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Tipps fürs Einwintern von Kübelpflanzen

Zurück zum Blog 10. November 2020 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Die Vorbereitung der Kübelpflanzen auf den Winter beginnt – so seltsam dies klingen mag – bereits mitten im Sommer. Ab September können Sie mit dem Düngen von Kübelpflanzen aufhören, damit die Triebe nicht weiter wachsen. Sonst wachsen weiche Triebe, die der Kälte später nicht standhalten können. Besser ist es, ab August nicht mehr zu düngen und die Triebe verholzen zu lassen. Kübelpflanzen so lange wie möglich draussen lassen Es empfiehlt sich, die Kübelpflanzen so spät wie möglich an die Wärme zu nehmen, damit die Zeit im Winterquartier möglichst kurz ausfällt. Eine erste Nacht mit Frost macht noch keinen Schaden, die Pflanzen können zum Schutz auch nahe an die Hausmauer gestellt werden. Fällt das Thermometer das erste Mal unter Null, ist es an der Zeit für das Einwintern. Bevor man dies tut, sollte man die Pflanzen unbedingt auf Schädlinge wie Schildläuse oder Spinnmilben untersuchen und behandeln. Lieber weniger als mehr giessen im Winterquartier Immergrüne Kübelpflanzen wie Oleander, Olivenbäume, Lorbeer, Palmen oder Zitruspflanzen mögen ein helles und kühles Winterquartier zwischen 10 und 15 Grad. Ideal ist zum Beispiel ein Gang oder eine Kellertreppe. Je wärmer der Raum ist, umso heller sollte er sein. Die Kübel am besten auf zwei Holzleisten stellen, damit sie nicht direkt auf dem kalten Boden stehen und das Wasser abfließen kann. Im Winterquartier sollte im Zweifelsfall lieber zu wenig als zu viel gegossen werden. Staunässe überstehen Pflanzen im Winterquartier nur sehr schlecht. Immergrüne Pflanzen werden im Winter besser nicht geschnitten, sondern lieber ein letztes Mal in der warmen Jahreszeit. So können die Schnittwunden besser verheilen. Ab und zu Lüften nicht vergessen! Laubabwerfende Pflanzen wie Feigenbäume, Geranien oder Engelstrompeten kann man ganz zurückschneiden und im dunklen Keller überwintern. Da sie keine Blätter mehr haben, brauchen sie auch kein Licht mehr. 5 Grad Raumtemperatur genügen. Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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"Damals im Aargau": Peter Accola, ehemaliger Restaurator vom Museum Aargau auf Schloss Lenzburg

Zurück zum Blog 26. Juli 2022 Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Der ehemalige Haustechniker und Restaurator von Schloss Lenzburg, Peter Accola, erzählt im Podcast, wie aus der Hinterlassenschaft der letzten amerikanischen Schlossbewohner ein Museum von kantonaler Bedeutung geschaffen wurde. Als die Witwe von Lincoln Ellswort, Marie Louise Ellsworth-Ulmer, das Schloss Ende 1955 der Stadt Lenzburg und dem Kanton Aargau verkaufte, erfolgten jahrelange Vorbereitungs-, Erhaltungs- und Anpassungsarbeiten, bis sich langsam ein veritables Museum präsentierte. Peter Accola erzählt im Podcast, wie er seine Fähigkeiten und Verantwortlichkeiten zusammen mit der Entwicklung der Schlossanlage zum damaligen historischen Museum ausbildete und wie er vom damalige Schlossdirektor Dr. Hans Dürst gezielt gefördert wurde. Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Kommentare

 
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Der verlorene Garten von Schloss Hallwyl

