Museum Aargau

Kleine Kugel, grosse Welt: Der Globus von Schloss Wildegg

Zurück zum Blog 23. September 2026 Kategorie Neuzeit Hinter den kleinformatigen Welt- und Himmelskugeln stecken sowohl astronomische Vorstellungen wie auch historische Entdeckungen und handwerkliches Knowhow. Aber seit wann gibt es eigentlich Globen? Wie wurden diese hergestellt und was war ihr Verwendungszweck? Der Globus von Schloss Wildegg gibt Anlass, diesen und mehr Fragen auf den Grund zu gehen. Auffällig ist er nicht, der kleine Globus von Schloss Wildegg. Mit einem Durchmesser von lediglich 12,5 cm ist er sogar kleiner als die meisten anderen Globen. Wer das Schloss bereits einmal

 
Schloss Wildegg

Vortrag: Reisen in der Belle Époque

Preis Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung Nicht erforderlich 0 Spannende Reise durch eine Zeit des Aufbruchs Schloss Wildegg bietet im Rahmen des Schweizer Schlössertages 2026 mit dem Vortrag "Reisen in der Belle Époque" spannende Einblicke in eine Zeit des Aufbruchs, als Dampfschiffe, Eisenbahnen, Kutschen, frühe Automobile und auch das Fahrrad neue Freiheiten eröffneten. Der Vortrag von Gabriela Gehrig, Historikerin und Geschichtsvermittlerin Museum Aargau, wird begleitet mit zeitgenössischen Fotografien und Reiseberichten aus den Jahren zwischen 1880 und 1914. Um 13 und 15 Uhr finden

 
Museum Aargau

5 faszinierende Fakten über römische Münzen

Zurück zum Blog 28. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Münzgeld verliert heutzutage zunehmend an Bedeutung. Römische Münzen waren bei den Römern hingegen das zentrale Zahlungsmittel und ermöglichten Einkäufe und Handel im ganzen Reich. Doch was macht römische Münzen so besonders und wofür wurden sie verwendet? "Pecunia non olet" – Geld stinkt nicht. Diese Redewendung geht auf Kaiser Vespasian zurück, der zur Finanzierung des Staates eine Steuer auf öffentliche Latrinen einführte. Als sein Sohn Titus die Moral dieser Steuer beanstandete, hielt Vespasian ihm Münzen

 
Schloss Lenzburg

Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung

Sonderausstellung Saison 2025/2026 Preis Im Eintritt inbegriffen 0 Sonderausstellung zur Pionierrolle in der Schweizer Museumspädagogik Schloss Lenzburg beleuchtet 2025/2026 in einer Sonderausstellung seine Pionierrolle in der Geschichtsvermittlung. Vor 50 Jahren arbeiteten hier erstmals Museumspädagoginnen und -pädagogen spielerisch mit Kindern – ein Novum in der Schweiz. In der kleinen Ausstellung "Eine Zeitreise: 50 Jahre Geschichtsvermittlung" erzählen Pionierinnen und Pioniere, wie sie ab 1975 Geschichte zum Erlebnis für alle Sinne machten – mit feuerspeienden Drachen, verkleideten Gräfinnen

 
Schloss Wildegg

Museumswald

Museumswald Preis Eintritt frei Ort Der Museumswald befindet sich oberhalb des Spielplatzes bei Schloss Wildegg 0 Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert Der Museumswald von Schloss Wildegg zeigt die Waldnutzung im 18. und frühen 19. Jahrhundert: als Speisekammer, Holzlieferant, Weidefläche und Jagdrevier. Kern des Museumswaldes ist die Waldweide. Im Früh- und Spätsommer grasen hier Geissen, wie vor 200 Jahren. Führungen und Workshops lassen diese historische Waldnutzung lebendig werden und beleuchten die heute so aktuellen Themen Biodiversität und Naturschutz. Museumswald auf Schloss

 
Museum Aargau

So machten es die Römer: Toga binden – mit Video

Zurück zum Blog 24. August 2026 Kategorien Römerzeit Römische Geschichten aus Vindonissa Der Legionskommandant von Vindonissa zeigt euch im Video, wie die Römer eine toga drapieren. Die toga Das wichtigste Kleidungsstück im Römischen Reich war die toga , die üblicherweise weiss war. Getragen wurde sie von allen Männern, die das römische Bürgerrecht besassen. Das unterscheidet römische Bürger klar von Sklaven, Verbannten und Barbaren. Das Tuch war etwa 5 bis 6 Meter breit. Da der Legionskommandant legatus legionis , kurz Legat, dem Senatorenstand angehörte, trug er eine toga , die mit einem Purpurstreifen

 
Schloss Hallwyl

Dauerausstellung

Dauerausstellung Preis Museumseintritt Bau- und Familiengeschichte des Adelsgeschlechts von Hallwyl Wer hat auf Schloss Hallwyl gelebt? Wie haben die Herren von Hallwyl für Recht und Ordnung gesorgt? Und wie haben die Bediensteten gelebt und gearbeitet? Die Dauerausstellung im Schloss gibt Einblick in die Bau- und Familiengeschichte sowie in die verschiedensten Lebensbereiche von Adel und Untertanen. Die Themenbereiche reichen von der Landwirtschaft und der Fischerei über mittelalterliche Arzneimittel bis hin zum damaligen, auf der Religion basierenden Weltbild. Audiovisuelle Shows, ein Audioführer

