiel Schweinefett, mit einem niedrigen Schmelzpunkt, und Schafstalg, der ziemlich bröckelig war und einen höheren Schmelzpunkt aufweist, wurden gerne gemischt. Natürlich wurden die Fette vorher gereinigt. Für den guten Duft wurden essentielle Öle beigefügt. Diese halfen zusätzlich gegen Ungeziefer: Zitrusfruchtöle oder Nelkenöl halfen sehr effektiv gegen Läuse und sonstige ungebetenen Gäste auf dem Haupt. Abb. 7: Eine Dame sitzt am Toilettentisch, der Herr hinter ihr pudert ihre Frisur. Frankreich, um 1780. Die kolorierte Lithographie wird Villain zugeschrieben, Wellcome Library No. 31131i. Haube und Hut Auf dem Haupt trägt frau eine Haube oder einen Hut. In Margarethas Fall ist es ein Strohhut – eine so genannte Bergère. Diese geflochtenen Strohhüte kamen im 18. Jahrhundert im Zuge der Schäferromantik schwer in Mode. Sie hatten in der Regel eine breite Krempe sowie eine flache Krone und konnten mit Seidenbändern oder künstlichen Blumen verziert sein. Man trifft diesen Typ Hut auch heute noch als Bestandteil einiger Schweizer Trachten an. So ausgestattet kann Margarethe nun im Schlosshof nach dem Rechten sehen oder einen kleinen Spaziergang um den Schlosshügel unternehmen. Abb 8: Eleanor Frances Dixie mit einer Bergère, um 1753. Ausserdem trägt sie ein Seidenkleid mit Watteaufalten im Rücken – eine so genannte "Robe à la Française" oder "Sack back gown". Die gerüschten, aus Spitzen bestehenden Ärmelverzierungen nennen sich "Engageantes". Gemälde von Henry Pickering (fl.1740-1771) - Nottingham City Museums & Galleries. Verwendete und weiterführende Literatur und Webseiten Arnold, Janet: Patterns of Fashion 1 – Englishwomen's dresses and their construction c. 1660-1860, London, 1977. Baumgarten, Linda; Watson, John; Carr, Florine: Costume Close-Up – Clothing Reconstruction and Pattern 1750-1790, Williamsburg, 1999. Kyoto Costume Institute: Fashion – Eine Modegeschichte vom 18. bis 20. Jahrhundert, Köln, 2015. Stowell, Lauren; Cox, Abby: The American Duchess Guide to 18th Century Beauty, Salem, 2019. Stowell, Lauren; Cox, Abby: The American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking, Salem, 2017. Weber, Paul: Schuhe. Drei Jahrtausende in Bildern, Aarau, Stuttgart, 1994. Waugh, Nora: The Cut of Women's Clothes 1600 – 1930, London, 1968. www.lessoireesamusantes.com/blog – Blog des Vereins "Les Soirées Amusantes", der sich mit der Salonkultur des 18. Jahrhunderts befasst. Auf dem Blog sind unter anderem Beiträge zur Mode und zur Rekonstruktion bestimmter Kleidungsstücke zu lesen. www.marquise.de – Seite zur Kostümgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert mit besonderem Fokus auf die Kostümgeschichte des 17. Und 18. Jahrhunderts. Weitere Blogbeiträge 02. Oktober 2020 So raffiniert war die Mode im Spätmittelalter Welche Kleidung trugen die Männer und Frauen im Spätmittelalter? Etwas Sackartiges oder Einfaches in Braun? Weit gefehlt! Erleben Sie im… 11. Juli 2023 Sommer-Accessoires im 19. Jahrhundert Museum Aargau präsentiert eine Auswahl von Accessoires, welche die Damen und Herren des 19. Jahrhunderts im Sommer trugen. Diese Objekte… 05. Mai 2023 Römische Kleidung – Kleidervorschriften und gesellschaftlicher Status Kleidung war auch im Römischen Reich ein wichtiges Mittel der Selbstdarstellung und Inszenierung. Doch was genau trugen die Bewohnerinnen… Von Gabriela Gehrig Von Gabriela Gehrig Gabriela Gehrig leitet das Freiwilligenprogramm von Museum Aargau und ist als Geschichtsvermittlerin tätig. Als Historikerin interessiert sie sich besonders für Sozial- und Kostümgeschichte und schneidert wann immer möglich auch selber. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schlossgeschichten Historische Kleidung Kommentare