Zurück zum Blog 23. Mai 2021 Kategorie Schlossgeschichten Vor dem Schloss Hallwyl erstreckt sich ein grosser Kiesplatz. Was lange Jahre als Parkplatz herhalten musste, hatte die Familie von Hallwyl im 18. Jahrhundert als barocken Garten anlegen lassen. Als der Kanton Aargau in den 1990er-Jahren das Schloss von der Hallwil-Stiftung übernahm, beschränkten sich die Sanierungsmassnahmen darauf, das Gelände des einstigen Gartens in seiner ganzen Ausdehnung wieder zu zeigen. Sieben Eibenkegel entlang dem Krebsbach erinnern an die strengen Gestaltungsprinzipien barocker Gärten. Der heutige Platz vor dem Schloss Hallwyl. (Foto Museum Aargau) Für eine Rekonstruktion des Gartens fehlte damals das Geld – was dafür erlaubt, den Platz für Veranstaltungen wie das Openair-Kino zu nutzen. Im Zuge der Recherchen zum Jahresthema "Aufgeblüht!" 2021 stiess das Team von Museum Aargau auf einen unveröffentlichten Plan des Gartens aus dem Jahr 1804. Garten aus dem 18. Jahrhundert Wann der Garten vor dem Schloss genau entstand, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. 1754 umgab ein Zaun das Areal östlich des Schlosses; vielleicht diente es damals als Gemüsegarten. Wahrscheinlich liess Bernhardine von Hallwyl den Garten anlegen. Sie wurde 1753 Witwe – noch keine 25 Jahre alt, verlor sie ihren um vierzig Jahre älteren Mann Johannes. Das Schloss Hallwyl auf einem Stich aus David Herrlibergers "Neuen und vollständigen Topographie der Eydgnossschaft", 1754. (Universitätsbibliothek Bern) Bernhardine stammte aus einer alten Berner Patrizierfamilie und dürfte Gefallen an einem französischen Garten gefunden haben. Die Bauuntersuchung der Schlossanlage kam zum Schluss, dass die spätmittelalterliche Ufermauer um 1757 durch eine begradigte Mauer ersetzt wurde, die als Begrenzung für den neuen Garten diente. Älteste Darstellung von 1779 Die erste bekannte Darstellung des Gartens von Hallwyl zeichnete Johann Martin Usteri, der Zürcher Dichter und Maler, von dem auch das Volkslied "Freut euch des Lebens" stammt. Er war mit Johann Heinrich Pestalozzi befreundet, der häufig im Schloss Hallwyl zu Gast war. Der französische Garten vor dem Schloss Hallwyl, Zeichnung von Johann Martin Usteri, 1779. (Zürcher Kunstgesellschaft) Die Skizze des sechzehnjährigen Usteri deutet ein Wasserspiel im Zentrum des Gartens an. Gegen den Bach zu lag eine gewölbte Gartenlaube. Ein Plan von 1780 zeigt die symmetrische Gliederung des Gartens mit einem Wegkreuz, wie sie für Gärten des 18. Jahrhunderts typisch war: Plan des links des Aabachs gelegenen Schlossgutes, um 1780. (Staatsarchiv Bern) Der Gartenplan des Bündners Johannes Salzgeber Wie aber war der Garten von Hallwyl bepflanzt? Darüber berichtet uns ein Reisender aus dem Bündnerland, der 1804 auf dem Schloss Hallwyl Halt machte: Johannes Salzgeber, Ammann von Seewis im Prättigau. Er kam auf Einladung Pestalozzis nach Hallwyl. Der Garten am Schlossgraben sei schön und wohl eingeteilt und ein "gelehrter Gärtner" besorge ihn, schreibt er in seinem Reisejournal. Gartenplan von Johannes Salzgeber, 1804. (Staatsarchiv Graubünden) An der östlichen Längsseite des Gartens standen 24 sehr hohe Pappeln als Windschutz. Davor waren 18 Steinobstbäume gepflanzt, wohl Kirschen, vielleicht auch Zwetschgen, Pflaumen oder gar Aprikosen. Die acht quadratischen Parterres waren mit Buchs eingefasst. Dort wuchsen 60 "Gwerb Baüm von Obst". Ganz präzis scheint die Skizze nicht zu sein – tatsächlich stimmt die Anzahl Bäumchen am rechten Rand, doch wie auch immer man die Punkte in den Rabatten interpretiert, ergibt es nicht 60. Ausgedehnter Obstanbau Der Obstbau war in der Herrschaft Hallwyl um 1800 ein wichtiger Erwerbszweig: Salzgeber bemerkt auch, dass der junge Junker Carl von Hallwyl eine grosse Baumschule von etlichen hundert Bäumen angelegt habe, die ihm "reichlich Nutzen" bringe. Neben dem Schlossgarten lagen gegen Seengen zu zwei weitere, grössere Obstgärten. Nachdem die Herrschaftsrechte 1798 in der Schweiz geendet hatten, war die wirtschaftliche Lage der Familie von Hallwyl zu schlecht, als dass sie sich einen Garten zu blossen Repräsentationszwecken hätte leisten können. Vermutlich hatte bereits Bernhardine von Hallwyl den Garten zu Lust und Nutzen anlegen lassen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich der Obstbau dann zu einem wichtigen Exportzweig der Schweiz aufgeschwungen – dank Eisenbahn und Dampfschiff. 200 Fuss lang, 72 Fuss breit Wäre es nicht verlockend, im Frühling durch den blühenden Obstgarten vor dem Schloss Hallwyl zu wandeln und in der Gartenlaube oder beim Springbrunnen zu verweilen? Und im Herbst von einer reichen Ernte zu kosten? Johannes Salzgeber hat auch die Masse des Gartens vermerkt – 200 Fuss in der Länge und 72 Fuss in der Breite. Einer Rekonstruktion des einstigen Gartens stünde nichts im Weg – Es fehlt nur noch eine Sponsorin und der "gelehrte Gärtner". Von Sarah Caspers Von Sarah Caspers Sarah Caspers ist Geschichtsvermittlerin im Museum Aargau. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Schlossgeschichten Kommentare

 
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So pflanzen Sie Tulpen im Frühling um

Zurück zum Blog 01. Juni 2021 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kennen Sie das? Sie haben einen Garten voll schön blühender Tulpen. Doch diese wollen farblich nicht so recht zueinander passen. Sei es, weil Sie Ihren Garten von jemanden übernommen haben. Oder weil Sie die verschiedenfarbigen Tulpen selbst so gesetzt haben. Da Tulpenzwiebeln jedes Jahr wieder neu austreiben, kann es schon vorkommen, dass man im Herbst Zwiebeln in den Boden setzt und vergisst, welche Farbe letzten Frühling nebenan gewachsen ist. Mit der Zeit kann also ein ganz schönes Durcheinander entstehen – doch dafür gibt es eine einfache Lösung: Im Frühling lassen sich Tulpenzwiebeln nämlich leicht versetzen. © Museum Aargau Tulpen versetzen in fünf Schritten Schneiden Sie die blühende Tulpe am Stiel über dem ersten Blatt ab. Graben Sie die Tulpenzwiebel vorsichtig aus. Lockern Sie am neuen Standort den Boden. Setzen Sie die Zwiebel in doppelter Zwiebeltiefe in die Erde. Wer Tulpenzwiebeln versetzt, muss daran denken, sie anschliessend während eines Monats gut zu giessen. Nur so können die Zwiebeln wieder Wurzeln schlagen und sich gut im Boden verankern. Tulpen im Frühling ausgraben und übersommern Manche stellen sich auch die Frage, ob sie Tulpenzwiebeln nach dem Erblühen im Frühling grundsätzlich ausgraben und erst im Herbst wieder in den Boden setzen sollen. Das kann man gut machen – so muss man beim Bearbeiten des Gartens nicht auf die Tulpenzwiebeln im Boden Acht geben. Wer sie den Sommer überlagert, sollte die Tulpenzwiebeln an einem trockenen, dunklen Ort übersommern. Am besten legt man sie in Sägemehl oder Sand, denn sie dürfen weder faulen noch austrocknen. Im Herbst lassen sie sich dann problemlos wieder in den Boden setzen. Narzissen halten Mäuse von den Tulpen fern Wer Probleme mit Mäusen hat, die an den Tulpen knabbern, sollte ein paar Narzissen dazu setzen. Diese halten Mäuse fern und sehen inmitten der Tulpen schön aus. Wenn Sie Narzissen allerdings schneiden, müssen Sie sie einen Tag lang separat in eine Vase stellen. Ihr Saft muss zuerst austreten können, bevor man sie zu den Tulpen in die Vase stellen darf. Wer sich übrigens zu neuen Tulpenarten inspirieren lassen will, kann sich gerne im Schlossgarten Wildegg umschauen. Im Garten wachsen derzeit unterschiedlichste Tulpen, die beschriftet sind. Am Tulpenzwiebelmarkt im Herbst ist die Auswahl auf Schloss Wildegg so gross, dass sich bestimmt die eine oder andere Art finden lässt. Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Die Minze: Alleskönnerin im heimischen Garten

