Museum Aargau

Die Schweiz in römischer Zeit

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Museum Aargau

Das erweitere Sammlungszentrum Egliswil von Museum Aargau

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Museum Aargau

Familienaktion 2025

VERLOSUNG BEENDET Die Verlosung für die Familienaktion 2025 ist am 31. Oktober 2025 abgelaufen.

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Rätseltour: Die verborgene Botschaft

Rätseltour über das Klostergelände für Familien Was geschah am 29. Mai 1762 im Kloster Wettingen? Folgt den geheimnisvollen Aufzeichnungen des Freskenmalers Eustachius Gabriel. Nur wer die Aufgaben lö

 
Schloss Wildegg

Jagd & Wild

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Schloss Habsburg

Schloss Habsburg virtuell

Virtueller Rundflug mit VR-Brille Preis Eintritt frei Die VR-Brillen stehen zwischen April und Oktober im Gästezentrum zur Verfügung. Fliegen Sie über die Habsburg von anno 1200! Wie gross Schloss Hab

 
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Kindermuseum und PLIRRK Preis Museumseintritt Öffnungszeiten Bastelbereich Dienstag bis Samstag: 12.00 bis 16.30 Uhr Sonntag und Feiertage: 11.00 Uhr bis 16.30 Uhr Hinweis Kinder müssen beaufsichtigt

 
Vindonissa Museum

Schätze aus Vindonissa – Werde Archäologe!

Spiel-Tour für Kinder Geeignet für Ab 8 Jahre Preis Im Museumseintritt inbegriffen Dauer 90 Minuten Anmeldung Nicht erforderlich Ab 8 Jahre – Löst Rätsel und entdeckt einen römischen Schatz Rätsel lös

 
Schloss Wildegg

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Die Lenzburg: Ein Schloss und doch eine Burg

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Der Gutshof – Ein Zentrum der mittelalterlichen Herrschaft

Im Juli 2023 wird vor den Schlosstoren von Hallwyl ein mittelalterlicher Bauernhof errichtet. Eine Gruppe Siedler zeigt authentisch den Bauernalltag auf einem Gutshof im 12. Jahrhundert.

Ein Gutshof ist nun aber kein herkömmlicher Bauernhof. Er war in direktem Besitz des lokalen Fürsten und war ein Knotenpunkt in der Verwaltung seines Territoriums. Es war ein Verwaltungssystem, an das auch heute noch die Familiennamen Meier und Keller erinnern.

Höfe als Verwaltungszentren

Wenn man an die Zentren fürstlicher Herrschaft denkt, kommt einem zuerst die Burg in den Sinn. Der Gutshof dagegen ist weitgehend unbekannt, obwohl er im mittelalterlichen Verwaltungsapparat eine wichtige Rolle einnahm.

Im 7. Jahrhundert begann sich in Frankreich eine neue Verwaltungsstruktur auszubilden. Mehrere Bauernhöfe wurden zu einem Hofverband zusammengeschlossen, in dessen Zentrum ein herrschaftlicher Gutshof stand. In der Schweiz sind solche Hofverbände ab dem 8. Jahrhundert nachweisbar und hielten sich bis ins 14. Jahrhundert. Während dieser Zeit bildeten Gutshöfe und Hofverbände nicht nur die Verwaltung fürstlicher, sondern auch kirchlicher Ländereien.

Der herrschaftliche Gutshof

Gutshöfe werden auch immer wieder Fronhöfe genannt. Sie waren in sehr unterschiedlichen Formen angelegt. Wichtig war ihre Verwaltungsposition, die Form hingegen war von der Grösse des Hofverbandes sowie den Bedürfnissen und Mitteln des Herren abhängig. So konnte ein Gutshof durchaus wie ein normaler Bauernhof aussehen. Andererseits gab es auch weitläufige Hofkomplexe mit Herrenhaus und mehreren Wirtschaftsgebäuden. Oft waren an solche Anlagen Kirchen angeschlossen, welche das Zentrum des religiösen Lebens des Hofverbandes waren. Zudem konnten grösserer Gutshöfe auch befestigt sein.

Umgeben war der Gutshof vom sogenannten Solland. Dabei handelte es sich um landwirtschaftliche Nutzflächen, die sich im direkten Besitz des lokalen Herren befanden und von diesem bewirtschaftet wurden.

Der Hofverband

Rund um den Gutshof gliederten sich die Bauernhöfe des Hofverbandes. Sie wurden von Bauern bewirtschaftet, die zum lokalen Grundherren in einem Abhängigkeitsverhältnis standen. Sie waren ihrem Herren gegenüber zu Abgaben und Frondiensten verpflichtet. Bei Letzteren handelt es sich um obligatorische Arbeitseinsätze, welche die Bauern ihrem Herren schuldig waren. Dabei mussten sie auf dem Solland des Herrn arbeiten oder sonstige Dienste verrichten.

Die meisten Abgaben der Bauern waren landwirtschaftliche Erzeugnisse. Der Handel mit Geld existierte zwar zu jener Zeit bereits, auf lokaler Ebene herrschte aber noch der Austausch von Gütern und Dienstleistungen vor. Der Geldhandel gewann jedoch zunehmen an Bedeutung. Im 13. Und 14. Jahrhundert begann er dann die Attraktivität des Hofverbandes zu untergraben. Grundherren bevorzugten es nun, die Abgaben der Bauern in Geld und nicht mehr in Gütern und Arbeit zu beziehen. So zogen sich die Herren zunehmend aus den Gutshöfen zurück, während die Hofverbände zu Dörfern zusammenwuchsen.

Meier und Keller

Auf den Gutshöfen beschäftigten die Grundherren eine Vielzahl an Personal, um den täglichen Betrieb des Hofes zu regeln. Dieses befand sich genau wie die Bauern in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Herren.

Kernpositionen unter diesen Bediensteten nahmen der Meiger und der Cellerar ein. Der Meiger war der Leiter des Hofbetriebes, während der Cellerar für die Lagerung und Verteilung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zuständig war. Von diesen Positionen im Hofverband leiten sich die heutigen Familiennamen Meier und Keller ab.

Der Gutshof war ein wichtiger Knotenpunkt in der mittelalterlichen Grundherrschaft. Er war der persönliche Hof des Grundbesitzers und war im Zentrum eines Hofverbandes. Die Bauern aus den umliegenden Höfen waren zu Abgaben und Fronarbeit auf den Feldern des Herren verpflichtet.

Das Verwaltungssystem der Gutshöfe existierte in der Schweiz in dieser Form ab dem 8. Jahrhundert. Über die nachfolgenden Jahrhunderte war es ein integraler Bestandteil des mittelalterlichen Alltags. Erst im 13. und 14. Jahrhundert wurde der Fronhof und der Hofverband durch die zunehmende Geldwirtschaft verdrängt.

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Von Andreas Mäder-Esteves

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