Klosterhalbinsel Wettingen

Diskussionslabor: Philosophieren im Parlatorium

420 Gespräche über Wissen und Glaube Jeweils am Wochenende begrüssen Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Wettingen die Museumsgäste im Parlatorium. Im "Archiv der Fragen" wird über Generationen

 
Vindonissa Museum

Römertag Vindonissa 2024

420 Spektakuläre Gladiatorenkämpfe im antiken Amphitheater Erleben Sie am Römertag Vindonissa dramatische Gladiatorenkämpfe und den römischen Alltag vor 2000 Jahren. Beim Amphitheater Windisch kämpfen

 
Klosterhalbinsel Wettingen

Heilkräuter-Workshop im Klostergarten

120 Heilpflanzen kennenlernen und einen eigenen Heiltrunk herstellen Erleben Sie mit allen Sinnen die Heilkraft in den historischen Gärten der Klosterhalbinsel Wettingen. Der Workshop beginnt mit eine

 
Legionärspfad Vindonissa

Internationaler Museumstag

420 Familiensonntag mit Ausbildung zum Legionär Der Legionärspfad Vindonissa lädt am Internationalen Museumstag zum Familiensonntag mit Spezialprogramm ein. Zu den Highlights gehören die Ausbildungen

 
Schloss Habsburg

Schlosswirtin Alice Mattenberger schenkt ein

45 Szenische Führung im Kostüm: Die letzte Bewohnerin der Habsburg erzählt Die legendäre Schlosswirtin Alice Mattenberger (1901-1988) wohnte als Letzte im Schloss. 45 Jahre lang verköstigte sie ihre G

 
Schloss Hallwyl

Von der Wasserburg zum Baudenkmal

60 Streifzug durch 800 Jahre Baugeschichte Auf diesem Rundgang entdecken Sie Details an den Bauten, die von Blütezeiten und Niedergang auf Hallwyl künden: Sie erfahren, wie vor 700 Jahren die künstlic

 
Schloss Lenzburg

Künstlerinnen, Industrielle und ein Polarforscher

60 Die illustren Privatbesitzerinnen und -besitzer von Schloss Lenzburg Ab 1853 war Schloss Lenzburg rund hundert Jahre in Privatbesitz. Die Wedekinds mit Dichter Frank und Sängerin Erika verbrachten

 
Schloss Hallwyl

Von der Wasserburg zum Baudenkmal (90 Min.)

Führung für Gruppen 90 Streifzug durch 800 Jahre Baugeschichte Auf diesem Rundgang entdecken Sie Details an den Bauten, die von Blütezeiten und Niedergang auf Hallwyl künden: Sie erfahren, wie vor 700

 
Schloss Hallwyl

Von der Wasserburg zum Baudenkmal (60 Min.)

Führung für Gruppen 60 Streifzug durch 800 Jahre Baugeschichte Auf diesem Rundgang entdecken Sie Details an den Bauten, die von Blütezeiten und Niedergang auf Hallwyl künden: Sie erfahren, wie vor 700

 
Schloss Lenzburg

Künstlerinnen, Industrielle und ein Polarforscher (60 Min.)

Führung für Gruppen 60 Die illustren Privatbesitzerinnen und -besitzer von Schloss Lenzburg Ab 1853 war Schloss Lenzburg rund hundert Jahre in Privatbesitz. Die Wedekinds mit Dichter Frank und Sängeri

Gradian

Museumsblog

Der Gutshof – Ein Zentrum der mittelalterlichen Herrschaft

Im Juli 2023 wird vor den Schlosstoren von Hallwyl einen mittelalterlichen Bauernhof errichtet. Eine Gruppe Siedler zeigt authentisch den Bauernalltag auf einen Gutshof im 12. Jahrhundert.

Ein Gutshof ist nun aber kein herkömmlicher Bauernhof. Er war in direktem Besitz des lokalen Fürsten und war ein Knotenpunkt in der Verwaltung seines Territoriums. Es war Verwaltungssystem, an das auch heute noch die Familiennamen Meier und Keller erinnern.

Höfe als Verwaltungszentren

Wenn man an die Zentren fürstlicher Herrschaft denkt, kommt einem zuerst die Burg in den Sinn. Der Gutshof dagegen ist weitgehend unbekannt, obwohl er im mittelalterlichen Verwaltungsapparat eine wichtige Rolle einnahm.

