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Geschichte der Kleidung

So haben sich römische Legionäre vor Kälte geschützt

Was trägt ein römischer Legionär im Winter? Divicus Gorius Castris aus dem Legionslager Vindonissa zeigt, wie sich römische Legionäre vor Kälte schützen.

Die Tunika

Bei der Tunika handelt es sich um ein wadenlanges "Hemd" aus Leinen, das man auf Bauchhöhe mit einem Gurt befestigen kann.

Divicus Gorius Castris empfiehlt, mehrere Tuniken übereinander anzuziehen, um auch im Winter warm zu bleiben. Schon Kaiser Augustus verwendete diesen Trick; er soll sogar vier Tuniken übereinander getragen haben.

Die Hosen

Lange Zeit galten Hosen in Rom als etwas Barbarisches, da sie schliesslich von den Barbaren, den Nicht-Römern, getragen wurden.

Doch heute ist der Legionär Divicus äusserst froh um diese Erfindung, da sie wie nichts anderes seine Beine gegen die Kälte schützen.

Die feminalia, wie sie auf Lateinisch heissen, sind aus Wolle und gehen nur bis kurz unter die Knie. Für den Bereich von den Knien bis zu den Füssen präsentiert uns Divicus deshalb ein weiteres Kleidungsstück.

Der Fusswickel

Um seine Waden und Füsse wickelt sich Divicus in der kalten Jahreszeit gerne lange Stoffstreifen. Darüber trägt er caligae, lederne Riemensandalen mit genagelter Sohle.

Diese Schuhe haben viele Vorteile: Sie passen sich z.B. gut an die Fussform an und trocknen schnell, sollten sie mal nass werden.

Gegen die die Kälte können die Sandalen allein jedoch nicht viel ausrichten, weshalb die zusätzlichen Fusswickel bei niedrigen Temperaturen ein wichtiges Hilfsmittel sind.

Das Halstuch

Das Halstuch des Legionärs, focale, hat verschiedene Funktionen. Es polstert die Stelle, wo der Panzer auf die Halspartie trifft, schützt aber auch gegen Sonne, Wind und Kälte.

Divicus trägt hier ein Exemplar aus Leinen.

Der Mantel

Als Nächstes führt Divicus seinen Mantel vor. Die paenula, wie die Römer diese Art von Mantel nennen, ist rund geschnitten und hat eine Kapuze. Sie ist vorne zusammengenäht und lässt sich wie ein Poncho tragen.

Wegen ihres dicken Wollstoffs und der Kapuze ist die paenula auch bei schlechter Witterung und niedrigen Temperaturen Divicus' erste Wahl

Der Helm

Seinen Kopf schützt der Legionär Divicus mit einer galea, einem Helm. Dieser ist zwar hauptsächlich zur Abwehr von Hieben gedacht, gibt aber zusammen mit dem Helmfutter dennoch schön warm.

Beim Wacheschieben oder bei langen Patrouillen kann einem Legionär trotz aller Tricks und Kleidungsschichten kalt werden.

In diesen Fällen empfiehlt Divicus Gorius Castris ein heisses Bad in der Lagertherme oder einen Besuch der nächsten Taverne, inklusive eines wärmenden Umtrunks.

Mehr Infos zur Kleidung der römischen Legionäre

Was gehört zur Kleidung und Ausrüstung eines römischen Legionärs? Tiberius Iulius Maximus aus dem Legionslager Vindonissa zeigt, was er für einen Marsch mitführen muss.

Mehr erfahren
Von Tabea Edelmann

Von Tabea Edelmann

Tabea Edelmann ist Praktikantin im Römerlager Vindonissa.

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Historische Kleidung , Römische Geschichten aus Vindonissa

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