 
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Die Weihnachtsgeschichte im Kloster Königsfelden

Zurück zum Blog 22. Dezember 2023 Kategorie Klosterleben Die Glasmalereien erzählen die wichtigsten Geschichten der Bibel: Die Geburt von Jesus und die Geschichte der heiligen drei Könige dürfen dabei nicht fehlen. Im Dezember feiern die Christen die Geburt ihres Messias, des Erlösers der Menschen. Seine Geburt wurde später auch zum Start der neuen Zeitrechnung "xx Jahre nach Christi Geburt". Zusammen mit Ostern ist Weihnachten das wichtigste Fest der Christen. Die Geschichte der Geburt kennen wir aus der Bibel. Obwohl der Evangelist Matthäus auch darüber berichtet, wird in den Weihnachtsmessen meistens die Geschichte aus dem Evangelium des Lukas vorgelesen. Geschrieben wurde sie ca. 80 Jahre nach Christus, so genau weiss man das nicht. Was aber schnell klar wird beim Lesen: der Lukas ist ein super Erzähler! Wahrscheinlich hat sich der Glasmaler 1310 für die Gestaltung des Weihnachts-Chorfensters der Klosterkirche Königsfelden auch an Lukas Geschichte gehalten. Um was geht es in der Geschichte in den Glasfenstern ? Die Verkündigung Die junge Maria erhält eines Tages Besuch von einem Engel. Er komme von Gott, erzählt er ihr, und sie sei auserwählt, den Sohn Gottes zu gebären. Im Fenster sehen wir den Engel mit den goldenen Flügeln, der zu Maria spricht. Über Maria schwebt eine Taube, die den Heiligen Geist symbolisiert (und als Gottes Atem quasi zuständig ist, dass sie schwanger wird). In mittelalterlicher Manier hat Maria die Bibel in der Hand und neben sich eine Lilie im Topf, welche für ihre Jungfräulichkeit steht. Leider ist die dritte Fensterbahn verloren gegangen. Ob da zu sehen war, wie Joseph von der Schwangerschaft erfuhr? Ihm war Maria als Ehefrau versprochen und laut Geschichte erschien ihm Gott im Traum, um ihn davon abzuhalten, sie zu verstossen. Wer kann Gott schon widerspreichen? Also heiratete er die schon schwangere Maria, obwohl er nicht der Vater des Kindes war. Verkündigung Christi an Maria. Glasfenster in der Klosterkirche Königsfelden. Die Geburt Lukas erzählt, dass Maria und Joseph wegen der Volkszählung noch kurz vor der Geburt an seinen Heimatort reisten mussten. So wanderten sie rund 160 Kilometer von Nazareth in Galiläa nach Bethlehem in Judäa. Da sie nicht die einzigen waren, fanden sie keine Unterkunft in einer Herberge. So brachte Maria ihren Sohn in einem Stall zur Welt. Der mittelalterliche Künstler zeigt Maria und Joseph nach der Geburt. Den Stall erkennt man allerdings nur wegen des Esels und des Ochsen. Die Möblierung passt eher in einen Palast. Oder sitzt Joseph nicht auf einem Thron? Währenddessen lagern draussen rund um Bethlehem die Hirten mit ihren Tieren. Ein laut singender Engel berichtet den Hirten über die Geburt des Messias. Der Engel im Glasfenster ist so aufgeregt, dass er fast senkrecht aus dem Himmel stürzt. Hoffentlich hatte er einen Fallschirm zur Rettung dabei! Weihnachts-Chorfenster in der Klosterkirche Königsfelden. Die heiligen drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland Die Weisen aus dem Morgenland sind eine Geschichte, die Lukas nicht erwähnt. Diese wird von Matthäus erzählt. Der Künstler der Glasfenster hat diese Geschichte perfekt in seinen Bildern eingefangen. Matthäus beschreibt, wie die Weisen nach