Zurück zum Blog 14. April 2022 Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Minzen faszinieren die Wildegger Schlossgärtnerinnen seit vielen Jahren. Egal, ob Zitronen-, Schokoladen-, Orangen- und Pfefferminze: Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Erfahren Sie mehr über die beliebte Vielzweckpflanze. Nebst der grossen Sortenvielfalt ist die Minze vor allem für den aromatischen Duft bekannt, welchen sie verströmt. Besonders im Hochsommer wirkt dieser am intensivsten. In einer Blumenvase bringen die Pflanzen damit Frische ins Wohn- oder Schlafzimmer. Doch nicht nur als duftendes Beiwerk in der Vase zeigt die Minze ihre Vielseitigkeit. Auch für Desserts und Drinks eignet sie sich hervorragend. Sie ist zudem auch erfrischend gesund und hat eine Heilwirkung in vielen Bereichen: Minze entspannt, hilft beim Einschlafen, wirkt entzündungshemmend und regt die Verdauung an. Sie ist also eine wahre Alleskönnerin, die Minze! Die pflegeleichte Alleskönnerin Das tolle daran: Minzen sind äusserst pflegeleicht und robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Am wohlsten fühlt sie sich halbschattig im feuchten Erdreich. Ab und zu etwas Kompost oder Hornmehl sorgen für genügend Nährstoffe. Da Minzen über längere Zeit den Boden auslaugen, braucht es nach etwa fünf bis sechs Jahren einen Umzug. Graben Sie dazu die Pflanze vorsichtig aus, teilen Sie diese und graben Sie die Minzen danach an anderen Orten im Garten wieder ein. Verwenden Sie hier wenn möglich eine Wurzelsperre: Diese verhindert, dass sich die stark wuchernden Wurzeln unerwünscht im Garten ausbreiten. Am besten verwenden Sie dafür einen alten Topf mit einem Volumen von 10 bis 20 Litern. Entfernen Sie den Boden und vergraben Sie diesen mit der Minze darin im Erdreich. Diese einfache Lösung hält die Wurzel in Zaun – und jede Minze hat so ihr eigenes Gärtchen. Auf Schloss Wildegg haben wir mit dieser Wurzelsperre gute Erfahrungen gemacht. Übrigens: Minzen lassen sich einfach lagern. Ernten sie die Pflanzen im Juni und lassen Sie diese im Halbschatten trocknen – am besten an einer Schnur, kopfüber aufgehängt als Bündel. So macht die Minze auch in der kalten Jahreszeit Freude: Als Tee, Duftkissen oder wohlriechendes Bad. Von Tanya van der Laan Von Tanya van der Laan Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Gartentipp aus dem Wildegger Schlossgarten Kommentare

 
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Luftbefeuchter Egro: "Gesunde Raumluft" aus Niederrohrdorf

Zurück zum Blog 11. November 2020 Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Wie schützen wir am besten unsere Gesundheit? Eine Frage, die gerade in Zeiten wie dem Corona-Virus mit gesteigerter Hygienevorschriften und verordneter Präsenz in den eigenen vier Wänden an Bedeutung gewonnen hat. Angesichts mikroskopischer Bedrohungen scheint daher auch nichts wichtiger zu sein, als die Kontrolle über unser Umfeld, und so manches technische Gerät verspricht diese zu gewährleisten. Eines davon ist der Luftbefeuchter, oft beworben als der Garant eines optimalen Raumklimas zur Steigerung des Wohlbefindens und der Gesundheit. Luftbefeuchter der Firma Egloff & Co. aus Niederrohrdorf Eine neue Modeerscheinung beziehungsweise ein Ausdruck des von Technik und Optimierung besessenen 21. Jahrhunderts? Keineswegs. Denn schon der hier aufgeführte "Egro 700"-Luftbefeuchter aus den 1960er-Jahren wirbt damit, für "gesunde Raumluft" zu sorgen. Hergestellt wurde dieser von der Firma Egloff & Co. aus Niederrohrdorf, die 1849 vom gelernten Spengler Castor Egloff (1820-1905) ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit seiner Frau Barbara Steiger konzentrierte sich dieser zu Beginn noch auf die Herstellung von Haushaltsgegenständen wie Schöpf- oder Kochlöffel, welche er dann zuerst zu Fuss nach Spreitenbach brachte, um sie dann mittels der Spanisch-Brötli-Bahn in Zürich zu vertreiben. Im Laufe der Zeit wurde die Produktionspalette ausgeweitet auf Gegenstände wie Bircher-Raffeln, Kaffeemaschinen und sonstige Haushaltselektronik. Seit es der Menschheit technisch möglich geworden ist, versuchen wir unsere Umgebung unter Kontrolle zu bringen, mal erfolgreich und mal weniger und auch dieses Objekt ist ein weiteres Beispiel dazu. Mein jüngster persönlicher Einkauf übrigens? Natürlich ein Luftbefeuchter, denn man weiss ja nie. Von Rudolf Velhagen Von Rudolf Velhagen Rudolf Velhagen stellt hier regelmässig Trouvaillen, Raritäten und überraschende Schätze aus der Sammlung von Museum Aargau vor. Diese umfasst rund 50'000 Objekte. Ein grosser Teil davon lagert im Sammlungszentrum Egliswil. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorien Schätze aus der Sammlung 20./21. Jh. Kommentare

 
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"Damals im Aargau": Urs Studer - Franke

Zurück zum Blog 17. Mai 2022 Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Hören Sie Spannendes aus dem Leben von Urs Studer, der bei der Firma Franke tätig war. Mit einem Nettoumsatz von jährlich über 2.1 Milliarden Franken gehört die Firma Franke mit Stammsitz in Aarburg zu den ganz Grossen der Aargauer Industrie. Urs Studer gewährt einen persönlichen und interessanten Einblick in diesen global agierenden Betrieb. Aus der Perspektive des ehemaligen Aussendienstmitarbeiters spricht er über zeitlos relevante Themen wie Vertrauenswürdigkeit und Qualität im Kontext seiner über dreissig jährigen Tätigkeit bei Franke. Begleiten Sie Urs Studer auf seinem spannenden Werdegang vom Triebwerks-Kontrolleur zu Besuchen im Gefängnis hin zu exklusiver Kundschaft im Engadin als Vertreter für Sanitär-Produkte von Franke. Von Museum Aargau Von Museum Aargau Das Team von Museum Aargau zeigt an dieser Stelle digitale Einblicke in die Museumsstandorte. Ähnliche Artikel finden Sie hier: Kategorie Podcast: Damals im Aargau (Oral History) Kommentare

