Museum Aargau

"Das ist aber dufte" ˗ von schönen Flacons und explodierende Seifen

Zurück zum Blog 21. April 2022 Categories Schätze aus der Sammlung Neuzeit Düfte sind überall und jederzeit. Ohne sie wäre unsere Wahrnehmung nicht komplett. Begleiten Sie Museum Aargau auf einer kurz

 
Schloss Habsburg

Habsburger Königsweg

Audio-Tour Preis Eintritt frei Geschichte als Hörspiel Erfahren Sie auf einem Rundgang durch Schloss Habsburg an sechs Audiostationen alles über den Aufstieg der Habsburger zur Weltmacht. Auf dem heut

 
Schloss Habsburg

Paradiesgarten

Paradiesgarten Preis Eintritt frei 0 Entdecken Sie ein ganz spezielles Kleinod auf Schloss Habsburg Die Habsburg wurde um 1025 von Radbot, Graf aus dem Klettgau erbaut. In den 70er-, 80er- und 90er-Ja

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Historia

Audio-Tour Preis Museumseintritt Dauer xxx Minuten 0 Eine Reise durch das Kloster mit 21 Stationen Entdecken Sie das Kloster Wettingen auf der Audiotour "Historia". 21 Stationen führen Sie durch die K

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Observatorium

Dauerausstellung Preis Museumseintritt Interaktive Reise durch die Geschichte des Wissens und des Glaubens Reisen Sie im Observatorium in einer filmischen Installation durch die Geschichte des Wissens

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Parlatorium

Diskussionslabor Preis Museumseintritt Anmeldung Nicht erforderlich (für Schulen empfohlen) Hunderte Fragen in einem Raum Das um 1600 erbaute Parlatorium war einer der wenigen Klosterräume, in denen f

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Kreuzgang

Dauerausstellung Preis Museumseintritt 0 Ort der Meditation mit bedeutendem Glasscheibenzyklus Der gut erhaltene Kreuzgang mit seinen romanischen und gotischen Masswerken vermittelt einen Eindruck von

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Abthaus

Dauerausstellung Preis Freiwillige Spende 0 Repräsentative Sommerresidenz Das repräsentative Abthaus liegt südwestlich des Klostergebäudes direkt an der Limmat. Sie erreichen es auf einem Spaziergang

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Mönchskirche

Dauerausstellung Preis Museumseintritt 0 Imposantes Chorgestühl mit Holzschnitzereien Die imposante Mönchskirche ist Teil der Klosterkirche und war früher ausschliesslich Mönchen und Geistlichen zugän

 
Museum Aargau

Wissen-Quiz: Römisch Tafeln – Würde Ihr Gastmahl gelingen?

Zurück zum Blog 05. März 2020 Categories Römerzeit Quiz & Spiele Römische Geschichten aus Vindonissa Ein Gastmahl der höheren Gesellschaftsschichten im Römischen Reich folgte bestimmten Regeln. Testen

Gradian

Museumsblog

Neue Funde aus Vindonissa: 7 Schätze im Schaufenster

Die Kantonsarchäologie Aargau präsentiert in der Vitrine AKTUELL im Vindonissa Museum Kostbarkeiten aus Grabungen im antiken Vindonissa im heutigen Raum Windisch. Jeder Fund erzählt eine eigene Geschichte. Die Ausstellung läuft bis November 2021.

 



Fibel mit kleinen Tierfiguren

Die vergoldete Fibel ist ein besonderes Einzelstück, das vielleicht einst von einem Kind getragen wurde. Sie ist ein handwerkliches Meisterwerk: Einerseits besitzt sie einen aussergewöhnlichen Drehverschluss anstelle einer einfachen Nadelrast. Andererseits ist sie mit kleinen, fein ausgearbeiteten Tierfiguren verziert. Man muss schon sehr genau hinschauen, um die beiden Tierarten zu erkennen: Es ist ein Nagetier, vermutlich ein Siebenschläfer und eine Zikade.