Jerusalem kamen und bei König Herodes Antipas nachfragten, wo denn nun der neue König der Juden sei? Sie hätten von dessen Geburt gehört. Herodes war verwirrt, seine Frau hatte keinen Sohn geboren. Aber er war empört! Einen Konkurrenten konnte er definitiv nicht gebrauchen. So tat er ehrlich interessiert und schickte die drei Könige quasi als Spione nach Bethlehem. Sie sollten ihn umgehen mitteilen, wo dieser neue König zu Hause war. Dank eines hellen Sterns fanden die drei Weisen den Stall mit Maria, Joseph und Jesus. Sie brachten ihre Geschenke von Gold, Weihrauch und Myrrhe und beteten und dankten Gott für die Geburt des Erlösers der Welt. Und die drei Könige waren so so weise, Herodes nichts zu erzählen. Sie traten wohl nach dem Besuch die Heimreise an. Anbetung der heiligen drei Könige. Glasfenster in der Klosterkirche Königsfelden. Wie geht die Geschichte von Jesus weiter? Die Heilige Familie konnte vor dem Zorn des Herodes nach Ägypten fliehen. Nach einiger Zeit kamen sie zurück nach Nazareth, wo Joseph eine Werkstatt als Schreiner hatte. Daher wird er noch heute mit einem Zollstock abgebildet, sei es auf Bildern oder Statuen in Kirchen. Oder wie im Glasfenster, wo er mit Zollstock auf dem Thron im Stall sitzt. Jesus Cousin war Johannes der Täufer, der als Prophet dessen Ankunft vorhergesehen hatte. Er taufte Jesus im Fluss Jordan, bevor dieser durch Galiläa, Samaria und Judäa wanderte und zu den Menschen predigte. Als er ca. 33 Jahre alt war, wurde er gefangen genommen, gefoltert, verurteilt und gekreuzigt. Nach 3 Tagen im Grab erwachte er wieder und erschien seinen Jüngerinnen im Garten. Nach einiger Zeit wurde er von seinem Vater gerufen und stieg in den Himmel auf. Jesus Geschichte und seine Erzählungen, Gleichnisse und Lehren wurde von mehreren Menschen aufgeschrieben und Teile davon kamen ins Neue Testament. Sie bilden die Grundlage des christlichen Glaubens auf der ganzen Welt. Glasmalereien im Kloster Königsfelden Die mittelalterlichen Fenster in der Klosterkirche Königsfelden wurden zwischen 1320 und 1350 hergestellt. Leider sind die Künstler dieser Fenster namentlich nicht bekannt. Sie konnten auf bestehende Motive der christlichen Geschichten zurückgreifen. Auf Altartafel, Fenstern, gestickten Kirchentüchern finden sich immer die gleichen Bildgestaltungen für die gleichen Geschichten. Die Gestaltung der Fenster mit Ranken, Farben und Mustern ist auch in der Klosterkirche typisch für die Zeit. Die Menschen tragen Kleider wie zur Zeit der Herstellung der Fenster. Sie sind ein wunderbares "Fenster" in die Vergangenheit! Weitere Blogbeiträge 06. April 2023 Christliche Geschichten als Comic verpackt: Glasmalereien in der Kirche Königsfelden Die prächtigen Glasfenster der Klosterkirche Königsfelden beeindrucken seit dem 14. Jahrhundert. Die Glasmalereien erzählen die wichtigsten… 20. September 2023 So wird ein Marienkleid aus dem 18. Jh. konserviert Leider nagt der Zahn der Zeit an allen historischen Objekten unserer Sammlung. Wie ein wertvolles Marienkleid aus dem 18. Jh. konserviert… 14. Oktober 2020 Die Äbtissin führt zum Klarafenster im Kloster Königsfelden Die berühmten Glasfenster der Klosterkirche Königsfelden sind Symbole der herausragenden Stellung der Habsburger im 14. Jahrhundert.… Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Klosterleben Kommentare