 
Kloster Königsfelden

Zeitstrahl

Bau- und Restaurationsgeschichte Kloster- und Nutzungsgeschichte Bau- und Restaurationsgeschichte Ein Kloster zum Totengedenken Königin Elisabeth stiftete mit ihren Söhnen das Doppelkloster Königsfelden zur Erinnerung an ihren ermordeten Gatten, König Albrecht von Habsburg. Unmittelbar nach dem Mord 1308 hatte Elisabeth am Tatort eine Kapelle errichten lassen. Im Herbst 1310 begannen die Bauarbeiten für die Kirche und das Kloster. Im Zentrum der Anlage sollte sich die Klosterkirche erheben als turmloses, dreischiffiges Langhaus im Stil der Bettelordensarchitektur. Die Bauarbeiten schritten zügig voran – in ein, zwei Jahren war das Kirchenschiff fertig; der Dachstuhl des Mittelschiffs datiert von 1314. Die Fenster erhielten Scheiben mit Ornamenten. Im östlichen Mittelschiff befindet sich seit 1316 die habsburgische Grablege. Über der Gruft steht ein Kenotaph – ein Scheingrab – aus schwarzem und weissem Marmor. Der Chor mit dem Hochaltar und drei weiteren Altären erhielt 1330 die Weihe. Zu diesem Zeitpunkt waren erst die drei zentralen Christus-Fenster eingesetzt; die übrigen Fenster dürften blank verglast oder gar nur provisorisch verschlossen gewesen sein. Die Klosterbauten stammen von 1313. Südlich der Kirche standen die Gebäude für die Klarissen, nördlich diejenigen der Franziskaner. Mehr Weniger 1310-1330 Vollendung des Bildprogramms in den Glasfenstern Um 1340 liess Königin Agnes den Chor mit den beiden Märtyrer-Fenstern sowie den beiden Apostel-Fenstern ausstatten. Zuunterst in den Fenstern waren die Wohltäter des Klosters dargestellt. Das Bild von Agnes und ihrem Gatten ging verloren. Obwohl die Chorfenster ein planmässiges Bildprogramm präsentieren, entstanden sie in Etappen. Nach 1340 folgten die vier Heiligenfenster des Chors. Die Glaskünstler stammten wohl vorwiegend aus dem oberrheinischen Raum um Basel. Die figürlichen Fenster in den Seitenschiffen bestellte Agnes nach dem Tod ihres Bruders und Vormunds Albrecht II. im Jahr 1358. Von den ursprünglich 14 Darstellungen habsburgischer Familienmitglieder sind nur noch zwei erhalten. Mehr Weniger 1340-1360 Bernische Hofmeisterei Unter der Berner Herrschaft ab 1415 blieben Habsburgische Stiftungen aus und im Baubestand änderte sich nur wenig. 1508 liess Bern das Kircheninnere erstmals renovieren. Die Glasscheibe mit der Darstellung Evas stammt aus dieser Zeit. Nach der Reformation von 1528 benutzte Bern die Kirche als Magazin. Das Grabmal blieb bestehen und das Kenotaph erhielt vor 1555 eine Schranke, auf der die Namen der Bestatteten verzeichnet sind. Das ehemalige Frauenkloster beherbergte nun ein "Toubhüsli", einen Verwahrungsort für psychisch Kranke. Um 1600 liess Bern die Hofmeisterei westlich des Frauenklosters mit Schneggenturm, Wappentafel und Renaissanceportal ausbauen. Die Hofmeisterei bildete mit Scheunen und Stallungen ein Geviert um den noch erhaltenen achteckigen Brunnen. Mehr Weniger 15.-17. Jh. Die Kirche als Kornhaus und Spital 1777 baute Bern die Kirche zum Kornhaus um und liess dafür Zwischenböden ins Kirchenschiff ziehen. Zuvor überführten die Habsburger die Gebeine aus der Familiengruft ins Kloster Sankt Blasien im Schwarzwald. Im Chor der Kirche war jetzt ein Spital untergebracht, in den Klostergebäuden ein Armenasyl. Die Klosterbauten dienten dem 1803 gegründeten Kanton Aargau als Heilanstalt. Der Kanton erkannte die Bedeutung der Glasmalereien und begann ab den 1830er Jahren, die grössten Schäden an den Scheiben zu reparieren. In den 1860er-Jahren beschloss die Regierung, ein neues Spitalgebäude zu bauen, das 1872 eröffnete. Das Männerkloster liess sie bis auf das Archivgewölbe abbrechen. Ab 1891 befreite der Kanton Aargau das Kirchenschiff von den Einbauten. 1896-1900 restaurierte der Glasmaler Richard A. Nüscheler die Chorfenster mit dem Ziel, die Scheiben wieder vollständig herzustellen. Mehr Weniger 18./19. Jh. Jüngste Restaurationen Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Glasfenster ausgebaut und zunächst im Luftschutzkeller der psychiatrischen Klinik in Sicherheit gebracht. Als sich die Kriegslage 1944 verschärfte, evakuierte man die Scheiben in einen Felsenkeller von Schloss Lenzburg. Beim Wiedereinbau 1947 erhielten die Scheiben eine Schutzverglasung. 1983 wurde der ursprüngliche Lettner von 1312 rekonstruiert – die Schranke zwischen Kirchenschiff und Chor. 1987 bis 2002 restaurierten Fritz Dold und Urs Wohlgemuth die Chorfenster und versahen sie mit einer neuen Schutzverglasung. Abgase aus dem Strassenverkehr hatten ihnen zugesetzt. 2019 erhielt die Westfassade der Klosterkirche eine Restauration. 