 
Museum Aargau

Gemeinschaft und Identität – Feste in bürgerlichen Kreisen

Zurück zum Blog 03. September 2026 Kategorien Mittelalter Schlossgeschichten Im Mittelalter waren Feste weit mehr als nur Gelegenheiten zum Feiern: Auch abseits der Höfe spielten Feste eine zentrale Rolle im gemeinschaftlichen Leben. In Dörfern und Städten förderten sie das Zugehörigkeitsgefühl, den Austausch und gemeinsame Traditionen. Während sich Obrigkeiten aufgrund ihrer Adelstitel bei Festen zusammenfanden, lag bürgerlichen Festen meist ein gemeinsamer Beruf oder ein geteiltes Interesse zugrunde. Im Spätmittelalter schlossen sich städtische Handwerker vermehrt zu Zünften zusammen, um

 
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Museumsblog

Gestatten: Alice Mattenberger, legendäre letzte Wirtin von Schloss Habsburg

45 Jahre lang wirtete Alice Mattenberger (1901–1988) auf Schloss Habsburg. Die legendäre letzte Schlosswirtin verköstigte ihre Gäste mit Suppe, Schinken und Anekdoten aus der Schlossgeschichte.

Bei Alice Mattenberger kehrte die halbe Schweiz ein. Die letzte Schlosswirtin prägte die "Wirtschaft auf Schloss Habsburg" von 1930 bis 1974. Das ganze Jahr herrschte viel Betrieb auf der Burg: Mattenberger wirtet im Schlosshof, unter den Linden, im Schankraum, in der Gaststube und im Rittersaal auf der dritten Etage.

Alice Mattenberger fand dabei immer Zeit für einen Schwatz mit Gästen aus nah und fern, die sich für das Schloss und dessen Geschichte interessierten. Eine kleine Schar von Frauen aus dem Dorf unterstützte die Wirtin im täglichen Gastbetrieb und aushilfsweise auch an den Wochenenden und bei Veranstaltungen.

Wirtin mit grossem Herz für Tiere

Zeitzeugen beschreiben Alice Mattenberger als grossgewachsene und in ihrer Erscheinung gepflegte Frau. Im Dorf war sie respektiert.

Alice Mattenberger hatte auch ein Herz für Tiere: Hunde und Katzen fühlten sich auf der Habsburg wohl. Und ab und zu auch eine Dohle, die aus dem Nest gefallen war und von den Mattenbergers grossgezogen wurde. Die Dogge der Wirtsfamilie war auch treue Helferin für Warentransporte vom und zum Bahnhof Schinznach-Bad.

Vater übergab die kleine Alice der Gemeinde

Aussergewöhnlich ist die Geschichte, wie Alice Mattenberger auf Schloss Habsburg kam. Geboren wurde sie 1901 als Alice Riniker, vermutlich in Carouge (GE). Ihr Vater brachte Alice und ihren Bruder im Alter von drei und vier Jahren auf die Gemeindekanzlei von Habsburg – und kam nie mehr zurück. Riniker ist ein Ortsbürgergeschlecht, und so musste sich die Gemeinde um die Kinder kümmern.

Alice wurde von Rudolf und Elisabeth Hummel adoptiert, dem kinderlosen Pächterpaar der Gastwirtschaft auf Schloss Habsburg. Ihr Bruder Hans kam zu einem Bauern auf den Bözberg.

Heirat, Geburt und Rückkehr auf die Habsburg

1926 heiratete Alice Hans Mattenberger aus Birr und zog mit ihm nach Zug. 1930 kehrte sie mit ihrem neugeborenen Sohn Heinz auf Schloss Habsburg zurück. Ihr Adoptivvater brauchte nach dem Tod seiner Frau Elisabeth Hilfe mit der Gastwirtschaft

Alice Mattenberger entpuppte sich als talentierte Wirtin. Als 1942 auch ihr Adoptivvater starb, übernahm Alice Mattenberger die alleinige Verantwortung über die Gastwirtschaft. Während 45 Jahren begeisterte sie ihre Gäste mit bürgerlicher Küche. Arbeit gab es das ganze Jahr über, denn die Wirtschaft war auch im Winter geöffnet.

Alice Mattenberger war als Schlosswirtin äusserst beliebt, auch weil sie kundig Gäste aus nah und fern in die Geschichte der Habsburger einführte. Nach ihrer Pension lebte sie bis 1986 an der Schlossgasse 21 in Habsburg, zwei Jahre später starb Alice Mattenberger 87-jährig im Altersheim in Windisch.

 

Quellen und Recherche

Recherche

  • Esther Duran, Kunsthistorikerin M.A., Museumsführerin Museum Aargau

Literarische Quellen

  • "Habsburger Dorfgeschichten, Zeitzeugen erinnern sich, Erzählungen aus dem Leben, wie es damals war", Herausgeberin Marianne Spiess, Druck xline ag, Brugg, 2008
  • "Habsburger Dorfgeschichten, Zeitzeugen erinnern sich, Erzählungen aus dem Leben, wie es damals war, Heinz Mattenberger: Das Schloss war mein Zuhause", S. 20-34, Herausgeberin Marianne Spiess, Druck xline ag, Brugg, 2008
  • Erzählungen von Hedy Schenkel, Zeitzeugin aus Habsburg, während einem gemeinsamen Schlossrundgang mit Marianne Spiess und Esther Duran am 8. Juni 2021
  • Verschiedene Dokumente über Schloss Habsburg aus dem Staatsarchiv des Kantons Aargau, Aarau
  • Zeitungsartikel "Generalanzeiger", Eigenamt, "Habsburg, ein junges Kapitel Schlossgeschichte, Die letzten Bewohner der Habsburg", 15. Oktober 1999

Bildquellen

  • Familienalbum, Privatbesitz Mattenberger

 

Von Pascal Meier

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