 
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Die Christrose

Zurück zum Blog 19. Dezember 2023 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Die Christrose blüht von Dezember bis März und ist robust gegen Kälte und Schnee. Trotzdem gilt es einiges zu beachten. Der Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten. Die Christrose (oder auch Schneerose) ist für mich eine der Schönsten winterblühenden Stauden. Sie gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse und kommt bis zu einer Höhe von 1900 Metern vor. Ihre weissen oder rosa Blüten erfreuen uns von Dezember bis März, ihre Blätter sind immergrün. Die Pflanze wird je nach Sorte 10 bis 30 Zentimeter hoch. Die Christrose ist sehr robust: selbst Kälte und Schnee machen ihr nichts aus. Christrosen bevorzugen einen halbschattigen Standort unter Bäumen. So können sie im Winter die Sonne geniessen, im Sommer sind sie vor der Hitze geschützt. Am besten gedeihen Christrosen in einem nährstoffreichen, humosen Boden. Wichtig ist ein guter Wasserabfluss, da sie Staunässe nicht vertragen. Wenn ihnen der Standort gefällt, sind Christrosen anspruchslos und vermehren sich gut. Im Garten können die Christrosen gut mit anderen Stauden oder Gehölzen kombiniert werden. Im Winter kommen die Blüten schön zur Geltung, im Sommer ist die Pflanze ein guter Bodendecker. Auch in Töpfen oder Kisten macht sich die Christrose gut. Ob als Solitär oder kombiniert mit anderem Herbst-/Winterflor spielt dabei keine Rolle. Im Frühling kann die Pflanze auch in den Garten gepflanzt werden. Zur Christrose habe ich noch folgende kleine Geschichte gefunden: Auf dem Weg nach Bethlehem trug einer der Hirten kein Geschenk bei sich. Weil er nichts besass und zur kalten Winterzeit auch keine Blumen fand, weinte er bitterlich. Es fielen Tränen auf die Erde, und aus ihnen entsprossen Blüten so schön wie Rosen. Glückselig überbrachte der Hirte die "Christ-Rose" als Geschenk dem Jesus-Kind. Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit! Weitere Blogbeiträge 15. Mai 2023 Gemüsegarten auf dem Balkon Wer gerne sein eigenes Gemüse zieht, braucht dafür nicht zwingend einen Garten. Dies funktioniert auch sehr gut auf dem Balkon oder der… 09. Dezember 2021 Der perfekte Weihnachtsstern: 3 Tipps zu Kauf und Pflege Der Weihnachtsstern bringt zur Winterzeit Adventsstimmung ins Haus, ist jedoch auch sehr empfindlich. Drei Tipps zum Weihnachtsstern von… 20. Dezember 2022 Amaryllis: So blüht das Weihnachtswunder immer wieder Amaryllis blühen jeweils zu Weihnachten. Mit etwas Geschick und Ausdauer treibt die Zwiebel jedes Jahr neu aus. Der Gartentipp aus dem… Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Quiz: Wie gut kennen Sie die Habsburg?