2023 bis 2025 fanden weitere Restaurierungsarbeiten statt. Mehr Weniger 20./21. Jh. Kloster- und Nutzungsgeschichte Königsmord und Klostergründung Der römisch-deutsche König Albrecht I. von Habsburg wurde am 1. Mai 1308 auf dem Feld bei Windisch ermordet – von seinem eigenen Neffen, Herzog Johann. Der fühlte sich von seinem Onkel ums Erbe betrogen. Der Mord erschütterte das Haus Habsburg, verlor die Familie mit dem Fall Albrechts doch auch die Reichskrone. Zum Gedenken an den Ermordeten liess die Königswitwe, Elisabeth von Görz-Tirol, am Tatort eine Kapelle mit einem Haus für zwei Franziskaner errichten. 1310 veranlasste Elisabeth zusammen mit ihren Kindern den Bau eines Doppelklosters für Klarissen und Franziskaner. Zur Erinnerung an König Albrecht erhielt es den Namen Königsfelden. Die Familie stattete das Kloster reich mit Besitz und Einkünften aus. Nonnen und Mönche sollten fürs Seelenheil des Ermordeten und seiner Angehörigen beten. 1312 zogen die ersten sechs Nonnen im Kloster ein. Königin Elisabeth verstarb ein Jahr darauf in Wien, bevor das Kloster fertig gebaut war. Sechs Franziskaner waren für die Messe und die Seelsorge des wachsenden Frauenklosters zuständig. Mehr Weniger 1308-1313 Königin Agnes Agnes, Tochter des ermordeten Albrechts, bestimmte für die nächsten 50 Jahre die Geschicke des Klosters. Sie hatte ihren Gatten, König Andreas III. von Ungarn, früh verloren und kam 1316 als Witwe nach Königsfelden Agnes bestattete die Gebeine ihrer Mutter Elisabeth in der Klosterkirche. In der Gruft wurden zehn weitere Habsburger bestattet, auch Agnes selbst. Albrechts Leichnam hingegen gelangte nach Speyer, wo die Könige im Dom ihre Grablege hatten. 1317 liess sich Agnes in Königsfelden nieder, ohne ins Kloster einzutreten. Sie bezog ein Haus südlich neben der Kirche. Als einzige Frau hatte sie Zugang zum Chor – durch eine eigene Pforte. 1320 weihte der Bischof von Strassburg die Kirche. Als 1330 auch der Chor stand, weihte der Konstanzer Bischof die Kirche Maria und allen Heiligen. Dank Stiftungen von Agnes und ihren Geschwistern verdoppelte sich 1337 der Franziskanerkonvent auf zwölf Mönche. Die Zahl der Nonnen setzte Agnes auf vierzig fest. Sie stammten mehrheitlich aus dem Hochadel und brachten grosses Vermögen ins Kloster. Agnes prägte die Organisation des Klosters bis zu ihrem Tod mit 83 Jahren. Sie stattete das Kloster mit zahlreichen Schenkungen aus und trat als Vermittlerin bei politischen Konflikten in den habsburgischen Vorlanden auf. Mehr Weniger 1316-1364 Von Habsburg zu Bern Mit Agnes‘ Tod endete die direkte Verbindung des Klosters zur Stifterfamilie. Ab 1364 vertrat ein Hofmeister das Frauenkloster in weltlichen Angelegenheiten. Macht und Reichtum des Klosters schwanden. In der Schlacht bei Sempach 1386 verlor das Ritterheer Herzog Leopolds III. von Habsburg gegen die Eidgenossen. Der Herzog und 26 seiner Ritter wurden in der Klosterkirche begraben. Das Totengedenken umfasste neben der Stifterfamilie nun auch die Parteigänger Habsburgs. Mit der Eroberung des Aargaus geriet das Kloster Königsfelden 1415 unter Berner Herrschaft. Nun verwaltete ein Berner Hofmeister das Kloster und seinen Besitz, das Eigenamt. Einige Hofmeister liessen sich in der Klosterkirche begraben. Mehr Weniger 1364-1415 Säkularisierung In der Reformation von 1528 hob Bern das Kloster auf. Damals lebten noch etwa sechs Nonnen in Königsfelden unter der Äbtissin Katharina von Waldburg. Habsburg versuchte vergeblich, das Totengedenken aufrechtzuerhalten. Schon ab 1523 wollten viele der etwa dreissig Nonnen aus dem Kloster austreten, um gemäss der reformierten Lehre ein gottgefälliges Leben in der Welt zu führen. Ab 1524 gestattete ihnen der Berner Rat den Austritt. Da das Vermögen der Frauen dem Kloster gehörte, gewährte Bern ihnen ein Darlehen. Im Gegenzug schmolz Bern einen Teil des Klosterschatzes zu Münzen ein. Drei Hauptwerke aus dem Klosterschatz befinden sich heute im Historischen Museum Bern. Mehr Weniger 1528 Psychiatrische Klinik und Kunstdenkmal 1803 ging das Kloster Königsfelden in den Besitz des neu gegründeten Kantons Aargau über. Dieser nutzte die alten Klosterbauten als Heil- und Pflegeanstalt. 1872 öffnete der Neubau ausserhalb der einstigen Klostermauern; die heutige psychiatrische Klinik. Die Kantonsarchäologie sorgte dafür, dass die Kirche öffentlich zugänglich war. Seit 2009 gehört die Klosterkirche Königsfelden zum Museum Aargau. In der Kirche finden Ausstellungen und Veranstaltungen statt. Mehr Weniger 1803-heute Weiterführende Literatur Kurmann-Schwarz, Brigitte: Die mittelalterlichen Glasmalereien der ehemaligen Klosterkirche Königsfelden, Bern 2008. Kurmann-Schwarz, Brigitte und Rauschert, Jeannette: Das Kloster Königsfelden, Schweizerische Kunstführer GSK, Bern 2011. Simon Teuscher, Claudia Moddelmog (Hg.): Königsfelden. Königsmord, Kloster, Klinik, Baden 2012.