Im 7. Jh. begann sich in Frankreich eine neue Verwaltungsstruktur auszubilden. Mehrere Bauernhöfe wurden zu einem Hofverband zusammengeschlossen, in dessen Zentrum ein herrschaftlicher Gutshof stand. In der Schweiz sind solche Hofverbände ab dem 8. Jh. nachweisbar und sie hielten sich bis ins 14. Jahrhundert. Während dieser Zeit bildeten Gutshöfe und Hofverbände nicht nur die Verwaltung fürstlicher, sondern auch kirchlicher Ländereien.

Der herrschaftliche Gutshof

Gutshöfe werden auch immer wieder Fronhöfe genannt. Sie waren in sehr unterschiedlichen Formen angelegt. Wichtig war ihre Verwaltungsposition, ihre Form war hingegen von der Grösse des Hofverbandes sowie den Bedürfnissen und Mitteln des Herrn abhängig. So konnte ein Gutshof zum Beispiel wie ein normaler Bauernhof aussehen. Andererseits gab es weitläufige Hofkomplexe mit Herrenhaus und mehreren Wirtschaftsgebäuden. Oft waren an solche Anlagen Kirchen angeschlossen, welche das Zentrum des religiösen Lebens des Hofverbandes waren. Zudem konnten grösserer Gutshöfe auch befestigt sein.

Umgeben war der Gutshof vom sogenannten Solland. Dabei handelte es sich um landwirtschaftliche Nutzflächen, die sich im direkten Besitz des lokalen Herren befanden und von diesem bewirtschaftet wurden.

Der Hofverband

Rund um den Gutshof gliederten sich die Bauernhöfe des Hofverbandes. Sie wurden von Bauern bewirtschaftet, die zum lokalen Grundherren in einem Abhängigkeitsverhältnis standen. Sie waren ihrem Herrn gegenüber zu Abgaben und zum Frondienst verpflichtet. Beim letzteren handelt es sich um obligatorische Arbeitseinsätze, welche die Bauern ihrem Herrn schuldig waren. Dabei mussten sie auf dem Solland des Herrn arbeiten oder sonstige Dienste verrichten.

Die meisten der Abgaben der Bauern waren landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Handel mit Geld existierte zwar zu jener Zeit, auf lokaler Ebene herrschte aber noch der Austausch von Gütern und Dienstleistungen vor. Der Geldhandel gewann jedoch zunehmen an Bedeutung. Im 13. Und 14. Jh. begann er dann die Attraktivität des Hofverbandes zu untergraben. Grundherren bevorzugten es nun, die Abgaben der Bauern in Geld und nicht mehr in Gütern und Arbeit zu beziehen. So zogen sich die Herren zunehmend aus den Gutshöfen zurück, während die Hofverbände zu Dörfern zusammenwuchsen.

Meier und Keller

Auf den Gutshöfen beschäftigten die Grundherren eine Vielzahl an Personal, um den täglichen Betrieb des Hofes zu regeln. Dieses befand sich genau wie die Bauern in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Herrn.

Kernpositionen unter diesen Bediensteten nahmen der Meiger und der Cellerar ein. Der Meiger war der Leiter des Hofbetriebes, während der Cellerar für die Lagerung und Verteilung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zuständig war. Von diesen Positionen im Hofverband leiten sich die heutigen Familiennamen Meier und Keller ab.

Der Gutshof war ein wichtiger Knotenpunkt in der mittelalterlichen Grundherrschaft. Er war der persönliche Hof des Grundbesitzers und war im Zentrum eines Hofverbandes. Die Bauern aus den umliegenden Höfen waren zu Abgaben und Fronarbeit auf den Feldern des Herren verpflichtet.

In dieser Form existierte dieses Verwaltungssystem in der Schweiz ab dem 8. Jh. Es war mehrere hundert Jahre ein integraler Bestandteil des mittelalterlichen Alltags. Erst im 13. und 14. Jh. wurde der Fronhof und der Hofverband durch die zunehmende Geldwirtschaft verdrängt.

Weitere Blogbeiträge

Von Andreas Mäder-Esteves

Ähnliche Artikel finden Sie hier:

Kommentare

Kommentar schreiben

* Diese Felder sind erforderlich