Zurück zum Blog 16. Oktober 2023 Kategorien Schlossgeschichten Quiz & Spiele Testen Sie im Quiz Ihr Wissen zur Schloss-Geschichte. Glauben Sie, dass Sie mit der Geschichte des Schlosses Habsburg vertraut sind? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Schloss-Habsburg-Quiz und finden Sie es heraus! Wann wurde die Habsburg erbaut? 962 1020 1124 1259 Man weiss nicht so genau, woher der Name Habsburg kommt. Welche Erklärung ist am wahrscheinlichsten? "Habs dir doch gesagt!", nach dem Wahlspruch der Familie Johabsburg, nach dem ersten Habsburger Johab Havichtsburg, nach einem Habicht Happensberg, dem früheren Namen des Burghügels Wo liegt der Ursprung der Habsburger-Dynastie? Ein Adelsgeschlecht aus dem Aargau Eine reiche Handelsfamilie aus Augsburg Wikinger aus dem hohen Norden Eine erfolgreiche Söldnerfamilie aus Turin Üblicherweise wurde der Wachturm Wand zu Wand an das Wohnhaus angebaut. Beim Wachturm der Habsburg berührte jedoch nur eine Ecke die Wand des Wohnhauses (siehe Bild). Warum? Das war ein Planungsfehler des Baumeisters. Er wurde als Strafe in den Turm eingemauert. Die Tochter von Radbot, dem Erbauer, wollte mehr Licht für ihren Toilettenspiegel. Das war für ein paar Jahre der letzte Schrei und total IN. Zudem hatte man dadurch eine bessere Sicht auf den Feind. Schon damals war ein mittelalterliches Feng Shui bekannt. Der Hofmagier versprach Radbot, dass diese Bauweise ihm sowohl Kampfglück als auch viele Nachkommen beschweren würde. Auf der Habsburg gab es eine Kapelle. Sie war einer wichtigen heiligen Person gewidmet. Wer war eine/ein "Familienheiliger" der Familie von Habsburg? Die Heilige Elisabeth von Thüringen Der Heilige Nikolaus von Myrna Der Heilige Franziskus von Assisi Die Heilige Udelhild von Hallwyl Warum haben die Habsburger um 1230 die Burg verlassen? Die Heizkosten in der Burg waren gigantisch. Das konnten und wollten die Habsburger nicht mehr bezahlen. Die Burg wurde heftig angegriffen von wilden Horden aus dem Norden und brannte fast vollständig nieder. Im untersten Stock des Turmes wurden alle Abfälle entsorgt. Nach 210 Jahren stank das so derartig, dass niemand mehr auf der Burg leben konnte. Es war einfach ungemütlich in der Burg und sie wurde zu klein. Die Stadtwohnungen in Brugg und Rheinfelden verfügten über mehr Luxus. In der mittelalterlichen Latrine (WC) wurden bei archäologischen Ausgrabungen viele Knochen gefunden. Daher weiss man, welche Tiere am meisten, bzw. am wenigsten gegessen wurden. Ordne die Antworten richtig ein (von viel bis wenig). Wild, Huhn, Rind, Schwein Wild, Rind, Schwein, Ziege Lamm, Wild, Ziege, Schwein Schwein, Huhn, Rind, Wild Die Berner haben die Habsburg im 17. und 18. Jahrhundert umgenutzt. Als was hat die Habsburg gedient? Als Hochwacht mit einem Alarmsystem bei möglichen Angriffen von Feinden. Als Gefängnis für gefährliche Raubritter, die damals durchs Land zogen. Als Herberge und Schenke mit Wein aus dem eigenen Rebberg. Als Ausflugsziel für den Stadtadel aus Bern, mit Spa und Aderlassmöglichkeiten. Weitere Quiz 30. Juni 2023 Quiz: Welcher Mittelalterberuf passt zu Ihnen? Wären Sie Bauer, Bäuerin oder Ritter? Oder würden Sie eher ins Kloster gehen? 26. April 2023 Quiz: Welches Fabelwesen sind Sie? Drache, Einhorn oder etwas anderes? Erfahren Sie, welches Fabelwesen am besten zu Ihnen passt! 06. Mai 2022 Quiz: Wie gut kennt ihr die Zeichensprache der Mönche? Wie gut könnt ihr die Zeichensprache der Mönche verstehen? Testet euch in diesem Quiz! Von Angela Dettling Von Angela Dettling Angela Dettling ist Leiterin Vermittlung von Museum Aargau. Die Historikerin kocht für ihr Leben gern Gerichte aus 2000 Jahren. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schlossgeschichten Quiz & Spiele Kommentare