 
Schloss Habsburg

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Bau- und Restaurationsgeschichte Familien- und Nutzungsgeschichte Bau- und Restaurationsgeschichte Die Rodungsburg Um 1020/30 liess Radbot den Wald auf dem Wülpelsberg roden und errichtete am höchsten Punkt des Gipfelgrats eine Burg. Unterhalb davon gründete er eine Siedlung, das heutige Dorf Habsburg. Die Burg bestand aus einem mehrstöckigen Steinhaus, umgeben von Holzbauten und geschützt von Holzpalisaden oder einer Trockenmauer. Das steinerne Haus war grösser und massiver gebaut als andere Burgen in der Region. Die Hausmauern bestanden aus kleineren Jurakalksteinen aus dem Burggraben. Das Dach war vermutlich mit Schindeln gedeckt. Es gab wahrscheinlich zwei oder drei hohe Säle im Haus. Die schartenartigen Fenster waren unverglast. Eine solche Rodungsburg war nichts anderes als ein fest gebauter grosser Bauernhof. Mehr Weniger 1020/30 Ausbau zur monumentalen Doppelburg Ab 1070 erweiterten die Habsburger die Anlage zu einer stark befestigten Doppelburg. Das Steinhaus erhielt einen über Eck gestellten Turm im Osten und einen an seine nördliche Mauer anschliessenden Turm. Dort heizte ein offenes Herdfeuer; Kachelöfen gab es wohl erst seit dem 12. Jahrhundert. An den östlichen Turm war eine Latrine angebaut, die zum Wohnraum hin offen war – man verrichtete sein Geschäft in Gesellschaft. Am westlichen Ende des Grates entstand die Hintere Burg: Von den ersten Bauten ist nur der kleine Turm erhalten. Er diente habsburgischen Dienstleuten als Wohnturm. Zwischen den beiden Burgen lag ein Hof mit Holzbauten für Gesinde und Vieh. Der ganze Hügel war nun mit einer Ringmauer befestigt. Südbering und Steinhaus bildeten einen Zwinger, in den das vordere Burgtor führte. Der Durchgang zum Hof erhielt um 1200 ein Torhaus. Schon im Verlauf des 12. Jahrhunderts liessen die Habsburger im Hof eine zweistöckige Kapelle ans hölzerne Gesindehaus anbauen sowie einen fast siebzig Meter tiefen Sodbrunnen in den Felsen schlagen. Mehr Weniger 11.-12. Jh. Vollendung der Hinteren Burg Ab 1200 bauten die Habsburger die Hintere Burg aus: Ihr Wahrzeichen ist der heute noch bestehende grosse Turm. Er schliesst westlich an den kleinen Turm an. Der grosse Turm ist aus mächtigen Findlingen gemauert. Ein Hocheingang führte ins Innere. Vermutlich war der dreistöckige Bau mit einem Spitzhelm bedeckt. Rundherum führte eine Wehrlaube. Um die Jahrhundertmitte erweiterte ein Wohnbau, der Palas, den grossen Turm nach Südosten. Darin wohnte es sich behaglicher als in den älteren Gebäuden: Die Wände waren mit Holz getäfert, die Fenster verglast und die Balkendecken mit Schnitzereien verziert. Ein Bering schützte die neuen Bauten gegen Norden; im Westen begrenzte ihn ein flankierender Wehrturm. Die Anlage nahm nun den ganzen Grat auf über hundert Metern ein und war damit eine der grössten nördlich der Alpen. Doch als die Hintere Burg um 1250 vollendet war, hatten die Habsburger die Vordere Burg bereits verlassen. Mehr Weniger 13. Jh. Einsetzender Zerfall Nach 1300 bauten die habsburgischen Lehensleute die Burg nicht weiter aus. Die Vordere Burg begann nach dem Wegzug der Habsburger um 1220/30 zu zerfallen. Vermutlich fehlten den Rittern von Wohlen die Mittel, sie instand zu halten. Sie beschränkten sich darauf, die Hintere Burg gegen Osten durch einen Abschnittsgraben im Hof zu schützen. Mehr Weniger 14./15. Jh. Vorne Ruine, hinten Sanierungen Nach fast 300 Jahren ohne grössere Bautätigkeit begann Bern 1559, die Hintere Burg zu sanieren. Der Palas erhielt ein neues Schindeldach; vom Innenausbau sind Holzdecke und Täfer in der «gotischen Stube» im 1. Stock erhalten. 1594 liess Bern den Innenhof überdachen, so dass ein zusätzlicher, dreigeschossiger Wohntrakt für den Hochwächter entstand. Weil das Pultdach anfällig für Sturmschäden war, brauchte es 1634 ein stärker geneigtes Dach. Die Burg hatte keinen fortifikatorischen Zweck mehr: Der Abschnittgraben im Hof verkam zur Abfalldeponie, bevor man ihn im 17. Jahrhundert zuschüttete. Das gleiche geschah mit dem Sodbrunnen. Auch die Burgkapelle liess Bern abtragen und nach 1675 schleifte es die Ruinen der Vorderen Burg. Kalkbrenner bauten am Platz des ersten Steinhauses einen Ofen, den sie mit den Steinen der Burgmauern fütterten. Im 18. Jahrhundert beschränkte sich der Unterhalt auf das Nötigste. Mehr Weniger 16.-18. Jh. Pflege des historischen Erbes Vor 1815 liess der Kanton Aargau auf der einstigen Vorderen Burg eine Aussichtsterrasse anlegen und ebnete alle Ruinen ein. Auf der Hinteren Burg liess der Kanton die Einbauten im Innenhof abtragen, so dass der ursprüngliche Hof wieder frei wurde. Ab 1866 begann die erste von bis heute vier Restaurationen in der Hinteren Burg. Damals erhielt der grosse Turm seinen Zinnenkranz. Im 19. Jahrhundert setzte die Forschung zur Baugeschichte ein; archäologische Grabungen blieben aber noch aus. Mehr Weniger 19. Jh. Archäologische Erforschung 1908 liess der Kanton Aargau im Bereich der Vorderen Burg ein Reservoir bauen, um die Gemeinde Habsburg an die Wasserversorgung anzuschliessen. Dabei erfolgte aber keine archäologische Untersuchung. 1948 erhielt die Hintere Burg neue Holzbauten: Lauben und Treppen sowie die Decke im Erdgeschoss des Palas. 1978-1983 grub die Kantonsarchäologie Aargau anlässlich der Reservoir-Erneuerung die Ruinen der Vorderen Burg aus und konservierte die Mauerreste. 1994/95 untersuchten Archäologen den Burghof, bevor unterirdische Räume fürs Restaurant entstanden. Ein Baggerführer stiess dabei auf den zugeschütteten Sodbrunnen. Bei den Grabungen kamen lediglich Abfälle und verloren gegangene Gegenstände zum Vorschein; Funde aus vergänglichen Materialien wie Holz, Leder oder Textilien fehlen. Noch ist die Baugeschichte der Habsburg nicht abschliessend erforscht. Zukünftige Grabungen dürften weitere Erkenntnisse liefern. Mehr Weniger 20. Jh. Familien- und Nutzungsgeschichte Radbot, der Burggründer Graf Radbot herrschte von seiner Rodungsburg aus über die Bauern rundum. Bevor er seine Burg auf dem Wülpelsberg bezogen hatte, sass er auf einem festen Haus in Altenburg an der Aare, im ehemaligen römischen Kastell. Die habsburgische Grundherrschaft, das spätere Eigenamt, war strategisch wichtig, vereinigen sich doch bei Windisch die drei schiffbaren Flüsse Aare, Reuss und Limmat. Wie viele Adlige gründete auch Radbot die Burg, um das Land weiter auszubauen. Im 11. