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Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe!

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Sonderausstellung 2024 Preis: im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung: nicht erforderlich 0 Sonderausstellung in der historischen Bibliothek 2024 steht auf Schloss Wildegg Reiseliteratur im Fokus. Ei

 
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Die digitale Wunderkammer von Museum Aargau

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Klosterhalbinsel Wettingen

Rätseltour: Die verborgene Botschaft

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Klosterhalbinsel Wettingen

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Römische Kleidung – Was Kleidung alles über den gesellschaftlichen Status aussagen konnte

Kleidung war auch im Römischen Reich ein wichtiges Mittel der Selbstdarstellung und Inszenierung. Doch was genau trugen die Bewohnerinnen und Bewohner von Vindonissa? Und was kann uns die Kleidung über den jeweiligen Status einer Person verraten?

Oft hat man immer dasselbe typische Bild eines Römers oder einer Römerin im Kopf. Tatsächlich wird man aber eher ganz individuell gekleidete Bewohner in und um Vindonissa angetroffen haben. Was natürlich nicht heisst, dass es gar keine Modevorschriften gab. Das Basiskleidungsstück aller Römerinnen und Römer war die Tunika (tunica). Sie diente als Unterkleid oder auch als Hauptkleid. Je nachdem, wer sie trug war sie mal länger oder kürzer und mal schmaler oder breiter geschnitten.

Sklaven

Für die niedrigste Gesellschaftssicht im Römischen Reich, die Sklaven, war die Tunika das Hauptkleid. Je nachdem in welchem Umfeld die Sklaven tätig waren, oder welcher Schicht ihre Herrin oder ihr Herr angehörte, variierte die Art ihrer Kleidung. Arbeitssklaven trugen grober gestrickte Tuniken aus dunkler Wolle, die sie höher über ihren Gurt drapierten für mehr Bewegungsfreiheit.

Haussklaven, wie sie in Vindonissa beispielsweise ein Zenturio (centurio) oder Kommandant (legatus legionis) besass, hingegen bekamen Tuniken aus hochwertigerem, feinerem Material. Das Aussehen eines Sklaven spiegelte somit auch immer den Status des Hauses wieder, zu dem er oder sie gehörte.

Legionäre

Die Tuniken der Legionäre waren in der Regel weiss, aber nicht ausschliesslich; Archäologinnen und Archäologen haben Tuniken in den verschiedensten Farben gefunden. Da das Färben von Kleidung immer auch mit finanziellem Aufwand verbunden war, lässt diese Tatsache darauf schliessen, dass viele Legionäre farbige Tuniken trugen, um ihren gesellschaftlichen Status deutlich zu machen und sich von ihren Kollegen abzuheben.

Die Tuniken der Legionäre waren etwa knielang geschneidert, kürzer als normale Männer-Tuniken. Über der Tunika trugen Legionäre auch in ihrer Freizeit ein cingulum, einen Militärgürtel. Das cingulum war ein sehr wichtiges Statussymbol, denn damit waren die Legionäre auch ohne Waffen oder Rüstung sofort als Legionäre zu erkennen.

Hosen (feminalia) waren bei den Römern lange Zeit als barbarisches Kleidungsstück verschrien. Spätestens ab dem späteren 1. Jahrhundert hielt sie aber trotzdem, vermutlich klimabedingt, Einzug in die Garderobe der Legionäre – zumindest in den nördlichen Provinzen. Als weiteren Schutz gegen die Kälte trugen die Legionäre ein Halstuch (focala), Wadenwickel oder sogar Socken und ausserdem ein paenula. Die paenula war ein Mantel mit angenähter Kapuze, die sich einfach überstreifen liess und keine weitere Befestigung durch Fibeln benötigte. Die paenula war der grösste und schwerste Mantel der römischen Armee, gefertigt aus gewalkter Wolle oder Leder diente er sowohl dem Schutz gegen die Kälte als auch gegen den Regen.

Zenturio

Im Unterschied zu den Legionären trug der eine centuria (Hundertschaft) führende centurio ein paludamentum, ein Feldherrnmantel den lediglich höherrangigen Offizieren trugen. Das paludamentum kann mit einer Fibel an der rechten Schulter befestig und so auch praktisch getragen werden. Oft wurde es aber auch als reines Statussymbol lose gefaltet um den Körper geschlungen oder locker drapiert über den linken Arm gelegt, so erfüllte es keinen praktischen Zweck und diente lediglich als Zeichen des hohen militärischen Ranges.

Als deutliches Zeichen seines Status und besonders auch seiner Disziplinargewalt trug der centurio stets einen Rebstock (vitis) bei sich, ebenso wie Beinschienen und einen Goldring. Sein wohl bekanntestes Erkennungsmerkmal war jedoch der quer gestellte Helmbusch durch den er auch auf dem Schlachtfeld von weitem erkennbar war.

Kommandant

Das wichtigste Kleidungsstück im Römischen Reich war die toga. Getragen wurde sie von allen Männern die das römische Bürgerrecht besassen. Normalerweise war die toga weiss.

Da der legatus legionis, kurz Legat (Kommandant einer Legion) aber dem Senatorenstand angehörte, trug er eine toga die mit einem Purpurstreifen eingefasst war. Unter der toga trug der Legat eine tunika, die ebenfalls mit einem breiten Purpurstreifen auf beiden Seiten versehen war.

Frauen

Das Basiskleidungsstück der Frauen im römischen Reich war ebenfalls die Tunika, im Gegensatz zu der Tunika für Männer war diese allerdings sittsam lang geschnitten. Frauen von niederem Status trugen sie ausschliesslich. Der Stoff war dünner und leichter als bei den Tuniken für Männer. Prostituierte wurde es vorgeschrieben, Tuniken ohne Bordüren und darüber eine dunkle Toga zu tragen. Das sollte die Frauen als von der Gesellschaft geächtet kennzeichnen. Dieser Dresscode wurde aber selten eingehalten.

Für verheiratete Römerinnen war die Tunika lediglich ein Unterkleid. Über der Tunika wurde die stola getragen, ein Kleidungsstück, das nur den freien und verheirateten römischen Bürgerinnen vorbehalten war. Auch die stola war bodenlang geschneidert und symbolisierte so die Tugendhaftigkeit und Sittsamkeit der Römerinnen. Die stola war das weibliche Äquivalent zur toga. Sie gab sofort den hohen Status ihrer Trägerin preis, nämlich, dass sie das römische Bürgerrecht besass, respektabel und aus gutem Haus war. Es war ein Privileg, dieses Kleidungsstück zu tragen. So wurde beispielsweise Frauen, die Ehebruch begangen hatten, verboten eine stola anzuziehen.

Über der stola trugen Römerinnen ausserdem eine palla. Ein rechteckiger Überwurf, der oft auch über das Haar getragen und auch bei sommerlichen Temperaturen nicht abgelegt werden sollte um somit auch wieder den respektablen Status der Trägerin betonte. Verschiedenste Quellen belegen allerdings, dass die Römerinnen ihre mitunter recht schwere palla oft auch ablegten nicht zuletzt um sich freier bewegen zu können. 

Es zeigt sich also, dass die Kleidung der Römerinnen und Römer einer Reihe von Regeln folgte und auf den ersten Blick den Status der Trägerperson verdeutlichte. Der Status einer Römerin oder eines Römers konnte durch die Individualität seiner Kleidung verstärkt werden. Oftmals wurde jedoch aus persönlichem Komfort auf die Kleidervorschriften verzichtet.

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Von Alisha Keller

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