 
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Kochvideo: Hühnersalat "Sala cattabia" – Rezept aus der römischen Antike

Zurück zum Blog 03. Dezember 2020 Kategorien Kochvideos & historische Rezepte Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Lust auf "Sala cattabia", einen Hühnersalat aus der antiken römischen Küche? Unser Kochvideo zeigt, wie's geht! Das Rezept stammt aus dem Kochbuch des bekannten römischen Kochs Apicius. Fast alle Rezepte, die man im Internet oder in Büchern findet, stammen aus seiner Rezeptsammlung. Rezept für: 4 Personen Dauer: 20 Minuten Nicht immer ist eine Umsetzung ins Heute einfach: Einige Zutaten wie die Laserwurzel sind uns völlig unbekannt oder gar ausgestorben. Andere Zutaten fordern unseren Gaumen heraus. So etwa das überall verwendete Liquamen, die römische fermentierte Fischsauce. Beim erstmaligen Lesen der Sauce hier zum Hühnerlebersalat mag man sich den Geschmack nicht vorstellen. Honig und Fischsauce und Eier? Es ist himmlisch und rundet diesen ganzen Salat ab. Zutaten für "Sala cattabia" Pfeffer 2 Stängel Minze 2 Stängel Selleriekraut 200g Parmesan oder Pecorino 100g Pinienkerne, leicht geröstet 2 EL Essig 2 Weggli 2 grosse Salatgurke, in Scheiben geschnitten Kapern 600 g Hühnerleber Sauce: 1-2 EL Honig Liquamen oder asiatische Fischsauce 2 Eigelb Zubereitung von "Sala cattabia" Brate die Hühnerlebern an und schneide sie in Streifen. Lege die Weggli in Essig ein. Nimm einen Topf und schichte hinein: das ausgepresste Brot, den dünn geschnittenen Käse und die Gurken. Darüber streue die Pinienkerne. Verteile wann immer Du willst den Pfeffer, Minze, Sellerie geschnitten, in den Topf. Schichte die Hühnerleber dazu, mit Kapern garniert. Honig, Liquamen und die beiden Eigelbe zusammenmischen und über alles giessen. Im Kühlschrank kühlen und kalt servieren. Zusatzinformationen Römisches Kochbuch: Marcus Gavius Apicius, De re coquinaria, Buch 4,1,1 Weitere Kochvideos 18. Februar 2021 Kochvideo: Linsen mit Kastanien – Rezept aus der römischen Antike Kochen Sie Linsen mit Kastanien nach römischem Rezept – unser Kochvideo zeigt, wie's geht! 10. Juni 2020 Kochvideo: Puls – Rezept für den Getreidebrei der Römer Puls ist ein Römischer Getreidebrei, der Legionären als Kraftnahrung diente und zugleich römisches Nationalgericht war. Im Kochvideo zeigen… 07. April 2020 Kochvideo: Gebackene Zwiebeln – Rezept aus dem Mittelalter Kochen Sie gebackene Zwiebeln nach einem raffinierten Rezept aus dem Mittelalter. Von Angela Dettling Von Angela Dettling Angela Dettling ist Leiterin Vermittlung von Museum Aargau. Die Historikerin kocht für ihr Leben gern Gerichte aus 2000 Jahren. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Kochvideos & historische Rezepte Römische Geschichten aus Vindonissa Römerzeit Kommentare

