Vindonissa Museum

Vitrine AKTUELL

Preis: Im Museumseintritt inbegriffen Anmeldung: Nicht erforderlich 30 Grabsteine aus Vindonissa: Sprechende Steine und ihre Schicksale Die Kantonsarchäologie Aargau gestaltet die "Vitrine AKTUELL" im Vindonissa Museum jedes Jahr neu. Thema sind aktuelle Grabungen, aussergewöhnliche Funde oder Forschungsergebnisse. Entdeckung einer mittelalterlichen Siedlung Die "Vitrine AKTUELL" 2025/2026 präsentiert erste Erkenntnisse aus der Steimet in der Gemeinde Wölflinswil. Dort kam 2023 ein bisher unbekannter und schon vor 900 Jahren aufgegebener Ortsteil ans Licht. Überraschend fanden sich im ländlichen

 
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Foxtrail Buchen Sie Ihr Foxtrail-Erlebnis direkt online über www.foxtrail.ch. 150 Jagt den Fuchs, löst knifflige Rätsel und entdeckt das Drachenschloss Der Fuchs braucht eure Hilfe, um Bärtschi zu finden! Er sei der Schreiber und Berater von Landvogt Peter Bucher auf der Lenzburg. Zweifel sind angebracht! Nur wer clever ist, kann dem Fuchs auf dem gefährlichen Weg ins Schloss zu Bärtschi folgen. Der Foxtrail Schloss Lenzburg führt vom Bahnhof vor die Stadttore, wo sich der Fuchs erstmals bei Euch meldet, bevor er seine Spur durch die malerische Altstadt bis zum Fuss des Schlossbergs legt. Richtig

 
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Museumsblog

Die Geschichte der Kartoffel – und was der Aargau damit zu tun hat

In der Geschichte der Kartoffel gibt es interessante Verbindungen zum Aargau und insbesondere Schloss Wildegg. Der Blog zeigt, wie sich die frühere Zierpflanze zum Grundnahrungsmittel und – in Form von “Härdöpfeler” – zum Billigschnaps gemausert hat.

Die vorliegende Flasche stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und damit aus einer Zeit, zu der die Kartoffel bereits ein fest etabliertes Nahrungsmittel und verbreitetes alkoholisches Getränk geworden war. Die rustikale Umhüllung mit Stroh macht die Flasche stabil und haltbar; sie stammt ursprünglich aus der Region Seengen.

Die Flasche enthielt auf jeden Fall einst Schnaps und es ist gut vorstellbar, dass auch in solchen Flaschen der bekannte Kartoffelschnaps abgefüllt wurde. Doch bevor es so weit war, musste die Kartoffel auf dem Gebiet der heutigen Schweiz erst etabliert werden.

Die Kartoffel wurde auf dem Gebiet der Amerikas schon seit Jahrtausenden kultiviert und gelangte dann im Zuge der kolonialen Eroberungen auch nach Europa. Die Kartoffel erreichte die heutige Schweiz wahrscheinlich bereits Ende des 16. Jahrhunderts. Kultiviert wurde das neue Gewächs vorerst aufgrund seiner Blütenpracht, später wurde es Teil der botanischen Gärten.

Das "Kornland" Aargau: Skepsis gegenüber der Kartoffel

Hier spielte auch ein Standort von Museum Aargau eine wichtige Rolle. Denn unter der Anleitung von Bernhard Effinger (1658 – 1725) entstand auf Schloss Wildegg – angelehnt an die Hofgärten des europäischen Adels – der beeindruckende Schlossgarten. Die hier zu findende Pflanzenvielfalt war dabei prägend für die Garten- und Anbaukultur des Gebietes Aargau und machte Raum für das Anpflanzen von noch unbekannten Sorten. So soll es auch der Wildegger Schlossgarten gewesen sein, in dem die ersten Kartoffeln im Aargau blühten.

Aufgrund der Skepsis gegenüber der Knolle als Nahrungsmittel aber insbesondere aufgrund der Zehnt-Forderungen der Obrigkeiten wurde der grossflächige Anbau der Kartoffel jedoch vorerst abgebremst. Denn der Berner Aargau war sehr lange ein strategisches Anbaugebiet für Getreide. Mit den Getreideabgaben aus den Untertanengebieten stellte die Berner Regierung die Versorgung der Stadt sicher.

Die landwirtschaftliche Produktion war eng mit den Herrschaftsbeziehungen zwischen städtischen Obrigkeiten und ihren ländlichen Untertanen verknüpft: So schuldete auch der Aargau der Berner Herrschaft den Getreidezehnten.

Kartoffel gegen Weizen

Doch die stetig wachsende Bevölkerung musste ernährt werden. Fortschrittlichere Stimmen forderten Reformen in der Landwirtschaft. Zu den Erneuerungen zählte auch der Anbau neuer Nutzpflanzen. Allen voran: Die Kartoffel. Ausschlaggebend für den endgültigen Durchbruch der Knolle waren die Hungersnöte Ende des 18. Jahrhunderts und im beginnenden 19. Jahrhunderts. Im Vergleich zum Getreide hatte die Kartoffel eine wesentlich höhere Ertragsfähigkeit, was vor allem für Kleinbauern interessant war.

In diesen Krisenzeiten trug die Kartoffel wesentlich zur Subsistenzsicherung der besitzarmen Bevölkerungsschichten bei. Im Zuge der Agrarreformen wurde das Zehntrecht aufgehoben und die Kartoffel fand Einzug in die Fruchtwechselwirtschaft. Auch auf dem Schloss Lenzburg war lange ein strategisch wichtiges Kornhaus eingerichtet, dass für die Lagerung des Getreides bedeutend war. Weil vorerst nur das Getreide besteuert war, bremste die Regierung den Anbau anderer Pflanzen wie der Kartoffel aus Angst vor Einbussen bei den Getreideinnahmen aus.

 

Der "Härdöpfeler": Billigschnaps für die Massen

Im 19. Jahrhundert erfolgte dann endgültig der Durchbruch zum Grundnahrungsmittel. Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Produktion führten gar zu Überschüssen. Im Zusammenspiel mit neuen Brenntechnologien boomte der "Härdöpfeler". Der Kartoffelschnaps war als billiges Rauschgetränk äusserst beliebt. Das erste Alkoholgesetz (1884) und die Abstinenzbewegungen versuchten, der sogenannten "Kartoffelschnapspest" entgegenzuwirken – mit mässigem Erfolg.

Die Agrarreformen, gute Erntejahre mit Produktionsüberschüssen sowie eine einfachere Brenntechnologie führten geradezu einen Boom der Schnapsproduktion herbei. Bereits in der alten Eidgenossenschaft waren alkoholische Getränke wie Wein, Obstwein und Bier sowie Obstschnaps und Branntwein durchaus beliebt und wurden reguliert. Mit dem Aufkommen des sogenannten "Härdöpfelers" erreichte der Alkoholkonsum aber neue Dimensionen.

Die Industrialisierung förderte diese Entwicklung ungemein, die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Manufakturen führten zu einer Steigerung im Schnapskonsum. Dieser war leicht verfügbar und billig. Mittlerweile ist der Härdöpfeler weitgehend aus dem Bewusstsein geschwunden und ist zunehmend von wohl etwas feineren Spirituosen verdrängt worden.

Die Kartoffel jedoch schreibt weiterhin Erfolgsgeschichte: In Form von Rösti gilt sie heute als Nationalgericht. Und: Herr und Frau Schweizer essen über 40 Kilo Kartoffeln pro Jahr.

Von Lukas Becker

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