Zikaden waren in der Antike Symbole für den Gesang, die Unbeschwertheit und das ewige Leben. Sie waren auch Sinnbilder für die Jugend. Die kleinen Nagetiere sind nachtaktive Tiere, während Zikaden tagsüber singen. Wird mit der Gegenüberstellung der der beiden Tierarten vielleicht auf den Gegensatz zwischen Tag und Nacht hingewiesen?

  • Material: Buntmetall mit Resten von Goldfolie; Länge 3,5 cm
  • Auf der Bügelmitte aufgesetzt die verkürzte Darstellung zweier Nagetiere; auf der Seite je eine Zikade
  • Datierung: Im 1. Jahrhundert n. Chr. im nordöstlichen Adriaraum

Glasgemme mit Resten einer Goldauflage

Sie ist die erste ihrer Art in Vindonissa: Die Glasgemme war einst mit Goldfolie belegt. Schmucksteine aus Glas oder Stein mit eingeschnittenem Bild konnten zum Siegeln verwendet werden. Diese aufwändig gearbeitete Glasgemme war einst mit einer dünnen Goldfolie bedeckt und deshalb nicht zum Siegeln geeignet. Umso bedeutungsvoller ist ihr eingeschnittenes Bild. Die weidenden Rinder erinnern an das Idyll eines ländlichen, goldenen Zeitalters, das in der zeitgleichen Dichtung beschrieben wird. Dass die Rinder durch die Folie einst wie aus Gold erschienen, unterstreicht diesen Bezug.

  • Material: Grünes Glas mit blau-weissem Glasstreifen; Reste von Goldfolie; Länge 1,7 cm
  • Eingraviert zwei hintereinanderstehende Rinder
  • Hergestellt zur Zeit des Kaisers Augustus (28 v. Chr. bis 14 n. Chr.)
  • Ungereinigt, damit die Goldfolienreste erhalten bleiben
  • Erster bekannter Bodenfund, der Goldfolie auf Gemmen belegt

Salbgefäss in Form eines sitzenden Löwen

Tonbalsamarien in Tierform waren im 1. Jahrhundert sehr beliebt. Darin verwahrte man wohlriechende Essenzen. Bis heute sind aus Vindonissa fünf Gräberfelder bekannt. Die 2012 entdeckte Nekropole am Remigersteig von Brugg lieferte einzigartige Funde, darunter verschiedene Balsamarien für wohlriechende Salben.

Um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. waren Tonbalsamarien in Tierform sehr beliebt. Diese waren grün oder gelb glasiert, was durch den Zusatz von Blei- oder Kupferoxiden erreicht wurde. Wahrscheinlich wollte man die Gefässe wie oxidierte Metallgefässe aussehen lassen und sie so wertvoller machen. Die in ihnen aufbewahrten wohlriechenden Öle wurden in der Körperpflege verwendet und bei Bestattungsriten eingesetzt. Die Gefässe wurden anschliessend neben der verstorbenen Person auf dem Scheiterhaufen deponiert und weisen deshalb häufig starke Brandspuren auf.

  • Material: Mit Bleiglasur überzogenes Tongefäss; Höhe 7 cm
  • In Hohlform hergestellt
  • Produziert in Gallien um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr.
  • Mit starken Brandspuren
  • Aus einem Brandgrab des Gräberfeldes Brugg-Remigersteig

Figur einer Schlange

Eine kleine Schlangenfigur stand wohl einst in einem Hausheiligtum in Vindonissa. Das Verhältnis des antiken Menschen zu seinen vielen Gottheiten war unmittelbar, vielfältig und allgegenwärtig. Geweihte Götterbilder und Statuetten zeugen davon.

Die Schlangenfigur dürfte einst zusammen mit Götterfiguren in einem kleinen Hausheiligtum in Vindonissa gestanden haben. Dafür sprechen vergleichbare Funde aus Pompeji oder der Villa von Scafati in Italien. Schlangen sind Begleiter der Göttin Minerva und des Heilgottes Aesculap und stehen im Hausheiligtum als Sinnbild für die Schutzgottheiten.