 
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Winterschutz: So kommen die Pflanzen gut durch den Winter

Zurück zum Blog 10. Dezember 2020 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Ende Jahr ist jeweils der Winterschutz ein wichtiges Thema. Obwohl unsere Winter durch die Klimaerwärmung nicht mehr so kalt und schneereich sind, ist es doch wichtig, gewisse Pflanzen zu schützen. Das Pampasgras etwa mag es gar nicht, wenn sein Herz nass oder voller Schnee wird. Darum werden die Halme zusammengebunden, sodass das Innere geschützt ist und das Gras nicht erfriert. Man kann dazu Kokosschnur verwenden und als Dekoration breites Juteband, das in verschiedenen Farben erhältlich ist. Auch andere Gräser lassen sich so schützen und die bunten Bänder geben dem Garten in diesen grauen Monaten einen zusätzlichen Farbtupfer. Auch verschiedene fragile Sträucher und Koniferen werden mit einer Kokosschnur leicht zusammengebunden. So sind sie – falls es doch zu grösseren Mengen Schnee kommt – vor dem Schneebruch geschützt. So schützt man Rosen im Winter Es empfiehlt sich, auch die Rosen zu schützen. Wichtig ist, die Pflanzen im Herbst nur zu einem Drittel zurückzuschneiden. So verfügen sie über einen natürlichen Frostschutz. Zusätzlich kann man um den Stock Kompost anhäufen – dies schützt die Veredlungsstelle – und das Ganze dann mit Deckästen zudecken. Der Stamm der Rosenbäumchen wird mit Juteband eingewickelt. Ansonsten kann es zu Frostrissen kommen, wenn die Sonne auf die noch gefrorenen Stämmchen brennt. Die Kronen packt man am Besten mit Vlies oder Jute ein. Wer winterharte Pflanzen in Töpfen hat, stellt diese an eine geschützte Hausmauer. Damit es nicht zu Staunässe kommt, stellt man die Töpfe auf Hölzer. Ganz wichtig ist es, den Topf mit Noppenfolie, Vlies oder Jute warm einzupacken. An frostfreien Tagen empfiehlt es sich zu kontrollieren ob gegossen werden muss, denn auch im Winter brauchen diese Pflanzen ab und zu Wasser. Von Melissa Gögele Von Melissa Gögele Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Der Fusswärmer: Ideal für kalte Wintertage

Zurück zum Blog 27. November 2020 Kategorie Schätze aus der Sammlung Dieser Fusswärmer stammt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei der Hersteller leider unbekannt ist. Dennoch ist das Gerät ein eindrückliches Zeugnis der rasch vorangeschrittenen Elektrifizierung der Schweiz. © Museum Aargau Besass 1879 erst ein einziges Hotel in St. Moritz eine elektrische Beleuchtungsanalage, war Strom, vor allem dank der in grossen Mengen verfügbaren Wasserkraft, bald weitgehend verfügbar. Auch infolge der Kohleknappheit während des Ersten Weltkriegs breitete sich die Benutzung von Elektrizität in Form von Wärmeapparaten rasch aus. So waren bald schon Kochherde, Boiler, Heizungen, oder eben auch Fusswärmer mit Strom betrieben. Was vorher ein Zeichen des Luxus war, wurde bald zum Alltagsgegenstand. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schätze aus der Sammlung Kommentare

Gradian
Eine Frau steht mit einem Handy in der Hand an einem Fluss.
Eine Frau steht mit einem Handy in der Hand an einem Fluss.

IndustriekulTOUR Aabach

Virtuell durch die Industriegeschichte

Erleben Sie die Industriekultur am Aabach zwischen Lenzburg und Wildegg mit dem Smartphone: Die IndustriekulTOUR Aabach ist der erste virtuelle Museumsraum im Kanton Aargau. Treffen Sie Patrons und Fabrikarbeiter aus der Zeit der Industrialisierung!