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung dank günstigem Klima und der ertragreicheren Dreifelderwirtschaft. Die Burgbewohner bauten auch selbst Getreide und Gemüse an und züchteten Vieh. Die landwirtschaftlichen Produkte verarbeiteten sie auf der Burg; dies belegen etwa Funde von Spinnwirteln aus der Frühzeit. Radbot stiftete 1027 zusammen mit seiner Frau Ita von Lothringen das Kloster Muri im aargauischen Bünztal. Sein Bruder Rudolf gründete um 1045 das Kloster Ottmarsheim im Oberelsass. Mehr Weniger 1020/30 Die Frühhabsburger Otto II. nannte sich als erster nach der Burg: Graf von Havichsberg. Er und sein Sohn Werner waren Gefolgsleute der deutschen Könige und Kaiser. Die erweiterte Burg repräsentierte die neu gewonnene Macht der Familie. Otto II. zog 1108 mit König Heinrich V. nach Ungarn. Sein Sohn Werner II. begleitete Friedrich I. Barbarossa zur Kaiserkrönung nach Italien und starb kurz vor Rom. Die Frühhabsburger hatten nicht nur Besitz im Aargau, sondern auch im südlichen Elsass sowie an verschiedenen Orten im Südwesten des damaligen Reiches, zwischen Rhein, Donau und Alpen. Ab dem 12. Jahrhundert begannen sie ihren Besitz zu einer räumlich geschlossenen Herrschaft auszubauen. Mehr Weniger 1108 Von der Burg in die Stadt Rudolf II. von Habsburg, ein Enkel Werners, begleitete den Stauferkönig Friedrich II. durch sein Reich bis nach Italien. Auf seinem Stammsitz dürfte sich Rudolf nur selten aufgehalten haben. Dennoch liess er die Hintere Burg ausbauen. Das Geschlecht brauchte einen repräsentativen Sitz, seit es von den Lenzburgern die Grafschaft im Aargau übernommen hatte. Die Burgen der 1173 ausgestorbenen Grafen von Lenzburg – die Lenzburg selbst und der Stein in Baden – waren nämlich an die Kyburger gefallen. Doch schon 1230 gaben die Habsburger die Vordere Burg auf. Unweit des Sitzes in Altenburg bezogen sie ein Haus in der entstehenden Stadt Brugg. Als Adlige waren sie ständig unterwegs durch ihre Ländereien, denn nur so konnten sie ihre Herrschaft ausüben. Die Burg verliehen die Habsburger ihren Dienstleuten: Die Hintere Burg ging an die Truchsessen von Habsburg und Wildegg, die als Inhaber wichtiger Hofämter bereits dort wohnten. Die Vordere Burg fiel den Herren von Wülpelsberg zu; nach deren Aussterben um 1300 den Rittern von Wohlen. Letztere blieb aber unbewohnt. Mehr Weniger Um 1200 Rudolf, der erste Habsburger König In den 1230er-Jahren teilte sich das Geschlecht auf in die ältere Linie und in die Linie Habsburg-Laufenburg. Herausragender Vertreter der älteren Linie war Rudolf IV. von Habsburg. Er stieg in Südschwaben zu einem der mächtigsten Herrscher auf. 1273 wählten ihn die Kurfürsten zum König. Rudolf gewann die österreichischen Reichslehen vom böhmischen König zurück und verlegte damit das Zentrum seiner Herrschaft in den Südosten des Reiches. Seine Anwesenheit auf der Habsburg ist nur ein einziges Mal in den Urkunden bezeugt. Ab 1280 war der Stein zu Baden das habsburgische Verwaltungszentrum in den Stammlanden. Die Habsburg hatte die Familie ihren Dienstleuten übergeben: 1371 kauften die Ritter von Wohlen auch die Lehen an der Hinteren Burg, wo Henmann von Wohlen nun Wohnsitz nahm. Mehr Weniger 1273 Verlust der Stammlande Die Habsburger verloren 1308 mit der Ermordung von König Albrecht durch dessen Neffen Johann die Reichskrone. Darauf gründeten sie unweit der Stammburg das Kloster Königsfelden. Mit der Niederlage in Sempach gegen die Eidgenossen 1386 bahnte sich das Ende der Habsburger Herrschaft auf dem Gebiet der heutigen Schweiz an. Schon zuvor hatte sich die Familie «von Österreich» genannt. Als die Eidgenossen 1415 den Aargau eroberten und auch gegen die Habsburg zogen, kapitulierte Henman von Wohlen und anerkannte Bern als neue Lehensherrin. Henmann überschrieb seinen Besitz wenig später Peterman von Greifensee, behielt sich aber das lebenslängliche Wohnrecht auf der Habsburg vor. 1457 verkaufte Peterman die Burg der Stadt Bern, die sie fünf Jahre später Hans Arnold Segesser weiterverkaufte. Mehr Weniger 1415 Aufschwung zur europäischen Königsdynastie König Albrecht II. erlangte 1438 für Habsburg die Reichskrone zurück. Bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 stellte das Haus insgesamt zwanzig Regenten. 1469 ging die Habsburg ans Kloster Königsfelden, das seit 1415 ein Berner Hofmeister verwaltete. Als Bern mit der Reformation 1528 das Kloster aufhob, fiel die Burg zurück an Bern. Bis 1798 verwaltete sie ein Berner Hofmeister von Königsfelden aus. Auf der Habsburg wohnte nur noch ein Wächter. In der «Ewigen Richtung» legten Habsburg und die Eigenossenschaft 1474 die Feindschaft bei und garantierten sich gegenseitig den Besitz. In der Schweiz besass das Haus Österreich nur noch das Fricktal mit den Städten Laufenburg und Rheinfelden (bis 1801). Mehr Weniger 1438 Das habsburgische Weltreich Dank geschickter Heiraten errichtete Habsburg ein Weltreich: Ab 1516 herrschte Karl V. von Spanien aus über ein Reich, das von Südamerika bis zu den Philippinen reichte. Die Ruine von Habsburg gehörte als eine von 156 Hochwachten zum militärischen Alarmsystem von Bern. Diese «Chutzen» gaben sich am Tag Signale mit Rauch, nachts mit Feuer, um bei Gefahr Truppen zu mobilisieren. Habsburg benachbart waren die Hochwachten Brunegg im Südosten und Lägern im Osten, auf Zürcher Gebiet. Mehr Weniger 1516 Das Baudenkmal im Aargau 1804 übernahm der neu gegründete Kanton Aargau die Habsburg. Kaiser Franz I. von Österreich besuchte 1815 die Habsburg. Er war auf dem Rückweg von Paris, wo die europäischen Herrscher nach den Napoleonischen Kriegen einen Frieden unterzeichnet hatten. Die Aussicht sei wunderbar, befand der Kaiser, doch was er auf dem Burghügel sehe, gefalle ihm nicht. Der Aargauer Regierungsrat hatte kurz vor dem Besuch vergeblich versucht, auf der vernachlässigten Ruine etwas aufzuräumen. Seit den 1840er Jahren durfte der Hochwächter auf der Burg eine Gastwirtschaft betreiben. Mit dem Ende der Berner Herrschaft hatte er keine militärischen Pflichten mehr, sondern alarmierte nur noch bei Feuersbrünsten. Der letzte Hochwächter erhielt 1908 einen Pachtvertrag und wurde vollamtlicher Wirt. Die Wirtsfamilie Mattenberger-Hummel bewohnte bis in die 1940er Jahre als letzte das Schloss. Der Palas beherbergt bis heute ein Restaurant. 2009 übergab die Kantonsarchäologie die Habsburg ans Museum Aargau, das im grossen Turm eine Ausstellung zur Burg im Mittelalter zeigt. Mehr Weniger 1804 Weiterführende Literatur Frey, Peter et al.: Die Habsburg. Schweizerische Kunstführer GSK, Bern 1998. Frey, Peter: Die Habsburg. Bericht über die Ausgrabungen von 1994/95, in: Argovia Bd. 109, Aarau 1997, S. 123-176. Frey, Peter: Die Habsburg im Aargau. Bericht über die Ausgrabungen von 1978-1983, in: Argovia Bd. 98, Aarau 1986, S. 23-116. Meier, Bruno: Ein Königshaus aus der Schweiz. Die Habsburger, der Aargau und die Eidgenossenschaft im Mittelalter, Baden 2008. Siehe auch Geschichte in Kürze Ausstellungen & Rundgänge Kontakt