  • Material: Buntmetall (Bronze-Legierung); Länge 17 cm
  • Reste von Lotspuren an der abgeflachten Unterseite, wohl von Montage auf einem Sockel
  • Datierung: vermutlich 1. Jahrhundert n. Chr.

Ein spätrömischer Helm

Ein unscheinbares Objekt: der Nasenschutz eines Helmes ist ein wichtiges Zeugnis. Trotz seines unscheinbaren Aussehens ist dieser Nasenschutz von grosser Bedeutung: Solche Schutzelemente finden sich an römischen Helmen erst im 4. Jahrhundert n. Chr. Zu jener Zeit war das Legionslager von Vindonissa jedoch längst aufgelassen.

Offenbar zeugt dieser Helm von einer zumindest periodischen Anwesenheit von römischem Militär. Ein zunächst wenig auffälliges Fundstück wirft so neue Fragen zur Geschichte von Vindonissa auf.

  • Material: Eisen; Länge 8,5 cm. Ursprünglich wohl mit vergoldetem Silberblech überzogen
  • Datierung: 4. Jahrhundert n. Chr.
  • Zustand: Von Korrosion freigelegt und von Mineralsalzen befreit
  • Bedeutung: Belegt das Vorhandensein von Militär in Vindonissa in der Spätantike

 

Ein griechischer Frauenname

Eine griechisch schreibende Frau ritzt im 1. Jahrhundert n. Chr. ihren Namen auf einen Teller. Ein seltenes Zeugnis. Die Ritzinschrift ist unvollständig erhalten: Im ersten Wort ist der griechische Frauenname "Tryphe" ("Zarte" oder "Üppige") zu lesen. Ein seltener Name, der in Rom vereinzelt für aus dem Osten stammende Sklavinnen oder Freigelassene belegt ist. Eingeritzte Besitzerinschriften auf Geschirr sind relativ gängig. Dass wir hier wohl die Handschrift einer griechisch schreibenden Frau vor uns haben, ist hingegen selten. Es ist neben einer Ritzinschrift auf Wandverputz erst der zweite Beleg für griechische Schrift in Vindonissa.

  • Material: Keramik (Terra Sigillata); erhaltene Länge 10,9 cm
  • Ritzinschrift: Schriftzeichen radial im Standring; griechische Grossbuchstaben TΡΥΦΕΙ AK; Worttrennung zwischen den Buchstaben I und A
  • Datierung: 1. Jahrhundert n. Chr.
  • Bedeutung: Belegt Anwesenheit einer griechisch sprechenden Fremden in Vindonissa

Goldmünze des Kaisers Tiberius

Römische Goldmünzen werden bei regulären Ausgrabungen ganz selten gefunden. Denn eine solche Münze, die mehr als den Monatslohn eines Legionärs ausmachte, ging nicht einfach verloren.

Das Recht zum Prägen von Münzen lag beim Kaiser. Die Forschung geht davon aus, dass Gold- und Silbermünzen dieses Typs in der Münzprägestätte in Lyon (F) geprägt wurden. Durch den Fund eines Prägestempels in Vindonissa im Jahr 2004 stellen sich neue Fragen: Ist bei der Versorgung des Militärs mit Geld auch mit mobilen Prägestätten zu rechnen?

  • Gold
  • Durchmesser 1,9 cm
  • Vorderseite: Kopf des Kaisers Tiberius mit Lorbeerkranz; TI CAESAR DIVI AVG F AVGVSTVS (Tiberius Caesar Augustus, Sohn des göttlichen Augustus)
  • Rückseite: Sitzende weibliche Figur, Lanze in der einen, Zweig in der anderen Hand; PONTIF MAXIM (Oberster Priester)
  • Geprägt unter Kaiser Tiberius (14–37 n. Chr.); Adoptivsohn des Kaisers Augustus
Von Kantonsarchäologie Aargau

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