 
Kloster Königsfelden

Geschichte

Königin Elisabeth gründete 1309 das Kloster Königsfelden, nachdem ihr Mann, König Albrecht von Habsburg, an dieser Stelle ermordet worden war – von seinem eigenen Neffen, der sich um sein Erbe betrogen fühlte. Da der sterbende König seine Sünden keinem Priester beichten konnte, drohte ihm Sühne im Fegefeuer. Dem sollten die Gebete der Klostergemeinschaft entgegenwirken. Elisabeth umgab die Bettelordenskirche mit einem Kloster für Klarissen im Süden und einem für Franziskaner im Norden. Im Zentrum des Kirchenschiffs befindet sich die Gruft. Dort setzte Elisabeths Tochter Agnes 1316 die Gebeine ihrer Mutter bei. Albrecht selbst ist im Dom von Speyer bestattet. Königin Agnes von Ungarn Agnes wohnte bis zu ihrem Tod 1364 auf dem Klostergelände und leitete die Geschicke der Gemeinschaft, ohne selbst ins Kloster einzutreten. Sie und ihre Brüder statteten das Kloster mit Gütern und Einkünften aus. Agnes sorgte dafür, dass der Chor Fenster mit einem ausgeklügelten Bildprogramm erhielt: Sie zeigen das Leben und Sterben Christi, umgeben von den Aposteln sowie den Ordensgründern Franziskus und Klara. Die habsburgischen Stifter liessen sich zuunterst in den Scheiben verewigen. Die farbigen Glasfenster entstanden zwischen 1330 und 1350 und zählen zu den herausragenden Kunstwerken des europäischen Mittelalters. Von Habsburg zu Bern Nach der Schlacht bei Sempach 1386 weitete Königsfelden das Totengedenken aus auf die Ritter aus dem Heer Herzog Leopolds III. von Habsburg. Die Gefallenen sind auf Wandmalereien im Archivgewölbe dargestellt sowie auf einer Tafel im Kirchenschiff aus dem 17. Jahrhundert. 1415 entrissen die Eidgenossen Habsburg den Aargau. Fortan verwaltete ein Hofmeister aus Bern das Eigenamt und führte den Gutshof des Klosters. Er wohnte in der Hofmeisterei westlich der Kirche. Einige Berner liessen sich wie ihre habsburgischen Vorgänger in der Kirche begraben. Eine Wappentafel aus dem 17. Jahrhundert erinnert an sie. Aufhebung des Klosters 1528 rief Bern die Reformation aus; die letzten Geistlichen verliessen das Kloster. Viele Nonnen waren schon in den Jahren zuvor ausgetreten. Damit endete das Gedenken an die verstorbenen Habsburger. Die Familie überführte die Gebeine 1770 ins Kloster Sankt Blasien im Schwarzwald. Danach verwendete Bern das Kirchenschiff als Kornhaus und die Klostergebäude als Asyl für Arme und Kranke. Psychiatrische Klinik und Kunstdenkmal 1803 ging das Kloster Königsfelden in den Besitz des neu gegründeten Kantons Aargau über. Dieser nutzte die alten Klosterbauten als Heil- und Pflegeanstalt. Das Männerkloster liess er bis auf das Archivgewölbe abbrechen. 1872 eröffnete ein neues Spitalgebäude ausserhalb der einstigen Klostermauern, die heutige psychiatrische Klinik. Im Lauf des 19. Jahrhunderts erkannten Fachkreise die Bedeutung der Glasfenster. Die erste umfassende Restaurierung versuchte, die Scheiben wieder vollständig herzustellen. 2002 endete die jüngste Restauration. Weiterführende Literatur Kurmann-Schwarz, Brigitte: Die mittelalterlichen Glasmalereien der ehemaligen Klosterkirche Königsfelden, Bern 2008. Kurmann-Schwarz, Brigitte und Rauschert, Jeannette: Das Kloster Königsfelden, Schweizerische Kunstführer GSK, Bern 2011. Simon Teuscher, Claudia Moddelmog (Hg.): Königsfelden. Königsmord, Kloster, Klinik, Baden 2012.

Gradian
Eine Frau steht mit einem Handy in der Hand an einem Fluss.
Eine Frau steht mit einem Handy in der Hand an einem Fluss.

IndustriekulTOUR Aabach

Virtuell durch die Industriegeschichte

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